Köpfe der Kommunikation

Carsten Dietmann


Status: Carsten Dietmann ist Geschäftsführer der DDV Mediengruppe.

Geboren am 29. November 1962

Bio: Carsten Dietmann studiert Betriebswirtschaftslehre in Duisburg, Bayreuth, Köln und Leeds. Nach einem Trainee bei Unilever zieht es ihn 1991 in den Osten zum Dresdner Druck- und Verlagshaus. Nach Stationen bei der “Sächsischen Zeitung” und der “Dresdner Morgenpost” wird Dietmann 2005 Zeitungsmanager des Medienhauses.

E-Mail: dietmann.carsten@ddv-mediengruppe.de

Profile:
Xing

Carsten Dietmann in der turi2 edition #8, Erfolg:
Z wie Zeitungsmanager – Carsten Dietmann

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Carsten Dietmann bei turi2:

    • Willkommen im Club: Franjo Martinovic.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Als Geschäftsführer von Visoon vermarktet Franjo Martinovic Bewegtbild – von Welt TV bis MTV. Martinovic ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Miriam Meckel, Anne Meyer-Minnemann und Carsten Dietmann.
      turi2.de/koepfe (Profil Martinovic)

    • Berufe mit Zukunft: Z wie Zeitungsmanager – Carsten Dietmann.


      Mut zum Misserfolg:
      Carsten Dietmann, Chef des Verlags von “Sächsischer Zeitung” und “Dresdner Morgenpost”, liest keine Papierzeitungen mehr – selbst am Sonntag wischt er lieber übers iPad. Im Porträt von Maria Gramsch für die turi2 edition #8 erklärt er, warum Pessimismus sein größter Antrieb ist und wie er den Zeitungsverlag fit macht für die Zukunft. Im Videofragebogen wünscht sich Dietmann mehr Digital- als Print-Abos.

      Das Porträt über Zeitungsmanager Carsten Dietmann finden Sie auch in unserem kostenlosen E-Paper zur “turi2 edition #8” auf Seite 190.

      Pessimismus kann ein Antrieb sein: “Wenn ich nicht seit zehn Jahren glauben würde, die Zeitung geht unter, würde ich nicht mit so einer Kraft dagegen arbeiten.” Der, der das sagt, heißt Carsten Dietmann, ist als Geschäftsführer der DDV Mediengruppe unter anderem für die “Sächsische Zeitung” in Dresden zuständig – und liest keine Papierzeitungen mehr. Selbst am Sonntagmorgen greift Dietmann am Frühstückstisch zum iPad statt zum Printtitel. Das sei einfacher und schneller, auch umweltfreundlicher.

      Außerdem kann der 56-Jährige digital die Buchstabengröße bestimmen. Das hilft bei der “altersbedingten Leseschwäche”. Trotzdem glaubt Dietmann, dass eine Gesellschaft Zeitungen braucht. Je mehr neue Kommunikationswege entstehen, umso dringender: “Um das viele Gesagte ganz neu einzuordnen.” In einer Zeitung vereinen sich für Dietmann Sinnstiftendes und Kreatives mit der Überschaubarkeit des Lokalen.

      Überschaubar wirkt auch die Dresdner Altstadt vom Dach des Medienhauses, auf dem Dietmann zum Gespräch empfängt. In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Gebäude der Zigarettenfabrik Yenidze gibt das Medienhaus neben der “Sächsischen Zeitung” unter anderem die “Dresdner Morgenpost” heraus und betreibt das News-Portal Tag24.de. Aktuell tragen sich die journalistischen Titel der Mediengruppe noch allein. Trotzdem: Bei rückläufigen Erlösen im Journalismus dürfe man nicht warten, bis die Waage aus Fixkosten und Erlösen ins Ungleichgewicht kommt, sagt Dietmann in seiner bedachten Art. Deshalb hat er sein Medienhaus nicht nur auf die Säule des Journalismus gestellt, sondern auch in vier weiteren Bereichen positioniert: Kommunikation und Vermarktung, Logistik, Touristik und Freizeit sowie Verlagsdienstleistungen. Diese machen inzwischen “deutlich mehr als die Hälfte vom Umsatz” der DDV Mediengruppe aus – Tendenz steigend.

      “Man muss erkennen, was in einem Unternehmen drinsteckt”, sagt Dietmann. Eine besondere Stärke seines Hauses sieht er in der Logistik: “Wir sind neben der Post das einzige Unternehmen, das jeden Tag jeden Haushalt in der Region besucht.” Auch wenn nicht mehr jeder mit einer Zeitung beliefert werde, komme man zumindest an jedem vorbei. Deshalb hat DDV einen privaten Briefdienst in der Region aufgebaut.

      Dietmann hat in Duisburg, Bayreuth, Köln und dem britischen Leeds studiert. Kurz nach der Wende zieht es den damals noch nicht einmal 30-Jährigen in den wilden Osten. Vom “großen West-Konzern” Unilever kommend, startet er 1991 im Dresdner Druck- und Verlagshaus. Die Chancen, die sich im Osten Deutschlands bieten, reizen ihn. Ebenso die Kommunikationskraft, die ein Zeitungshaus mitbringt. Nach Stationen bei der “Sächsischen Zeitung” und der “Dresdner Morgenpost” wird er 2005 Geschäftsführer der DDV Mediengruppe.

      Wenn es allein nach ihm ginge, würde er sich nur um “neue Ideen und deren Ausgestaltung” kümmern – das wäre sein perfekter Arbeitstag. In einer Organisation mit fast 2.000 Mitarbeitern werden viele Themen in der Realität aber durch Plan-Abweichungen gesetzt. “Da sind die Fremdeinflüsse extrem.” Das erklärte Ziel von DDV sei einst gewesen, das innovativste Medienunternehmen der Branche zu sein. Für Dietmann ist das zu kurz gegriffen. Sein Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen ihre Arbeit gern und deshalb gut machen können – nur dann könnten sie erfolgreich sein. Erfolg definiert er nicht allein als wirtschaftliche Größe: “Er ist die Mischung aus einer richtigen Markteinschätzung, sinnstiftenden Produkten und Tätigkeiten, die eine gewisse Erfüllung herbeiführen. Und zum Schluss auch aus Freude und Spaß.”

      Dafür braucht es ständig neue Ideen, die durch flache Hierarchien schnell auf seinem Tisch landen. Das alles muss dann zügig umgesetzt werden, damit der Effekt nicht verpufft. Sein Rezept dabei: ein Mix aus Neugier und Freiheit. Und Mut. Auch den braucht man, um “den Misserfolg, der immer irgendwo dabei ist, zu verkraften”. Deshalb werden Misserfolge bei DDV nicht unter den Teppich gekehrt – hat eine Idee nicht eingeschlagen, verabschieden sich die Mitarbeiter gemeinsam bei einer Party von ihr.

      Lesen Sie alle Erfolgs-Geschichten der turi2 edition #8 – direkt hier im Browser als E-Paper. Oder abonnieren Sie die Buchreihe hier.

    • “Sächsische Zeitung” fürchtet um Gewinn-Ziel für 2016.

      ddvgDDV Mediengruppe von Gruner + Jahr und ddvg tritt auf die Kostenbremse: Geschäftsführer Carsten Dietmann fordert seine Führungskräfte auf, “unnötige Ausgaben” zu vermeiden, darunter Spesen, Fortbildungskosten und Honorare, berichtet Meedia. Grund ist ein Einbruch im Anzeigengeschäft bei “Sächsischer Zeitung” und “Morgenpost Sachsen” um rund 1 Mio Euro in zwei Monaten. Eine Gefahr, in die roten Zahlen zu rutschen, sieht der Verlag allerdings nicht.
      turi2 – eigene Infos, meedia.de

    • Die doppelte “Morgenpost” soll unterscheidbarer werden.

      moposs150Morgenpost: Gruner + Jahr und DuMont wollen die Namensrechte ihrer beiden Boulevardzeitungen in Dresden und Hamburg besser voneinander abgrenzen, berichtet Kai-Hinrich Renner. Besonders im Internet mache die gemeinsame Geschichte Probleme – Mopo.de (Hamburg) erscheint bei Google vor Mopo24.de (Dresden). Die beiden Verlage streben eine außergerichtliche Einigung an, betont Carsten Dietmann, der Chef der Dresdener G+J-Tochter DD+V.
      handelsblatt.com

    • “auSZeit”: Wochenend-Zeitung der “Sächsische Zeitung” soll weitermachen.

      Carsten Dietmann-150auSZeit ist noch nicht am Ende, beteuert Carsten Dietmann, Geschäftsführer der Verlagsgruppe DD+V. Sein Team soll in der Wochenzeitung der Sächsischen Zeitung weiter “experimentieren, ausprobieren, verändern und wieder testen”. Das täten die Macher “mit Leidenschaft”. Dietmann: “Und ja, eventuell werden wir auch scheitern.” Von turi2 wünscht er sich, der Mediendienst “würde unsere Leidenschaft zu Medienprodukten teilen und unterstützen”.
      per Mail, turi2.de (Background)

    • Dresdner Wochenzeitung “auSZeit” steht vor dem Aus.

      auSZeit Juni 2015 300Trial & error: Der Versuch der Sächsischen Zeitung, mit der Wochenendzeitung auSZeit leseunwillige Dresdner und abgewanderte Abonnenten einzufangen, ist so gut wie gescheitert. Das Fachmagazin Der neue Vertrieb berichtet, dass das 2014 gestartete Wochenblatt nur 500 Exemplare pro Woche verkauft, rund zwei Drittel davon im Abo. Angepeilt war, dass 5.000 bis 10.000 Dresdner für 1,99 die 56 Seiten Wochen-Zusammenfassung kaufen und sich unter der Woche mit einer App informieren.

      Carsten Dietmann, Geschäftsführer der dahinter stehenden Verlagsgruppe DD+V: “Es scheint schwierig zu sein, aus Nicht-Lesern Leser zu machen.” Er denkt jetzt über die Einstellung nach: “Wir lassen uns letztendlich von der Realität überzeugen.” Dennoch will Dietmann mit der DD+V “experimentierfreudig bleiben”. Schon 40 % des Umsatzes macht der Verlag mit Nebengeschäften wie Werbeagentur, Messegesellschaft, Postdienst, Stadtinfo, Tickets und sogar einem Limousinenservice.
      “Der neue Vertrieb”, 11/2015, S. 18/19 (Paid), ddv-mediengruppe.de, horizont.net (Background)