turi2 edition5: Die “Welt” umarmt den digitalen Wandel.


“Welt” und wendig: “WeltN24” umarmt den digitalen Wandel seit Jahren wie kein anderes Unternehmen. Das erfordert neue Arbeitsweisen – und eine Chefin, die mit fernen Visionen nichts anfangen kann. Jens Twiehaus hat die Redaktion in Berlin für die turi2 edition5 besucht.

Vor dem Fenster drehen sich Baukräne, doch Stephanie Caspar hat anderes im Kopf. Aus ihrem Büro blickt die Chefin von „WeltN24“ auf die Baustelle des Axel Springer-Neubaus in Berlin. Hier entsteht die Zukunft eines Verlags, der sich Digitalkonzern nennt. Doch die Zukunft, die Caspar im Kopf hat, spielt sich nicht an fernen Terminen ab. Sondern jetzt.

“WeltN24” ist ein multimedialer Nachrichtentanker, der Newsroom seine Kommandobrücke. Wenn der Chefredakteur in diesem Bild Kapitän wäre, ist Geschäftsführerin Caspar die Reederin. Delegationen aus diversen Ländern besichtigen auf ihrem Schiff den Medienwandel live. Aus dieser Redaktion kommen: eine Website plus App und Social-Media-Kanäle, eine Tageszeitung plus Kompaktausgabe, eine Sonntagszeitung sowie eigene Apps für die Zeitungsinhalte. Und, nicht zu vergessen: ein Fernsehsender. Okay, der Sender produziert derzeit noch außerhalb, am Potsdamer Platz. Aber nur, weil der Neubau nebenan noch Baustelle ist.

“Welt”-Chefin ist zwar ein lustiger Begriff für Caspar, aber er stimmt. Sie leitet eine Medienwelt. Kein anderes deutsches Medium kann Journalismus auf so unterschiedliche Kanäle verteilen. Kaum eines denkt seit so vielen Jahren digital. Keines hat den Wandel so umarmt. Wie machen die das?

Caspar lächelt. Es ist schwer in Worte zu fassen. Fast allen digitalen Vordenkern geht es so. Sie scheren sich wenig um Konzepte, sie handeln einfach. Also wählt Caspar die pragmatische Antwort: Ihr Team nimmt sich Ziele vor, die schnell zu schaffen sind, und macht dann weiter. “Ständig zu philosophieren lenkt zu viele Leute ab.” Die Arbeit als lebenslange Testphase.

Schon bevor Caspar 2013 an die Spitze des Unternehmens kommt, tickt die „Welt“ digital. Der damalige Chefredakteur Jan-Eric Peters geht voran. Er nutzt Strategien wie Online-to- Print: Die Zeitung wird aus dem digitalen Angebot destilliert. Dann, mit Ende 30, kommt Caspar als promovierte Ex-McKinsey- Beraterin und Mitgründerin des Online-Schuhversandes Mirapodo neu in die Ex-Papierbranche. Kurz darauf verkündet sie den Zukauf des Fernsehsenders N24.

Lesen Sie den gesamten Text in der turi2 edition “The Digital Me”.

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