Hans-Georg Maaßen lässt Frist zum freiwilligen CDU-Austritt verstreichen.

Immer noch da: Der umstrittene Ex-Verfassungs­schutz­präsident Hans-Georg Maaßen hat die Frist der CDU verstreichen lassen, freiwillig aus der Partei auszu­treten, sagt ein CDU-Sprecher. Das Partei-Präsidium habe daher beim Bundes­vorstand beantragt, gegen Maaßen ein Partei­ausschluss­verfahren einzu­leiten und ihm mit sofortiger Wirkung die Mitglieds­rechte zu entziehen. Vier Minuten vor Ablauf der Frist am Sonntag­mittag schreibt Maaßen bei Twitter von einer "Schmutzkampagne" gegen ihn.
tagesschau.de, bild.de

Hör-Tipp: “Druckausgleich” diskutiert über die Rolle von Hosts in jungen Formaten.

Hör-Tipp: Jungen Hosts von Video-, Podcast- oder Social-Media-Formaten wird oft nicht zugetraut, auch inhaltlich mitzu­arbeiten, beobachtet Tessniem Kadiri, die u.a. Atlas von Funk und Fomo bei Spotify hotstet. "Ich merke, dass es leichter ist, zu moderieren", sagt sie im Druckausgleich-Podcast mit Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz. Weis bringt ein, dass es oft auch eine Budget­frage sei, Hosts nur zum Präsentieren zu buchen, jedoch litten darunter Qualität und Glaub­würdig­keit. Schmitt-Walz wünscht sich mehr Wert­schätzung für junge Redakteurinnen, die nicht vor der Kamera stehen wollen.
druckausgleich.podigee.io (48-Min-Audio)

Lese-Tipp: Sabine Mertens und die “Rückkehr zur Standard­sprache”.

Lese-Tipp: Springers "WamS" zeigt Binnen-Pluralität und lässt Anne Klesse die Aktivistin Sabine Mertens porträtieren, die mit einer Volks­initiative dem Hamburger Senat geschlechtersensible Sprache verbieten will – unterstützt von CDU-Landeschef Christoph Ploß. Die "Rückkehr zur Standard­sprache" sei mittlerweile ein Lebens­thema der Leiterin der AG Gender­sprache im Verein Deutsche Sprache. Klesse verortet den Telegram-Kanal des VDS im rechten Verschwörungs-Milieu und liest in ihren Texten "Kriegsvokabular". Die Aufklärung von Kindern zu Trans­sexualität halte Mertens für "Macht­missbrauch".
welt.de (€)

Prinz Harry und Herzogin Meghan produzieren künftig Fiction.

Genug geteilt: Prinz Harry und Herzogin Meghan liefern bei Netflix statt ihrer Lebens­geschichte wohl künftig RomComs und Feelgood-Stoffe ab, meldet der "Daily Telegraph". Kommende Projekte sollen einen "starken Fokus auf fiktionale Skript­inhalte haben" und das Paar lediglich in der Produktions­rolle sehen. Die neuen Inhalte seien Teil ihres 88 Mio Pfund schweren Deals mit dem Streaming-Riesen.
bild.de, telegraph.co.uk (€)

“Layla”-Produzent Ikke Hüftgold nimmt nach TikTok-Voting beim ESC-Vorentscheid teil.

Vor-Vorentscheid: Der Schlager­sänger Ikke Hüftgold hat sich in einem TikTok-Voting mit seinem Song Lied mit gutem Text für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest qualifiziert. Hüftgold, bürgerlich Matthias Distel, ist u.a. Produzent des umstrittenen Ballermann-Hits "Layla". 2021 hatte er nach abgebrochener Teilnahme beim Sat.1-Format "Plötzlich arm, plötzlich reich" der Produktions-Firma eine Missachtung des Kindeswohls vorgeworfen und eine Debatte ausgelöst. Der Vorentscheid findet am 3. März statt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Andrea Nahles irritieren manche Forderungen jüngerer Arbeits­kräfte.

"Wir sind die Agentur für Arbeit, nicht für Freizeit. Manche Forderungen irritieren mich, auch weil ich anders erzogen worden bin."

Andrea Nahles, Chefin der Bundes­agentur für Arbeit, erzählt der "FAZ", dass auch kritische Stimmen zur Belastung in der digitalen Arbeits­welt wie Sara Weber letztlich die Themen beackern, "mit denen ich mich seit 30 Jahren befasse". Nahles selbst sei "wirklich ein Arbeitsmensch".
zeitung.faz.net (€)

Bericht: Twitter will Marken 1.000 Dollar für goldene Haken in Rechnung stellen.

Goldene Zeiten? Kurz­nachrichten-Dienst Twitter plant, Unternehmen und Marken für goldene Verifikations-Haken 1.000 Dollar zu berechnen, besagt ein Bericht von The Information. Das Implementieren kleiner Plaketten bei mit der Firma verbundenen Konten soll demnach weitere 50 Dollar monatlich kosten. Zahlen Brands nicht, verlieren sie wohl den Haken. Ein Zeitplan für die Änderungen steht laut Bericht noch nicht.
theinformation.com (€) via theverge.com

Letzte Generation stellt versehentlich tausende persönliche Daten ins Netz.


Klima- statt Daten­schutz? Die Klima-Protest­gruppe Letzte Generation hat persönliche Daten von Mitgliedern versehentlich öffentlich im Netz gespeichert, berichtet die "Welt am Sonntag". Angaben zu mehr als 2.200 Menschen – darunter auch deren Bereitschaft, bei Protesten ins Gefängnis zu gehen – seien in Excel-Listen über Google-Drive einsehbar gewesen. Auch Informationen zur Lebens­situation, zum geistigen Zustand sowie Ausschnitte aus E-Mails seien dort gespeichert gewesen. Die Informationen entstammen offenbar Rekrutierungs­veranstaltungen. Nach einer "WamS"-Anfrage wurde die Daten­einsicht eingeschränkt. Eine Sprecherin der Gruppierung betont, der fragliche Ordner sei veraltet.
welt.de (€), spiegel.de, edition.welt.de (€, ganze Recherche)

Hör-Tipp: Annette Dittert über den bedauernswerten Zustand der BBC.

Hör-Tipp: Die Dreistigkeit, mit der BBC-Boss Richard Sharp eingesetzt wurde, ist im Vergleich zu früher "breathtaking", erzählt ARD-Korrespondentin Annette Dittert im Podcast "Holger ruft an". Anders als in Deutschland sei die BBC "nicht weitestgehend unabhängig, sondern der Regierung unterstellt". Man spüre, dass die BBC "derartig eingeschüchtert" sei, dass sie es auch zum dritten Jubiläum des Brexits nicht wagt, kritische Wahrheiten um den EU-Austritt zu vermitteln. Deswegen würden sich Stars des Senders sowie potentielle BBC-Fans aktuell von der Institution abwenden.
uebermedien.de (24-Min-Audio)

Basta: Gerhard Schröder präsentiert Ergebnis “freiwilliger Ernährungsumstellung”.

a.D. – auf Diät: Gerhard Schröder ist mit Soyeon Schröder-Kim auf einem Gesundheits-Trip. Ein von seiner Gattin gepostetes Foto soll den Alt­kanzler vor und nach seiner "frei­willigen Ernährungs­umstellung" zeigen und lässt einen Gewichts­verlust erahnen. Könnte Schröder doch Kumpel Putin so leicht entsagen wie Kumpel Currywurst.
instagram.com via t-online.de

Zitat: Peter-Matthias Gaede kritisiert die Übernahme-Strategie von Thomas Rabe für Gruner + Jahr.

"Säße, sorry, ein Aldi-Nord-Manager noch auf seinem Posten, hätte er Tiffany geschluckt, um anschließend nicht mehr zu wissen, wohin damit in seiner "Booster"-Strategie?"

Peter-Matthias Gaede, Ex-Chef­redakteur der "Geo", kritisiert Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe für dessen Strategie bei der Fusion mit Gruner + Jahr und legt der Besitzer­familie Mohn nahe, "einen Hinterausgang für ihren Spitzenmann" zu suchen.
turi2.de

Zitat: Rainer Esser denkt mit 66 Jahren noch nicht an Ruhestand.

"Ruhestand ist mir – genauso wie Work-Life-Balance – nicht so nahe."

Mit 66 Jahren denkt Zeit-Verlags­chef Rainer Esser aktuell nicht ans Aufhören, sagt er im großen Interview in der turi2 edition #20. Die Gefahr eines Burnouts schätzt er als eher gering ein: "Mir macht meine Arbeit Spaß. Gelegentlich ist sie auch erfolgreich. Das stärkt meine Resilienz."
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

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Die DFL stellt Rahmenbedingungen für den neuen Investor auf.

Milliarden-Investor gesucht: Die "AG Zukunftsszenarien" wird dem Präsidium und dem Aufsichtsrat der DFL empfehlen, 15 % an einer neuen Tochtergesellschaft zu verkaufen, in der die nationalen und internationalen TV-Rechte ausgelagert werden, meldet "Bild". Dabei handle es sich nur um eine Minderheitsbeteiligung an den TV-Erlösen, Anteile der Bundesliga stehen nicht zum Verkauf. Auf diese Weise sollen bis zu 3 Mrd Euro in die Kassen kommen. Derzeit seien sieben Investoren an einer Kooperation mit der DFL interessiert, der Deal soll auf 25 bis 30 Jahre angelegt sein.
dfl.de, bild.de, sportschau.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Warum ein öffentlich-rechtliches Facebook derzeit zum Scheitern verurteilt wäre.

Hör-Tipp: "Wir müssen uns mehr trauen im Bereich Datensammeln", sagt Gert Kauntz, Geschäftsführer der Digitaltochter pub vom BR und SWR, im "Satzzeichen"-Podcast. Für passgenaue Angebote brauche man Nutzer-Daten, derzeit passiere noch zu viel auf manueller Basis: "Wir haben nichts Böses mit den Daten vor." Eine Art öffentlich-rechtliches Facebook wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber "zum Scheitern verurteilt": Usern fehle noch der Anreiz, die Plattform zu verlassen – es reiche nicht, allein auf demokratische Werte zu verweisen. Stattdessen müssten die Öffentlich-Rechtlichen zunächst kleinere Schritte machen und etwa die Dialog-Fähigkeit auf vorhandenen Plattformen stärken.
open.spotify.com (25-Min-Audio)

Kritik an ehemaliger BDZV-Führung: Julia Becker beklagt ein “unerträglich lautes Schweigen”.


Nachtrag zum Austritt: Funke-Verlegerin Julia Becker kritisiert in einem "Süddeutsche"-Gastbeitrag ein "unerträglich lautes Schweigen" beim BDZV nach der Reichelt-Affäre. "Die Herren an der Spitze" hätten sich "nicht so gerne in ihrer routinierten Tagesordnung stören lassen", schreibt Becker. Im vergangenen Jahr habe man den "Versuch des kollektiven Beschweigens eines brutalen Machtmissbrauchs gegenüber Frauen in der Medienbranche erlebt", spielt sie auf den Umgang von Mathias Döpfner mit den Machtmissbrauchs-Vorwürfen gegen Julian Reichelt bei "Bild" an. Dies habe die "Leiden der betroffenen Frauen noch vergrößert" und "unsere Branche beschmutzt". Unterm Strich hätte Funke sich zudem "ein paar größere Schritte" in der Reform des Verbandes gewünscht. Im November 2022 war Funke nach Reform-Forderungen und Kritik an dem damaligen Vorsitzenden Döpfner aus dem Zeitungsverleger-Verband ausgetreten.

Becker beklagt außerdem, dass es generell zu wenig weibliche Führungskräfte in der Branche gibt: Es brauche "deutlich mehr weibliche Perspektiven und eine geschlechtergerechte Berichterstattung". Frauen würden "gewiss keinen besseren Journalismus machen", aber "einen anderen": Frauen "blicken anders auf die Welt als Männer, schreiben und reden anders über sie, machen sich und uns andere Bilder von ihr". Becker selbst habe sich in Meetings "manchmal wie ein Alien gefühlt", so sei sie auch behandelt worden: "Mit übertriebener, fast devoter Höflichkeit. Mit Nichtachtung."
sueddeutsche.de (€), turi2.de (Background)
(Foto: Selina Pfrüner)

“stern-TV”-Flitzer: RTL prüft rechtliche Schritte, meldet T-Online.

Flitz(er)-Piepen: Den stern-TV-Flitzern drohen offenbar Konsequenzen, berichtet T-Online. Es werde eine "juristische Reaktion" geprüft, sagt eine RTL-Sprecherin. Zudem habe man die Personalien der Störer festgestellt. Am Mittwochabend waren in der Live-Sendung zwei Männer auf die Bühne gestürmt. "Wusstet ihr eigentlich, dass WWE fake ist?", fragte einer der Männer den Moderator Steffen Hallaschka während seines Gesprächs mit Dschungel-Königin Djamila Rowe.
t-online.de


Landesrundfunkrat gibt NDR Empfehlungen für die Zeit nach der Krise.

Kieler Nachwehen: Nachdem die Vorwürfe etwa eines "politischen Filters" beim NDR in Kiel entkräftet wurden, hat der Landes­rund­funk­rat Empfehlungen für den Sender für die Zeit nach der Krise parat. Das Gremium rät u.a. dazu, Beschwerden, insbesondere von Seiten der Politik, in einem transparenten Verfahren zu dokumentieren. Führungs­kräfte sollten besser geschult und die Compliance-Regeln überarbeitet werden. Zudem solle die Personal­struktur im NDR überprüft werden.
ndr.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Journalistin ­Anuschka Roshani schreibt im “Spiegel” über Sexismus beim Schweizer Blatt “Das Magazin”.

#MeToo: Die Journalistin Anuschka Roshani schreibt in einem Gast­beitrag im "Spiegel" über Sexismus, Macht­missbrauch und Mobbing beim Schweizer Blatt "Das Magazin", der Samstags­beilage der Deutsch­schweizer Tages­zeitungen, die Tamedia herausgibt. Ihre Vorwürfe richten sich vor allem gegen den früheren Chef­redakteur Finn Canonica. Nach ihrer Kündigung im September verklagt sie Tamedia nun wegen Verletzung der Fürsorge­pflicht aufgrund sexistischer Diskriminierung und Mobbings.
spiegel.de (€)

Lese-Tipp: Die Turteltauben mit Altersunterschied sind keine Männerdomäne mehr.

Lese-Tipp: Der Boulevard vermeldet diese Woche das Liebes­glück zwischen einer TV-Moderatorin und einer Bestseller-Autorin. Die 26 Jahre Alters­unterschied der Turtel­tauben lassen einen unbekannten "Spiegel"-Autor von einem "emanzipatorischen Fortschritt" auf einem "Schlacht­feld" sprechen, das sonst hauptsächlich männlichen "Schauspielern, Sportlern oder Managern" vorbehalten ist.
spiegel.de

Zitat: Empathie ist zentraler Baustein für Zukunfts­fähigkeit, schreibt Magdalena Rogl.

"Empathie ist der unter­bewertete Rohstoff von Innovation und ein wichtiger Treiber für unsere Zukunfts­fähigkeit."

Magdalena Rogl, Leiterin Diversity und Inclusion bei Microsoft, schreibt in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #20, dass die Perspektiv­erweiterung durch Einfühlungs­vermögen im Arbeits­leben den Weitblick steigert.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

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Social Chain AG verkauft ihre Agenturen in Manchester und New York.

Weg damit: Die Social Chain AG von CEO und Haupt­investor Georg Kofler trennt sich von ihrem Agentur-Geschäft. Die Agenturen in Manchester und New York mit mehr als 120 Angestellten gehen an das Londoner Unternehmen Brave Bison. Social Chain wolle seine Social-Media-Expertise künftig auf eigene Marken und Produkte konzentrieren, so Kofler.
new-business.de

Basta: Illegale Betten im Twitter-Büro in San Francisco.

Wie ein schlechter Traum: San Francisco hat im Twitter-Haupt­quartier eine illegale Betten­burg ausfindig gemacht. Mehrere Konferenz­zimmer seien in Schlaf­räume umgebaut worden. Twitter hat jetzt 15 Tage Zeit, die Bubu-Bereiche als solche zu kennzeichnen – oder aus dem Albtraum aufzuwachen, den Elon Musk verursacht hat, und die Räume tatsächlich wieder als Büros zu nutzen.
businessinsider.com

“Weg mit der Ramsch-Ware?” – Peter-Matthias Gaede zur Zerschlagung von Gruner + Jahr.


Stutzt die Flügel: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe wird mit dem Verscherbeln “eines der wert­vollsten Medien-Schätze der deutschen Nach­kriegs­geschichte” in die Geschichte eingehen, schreibt Peter-Matthias Gaede. In seiner Melancholie zur sich anbahnenden Zerschlagung von Gruner + Jahr, lässt der ehemalige “Geo”-Chef­redakteur kein gutes Haar am Konzern-Chef und dessen Management-Leistung. Bei Bertelsmann sei offenbar das Verständnis von einer “Verantwortlichkeit für eine ‘vierte Gewalt'” verloren gegangen. Gaede würde sich wünschen, zu “kämpfen” und erfolgreiche Mit­bewerber wie “Zeit” und “Spiegel” zu studieren. Denn die Medien­schaffenden von Gruner + Jahr wollten beitragen zu einer Gesellschaft, “die sich nicht nur betäubt, indem sie im ‘Dschungelcamp’ beim Verspeisen von Würmern zuschaut”. turi2 veröffentlicht Gaedes Text, der “aus einer eher uncoolen Verzweiflung” entstanden ist und aus dem die “FAZ” vor einer Woche zitierte, erstmals in voller Länge. Auch in einem aktuellen “Wirtschafts­woche”-Interview spricht Gaede dem “messerscharfen Chief Financial Officer” Rabe die “Verleger­persönlichkeit” ab – “die Sexyness des Journalismus” sei ihm scheinbar “eine Terra incognita” geblieben. Weiterlesen>>>

RBB stellt Berater-Honorar an Ex-Chefredakeur Christoph Singelnstein ein.

Fast freiwilliger Verzicht: Der RBB hat im Dezember das umstrittene Berater-Honorar an den früheren Chef­redakteur Christoph Singelnstein eingestellt. Er habe "den Verzicht von seiner Seite vorgeschlagen", eigentlich hätte er noch bis Ende April Anspruch gehabt. Das RBB-Recherche­team hatte im November über das Honorar berichtet und dabei von bis zu 15.000 Euro monatlich gesprochen. Tatsächlich habe die Summe aber bei bis zu 6.300 Euro im Monat gelegen – zusätzlich zu Singelnsteins monatlichem Ruhe­gehalt von 8.700 Euro und seiner gesetzlichen Rente.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Bahn verteilt keine gedruckten Zeitungen mehr und schränkt Premium-Service ein.

Spar­schiene: Die Deutsche Bahn verteilt künftig keine gedruckten Zeitungen mehr in der Ersten Klasse. Diese gab es zuletzt teilweise noch als Bückware, jetzt nur noch in digitaler Form. Zudem beschränkt das Unternehmen den Zugang zu den Lounges, weil dieser wohl immer öfter missbraucht wird. Zum Zugang benötigt man eine gültige Fern­verkehrs-Fahr­karte und im Premium­bereich, wo es Alkohol und Snacks gibt, sind keine Gäste mehr zugelassen.
"Spiegel" 6/2023, S. 59

Verbraucherzentrale verklagt Dating-Plattform Parship.

Bei aller Liebe: Der Bundes­verband der Verbraucher­zentralen verklagt die Dating-Plattform Parship, weil diese ihre Kundinnen auf lange Zeit in teuren Verträgen festhalte. Betroffene können sich der Muster­feststellungs­klage anschließen. Diese richtet sich an die PE Digital GmbH, die Betreiberin der Platt­form mit Sitz in Hamburg.
businessinsider.de, verbraucherzentrale.de

Chefredakteur Holger Schellkopf verlässt t3n.

Zwei für t3n: Nach nicht einmal zwei Jahren verlässt Chef­redakteur Holger Schellkopf das Digital­magazin t3n Ende Februar "auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen". Schellkopf war im April 2021 von "Werben & Verkaufen" zu t3n gewechselt. Wo es ihn jetzt hinzieht, ist nicht bekannt. Seine Aufgaben bei t3n übernehmen die Redaktions­leiterinnen Sabrina Schadwinkel und Marcel Romahn.
t3n.de

Lese-Tipp: Die fragwürdigen Klima-Zertifikate der UN.

Lese-Tipp: Die Vereinten Nationen vermitteln eben­falls haufen­weise unwirksame Klima-Zertifikate und haben "aus einer guten Idee ein kaputtes System gemacht", recherchiert Benedikt Dietsch für Flip und die "Wirtschafts­woche". Er hat seine Emissionen per UN-Onlineshop in einem brasilianischen Stau­damm-Projekt für läppische zwei Euro pro Tonne kompensiert und möchte nun prüfen, ob das Geld seinen Zweck erfüllt. Nach Querelen mit der UN, dem Tüv und dem Verkäufer des Staudamm­projekts reist er schließlich nach Brasilien und findet die ernüchternde Wahrheit im Gespräch vor Ort.
wiwo.de, letsflip.de (€), turi2.de (Background)

Veganuary meldet Rekordanmeldungen.

Pflanzen-Freu(n)de: Die Organisation Veganuary meldet die Rekordzahl von 700.000 Anmeldungen für seinen tier­produkt­freien Aktions­monat. 850 Unter­nehmen und Marken sind mit Produkten sowie Werbe­maßnahmen auf die Aktion aufgesprungen. Einer Yougov-Umfrage zufolge haben 9 % der erwachsenen Deutschen am Veganuary teilgenommen. Zudem haben Promis wie Rezo oder Kaya Yanar den veganen Monat unterstützt.
horizont.net (€)

Verfilmung des Lebens von Siegfried & Roy droht zu scheitern.

Maue Magie? Die Verfilmung des Lebens des Magier-Duos Siegfried & Roy ist gefährdet, erzählt Ufa-Chef Nico Hofmann der "Bild". Auf der Berlinale werde es Gespräche mit einem deutschen Verleiher geben. Derzeit fehlen noch 10 der benötigten 40 Mio Euro. Die Künstler hatten die Rechte ihrer Lebens­geschichte an Hofmann verkauft, das Drehbuch kommt von Michael Bully Herbig.
bild.de

Zitat: Für Hirschen-Chef Marcel Loko sind die wilden Zeiten in der Werbung vorbei.

"Der durchgeknallte Werber der 80er-Jahre, der seine Arbeit im Drogenrausch macht, ist definitiv nicht mehr zeitgemäß."

Für Hirschen-CEO Marcel Loko ist die Werbung heute eine "im besten Sinne seriöse Branche". Im turi2-Interview gibt er Tipps für den Nachwuchs, sagt aber auch, dass die Werbung das Versprechen, ihren Köpfen "Fame und Fortune" zu bescheren, heute nicht mehr geben kann.
turi2.de