Köpfe der Kommunikation

Tatjana Kerschbaumer

Status: Tatjana Kerschbaumer ist Autorin mit den Schwerpunkten Medien und Reise. Sie betreute von 2016 bis 2019 als Chefredakteurin die “turi2 edition”, arbeitet jetzt fest frei für turi2.

Geboren am 17. Juli 1990 in Tegernsee

Bio: Tatjana Kerschbaumer studiert von 2009 bis 2014 Publizistik und Politikwissenschaft in München und absolviert von 2012 bis 2014 eine Redakteursausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Bereits während ihres Studiums arbeitet sie u.a. als freie Mitarbeiterin für den “Münchner Merkur”. 2014 wird sie Pauschalistin im Medienressort des Berliner “Tagesspiegel” und arbeitet zudem frei u.a. für “Merian”, “SZ Magazin”, “Zeit Magazin” und “Bergwelten”. Im September 2015 steigt sie als Redakteurin bei turi2.de ein, wird im Dezember 2015 Redaktionsleiterin und 2017 Chefredakteurin der “turi2 edition”. Im März 2019 wechselt sie zurück in die Selbstständigkeit.

E-Mail:
tatjana.kerschbaumer@turi2.de

Profile:
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Blattkritik: Tatjana Kerschbaumer über “Zeit Verbrechen” im Mai 2018:

Der Blick ins Buch mit Chefredakteurin Tatjana Kerschbauer in die “turi2 edition #6” zum Thema Netze im April 2018:

Das Geburtstagskind der Branche im Juli 2016:
Wir graturilieren: Tatjana Kerschbaumer wird 26.

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Tatjana Kerschbaumer bei turi2:

    • turi2 am Morgen: Ebay, Julia Höpfner, Sat.1.

      Redaktion: Tatjana Kerschbaumer und Björn Czieslik.


      Ebay startet die Einzelhandels-Plattform Ebay Deine Stadt.
      Der weltweite lokale Online-Marktplatz: Ebay startet in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Deutschland die Einzelhandelsplattform Ebay Deine Stadt, die lokalen und regionalen Geschäften neue Verkaufs­möglichkeiten und Einnahme­quellen bescheren soll, berichtet die “Welt”. Das Programm ist darauf ausgerichtet, vor allem Neulingen den Einstieg in den E-Commerce zu erleichtern – Ebay will sie nach eigenen Angaben ein halbes Jahr lang kostenlos coachen. Zum Start am 14. April hat der Konzern zehn Städte ausgewählt, mit dabei sind u.a. Nürnberg, Lübeck und Mönchengladbach. Ebay sei außerdem mit “über 100 weiteren Städten im Gespräch”. In den zehn Modellstädten haben sich mehr als 4.000 gewerbliche Händlerinnen angemeldet, die sich mit über 2,5 Mio Artikeln beteiligen wollen.
      weiterlesen auf turi2.de, edition.welt.de (Paid)

      Zahl des Tages: Stolze 5,43 Mrd Euro erlöst SAP im 1. Quartal 2021 mit ihrem Cloud- und Softwaregeschäft – eine Steigerung von 6 % im Vergleich zu 2020. Für das gesamte Jahr 2021 rechnet der Konzern mit 23,4 bis 23,8 Mrd Euro Erlös aus der Cloud-Sparte.
      handelsblatt.com


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      Reichweitenstark. Effizient. Tagesaktuell.
      Die Fußball-EM 2021 wird vom 11. Juni bis 11. Juli in den Medien das beherrschende Thema sein. Platzieren Sie Ihre Anzeige in Deutschlands reichweitenstärkstem TV-Guide und sichern Sie sich einen exklusiven Platz auf dem Spielplan des wichtigsten Sport-Events des Jahres.
      Mehr Infos unter tvspielfilm.de.

      – NEWS –

      Bild am Sonntag macht Julia Höpfner, 43, zum Mitglied der Chefredaktion, berichtet Medieninsider. Sie übernimmt die Aufgaben von Christoph Hülskötter, bisher Vize-Chefredakteur. Er hat das Blatt verlassen, nachdem er sich mit “BamS”-Chefredakteurin Alexandra Würzbach “überworfen” habe. Höpfner arbeitet seit 2006 bei “Bild”, seit 2019 ist sie Nachrichtenchefin.
      medieninsider.com


      Sat.1 verbannt die erste Folge der neuen Staffel von Promis unter Palmen aus der Mediathek. Grund sind homophobe Äußerungen von Marcus Prinz von Anhalt, der das Format kurz nach dem Start wieder verlassen musste. Der adlige Adoptivsohn soll “in Zukunft in keiner Show von Sat.1 mehr stattfinden”, sagt der Sender.
      rnd.de


      Facebook: Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar eröffnet ein Verfahren gegen den Tech-Giganten, um den Austausch von Nutzerdaten zwischen Facebook und WhatsApp einzuschränken. Facebook verweist u.a. auf jüngste Änderungen, die klarer regeln, wie Daten gesammelt und genutzt werden.
      spiegel.de


      Hessischer Rundfunk startet mit Crime Time ein neues True-Crime-Format für die ARD-Mediathek. Im Fokus stehen hessische Kriminalfälle der vergangenen Jahre. Zum Auftakt geht es um den Fall der entführten und ermordeten Johanna Bohnacker. Im HR-Fernsehen laufen die Folgen ab 15. April immer donnerstags um 21 Uhr.
      hr.de, ardmediathek.de


      EU-Kommission will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in manchen Feldern verbieten. Untersagt sind u.a. die Nutzung von KI für “Social Scoring”, also das Bewerten von menschlichem Verhalten mittels Punktesystem, sowie die Beeinflussung von Menschen oder Gruppen zu deren Nachteil.
      faz.net


      Microsoft 150Microsoft stopft weitere Sicherheits­lücken in seiner E-Mail-Software Exchange und rät Firmen dringend zur Installation der Updates. Auf zwei der vier Lücken hat der US-Geheimdienst NSA hingewiesen. Bereits im März waren durch Schwachstellen in Exchange Zehntausende E-Mail-Server weltweit infiziert worden.
      n-tv.de, heise.de


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      Wie groß ist der CO2-Fußabdruck einer Werbekampagne? Auskunft darüber gibt der GreenGRP, den Serviceplan und Mediaplus in Kooperation mit ClimatePartner vorgestellt haben. Unternehmen können sich künftig dafür entscheiden, dass die von ihnen gebuchte Werbung klimaneutral ist. Alle Infos gibt’s hier!

      Meistgeklickter Link gestern Abend: Der Erfolg der Luca-App beruht vor allem auf geschicktem Marketing, analysiert Benedikt Fuest.
      welt.de

      “Die Union ist in keinerlei Hinsicht auf diese Wahl vorbereitet, weder personell noch inhaltlich.”

      Friedrich Merz gibt den Realisten und sieht CDU und CSU eher chaotisch auf die Bundestagswahl zusteuern – stellt sich aber in der K-Frage hinter Armin Laschet.
      faz.net


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      Peter Limbourg, wir müssen reden!
      Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, im Gespräch mit Peter Turi: Zwei alte, hoffentlich weise Männer sprechen über Verantwortung, Haltung und die Veränderungen im Journalismus und in der globalisierten Welt. Heute um 19 Uhr live bei Clubhouse – und ab Donnerstag als Podcast abrufbar.
      turi2.de/clubraum, joinclubhouse.com (Kalender-Link)

      – BACKGROUND –

      Good News are good News: Focus Online will konstruktiver werden und misst mit einem KI-Tool die Nützlichkeit von Texten. Chefredakteur Florian Festl sagt bei Horizont.net: “Wir haben keine konstruktive Schere im Kopf”. Er will nicht nur auf die “negative Abweichung vom Normalen” fokussieren, sondern auch auf Positives den “Scheinwerfer richten”.
      weiterlesen auf turi2.de, horizont.net (Paid)


      Clubhouse steht schon wieder vor dem Absturz, glaubt Lars Bube. Bei der “maroden App” blättere aufgrund von Sicherheitsbedenken und starker Konkurrenz der Lack ab. Nutzerinnen seien “vom virtuellen Palaver schnell gelangweilt” – knapp die Hälfte aller deutschen Clubhouse-Userinnen gebe an, die App nicht mehr zu nutzen.
      ict-channel.com


      Corona-Journalismus: Wissenschaftsjournalist Volker Stollorz bemerkt eine “Politisierung der Pandemie”. Er fordert, Medien dürften bei der Berichterstattung über Corona nicht auf “falsche Ausgewogenheit setzen, bei der jeder mal zu Wort kommt”, sondern müssten einordnen, wer nach wissen­schaftlicher Kenntnis­lage Recht habe.
      deutschlandfunk.de


      Clubhouse-Tipp: Kann ein Familienunternehmen schneller und nachhaltiger agieren als ein Konzern? Und welche Verantwortung haben Werbetreibende für die Gesellschaft? Darüber diskutieren Peter Turi und Cocodibu-Chef Christian Faltin heute ab 12 Uhr bei Clubhouse mit Develey-CEO Michael Durach und Wolfgang Bscheid von Mediascale.
      joinclubhouse.com (Kalenderlink), turi2.de (Podcast nach dem Event)


      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Bastienne Früh ist Verlagsleiterin der wöchentlich erscheinenden Bauer-Frauenzeitschriften, zu denen Titel wie “Laura” oder “Alles für die Frau” gehören. Früh ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Jörg Quoos, Laura Himmelreich und Rezo.
      turi2.de/koepfe (Profil Früh)


      – BASTA –

      Facebook is a bitche: Die französische Kleinstadt Bitche fällt anglophoner Zensur zum Opfer und verliert dadurch ihre offizielle Facebook-Seite. Abhilfe kommt erst, als der französische Facebook-Chef einschreitet und sich für die phonetische Verwirrung entschuldigt. Für Konzern-Chef Mark Zuckerberg springt immerhin eine Einladung raus – er dürfe sich jederzeit persönlich ein Bild von Bitche machen.
      leparisien.fr via twitter.com/zdfparis


      Der turi2-Newsletter erscheint werktäglich um 7 Uhr und 18 Uhr sowie am Wochenende um 9 Uhr. Kostenlos bestellen: abo@turi2.de. Einen individuellen Newsalarm ermöglicht die turi2.de/App. Infos zu Live-Events unter turi2.de/clubraum. Infos zur Werbeschaltung.

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    • turi2 am Abend: Telekom, Matthias Dang, Karin Immenroth


      Redaktion: Tatjana Kerschbaumer und Andreas Grieß
      Newsletter online lesen


      Telekom sichert sich die Rechte an allen Fußballspielen der EM 2021, WM 2022 und EM 2024.
      Telekom-Tor: Die deutsche Telekom sichert sich die Rechte für die Fußball-Europameisterschaft 2021, die Weltmeisterschaft 2022 und die Europameisterschaft 2024 der Männer. Das Unternehmen darf auf ihrer Plattform Magenta TV als einzige Anbieterin sämtliche Begegnungen der drei kommenden internationalen Fußballturniere zeigen. ARD und ZDF bekommen durch Sub-Lizenzen etwas vom Kuchen ab: 2024 können sie 34 von 51 Spielen der EM zeigen, darunter alle Matches der deutschen Nationalmannschaft sowie Halbfinal-Begegnungen und das Finale. Weitere 17 Spiele der EM 2024 gehen per Sublizenz an RTL. Zehn Spiele der EM 2020 und 16 Spiele der WM 2022 sind ausschließlich im TV-Angebot der Telekom zu sehen.
      weiterlesen auf turi2.de


      Content, Tech, Daten – was Matthias Dang und Karin Immenroth Google & Co entgegensetzen.
      Transparenter werben: “Wir wollen nicht mehr Werbung verkaufen, sondern Wirkung.” Im Video-Interview von “Horizont” und turi2.tv am Rande des Ad Alliance-Events Innovation Now erklären Karin Immenroth und Matthias Dang, wie die Werbe-Tochter von Bertelsmann Google, Facebook und Co ein Schnippchen schlagen will. “Content, Technologie und Daten – auf allen diesen Feldern müssen wir Local Hero sein”, sagt Dang. Der Chef der Ad Alliance sieht sich auf einem guten Weg dorthin und stellt gemeinsam mit RTL-Datenchefin Immenroth das neue Tool “Brand Aid” vor.
      weiterlesen auf turi2.de, youtube.com (9-Min-Video)

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      BUNTE quarterly – Das neue Magazin
      BUNTE setzt weiter auf Wachstum. BUNTE quarterly stellt Macher:innen, Kämpfer:innen und Visionär:innen vor. Ganz im Sinne von Andy Warhols Interview-Magazin bittet BUNTE quarterly Persönlichkeiten zum Gespräch und lässt sie von den besten Fotografen inszenieren.
      www.burda.com

      – NEWS –

      Bad Bank: NDR, SWR und SR gehören zu den Kunden der Pleite-Bank Greensill, berichtet der “Weser Kurier”. Vergangene Woche musste Greensill wegen drohender Überschuldung schließen. Der NDR teilt mit, dass seine Geldanlagen vom Einlagensicherungsfonds gedeckt sind.
      weser-kurier.de, spiegel.de, tagesschau.de


      Zeit Online sortiert die Kultur neu und macht den bisherigen Vize-Ressortleiter Dirk Peitz, 49, zum Chef. Er folgt auf Rabea Weihser, 39, die Zeit Online “auf eigenen Wunsch” verlässt. Judith Liere, 41 (Foto), kommt im Mai als neue Stellvertreterin. Sie leitet aktuell das Kulturressort beim “stern”.
      zeit-verlagsgruppe.de


      Monatlicher Innovations-Input: Sascha Lobo und Cisco starten am 11. März den Podcast “2022 – Zukunft verstehen”, der sich mit Innovationen befasst, die die kommenden Jahre prägen werden. In der ersten Folge geht es um das Thema 5G. Künftig gibt es jeden Monat eine neue Folge.
      channelobserver.de, twitter.com (Ankündigung Lobo)


      Zügiger Abgang: Oliver Janik (Foto), Chief Business Officer von CNX, verlässt die Vermarktungsunit von Condé Nast nach nur sechs Monaten wieder. Janik, vormals Operativ-Chef der deutschen DDB-Gruppe, könnte laut Mehrdad Amirkhizi über den turbulenten Umbau bei Condé Nast gestolpert sein.
      horizont.net (Paid), turi2.de (Background)


      Gras-Wurzel: SevenVentures, Media-Investor von ProSiebenSat.1, beteiligt sich mit einem mittleren einstelligen Mio-Betrag an der Sanity Group. Das Berliner Cannabis-Startup tauscht Unternehmensanteile gegen TV-Werbeminuten, mit denen es seine Hanf-Onlineshops Vaay und This Place bewerben will.
      presseportal.de


      Jogi adé: Joachim Löw tritt nach der Fußball-Europameisterschaft 2021 nach 15 Jahren als Bundes­trainer der deutschen Fußballnational­mannschaft zurück. Der 61-Jährige ist aktuell dienstältester Nationalcoach der Welt. Der DFB will nun “mit Ruhe und Augenmaß einen Nachfolger benennen”.
      dfb.de, faz.net


      Corona-Rückpass: Die DFL muss in der Saison 2019/20 einen Umsatzrückgang von 5,7 % einstecken. Die 2. Bundesliga ist mit einem Rückgang von 7,2 % auf 726 Mio Euro stärker betroffen als die 1. Liga, deren Erlöse um 5,4 % auf 3,8 Mrd Euro sinken. Die Werbe-Erträge in der 1. Liga steigen um rund 5 % auf 889 Mio Euro.
      dfl.de (Pressemitteilung), dfl.de (Wirtschaftsreport, PDF)


      Post-Pandemisch: Die Deutsche Post DHL steigert ihren Umsatz 2020 um 5,5 % auf 66,8 Mrd Euro. Bereinigt um Sondereffekte liegt das Plus sogar bei 8,5 %. Das Ebit steigt um 17,4 % auf 4,8 Mrd Euro. Wachstumstreiber ist vor allem der boomende E-Commerce. 2021 soll das Ebit auf 5,6 Mrd Euro steigen.
      dpdhl.com


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      Patricia Schlesinger, wir müssen reden!
      Patricia Schlesinger, Intendantin des RBB, spricht mit uns über den Wandel in der Arbeitskultur und im Programm des RBB sowie über Verantwortung, Prägung und Haltung.
      Am Mittwoch, 17. März, um 19 Uhr live im turi2 Clubraum bei Clubhouse – und danach als Podcast auf turi2.de. Wir hören uns!
      turi2.de/clubraum, joinclubhouse.com (Link für den iPhone-Kalender)

      Meistgeklickter Link heute Morgen: Andrea Wasmuth, Chefin der Handelsblatt Media Group, kritisiert die frühere Unternehmenskultur in ihrem Haus.
      sueddeutsche.de

      “So viel Geld hätten die beiden nicht mal ansatzweise verdient, wenn sie in der Königsfamilie geblieben wären.”

      Thomas Kleinrahm, Head of Celebrity Relations bei FischerAppelt, schätzt die kommenden Gagen des royalen Pärchens Meghan und Harry auf “500.000 bis 1 Mio Euro pro Auftritt”.
      faz.net, turi2.de (Background)


      “Ich werde im oder nach diesem Sommer nicht als möglicher Bundestrainer zur Verfügung stehen. Ich habe ja einen Job.”

      FC-Liverpool-Trainer Jürgen Klopp erteilt dem DFB in Sachen Bundestrainer-Suche eine Absage – noch bevor er offiziell gefragt wurde.
      kicker.de, turi2.de (Background)


      – BACKGROUND –

      Wessi go home: Westdeutsche Zeitungen kommen in Ostdeutschland kaum an, schreibt Anne Fromm unter Bezug auf ein Diskussionspapier der Otto-Brenner-Stiftung. Die “Süddeutsche Zeitung” verkauft nur 2,5 % ihrer Gesamtauflage in den Neuen Bundesländern, sogar die “taz” kommt gerade mal auf 6 % – Berlin jeweils nicht mitgerechnet.
      taz.de, turi2.de (Background OBS-Studie)


      ZDF kündigt für das bundesligafreie letzte März-Wochenende eine Doku über Dietmar Hopp als “Hassfigur der Ultras” an und erntet aus der “Fanszene” schon jetzt Kritik, berichtet Daniel Bouhs. Er hat den Film bereits gesehen und hat “alles andere als den Eindruck, dass hier pro Hopp oder TSG lobbyiert wird”.
      ndr.de, prisma.de (Doku-Ankündigung)


      Neue Seriosität: Privatsender wollen im digitalen Angebotsdschungel dank Nachrichten- und Infor­mations­sendungen besser auffindbar werden, schreiben Aurelie von Blazekovic und Claudia Tieschky. Grund ist der seit November geltende Medienstaatsvertrag, der Sendern mit “Public Value” höhere Präsenz verspricht.
      sueddeutsche.de, turi2.de (Background Medienstaatsvertrag)


      – Bild des Tages –

      Hoch hinaus: Ein Waldarbeiter klettert im französischen Bercé auf eine 200 Jahre alte Eiche, um den Baum zu fällen. Das Holz wird beim Wiederaufbau des abgebrannten Turms der Pariser Kirche Notre-Dame gebraucht. Die Rekonstruktion das Wahrzeichens benötigt insgesamt 1.000 Eichen, die aus 200 französischen Wäldern in die Hauptstadt kommen sollen. (Foto: Thibault Camus / APA / Picture Alliance)

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      Morgen Abend schon etwas vor? Wie wäre es mit etwas Tango? Die mitreißende ARD-Komödie “Tanze Tango mit mir” zeigt einen Mann in der Midlife-Crisis, der durch den Tango seine Leidenschaft entdeckt. Wie Hauptdarsteller Michael A. Grimm damit zurechtkam, das Tanzbein zu schwingen, lesen Sie hier.


      – BASTA –

      Totgesagte leben länger: Die Website 99bitcoins.com sammelt über 400 Medienberichte, die seit 2010 das Ende des Bitcoins voraussagen. Der Wert ist seitdem von 23 Cent auf 49.000 Dollar gestiegen. Für die Kryptowährung gilt also frei nach Mark Twain: “Die Nachricht von meinem Tod ist stark übertrieben.”
      99bitcoins.com via t3n.de


      Der turi2-Newsletter erscheint werktäglich um 7 Uhr und 18 Uhr sowie am Wochenende um 9 Uhr. Kostenlos bestellen: abo@turi2.de. Einen individuellen Newsalarm ermöglicht die turi2.de/App. Infos zu Live-Events unter turi2.de/clubraum. Infos zur Werbeschaltung.

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    • Facebook News startet im Mai in Deutschland.


      Blaue Neuigkeiten: Facebook News startet im Mai mit rund 30 Medien-Partnern in Deutschland, dem zweiten europäischen Markt nach Großbritannien (Screenshot). Mit dabei sind Dickschiffe wie “Spiegel”, “FAZ”, “Zeit” und “Handelsblatt”. Aus dem Zeitschiften-Segment nehmen Gruner + Jahr, die Motor Presse und Condé Nast teil, aus dem Regionalen u.a. Ippen, Funke und die “Rheinische Post”. Facebook zahlt den beteiligten Verlagen Geld dafür, damit sie ihre Beiträge “um zusätzliche Inhalte ergänzen”. Das können auch Inhalte sein, die ansonsten hinter der Paywall stehen, die Entscheidung liegt bei den Verlagen. Auffällig: Springer, Burda, Bauer und die “Süddeutsche Zeitung” sind zum Start nicht dabei.

      Facebook hofft offensichtlich, in Zukunft noch mehr deutsche Verlage zur Kooperation bewegen zu können – im Laufe des Jahres sollen weitere Partner bekannt gegeben werden. Schmackhaft macht Zuckerbergs Konzern den Deal u.a. mit internationalen Zahlen: So habe Facebooks News Feed weltweit 188 Mrd Klicks für Verlage generiert. Die Verlagshäuser erhoffen sich laut verschiedener Statements vor allem die Erschließung neuer Zielgruppen. So interessiert sich etwa Stefan Ottlitz vom “Spiegel” dafür, “wie wir gerade angesichts des Erfolgs unserer Abomodelle neue Interessierte für unsere Marken begeistern können.”
      about.fb.com, turi2.de (Background)

      Mitarbeit: Tatjana Kerschbaumer

    • turi2 edition #13: Thilo Mischke über Sex und seriösen Journalismus.


      Schlechte Prognose: Früher hat
      Thilo Mischke Sex-Kolumnen geschrieben, heute ist er der politischste Reporter im deutschen Privatfernsehen. Im Interview mit Tatjana Kerschbaumer für die turi2 edition #13 erklärt er, dass er das Privatfernsehen mutiger findet als ARD und ZDF. Für die Menschheit hat er wenig Hoffnungen: “Wir werden an unserer eigenen Dummheit vergehen.” Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

      Herr Mischke, haben Sie den Spaß am Sex verloren?
      Ja, ich habe tatsächlich den Spaß am Sex verloren. Also den Spaß daran, darüber zu berichten, zu schreiben, ein Autor zu sein, der sich mit diesen
      Themen beschäftigt. Sexualität an sich ist natürlich nie auserzählt, aber so, wie ich sie sehe und wie ich mich dazu äußern will, schon.

      Das ist aber ein radikaler Wandel: Vor zehn Jahren sind Sie bundesweit bekannt geworden mit dem Buch “In 80 Frauen um die Welt“. Außerdem hatten Sie lange Zeit Sex-Kolumnen bei “Prinz“ und “Jolie“ und forschten “unter fremden Decken“ nach dem besten Geschlechtsverkehr des Globus. Heute sehen wir Sie stattdessen in politischen Infotainment-Formaten wie “Rechts. Deutsch.
      Radikal.“.

      Diese Dinge haben mir damals einfach sehr viel Spaß gemacht. Ich habe gerne darüber geschrieben, ich war Mitte 20. Aber so mit Anfang 30, zu der Zeit als “Unter fremden Decken“ im Fernsehen kam, hatte ich schon das Interesse daran verloren. Heute werde ich ab und zu noch zu Talkrunden eingeladen – oder wenn es ein neues Dokuformat gibt. Arte hatte mal angefragt, ob ich nicht Bock hätte, was zu Pornografie zu sagen. So etwas lehne ich dann tatsächlich ab, das passt nicht mehr zu mir. Persönlich habe ich das Gefühl, es ist nicht mehr Teil meiner Identität.

      Leben wir in einer Zeit, in der das Politische wichtiger ist als das Private? Oder zumindest: Ihnen wichtiger?
      Wir leben in einer Zeit, inder Privates und Politisches mittlerweile Hand in Hand gehen. Personen des öffentlichen Lebens, die sich auf Instagram, TikTok oder Twitter äußern, müssen das mittlerweile politisch tun. Wenn wir uns recht erinnern, gab es vor zwei Jahren eine Debatte, die sagte: Leute, ihr müsst eure Reichwei te nutzen, um politisch zu sein. Es war nämlich ganz lange nicht en vogue, in den sozialen Medien eine Haltung zu haben. Da ging’s eher darum: Was hab’ ich zu Mittag gegessen, was ziehe ich an, womit schminke ich mich, wohin fahre ich in den Urlaub? Das hat sich aber geändert. Und so wie ich früher über Sex berichtet habe und jetzt aus Kriegsgebieten be richte, hat natürlich auch ein Influencer das Recht darauf, seine Haltung so im Internet darzustellen.

      Politische und kritische Formate lassen sich ja auch bei den Öffentlich-Rechtlichen machen. Abgesehen von einem zweijährigen Talkshow-Ausflug zu ZDFneo kennen Zuschauer*innen Sie eher aus dem Privatfernsehen. Wollen die Öffentlich-Rechtlichen Sie nicht oder wollen Sie nicht zu denen?
      In meiner gesamten Karriere als Journalist gab es nur eine einzige Sache, die ich wollte. Ich wollte mal zum “stern“. Ich wollte wirklich gerne für dieses Reportagemagazin arbeiten, was ich dann auch drei Jahre gemacht habe. Aber es gab in meiner Karriere keinen Punkt, an dem ich gesagt habe: Ich möchte zu den Öffentlich-Rechtlichen. Es ist eher so: Ich bin beim Fernsehen, weil meine Auslandsreportagen im Print nicht mehr bezahlt wurden. Und ich wollte immer ins Ausland, das war das Ding. Ansonsten will ich einfach meine Filme machen.

      Was leistet Privatfernsehen in Ihrem Bereich, was die Öffentlich-Rechtlichen nicht können? Oder nicht wollen?
      Die Privaten haben keine Angst und nicht 70 Redakteure auf einer Position, für die du eigentlich nur zwei Redakteure brauchst. Es fehlt zumindest bei Pro SiebenSat.1 dieser riesige Apparat an Journalisten, die alle eine Meinung zu einer Sache haben und mitbestimmen wollen. Das ist ja auch verständlich: Niemand von uns möchte 40 Jahre für eine Anstalt arbeiten und dann wegen den “Jungen“ zum alten Eisen gehören und in die sogenannte “Entwicklungsredaktion“ gesteckt werden, wo man auf seinen Tod warten darf. Bei den Privaten gibt’s nicht dieses Beweisen, Belegen, dass man ein echter Journalist ist. Wie oft hatte ich in meinem Leben das Problem: Weil ich fürs Fernsehen arbeite und schreibe, muss ich mich auf beiden Seiten rechtfertigen. Bei den einen bin ich kein richtiger Fernsehmacher, bei den anderen kein richtiger Journalist. Das gibt es bei den Privaten einfach nicht, bei den Öffentlich-Rechtlichen schon.

      Haben Sie da ein konkretes Beispiel?
      Bei ProSieben sagt dir kein alter Journalisten-Silberrücken: “Also, als ich 1974 im Kongo war, haben wir das so und so gemacht.“ Die sagen: Dann macht mal. Wie sieht das denn aus, wenn ihr eine richtig intensive Auslandsrecherche macht? Bei unserem Rechtsextremismus-Film saßen die abnehmenden Redakteure da und waren begeistert. Und Daniel Rosemann, der Senderchef von ProSieben, meinte: “Keine Werbung, das zeigen wir genau so um 20:15 Uhr.“ Alleine, dass du so eine Abnahme hast – das würde doch bei den Öffentlich-Rechtlichen nie passieren. Deren Sendeplan steht bis 2090, die können da nichts ändern, das geht nicht. Mut, eine gewisse Ahnungslosigkeit und Neugierde sind die großen Vorteile des Privatfernsehens.

      Laufen die Privaten den Öffentlich-Rechtlichen den Rang ab, wenn es um politische Formate für junge Leute geht?
      Ich glaube, sie laufen ihnen den Rang bei einer ganz spezifischen Zielgruppe ab, nämlich bei den 30- bis 50-Jährigen. Die gehen nicht zu YouTube, die kucken noch fern, sind aber noch zu jung für ARD und ZDF.

      Was müssen politische und gesellschaftlich relevante TV-Formate der Zukunft bieten, um Zuschauer*innen zu gewinnen? 2021 und darüber hinaus?
      Der politische Journalismus muss es 2021 schaffen, eine emotionale Stimmung in eine journalistische Frage zu übersetzen – besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl. Oder anders herum: Olaf Scholz stellt Handlungsanweisungen für die Wirtschaftsentwicklung der nächsten 50 Jahre vor. Wir verpacken es als Journalisten so, dass man das emphatisch nachvollziehen kann. Warum werden bestimmte Entscheidungen getroffen, wie betreffen sie mich und warum betreffen sie mich?


      Im Krisengebiet: Thilo Mischke sagt, er sei vor allem beim Fernsehen, weil seine Auslandsreportagen “im Print nicht mehr bezahlt wurden”.

      Sie haben gerade die Wahl angesprochen und sind ja auch SPD-Mitglied. Schon mal daran gedacht, zu kandidieren?
      Das Interesse an Politik und Tagespolitik ist groß, aber ich liebe auch das zu sehr, was ich aktuell mache. Der Gedanke ist manchmal da, aber ich habe einfach keine Zeit. Und: Wenn ich mich entscheide, in die Politik zu gehen – wie oft muss ich mich bitte für das Buch “In 80 Frauen um die Welt“ rechtfertigen? Es ist vollkommen richtig, dass ich mich dafür rechtfertigen muss. Aber das wird dann wahrscheinlich immer wieder aus der Kiste geholt.

      Einerseits sind Sie mittlerweile das “Investigativ-Gesicht“ von ProSieben, das Missstände thematisiert und aufdeckt. Andererseits sind Sie ein Testimonial der Deutschen Bahn, in deren Kundenmagazin Sie eine regelmäßige Kolumne haben und für die Sie podcasten. Eine Undercover-Recherche bei der Deutschen Bahn dürfen wir von Ihnen also eher nicht erwarten?
      Doch! Da möchte ich ein Beispiel geben: Seit ich für “DB Mobil“ schreibe, will ich eine Geschichte über die Zusammenarbeit der Reichsbahn mit dem Deutschen Reich machen – und deren Aufarbeitung. Kritik an der Deutschen Bahn ist mir absolut erlaubt, insbesondere als Kolumnist. Wenn ich etwas über die Deutsche Bahn machen will, mache ich was über die Deutsche Bahn. Wenn ich Testimonial für Rohdiamanten aus Afrika wäre – dann wär’s schwieriger.

      Sie meinten gerade, Sie würden diese Geschichte gerne machen. Sie haben sie aber noch nicht gemacht. Warum?
      Der Chefredakteur sagt jedes Jahr richtigerweise zu mir: “Schlag’s vor.“ Und ich schlage jedes Jahr etwas vor, aber ich gebe zu, dass es mir schwerfällt, einen Ansatz zu finden, der auf eine gute Art funktioniert. Es ist also eher mein Problem, nicht das der Deutschen Bahn. Aber ich denke jedes Jahr darüber nach, wie man diese Geschichte erzählen könnte, ohne dem Leser in der Bahn mit erhobenem Zeigefinger zu begegnen.

      Es passt für Sie also zusammen, seriösen Journalismus aus Krisengebieten zu machen und gleichzeitig bei einem Großkonzern in Diensten zu stehen, bei dem Sie eher die PR bedienen?
      Das macht mir überhaupt nichts aus. Es ist tatsächlich die journalistische Wirklichkeit von vielen, auch vielen meiner Kollegen. Man kann in diesem Beruf mittlerweile nur überleben, wenn man auch für Kundenmagazine arbeitet, weil das die einzigen sind, die vernünftige Honorare zahlen. Ich bin Hobby-Etymologe, also Insektensammler, und habe für das “Lufthansa-Magazin“ mal eine 12-Seiten-Geschichte über die Schönheit des Insektensammelns im Thailändischen Urwald geschrieben. Wo soll man so etwas sonst unterbringen? Und ich musste nicht einmal schreiben: Lufthansa, top!

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      Stichworte Krise und Krisengebiete: In der Welt bröselt es an allen Ecken und Enden, nicht nur durch Corona. Was werden die Probleme sein, mit denen wir uns in den kommenden Jahren politisch und journalistisch beschäftigen müssen?
      Es sind die gleichen Probleme, die wir in den letzten drei Jahren erfolgreich ignorieren: Der Klimawandel wird noch schlimmer werden, es wird neue Flüchtlingsströme geben, die Wirtschaft wird sich verschieben. Wir leben in einer Welt der Widersprüche, die immer größer werden. Außerdem glaube ich, dass die Konflikte in Zentralasien stärker werden, von Kasachstan über Turkmenistan, Armenien, Georgien bis Aserbaidschan. Man kann es ja jetzt schon mit Aserbaidschan und Armenien beobachten. Irgendwas liegt da im Argen.

      Haben Sie den Eindruck, dass Sie mit Ihrer Arbeit etwas verändern können? Bei “Rechts. Deutsch. Radikal.“ hat das ja teilweise geklappt, Stichwort AfD und Christian Lüth. Aber ist Ihnen das genug?
      Als ich in der 10. Klasse gefragt wurde “Was willst du mal werden?“, habe ich gesagt: Ich will Journalist werden, weil ich etwas verändern möchte. Das sagt sich so schön, aber: Dass Lüth entlassen wurde, hat das etwas verändert? Für Christian Lüth, ja. Was ich viel wichtiger finde, ist: Ich will die Konsumenten meiner journalistischen Produkte verändern. Denen möchte ich gerne eine andere Perspektive anbieten. Aber das Ziel ist, es nur anzubieten. Diejenigen sollen selbst entscheiden, ob sie sich verändern wollen.

      Bräuchte es mehr Thilo Mischkes in den Medien?
      Es gibt ja Kollegen, die so ähnlich arbeiten. Und es gibt auf jeden Fall mehr als einen Mischke im deutschen Fernsehen. Das ist auch gut so, wir haben‘s ja nicht erfunden.

      Kommen Sie manchmal von einer Recherche nach Hause und wünschen sich zehn Jahre zurück, als es noch um Sex ging?
      Nee. Wenn ich aus Orten des Unglücks zurückkomme, stelle ich fest: Ich bin ein grundsätzlich glücklicher Mensch.

      Nach 2020 kann uns ohnehin nichts mehr schocken. Mit Blick auf 2021: Oder doch?
      Ich kann nicht in die Zukunft kucken, aber es geht auf jeden Fall noch schlimmer. Durch meine letzte Ukraine-Reise wurde mir wieder sehr bewusst, dass wir zwei Flugstunden von Berlin einen Krieg haben, der kein Schwein interessiert. Und wenn der zwei Stunden von uns entfernt ist, kann es auch mal sein, dass ein Krieg eine Stunde von uns entfernt ist. Das sollten wir nicht vergessen. Ich habe ein bisschen den Glauben an die Menschheit verloren durch das, was ich alles gesehen und erlebt habe. Wir werden glaube ich an unserer eigenen Dummheit vergehen. Weil wir
      nur uns selbst sehen.

      Alle Geschichten aus der turi2 edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • Meinung: Clubhouse stillt Bedürfnis nach “Talk auf dem Flur” und ersetzt Konferenzen.


      In Schnatter-Stimmung: Am Wochenende hat die Kommunikations- und Tech-Branche in Deutschland ihre Twitter-Feeds mit der Audio-App geflutet, heute versuchen sich Journalist*innen und das Social-Media-Personal an Erklärungen für den plötzlichen Clubhouse-Hype. Daniel Hüfner, Alex Hofmann und Hannah Schwär von Business Insider sehen die iOS-App “ein bisschen wie Twitter, nur mit Ton statt Text” – und als Ersatz-Programm für die wegen Corona ausgefallenen Konferenzen. So sieht es auch Jan Nicolas König bei “Horizont”: Das Tool befriedige das Bedürfnis nach “Talk auf dem Flur”, der derzeit nur eingeschränkt möglich ist.

      Die starke Nachfrage hierzulande ist zwar neu, die App dagegen nicht, in den USA ist sie schon seit letztem Frühjahr für Apple-Geräte verfügbar. Roland Eisenbrand zeichnet bei OMR nach, wie Digital-Unternehmer Philipp Glöckler und Berater Philipp Klöckner jetzt den Stein in Deutschland ins Rollen gebracht haben – per Telegram-Gruppe. Julian Heck attestiert der App “ein riesiges Suchtpotential”. Startup-Verbandschef Christian Miele freut sich, dass dort statt Social-Media-Agenturen die eigentlichen Profil-Inhaber*innen vorm Mikro sitzen. Medienkritikerin Samira El Ouassil nimmt die App bei Übermedien mit einer Parodie aufs Korn.

      Kritisiert wird an Clubhouse, dass Nutzer*innen dem Teilen ihres kompletten Adressbuchs mit dem Anbieter zustimmen müssen, wenn sie andere Leute einladen wollen. Auch das Mitschneiden von Gesprächen durch das dahinterstehende Unternehmen gilt als problematisch, ebenso wird der Männer-Überschuss in den Audio-Runden bemängelt. Marvin Schade erinnert daran, dass Clubhouse bereits in der Vergangenheit zu wenig moderiert habe – und die App vergangenen Herbst durch Konferenzräume mit offen antisemitischen Äußerungen auffiel.

      Hüfner, Hofmann und Schwär fassen zusammen: “Nach dem anfänglichen Hype, nach den Wintermonaten und nach den Corona-Beschränkungen wird sich die App erneut beweisen müssen.” (Foto: Christoph Dernbach / dpa / Picture Alliance)
      businessinsider.de, horizont.net (Paid), omr.com, julianheck.de, uebermedien.de (Parodie), twitter.com (Tweet Miele), medieninsider.com (Paid), bild.de, wuv.de


      Mitarbeit: Tatjana Kerschbaumer