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Kurz und KNAckig: Der lange Schatten der Pandemie.

20. März 2025

Die Corona-Pandemie und der Beginn der Maßnahmen dagegen jähren sich dieser Tage zum fünften Mal. In den Medien wird jetzt viel aufgearbeitet und es werden auch unbequeme Fragen gestellt, beobachtet Steffen Grimberg. Der Leiter des KNA-Mediendienstes beschreibt in unserer Kolumne “Kurz und KNAckig”, wie Missverständnisse zwischen Journalismus und Wissenschaft die Gesellschaft verunsicherten. Ein Vertrauensverlust, der teilweise bis heute anhält.

Die Kolumne “Kurz und KNAckig” vom KNA Mediendienst erscheint alle 14 Tage donnerstags bei turi2.
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von Steffen Grimberg, KNA

Drei, nein vier, nein fünf Jahre schon. Kinder, wie die Zeit vergeht: Fünf Jahre ist es jetzt her, dass der österreichische Kabarettist Josef Hader mit einem ziemlich alkoholischen Video die damals herrschende Quarantäne- und Social-Distancing-Verhältnisse während der Pandemie durch den Rum-Kakao zog. Vielleicht haben die lieben Kollegen von “DWDL” deswegen ihre Serie über Corona und die Medien am Mittwoch mit dem Blick auf Österreich und den ORF gestartet.

Das mutierte SARS-Virus aus Wuhan in China begann vor fünf Jahren auch in Europa das Leben massiv zu verändern. Gerade, was das Verhältnis von Mensch und Medien angeht. Die Folgen sind bis heute zu spüren. Für das MDR-Medienkompetenzportal medien360g, bei dem ich bis 2023 gearbeitet habe, haben wir damals jährliche Bestandsaufnahmen zu Corona und den Medien gemacht. Schon deren Titel zeigen heute, wie da etwas ins Rutschen geriet: 2020 lautete die Überschrift “Medien im Krisenmodus”, 2021 “Krisenkommunikation, Kritik & Krawall” und 2022 schließlich “Zwischen Mensch und Medien kriselt’s – Medien und Corona: Das sagt das Publikum!”.

Zum fünften Jahrestag ist die Pandemie jetzt wieder fast überall (Medien-)Thema. Deswegen lohnt es sich, ein paar Punkte festzuhalten: Die Medien haben Fehler gemacht. Aber sie haben nicht versagt. Anders als bei sonstigen Katastrophen waren hier die Journalistinnen und Journalisten nicht distanziert Beobachtende, sondern potenziell selbst betroffen. Wie alle anderen Menschen auch. Eine Doppelrolle, die eigentlich dazu führen müsste, sich journalistisch für befangen zu erklären – was aus naheliegenden Gründen aber nicht ging.

Dazu kamen Missverständnisse im Verhältnis von Wissenschaft, Journalismus und deren Arbeitsweisen. Eigentlich recherchieren beide, auch mit relativ ähnlichen Methoden. Aber mit anderen Zielen. “Sagen, was ist” steht beim “Spiegel” an der Wand. Journalismus vermittelt Fakten. Dass die sich täglich ändern, ist eigentlich nicht vorgesehen. Wissenschaft validiert und falsifiziert Erkenntnisse. Dass sich dabei täglich etwas ändert, ist normal und gewollt, weil nur so Wissen fortschreitet. Wissenschaft meint nicht, sondern äußert Hypothesen, die dann überprüft und entweder bestätigt oder verworfen werden. Das sieht beim Journalismus anders aus und führte langfristig bei manchen Teilen des Publikums dazu, dass aus Meinungen Fakten wurden. Alternative Fakten, die sich spätestens ab dem zweiten Corona-Jahr dann auch alternative Medien schufen.

Der klassische Journalismus hat dabei gearbeitet wie immer. In der unmittelbaren Bedrohungslage 2020 eng an den Krisenstäben der Regierungen und Behörden entlang. Zu eng? Diese Frage zu stellen, ist müßig. Die Kritik an einschränkenden Maßnahmen, Schul- und Kitaschließungen, Besuchsverboten in Krankenhäusern und Altenheimen, Maskenzwang und Parkbanksitzerlass kam. Zunächst vereinzelt, dann stärker. Kam sie zu spät? Vielleicht. Aber sie war da.

Und schon zu Corona-Zeiten hat sich gezeigt, dass manche Akteure die Möglichkeiten der großen Verunsicherung für ihre eigenen, ganz anderen Ziele nutzen: Da geht es dann auch heute nicht um die höchst willkommene Aufarbeitung von Fehlern und Fehleinschätzungen. Sondern darum, den teilweise eingetretenen Vertrauensverlust und das allgemeine Gefühl des Unwohlseins gegen das gesellschaftliche Gefüge an sich zu kehren. Dieser Trend hält weiter an. Und er ist brandgefährlich, weil sich hier – anders als bei Corona – nicht mal eben ein wirksamer Impfstoff entwickeln lässt.

Dieser Text ist Teil der neuen Kolumnen-Reihe “Kurz und KNAckig”, die alle 14 Tage erscheint.
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