DRPR rügt die Pressestelle der Uni Hamburg.

Science Busters: Der DRPR rügt die Presseabteilung der Uni Hamburg – wegen "nachhaltiger Irritation der Öffentlichkeit". Sie hatte im Februar eine Presseinfo zur "Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie" von Professor Roland Wiesendanger veröffentlicht, die zahlreiche Medien aufgriffen. Ein Peer-Review-Verfahren hatte das Papier jedoch nicht durchlaufen. Laut DRPR haben Uni-Präsident und PR-Abteilung bei der Ver­öffentlichung "eine hohe Sensibilität mit der Öffentlichkeit vermissen lassen".
drpr-online.de

Basta: Cathy Hummels macht jetzt in Getränken.

Hyeper Hyeper: Influencerin Cathy Hummels gießt zusammen mit drei Little-Lunch-Männern ein Wellness-Getränk auf den Markt. Hye, so der Name des Trunks, soll die Stimmung verbessern und Energie liefern. Die 500 Milliliter pro Flasche stillen sicher den Durst und verhelfen womöglich auch zu schöneren Insta-Fotos. Schade: Vor gemeingefährlichen Manspreading-Attacken scheinen sie nicht zu schützen.
horizont.net, wuv.de, businessinsider.de

Vermarktungs-Allianz von “FAZ” und “Süddeutscher” wächst durch “Nachfrage nach Qualitäts­medien”.

Republic, gemeinsamer Vermarkter von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", liegt im ersten halben Jahr seines Schaffens "zweistellig" über den addierten Einzel­umsätzen beider Titel des Vorjahreszeitraums, sagt FAZ-Vermarktungs­chef Ingo Müller bei "Horizont". Als Grund nennt er u.a. eine "gestiegene Nachfrage nach Qualitäts­medien". Corona-Effekte hätten "FAZ" und "Süddeutsche" 2020 "national nicht so hart getroffen".
horizont.net (Paid)

Motel-One-Gründer fordert Mindestlohn für Hotel-Branche.

Motel Mindestlohn: Motel-One-Gründer Dieter Müller fordert für die Hotellerie einen Mindestlohn von 12 Euro. Die Branche müsse lernen, "dass wir unsere Mitarbeiter vernünftig bezahlen und ihnen vernünftige Arbeits­zeiten bieten müssen", sagt er der "Wirtschaftswoche". Motel One zahle bereist deutlich mehr als 12 Euro. Die Hotel-Kette habe in der Pandemie 800 Beschäftigte verloren und derzeit 300 Stellen offen.
wiwo.de (Kurzfassung), wiwo.de (Paid)

Schauspieler Alec Baldwin erschießt bei Dreharbeiten eine Kamerafrau.

Tod am Set: Der Schauspieler Alec Baldwin, 63, hat bei Dreharbeiten in New Mexico die Kamerafrau Halyna Hutchins, 41, erschossen. Laut Medienberichten hat Baldwin bei Proben mit einer Requisiten-Waffe einen Schuss abgefeuert, ohne zu wissen, dass diese geladen war. Auch Regisseur Joel Souza wurde verletzt. Baldwin agiert bei dem Western "Rust" als Hauptdarsteller und Produzent.
faz.net, deadline.com

Hör-Tipp: Christof Ehrhart spricht über Flexibilität als Baustein für eine Karriere in der Kommunikationsbranche.

Hör-Tipp: Bosch-Kommunikationschef Christof Ehrhart spricht im "PR Report"-Podcast darüber, dass Flexibilität mindestens eine gute Grundlage für eine Karriere in der Kommunikationsbranche ist. "Mein Leben ist geprägt vom Pendeln", sagt Ehrhart – mit seiner Familie habe er oft nur am Wochenende zusammen sein können. Wer beruflichen Erfolg wolle, müsse entscheiden, ob derartige Investments leistbar seien.
podcasts.apple.com (34-Min-Podcast)

Deutsche Film- und TV-Branche bildet Öko-Verbund “Green Motion”.


Grünes Drehen: Die deutsche Film- und TV-Branche bildet den Öko-Verbund "Green Motion" und verschreibt sich freiwillig nachhaltig ausgerichteten Produktionen, berichtet die "FAZ". Die Beteiligten haben eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet, laut der sie ab Januar 2022 per Mindeststandards den CO2-Ausstoß der Branche deutlich reduzieren wollen. Mit dabei sind die Produktionsfirmen Constantin, UFA, Studio Hamburg, Ziegler Film sowie We Are Era. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ziehen MDR, NDR, RBB, SWR, WDR, die Degeto-Film der ARD und das ZDF mit. Auch RTL und ProSieben.Sat1 wollen etwas fürs Klima tun, Sky und Netflix lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Zusätzlich sind verschiedene Filmförderungen, die deutsche Produzentenallianz und weitere Berufsverbände mit von der Partie.

Das Bündnis hat sich 21 "Muss-Vorgaben" gesetzt – u.a. den Verzicht auf Kurzstreckenflüge sowie den Einsatz von LED-Scheinwerfern am Set. Schauspielerinnen werden mindestens einmal pro Woche vegetarisch verköstigt, Wegwerf-Geschirr ist tabu. 18 der "Muss-Punkte" müssen zwingend erfüllt sein, damit eine Produktion als "grün" gilt, darüber hinaus gibt es weitere "Soll-Vorgaben". Um den CO2-Fußabdruck einer Produktion zu ermitteln, hat das Bündnis eigens ein Rechenmodul entwickelt.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Zitat: Bettina Gaus warnt in der Causa Reichelt vor einer “Entmündigung der Frau”.

"Wenn einvernehmliche sexuelle Beziehungen pauschal als 'Machtmissbrauch' eingestuft werden, dann entmündigt das diejenigen, die in der beruflichen Rangordnung unten stehen."

Bettina Gaus warnt in ihrer "Spiegel"-Kolumne vor einer „Entmündigung der Frau“ bei der Beurteilung der Causa Reichelt. Von "Moralvorstellungen wie in den USA" auch in Deutschland wäre sie nicht begeistert.
spiegel.de


Trumps “Truth Social” wird schon vor dem Start von Trollen überrannt.

Trolle versus Trump: "Truth Social", das neue soziale Netzwerk von Donald Trump, wird schon vor dem offiziellen Start von Trollen überrannt. Auslöser ist ein kanadischer Hacker, der eine mobile Beta-Version verbreitet hat. Die Trolle legen u.a. Fake-Accounts an, wenige Stunden nach dem Hack ist das Erstellen von neuen Profilen untersagt.
dailydot.com, news.yahoo.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Der erste Asterix-Podcast des “stern” beschäftigt sich mit Obelix.

Hör-Tipp: Der erste Asterix-Podcast des "stern" beschäftigt sich mit dem rundlichen besten Freund des gallischen Kriegers: Obelix. Matthias Schmidt spricht mit Experte Thomas Kinne über die wohl facettenreichste Figur des Asterix-Universums, die vor allem als Sympathieträger punktet. Asterix sei ein Übermensch, Obelix nahbar und normal – trotz Bad im Zaubertrank.
stern.de (33-Min-Podcast), turi2.de (Background)

Programmdirektor Reinhard Scolik verlässt den BR.

Sag zum Abschied leise Servus: Programmdirektor Reinhard Scolik, 63, und der Bayerische Rundfunk gehen Ende des Jahres getrennte Wege. Scolik war 2016 vom ORF nach München gewechselt, damals noch als Fernsehdirektor. Im vergangenen Jahr wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert, jetzt aber vorzeitig aufgelöst. Über die Gründe seines Abgangs schweigt sich der Sender aus, wer Scoliks Nachfolgerin wird, ist noch unklar.
kurier.at, dwdl.de

Zitat: Georg Streiter findet, Julian Reichelt habe den Boulevard nie verstanden.

"Die richtige Mischung aus Fakten, Fiktionen, Tatsachen und Träumereien ist für den Erfolg auf dem Boulevard so wichtig wie das geheime Leberwurst- oder Cola-Rezept. Julian Reichelt hat dieses Rezept nie verstanden, und allein das wäre ein guter Grund gewesen, ihn zu feuern."

Ex-"Bild"-Journalist und -Regierungssprecher Georg Streiter erinnert sich an bessere Zeiten der Zeitung, als es "viel zu lachen" gab. Dank Reichelt und Mathias Döpfner seien diese vorbei gewesen.
sueddeutsche.de (Paid)

Basta: Kein Luxus-Klo für Regensburg.

Griff ins Klo: Die Stadt Regensburg verzichtet auf eine geplante Luxus-Toilette, die die Kommune rund eine halbe Mio Euro kosten sollte – zuzüglich 5.000 Euro monatlichen "Unterhalt". Das stille Örtchen hätte zwar nur zwei Kabinen bekommen, insbesondere sein standesgemäßer Hochwasserschutz brachte den Preis aber endgültig zum Überlaufen. Vielleicht hätte ein Beratungstermin bei Franz-Peter Tebartz-van Elst geholfen: Der hat immerhin Erfahrung mit sündhaft teuren Badewannen.
merkur.de

Klick-Tipp: Aline Abboud im Interview ohne Worte.

Klick-Tipp: "Tagesthemen"-Moderatorin Aline Abboud stellt sich dem "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview im "Süddeutsche Zeitung Magazin" und symbolisiert darin u.a. die riesigen Fußstapfen ihrer Vorgängerin Pinar Atalay. Abbouds Gesichtsausdruck, als sie von ihrer neuen Stelle erfuhr: eher skeptisch bis ängstlich anstatt freudestrahlend.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Debatte: Der Reichelt-Rauswurf könnte “Bild” unpolitischer machen.

Back to Boulevard? Der Rauswurf von Julian Reichelt bei "Bild" könnte die Zeitung unpolitischer machen, mutmaßen Moritz Tschermak und Mats Schönauer in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung". Insbesondere außenpolitische Themen dürften nicht mehr so "obsessiv und radikal" behandelt werden. Stattdessen beobachten Tschermak und Schönauer bereits seit einigen Wochen eine Rückbesinnung auf Promis und Adel. Für die "Bild"-Redaktion dürfte es "schlicht schwierig werden, den Reichelt-Kurs ohne Reichelt beizubehalten" – vor allem, da sich dessen engste Mitarbeiter noch "in Schockstarre" befänden.
sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Pro Tag werden durchschnittlich 394.000 neue Schadprogramm-Varianten entdeckt.

Zahl des Tages: Durchschnittlich 394.000 neue Schadprogramm-Varianten entdeckt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik täglich. Spitzenreiter ist ein Februartag dieses Jahres, an dem 553.000 Varianten gefunden wurden. Besonders zugenommen haben Cyberattacken, mit denen Löse- oder Schweigegeld erpresst werden sollen.
faz.net

Papierknappheit: DuMont-Gruppe plant dünnere Zeitungen.

Verdünnisiert sich: Die DuMont-Gruppe plant, einige ihrer Zeitungen vorübergehend zu verschlanken. Die Papierknappheit gehe an dem Medienhaus "nicht spurlos vorbei", sagt eine Sprecherin der dpa. Darauf reagiere man – gezwungenermaßen – mit "überschaubaren Veränderungen in der Blattstruktur". Betroffen seien der "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Kölnische" Rundschau" sowie das Boulevard-Blatt "Express".
spiegel.de, turi2.de (Background)

DDR-Vergleich und Kolleginnen-Schelte: Die Kritik an Springer-Chef Döpfner wächst.


Gegenwind: Die Kritik an Springer-Chef Mathias Döpfner in Folge seines DDR-Vergleichs und der Bezeichnung von Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" wächst – auch im Zeitungs-Verband BDZV, dem Döpfner seit 2016 als Präsident vorsteht. Madsack-CEO Thomas Düffert, selbst BDZV-Vize, sieht in Döpfners Äußerungen "für alle Journalistinnen und Journalisten" eine "unangemessene und verfehlte Herabsetzung". Düffert findet, dass "auch in privaten Diskussionen kein Zweifel an der Integrität und Unabhängigkeit der Redaktionen" aufkommen sollten. Funke-Chef Christoph Rüth schlägt bei Übermedien in die gleiche Kerbe: "Die – wenn auch angeblich überspitzte – Formulierung 'Propaganda-Assistenten'" hält er "für völlig unpassend" und "dem Amt eines BDZV-Präsidenten nicht angemessen".

Von Carsten Lohmann, Geschäftsführer des ebenfalls im BDZV organisierten "Mindener Tageblatt", kommt die erste Rücktrittsforderung: "Ich finde, dass jemand, der oberster Repräsentant der Tageszeitungen in Deutschland ist, mit so einer Aussage nicht mehr haltbar ist", sagt er im Deutschlandfunk. Das fordert auch "stern"-Chefredakteur Florian Gless. Er schreibt in einem langen Meinungsbeitrag, Döpfner solle "von allen Posten und Ämtern" zurücktreten. In seiner privaten Nachricht verfalle "der CEO eines der größten deutschen Medienkonzerne der Querdenker-Lyrik". Gless findet: "Das alles wiegt umso schwerer, als Döpfner sich stets als feingliedriger Intellektueller gibt."

Übermedien fragt neben Funke auch bei zahlreichen anderen Verlagen an, wie sie zu Döpfners Äußerungen stehen, kassiert aber Absagen oder erhält keine Antworten. Der BDZV teilt mit, dass er "grundsätzlich keine einzelnen Vorgänge unternehmerischer Tätigkeiten von Mitgliedsverlagen" kommentiere.

Der Springer-Verlag hatte die in einem Beitrag der "New York Times" geleakte SMS zuvor in einem Pressestatement relativert. In einer Video-Botschaft hatte Döpfner auch noch mal im O-Ton Schadensbegrenzung versucht.
newsroom.de (Düffert), uebermedien.de (Rüth), deutschlandfunk.de (Lohmann), stern.de (Gless)

Facebook tut sich in Frankreich mit Zeitungsverlagen zusammen.

Facebook und die französische Zeitungsvereinigung Alliance de la Presse kündigen eine "mehrjährige" Zusammenarbeit an. Ziel sei es, Qualitätsnachrichten auf Facebook zu holen, für die Facebook wiederum zahle. Facebook News soll in Frankreich im Januar 2022 starten. Zur Alliance de la Presse gehören Blätter wie "Le Monde" und "Le Figaro".
derstandard.at, reuters.com, facebook.fr

Bild des Tages: Schluss mit lustig.


Ärger in Farbe: Dutzende Menschen mit blau-weiß-pinken Flaggen und "Trans Rights"-Transparenten demonstrieren am Mittwoch vor dem Netflix-Sitz in Hollywood, Los Angeles, gegen die Show "The Closer" von Komiker Dave Chappelle. Er macht sich darin über trans Menschen lustig. Chapelles Unterstützerinnen mischen sich unter die Demonstrantinnen auf der Straße. Sie argumentieren mit Meinungsfreiheit. (Foto: Damian Dovarganes / AP Photo / Picture Alliance)

“Handelsblatt”: ProSiebenSat.1 will Dating-Tochter Parship 2022 an die Börse bringen.

Börsen-Match? ProSiebenSat.1 will sein Dating-Unternehmen Parship-Meet wohl im 2. Quartal 2022 an die Börse bringen, hört das "Handelsblatt". Demnach sind Morgan Stanley und BNP Paribas als Banken an Bord. P7S1 hält 53 % an Parship und will Investor bleiben, General Atlantic, mit 43 % beteiligt, will verkaufen. Der IPO könnte der P7S1-Aktie einen Schub geben, weil eine Bewertung mit bis zu 5 Mrd Euro möglich scheint. ProSiebenSat.1 ist an der Börse 3,4 Mrd Euro wert.
handelsblatt.com (Paid)

Der “Spiegel” porträtiert den neuen “Bild”-Chef Boie als “geschmeidigen Opportunisten”.

Mann ohne Eigenschaften? Der "Spiegel" nimmt sich Johannes Boie vor und tut sich schwer, herauszufiltern, wofür der neue "Bild"-Boss steht. Ex-Kolleginnen bei der "Süddeutschen Zeitung" hätten sich gefragt, "ob er auch meinte, was er schrieb". "Schlau und berechnend" habe er sich seinem Umfeld angepasst, "problemlos" finde er sich in klassischen Männer-Netzwerken zurecht. Die "Welt am Sonntag" habe er nicht aus Überzeugung als "seriös-rechtskonservatives Blatt" aufgestellt, sondern weil er diese Lücke im Diskurs unbesetzt sah. Fraglich findet der "Spiegel", ob Boie sich gegenüber den Macho-Darstellern bei "Bild" behaupten kann.
spiegel.de (Paid)

Video-Tipp: Lidl gruselt sich vor der Konkurrenz.

Video-Tipp: Lidl veralbert mit einem Halloween-Video die Konkurrenten Aldi und Edeka. In "Reuetuz" zieht ein Influencer-Pärchen in ein Spuk-Haus. Die paranormalen Mitbewohnerinnen wird es erst los, als es beim Discounter einkaufen geht. Der von Any Agency kreierte Clip bedient sich bei Grusel-Vorbildern wie "Paranormal Activity".
youtube.com (2-Min-Video) via horizont.net (Paid)

Lese-Tipp: Douglas-CEO Tina Müller interviewt Sven Clausen vom “Manager Magazin”.

Lese-Tipp: Das "Manager Magazin" wird 50 und gönnt sich zu diesem Anlass einen Rollentausch: Douglas-CEO Tina Müller interviewt Sven Clausen, einen der beiden Chefredakteure. Es geht überraschend kritisch um die "digitalen Defizite" des Hefts, die Lust an Scheiter-Storys und die Frage, wann die Umbenennung in "Manager(*)innen Magazin" kommt.
manager-magazin.de

IVW: “Zeit” und “Spiegel” gewinnen, TV-Zeitschriften sacken ab.

Papierflaute: Laut IVW-Erhebung gehen bei vielen Zeitungen und Zeitschriften im dritten Quartal 2021 die Verkaufs- und Abozahlen weiter bergab. "Bild" (-8,5 %) und "Neues Deutschland" (-10 %) verzeichnen das größte Minus unter den überregionalen Zeitungen, "Süddeutsche" und "FAZ" verlieren 3 bzw. 4 %. "Handelsblatt" und "taz" bleiben hingegen stabil. Bei den Zeitschriften vermelden zwei Drittel der Titel Verluste. Zu den Gewinnern gehören "Zeit" und "Spiegel", die rund 10 bzw. 6 % an Auflage zulegen – hauptsächlich durch Digitalabos. Die größten Verlierer sind Programmzeitschriften wie "TV 14" und "TV Digital" und die "Bild der Frau".
meedia.de (Zeitschriften), meedia.de (Zeitungen), dwdl.de

“Manager Magazin”: Bei der Telekom stehen 3.000 Jobs auf dem Prüfstand.

Telekom plant den Abbau von 3.000 Stellen in Deutschland, schreibt das "Manager Magazin". Betroffen wären viele leitende Angestellte. Vorstands­chef Timotheus Höttges will das gesparte Geld in die Tochter­gesellschaft T-Mobile US und den Ausbau des Glasfaser­netzes stecken. Die Schulden des Konzerns klettern derweil auf knapp 128 Mrd Euro.
manager-magazin.de (Paid)

Vox-Show “hundkatzemaus” bekommt zum Jubiläum einen Print-Ableger.

Cat-Content: Das Verlagshaus GeraNova Bruckmann bringt die Vox-Sendung hundkatzemaus anlässlich des 20. Geburtstags und der 1.000. TV-Folge zu Papier. Am Samstag erscheint für 3,80 Euro ein 80-seitiges Sonderheft zur Sendung, erstellt von der Redaktion von "Ein Herz für Tiere". Das Heft blickt hinter die Kulissen und lässt die Highlights der Show Revue passieren.
per Mail

Verleger Dirk Ippen sichert Investigativ-Team freie Berichterstattung zu.

Rückendeckung? Verleger Dirk Ippen will "selbst­verständlich" an seinem Investigativ-Team fest­halten, sagt er via Meedia.de. "Natürlich können die frei arbeiten", einer "besonderen Zusicherung von meiner Seite bedarf es nicht". Darüber, dass das Team um Daniel Drepper im Fall Reichelt nicht frei veröffentlichen durfte und Chefredakteur Markus Knall sich genötigt sah, Ippens Eingriff in einem Statement auf die Redaktions-Kappe zu nehmen, sagt der Verleger nichts.
meedia.de (Paid), turi2.de (Knall)

Basta: Warten auf das Luxus-Accessoire von Apple.

Gut betucht: Zehn bis zwölf Wochen müssen Apple-Kundinnen derzeit auf die Lieferung eines Poliertuchs mit Marken-Branding warten, das Apple neu im Sortiment hat. Der Luxus-Fetzen aus "weichem, abrieb­freiem Material" ist für schlappe 25 Euro zu haben. "W&V" entdeckt jedoch, dass er mit älteren iPhone-Modellen nicht "kompatibel" ist. Dass mit einem Wisch alles weg ist, ist hier vor allem finanziell zu verstehen.
wuv.de

“stern”-Chefredakteur Florian Gless fordert Rücktritt von Mathias Döpfner.

Will ihn gehen sehen: "stern"-Chefredakteur Florian Gless (Foto) fordert den Rücktritt von Springer-Boss Mathias Döpfner "von allen Posten und Ämtern". Sein Verhalten in der Causa Julian Reichelt sowie der DDR-Vergleich in einer privaten Nachricht hätten Döpfner "entlarvt", glaubt Gless. Mit letzterer verfalle "der CEO eines der größten deutschen Medienkonzerne der Querdenker-Lyrik". Gless findet: "Das alles wiegt umso schwerer, als Döpfner sich stets als feingliedriger Intellektueller gibt."
stern.de

Hör-Tipp: Rezo zu Gast bei Philipp Westermeyer.

Hör-Tipp: YouTuber Rezo spricht im Podcast mit Philipp Westermeyer über die Entstehung seines CDU-Zerstörungs-Videos. Einige Kolleginnen hätten ihm davon abgeraten – und 1.000 Klicks vorhergesagt. Bis heute sind es mehr als 19 Mio. Auf Werbe­einnahmen für das Video habe er verzichtet. Begründung: "Wenn du eine Frage beantwortest mit 'für Geld', ist das, finde ich, immer ganz unangenehm." Politik sei bereits in seiner Familie, einem Pastoren-Haushalt, Thema gewesen: "Am Küchentisch war schon immer groß die Diskussion am Start".
omr.de (80-Min-Audio)

USA: Flixbus-Mutter übernimmt Bus-Marke Greyhound.

Den Hund gefangen: Das deutsche Transport-Unternehmen Flixmobility kauft Teile des US-Fernbus-Anbieters Greyhound – genauer: mehr als 1.000 Busse, Fahrerinnen und Marke. Flixmobility, bekannt für seine grünen Flixbusse, ist seit 2018 in den USA unterwegs. Die Münchener wollen dort mit einer "erschwinglichen und nachhaltigen Reisealternative" mehr Leute vom Auto in den Bus bewegen, sagt Flixmobility-Chef André Schwämmlein.
handelsblatt.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Für Armin Wolf ist TikTok wie ein großer Sack Marshmallows – süß, aber ohne Nährwert.

"TikTok ist für mich wie ein großer Sack Marshmallows. Wahnsinnig süß und pickig und unterhaltsam, aber es macht total süchtig. Man sieht lauter unterhaltsame, witzige, auch sehr erstaunliche Dinge in einem unglaublichen Tempo, aber es hat praktisch null Nährwert."

ORF-Anchorman Armin Wolf sagt der "Süddeutschen Zeitung", dass der neue Account der "Zeit im Bild" TikTok "ein paar Vitamine und Kalorien" hinzufügen soll. Er selbst habe nicht vor, "der große TikToker zu werden".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

CumEx Files 2.0: Betrugssystem verursacht weltweit 150 Mrd Euro Schaden.

CumEx Files 2.0: 15 Medien aus 15 Ländern veröffentlichen unter Federführung des Recherche­verbunds Correctiv neue Recherchen zum Steuer­betrug. Aus Deutschland ist "Panorama" vom NDR dabei. Laut Berechnungen beläuft sich der weltweite Schaden durch Cum-Ex, Cum-Cum und ähnliche Geschäfte auf mindestens 150 Mrd Euro. Der "Steuerraubzug" gehe weltweit fast ungehindert weiter. "Fast alle Banken in Deutschland" seien an Cum-Cum-Geschäften beteiligt, die Bundesregierung scheine den Betrug "bis heute nicht effektiv zu bekämpfen".
tagesschau.de, correctiv.org

Armin Petschner-Multari startet konservative Kommunikations-Agentur.

TheRepublic heißt eine neue, konservative Kommunikations-Agentur, die heute an den Start geht. Hinter der Firma mit 200.000 Euro Start-Kapital und 15 Mitarbeitern steht der frühere CSU-Digitalo Armin Petschner-Multari, der 2019 – damals noch blondiert – eine konservative Antwort auf Rezo sein wollte. Unterstützung gibt's laut ThePioneer u.a. von Friedrich Merz und dem Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß.
thepioneer.de (Paid), turi2.de (Background)

Donald Trump plant eigenes soziales Netzwerk “Truth Social”.

Digital-Exil: Ex-US-Präsident Donald Trump kündigt sein eigenes soziales Netzwerk namens Truth Social an. Die Plattform werde im November als Testversion starten, "um der Tyrannei von Big Tech die Stirn zu bieten", sagt Trump. Parallel plant er einen Video-Dienst, der sich auf "politisch nicht korrekte Unterhaltungs­formate" konzentrieren will. Bei Twitter, Facebook und YouTube ist Trump weiterhin gesperrt.
spiegel.de, bild.de, mashable.com

Kino-Tipp: “The French Dispatch” erzählt vom Journalismus der alten Schule.

Kino-Tipp: Als Liebesbrief an den Journalismus der alten Schule versteht Regisseur Wes Anderson seinen Film The French Dispatch, der heute in den deutschen Kinos startet. Das fiktive Blatt entführt mit literarisch geschriebenen Storys in unbekannte Welten – Vorbild ist der legendäre "New Yorker". Der Film ist strukturiert wie ein Magazin: mit Editorial, drei ungekürzten Reportagen aus dem wilden Leben im Frankreich des Jahres 1975 und einem Schlusswort.
rnd.de, heise.de, faz.net, youtube.com (Trailer, 3-Min-Video)

Wir graturilieren: Kerstin Deixler wird 31.


Wir graturilieren: Die Marketingchefin der Medientage München, Kerstin Deixler, wird heute 31 Jahre alt. Ihren Ehrentag verbringt sie fleißig im Büro, um letzte Vorbereitungen für die Medientage 2021 zu treffen – erst abends geht es mit der Familie zum Pizza-Essen. Im vergangenen Lebensjahr war Deixlers größte Herausforderung, die Medientage als rein digitale Veranstaltung umzusetzen: Das habe zwar gut geklappt, der persönliche Austausch fehlte ihr trotzdem. Deshalb freut sie sich auf eine Zukunft mit Veranstaltungen und Menschen vor Ort. Privat hofft Deixler, dass bald wieder Fernreisen möglich sind. Glückwünsche sind via Linked-In oder E-Mail willkommen.