Springer startet KI-Assistenten “Welt Go”.

News To Go: Abonnenten der "Welt" erhalten ab sofort Zugang zu dem KI-Assistenten Welt Go, der auf dem OpenAI-Modell GPT-4 basiert. Der Bot könne z.B. beim Schreiben von E-Mails helfen und Artikel "innerhalb von Sekunden als Q&A" zusammen­fassen sowie Fragen zum aktuellen News-Geschehen beantworten. Chef­redakteur Ulf Poschardt schwärmt von einer "ganz neuen Form, Journalismus zu erleben". Im September 2023 hatte "Bild" bereits seinen ChatGPT-Bot Hey eingeführt.
axelspringer.com, go.welt.de

WDR nennt Gewerkschafts-Forderungen “utopisch”, Streik habe “keine relevanten Auswirkungen”.

Warnstreiks im Westen: Der WDR bezeichnet die DJV-Forderung von 10,5 % mehr Einkommen auf "DWDL"-Anfrage als "utopisch". Man handle "wirtschaft­lich verantwort­ungsvoll" und könne daher "nur das Geld ausgeben, das sicher zur Verfügung steht", argumentiert der Sender. Ziel sei ein "zukunftsfähiger und gerechter Honorar­rahmen für den gesamten WDR". Der laufende Warnstreik habe laut Sender "keine relevanten Auswirkungen" aufs Programm. Im Radio sind jedoch Regional­nachrichten teils ausgefallen, auch einige TV-Lokalzeiten könnten laut dem DJV nicht gesendet werden. Laut dem Verband beteiligen sich rund 750 Beschäftigte an dem 24-stündigen Warnstreik.
dwdl.de, djv.de, turi2.de (Background DJV-Forderung), turi2.de (Background Streik)

Ex-Welt-Moderatorin Lena Mosel moderiert künftig auch bei Phoenix.

Mosel macht's: Phoenix gewinnt die Journalistin Lena Mosel als Moderatorin, ihr erster Einsatz ist bereits diese Woche. Mosel war im Februar nach rund acht Jahren bei Springers TV-Sender Welt zum NDR gewechselt, wo sie auch weiterhin tätig sein wird. Ab Mai stößt ebenfalls Tim Schreder, zuletzt Moderator der ARD-Sendung "Live nach Neun", zum Phoenix-Team dazu. Schreder und Mosel sollen vor allem in der Sendung "Phoenix – vor Ort" zu sehen sein.
presseportal.de

Louisa Specht-Riemen­schneider übernimmt als Datenschutzbeauftragte des Bundes.

Nicht schlecht, Frau Specht: Digital­expertin Louisa Specht-Riemen­schneider wird neue Daten­schutz­beauf­tragte des Bundes. Sie ist Profes­sorin für Daten­recht und neue Techno­logien in Bonn und führt den Sach­verstän­digenrat für Verbraucher­fragen des Umwelt­ministe­riums. Ihr Vorgänger Ulrich Kelber ist seit Jahres­beginn nur noch kommis­sarisch im Amt.
zeit.de

Meistgeklickter Mann gestern war Christian Schertz.

Meistgeklickter Mann gestern war Christian Schertz. Der Medienanwalt hatte im "RND" Mathias Döpfner für die Methoden des Springer-Verlags hart kritisiert. Imre Grimm, Autor des Schertz-Porträts, folgt im Ranking. An nächster Stelle kommt "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Männer vom 15.4.2024)

Wir graturilieren: Lea-Sophie Cramer, Daniel Rosemann, Timm Klotzek.

Wir graturilieren den Geburts­­tags­­kindern des Tages: Unter­nehmerin und Podcasterin Lea-Sophie Cramer wird heute 37 Jahre alt. Der ehemalige ProSieben-Chef Daniel Rosemann, jetzt Geschäfts­führer der Produktions­firma Raab Entertainment, feiert seinen 44. Geburtstag. Und Timm Klotzek, Chef­redakteur des "SZ-Magazins", wird 51.

Elon Musk will neue X-User künftig offenbar zur Kasse bitten.

Zahlen, bitte: X-Eigentümer Elon Musk plant, von neuen Usern auf der Plattform eine "kleine" Gebühr zu erheben, damit sie etwas posten dürfen. Dies sei der einzige Weg, die Aktivitäten von automatisierten Bots einzuschränken. Nach drei Monaten sollen Postings dann wieder kostenfrei sein. Musk nennt keinen genauen Betrag.
twitter.com, handelsblatt.com (€)

Hör-Tipp: Karl-Theodor zu Guttenberg ist “gottfroh”, nicht mehr in der Politik zu sein.

Hör-Tipp: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg ist "gottfroh, nicht mehr im politischen Zirkus herumturnen zu müssen", sagt er im NDR-Podcast "Raus aus der Depression" mit Harald Schmidt. Er habe irgendwann gemerkt, dass andere für "das harte, bissige, nicht immer liebevolle, aber trotzdem sehr benötigte Geschäft" besser geeignet seien. Nach einem schnellen Aufstieg in der Politik sei er körperlich und geistig an Grenzen gestoßen.
ndr.de (40-Min-Audio) via rnd.de

“Spiegel”: Presserat weist Beschwerde von Johann König gegen “Zeit” zurück.

König vs. Zeit: Der Presserat weist die Beschwerde von Galerist Johann König gegen einen "Zeit"-Artikel als "unbegründet" zurück, berichtet der "Spiegel". König habe der "Zeit" mehrere Verstöße gegen den Pressekodex vorgeworfen. König müsse die "zulässige Verdachts­bericht­erstattung" hinnehmen, da ein "berechtigtes öffentliches Interesse" an den Vorwürfen gegen ihn bestehe, so der Presserat.
spiegel.de, turi2.de (Background)

P7S1-Großaktionär MFE erhält offenbar Banken-Hilfe für potenzielles 4-Mrd-Übernahmeangebot.


Banken-Boost: Der Berlusconi-Konzern MFE hat in den zurückliegenden Monaten offenbar mit Banken über die Finanzierung einer möglichen Übernahme von ProSiebenSat.1 verhandelt, hört Reuters von Insidern. Demnach haben die Bank of America, Deutsche Bank und UniCredit Interesse bekundet, das Vorhaben zu unterstützen. UniCredit und Bank of America bieten den Infos zufolge Kredite in Höhe von 3,7 Mrd Euro beziehungs­weise 3,2 Mrd Euro an. Die Deutsche Bank wäre bereit, 50 % eines Deals zu übernehmen, sie geht dabei von einer rund 4 Mrd Euro schweren Übernahme aus. Am 30. April steht die nächste Hauptver­sammlung bei P7S1 an, bei der es wohl erneut um die MFE-Übernahme gehen wird. Keiner der Beteiligten will sich zu dem Bericht äußern.

Die vorläufigen Zahlen für das 1. Quartal fallen bei P7S1 indes gut aus: Der Umsatz steigt im Vorjahres-Vergleich um 6 % auf 867 Mio Euro, das Adjusted Ebitda legt sogar um 35 % auf 72 Mio Euro zu. Die Streaming-Plattform Joyn verbucht ein Plus von 36 % bei den monatlichen Nutzern und macht 50 % mehr Umsatz mit AVoD-Werbung – laut dem Konzern zum zweiten Mal in Folge ein Rekord­quartal.
handelsblatt.com (€), prosiebensat1.com

Zahl des Tages: Netflix entlässt 15 Mitarbeitende der Film-Abteilung.

Netflix LogoZahl des Tages: Genau 15 von 150 Mitarbeitern der Film-Abteilung von Netflix verlieren ihren Job, meldet die "NYT". Der Stream­ing-Dienst will den Film-Bereich künftig nach Genres und nicht nach Budgets sortieren. Ziel der Umstruktu­rierung sei es, weniger und kosten­günstigere Filme zu produzieren. Auch große Voraus­zahlungen an Schauspieler und Filmemacher sollen wegfallen.
nytimes.com (€) via digitalfernsehen.de, golem.de

WDR: Verdi ruft zu Warnstreik am Dienstag auf.

Verdi kündigt einen 24-stündigen Warnstreik für Dienstag beim WDR an, Beginn ist 2 Uhr nachts. Die Gewerk­schaft wirft dem Sender vor, einen neuen Honorar­rahmen durchsetzen zu wollen, der "an vielen Stellen dramatische Verschlecht­erungen" beinhalte. Die Auswirkungen auf das Programm sind noch unklar. Der DJV hatte für Dienstag zum bundesweiten Aktionstag "Fairness funkt" aufgerufen.
wdr.verdi.de, t-online.de, turi2.de (Background)

Oliver Wurm bringt “eine Liebeserklärung” an Reinhard Mey raus.

Schwebt auf Wolke 7: Verleger Oliver Wurm bringt gemeinsam mit Thilo-Komma-Pöllath ein Magazin über den Musiker Reinhard Mey, 81, heraus: "Über den Wolken". In einem "Interview in Versen" auf 43 Seiten soll Mey zu Wort kommen, "ohne dass er nochmal sprechen musste". Mey habe auf Konzerten gesagt, er werde "niemals eine Biografie schreiben", weil seine Lieder alles über ihn erzählen würden. Anlass für das Heft ist der 50. Geburtstag des gleichnamigen Songs.
per Mail, überdenwolken.online

Agentur Flad & Flad sichert sich die Dienste von Franziska Neumann.

Neue berufliche Zukunft: Die Agentur Flad & Flad, spezialisiert auf Zukunfts­themen, gewinnt Franziska Neumann als Creative Director Art. Neumann hat zuvor u.a. für Iris Worldwide und Serviceplan gearbeitet. Neben der fachlichen Leitung der Kreativ­abteilung soll sie Konzepte entwickeln und Film- und Fotoproduk­tionen für etablierte und neue Kunden betreuen.
horizont.net (€)

Basta: “Tagesschau” verschickt aus Versehen Test-Eilmeldung.

Eiskalt erwischt: Die "Tagesschau" hat am Montagnachmittag eine Eilmeldung mit dem kuriosen Text "Es ist wieder kälter geworden" versendet. Grund sei ein Fehler im System während einer Schulung gewesen, erklärt die Redaktion u.a. bei Instagram – mit dem Zusatz, es sei kein Praktikant oder Volontär am Werk gewesen.
instagram.com

Zitat: Hip-Hop-Kritik kommt zu häufig von Außenstehenden, moniert Simon Vogt.

"Kritik kommt häufig von Stimmen, die der Kultur nicht nahe stehen, und das macht es schwieriger, diese anzunehmen."

Simon Vogt, Host von "Deutschrap Ideal", sagt im Interview zur Themenwoche Audio, "dass heutzu­tage Rap und Hip-Hop immer noch nicht richtig verstanden werden". Er findet, dass Kritik zu Musik "auch etwas feinfühliger" vorge­tragen werden könne.
turi2.de, turi2.de (alle Beiträge der Themenwoche Audio)

Zitat: Warum Sven Plöger glaubt, dass Humor bei der Klima-Kommunikation helfen kann.

"Humor kann helfen, den Klimawandel zu erklären. Dann bleibt was hängen. Eine Haltung zu entwickeln, fällt schwer, wenn jemand kommt und sagt: Du musst so und so denken. Dann gibt es eine Art 'pubertären Widerstand'."

ARD-Meteorologe Sven Plöger sagt im "Teleschau"-Interview, er glaubt, dass "Haltung und Unterhal­tung" eine "gelungene Form der Wissens­vermittlung" im TV ist.
teleschau.de

Bezirks-Newsletter des “Tagesspiegel” werden Teil des Abos.

Bezahlen für Bezirke: Der "Tagesspiegel" macht seine zwölf Bezirks-Newsletter nach acht Jahren teilweise kosten­pflichtig. Sie werden fortan in bestehende Abonnements integriert, teilt der Verlag mit. Ohne Abo soll es zweiwöchentlich "nur noch eine stark gekürzte Version" zu lesen geben. Zum Start erhalten Neu-Abonnenten ihren gewünschten Newsletter ein Jahr lang für fünf Euro monatlich, inklusive Zugang zu "Tagesspiegel Plus" und dem "Tagesspiegel Checkpoint".
tagesspiegel-gruppe.de, leute.tagesspiegel.de (Übersicht der Bezirks-Newsletter)

“Fairness funkt”: DJV ruft ÖRR-Journalisten zu Aktionstag auf.

djv-LogoDJV ruft feste und freie Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen sowie der Deutschen Welle am Dienstag­mittag zum gemeinsamen Aktionstag "Fairness funkt" auf. Die Aktionen werden dezentral in den Rundfunk­anstalten organisiert, in einer gemeinsamen Schalte informieren die Teilnehmenden über die Aktivitäten an ihren Stand­orten. Der Verband fordert seit Herbst 2023 10,5 % mehr Einkommen, die Arbeitgeber würden bisher nur ein Lohn-Plus von unter 2 % pro Jahr anbieten. DJV-Chef Mika Beuster kritisiert das als "blanken Hohn".
djv.de

Meistgeklickter Kopf gestern war Antje Pieper.

Meistgeklickter Kopf gestern war Antje Pieper. Nach der Moderatorin des "ZDF-Auslandsjournals", das im Oktober 2023 50-jähriges Jubiläum feierte, folgt im Ranking die Journalistin Georgine Kellermann. Thomas Gottschalk, der am Samstag bei RTL die Live-Show Denn sie wissen nicht, was passiert moderiert hat, ist der Dritte im Bunde.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 14.4.2024)

Die Termin-Highlights vom 15. bis 21. April.


Netzwerken, weiter­bilden, feiern – hier trifft sich die Kommunikations­branche:

15.4.: Intensiv­training Social Ads Kampagnen, online | 16.4.: LZ Retail Media Day 2024, Frankfurt | 16.4.: tech@media: Zeitungen und Magazine im Wandel, online | 17.-18.4.: Medien­tage Mittel­deutschland, Leipzig | 17.4.: Websession: Cyber Security, online | 17.+18.4.: Wie KI hilft, Medien­arbeit auf ein neues Level zu bringen, online | 18.4.: NextM – "Navigating the Unknown", Düsseldorf | 19.4.: Universal­code-Lunch­break: Content statt Reklame, online | 19.4.: Roman Brodmann Preis und Kolloquium 2024 in Berlin, Berlin

Alle Events auf turi2.de/termine. Fehlt dein Termin? Trage ihn kostenlos auf turi2.de/join ein!

Springer: Langjähriger Chef-Auslandskorrespondent Cord Christian Troebst, 90, ist tot.

Cord Christian Troebst, 90, ist tot. Der Journalist war ab 1967 für 27 Jahre lang Chefredakteur des Korrespondenten-Netz­werks Springer-Auslands­dienst, kurz SAD. Lars-Broder Keil, Leiter des Unternehmens­archivs von Axel Springer, würdigt Troebst als jemanden, der "wusste, worauf es ankam bei der Arbeit im Ausland, von der viele Journalisten träumen, aber für die nur wenige geeignet sind".
welt.de

Foto: Unternehmensarchiv (UA) Axel Springer SE

Basta: Für Back-YouTuberin Sally Özcan sind Eier nicht das Gelbe vom Ei.

Eieiei: Ausgerechnet Koch- und Back-YouTuberin Sally Özcan hat eine Phobie gegen Eier, erzählt sie SWR3. Wäre sie mit Sallys Welt keine Back-Influencerin, würde sie "echt auf Eier verzichten wollen": "Ich mag die einfach nicht anfassen, weil ich weiß, wo sie herkommen." Solange die Klicks stimmen, wird sie ihr Problem mit Eiern wohl trotzdem gebacken kriegen.
presseportal.de

Zitat: Joachim Huber plädiert für einen öffentlich-rechtlichen News-Sender.

"Das Publikum wird hin- und hergerissen zwischen Kriegs-TV und Normal-TV. Wie soll diese Rechnung aufgehen, wen interessiert das Mittelfeld­geschehen in der Bundesliga, wenn mehr als 300 Drohnen, Raketen und Marschflug­körper auf Israel zufliegen?"

Medienjournalist Joachim Huber fordert im "Tagesspiegel" mit Blick auf den iranischen Raketenangriff auf Israel einen öffentlich-rechtlichen Nach­richten­kanal, "der es mit BBC und CNN aufnehmen kann". ARD und ZDF würden zurzeit "Wimmelbild statt Durchblick" zeigen.
tagesspiegel.de

“Falsche Strategie”: Ferda Ataman kritisiert Olaf Scholz für seinen TikTok-Kanal.

Dislike: Die Anti­diskriminierungs­beauftragte des Bundes, Ferda Ataman, bezeichnet den TikTok-Kanal von Kanzler Olaf Scholz als einen Fehler. Das sei eine "falsche Strategie", sagt sie der ARD. TikTok sei u.a. wegen nicht ausreich­endem Schutz vor Hassrede keine Plattform für den Staat, staatliche Stellen würden soziale Medien mit eigenen Accounts aufwerten: "Und das muss man sich sehr gut überlegen, ob man dieses Aufwerten an Forder­ungen anknüpft, z.B. für mehr Schutz, der dann aber auch stattfinden muss."
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Philipp Walulis: Funk-Aus wegen zu “altem” Publikum.

Frage des Alters: Philipp Walulis nennt im Interview mit Holger Kreymeier die Gründe für das Aus seiner täglichen Funk-Sendung Ende Mai 2023. Demnach seien zuletzt mehr als 50 % der Zuschauenden zwischen 25 und 39 Jahre alt gewesen – und damit zu alt für Funk, das den Auftrag habe, 14- bis 25-Jährige zu erreichen. Walulis habe das Format nicht "krampfhaft ver­jüngen" wollen. Seit Januar ist er ohne Funk mit regelmäßigen Live-Streams zurück.
youtube.com (9-Min-Video), massengeschmack.tv (ganze Sendung, 46-Min-Video, €), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Warum die Podcast-Euphorie und die Zeit der Experimente vorbei ist.

Lese-Tipp: "Die große Experimentier­phase ist jetzt vorbei", analysiert Audible-Produzentin Elisabeth Rank den Podcast-Markt im "journalist". 2023 sei eine Konsoli­dierung eingetreten, Publisher würden ihre Veröffent­lichungen inzwischen "strategischer angehen" und auf langfristige Profitabilität achten. Digital-Experte Nic Newman sagt zudem eine Entwicklung von "traditionell kosten­losen" Podcasts hin zu "Premium und gemischten Modellen" voraus.
journalist.de

Christian Schertz kritisiert Mathias Döpfner für die Methoden des Springer-Verlags.


Springer-Schelte: Medienanwalt Christian Schertz übt im "RND"-Porträt von Imre Grimm harte Kritik an Springer-Chef Mathias Döpfner. Er sieht einen Widerspruch zwischen Döpfners "humanistischen Forder­ungen" in dessen "liberalen" "WamS"-Essays und den Vorgängen im Axel Springer Verlag. Der Verlag würde "bewusst die Menschenwürde und das Persönlich­keits­recht" verletzen, "um Auflage zu machen". Die Gesellschaft bräuchte "keinen Journalismus, dessen Geschäftsmodell die Vernichtung von Menschen ist", sagt Schertz. Er wisse nicht, "welchen Vorteil die 'Bild'-Zeitung in den letzten 60 Jahren dieser Republik wirklich gebracht hat – außer den Volkszorn zu schüren, Menschen gegen­einander aufzuhetzen und die Sensations­gier auch am Leid anderer Menschen für wirtschaft­liche Zwecke auszunutzen".

Schertz wirft Springer vor, mitver­antwortlich für den Suizid des Models Kasia Lenhardt, Ex-Freundin von Jérôme Boateng, zu sein. Er finde es "in hohem Maße verwerf­lich", wie Springer hier vorgegangen sei: Man habe "einen Prominenten einseitig ausführlich zu Wort kommen lassen, ohne die Gegenseite anzu­hören". Ein Springer-Sprecher weist die Vorwürfe gegenüber turi2 entschieden zurück. Lenhardt sei "selbstverständlich" von "Bild" "vorab mit dem Interview konfrontiert" worden, hätte sich aber "nicht zu einer Stellungnahme entschließen" können. "Bild" habe das Interview mit Boateng "später auf Bitte der Familie der Toten gelöscht". Im Fall Lenhardt war Schertz nicht selbst anwaltlich tätig.
turi2 – eigene Infos, rnd.de (€)

Geld für “Voice of Europe” soll per Kurier nach Tschechien gekommen sein, meldet der “Spiegel”.

Kurier-Cash: Das Geld für die Website Voice of Europe, Mittelpunkt eines russischen Einfluss­netzwerks, hat Russland offenbar via Kurier über Polen nach Tschechien gebracht, meldet der "Spiegel". Die Kurierfahrten seien laut Sicherheitskreisen beobachtet und sogar gefilmt worden – es gehe um insgesamt bis zu 1 Mio Euro. Geldbeträge sollen dann an Kreml-freundliche Politiker geflossen sein, u.a. wohl an AfD-Politiker Petr Bystron.
spiegel.de (€), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Netflix erhöht Preise um bis zu 2 Euro.

Netflix LogoZahl des Tages: Bis zu 2 Euro teurer wird Netflix in Deutsch­land. Für das teuerste Premium-Abo, das u.a. 4K-Bildqualität umfasst, verlangt der Streaming-Dienst nun 19,99 Euro statt 17,99 Euro. Das Standard-Abo mit Full-HD-Bild schlägt mit 13,99 Euro statt 12,99 Euro zu Buche. Nur die Abo-Variante mit Werbung kostet unverändert 4,99 Euro.
rnd.de

News-Ticker vom 12. April 2024.



Stockende Tarifverhandlungen: NDR-Beschäftigte versammeln sich zum Protest-Marsch.
presseportal.de

“Franz”: Oliver Wurm bringt Heft über Franz Beckenbauer heraus.
clap-club.de

Meta will mit KI-Software Nacktbilder bei Instagram und Co unkenntlich machen.
t-online.de

Neues ChatGPT-Modell ist für zahlende Kundschaft mit Informationen bis Ende 2023 trainiert.
manager-magazin.de

“FAZ” berichtet über Details der Doktorarbeitsprüfung von “SZ”-Vizechefin Föderl-Schmid.

Prüfbericht: Die "FAZ" nennt Details zur Überprüfung der Doktorarbeit von "Süddeutsche"-Vize­chefin Alexandra Föderl-Schmid. Die Prüfung habe rund sieben Wochen gedauert, teilt die Universität Salzburg mit. Ein externer Gutachter sei nicht berufen worden, "was in Österreich sonst regelmäßig erfolgt", heißt es in dem Bericht. Die Software Turnitin habe zwölf "Textüber­einstimm­ungen, die als Plagiate gewertet werden können" gefunden, Plagiatsjäger Stefan Weber hatte 157 Stellen ausfindig gemacht. Jedoch seien nicht alle von Weber genannten Passagen als Plagiate zu werten: "Oft werden Fakten referiert", dennoch sei "die Existenz von Plagiaten in der Dissertation nicht zu leugnen", schreibt die Zeitung.
faz.net (€), turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Sylvie Meis, Peter Schwierz, Oliver Wurm, Margarete Stokowski.

Wir graturilieren den Geburts­­tags­­kindern am Wochen­ende: Am Samstag feiert Moderatorin Sylvie Meis ihren 46. Geburtstag. Der Geschäfts­­führer von Rabbit Publishing und Chef­­redakteur des E-Auto-Branchen­­dienstes Electrive, Peter Schwierz, wird 41. Am Sonntag feiert Verleger Oliver Wurm seinen 54. Geburtstag. Autorin Margarete Stokowski wird 38 Jahre alt.

Karin Ross verlässt überraschend GroupM, Claus Bröckers wird Nachfolger.

GroupM macht Claus Bröckers zum neuen DACH-CEO. Karin Ross, die ab 2020 Deutschland-Chefin der Agentur und seit Sommer 2023 verantwortlich für die DACH-Region war, verlässt das Unternehmen überraschend nach 15 Jahren und wolle sich neuen Aufgaben widmen. Bröckers arbeitet seit 2007 für die WPP-Tochter und war zuletzt Chef von EssenceMediacom.
horizont.net (€)

Zitat: Viele Marken betrachten Corporate Audio nicht ganzheitlich, beobachtet Thorsten Kirmes.

"Es gibt Luxus­brands, die einzig­artige Produkt­sounds entwickeln, die Geschichten erzählen und von erfahrenen Audio­­engineers entwickelt wurden. Produkt­videos des gleichen Brands hingegen werden mit einfachsten Stock-Musik­stücken kombiniert und wirken alles andere als luxuriös."

Thorsten Kirmes, Gründer der Audio-Branding-Agentur Kirmes, sagt im Interview zur Themenwoche Audio, dass viele Marken ihr akustisches Auftreten nicht einheitlich gestalten, weil die Verantwortung über viele Abteilungen verteilt ist.
turi2.de (Interview), turi2.de (alle Beiträge der Themenwoche)

10 Stellen sind bei der “Hamburger Morgenpost” weggefallen.

Hamburger Morgenpost hat im Rahmen der Umstellung von einer Tages- auf eine Wochen-Zeitung insgesamt rund 10 Jobs in Redaktion und Verlag abgebaut, sagt Verleger Arist von Harpe "Meedia". Der Restruktu­rierungs­prozess sei seit Ende Dezember abgeschlossen. Von den zehn Stellen sei die Hälfte "durch natürliche Fluktuation" weggefallen. Für die andere Hälfte habe die "Mopo" mit dem Betriebsrat, Verdi und dem DJV einen Sozialplan erarbeitet, der auch eine Transfergesellschaft vorsehe.
meedia.de, turi2.de (Background)

Wegen Aussage in TV-Duell: Telekom will gegen Björn Höcke vorgehen.


Alles Unsinn: Die Telekom prüft laut "Bild" rechtliche Schritte gegen den AfD-Rechtsextrem­isten Björn Höcke. Grund sei die Äußerung von Höcke im TV-Duell mit Mario Voigt, auch die Telekom hätte die verbotene Parole "Alles für Deutschland" als Werbe­spruch verwendet. "Die Behauptung ist falsch. Wir geben das an unsere Anwälte", zitiert "Bild" einen Unternehmens­sprecher. Auch gegen Parteichefin Alice Weidel, die dieselbe Behauptung aufgestellt hatte, sei die Telekom bereits 2023 erfolgreich vorgegangen. Höcke hatte seine Wortwahl zudem damit gerechtfertigt, die Parole sei ein "Allerweltsspruch". Der Schlagabtausch zwischen Höcke und Voigt wird heiß diskutiert, Welt TV hat mit der Sendung am Donnerstag­abend im Schnitt 1 Mio Menschen erreicht.
bild.de, dwdl.de, welt.de (€, ganzes TV-Duell, 73-Min-Video)

Foto: Picture Alliance/dpa, Michael Kappeler

Nach Personalabbau: DJV NRW wirft dem “KStA” “schockierend stillosen” Umgang mit Beschäftigten vor.

Rüge: Der DJV NRW kritisiert das Outsourcing der Magazin-Redaktion des "Kölner Stadt-Anzeigers" als "stillos". Es sei "schockierend zu sehen, wie kaltschnäuzig und respektlos der Arbeitgeber wieder mit Redakteurinnen und Redakteuren umgeht", sagt der stellvertretende Landesvorsitzende Stefan Lenz. Was die Geschäftsführung als "nötige redaktionelle Umstruktu­rierung" verkaufe, sei "in Wahrheit der traurige schleichende Ausverkauf der redaktionellen Qualität" der Zeitung. 13 Beschäftigte sind ihren Job los.
djv-nrw.de, turi2.de (Background)

Foto: Udo Geisler

“Mitteldeutsche Zeitung”: MDR will rund 300 Stellen nicht nachbesetzen.

Sparfuchs: MDR-Intendant Ralf Ludwig will ab Juli einen Besetzungs­stopp verhängen, berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Demnach sollen bis Ende 2028 Stellen von 213 festen und 71 arbeitnehmer­ähnlichen freien Beschäftigten, die in Rente oder die passive Phase der Altersteilzeit wechseln, nicht mehr nachbesetzt werden. 47 Mio Euro wolle die Anstalt damit einsparen. Kürzungen in der Technik sollen weitere 20 Mio Euro Ersparnis bringen. Zwischen 2025 und 2028 muss der MDR dem Bericht zufolge insgesamt 160 Mio Euro sparen.
mz.de (€), flurfunk-dresden.de

Zitat: Marc Rasmus will “Ruhe und Vertrauen” in Sat.1 reinbringen.

"In einer langen Zeit des Anruderns gegen eine negative Entwicklung, ist vielleicht der Fokus verloren gegangen. Mein Blick muss nun wieder auf das Wesentliche gehen."

Sat.1-Chef Marc Rasmus sieht es als seine Aufgabe, "Ruhe und Vertrauen" in den Sender reinzubringen, sagt er im "Meedia"-Interview. "Performance-Druck" bringe auch interne Unruhe mit sich: "Und das bekommt man dann auch von Werbekunden zurückgespielt."
meedia.de

Ronja Böhlke wechselt von NDR Media zum Wort & Bild Verlag.

Wort & Bild, Verlag von u.a. der "Apotheken Um­schau", gewinnt Ronja Böhlke ab Oktober als neue Vermarktungschefin. Zudem wird sie die stellver­tretende Leitung Media Management übernehmen. Böhlke folgt auf Daniela Weiß, die das Unter­nehmen "auf eigenen Wunsch" verlässt. Böhlke heuerte 2017 bei NDR Media an, 2022 wurde sie Geschäftsleiterin.
per Mail

Welt muss Live-Schalte zu Steffen Schwarzkopf abbrechen.

Pressefreiheit: Welt-TV-Chefreporter Steffen Schwarz­kopf ist am Vormittag bei einer Live-Schalte aus Erfurt von einem Mann angegriffen worden. Der Unbekannte, offenbar ein AfD-Anhänger, schlägt Schwarzkopf gegen den Hinterkopf und das Ohr. Ein weiterer Mann geht dazwischen und versucht, den Angreifer zurückzu­halten. "Wir sehen, die Emotionen kochen hoch", sagt Schwarzkopf, der über Reaktionen auf das umstrittene TV-Duell zwischen Höcke und Voigt sprechen wollte. Aus Sicherheits­gründen bricht Welt TV die Schalte vorzeitig ab. Die Polizei konnte den tatverdächtigen Mann ermitteln, gegen ihn sei eine Anzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung erstattet worden.
welt.de (2-Min-Video), bild.de, zeit.de

Palästina-Flagge bei Eingabe von “Jerusalem”: Apple will Software-Fehler beseitigen.

False Flag: Apple will künftig verhindern, dass Usern bei Eingabe der Stadt Jerusalem auf dem iPhone ein Emoji mit der palästi­nen­sischen Flagge vorgeschlagen wird. Ursache sei ein nicht beabsichtigter Software-Fehler, der mit dem nächsten Update für das mobile Betriebssystem behoben werde. Sowohl Israel als auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt für sich – ein Knackpunkt des Nahost-Konflikts.
n-tv.de, independent.co.uk