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Geschichten schreiben, die die KI nicht kann: “NOZ”-Chefredakteur Burkhard Ewert über digitale Erfolge, politische Vorwürfe und historische Vergleiche.

10. November 2025


Die “Neue Osnabrücker Zeitung” und die Blätter der Medienholding Nord schaffen es inzwischen, ihre Redaktionen durch die Einnahmen aus digitalen Abo-Modellen zu finanzieren, freut sich Chefredakteur Burkhard Ewert im turi2 Podcast. Für ihn ist das ein “wichtiger Meilenstein” und Beleg für die Zukunftsfähigkeit des digitalen Lokaljournalismus. Unsicher äußert er sich im Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow darüber, ob sich ausschweifende politische Kommunikation als Chance oder Bedrohung für den Lokaljournalismus entpuppt. Er wundere sich etwa darüber, dass es hingenommen werde, dass Rathäuser, Behörden und Verbände steuerfinanziert für ihre Positionen werben. Dazu warnt er vor einem Szenario, dass künftig womöglich AfD-Bürgermeister von den gleichen Mitteln Gebrauch machen könnten. Ewert will gegen solche Tendenzen einen Journalismus setzen, der “frei, unabhängig und vielfältig” ist.

Podcast anhören bei:


Auch der Umgang der Zeitung mit der AfD ist Thema. Anfang des Jahres war Ewert in einem “taz”-Artikel ein Rechtsruck bei der “NOZ” vorgeworfen worden. Dazu betont der Journalist, dass er für “Vielfalt und Breite” stehe und die Positionen, “die in unserer Leserschaft vorhanden sind”, respektiere. Er erklärt, dass seine Redaktion auch mit der AfD spreche, weil sie “einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung” repräsentiere und nicht jeder ihrer Punkte unberechtigt sei. Er wolle nicht in “pauschale Diffamierungen abgleiten”, sondern fragwürdige Positionen der Partei diskutieren.

Die zunehmenden KI-Zusammenfassungen u.a. bei Google beobachtet Ewert als “schwierig, herausfordernd, bedrohlich, kritisch”. Dennoch könnte auch diese Entwicklung zu einer Chance für den Lokaljournalismus werden: “Wir müssen Geschichten schreiben, die eine KI nicht kann.” Dazu müssten die Journalisten da hingehen, wo die KI noch nicht war. Das bedeute, schnell, mutig und früh an Themen dran zu sein. Auf vorhandene Trends aufzuspringen, sei noch nie erfüllend oder innovativ gewesen.

Weiteres Thema des Gesprächs sind historische Vergleiche, etwa mit der späten Weimarer Republik, die der studierte Historiker mit wenigen Einschränkungen als “schief” ablehnt.

(Foto: NOZ/mh:n)

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