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ARD und ZDF: Der kleine Unterschied.

7. November 2024

Wer nach Beispielen sucht, wo sich ARD und ZDF unterscheiden, sollte sich nicht im Programm verlaufen, sondern lieber Medienpolitik studieren, analysiert Steffen Grimberg. “Ob der ‘Bergdoktor’ seine ‘Roten Rosen’ jetzt hüben oder drüben verteilt, ist verhältnismäßig egal”, findet der Leiter des “KNA Mediendienstes” in der neuen Medien-Kolumne “Kurz und KNAckig”, die künftig alle zwei Wochen donnerstags bei turi2 erscheint. Während ARD-Chef Kai Gniffke “flexibel in den medienpolitischen Knien” federe, gebe ZDF-Chef Norbert Himmler “eher den standhaften Mainzer Zinnsoldaten”. Den Vogel schießt nach Grimbergs Meinung aber der scheidende WDR-Intendant Tom Buhrow ab.

von Steffen Grimberg

Es gibt sie noch, die wahren Unterschiede zwischen ARD und ZDF. Nein, nicht so sehr im Programm. Da sind sie manchmal nur mit der Lupe zu erkennen. Ob der “Bergdoktor” seine “Roten Rosen” jetzt hüben oder drüben verteilt, ist verhältnismäßig egal, “Maybrit Illner” polittalkt mindestens genauso schön wie “Maischberger” oder “Karen Miosga”, Krimi in allen Darreichungsformen findet ebenfalls systemübergreifend bis zum Abschalten statt. Der Ball rollt stets bei beiden, es biathtlont gewaltig und bei den ganz großen Sportereignissen machen ARD und ZDF eh vernünftigerweise längst gemeinsame Sache. Okay, die “Mainzelmännchen” gibt es nur auf dem Lerchenberg.

Doch der wahre Unterschied entpuppt sich in Sachen Medienpolitik. Im Vergleich zum ARD-Vorsitzenden Kai Gniffke, der flexibel in den medienpolitischen Knien federt, gibt ZDF-Chef Norbert Himmler eher den standhaften Mainzer Zinnsoldaten. “Wir führen diese Diskussion arg deutsch und sind gegen Veränderungen. Ich denke da lieber in Chancen. Wenn sich hier jeder schützend vor einzelne Kanäle wirft, ist die Diskussion sehr schnell zu Ende”, hatte schon vor drei Wochen bei den Medientagen München Gniffke ZDF-Fernsehratschefin Gerda Hasselfeldt beschieden, die so ganz anders als ihr Parteifreund Markus Söder alle Kanäle behalten wollte. “Eines ist jetzt schon klar: Uns stehen weniger Ausspielwege zur Verfügung für die Zukunft. Und die Möglichkeiten, junge Menschen insbesondere mit Online-Informationen zu versorgen, werden eingeschränkt”, krittelte auch ZDF-Intendant Himmler.

Aber das ist wie immer noch gar nichts gegen Altmeister Tom Buhrow. In seinem Abschiedsinterview im “Journalist” knüpft der Ende des Jahres abtretende WDR-Intendant und Gniffkes Vorgänger im ARD-Vorsitz nahtlos an seine medienpolitische Ruck-Rede vor zwei Jahren im Hamburger Überseeclub an. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen schlanker und kostengünstiger arbeiten sollen, wie es jetzt die Medienpolitik verfügt, “müssen wir identifizieren, wo was wegfallen kann – selbst, wenn es Verluste guter Sachen mit sich bringt”, sagt Buhrow also. Und entpuppt sich ganz anders als die bisherigen medienpolitischen Musterschüler vom ZDF als Rundfunkkommissionsversteher. Buhrow findet es nämlich “beachtenswert, dass die Politik jetzt versucht, ordnungspolitisch klare Vorgaben zu machen und dabei eventuelle Phantomschmerzen in Kauf nimmt”. Das dürfte bei seinem hauseigenen Medienminister Nathanael Liminski (CDU) runtergehen wie ein frisches Kölsch und ist ein schöner Raunzer Richtung ZDF, dem es ja schon wehtut.

Die wahre Buhrow-Erkenntnis kommt aber noch: Die Anstalten sollten nicht mehr so sehr auf die eigenen Ansprüche, sondern vielleicht besser mal auf die Nutzerinnen und Nutzer blicken. Grandios. Wenn ihm das bloß schon vor 12 Jahren aufgefallen wäre!

Dieser Text ist der Auftakt zur neuen Kolumnen-Reihe “Kurz und KNAckig”, die alle 14 Tage erscheint.
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