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turi2 edition #17: Ist ein Job in der PR nur etwas für Jüngere, Gabriele Kaminski?

20. April 2022

Ab 100.000 aufwärts: Als Chefin der GK Personalberatung verhilft Gabriele Kaminski PR-Profis zu gut bezahlten Jobs. Sie erzählt im Interview in der turi2 edition #17, warum Auszeiten und Krisen auf dem Weg nach oben helfen.

Von Roland Karle

Sie arbeiten seit über 30 Jahren mit Kommunikations­profis. Was gefällt Ihnen daran?

Die Branche ist voller extrem spannender Menschen, die intellektuell breit aufgestellt sind, neugierig bleiben und immer dazulernen wollen. PR-Professionals sind meist offener und aufgeschlossener als die anderer Berufsgruppen. Gerade die Jüngeren nehmen sich auch Auszeiten, sie gehen auf Reisen oder widmen sich Projekten. Ich finde das gut, weil sie dann oft mit wertvollen Erfahrungen in den Job zurückkehren.

Und wie geht’s der älteren Generation in der PR?

Ich bin ein großer Fan von altersgemischten Gruppen, auch das ist gelebte Diversität, von der im Idealfall alle profitieren. Ich kenne aber wenige, die bis 67 in der Arbeitsmühle bleiben. Mit Ende 50 denken viele über eine Veränderung nach. Jedoch nicht, um sich in die Hängematte zu legen, sondern um was Anderes zu machen. Die bringen ihre Expertise in einem Startup ein, werden Berater oder engagieren sich sozial.

Was muss eine gute Kommunikationschefin können?

Früher lag der Fokus auf der externen Medienarbeit, heute sind mehr und andere Fähigkeiten gefragt: Die interne Kommunikation spielt eine ganz große Rolle, das Digitale, Change Management und Mitarbeiterführung. Die Disziplinen wachsen zusammen, auch die PR mit Marketing und HR. Das macht die Anforderungen komplexer.

Wer wird stärker gebraucht, der Alleskönner oder die Spezialistin?

Beide. Die Faustformel lautet: Je höher man auf der Karriereleiter steigt, desto mehr ist die Generalistin mit Management-Fähigkeiten gefragt.

Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #17 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Werden PR-Frauen in Führungspositionen angemessen bezahlt?

Lange war das nicht so. Männer haben einfach forsch eine Zahl genannt, Frauen blieben im Ungefähren. Das hat sich geändert. Jetzt drängt eine Generation nach vorne, die auch bei Gehaltsfragen selbstbewusst auftritt. Frauen, die schon in der Schule und an der Uni besser waren als die Jungs und sich was trauen. Zu dieser Entwicklung trägt auch der hohe Grad an digitaler und persönlicher Vernetzung bei.

Als Headhunterin kümmern Sie sich um Jobs mit einem Jahresgehalt ab etwa 100.000 Euro. Sprechen Sie auch mit PR-Talenten, die erst auf dem Weg dorthin sind?

Wir sind immer offen und freuen uns über Kontaktaufnahme. Daraus kann später eine Verbindung entstehen, und aus jedem Gespräch nimmt man etwas mit.

Auf welche Fragen sollten Kandidatinnen gefasst sein, die Sie für einen Job interviewen?

Uns interessiert, was jemand wirklich gemacht hat, auch mit konkreten Beispielen unterlegt. Wie die Person mit beruflichen Krisen umgegangen ist, welches Führungsverständnis sie hat und was sie heute anders machen würde. Wichtig ist, dass man ehrlich berichtet und sich auf ein offenes Gespräch einlässt.

Tipp von Gabriele Kaminski: Entwickle interkulturelle Kompetenz, hab’ Lust zum Managen und Gestalten

Gabriele Kaminski
Geb. 1958 in Frankfurt
1976: Studium Neuere Philologie in Frankfurt
1983: Consultant bei der AFK Akademie Führung und Kommunikation
1986: Senior Consultant bei Mülder & Partner
1991: Gesellschafterin und Geschäftsführerin der GK Unternehmens- und Personalberatung
2018: Vorstandsmitglied bei GWPR (Global Women in PR)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

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