turi2 am Abend: AfD-Gefängnis, ARD-Kritik, Verena Gründel.


Zentrum für Politische Schönheit startet Initiative zum Verbot der AfD mit Gefängnis-Bau und KI.
Politische Gefangene: Die Aktivisten vom Zentrum für Politische Schönheit starten mit einer Gefängnis­attrappe vor dem Kanzler­amt in Berlin eine Initiative zum Verbot der AfD. Der Bau zeigt AfD-Mitglieder als Häftlinge. Auf der Seite afd-verbot.de sammelt die Initiative “belastende Informa­tionen zu verfassungs­feindlichen Bestrebungen” der Partei. Mit einer gefälschten E-Mail haben die Aktivisten demnach auch in der Partei selbst solches Material gesammelt. Zudem fälschen sie mit KI eine Rede von Olaf Scholz, der die Bevölkerung angeblich um Mithilfe bittet. Regierungs­sprecher Steffen Hebestreit sagt, er könne “nur davor warnen”, Deep­fake-Material zu verwenden. Man prüfe den derzei­tigen Vorgang, ob recht­liche Schritte einge­leitet werden, ist unklar.
spiegel.de, afd-verbot.de, welt.de

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Burda gründet Mittelstandsplattform
Mit “wir.unternehmen” startet Hubert Burda Media ein neues Digital- und Printprodukt. Es wird kleine und mittelständische Unternehmen darin unterstützen, sich untereinander auszutauschen, um nachhaltig und erfolgreich zu wirtschaften.

– NEWS –

Wirres Wording: Die ARD zieht mit einem X-Post Kritik auf sich. In der mittlerweile gelösch­ten “Welt­spiegel”-Programm­ankündigung war von einem “Austausch der Geiseln zwischen Israel und der Hamas” die Rede. Die von Israel verur­teilten palästinensischen Gefangenen “Geiseln” zu nennen, ist laut Philipp Peyman Engel, Chef der “Jüdischen Allge­meinen”, eine “Schande”. Der Leiter der Nannen-Schule Christoph Kucklick fragt gen ARD: “Lebt ihr unter einem Stein?” Ein korrigierter Post spricht nun von einem “Geisel-Deal”.
bild.de, faz.net (€), twitter.com (Peyman Engel), twitter.com (Kucklick)


Messe-Mix: Verena Gründel stößt ab Februar 2024 als Brand & Communications Director zum Führungs­team der Digital­marketing-Messe Dmexco. Chief Advisor Dominik Matyka verlässt die Dmexco Ende 2023 nach sechs Jahren. Gründel bildet aktuell mit Rolf Schröter das Chef­redaktions-Duo von “Werben & Verkaufen”.
wuv.de (€)


Ausweis-Abweisung: Ein Presse­ausweis für neben­berufliche Medien­schaffende ist nicht mit dem von Berufs­verbänden ausge­stellten Presse­ausweis gleichzu­setzen, entscheidet das Bundes­verwaltungs­gericht. Der DJV sieht im Urteil eine “klare Aufwertung” des bundes­einheitlichen Presse­ausweises.
djv.de


Hinter­listig: Das russische Innen­ministerium setzt Meta-Presse­sprecher Andy Stone auf seine Fahndungs­liste. Sein Arbeit­geber ist in Russland als “extremistische Organisation” eingestuft, obwohl etwa der Dienst WhatsApp nach wie vor legal nutzbar ist. Ein Anlass für Stones Aufnahme auf der Liste ist nicht bekannt.
derstandard.de


Reiz­fläche: Das Frauen­radio Femotion ahmt für eine Marketing-Aktion OnlyFans nach. Die Seite onlyfems.de wirbt mit freizügigen Damen, die man “abonnieren, kaufen, besitzen, benutzen” kann. Weiter unten folgt die Auflösung, dass der Sender damit Anzeigen­kundinnen, Sponsoren und Investoren sucht.
onlyfems.de


Verlinkt: Unter­nehmer Elon Musk darf sein Satelliten-Internet Starlink nach Israel und Gaza bringen. Israel hatte sich gesträubt, weil man die Nutzung durch die Hamas befürchtet hatte. Musk, der zuletzt anti­semitischen Verschwörungs­erzählungen zugestimmt hatte, trifft heute Israels Präsident Isaac Herzog.
twitter.com via spiegel.de


Game Over: TikTok-Mutter Bytedance wickelt seine Spiele­marke Nuverse ab. Hunderte Beschäftigte sind Insidern zufolge davon betroffen. Spiele auf TikTok und dem chine­sischen Pendant Douyin von der Marke Ohayoo betreffe die Entscheidung nicht.
reuters.com via manager-magazin.de


News-Ticker: Der RBB führt “Thadeusz und die Beobachter” 2024 doch fort. presseportal.de +++ Funke verkauft Klassik-Magazin “Fono Forum” an Jaron-Verlag. funkemedien.de +++ Correctiv verlässt X, nur Fakten­check­redaktion bleibt. correctiv.org +++ Daniel Drepper ist nun auch offiziell Leiter der Recherche­kooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”. presseportal.de +++ “WAZ” startet Klima-Volontariat. funkemedien.de +++


“Mit vielen unserer bisherigen Strukturen, Prozessen und hohen Kosten sind wir als Marke VW nicht mehr wett­bewerbs­fähig.”

Volkswagen-Marken­chef Thomas Schäfer zeichnet für seine Marke bei der Vertrauensleute-Vollversammlung der IG Metall in Wolfsburg ein düsteres Bild und sagt, man müsse “ran an die kritischen Themen, auch beim Personal”.
bild.de


– COMMUNITY –


turi2 edition #22: 15 Screenreife Sätze.
Viereckige Augen: Die Glotze half Altkanzler Schröder beim Regieren, Miriam Meckel wartet auf die Verschmelzung von Hirn und Handy und Wetter-Mann Jörg Kachelmann hält nicht viel von Wetter-Apps: In der turi2 edition #22 sammeln wir 15 ikonische Zitate über große und kleine Bildschirme.
weiterlesen auf turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen)

“Es werden immer mehr Elemente wie QR-Codes im Spot eingesetzt, um interaktiv in den Marken-Dialog eintauchen zu können. Der Konsument wird damit noch stärker in die Produktwelt hineingezogen. Diese Interaktivität wird künftig viel mehr Facetten im Werbespot ermöglichen.”

Bettina Bellmer, COO des Waipu.tv-Entwicklers Exaring AG, antwortet in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #22 auf die Frage, wie der Werbespot der Zukunft aussieht.
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Meistgeklickter Link heute Morgen: Schauspieler Matthias Schweig­höfer und Fußballer Bastian Schwein­steiger machen sich bei Instagram über den Versprecher von Thomas Gottschalk lustig, der bei “Wetten, dass..?” einen “Matthias Schwein­steiger” angekündigt hatte.
instagram.com


Hör-Tipp: APA-Chef­redakteurin Maria Scholl glaubt, “dass ganz viele Menschen nicht wissen, was Journalismus ist”, sagt sie im Podcast “We like mags”. Medien­schaffende sollten ihre Arbeits­weise transparent machen und zudem “echte lebens­weltliche Relevanz” liefern statt eines “erhobenen Zeige­fingers”.
spotify.com (35-Min-Audio)


– BASTA –

Hebt fast ab: Bei “The Masked Singer” auf ProSieben ist der Promi im Kiwi-Kostüm unfrei­willig enttarnt worden. Eine Wind­maschine weht das Kopf­teil der Verkleidung kurz hoch, das Publikum wählt den Unglücks­raben trotzdem nicht raus. Dass man bei zu viel Gegen­wind etwas kopflos agiert, ist im Show­geschäft schließlich gang und gäbe.
dwdl.de

Redaktion: Tim Gieselmann und Nancy Riegel

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