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Lokales in Wochendosis: Wie die “WAZ” in Dortmund neue Formen des Lokaljournalismus erprobt.

23. September 2025

Seit Mitte Juli experimentiert die “WAZ” in Dortmund mit dem wöchentlichen Newsletter “WochenDOsis”, wie Lokal­journalismus abgekoppelt vom Produktions­druck einer täglichen Zeitung funktionieren kann. Ein kleines Team bearbeitet fokussiert und nahbar Themen der Ruhr-Metropole abseits der Tages­aktualität. Ziel­gruppe sind insbesondere Menschen in der “Familienphase”, mit denen das “WochenDOsis”-Team auch in den Dialog treten will. Im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik zieht Michael Krechting, Vize-Chef­redakteur Digital & Entwicklung der “WAZ”, eine erste Bilanz.

Von Björn Czieslik

“Wir müssen diesen blinden Fleck Dortmund in unserer digitalen Strategie mit mehr Leben füllen”, sagt Michael Krechting über die Grundidee. Es ist nicht so, dass Dortmund-Themen in der “WAZ” bisher nicht vorkämen. Über­regional relevante Themen aus der Stadt kommen von Journalistinnen und Journalisten aus der Mantel-Redaktion. Für alles rund um den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund gibt es eigene BVB-Reporter. Nur eine eigene Lokal­redaktion gab es lange aber nicht mehr.

In diese Lücke stößt nun die WochenDOsis, ein wöchentlicher Lokal-Newsletter mit Social-Media-Anbindung. Die sechsköpfige Lokal-Redaktion besteht aus jungen sowie erfahrenen Medien­schaffenden, Eingeborene und Zugezogene, fünf der sechs Team-Mitglieder sind Frauen.


Die “WAZ”-Lokalredaktion in Dortmund v.l.n.r.: Tom Hoops, Anna Quasdorf, Lisa Goedert, Katrin Figge, Britta Bingmann und Stephanie Heske. (Foto: Andreas Buck / FUNKE Foto Services)

Jeden Mittwochmorgen um 6.00 Uhr erscheint der “WochenDosis”-Newsletter, der jeweils ein lokales Thema in den Mittelpunkt stellt und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. In den vergangenen Wochen waren das zum Beispiel Kinderärzte am Limit, illegale E-Zigaretten, die Einschulung, Sicherheit in der Stadt oder die Kommunalwahl in NRW. Die Besonderheit: Das Hauptthema wird im Newsletter nicht nur angeteasert, sondern auserzählt. Newsletter-Empfänger lesen hier, was erst später auf waz.de steht, teilweise hinter der Paywall. Erst für verwandte Themen oder Social-Media-Inhalte ist ein Klick auf einen Link nötig. Neben dem Hauptthema bietet der Newsletter auch einen Überblick lokaler News der Woche, Stadtgeschichten, Gastro- und Freizeittipps.

Auffällig ist, dass viele Absätze im Newsletter mit einem Emoji beginnen. Außerdem duzt das Team die Leserinnen und Leser. Im Editorial zeigt sich je ein Redaktionsmitglied mit Bild. “Wir wollen nahbar und ansprechbar sein”, sagt Krechting.


Michael Krechting ist Vize-Chefredakteur Digital & Entwicklung der “WAZ”. Zusammen mit Martina Grothe, Leiterin Lokale Märkte der Funke Medien in NRW, begleitet er das “WochenDosis”-Projekt und die Dortmunder Lokalredaktion. (Foto: Jakob Studnar / FUNKE Mediengruppe)

Zielgruppe der “WochenDOsis” sind Menschen in der „Familienphase“ zwischen 35 und 45 Jahren, aber auch Menschen ohne Kinder, die in Dortmund leben oder arbeiten und sich für Politik und Kultur in der Stadt interessieren. „Dortmund ist eine junge, bunte, sehr lebendige Stadt“, erklärt Krechting. Als größte Stadt des Ruhr­gebiets, die auch Wissen­schafts­standort und Sitz großer Unternehmen ist, sei Dortmund auch ein “Magnet” für Menschen aus den anderen Städten des Ruhr­gebiets.

“Die kennen alle die ‘WAZ’, weil sie bei ihren Eltern oder Großeltern früher auf dem Tisch lag”, ist Krechting überzeugt. “Wir müssen diese Menschen jetzt wieder mit unserer Marke in Berührung bringen und sie moderner aufladen.”


Zielgruppe sind vor allem Menschen in der “Familienphase”. (Bild: Funke Mediengruppe)

Befreit von Print-Produktion

Dazu gehört auch, dass die Dortmunder Lokal­redaktion “von allen Produktions­prozessen in Bezug auf Print befreit” ist. Sie muss also nicht jeden Tag eine Zeitung füllen, sondern kann sich aufs Digitale konzentrieren, kann ohne täglichen Redaktions­schluss arbeiten, eher wie ein Wochen­magazin. “Wir verstehen die Redaktion in Dortmund und das ‘WochenDOsis’-Projekt intern auch als eine Art Modell­redaktion für Lokal­journalismus”, erklärt Krechting.

Für das Redaktions­team, das aus dem tages­aktuellen Journalismus kommt, war das erst einmal eine Umstellung, erinnert sich Krechting. Etwa, dass Beiträge nicht erst kurz vor Knapp fertig sein sollten. Oder dass ein Thema nicht unbedingt immer in Textform umgesetzt werden muss, sondern alternativ auch mal als Video oder in Form kurzer Social-Media-Clips. “Social-to-Newsletter” lautet die Devise. Ein Instagram– und ein TikTok-Kanal sowie eine WhatsApp-Community sollen auch zwischen den wöchentlichen Newslettern für Leserbindung sorgen und zeigen, woran die Redaktion gerade arbeitet.

Zäher Aufbau einer Commmunity

Beim Community-Aufbau ist das “WochenDOsis”-Team noch am Anfang. “Wir kriegen positiven Rückenwind, aber noch keine stürmische Liebe”, fasst es Krechting diplomatisch zusammen. Der Instagram-Kanal ist nach acht Wochen auf rund 5.000 Follower gewachsen, von Ausnahmen abgesehen bekommen die meisten Beiträge Likes im zweistelligen Bereich und einzelne Kommentare. Auch in der WhatsApp-Community ist es mit etwa 50 Teilnehmenden bisher eher ruhig. “Fragen Sie sich selbst: Würden Sie in eine WhatsApp-Community reingehen, wo Sie die Menschen noch gar nicht richtig kennen? Ab wann beteiligt man sich da?”, gibt Krechting zu bedenken. “Wir haben versucht, mit einem Wumms zu starten. Das ist uns auch gelungen, aber ein Learning wäre, dass wir die einzelnen Stufen vielleicht hätten unabhängiger voneinander zünden können.”


Auf Instagram und TikTok zeigt das “WochenDOsis”-Team das Dortmunder Stadtleben in kurzen Social-Media-Clips. (Screenhsot Instagram)

Um in Dortmund bekannter zu werden, sei es nun wichtig, “mehr Community-Aufbau im echten Leben zu betreiben” und dort sichtbar zu sein, wo die Zielgruppe sich aufhält. Krechting denkt etwa an Marketing auf Brötchen­tüten und daran, das Projekt bei Veranstaltungen vorzustellen. “Wir müssen das mit Reallife-Events verbinden, damit diese Community wirklich zum Leben kommt.” Bei Instagram und TikTok sei das Credo: “Wir wollen noch mehr Dortmund-Lebensgefühl zeigen.”

Leserbindung durch Lösungen

Dazu gehörten Themen, die für die Zielgruppe wichtig sind, etwa Stadtverkehr oder Infrastruktur für Familien, aber auch lösungsorientierter Journalismus wie “Was sind die besten Arbeitgeber für mich?”, “Welche Schule ist die richtige für mein Kind?” oder “Warum geht es bei der Renovierung der Schwimmbäder nicht voran?”.

Der Anspruch der “WochenDOsis” ist es, damit ein Angebot zu machen, “das den Menschen in ihrem Alltag hilft, sich besser in Dortmund zurechtzufinden” – und damit auch “der Türöffner in die WAZ-Plus-Welt” zu sein, erklärt Krechting und glaubt: “Wenn wir es schaffen, dieses Versprechen einzulösen, dann löst das auch eine Zahlungsbereitschaft aus.”

Hintergrund
Die Beziehung zwischen Dortmund und der Funke Mediengruppe ist nicht ganz unbelastet. Früher, als Funke noch WAZ Mediengruppe hieß, war ihre große Lokal­zeitung in Dortmund die “Westfälische Rundschau”. Daneben war auch die “WAZ” immer in Dortmund vertreten. Die “Westfälische Rundschau” gibt es als Zeitungs­titel heute noch, seit mehr als zehn Jahren aber ohne eigene Redaktion. Im Frühjahr 2013 wurde die Zeitung überraschend abgewickelt, 120 Beschäftigte in der Redaktion haben ihre Jobs verloren. Die Mantelseiten kommen seitdem vom Funke-Content-Desk in Essen, lokale Inhalte liefern andere Zeitungen und Verlage zu, in Dortmund etwa Lensing Media, Herausgeber des lokalen Konkurrenten und Markt­führers “Ruhr Nachrichten”. Immer wieder war in diesem Zusammen­hang von “Zombie-Zeitung” die Rede.

(Visualisierung Header-Bild: Lisa Dießner / FUNKE Mediengruppe)

Dieser Beitrag ist Teil der Themenwoche Zeitungen bei turi2. Alle Beiträge der Reihe lesen >>>

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