Welches Programm brauchen Kinder in der Pandemie, Astrid Plenk?


Neue Bedürfnisse: Kika-Programmgeschäftsführerin Astrid Plenk hat im Lockdown miterlebt, wie ihr Kinder-Sender zum Kummerkasten für die Kinder und Eltern wurde – sie müssen “einen nie dagewesenen Verzicht” leisten. Treffen mit Freund*innen, Trainings in Sportvereinen oder Familienfeste fallen aus. In ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13 schreibt Plenk, wie sie und ihr Team das Kika-Programm an den neuen Alltag anpassen. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen.

Was Kinder in den letzten Monaten erlebt haben, können wir Erwachsenen nur in Ansätzen nachempfinden: einen nie dagewesenen Verzicht auf Treffen mit Freund*innen, Trainings in Sportvereinen oder Familienfeste. Besonders einschränkend – das wissen wir heute – waren geschlossene Kitas und Schulen. Der Unterricht zu Hause war für Kinder eine Herausforderung. Sie mussten sich Inhalte oft selbst erschließen, waren technisch unzulänglich ausgestattet und vermissten Mitschüler*innen und Lehrer*innen.

Wir bei Kika haben die Veränderungen fast seismographisch wahrgenommen: Kinder und Eltern wandten sich an uns, stellten Fragen, erzählten von ihren Sorgen. Tausende Nachrichten haben uns erreicht. Ein großer Vertrauensbeweis.

Mit #GemeinsamZuhause haben wir im März eine Kennung auf allen Kika-Plattformen etabliert. Prämisse war, den geänderten Tagesabläufen sowie Informations- und Unterhaltungsbedürfnissen der Kinder zu entsprechen. Wir reagierten mit veränderter Programmstruktur und aktuell produzierten Formaten. Keine leichte Aufgabe, denn auch wir mussten mit der Pandemie sicherheitstechnisch umgehen. Kaum ein Dreh- oder Herstellungsprozess lief so wie ursprünglich angesetzt. Auch unseren jährlichen Themenschwerpunkt planten wir um: Eigentlich waren “Bewegung und Ernährung” angedacht, jetzt akzentuierten wir “Gesundheit”.

Aktuell ist die Situation eine andere. Kita und Schule sichern Kindern zwar einen institutionellen Bildungsalltag und den sozialen Austausch mit Gleichaltrigen. Verzichten müssen sie aber weiter auf Freizeitaktivitäten. Diesen Alltag unter besonderen Bedingungen müssen wir gemeinsam meistern. Sich Zeit füreinander zu nehmen, ist die Botschaft, die wir jetzt vermitteln möchten, mit Shows, Serien, Filmen oder Spielen. Nah an den Themen und Fragen der Kinder bleiben, ihnen zuhören, sie ernst nehmen und da sein, wenn es für sie wichtig ist: Das macht uns bei Kika aus.

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