artcount
  • News
  • Zukunft
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Jobs
  • Termine
  • edition
  • podcast
  • werben bei turi2
  • suchen auf turi2
  • FAQ
  • werben bei turi2
  • Team
  • Newsletter
  • themenwochen
  • Köpfe
  • Firmen
  • Termine
  • Edition
  • podcast
  • turi2.tv
  • turi2 folgen
  • Partner
  • RSS-Feed
  • Datenschutz
  • Impressum

7 Greenwashing-Fails, die im Kopf bleiben.

26. Januar 2024

Falscher Waschgang: Mit dem Versuch, Produkte und Dienst­leistungen grün anzupinseln, verstoßen Marken immer wieder gegen Recht und Moral. Zwar bringt die EU gerade entsprechende Verbote auf den Weg, noch aber geistern haltlose Öko-Werbe­ver­sprechen mal mehr, mal weniger erfolgreich durch die Welt. Wir haben sieben Greenwashing-Fails aus der jüngeren Vergangen­heit gesammelt – vom schmutzigen Ablenkungs­manöver bis zu einer Liebes­erklärung an Verpackungs­müll. Dieser Beitrag ist Teil der Themenwoche Nachhaltigkeit.
 

 
Von Tim Gieselmann und Elisabeth Neuhaus
 
Auf großem Fuß: Der ökologische Fußabdruck soll als einfach nach­voll­zieh­barer Nach­haltig­keits­indikator zur Umwelt­gerechtig­keit beitragen. Für den Ölkonzern und späteren Ozean-Verpester BP wird er vor allem ein PR-Instrument zur Diskurs­verschiebung. Er macht das Konzept mit reichlich Werbung in den 2000ern populär. Die fossilen Förderer profitieren: Je mehr gefühlte Eigen­verantwortung bei den Kund­innen liegt, desto weniger müssen die Firmen vor der eigenen Tür kehren.


Im Auge des Betrachters: “I am beautiful”, lässt der Pappbecher von McDonald’s per Kampagnen­motiv ab Sommer 2023 wissen, weil aus ihm ein Buch entstehen könne. Müll ist damit plötzlich kein lästiges Problem mehr, sondern eine “Ressource” – so sagt es zumindest Sängerin Zoe Wees im Kampagnen­film. Richtig absurd wird es, als Wees darin den Pappbecher mit “You are so beautiful” von Joe Cocker an­schmachtet. Nach viel Kritik ruft McD zum Dialog auf, der umstrittene Slogan bleibt. Besser wäre beim Publikum wohl angekommen, wenn der Burger­brater den Spruch “Mehr weg statt Mehrweg” gewählt hätte.


Schmutzwagen: Volkswagen wird 2015 zum großen Impuls­geber der Auto­industrie – aber anders als gewünscht. Bei in den USA sogar explizit als “Clean Diesel” beworbenen Fahr­zeugen werden illegale Abschalt­einrichtungen entdeckt, die dafür sorgen, dass die Abgas­reinigung auf dem Prüf­stand ein­wand­frei ist, auf der Straße jedoch wenig oder gar nicht funktioniert. Der Skandal bläst sich zur existentiellen Krise einer ganzen Branche auf, zieht andere Marken und Zu­lieferer mit sich. Wohl kein Greenwashing-Skandal hat so viel Renommee, Geld und vor allem Aufmerk­samkeit verschlungen.


Einweg-Empörung: Der Schwarz-Laden Lidl setzt auf Plastik-PR und sich damit in die Nesseln. Die eigene PET-Wasser­pulle soll als “Kreis­lauf­flasche” ein grünes Image bekommen. Mit Günther Jauch leiht ein Vertrauens­schwergewicht der Kampagne sein Gesicht. Die Deutsche Umwelthilfe wirft Lidl daraufhin vor, veraltete Zahlen zu verwenden und “perfide” einen abgeschlossenen Material­kreislauf vorzutäuschen. Auch das Umwelt­bundesamt meckert. Greenpeace kritisiert Jauch für “falsche Werbe­ver­sprechen”. Der sieht kein Greenwashing, sondern ein “innovatives und ökologisches System”. Auch der Discounter weist die Kritik zurück. Trotzdem scheint der nächste Millionär irgendwie schneller gefunden als Lidls Liebe zur Natur.


Schrei vor Schreck: Modehändler Zalando ist einer von vielen Fast-Fashion-Anbietern, die sich Nachhaltig­keit auf die Fahnen schreiben. Nach einer Recherche von “Zeit Online”, SWR und Flip Anfang 2023 muss der Versand­händler seine Werbe­bot­schaften jedoch über­denken. Zalando hatte angegeben, 97 % der Retouren über den eigenen Shop zurück in den Verkauf zu geben. Die Journalist­innen zeigen aber: Es landet auch einiges bei Groß­händlern. Manche zurück­gegebenen Kleidungs­stücke irrten laut Bericht Zehn­tausende Kilo­meter durch Europa. Auf Nachfrage gibt Zalando schließlich zu, keinen Einfluss darauf zu haben, was die Partner der Platt­form mit Retouren anstellen. Im FAQ reagiert der Konzern auf die Vorwürfe. An kosten­losen Retouren hält er fest.


Schwarzes Gold: Der Vermögens­verwalter DWS verkohlt seine Anlegerinnen mit Produkten, die grüner aussehen als sie sind. In angebliche Ökofonds pumpt DWS 2022 etwa massenhaft Shell-Aktien. Nachhaltigkeits­chefin Desiree Fixler wird schon vorher einfach gefeuert, als sie intern die Kluft zwischen Werbe­versprechen und Realität anprangert. Die US-Behörden zeigen deutlich mehr Interesse für die Vorwürfe der Whistle­blowerin: Die Börsenaufsicht SEC verdonnert die Deutsche-Bank-Tochter 2023 zu einer Geld­strafe über 25 Mio Dollar, u.a. wegen Greenwashings. Einen Riss hinterlässt die Geschichte damit wohl eher auf dem Firmen­image als auf dem Firmenkonto. In Deutschland dauern die Ermittlungen an.


Flugscham: Fliegen ist einer der großen Klima-Killer, das weiß jedes Kind. Die Lufthansa versucht es 2023 in Großbritannien trotzdem mit einem lockeren Spruch und wirbt: “Fly more sustainably”. Das mag Menschen gefallen, die das Ein­familien­haus mit Bambus­zahn­bürste kompensieren wollen. Doch die britische Werbe­aufsicht verbietet den Deutschen den Spruch. Zuvor war dort auch schon der Lufthansa-Claim “Connecting the world. Protecting its future” durch­gefallen. There’s no better way to say: Augen auf bei der Agentur-Wahl.


Dieser Beitrag ist Teil der Themenwoche Nachhaltigkeit.
 
(Foto: Fabian von Poser / Image Broker / Picture Alliance )

    • “Bullying ist wieder salonfähig” – ARD-Korrespondentin Gudrun Engel über Beleidigungen von Journalisten.

      In seiner zweiten Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump den Medien den Kampf angesagt. Er drohte zahlreichen Redaktionen mit juristischen Schritten und strengte eine Klage gegen die BBC an. Das Heimatschutzministerium plant, die Visa für ausländische Korrespondenten drastisch zu verkürzen. Für ...
      weiterlesen
    • Kurz und KNAckig: Jana Ballweber kritisiert Arbeitsverweigerung der Medienpolitik.

      Wenn es um den Umgang mit Instagram, TikTok & Co geht, ist aktuell Australien das große Vorbild der Medienpolitiker: Dort ist es Unter-16-Jährigen nun gesetzlich verboten, Social Media zu nutzen. Wenn es nach einigen deutschen Politik-Promis geht, könnten junge Menschen auch hierzulande bald...
      weiterlesen
    • Blick in die Glaskugel: Wie Gerald Hensel Markenverantwortliche zukunftsfest machen will.

      “Brand Future Scenarios” sollen mit KI die Zukunft erlebbar machen, um Markenverantwortliche in der Strategiearbeit zu unterstützen. Gerald Hensel von der Marketingberatung Superspring erzählt im Rahmen der Themenwoche Zukunft bei turi2, welcher Mehrwert entsteht, wenn aus Zielgruppe...
      weiterlesen
    • Es graswurzelt was: Wie das Jahr 2026 die Zuversicht in Medien, Wirtschaft und Politik zurückbringen könnte.

      Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht schwarz für das Land. Diese ernüchternde Bilanz steht ganz am Anfang einer repräsentativen und tiefenpsychologischen Studie, hinter der die Initiative 18, #UseTheNews und die Marktforschungsagentur Rheingold Salon stehen. Mitte Mai 2025 kam die Stud...
      weiterlesen
    • Premiere für die Flimmerkiste: Vor 100 Jahren lief der erste Fernseher.

      Viereckige Augen vom Glotzen: Als 1926 der erste mechanische Fernseher lief, war dessen Siegeszug kaum abzusehen. Ob Castingshows oder Wettspiel-Abend und “Tagesschau” oder Tier-Doku – was als Technikexperiment begann, endete als Massenmedium im Wohnzimmer, beschreibt Daniel Zander i...
      weiterlesen
    • Ist das ein Trend, oder kann das weg? Von Trends, Hypes und allem dazwischen.

      Trends sind leise Verhaltensänderungen, Hypes dagegen laute Versprechen ohne Belege, finden Christian Simon und Johannes Klingebiel. Die Hosts des Podcasts “Hype Institut” sortieren in ihrem Gastbeitrag für die Themenwoche Zukunft das aktuelle Buzzword-Bingo und loten die Grenzen der...
      weiterlesen
    • “Die Menschen entwickeln nicht mehr automatisch Freude, nur weil etwas ‘nachhaltig’ ist.” Sebastian Ackermann über die Kommunikation von erneuerbaren Energien und sein TikTok-“Dilemma”.

      Hat der Begriff “Energiewende” ausgedient? Sebastian Ackermann, Leiter Kommunikation und Marke bei EnBW, spricht im Interview mit turi2 lieber von der “Transformation der Energieinfrastruktur”, auch weil der Begriff “Energiewende” sich zunehmend abnutze und au...
      weiterlesen
    • Mut zur Schnecke: Warum Philosophin Rebekka Reinhard der “Raketen-Geschwindigkeit” der KI mit Langsamkeit begegnet.

      Ausgerechnet ein Magazin über KI setzt auf gedrucktes Papier als “Artefakt”, das zur Langsamkeit zwingt. “human”-Chefredakteurin Rebekka Reinhard erklärt im Auftakt-Interview zur Themenwoche Zukunft bei turi2, warum sie Haptik gegen die “Raketen-Geschwindigkeit̶...
      weiterlesen
    • Kurz & KNAckig: Jana Ballweber über “Sensationslust” im Fall Burgard.

      In der Berichterstattung über den Rückzug von Jan Philipp Burgard als “Welt”-Chefredakteur haben Medien eine “fußballkommentatorenhafte Sensationslust” an den Tag gelegt und “jede Umdrehung scheibchenweise vermeldet”, schreibt KNA-Redakteurin Jana Ballweber in...
      weiterlesen
    • Wort & Bild Verlag bringt mit “Apotheken Umschau Medicus” erstes Kaufmagazin an den Kiosk.

      Wort für Geld: Der Wort & Bild Verlag bringt heute das neue Print-Magazin “Apotheken Umschau Medicus” an den Kiosk, das auf 124 Seiten Meilensteine der Medizingeschichte thematisiert. Es ist in der 70-jährigen Verlagsgeschichte das erste Kaufmagazin. Es kostet 9,95 Euro. “W...
      weiterlesen

    Artikel-Navigation

    ← turi2 am Morgen: Wort & Bild Verlag, Wikipedia, Wolfram Weimer. turi2 am Abend: CNBC, Madsack, Holtzbrinck. →

Werktags um 7 und 17 Uhr die wichtigsten News aus Medien, Marketing und PR als Newsletter. Jetzt abonnieren!

Loading...

Suchen auf turi2.de

Banner turi2 Themenwoche
Impressum, Datenschutz, Mediadaten, FAQ, RSS-Feed, Termine
Dieses Blog läuft mit WordPress