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NewsKNAcker: Musik als Lebensbegleiter – Tröstlich und motivierend, archaisch und weise.

24. April 2025

Mit Musik geht alles besser! In Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, liefert Popkultur-Experte Michael Behrendt eine “Playlist zum Glück”. Sein Buch beleuchtet, welch unterschiedliche Songs trösten, erfreuen und anregen können – und erklärt, wie das funktioniert. Der Text erscheint in unserer Reihe NewsKNAcker, in der wir alle 14 Tage ein Lese-Stück aus dem Ticker unseres Medienpartners KNA veröffentlichen.

Von Paula Konersmann (KNA)

Ironic von Alanis Morissette oder doch Human von Rag’n’Bone Man? Kate Bushs “Symphony in Blue” oder eher Herbert Grönemeyers “Der Weg“? Welches dieser Lieder klingt nach Glück? Vielleicht keines, vielleicht alle vier?

Wie Menschen Musik wahrnehmen, ist sehr individuell. Die genannten Lieder finden sich auf der Playlist zum Glück von Michael Behrendt – so heißt das jüngst veröffentlichte Buch des Popkultur-Experten, und auch im Netz ist die Playlist abrufbar. Das Buch solle durchaus Mut machen, eine eigene Sammlung zusammenzustellen, sagt der Autor: “Jeder hat so seine Lieblings­lieder, die ihm oder ihr durchs Leben helfen.”

Dabei handle es sich eher selten um Lieder, die eine klare Glücks­botschaft formulieren – und auch nicht immer um “happy Tanzmusik”, hat Behrendt fest­gestellt. Er sei vielmehr über psychologische Ratschläge gestolpert, dass man in schwierigen Zeiten “positive Musik” auflegen solle. Vielen Leute helfe dann eher düstere Musik, “weil man vielleicht etwas braucht, das die eigene Stimmung ausdrückt und sogar verstärkt”. Wenn ein Künstler oder eine Künstlerin das in Worte und Töne verpackt habe, was man selbst gerade empfinde, merke man, dass man trotz allem nicht allein sei.

Idee von ständigen Krisen inspiriert

Insofern diene die eigene Lieblings­musik vielen Menschen als eine Art Lebens­begleiter. “Musik tröstet und löst Spannung auf”, sagt der Publizist. Er schreibt seit Jahr­zehnten über Musik und auch über Songtexte, zuletzt in Mein Herz hat Sonnen­brand, das Lyrics sezierte, die unbeabsichtigt komisch sind, “schief” oder schlicht “irrwitzig”. Auch mit “Songs, die für Zündstoff sorg(!)ten” hat Behrendt sich schon befasst.

Spätestens seit der Corona-Krise herrschten “turbulente Zeiten, das lässt irgendwie nicht wieder nach”, erklärt er. Daher habe er sich gefragt, inwiefern Musik hilfreich sein könne – “und dann dachte ich, Mensch, eigentlich müsste es eine Playlist geben mit Songs, die auch harte Zeiten ein bisschen einfacher machen”.

Manchen “Oldie” kann man ganz neu hören

So ist eine bunte Mischung entstanden: Manche der “99 1/2 Songs” greifen alte Weisheiten auf, nahe­liegender­weise zum Beispiel bei Literatur­nobel­preisträger Bob Dylan: Dessen Stück Do Right to Me Baby (1979) greife die goldene Regel auf, Menschen so zu behandeln, wie man es sich für sich selbst wünsche, schreibt Behrendt. Im Kapitel “Resilienz” zitiert er unter anderen Amy MacDonalds‘ zauberhafte Ballade Left That Body Long Ago (2012), den sie aus der Perspektive ihrer demenz­kranken Großmutter singt. Und manche Tipps sind äußerst praktisch, etwa der von Taylor Swift, Gerede von anderen einfach abzu­schütteln: Shake It Off (2014).

Je nach eigenem Musik­geschmack entdeckt manche Leserin sicher etwas Neues, und manchem Leser geht womöglich ein Licht über ein altbekanntes Lied auf – denn viele Menschen achten wenig auf die Texte von Musik­stücken. Das gelte auch für Songs in der eigenen Mutter­sprache, sagt Behrendt: “Für viele ist Musik eher ein Hinter­grund­rauschen oder Unterhaltung.”

Gut gegen Schmerzen, Trauer, Krankheit

Studien haben gezeigt, dass das Hören der Lieblings­musik sogar das Schmerz­empfinden verringert. Musik sei immer schon zur “Heilung, Linderung und Begleitung” eingesetzt worden, sagt die Musik­therapeutin Kordula Voss. Sie sei “in gewisser Weise etwas Archaisches” – und genau darauf könnten Menschen, die trauerten oder schwer erkrankten, zurück­greifen. “Der Teil des Gehirns, in dem Musik gespeichert ist, ist in vielen Fällen noch ansprechbar, auch wenn Menschen auf Sprache nicht mehr reagieren.”

Von Gute-Laune-Hits kann man also schnell zum “Eingemachten” kommen – und das war auch Behrendts Absicht, wie er sagt: “Wenn man schon von Lebens­ratschlägen spricht, gehört es dazu, in die Tiefe zu gehen.” Ihn selbst, so verrät er, hat das Lied Ruh (2022) von der österreichischen Band Oehl bei den Recherchen besonders berührt: “Es geht um Tod und Trauer, und die Mischung aus Zuversicht und Melancholie ist unglaublich.” Urmenschliche Themen – da möchte man einen Song­titel der Rock­musiker von Aerosmith zitieren: just push “play”!

(Symbolfoto: IMAGO / Panthermedia / Antonio Guillem; Buchcover: Reclam Verlag; Montage: turi2)

Dieser Text ist Teil unserer Lese-Reihe “NewsKNAcker”: Alle 14 Tage veröffentlicht turi2 ein Lese-Stück aus dem Ticker der Nachrichten-Agentur KNA – im Wechsel mit der Medienkolumne Kurz und KNAckig.
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