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turi2 edition #20: Muss meine Arbeit mich glücklich machen, Sara Weber?

19. Januar 2023

Im Gleich­gewicht: Wer seine Arbeit liebt, läuft Gefahr, ausgebeutet zu werden, schreibt Sara Weber in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #20. Die frühere Redaktions­leiterin von Linked-in rät dazu, die Arbeit aus der Freizeit wieder zurückzudrängen. “Das macht nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder.”

Von Sara Weber

Muss meine Arbeit mich glücklich machen? Die kurze Antwort: Nein. Die lange Antwort: Natürlich darf unsere Arbeit uns glücklich machen. Gerade in der Medienbranche arbeiten viele Menschen schließlich aus Überzeugung. Aber Glück und Zufriedenheit ausschließlich oder hauptsächlich aus der Arbeit zu ziehen, ist keine gute Idee.

Wir sehen Leidenschaft häufig als Weg zum Glück. Wenn wir unsere Arbeit lieben, so heißt es gerne, dann arbeiten wir keinen Tag unseres Lebens. Aber das ist Unsinn: Wer die eigene Arbeit liebt, arbeitet häufig zu viel oder lässt sich auf schlechtere Arbeitsbedingungen ein. Ausbeutung macht allerdings nicht glücklich, sondern krank.

Die Arbeit hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker in unser Leben und unsere Freizeit gedrängt. Das tut uns aber nicht zwingend gut. Deshalb sollten wir zurückdrängen: Wenn wir unsere Arbeit nur als Teil unseres Lebens ansehen, und nicht als das, was uns als Menschen ausmacht, macht uns das nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder. Dann haben wir auch wieder mehr Zeit und Kraft, um Glück und Zufriedenheit aus den Bereichen zu ziehen, die für uns am wichtigsten sind: Hobbys, Ehrenämter, Familie und Freundschaften.

Sara Weber war Redaktionsleiterin von Linked-in und ist Autorin des Buchs “Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?”

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

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