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News-KNAcker: Klinikfunk – gute Laune am Krankenbett.

3. Juli 2025

Seit fast 40 Jahren begleitet ein Radiosender die Patienten eines Wiesbadener Krankenhauses durch den Klinikalltag. Die ehrenamtlichen Moderatoren bringen heitere Momente dorthin, wo sonst Stille herrscht. Julia Rosner hat für unserer Reihe NewsKNAcker, die wir in Kooperation mit der KNA veröffentlichen, die Macher besucht. In Deutschland ist die Zahl der Krankenhausradios stark rückläufig – Radio “Klinikfunk” überlebte bislang.

Von Julia Rosner (KNA)

Piep, piep, piep. – An das monotone Piepsen eines Patientenmonitors, der Herzfrequenz und andere sogenannte Vitalparameter misst, dürften die meisten Menschen denken, wenn sie typische Krankenhausgeräusche beschreiben sollen. In den Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden sind neben diesen bekannten Klinikgeräuschen jedoch noch weitere, ungewöhnliche Töne zu hören: Musik, aufmunternde Stimmen und Lachen.

Im Gartengeschoss des Krankenhauses, zwischen der Pathologie und der Küche für die Kantine, befindet sich das Sendestudio von Radio Klinikfunk. An 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag, senden hier ehrenamtliche Radiomacher ein buntes Programm aus Musik und livemoderierten Shows.

“Wir wollen gute Laune ans Krankenbett bringen”, sagt Carolin Strohbehn. Die Moderatorin und Online-Journalistin kam 2008 durch ein Praktikum zum Klinikfunk – und blieb. Seitdem ist sie regelmäßig im Studio, unter anderem für ihre selbstkonzipierte Rockshow: “Rockmusik kam bei uns lange zu kurz. Ich wollte das ändern.”

Sprungbrett in den Journalismus

“Wir verstehen uns als Ausbildungsradio, in dem sich jeder nach seinen Interessen und seinen Fähigkeiten einbringen kann”, erklärt Matthias Lissner, Vorstandsvorsitzender des Radio Klinikfunk Wiesbaden. Nach einem Onboading inklusive Infos über die Geschichte des 1981 gegründeten Vereins, der das Radio betreibt, werden Nachwuchsradiomacher in die Technik eingeführt und können sich im Anschluss unter Anleitung der etablierten Vereinsmitglieder ausprobieren.

Dieses Angebot hat Max Löser vor sechs Jahren wahrgenommen. Seitdem ist er regelmäßig on air und kümmert sich um die Musikredaktion. Zudem organisiert er jährlich eine Sommertour, bei der er außerhalb des Studios live moderiert, um die Patienten am Leben fernab des Klinikums teilhaben zu lassen. Er sagt: “Der Klinikfunk ist ein tolles Sprungbrett”. Einige ehemalige Mitglieder hätten bereits den Sprung zu Sendern wie FFH oder dem Hessischen Rundfunk geschafft.

Gute Nachrichten auf Kanal 1

Musikalisch setzt Radio Klinikfunk auf das Genre “Hot AC” – einen Mix aus 80ern, 90ern, 2000ern und aktuellen Hits. Dazu gibt es etwa Quizshows, TV-Tipps und Feiertagssendungen – aber keine schlechten Nachrichten, betont Carolin Strohbehn. “Wir wollen positive Energie verbreiten und ein wenig Ablenkung schaffen.” Gerade an Feiertagen oder Wochenenden, wenn viele Patienten allein im Haus sind, sei dieses Angebot besonders wichtig.

Empfangen werden kann der Sender in allen Patientenzimmern des Klinikums: auf dem Fernsehgerät unter Kanal eins. Neben einem Audiostream wird hier auch ein Live-Video aus dem Studio übertragen, so dass die Moderatoren bei der Arbeit beobachtet werden können. Sichtbarkeit ist ein großes Team für das Hörfunk-Team. “Aus dem Studio können wir in einen Patientenwartebereich schauen. Man sieht uns leider nicht, aber wir planen Aktionen im Foyer des Hauses, damit man uns kennenlernen kann”, sagt Strohbehn.

Auch Patientinnen finden regelmäßig den Weg ins Studio – für einen kleinen Besuch, ein Gespräch oder einfach nur, um mal wieder mit jemand anderem als dem Klinikpersonal zu reden. Wer nicht mobil ist, kann per Telefon, WhatsApp oder Social Media Kontakt zu den Moderatoren aufnehmen. “Im Krankenhaus ist dieser Austausch besonders wichtig”, sagt Strohbehn. Von Hörerrückmeldungen wissen die Moderatoren, dass auch ehemalige Patienten dem Programm online folgen – auf der Website des Senders.

Gegen den Trend

Radio Klinikfunk wird hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Auch Spenden – von Ehrenamtlichen, der Stadt Wiesbaden, dem Land Hessen oder von Stiftungen – sichern den Fortbestand. Erst kürzlich musste das Studio für rund 25.000 Euro komplett erneuert werden. “Dass wir noch existieren, ist nicht selbstverständlich”, sagt Matthias Lissner. “Viele andere Sender hatten weniger Glück.”

Deutschlandweit ist die Zahl der Krankenhausfunkanstalten stark rückläufig. Während es 2025 noch rund 80 Stationen gab, sind es heute nicht einmal mehr halb so viele. Viele verfügen über keine aktualisierten Webauftritte. Neben Wiesbaden gehört “Der Gesundfunk Bietigheim-Ludwigsburg” zu den größeren aktiven Klinikradios in Deutschland.

(Foto: Foto: Carolin Strohbehn/Radio Klinikfunk e.V./KNA)

Dieser Text ist Teil unserer neuen Lese-Reihe “NewsKNAcker”: Alle 14 Tage veröffentlicht turi2 ein Lese-Stück aus dem Ticker der Nachrichten-Agentur KNA – im Wechsel mit der Medienkolumne Kurz und KNAckig.
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