Köpfe der Kommunikation

Beat Balzli


Status: Beat Balzli ist als Chefredakteur der “Wirtschaftswoche” einer der wichtigsten deutschsprachigen Wirtschaftsjournalisten.

Geboren am 13. Februar 1966 in Hamburg

Bio: Ein Faible für Geld hat Beat Balzli schon immer: Als Kind will er Notenbanker werden, verrät er im Fragebogen von turi2.tv. Balzli wird in Hamburg geboren, wächst in Luzern auf und studiert in Bern und Paris VWL und BWL – beruflich pendelt er seit Jahrzehnten zwischen Deutschland und der Schweiz. In seiner Vita finden sich Stationen beim “Spiegel”, der Schweizer “Handelszeitung” und Springers “Welt am Sonntag”. 2017 übernimmt Balzli von Miriam Meckel die Chefredaktion der “Wirtschaftswoche”.

beat.balzli@wiwo.de

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wiwo.de (Beiträge in der “Wirtschaftswoche”)

Beat Balzli in der “turi2 edition #10”: Killt die Digitalisierung die deutschen Exportweltmeister aus dem Mittelstand?
turi2.de

Beat Balzli im Februar 2018 im 5-Minuten-Interview mit turi2.tv über Vorurteile gegen Schweizer und seinen Ehrgeiz bei der “Wirtschaftswoche”:

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Beat Balzli bei turi2:

    • Hör-Tipp: “Wiwo”-Chef Beat Balzli lässt sich zum “Chefgespräch”-Jubiläum grillen.

      Hör-Tipp: Zur 100. Folge vom “Chefgespräch” ist “Wirtschaftswoche”-Chefredakteur Beat Balzli (Foto) in seinem eigenen Podcast zu Gast: “Ich wollte dieses kleine Jubiläum eigentlich verdrängen und so tun, als sei nichts geschehen, doch man ließ mich nicht”. “Handelsblatt”-Chefredakteur Sebastian Matthes übernimmt die Rolle des “Einheizers” und findet u.a. heraus, dass es nie das Karriereziel von Balzli gewesen ist, Chefredakteur zu werden.
      wiwo.de (40-Min-Audio)

    • Hör-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr hält die RNA-Technologie für extrem sicher.

      Hör-Tipp: Curevac-Gründer Ingmar Hoerr sagt im Chefgespräch-Podcast der “Wirtschaftswoche” mit Beat Balzli, dass kein “Medikament so gut erforscht ist wie die RNA-Technologie”. An ihr werde bereits 20 Jahre gearbeitet. Bill Gates habe er persönlich “im Heizungskeller eines Pariser Hotels” von seinem Einstieg bei Curevac überzeugt. Er spreche sich mit Kollegen wie Uğur Şahin ab, weil sie “eine völlig neue Industrie” aufbauen. Hoerr berichtet auch von seiner Hirnblutung, die ihn zu Beginn der Corona-Pandemie ins Koma fallen ließ und fordert “mehr Mut zu Visionen in Deutschland”.
      wiwo.de (49-Min-Audio)

    • Hör-Tipp: Opel-Chef Michael Lohscheller will Kunden für E-Mobilität begeistern.

      Hör-Tipp: Opel-Chef Michael Lohscheller erläutert im “Wirtschaftswoche Chefgespräch” mit Beat Balzli sein hehres Ziel, Kund*innen restlos für E-Mobilität zu begeistern. Lohscheller sieht Opel sowohl in Sachen Elektroantrieb als auch bei leichten Nutzfahrzeugen gut aufgestellt. Wermutstropfen: Die Infrastruktur für E-Mobility hinkt seiner Meinung nach hinterher.
      podcasts.apple.com (45-Min-Podcast)

      Aus dem Archiv von turi2.tv: Michael Lohscheller im Agenda-Fragebogen. (1/2020)

    • turi2 Termin-Tipp: turi2 Clubraum, Europe 2021, Cookies und Co.


      Clubhouse, Cookies & Europa sind die Themen der drei Veranstaltungen, die wir Ihnen in dieser Woche ans Herz legen: Heute Abend um 19 Uhr öffnen wir zum ersten Mal den neuen turi2 Clubraum bei Clubhouse. Gemeinsam mit Tijen Onaran, Philipp Westermeyer, Ina Tenz, Christian Loefert, Marieke Reimann und Alexander Leinhos diskutieren wir die Frage: Welche Chancen bieten digitale Gesprächs­räume der Kommunikations­branche? Von Dienstag bis Donnerstag laden “Tagesspiegel”, “Zeit”, “Handelsblatt” und “Wirtschaftswoche” zur Online-Konferenz Europe 2021 ein – am Mittwoch diskutieren dort Giovanni di Lorenzo, Beat Balzli und Sebastian Matthes über die Rolle der Medien. Und am Donnerstag bietet das Webinar Das Ende der Third Party Cookies und neue Erfolgsstrategien für Publisher einen Ausblick für die Verlagsbranche.

      In diesem Newsletter finden Sie außerdem zehn weitere Termin-Tipps für den Februar – und auf turi2.de/termine gibt es unsere ständig aktualisierte Übersicht für das gesamte Jahr. Vermissen Sie noch einen Termin? Schreiben Sie uns an post@turi2.de.

      1. Februar: Clubhouse und Co – Welche Chancen bieten digitale Gesprächsräume der Kommunikationsbranche?
      Veranstalter: turi2
      Livestream bei Clubhouse
      turi2.de

      2. bis 4. Februar: Europe 2021
      Veranstalter: “Zeit”, “Handelsblatt”, “Wirtschaftswoche”, “Tagesspiegel”
      Online-Konferenz
      verlag.zeit.de

      4. Februar: Das Ende der Third Party Cookies und neue Erfolgsstrategien für Publisher
      Veranstalter: VDZ-Akademie
      Webinar
      vdz-akademie.de

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      Die Welt ist im Umbruch und die neuen Marktführer formieren sich.
      Im Gratis-Webinar sagt Investor und Tech-Experte Frank Thelen, was auf uns zukommt und wie Anleger jetzt mitverdienen können: Jetzt kostenlos anmelden für den 1. Februar.

      Weitere Termine der kommenden drei Wochen im Februar

      8. Februar: “Spiegel”-Gespräch mit Lisa Eckhart und Philipp Hübl – Die Macht der Sprache
      Veranstalter: “Spiegel”
      Livestream
      spiegel-live.de

      9. bis 13. Februar: Perspektiven 2021
      Veranstalter: Convent
      Online-Konferenz
      convent.de

      9. bis 18. Februar: Deep Dive Instagram Marketing
      Veranstalter: OMR
      Webinar
      xing.com

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      Du willst wissen, was mit XR-Technologie in der Medienwelt möglich ist? Woran gearbeitet wird? Und in welche Richtung sich die Technik entwickelt? Im neuen Report Extended Reality (XR) in der Medienwelt findest Du Best Cases, Hands-on Tipps von Branchenexpert*innen und vieles mehr. Hier kostenlos downloaden!

      Logo-turi2tv-150 turi2.tv10. Februar: turi2 Clubabend mit Kai Diekmann
      Veranstalter: turi2
      Livestream
      turi2.de

      16. bis 19. Februar: Intensivtraining Pressesprecher*in 4.0
      Veranstalter: DAPR
      Webinar
      dapr.de

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      Katzen sitzen hinterm Kachelofen – Innovatoren im Media Lab Bayern!
      Wir geben dir zwei Monate und bis zu 10.000 Euro, um mit deiner innovativen (Tech-)Idee eine unserer Challenges zu lösen! Bewirb dich jetzt für das R&D Fellowship

      16. Februar bis 1. März: IMC International Media Conference
      Veranstalter: IPS Gruppe
      Online-Konferenz
      ips-d.de

      22. Februar: Chatbots – Perspektiven und Chancen für Medienunternehmen
      Veranstalter: digital publishing report
      Webinar
      digital-publishing-report.de

      23. bis 25. Februar: secIT by Heise
      Veranstalter: Heise Medien
      Online-Konferenz
      heise.de

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      turi2 eröffnet den Clubraum der Kommunikations­branche – jeden Montag um 19 Uhr in der Clubhouse-App. Zur Premiere heute Abend diskutieren wir mit Tijen Onaran, Philipp Westermeyer, Ina Tenz, Christian Loefert, Marieke Reimann und Alexander Leinhos über das Thema “Clubhouse und Co: Welche Chancen bieten digitale Gesprächs­räume der Kommunikations­branche?”.
      turi2.de/clubraum

      25. Februar: Sales Marketing Messe
      Veranstalter: Netcomm
      München
      sales-marketing-messe.de

      26. Februar: 2b AHEAD Zukunftstag
      Veranstalter: 2b Ahead
      Online-Konferenz
      zukunftstag.zukunft.business

      Alle Veranstaltungen für Meinungsmacher*innen gibt’s immer aktuell auf turi2.de/termine.

    • Hör-Tipp: ADC-Präsidentin Spengler-Ahrens über die Nachteile von Home-Office.

      Hör-Tipp: Im Home-Office bröselt das Gemeinschaftsgefühl, beklagt Dörte Spengler-Ahrens, Präsidentin des Kreativclubs ADC und Werberin bei Jung von Matt im Chefgespräch-Podcast der “Wirtschaftswoche” mit Beat Balzli. Der Agentur-Spirit lasse sich nicht gut über Videokonferenzen übertragen. Auch das Beschnuppern von Neukund*innen gestaltet sich auf Distanz schwieriger. Spengler-Ahrens hofft auf ein baldiges Ende des Lockdowns, eine Verlängerung würde sich “betriebsergebnisgefährdend” auswirken: “Die Wirtschaft hält das nicht mehr lange durch”.
      wiwo.de (48-Min-Audio)

    • Willkommen im Club: Christina Esser

      Willkommen im Club der https://turi2.de/index/koepfe: Für Christina Esser, Chefin des Prisma-Verlags hinter dem gleichnamigen Fernsehheft, ist der Mauerfall ihr größter TV-Moment. Esser ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungsmacher*innen in Deutschland. Schon länger im Köpfe-Index dabei sind u.a. Julia Jäkel, Dennis Ballwieser oder Beat Balzli.
      turi2.de/koepfe (Profil Esser)

    • Hör-Tipp: Nur 3 % der Zimmer von Motel One sind in der Krise belegt.

      Hör-Tipp: Dieter Müller (Foto), Gründer von Motel One, hat während der Krise nur rund 3 % der Zimmer vermietet, sagt er im “Wirtschaftswoche”-Podcast mit Chefredakteur Beat Balzli und Christian Schlesiger, Ressortleiter Unternehmen. Nur 15 der 74 Motel-One-Häuser öffneten durchgängig – u.a. an “strategischen Punkten” wie am Berliner Hauptbahnhof. Auch bei Christoph Hoffmann, Mitgesellschafter der Hotelkette 25hours, ging mit der Pandemie “alles den Bach runter”.
      wiwo.de (40-Min-Audio)

    • turi2 edition #10: 20 Fragen an 2020 – beantwortet von 20 Chefredakteur*innen.

      Blick in die Glaskugel: Wir haben 20 wichtige Zukunftsfragen an 20 Chefredakteur*innen gestellt. Lesen Sie hier die zukunftsweisenden Antworten – u.a. Peter Winter über weiblichen Journalismus, Jörg Quoos über politische Debatten, Beat Balzli über Digitalisierung und Mittelstand und Madeleine Jakits über Foodtrends.

      Mit Texten von:
      Petra Winter, Bascha Mika, Jörg Jakob, Ulf Poschardt, Claudia Röttger, Jörg Quoos, Moritz Hürtgen, Angela Meier-Jakobsen, Philipp Köster, Thomas Vašek, Gaby Höger, Bene Benedikt, Hansjörg Falz, Nikolaus Gelpke, Madeleine Jakits, Beat Balzli, Robert Pölzer, Jochen Wegner, Boris Glatthaar, Sven Gösmann

      Petra Winter, wie weiblich wird der Journalismus?
      Gerade erlebe ich, wie enorm schnell sich Frauen in unserer Branche nach oben und nach vorn bewegen, wie Kolleginnen Spitzenpositionen besetzen und einen super Job machen: extrem schnell und mit einer hohen Leidenschaft! Nicht selten sind wir rein weibliche Runden; diskutieren, fragen und entscheiden gezielt, ohne Dünkel und mit dem Bewusstsein vollsten Vertrauens in uns und unsere Fähigkeiten. Es gibt wenig bis gar kein Gelaber in diesen Runden. Wir haben einfach keine Zeit dafür. Schließlich ist es uns wichtig, neben dem Job auch zu Zuhause mit der Familie beim Abendessen zu sitzen oder anderen privaten Dingen nachzugehen. Diese Haltung und Effizienz finde ich wunderbar! Die Produkte und Dienstleistungen, die wir als Medienhaus gestalten und anbieten, sind für einen sehr weiblichen Markt gemacht. Frauen sind die Konsumentinnen unserer Angebote. Sie lesen und kommunizieren einfach gern. Ich bin davon überzeugt, dass wir (Frauen) häufig besser wissen, was gut ankommt und was nicht. Dabei möchte ich nicht allen Männern die Fähigkeit zur Empathie absprechen. Ihr könnt Euch ganz bestimmt auch ganz gut in andere hineinversetzen, zeigt es uns gern häufiger.
      Petra Winter, Chefredakteurin “Madame”, Link

      Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter RundschauBascha Mika, wird es 2020 einen Aufstand der alten weißen Frauen geben?
      1. Alte weiße Männer sind berüchtigt. Alte weiße Frauen? Unsichtbar. Das könnte ein hübscher kleiner Aufstand durchaus ändern.
      2. Alte weiße Männer fühlen sich überlegen, pochen auf ihre Vormachtstellung und halten diese für gottgegeben. So viel geistige Beschränktheit müssen alte weiße Frauen erst einmal hinkriegen.
      3. Alte weiße Männer haben die Macht, das Geld und die Aufmerksamkeit. Auftrag für alte weiße Frauen: Nehmt ihnen die Privilegien und verteilt sie gerecht.
      4. Alte weiße Männer krähen oben auf dem Misthaufen, zu dem sie die Welt gemacht haben. Alte weiße Frauen könnten auf die Idee kommen, dass Hähne eine fette Suppe abgeben.
      5. Alte weiße Männer sind ein ewiger Treppenwitz der Geschichte. Alte weiße Frauen könnten endlich mal loslachen.
      6. Denn zweifellos ist es in jedem Alter von Vorteil, wenn das Hirn nicht von Testosteron vernebelt wird.
      Bascha Mika, Chefredakteurin “Frankfurter Rundschau” Link

      Jörg Jakob, wird der FC Bayern München am Ende der Saison endlich mal nicht Meister?
      Die Frage ist tückisch. Denn das “endlich” verlangt nach einer Aussage, aus der sich Sympathie oder Antipathie ableiten lassen. Doch darum geht es nicht, sondern einzig um Leistung. Werden die Bayern nach 34 Spieltagen zum achten Mal in Folge Meister, ist das verdient. Die Bundesliga würde damit gewiss keinen Schaden nehmen. Allein schon das angriffslustigere Auftreten von Borussia Dortmund und RB Leipzig zu Saisonbeginn haben dafür gesorgt, dass von Langeweile nicht mehr die Rede war. Denn darum geht es: Den Rekordmeister mal wieder mutig herauszufordern, auch wenn man Gefahr läuft, sich eine blutige Nase zu holen. Diese Haltung, die Abkehr vom Versteckspiel, haben wir im “Kicker” zu Saisonbeginn gelobt. Jetzt heißt es: nicht einknicken. Auch wenn dieser Text unter dem Eindruck des 12. Spieltages entsteht, an dem der FCB zum dritten Mal hintereinander souverän gewonnen hat: Weil neben den beiden genannten Klubs auch Borussia Mönchengladbach noch mitmischt, wird Bayern mal nicht Meister. Viele Jägerchen wären damit des Hasen Tod.
      Jörg Jakob, Chefredakteur “Kicker” Link

      Ulf Poschardt, wo findet der politische Diskurs der 2020er Jahre statt, wenn nicht bei Social Media?
      Der politische Diskurs findet in den Apps und auf den Homepages liberaler, meinungsstarker, pluralistischer Medien statt. Nach dem Vertrauensverlust in Facebook ist Twitter 2019 zu einer Giftmolkerei verkommen. Mangelnde Regeln und eine bis ins Kindergärtliche getriebene Radikalisierung linker und rechter Ränder haben Twitter erledigt. Umso vergnüglicher werden andere Orte der Kommunikation. Instagram gehört mit seiner aufreizenden Oberflächlichkeit dazu. Auch, weil politische Konzepte Massen gefallen sollen. Die Grünen machen das gerade vor. Der unselige deutsche Hang, tolerant nur für die Mitsprecher der eigenen Ansichten zu sein, hat sich hierzulande auf Twitter ein beeindruckendes Mahnmal gesetzt. Die Humorlosigkeit der Linken, die Biederkeit der Rechten und das Schweigen der Mitte sorgen für einen tristen Hass-Eintopf. Aber jeder Markt ist gerecht. Auch der des politischen Diskurses: Wir von der “Welt” nehmen gerne alle Twitter-Flüchtlinge auf.
      Ulf Poschardt, Chefredakteur “Welt” Link

      Claudia Röttger, wird das Alter cool?
      Manchmal sagt meine Tochter Carla: “Mama, du bist echt cool!” Ich gebe zu: Für mich klingt das nach einem der schönsten Komplimente, die meine Elfjährige mir machen kann. Schließlich trennen uns vier Jahrzehnte. Die allermeisten Mütter in meinem Mittelalter fühlen sich geschmeichelt, wenn sie mit dieser Vokabel bedacht werden. Nicht im Sinne von tough und unnahbar, sondern im Sinne von beachtlich. Etwa, weil jemand bedingungslos seinem Herzen folgt, sich etwas traut, andere überrascht. Warum sollte damit an einem hoch zweistelligen Geburtstag Schluss sein? Immer mehr Menschen starten gelassener und gesünder als Generationen vor ihnen in ihre zweite Lebenshälfte. Und sie haben neue, positivere Bilder vom Alter im Kopf. Das birgt unfassbar viele Chancen für ziemlich coole Geschichten.
      Claudia Röttger, Chefredakteurin “Senioren Ratgeber” Link

      Jörg Quoos, erleben wir ein neues Weimar – mit politischer Radikalisierung und Polarisierung der Ränder?
      Vom politischen Weimar sind wir zum Glück noch weit entfernt. Die Demokratie ist stark und von echter Wirtschaftskrise keine Spur. Aber man kann dennoch feststellen: Es ist etwas ins Rutschen gekommen. Die öffentliche Auseinandersetzung ist deutlich härter und unversöhnlicher geworden. Es braucht da als Antwort keine weitere Zuspitzung. Es braucht aber sehr wohl mehr Bereitschaft, auf Argumente inhaltlich zu reagieren und Fehler ohne Beschönigung zu benennen. Wenn wir an den politischen Rändern Debatten erleben, die sich faktenfrei nur innerhalb ihrer Blasen abspielen, dann ist das schlecht für die Demokratie. Medien, die kontroverse Debatten moderieren und mit Recherchen Fakten liefern, sind daher wichtiger denn je. Das unterscheidet klassische Medienmarken von den Social-Media-Giganten. Die sind nur die Plattform. Ihnen ist egal, ob in ihrem Schaufenster klick-relevanter Müll oder wertvolle Denkanstöße stehen.
      Der Rückgang im Print hat mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung im Übrigen wenig zu tun. Es gibt genügend starke Marken, die guten Journalismus auch digital ausspielen. Nicht Auflagenverluste bei den Tageszeitungen haben die Wirkungsmacht von Medien bei Lesern und Usern in den vergangenen Jahren beschädigt. Schädlich waren die Zunah- me von politischen Erziehungsversuchen durch Journalisten, das Faken von Klischee-Welten à la Relotius und das Wegsehen bei unbequemen Themen.
      Jörg Quoos, Chefredakteur Funke-Zentralredaktion Link

      Moritz Hürtgen, wie lustig werden die 2020er Jahre?
      Schwer zu sagen! Manchmal hilft aber ein Blick in die Vergangenheit. Vor knapp einhundert Jahren ging es nämlich sehr lustig zu: Überall ulkige Kriegsversehrte, die mit dem Zirkus durchs Land zogen, eine NSDAP, die man noch heiter belächelte und ihr Personal jede Woche in öffentlich-rechtliche Talkshows einlud, und schließlich die Rolling Stones, die den Rock’n’Roll erfanden und die “Roaring Twenties” prägten. Ich sehe heute ganz ähnliche Entwicklungen und also ein großes Fun-Potential. Vielleicht lässt sich Björn Höcke 2023 ins Gefängnis sperren, um ein Buch zu schreiben, wer weiß! Wie lustig die neuen 20er Jahre werden, hängt für mich als Satiriker aber vor allem von der K-Frage ab. Wer folgt auf Angela Merkel? Fest steht: Es wird nicht AKK, es wird wieder ein Mann. Nur welcher? Mit Kanzler Robert Habeck sähe ich “Titanic” in der Pflicht, auf einen pubertären Bums-Humor, ja auf Ficki-Ficki-Gags und schlüpfrige Habeck-Starposter zu setzen. Im Falle Friedrich (Merz) könnten wir die Uhr gut 30 Jahre zurückdrehen und kostengünstig Politsatire aus den 80ern recyceln. Der facettenreiche, unberechenbare Markus Söder würde uns als Redaktion hingegen sehr fordern und tierisch Arbeit machen. Ich hoffe, er bleibt in seinem bekloppten Bayern. Der Langweiler Armin Laschet wäre für den Satirestandort Deutschland eine echte Katastrophe, wir würden unseren Fokus notgedrungen auf sein verkommenes Instagram-Söhnchen richten müssen. Fazit: Wir werden auch in den 20ern einen Weg finden; egal, was kommt. Und die meisten werden das – zum Glück! – auch weiterhin nicht lustig finden.
      Moritz Hürtgen, Chefredakteur “Titanic” Link

      Angela Meier-Jakobsen, killt Social Media den guten alten Klatsch im Real Life?
      Auf keinen Fall! Viel mehr kann Social Media den Klatsch sogar noch befeuern – denken Sie doch nur mal daran, wann Sie das letzte Mal jemandem erzählt haben, was Ihr Be-kannter XY gerade wieder bei Instagram gepostet hat. Social Media ist mittlerweile sogar eine zuverlässige Geburtsstätte für gute Klatsch-Geschichten! Wenn man sich nur mal genauer anschaut, wer wem folgt, wer wem nicht und wer wem neu- erdings nicht mehr – das verrät schon einiges über die Stars. Natürlich nutzen Stars ihre Social-Media-Kanäle mittlerweile als Multiplikatoren für die eigenen Botschaften. Heute rufen nur noch wenige Promis in einer Zeitschriften-Redaktion an und verraten einem, dass sie sich gerade verlobt haben. Stattdessen geben sie das lieber über ihre eigenen Kanäle bekannt. Ist für sie ja auch praktisch: So können sie selbst Zeitpunkt, Text und Foto bestimmen – und hoffen, damit in der Öffentlichkeit ein bestimmtes Bild einer Geschichte zu zeichnen. Und genau da kommen wir wieder ins Spiel! Unsere Aufgabe ist es, sich diese Botschaften der Promis anzugucken und zu analysieren. Wir kennen die Promis, wissen über ihre Vorgeschichten Bescheid und entdecken Zusammenhänge, die vielleicht nicht sofort ersichtlich sind. Daraus entstehen oft die besten Klatsch-Geschichten! Übrigens: Wir sind mit unseren Marken natürlich auch auf allen Social-Media- Kanälen vertreten und versorgen damit unsere diversen Zielgruppen.
      Angela Meier-Jakobsen, Chefredakteurin “InTouch”, “Closer”, “Joy”, “Shape” Link

      Philipp Köster, können die deutschen Fußballfans 2020 endlich wieder jubeln?
      Das kommt ganz auf die Ansprüche der Anhänger an. Wenn sie schon damit zufrieden sind, dass es die Nationalelf bei der Europameisterschaft im Juni mit Ach und Krach bis in die Finalrunde nach London schafft, dann ja. Ansonsten könnte das ein eher ödes Fußballjahr werden. Weil die Bayern natürlich wieder Meister werden. Weil spätestens ab März auch kein deutsches Team mehr in der Champions League da- bei sein wird. Und weil es leider derzeit ein paar Nationalmannschaften gibt, die deutlich besser sind als Jogi Löws Truppe und diese den EM-Titel unter sich ausmachen werden. Überhaupt wird die Europameisterschaft 2020 eine große Wundertüte. Erstmals sind nämlich 24 Mannschaften dabei, darunter ein paar Teams, die bei solchen Turnieren nichts zu suchen haben. Wer also spannende Spiele erwartet, sollte erst ab dem Halbfinale einsteigen. Außerdem gibt es diesmal kein Gastgeberland, stattdessen wird überall in Europa gekickt. Das ist sehr schade, weil das Schönste an solchen Turnieren ja sonst immer ist, dass sangesfreudige Fanhorden aus Nordirland oder Portugal auf euphorische Einheimische treffen. Dieser fußballkulturelle Clash fällt diesmal leider aus. Kann natürlich sein, dass sich das ganze Gemecker verflüchtigt, wenn erstmal der Ball rollt. Vielleicht überrascht uns ja sogar das deutsche Team, vielleicht entpuppt sich Matthias Ginter nach all den Jahren plötzlich als umsichtiger Abwehrchef, vielleicht verletzt sich Marco Reus diesmal nicht pünktlich zum Turnierbeginn und ganz vielleicht kann Löw tatsächlich als Europameister abtreten. Und das wäre doch wirklich ein Anlass zum Jubeln.
      Philipp Köster, Chefredakteur “11 Freunde” Link

      Thomas Vašek, welche philosophischen Fragen würden Sie gern von Künstlicher Intelligenz erörtert sehen – und welche lieber von Richard David Precht?
      Computerprogramme können schon Texte übersetzen, Krankheiten diagnostizieren oder Autos lenken. KI, so glauben viele, wird bald Tätigkeiten übernehmen, die bisher uns Menschen vorbehalten waren. Werden schlaue Algorithmen eines Tages auch philosophieren können? Ist der nächste Platon womöglich ein Quantencomputer? Das kommt ganz darauf an, was man unter Philosophie versteht. Reduziert man sie auf rationale Reflexion, auf ein methodisches Nachdenken über das Denken, dann sehe ich nicht, warum lernfähige Computerprogramme dazu nicht in der Lage sein sollten. Versteht man unter Philosophie aber eine genuin menschliche Tätigkeit, ein offenes Fragen nach dem Sinn, dann sieht die Sache anders aus. Zwar können Computer am Ende nur rechnen. Sie verstehen nicht, was Informationen bedeuten. Das heißt aber keineswegs, dass sie nicht denken können. Sie denken nur nicht so, wie Menschen denken. Eine Maschine könnte vielleicht ein perfektes Argument konstruieren. Aber es wäre kein menschliches Argument mehr. Was den Programmen auch fehlt, ist die menschliche Erfahrung. Die Philosophie lebt von unserer Endlichkeit, unserem fundamentalen Nichtwissen. Heute machen die besten Schachprogramme Züge, deren Sinn menschliche Spieler nicht mehr nachvollziehen können. Es wäre theoretisch möglich, dass eine Superintelligenz eines Tages eine Art Hyper-Philosophie entwickelt, die wir nicht mehr verstehen können. Das wäre dann aber keine menschliche Philosophie mehr. Eine solche Intelligenz wäre auch kein Philosoph mehr. Sie wäre eine Art Gott.
      Thomas Vasek, Chefredakteur “Hohe Luft” Link

      Gaby Höger, bereitet die schwäbische Haus- frau ihre Maultaschen künftig vegan zu?
      Sicher gibt es heute schon schwäbische Hausfrauen, die eine fleischlose Variante des Heimat-Klassikers lieber mögen. Den einen schmeckt‘s einfach besser, anderen geht es um ethische Gründe wie das Tierwohl. Aber: Viele Familien, gerade im ländlichen Raum, pflegen die traditionellen Rezepte ihrer Großmütter und geben sie an ihre Kinder weiter. So bleibt kulinarisches Kulturgut erhalten – und das finde ich gut. Wenn man sich wie ich ab und zu ein Stück Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gönnt, muss man kein schlechtes Gewissen haben – und sollte sich auch keines einreden lassen. Gerade, wenn Kinder mit am Esstisch sitzen, haben Fleisch und Fisch ihre Berechtigung, denn deren Vitalstoffe sind wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung. Das soll nicht heißen, dass vegetarische Ernährung zwangsläufig zu Mangelerscheinungen führt. Aber sie setzt Wissen voraus, etwa welche Pflanzen reich an Eiweiß sind, wie man seinen Bedarf an Eisen deckt und vieles mehr. Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er sich zu ernähren hat. Aber ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen sich bewusst mit Ernährung auseinandersetzen. Und egal, welchem Trend sie folgen, eines sollte nicht zu kurz kommen: der Genuss. Denn gutes Essen verbindet Menschen, schafft eine erholsame Auszeit aus dem meist digitallastigen Alltag und bietet Zeit für Gespräche in der Familie. Das bestätigen uns auch immer wieder unsere Leser. Ihnen gefällt die Mischung in “Meine Familie & ich”. Da ist die moderne vegetarische Küche genauso genussreich vertreten wie ein klassischer Sauerbraten für die Sonntagseinladung. Das Leben hat eben viele Aspekte und genauso abwechslungsreich sollte auch unser Speiseplan sein.
      Gaby Höger, Chefredakteurin “Meine Familie & ich” Link

      Bene Benedikt, gehen unsere Berge vor die Hunde?
      Unsere Berge??? Nein, es sind nicht unsere Berge! Sie gehören uns nicht, sie sind kein Konsumgut. Wir haben kein “Recht auf Berge”, so sehr wir sie lieben! Diese Liebe für die Natur, für die Berge, fürs Draußen-Sein wird sicher weit in die 2020er-Jahre hinein anhalten. Allerdings braucht es noch mehr Rücksicht, vulgo Achtsamkeit, im Blick auf die Nachhaltigkeit unseres Tuns. Wir achten schon darauf, woher die “Bauteile” unserer Alltags-Outdoorjacken stammen. Wir werden unsere Mobilität verändern, unseren Weg zu den Bergen. Aber wie? Zug statt Auto? Wasserstoff statt Erdöl? Wir werden sehen. Die Touristiker sind vorn dran: Highlight der Jahrespressekonferenz einer alpinen Region waren zwei Einheimische, die von ihrer Alm und ihrer Hütte schwärmten, vom ruhigen Leben wie einst. Klare Botschaft: Der individuelle Tages- oder Wochenendausflügler ist ein Auslaufmodell. Der biwakierende Selbstverwirklicher erst recht, denn der tut das auf Kosten der Natur, besonders in Schutzgebieten. Und reden wir gar nicht von den elektrischen Radlern, die die Wanderwege fluten und auf Berghütten um Strom betteln. All diese Kurzzeit-Phänomene werden wir Bergler überleben. Wobei das mit dem Überleben nicht so einfach ist: Die Gefahr ist größer, von einem überfüllten Gipfel geschubst zu werden, als in eine Schlammlawine zu kommen. Noch. Denn der Klimawandel ist real, die Gletscher schmelzen schneller als Kartografen zeichnen können – und ohne Permafrost werden hohe Gipfel haltlos. Doch die existenzielle Gefahr ist nicht der Berg, sondern der Mensch. Der sollte nicht nur aktiv sein, sondern auch mal loslassen können: beim Lesen, Blättern, Wischen, Staunen.
      Bene Benedikt, Chefredakteur “Alpin” Link

      Hansjörg Falz, reisen wir wegen Greta künftig nach Borkum statt Koh Phi Phi?
      Kein Borkum-Bashing, bitte! Die kleine ostfriesische Insel im Wattenmeer ist um Lichtjahre attraktiver als “The Beach” auf Koh Phi Phi, der am Overtourism langsam zu Grunde geht, weil sich täglich mehr als 7.000 Menschen dort auf die Füße treten. Borkum steht hoffentlich als Synonym für unentdeckten, ehrlichen und individuellen Tourismus. Dahin kommen wir mit Bahn, Boot oder Bus – das sollte selbst Greta gutheißen. Ich prognostiziere: Die Fernreise mit dem Flieger wird ein Auslaufmodell werden, wenn die Anbieter nicht bald Antworten auf die wachsenden Fragen wachsamer Reisender finden. Ich weiß von einem Reiseveranstalter, dass nur ein Prozent der Gäste bereit ist, freiwillig eine Abgabe für die Kompensation der CO2-Emission ihrer Flugreise zu leisten. Also muss man sie zwingen. Auch wir Reisemagazin-Macher müssen uns dem Thema Nachhaltigkeit stärker stellen als bisher. Momentan registriere ich bei Mitbewerbern, dass Leser*innen beispielsweise für ein Öko-Hotel in Singapur begeistert werden sollen. Das ist natürlich Unfug, wenn die Anreise nicht gerade zu Fuß oder mit der Segelyacht stattfindet. Wir von “Merian” freuen uns grundsätzlich über den Megatrend, dass wir Deutschen unsere Heimat neu entdecken wollen. Egal, ob Borkum, Bonn oder Brandenburg. Die Hälfte unserer Hefte thematisiert deutsche Regionen oder Städte, drei der vier jungen “Merian Scouts” sind City-Porträts über deutsche Metropolen: Hamburg, Frankfurt und Leipzig. Weitere werden folgen. Das macht uns im Sinne der Nachhaltigkeit wohl zum “grünsten” aller Reisemagazine.
      Hansjörg Falz, Chefredakteur “Merian” Link

      Nikolaus Gelpke, gibt es auch Vorteile, wenn der Meeresspiegel steigt?
      Nein, hier gibt es absolut keine Gewinner. Offensichtlich und für jeden wahrnehmbar bedroht der Meeresspiegelanstieg unseren Lebensraum an der Küste. Und fügen wir doch dieser einen Problematik noch eine weitere hinzu: Plastikmüll. Auch hier gibt es kein Vertun. Die Gefahr ist groß und real, niemand würde sie leugnen. Jeder assoziiert mit Müll etwas Negatives und weiß: Müll gehört nicht in die Natur. Medial ist Müll mit einfachen Mitteln darzustellen und den Menschen ohne komplizierte wissenschaftliche Verfahren nahezubringen. Ohne die – unstrittig sehr ernstzunehmenden und realen – Bedrohungen durch den Meeresspiegelanstieg und die Plastikvermüllung in irgendeiner Form schmälern zu wollen, wird jedoch meisthin übersehen, dass die Ozeane viel extremer und nachhaltiger unter zwei anderen Folgen des Klimawandels leiden: unter der Versauerung und der Erwärmung. Wenn ich aber, um diese Probleme darzulegen, zunächst den Karbonat- oder Säurehaushalt der Meere erlären muss, können dies die wenigsten nachvollziehen, da die Zusammenhänge abstrakt und weder fassbar noch sofort sichtbar sind. Im Zeitalter des Anthropozäns und des zunehmenden populären Denkens rücken folglich die buchstäblich begreifbaren Bedrohungen in den medialen, politischen und gesellschaftlichen Fokus, während die noch größeren Katastrophen in den Hintergrund geraten. So verhindern wir, das Wichtige, also das Richtige zu tun. Politik, Medien und Aktivisten gefallen sich mit einfachen Botschaften in ihrer Rolle als Meeresretter und blockieren so auch in diesem Fall den Blick auf das komplexere Entscheidende. Offensichtlich eine zeitgenössische Dynamik.
      Nikolaus Gelpke, Chefredakteur “Mare” Link

      Madeleine Jakits, wie fein schmecken Insekten?
      Insekten esse ich (noch) nicht, weil ich Appetit darauf habe – allenfalls verschluckt man mal versehentlich
      eine arme Fruchtfliege, die im Saftglas ertrunken ist. Ich habe vor etwa 30 Jahren in Thailand aus Neugier frittierte Heuschrecken probiert und die waren gut! Wie Pommes frites mit Crunch und Beinchen. Das kann man essen, soll auch vom Nährwert her empfehlenswert sein. Und vielleicht müssen wir es irgendwann sogar. Das Thema Nachhaltigkeit ist ja längst gelebt – jedenfalls in vielen Restaurants der oberen Liga. Jeden Monat steht an vielen Stellen im “Feinschmecker”: brutal lokal, nose to tail, eigene Gemüsegärten ohne Glyphosatorgien, weniger Fleischkonsum, dafür gute Qualität von Metzgern des Vertrauens etc. Aus Galizien im äußersten Nordwesten Spaniens kommen zum Beispiel seit Jahren köstliche (und wunderschöne), zarte, farbenfrohe Algen, es gibt sogar schon Züchter. Die versenden die Ware auch an Top-Restaurants in Deutschland. Und das Zeug ist gesund und erfrischend. Algen sind außerdem ein hervorragender Dünger, gerade die derben Riesen unter den Algen, die man häckselt und dann auf dem Acker ausbringt. Die Teller sind längst grüner geworden – vor allem bei Leuten, die sich Gedanken über ihr Essen machen. Man muss nicht Vegetarier sein, um zu wissen, wie bereichernd gerade Gemüse und Kräuter für viel guten Geschmack sind. Früher haben die Menschen selbst gefangene Schnecken, Frösche und Singvögel gegessen – meist, weil sie arm waren und sich Fleisch vom Metzger nicht leisten konnten. Insekten sind sicher eine Option, es ekelt halt viele allein bei der Vorstellung, diese Dinge zu essen. Ich weiß ja nicht, wie es um die verschiedenen Heuschreckensorten bestellt ist – aber stellen Sie sich vor, man könnte große Plagen einfach mit der Fritteuse bekämpfen. Das wäre doch auch nachhaltig.
      Madeleine Jakits, Herausgeberin “Feinschmecker” Link

      Beat Balzli, killt die Digitalisierung die deutschen Exportweltmeister aus dem Mittelstand?
      Klare Antwort: Auf keinen Fall – was aber nicht bedeutet, dass jeder Exportweltmeister von heute morgen auch noch einer ist. Die deutschen Mittelständler sind zwar oft in der Hand von Patriarchen, aber dennoch ein ziemlich diverses Völkchen. Da gibt es welche, die seit Jahrzehnten das gleiche Produkt mit üppigen Margen verkaufen und bisher keine Konkurrenz hatten. Das hat sie auch auf dem Feld der Digitalisierung träge gemacht. Sie hängen zudem oft an wenigen Kunden – nicht selten aus der Autoindustrie – und werden es schwer haben, wenn sich die Welt so ändert, wie es derzeit aussieht. Aber für die Mehrheit der großen Hidden Champions ist die Digitalisierung nur die nächste Revolution, mit der sie klarkom- men müssen. Für sie ist Veränderung längst zu einem Teil der DNA geworden.
      Beat Balzli, Chefredakteur “Wirtschaftswoche” Link

      Robert Pölzer, wird Grün der neue High-Society-Schick?
      Es existiert – unabhängig von Parteipräferenzen – ein großer gesellschaftlicher Konsens, dass wir
      Menschen den Planeten, auf dem wir leben, für die nachfolgenden Generationen erhalten müssen. Der Vorbildfunktion der trendbildenden Gesellschaftskreise – Künstler, Designer, Wirtschaftslenker und Prominente – kommt eine besondere Bedeutung zu. Hier werden Strömungen erkannt, geprägt und vorangetrieben. Nachhaltigkeit gehört hier nicht nur zum guten Ton, sie kann sogar ein Ausschlusskriterium sein. Wer Nachhaltigkeit nicht vorlebt, büßt schnell sozialen Status ein. Dabei erlaubt Nachhaltigkeit durchaus ein hohes Maß an Luxus und Eleganz. Man denke nur an die Trauung von Herzogin Meghan und Prinz Harry, die nachhaltiges Partygeschirr genauso anboten, wie sie mit einem E-Jaguar als Hochzeitswagen in die Flitterwochen fuhren. Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio oder Arnold Schwarzenegger schmücken sich mit Greta Thunberg an ihrer Seite. Wenngleich sie weiterhin mit dem Privatjet fliegen. Das Symbolhafte zählt vor dem Sinnhaften. Auch der New Faces Award Style von “Bunte” in Berlin stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Es wurden nicht nur nachhaltige Designerinnen ausgezeichnet, Preisträgerin Luise Befort trug einen 100 Prozent nachhaltigen Hosenanzug. Anders als sonst bei solchen Abenden üblich, wollte sie nicht mehrfach das Outfit wechseln. Auch wenn noch immer der Chauffeur mit dem dicken SUV vor der Location wartet, um den VIP zum Flughafen zu fahren – das Versprechen, schon bald mit dem Tesla zu kommen, ist Teil des neuen Katechismus der Society. Und wenn es so gelingt, den eigenen CO2-Ausstoß um 10 Prozent zu verringern, ist das ein guter Anfang.
      Robert Pölzer, Chefredakteur “Bunte” Link

      Jochen Wegner, wer hört sich einen fast neun Stunden langen Podcast an?
      Mittlerweile sind es wohl Milli- onen Menschen. “Alles gesagt?” war als kurz laufendes Experiment gedacht. Wir lieben lange Gespräche und bedauern den Platzmangel klassischer Medien. Wir fragten uns, was wohl passieren würde, wenn wir ein Interview führten, das nur endet, wenn der Gast “Stopp” sagt. Die Freude kann man uns sicher anhören – wir laden nur Menschen ein, mit denen wir Stunden an einem Esstisch verbringen wollen. Wir haben großes Glück mit unseren Gästen, sowohl Herbert Grönemeyer als auch Rezo haben uns ihr bisher längstes Interview gegeben. Mit Grönemeyer sangen wir “Männer”. Katarina Barley stritt mit uns über die Qualität von Moselwein. Und dazwischen reden wir über Feminismus und Diversität, die Krise der Volksparteien und die des Klimas. Viele Hörer schreiben uns, dass sie uns in Häppchen beim Pendeln hören, andere putzen ihre Wohnung und beschweren sich, dass die ungepflegt wirkt, wenn wir zu lange keine Folge veröffentlichen. Offensichtlich hat unser Podcast Zugang zu einer Sphäre, in der es stark verdichtete Interviews schwer haben: jenen Zen-artigen Zustand, in den wir bei Alltagsritualen verfallen, und der irgendwo zwischen Lean Back und Lean Forward liegt.
      Jochen Wegner, Chefredakteur Zeit Online Link

      Boris Glatthaar, wann stirbt das Arschgeweih?
      Nun mal langsam: Noch leben die Jugendlichen der 90er Jahre. Durch sie wird uns das Steißbeintribal erhalten bleiben. Neu gestochen wird es kaum noch, der Spott hat dem “Arschgeweih” den Garaus gemacht. Zu Unrecht: Kaum ein anderes Tattoo passt sich so perfekt an den Körper an. Leider wurde die Tätowierung aber oft unglaublich stümperhaft in die Haut gebracht. Dennoch: Mit den Massenverzierungen über dem Hintern schaffte das sichtbare Tattoo den Sprung in die Popkultur. Womöglich erklärt der Trend zur Individualisierung, dass sich immer mehr Menschen an unverdeckbaren Körperstellen stechen lassen. Heute geht man Unterarme, Hände und sogar das Gesicht zunehmend zuerst an. Der Trend reicht von Designs auf den Fingern bis zu Blackworks auf der Wange. Vieles sieht erstmal schön aus, wird es aber nicht bleiben, denn Tätowierungen verändern sich. Insofern könnten auch diese Tattoos bald verspottet werden – analog zum Arschgeweih als “Fressenstempel”.
      Boris Glatthaar, Chefredakteur “TätowierMagazin” Link

      Sven Gösmann, was sind die wichtigsten Termine für 2020 im dpa-Kalender?
      Zwei sportliche Großereignisse (Fußball-EM und Olympia), die Dauerbaustellen GroKo und Brexit sowie die wahrscheinliche Wiederwahl von Donald Trump – unser Kalender ist schon mal gut mit vorhersehbaren Ereignissen gefüllt. Dazu wird unser Ringen um die Wahrheit in der digitalen Welt kommen. Unser Auftrag lautet auch 2020: Fakten checken! Und dpa als Company? Wir zeigen auf der Chefredakteurskonferenz im Februar in Berlin neue Ideen für Datenprodukte, einen Audiohub, Podcasts und unser neu- es Video-Angebot. Im April gibt es einen Knaller, auf den ich mich als Fußball-Fan freue: Im deutschen EM-Hauptquartier auf dem Adidas-Campus in Herzogen- aurach veranstalten wir eine Konferenz speziell für unsere Sportkunden. Vielleicht weiß ich dann auch schon, ob sich mein persönlicher Wunsch für 2020 erfüllen könnte: dass die Bayern noch die Champions League gewinnen können.
      Sven Gösmann, Chefredakteur dpa Link

    • Meedia: Beat Balzli baut die “WiWo” um.


      Digital first: Die “WiWo” bekommt ab 2020 eine neue Struktur mit Fachressorts, die Themenpakete für Digital und Print recherchieren, schreibt Gregory Lipinski. Chefredakteur Beat Balzli baue die Redaktion in kleinen Schritten um und wolle möglichst viele Digitalabos generieren. Die “WiWo” soll “auch ein Wirtschafts-Online-Magazin werden”, so Balzli. Das Freemium-Modell bleibt, die “Premium-Stücke” der Fachressorts verschwinden aber hinter die Paywall. Die Kiosk-Auflage senkt der Verlag um 1.000 Hefte und verringert den Auslandsvertrieb. Auch bei der Schwester “Handelsblatt” steht seit einiger Zeit die Digital- vor der Printproduktion.
      meedia.de, turi2.de (“Handelsblatt”)

    • Geschäftsführer Frank Dopheide verlässt die Handelsblatt Media Group.


      Steingarts letzte Spuren: Frank Dopheide, Sprecher der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group, verlässt das Unternehmen Ende des Jahres “auf eigenen Wunsch”, schreibt die “Rheinische Post”. Hintergrund sind wohl Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Ausrichtung des Verlags. Die “Rheinische Post” zitiert aus einer E-Mail Dopheides an Kollegen, in der er schreibt, er wolle “wieder selbständiger werden”.

      Dopheide war vor einem Jahr – unmittelbar nach Gabor Steingarts Abgang – zum Sprecher der Geschäftsführung aufgestiegen. Er verantwortete Redaktion, Veranstaltungen und Kommunikation. Dopheide war das letzte Mitglied des ehemaligen Führungstrios, zu dem noch Gabor Steingart und Finanzchef Ingo Rieper gehörten. In der Redaktion haben noch viele Vertraute von Steingart das Sagen: Sven Afhüppe wurde von ihm zum “Handelsblatt”-Chefredakteur gemacht, Beat Balzli und Miriam Meckel kamen durch Steingart zur “Wirtschaftwoche”.
      rp-online.de

      Korrektur: Sven Afhüppe wurde nicht – wie ursprünglich in diesem Text geschrieben – von Gabor Steingart zum “Handelsblatt” geholt, er war schon da, als Steingart vom “Spiegel” kam. Steingart hat Afhüppe zum “Handelsblatt”-Chefredakteur gemacht.

      Aus dem turi2.tv-Archiv: Frank Dopheide über die Zukunft des “Handelsblatts”.