turi2 edition #13: Julia Krittian über Medien und den gesellschaftlichen Diskurs.


Journalismus in Krisen-Zeiten: Julia Krittian, Unternehmenssprecherin des MDR, ist besorgt, weil im vergangenen Jahr Verschwörungstheorien und der Glaube daran “eine neue Dimension” erreicht haben. Medien sollten Räume für Dialog öffnen und so “die Basis für den gesellschaftlichen Diskurs” sichern, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13. Sie können den Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen.

In einem Jahr voller Veränderungen bekommt für mich die “alte“ Erkenntnis – Es geht um Zusammenhalt! – neues Gewicht. Viele haben sich 2020 doch gefragt: Was bedeutet das alles für unsere Demokratie? Oder im Kleinen: Was heißt es, wenn die Kita den Laternenumzug absagen muss, um vor Ansteckung zu schützen, zeitgleich Corona-Leugner in der Innenstadt Polonaise tanzen und der Polizeihubschrauber bis tief in die Nacht über dem Viertel kreist?

Krise heißt eben auch Widersprüche, Unbekanntes, mitunter womöglich Fehlentscheidungen, Korrekturen und ganz sicher Herausforderungen. Auch für Medien. Medien bieten Raum für Dialog, bauen Brücken, sichern die Basis für den gesellschaftlichen Diskurs. Wo Fakten aber ignoriert, sogar bewusst negiert werden, schwindet die Grundlage für kritischen Austausch. Nun bin ich schon in meiner vorherigen Funktion als “Tagesschau“-Korrespondentin erschreckend ernsthaft gefragt worden, ob Angela Merkel abends in der Redaktion anruft. 2020 erreicht aber eine neue Dimension. Verschwörungstheorien finden sich mittlerweile in fast jeder Timeline, ploppen in vielen Gruppenchats auf.

Für mich heißt das, übrigens nicht nur 2021: Wir brauchen mehr Transparenz in journalistischen Prozessen, offene Kommunikation auch über das, was wir nicht wissen und ganz wichtig: Vielfalt! Denn mir persönlich fehlen gerade in der Krise auch die Stimmen der Frauen. Der Familien. Der Kinder.

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