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“Der Mensch ist das größere Problem” – 3 fiese Fragen an KI-Lobbyist Daniel Abbou.

19. Februar 2024

Weder Hollywood noch Heilsversprechen: Als Geschäfts­führer des KI-Bundes­verbands macht Daniel Abbou Lobby­arbeit für denkende Maschinen – und wünscht sich eine Ent­mystifizierung der Techno­logie. Im Interview für die turi2-Themenwoche KI in der Kommunikation sagt er, worüber er sich in Politik und Wirtschaft ärgert und was Algorithmen Menschen voraushaben. Abbou sagt zum Beispiel: “Diskriminierung geht von Menschen aus, und im Gegen­satz zu einem Rechts­radikalen kann man Algorithmen, wenn man fest­stellt, dass sie einen Bias haben, filtern und verändern.” Vollkommen sicher, ob er uns da wirklich selbst geantwortet hat, sind wir übrigens immer noch nicht.

 

 
von Anne-Nikolin Hagemann
 
1. Die Zukunftsvisionen zu KI bewegen sich zwischen Auslöschung der Menschheit und nächster Stufe der Evolution. Geht’s nicht ne Nummer kleiner?

Diese Frage könnte auch von mir stammen. Ich erachte diese Maximal­formulierungen als nicht ziel­führend. Viele dieser Bilder, Ängste und Visionen stammen direkt aus Hollywood-Filmen. Leider trifft man auch auf viele Stakeholder in der Politik und anderen gesellschaftlichen Gruppen, die einem Szenarien aus “Terminator 2”, “Matrix”, oder “Ex Machina” entgegen­schleudern. Ebenso muss man sagen, dass es auch eine Reihe von sogenannten Experten gibt, die mit Technologie­ängsten als Keynote Speaker gutes Geld verdienen. Auch Heil­versprechen sollten religiösen Führern überlassen werden.

Die Wahrheit ist, dass Künstliche Intelligenz ein Werkzeug ist, das Menschen, Unternehmen und der öffentlichen Hand helfen kann, Aufgaben und Tätigkeiten schneller und auch oft besser auszuführen. Es kann ein Hilfs­mittel sein, um unter anderem den Fachkräfte­mangel zu verringern, bessere und schnellere Diagnosen zu erstellen und repetitive Arbeit zu verringern. KI muss deshalb unbedingt entmystifiziert werden.

2. Bei KI will jeder mitmischen, gleichzeitig ist sie so komplex, dass sich nur wenige richtig gut auskennen – die Bedingungen für Lobby­arbeit waren quasi nie besser. Oder haben Sie doch heimlich Angst, dass irgendwann eine KI Ihren Job macht?

Wer sagt Ihnen denn, dass diese Antworten nicht von einem KI-System stammen? quit()

Zu den Bedingungen ist zu sagen, dass die Aufmerksamkeit für KI seit einem Jahr natürlich hoch ist, aber trauriger­weise haben viele in der klassischen Wirtschaft, aber auch bei der öffentlichen Hand noch nicht verstanden, was da auf sie zukommt. Leider sind wir in Deutschland auch auf dem besten Wege dahin, diese Zukunfts­technologie zu verschlafen und uns noch weiter in die Abhängigkeit amerikanischer Groß­konzerne zu bringen. Gott sei Dank gibt es Firmen wie Aleph Alpha und Lengoo. Aber wenn wir in Deutschland und aber auch in Europa nicht massiv in diese Technologien investieren, werden wir das in wenigen Jahren bereuen.

Fun Fact: Als wir die Beta-Version von GPT3 gesehen haben, sind wir auf Tour gegangen, um den Ministerien zu zeigen, was sich am Horizont abzeichnet. Ein Referats­leiter sagte zu uns wörtlich, dass das mit diesen großen KI-Modellen eine Schnaps­idee sei. Nur wenige Jahre später ist diese Schnaps­idee Realität geworden. Um zu der Frage zurück­zukommen: Nein, ich habe keine Angst davor, dass KI mich ersetzt. Ich freue mich aber, dass ich oft mit einem Entwurf oder einer KI-generierten Idee anfangen kann und daraus etwas Gutes mit meinem Zutun entstehen kann. 

3. Es gibt zig Berichte über Systeme, die Frauen diskriminieren, und Bots, die rassistische Sprüche raushauen. Warum kriegen das selbst die Tech-Riesen mit ihren Milliarden nicht besser hin – oder wollen sie das gar nicht?

Ich gehöre zur größten Migranten­gruppe in Berlin: den Schwaben. Aber da mein Nachname alles andere als schwäbisch ist, kann ich Ihnen aus jahr­zehnte­langer Erfahrung berichten, dass ich fast schon jede Art von Diskriminierung am eigenen Leib erleben musste. Und eins kann ich Ihnen sagen: Diskriminierung geht von Menschen aus, und im Gegen­satz zu einem Rechts­radikalen kann man Algorithmen, wenn man fest­stellt, dass sie einen Bias haben, filtern und verändern, das ist bei Rechts­radikalen leider kaum möglich. Klar muss man diese Probleme adressieren und lösen, aber der Mensch ist das größere Problem.
 
Dieses Interview ist Teil der Themenwoche KI in der Kommunikation.
 
Foto: Tobias Koch

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