artcount
  • News
  • Zukunft
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Jobs
  • Termine
  • edition
  • podcast
  • werben bei turi2
  • suchen auf turi2
  • FAQ
  • werben bei turi2
  • Team
  • Newsletter
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Firmen
  • Termine
  • Edition
  • podcast
  • turi2.tv
  • turi2 folgen
  • Partner
  • RSS-Feed
  • Datenschutz
  • Impressum

“Die Angst vor unbeabsichtigtem Greenwashing ist groß” – 3 fiese Fragen zu nachhaltigem Marketing an Ina von Holly.

22. Januar 2024

Grüngewaschenes Geschwätz? Zwischen echtem Engagement und leeren Labels: Für die Themenwoche Nachhaltigkeit stellt sich GWA-Vorständin Ina von Holly “3 fiesen Fragen”, dem neuen Kurzinterview-Format von turi2. Sie glaubt an die Kraft von “Marketing for Future”, spürt aber eine “allgemein große Unsicherheit, was wie kommuniziert werden sollte“. Um Konsum und Klima­schutz zusammen­zubringen, muss sich für sie nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Wirtschaft ändern – und “Produkte und Dienst­leistungen in Kreis­läufen” gedacht werden.
 

 
Fragen: Anne-Nikolin Hagemann
 
1. Marketing ist per se nicht nachhaltig, weil es zum Kauf von Dingen verführt, die kein Mensch braucht. Haben Sie kein schlechtes Gewissen?

Die originäre Funktion von Marketing ist Verkaufs­förderung – da brauchen wir uns nichts vormachen. Werbung schafft aber auch Transparenz und Vergleichs­möglichkeiten bei Produkten und Dienst­leistungen und hilft damit Verbraucher*innen, eine Auswahl zu treffen. Und Werbung belebt den Wettbewerb unter den Herstellern, was sich auf Produkt­qualität, Innovationen oder auch auf die Preis­gestaltung positiv im Sinne der Konsument*innen auswirken kann.

Für mich ist jedoch wesentlich, die positive Kraft unter dem Aspekt “Marketing for Future” zu betonen. Neben politischen Entscheidungen sind es Unternehmen, die mit ihrer Kommunikation den Konsum in eine positive Richtung lenken können. Und mit ihnen die Agenturen. Sei es Werbung für Fleisch­alternativen, Öko­strom oder Refurbed-Plattformen. Es braucht “Marketing for Alternatives”, das neue, “grüne” Wege hin zu einer zukunfts­fähigen Gesellschaft ebnet und weiter ausbaut. Hier liegt eine große Verantwortung und die Chance, mit der Kreativität von Agenturen einen wesentlichen Beitrag auch hinsichtlich “The Great Mindshift”, wie Transformations­forscherin Maja Göpel es fordert, zu leisten.

2. “Nachhaltig” ist längst alles, Firmen schmücken sämtliche Produkte damit, von Wandfarbe bis Windeln. Wer soll das noch glauben?

Die Entwicklung ist besorgnis­erregend, das stimmt. Waren es früher die engagierten Öko­pioniere mit umfang­reichen Umwelt­programmen, sind heute fast alle “nach­haltig”, “grün” oder “klima­neutral”. Das Negativ-Stichwort der Stunde lautet “Green­washing”. Eine Entwicklung, die für alle Seiten problematisch ist: Unternehmen verlieren zunehmend an Glaub­würdigkeit, Konsument*innen wissen immer weniger, was sie noch kaufen sollen.

Die große Heraus­forderung, die der GWA Green Monitor 2023 gezeigt hat: Unternehmen sehen sich in der Pflicht, nach­haltig zu handeln und dieses Engagement auch zu kommunizieren. Gleichzeitig ist die Angst vor unbeabsichtigtem Green­washing groß. Es herrscht also allgemein eine große Unsicherheit, was wie kommuniziert werden sollte.

Was es braucht, um Vertrauen zurück­zugewinnen, ist ein Standard der Nach­haltigkeits­kommunikation. Diesen bringt aktuell die EU mit der Green Claims Directive auf den Weg. Damit soll sicher­gestellt werden, dass es sich beim beworbenen Umwelt­vorteil um einen echten Mehr­wert handelt, der belegt und nach­voll­ziehbar ist.

3. Kapitalismus und Klima­schutz schließen sich aus – oder können Sie als Marketing­profi uns vom Gegen­teil über­zeugen?

Gute Frage. Gehen wir davon aus, dass wir darunter unseren markt­wirtschaftlichen Ansatz verstehen – ein ganz klares JEIN. Denn es geht immer um das WIE. Auch mit markt­wirtschaftlichen Mitteln lässt sich der Klima­wandel bekämpfen. Wesentlich ist, dass wir wegkommen von unserer linearen Wirtschafts­weise, dem Ansatz “produzieren, nutzen, wegschmeißen”. Wir sollten Produkte und Dienst­leistungen in Kreis­läufen denken. Die Aussage des “Cradle to Cradle”-Erfinder Michael Braungart bringt es auf den Punkt: “Müll ist eine menschliche Erfindung”.

Ganz egal, ob die Verbrennung von Kohle, die Entsorgung defekter Produkte oder alter Verpackungen: Für all diese bisher weitreichend linearen Entsorgungs­prozesse gibt es Alternativen. Die Sonne scheint umsonst, defekte Produkte können repariert werden, aus alten Verpackungen werden neue Produkte. Zusammen mit “Marketing for Alternatives” ist das der Weg, um dem Klima­wandel etwas entgegen­zusetzen.
 
Dieser Text ist Teil der Themenwoche Nachhaltigkeit.
 
(Foto: WE DO communication)

    • “Zeit für eine neue Zeitung” – So sehen die neue Marken-Identität und Kampagne der noz/shz aus.

      Die Zeitungsgruppe noz/shz in Osnabrück und Flensburg präsentiert sich mit einer neuen Marken-Identität – flankiert mit einer Werbekampagne mit dem Claim “Zeit für eine neue Zeitung”. Der erste Flight, der ab heute in Niedersachsen und Schleswig-Holstein läuft, zeigt Wortspiele wie &...
      weiterlesen
    • Social-Media-Verbot für Kinder in Australien – und in Europa? Diese Länder diskutieren Verbote von Tiktok, Youtube & Co.

      Zu jung für Social Media? Immer mehr Staaten wollen Australiens Beispiel folgen und die Jüngsten von bestimmten Apps fernhalten. Nicola Trenz hat sich in unserer Rubrik NewsKNAcker, die wir zusammen mit der KNA veröffentlichen, einen Überblick verschafft, welche Verbote diskutiert werden und wie...
      weiterlesen
    • “Bullying ist wieder salonfähig” – ARD-Korrespondentin Gudrun Engel über Beleidigungen von Journalisten.

      In seiner zweiten Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump den Medien den Kampf angesagt. Er drohte zahlreichen Redaktionen mit juristischen Schritten und strengte eine Klage gegen die BBC an. Das Heimatschutzministerium plant, die Visa für ausländische Korrespondenten drastisch zu verkürzen. Für ...
      weiterlesen
    • Kurz und KNAckig: Jana Ballweber kritisiert Arbeitsverweigerung der Medienpolitik.

      Wenn es um den Umgang mit Instagram, TikTok & Co geht, ist aktuell Australien das große Vorbild der Medienpolitiker: Dort ist es Unter-16-Jährigen nun gesetzlich verboten, Social Media zu nutzen. Wenn es nach einigen deutschen Politik-Promis geht, könnten junge Menschen auch hierzulande bald...
      weiterlesen
    • Blick in die Glaskugel: Wie Gerald Hensel Markenverantwortliche zukunftsfest machen will.

      “Brand Future Scenarios” sollen mit KI die Zukunft erlebbar machen, um Markenverantwortliche in der Strategiearbeit zu unterstützen. Gerald Hensel von der Marketingberatung Superspring erzählt im Rahmen der Themenwoche Zukunft bei turi2, welcher Mehrwert entsteht, wenn aus Zielgruppe...
      weiterlesen
    • Es graswurzelt was: Wie das Jahr 2026 die Zuversicht in Medien, Wirtschaft und Politik zurückbringen könnte.

      Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht schwarz für das Land. Diese ernüchternde Bilanz steht ganz am Anfang einer repräsentativen und tiefenpsychologischen Studie, hinter der die Initiative 18, #UseTheNews und die Marktforschungsagentur Rheingold Salon stehen. Mitte Mai 2025 kam die Stud...
      weiterlesen
    • Premiere für die Flimmerkiste: Vor 100 Jahren lief der erste Fernseher.

      Viereckige Augen vom Glotzen: Als 1926 der erste mechanische Fernseher lief, war dessen Siegeszug kaum abzusehen. Ob Castingshows oder Wettspiel-Abend und “Tagesschau” oder Tier-Doku – was als Technikexperiment begann, endete als Massenmedium im Wohnzimmer, beschreibt Daniel Zander i...
      weiterlesen
    • Ist das ein Trend, oder kann das weg? Von Trends, Hypes und allem dazwischen.

      Trends sind leise Verhaltensänderungen, Hypes dagegen laute Versprechen ohne Belege, finden Christian Simon und Johannes Klingebiel. Die Hosts des Podcasts “Hype Institut” sortieren in ihrem Gastbeitrag für die Themenwoche Zukunft das aktuelle Buzzword-Bingo und loten die Grenzen der...
      weiterlesen
    • “Die Menschen entwickeln nicht mehr automatisch Freude, nur weil etwas ‘nachhaltig’ ist.” Sebastian Ackermann über die Kommunikation von erneuerbaren Energien und sein TikTok-“Dilemma”.

      Hat der Begriff “Energiewende” ausgedient? Sebastian Ackermann, Leiter Kommunikation und Marke bei EnBW, spricht im Interview mit turi2 lieber von der “Transformation der Energieinfrastruktur”, auch weil der Begriff “Energiewende” sich zunehmend abnutze und au...
      weiterlesen
    • Mut zur Schnecke: Warum Philosophin Rebekka Reinhard der “Raketen-Geschwindigkeit” der KI mit Langsamkeit begegnet.

      Ausgerechnet ein Magazin über KI setzt auf gedrucktes Papier als “Artefakt”, das zur Langsamkeit zwingt. “human”-Chefredakteurin Rebekka Reinhard erklärt im Auftakt-Interview zur Themenwoche Zukunft bei turi2, warum sie Haptik gegen die “Raketen-Geschwindigkeit̶...
      weiterlesen

    Artikel-Navigation

    ← turi2 am Abend: Emotion, Investitionsverpflichtung, Paul Ronzheimer. turi2 am Morgen: Themenwoche Zukunft, Correctiv, Wolfram Weimer. →

Werktags um 7 und 17 Uhr die wichtigsten News aus Medien, Marketing und PR als Newsletter. Jetzt abonnieren!

Loading...

Suchen auf turi2.de

Banner turi2 Themenwoche
Impressum, Datenschutz, Mediadaten, FAQ, RSS-Feed, Termine
Dieses Blog läuft mit WordPress