“Spiegel”-Streit als Hängepartie?

Entscheidung am Freitag – oder auch nicht: Beim “Spiegel” treffen sich heute um 15 Uhr die Gesellschafter, um über den Plan und das Schicksal von Chefredakteur Wolfgang Büchner abzustimmen. Büchner will Print und Online Ressort für Ressort unter nur einem Ressortleiter vereinen – und dabei womöglich unliebsame Gegenspieler ausschalten. Die “Süddeutsche” vermutet, dass die Entscheidung vertagt wird. Vor allem weil die Mitarbeiter KG, mit 50,5 % größter Gesellschaft des Spiegel-Verlags, noch uneins ist. In der Redaktion kursiert derweil eine Resolution, wonach ein Zusammenrücken von Print und Online “in vertrauensvoller Zusammenarbeit” geschehen müsse und nicht im Hauruck-Verfahren. Büchners Pläne seien daher “jetzt abzulehnen”. Das “Handelsblatt” sieht die Print-Redaktion “mittlerweile nahezu komplett” gegen den “ungeliebten Büchner” positioniert. Auf einer Sitzung am Mittwoch hätten sich die Ressortleiter demonstrativ zu den Printredakteuren gesetzt und die Ressortleiter-Plätze Onlinern überlassen. Für Kai-Hinrich Renner droht “ein Kulturkampf zwischen Print-Redakteuren und Onlinern”. Michael Hanfeld kann “zurzeit leider gar nicht erkennen, wie das beim ‘Spiegel’ gut ausgehen soll”.
“Handelsblatt”, S. 19, “Süddeutsche Zeitung”, S. 35, faz.net