Köpfe der Kommunikation

Peter Kloeppel


Status: Peter Kloeppel ist Journalist und Chefmoderator von “RTL Aktuell”.

Geboren am 14. Oktober 1958 in Frankfurt am Main.

Bio: Der Grimme-Preisträger Peter Kloeppel studiert ursprünglich Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Tierproduktion. Den Wechsel vom Ferkelstall ins Fernsehstudio schafft er, weil er nicht 365 Tage im Jahr im Stall verbringen will. Kloeppel besucht die Henri-Nannen-Schule und startet seine Karriere als Nachrichtenredakteur bei RTL Luxemburg.

E-Mail: peter.kloeppel@infoNetwork.de

Profile:
Twitter
Wikipedia

Das Geburtstagskind der Branche im Oktober 2018:
Wir graturilieren: Peter Kloeppel wird 60.

Podcast: Peter Kloeppel im turi2 podcast bei iTunes, Spotify, Deezer und Audio Now.

Peter Klöppel im großen Video-Interview auf turi2.tv:

Peter Kloeppel und Lisa Altmeier:
Zwei Generationen, fünf Fragen auf turi2.tv:

Peter Kloeppel im großen Interview in der turi2 edition #9, TV:

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Peter Kloeppel bei turi2:

    • Willkommen im Club: Christof Ehrhart.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Christof Ehrhart arbeitet nach Stationen bei Bertelsmann und der Deutschen Post DHL seit 2019 als Kommunikationschef bei Bosch. Ehrhart ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Laura Karasek, Peter Kloeppel und Nadine Bilke.
      turi2.de/koepfe (Profil Ehrhart)

    • “stern” startet Spendenaktion für “Backstage-Helden” der Kulturbranche.

      stern widmet seine Titelstory den Backstage-Helden der Kulturbranche, die in der Corona-Krise oft arbeitslos sind. Eine Spendenaktion in Kooperation mit der Plattform Elinor soll denen helfen, die in Theatern, bei Konzerten oder TV-Produktionen nicht im Rampenlicht stehen. Wer spendet, kann sich für einen 5-Min-Videochat mit einem von 37 Promis bewerben: Peter Kloeppel liest Gute-Nacht-Geschichten vor, Helene Fischer beantwortet Fragen, Michael “Bully” Herbig lädt zum digitalen Glühwein-Tete-à-tete und Veronica Ferres präsentiert ein Adventsgedicht.
      stern.de

    • Markus Lanz interviewt Barack Obama.

      Präsidiales Interview: Markus Lanz interviewt Barack Obama. Das in Washington geführte Gespräch ist am Donnerstag um 23.15 Uhr im ZDF zu sehen. Obama kritisiert dabei auch seinen Nachfolger Donald Trump: “Schaut man auf sein Verhalten der letzten vier Jahre, verwundert es nicht, dass er nicht die Größe hat, seine Niederlage anzuerkennen.” Erst vor wenigen Tagen hat Obama auch RTL-Anchorman Peter Kloeppel ein Interview gegeben.
      presseportal.de, turi2.de (Background)

    • Bertelsmann wertet Obama-Interview crossmedial aus.

      Auf allen Kanälen: RTL-Anchorman Peter Kloeppel und “stern”-Korrespondent Jan Christoph Wiechmann führen ein Interview mit Ex-Präsident Barack Obama. Bertelsmann wertet das Stück in seiner Content Alliance crossmedial aus: RTL sowie der Streamingdienst TV Now zeigen eine Doku, auch die Podcast-Plattform Audio Now und die RTL-Radiosender greifen das Thema auf. Der “stern” veröffentlicht das Interview digital in Text und Video sowie im Printheft. Anlass ist die Veröffentlichung von Obamas Autobiografie, die im Bertelsmann-Verlag Penguin Random House erscheint.
      presseportal.de

    • TV-/Streaming-Tipp: Diese Medien berichten live mit Sondersendungen zur US-Wahl.

      TV-/Streaming-Tipp: Bild TV sendet zur US-Wahl ab 18:30 aus dem Oval Office – einer nachgebauten Kopie im Berliner Springer-Haus. Zeit Online berichtet ab 20.00 Uhr mit Gästen aus dem Berliner Studio. Im TV startet Welt um 18:30 Uhr mit einer Sondersendung, das ZDF sowie RTL und n-tv beginnen um 20.15 Uhr mit Spezial-Sendungen und Dokus, das Erste startet um 22.50 Uhr.
      dwdl.de, fr.de (Übersichten), bild.de, zeit.de, presseportal.de (Welt TV), zdf.de, daserste.de, rtl.de

    • turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Maik Meuser schreibt über Günter Wallraff.


      Investigativ-Legende
      Günter Wallraff ist engagiert bis verbissen und geht dahin, wo es wehtut: nach ganz unten, zur “Bild” und an die Grenzen des Gesetzes. Nachrichtenmann Maik Meuser beschreibt Wallraffs Einfluss in der turi2 edition #12 als einen Grund, warum er Journalist geworden ist.

      Welcher Journalist kann sagen: Nach mir wurde ein Gesetz benannt? Das Lex Wallraff geht zurück auf ein Grundsatzurteil und besagt, dass auch durch Täuschung erlangte Informationen veröffentlicht werden dürfen. Als ich als Teenager “Ganz Unten” und “Der Aufmacher” verschlungen habe, wusste ich das noch nicht. Dass ich Journalist werden wollte aber schon. Das lag auch an ihm. Skandale aufdecken, die Bösen zur Strecke bringen. Das hat mir imponiert und mich motiviert.

      “Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie”, so hat er es einmal auf den Punkt gebracht. Von seiner Arbeit, seinem Engagement und seinem Renommee profitiert auch mein Sender RTL. Hier läuft seit 2013 das Magazin “Team Wallraff – Reporter undercover” zur besten Sendezeit. Eine Sendung im Sinne von Wallraff: Einsatz mit versteckter Kamera, um Dinge öffentlich zu machen, die schief laufen. Um Änderungen herbeizuführen für die Benachteiligten unserer Gesellschaft. Wallraff ist engagiert, hartnäckig, kämpferisch. Kritiker sagen: verbissen. Einer, der dahin geht, wo es dreckig ist, weh tut, gefährlich werden kann. Seine Lebensleistung ist beeindruckend. “Der Druck der Öffentlichkeit kann viel bewegen”: Das ist auch meine Erfahrung nach gut zwei Jahrzehnten journalistischer Arbeit.

      Zu Wallraff kam ich über meinen Vater. Günters Bücher standen in seinem Regal und zogen mich in ihren Bann. Während meine Schulkameraden mit 15 oder 16 Jahren im Berufsinformationszentrum noch rätselten, welchen Beruf sie ergreifen sollten, war mir längst klar, ich kann nur eins werden: Journalist.

      Fast dreißig Jahre später, 2015, durfte ich ihn persönlich kennen lernen. Ich war neu bei RTL und sollte in Hamburg über meine investigativen Recherchen mit den Kollegen von Correctiv berichten. Abends saß Wallraff dann mit Peter Kloeppel und mir im Taxi zum Hotel. Zwei Top-Journalisten und ich. Als Günter – Herr Wallraff zu sagen war verboten – erzählte, fühlte ich mich wie ein kleiner Junge. Am nächsten Morgen saßen wir wieder zusammen im Taxi, auf dem Weg zum Flughafen. Diesmal wollte er wissen, wo ich herkam und welche nächsten Geschichten ich so plane. Da saß ein neugieriger Mann kurz vor seinem 73. Geburtstag, mehrfach preisgekrönt, der deutlich Interesse zeigte und immer wieder spannende Anekdoten einwarf. Eine der unterhaltsamsten Taxi-Fahrten meines Lebens.

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #12 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      Ich musste Günter versprechen, in Kontakt zu bleiben. Nichts lieber als das! Ein anderes Treffen werde ich auch nicht vergessen: 2017 saß ich mit ihm und meinem Chefredakteur Michael Wulf auf einer Bühne. Wir sollten über investigative Recherche im Privatfernsehen sprechen. Günter erzählte, warum er bei RTL war: um junge Menschen zu erreichen. Meinen Chef brachte er trotzdem kurz fast ins Schwitzen. Weil er dann Werbung machte für “die tollen Programme von Phoenix, 3sat und Arte”. Ich saß daneben, schmunzelnd, und bewunderte seine Lebhaftigkeit und Unabhängigkeit.

      Nicht ganz so gelungen fand ich den Film “Schwarz auf Weiß”. Sich als Schwarzer zu verkleiden, um Alltagsrassismus aufzudecken – ein echter Wallraff. Aber dem Film hätte es gutgetan, auch die wirklich Betroffenen zu Wort kommen zu lassen. Schwierig auch die Berichte von Menschen, die mit ihm zusammengearbeitet haben und sagen, er sei kompliziert und eigenwillig.

      So habe ich ihn selbst allerdings bisher nicht kennen gelernt. Beim letzten Treffen saßen wir bei ihm zu Hause und sein Telefon stand nicht still. Österreich verdaute gerade die Ibiza-Affäre. Wer hat das Video gemacht, das Vize-Kanzler Strache zu Fall brachte? Und darf man sowas? Rat holen beim Meister. Und der gibt klare Antworten: Natürlich darf man! Günter lacht, die Idee hätte von ihm stammen können. Er hat das Telefon auf laut gestellt – und ich sitze, staune, lausche.

      Alle Geschichten aus der turi2-edition #12 lesen: turi2.de/edition12

    • turi2 edition #11: Laura Wontorra über Bratwurst und Dosenbier.


      Zwischen Mixed Zone und Fankurve:
      Laura Wontorra moderiert Fußball im TV, hat einen Nebenjob als Spielerfrau – und spricht im Interview mit Peter Turi für die turi2 edition #11 über alles, was dazwischen liegt: Ihre frühkindliche Fußball-Prägung durch Vater Jörg, die eigene Sport-Karriere auf dem Tennis-Platz und Equal Pay im Sportjournalismus. (Fotos: Selina Pfrüner)

      Laura, du trägst einen großen Namen. Hättest du auch mit einem anderen Namen Karriere gemacht? Also wenn du Brigitte statt Laura heißen würdest?
      Haha. Zu einhundert Prozent: Ja! Meine Karriere hat nichts mit meinem Namen zu tun. Ich habe viel von meinem Papa gelernt, bin wahnsinnig stolz auf ihn, aber ich habe genug Selbstbewusstsein, um zu sagen: Ich hätte es auch ohne ihn geschafft. Eigentlich heiße ich ja auch Wontorra-Zoller, weil ich seit drei Jahren mit Simon Zoller verheiratet bin.

      Wieviel Selbstbewusstsein haben dir deine Eltern mitgegeben?
      Ganz viel. Wir sind eine sehr positive Familie mit selbstbewussten Menschen: Meine Mutter war dreimal Weltmeisterin in lateinamerikanischen Tänzen, hat jahrelang als Fernsehmoderatorin gearbeitet. Mein Vater ist seit 50 Jahren vor TV-Kameras unterwegs. Mein Bruder arbeitet inzwischen in einer guten Position bei Axel Springer. Wir sind alles Typen, die Bock auf Karriere haben und auf Arbeit und auf Erfolg. Und wir gehen mit einer gesunden, positiven Einstellung durchs Leben.

      Man könnte sagen, du hast in der Gen-Lotterie einen Hauptgewinn gezogen.
      Klar, ich habe ganz viel Glück gehabt. Aber du musst auch liefern – Payback-Time, sag’ ich immer. Mit meiner Leistung ist es wie bei einem Stürmer, der mit 18, 19 im Profikader spielt: Der hat einen Lauf, weil der Trainer auf ihn setzt. Aber dann muss er dieses Niveau zwei, drei oder zehn Jahre halten. Das ist die große Kunst, daran arbeite ich.

      Hattest du eine rebellische Phase?
      Natürlich hatte ich eine pubertäre Phase. Aber ich wusste sofort: Ich will was mit Sport machen. Es gibt ja die schöne Geschichte, dass mein Vater, Minuten nachdem ich geboren war, mit mir ans Krankenhaus-Fenster ging und sagte: “Laura, guck, da ist die weite Welt, die zeige ich dir. Und da drüben am Bremer Weserstadion fangen wir an.”

      Laura Wontorra im Fußball-Fragebogen von turi2.tv:

      Die Fußball-Liebe wurde dir in die Wiege gelegt?
      Die Liebe zum Sport! Die hat den Lebensweg meiner Eltern bestimmt, und sie bestimmt auch meinen. Ich wusste: Egal, ob das jetzt vor oder hinter einer Kamera ist oder bei einem Verein – aber Sport muss es sein. Ich bin ein Sportfreak.

      Hättest du auch zum Handball gehen können?
      Handball spielt eine große Rolle in der Familie Wontorra. Mein Vater war Handball-Trainer der Damenmannschaft von Werder Bremen und ist mit den Mädels dreimal aufgestiegen. Handball hatte bei ihm eigentlich Prio eins, bevor es dann der Fußball wurde. Für mich war Handball leider nichts – ich hatte sozusagen zwei linke Hände.

      Was war dein Lieblingssport?
      Tennis! Ich habe, bis ich 17, 18 war, fast jeden Tag gespielt, war bei “Jugend trainiert für Olympia” dabei. Ich bin sehr gut mit Sabine Lisicki befreundet, sie ist mit 14 nach Amerika gegangen, um Tennisprofi zu werden. Das hätte ich nicht gekonnt – dafür hatte ich nicht genügend Disziplin. Dafür lebe ich zu gern, ich trinke ab und zu gern mal ein Bier oder ein Glas Wein. Umso mehr bewundere ich meinen Ehemann, der, seit er 13 ist, alles dafür gibt, um Fußballprofi zu sein.

      Welche Sportart geht gar nicht?
      Es gibt wenige Sportarten, die ich total doof finde. Ich finde selbst Curling faszinierend, ich kann mir das stundenlang angucken. Ich kann mir sogar Reiten angucken, obwohl ich kein Pferdemädchen bin. Ich hab’s mal eine Woche im Urlaub ausprobiert, aber es war nix für mich.


      Multimedia-Laura: Beim Treffen mit turi2 in der Kölner Kneipe Lotta posiert Laura Wontorra für Fotos, beantwortet den Video-Fragebogen und nimmt einen Podcast mit Peter Turi auf

      Hast du mal selbst Fußball gespielt?
      Ich hatte eine ganz kurze Fußballkarriere, genau ein Semester. Das war, als ich mit 16 ein Jahr zum Schüleraustausch in England war und eine Weile das Wahlfach Fußball hatte. Was soll ich sagen? Gut, dass das bei uns mein Mann macht – ich hatte wenig Talent. Im zehnten Spiel ist mir einmal der Ball so vor die Füße gefallen, dass ich das Tor praktisch machen musste. Ich wusste: Besser wird’s nicht mehr, mehr Talent ist nicht. Und so habe ich direkt nach diesem Spiel meine aktive Fußballkarriere beendet.

      Du bist auch Spielerfrau. Begegnest du Vorurteilen?
      Ja, und ich habe selbst Vorurteile gegenüber Spielerfrauen. Ich bin zwar gern Spielerfrau, weil ich unglaublich stolz bin auf das, was mein Mann leistet. Aber die klischeehafte Spielerfrau, die ihre Erfüllung im Dreiklang Shoppen, Handtasche, Haare findet, bin ich natürlich nicht. Ich bin eher so das Dosenbier-Mädchen aus der Fankurve. Und ich verstehe einfach nicht, warum 22-jährige Mädels aufhören zu studieren oder zu arbeiten, um nur noch die Frau an seiner Seite zu sein. Ich würde jeder Frau raten: Sieh zu, dass du selbst was in der Hand hast, dass du deinen eigenen Weg gehst. Wir Frauen sind heute so cool selbst in der Lage, was zu machen und zu schaffen – und darauf stolz zu sein.

      Also lieber Studium als Instagram-Karriere?
      Absolut. Ich bin froh, dass meine Karriere nicht an Social Media hängt. Ich mache auch Instagram, das hilft mir, den Leuten zu zeigen, was mein Job ist und wie viel Aufwand hinter meiner Arbeit steckt. Aber dass junge Mädchen aus der Schule kommen und denken, ich muss aussehen wie ein Victoria’s Secret Model, ich muss die teuersten Klamotten haben und ein schickes Auto fahren, um dann irgendwie 300 Follower mehr zu haben – das finde ich schon schwierig. Wir sollten ihnen sagen: Hey, das wirkliche Leben findet nicht im Internet statt.

      Du bist auch ein Promi und Objekt der Berichterstattung. Sind die Kolleg*innen immer fair zu dir?
      Ich finde schon. Auf Social Media geht es oft rauer zu. Wenn mein Vater vor 30 Jahren im Fernsehen mal was Falsches gesagt hat, gab es vielleicht drei Leserbriefe an die Sat.1-Zuschauerredaktion. Heute gibt es sofort 4.000 Kommentare auf Twitter und Co. Den Gegenwind muss man aushalten können. Andererseits kriege ich aber auch Lob in Social Media, wenn etwas gut war.

      Wer dich googelt, findet zum Beispiel die Schlagzeile “Laura Wontorra, Deutschlands zweitschönste TV-Moderatorin”. Sagst du dir: Was für eine sexistische Kackscheiße – oder: Hey, wer ist Erste?
      Ich hatte alles: die schönste Sportmoderatorin, die sexieste TV-Moderatorin und so weiter. Ich kann darüber wunderbar lachen, empfinde es aber auch als nettes Kompliment. Übrigens lande ich in diesen Umfragen relativ weit vorne, weil ich bei Männern und Frauen gleich gut ankomme. Und darüber freue ich mich.

      Du hast die “Bild” verklagt. Wegen eines Fotos mit der Bildunterschrift: “Sport1-Granate Laura Wontorra mit Höschenblitzer auf dem roten Teppich”.
      Ja, ich wollte einfach, dass das Foto schnell aus der Zeitung und aus dem Internet verschwindet. Seitdem passe ich übrigens besser auf, wenn ich bei einem Red-Carpet-Event mit kurzem Kleid aus dem Auto steige.

      So hast du gerichtlich klären lassen, dass kein öffentliches Interesse an deiner Unterwäsche besteht.
      Ich habe immerhin ein kleines Statement gesetzt. Nur ist leider im Internet nie irgendwas vergessen. Aber die “Bild”-Zeitung und ich haben uns inzwischen wieder lieb und alles ist geklärt.

      Hast Du als Frau im testosterongetriebenen Fußball einen Me-too-Moment erlebt, sexuelle Belästigung?
      Ganz klar: Nein. Ich habe Glück gehabt und keinen solchen Moment erlebt. Und auch keine Diskriminierung. Ich hatte keinen einzigen Gesprächspartner, der mich, weil ich eine Frau bin, nicht für voll genommen oder mir gegenüber keinen Respekt gezeigt hat.


      “Ich finde selbst Curling faszinierend, ich kann mir das stundenlang angucken.”

      Siehst du ein Problem mit dem Thema Equal Pay? Bekommst du genauso viel Geld wie ein Mann?
      Ich bin jetzt 31 und habe diesen Job nie wegen des Geldes gemacht. Ich lebe meinen Traum: Ich komme in ein Fußballstadion und mir geht das Herz auf. Mich erfüllt es mit Glück, den Rasen zu riechen, die Bratwurst, das Dosenbier. Ich bin unheimlich stolz, einen so tollen Job zu machen, es ist mein absoluter Traumberuf. Deswegen habe ich mir in meiner jungen Karriere noch nie groß Gedanken ums Geld gemacht. Haben jetzt Kollegen wie Florian König oder Peter Kloeppel mehr Geld als ich? Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich von meinem Geld gut leben kann. Das, was ich mache, macht mich stolz und glücklich.

      Glaubst du, dass der Frauenfußball finanziell eines Tages das Niveau der Männer erreicht und so populär wird wie Männerfußball?
      Das glaube ich nicht. Der Männerfußball hat eine so lange Vorgeschichte, da hängt der Frauenfußball immer ein Stück weit hinterher. Aber auch Sportler aus anderen Sportarten hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Es gibt so viele tolle Olympioniken, die so hart kämpfen müssen, um Sponsoren zu finden. Für die würde ich mir mehr Unterstützung wünschen.

      Absorbiert der Fußball zu viel Aufmerksamkeit?
      Das habe ich nicht gesagt – der Fußball hat alle Aufmerksamkeit verdient. Wir Deutschen lieben Fußball, wir gehen gerne ins Stadion, und die Spiele sind gut. Und die Spieler stehen heute unter einem größeren Druck als noch vor 30 Jahren. Mein Vater hat früher samstags Werder übertragen, und Samstagabend saß er dann mit Mario Basler in der Kneipe. Und dann haben die nicht nur gequatscht, sondern auch ein Pils getrunken. Das würden die Spieler vielleicht heutzutage auch gern machen – aber es geht einfach nicht mehr, weil jeder ein Handy rausholt und irgendwas mitschneidet oder fotografiert. Die Profis heute müssen sehr verschlossen leben, abgesondert von der Öffentlichkeit. Die müssen viel mehr aushalten, nicht nur Beleidigungen im Stadion, sondern auch über Social Media. Deswegen haben sie meiner Meinung nach eine gewisse Form von Schmerzensgeld verdient. Aber natürlich sind Fußballer, was Kohle angeht, gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

      Anzeige

      Bestellen Sie 7 Ausgaben der turi2 edition mit jeweils 200 Seiten für schlappe 100 Euro inklusive Versand!
      Sie bekommen die 5 nächsten Ausgaben und dürfen sich von den 10 bisher erschienen Bänden zwei weitere kostenlos dazu wünschen. Das Bestellformular gibt es auf turi2.de/bestellen

      Du machst für RTL auch Unterhaltungssendungen wie “Grill den Henssler” und “Ninja Warrior” – was würde dich noch reizen?
      Ich hoffe, es kommt noch ganz viel in meinem Leben. Ich bin ein Riesenfan vieler Talkshows wie “Drei nach neun”, “River Boat” und ganz besonders “Inas Nacht”. So etwas würde mich sehr reizen: In locker-lässiger Atmosphäre talken, das wär’s. Aber ich mache mir da keinen Druck.

      RTL arbeitet ja sehr vernetzt mit Gruner + Jahr. Wie wäre die Idee eines weiblichen Sportmagazins namens “Wontorra”? Sozusagen ein “Barbara” des Sports?
      Das wäre ein spannendes Projekt – da hätte ich total Lust drauf. Ich lese selbst gern Gedrucktes, zum Beispiel “stern”, “Bunte”, “Gala” und “InStyle”. Und natürlich den “Kicker”. Mein Mann hat ihn auf dem iPad, aber ich finde es geil, den “Kicker” montags und auch donnerstags als Papier zu kaufen und zu lesen.

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #11 – direkt hier im Browser als E-Paper.

    • Zitat: Für Helmut Thoma müssen News-Anchor nicht grauhaarig sein.

      “Die sagten, wir bräuchten einen Grauhaarigen. Inzwischen ist er grauhaarig und er macht seinen Job großartig.”

      Ex-RTL-Chef Helmut Thoma sagt im Interview mit dem “Luxemburger Wort”, dass er schon früh an das Potenzial von Peter Kloeppel glaubte.
      wort.lu

      Aus dem turi2.tv-Archiv: Peter Kloeppel verrät im Videointerview, was er an anderen Generationen bewundert (Archiv 10/2019).

    • Bertelsmann weitet sein Audio-Angebot bei Audio Now massiv aus.


      Hast du nicht gehört: Bertelsmann startet im Herbst innerhalb von 60 Tagen 21 neue Formate auf seiner Podcast-Plattform Audio-Now und setzt dabei auf das Spektrum des Medienhauses. Zu den neuen Formaten gehören ein Ableger der TV-Soap “GZSZ” und ein Podcast mit Comedian Mario Barth. Nachrichten-Moderator Peter Kloeppel blickt in “Herbst ´89” mit Hilfe von Original-Tonmaterial auf die Wiedervereinigung zurück. Aus der Welt von Gruner + Jahr kommen zudem mehrere Audio-Serien von Print-Magazinen hinzu, darunter “Essen & Trinken”, “Hygge” und “Schöner Wohnen”.

      Verantwortlich für die Inhalte ist die hauseigene Audio Alliance, in der Bertelsmann seit April alle Audio-Aktivitäten seiner Töchter vereint. Die Podcast-Plattform Audio-Now ist im März als Pendant zur TV-Mediathek TV Now gestartet und bündelte zunächst vor allem bestehende Audio-Formate von Gruner + Jahr, Random House und vor allem RTL Radio.
      presseportal.de, turi2.de (Audio Now), turi2.de (Audio Alliance)

    • turi2 edition #9: Moderatorin Charlotte Maihoff und das Schwarzbrot des Journalismus.

      Sehen, begreifen, erklären: RTL-Aktuell-Moderatorin Charlotte Maihoff guckt im Fernsehen trotz oder gerade wegen ihres Berufs am liebsten Nachrichten. Mit Björn Czieslik spricht sie für die turi2 edition #9 über ihren Job: Sie ist die Jüngste im Moderationsteam, und die erste schwarze Frau, die in Deutschland die Hauptnachrichten macht. Das ist aber “vollkommen Wurscht” – was zählt ist, dass sie mit anderen ins Gespräch kommen und sie verstehen will.

      Mehr Geschichten aus der Bewegtbildwelt lesen Sie gedruckt in der “turi2 edition #9” und kostenlos im neuen, komfortablen E-Paper. Das Porträt über Charlotte Maihoff finden Sie hier.

      Es sind die sonoren Stimmen der Nachrichtensprecher im Radio, die Charlotte Maihoff als Kind anfixen. Sie dreht extra laut und lauscht gespannt, wenn die ihr die Welt erklären. Kommt Musik, dreht sie wieder leise. “Ich war so ein bisschen nerdy als Kind”, sagt sie heute.

      Als der Saarländische Rundfunk für sein neues Jugendprogramm junge Radiomacher sucht, schafft Maihoff das Casting – und ist traurig, dass sie mit ihren 16 Jahren nur Reporterin sein darf. Für die Nachrichten sei sie noch zu jung, heißt es. Also studiert Maihoff nach dem Abi erstmal Informationswissenschaften, französische Linguistik und Wirtschaftsinformatik, wieder ein bisschen nerdig. Dabei lernt sie das Strukturieren von Daten und versteht: “Informationen, die nur auf einem Rechner liegen und von Menschen nicht wahrgenommen werden, die gibt es nicht.”

      Neben dem Studium arbeitet Charlotte Maihoff beim HR und beim WDR, danach besucht sie in Hamburg die Henri-Nannen-Schule und darf 2010 beim Deutschlandfunk und bei DRadio Wissen endlich Radionachrichten machen. Über die Regionalnachrichten im SR Fernsehen kommt Maihoff zu ARD aktuell, moderiert die “Tagesschau” und beim Infokanal Tagesschau24. 2017 holt RTL sie als neues Gesicht zu “RTL aktuell”. Nach 18 Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwartet sie einen Kulturschock – doch der bleibt aus: “Bei den Nachrichten sind wir uns alle sehr ähnlich. Es ist das Schwarzbrot des Journalismus.”

      Heute präsentiert sie im Wechsel mit Chefmoderator Peter Kloeppel und Maik Meuser die Hauptnachrichten. Am Nachrichtenjournalismus reizt Charlotte Maihoff die Herausforderung, sich schnell in Themen einzuarbeiten: “Sehen, begreifen, erklären können. Das ist eine Challenge und die nehme ich gerne an.” Sie interessiert sich für fast alles, mit Abstrichen bei Sport und Kultur, und fände es langweilig, sich auf ein Thema konzentrieren zu müssen. Zeitweise wollte sie auch mal Lehrerin werden. Eine Aufgabe, die ähnliche Talente erfordert, glaubt Maihoff. Der Vorteil als Journalistin: Ihr Publikum schaut und hört in der Regel freiwillig zu.


      Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

      Bei RTL arbeitet Maihoff auch als Redakteurin im Hintergrund und ist als Reporterin unterwegs. “Man kann nicht nur im Studio stehen und von dort aus glauben, dass man die Welt versteht”, sagt sie. Immer wieder berichtet sie auch aus Russland. Ihr deutscher Ehemann arbeitet in Moskau, sie selbst ist jeden zweiten Monat in der russischen Hauptstadt. Bei ihrer ersten Straßenumfrage dort kann sie gerade genug Russisch, um eine Frage zu stellen, versteht aber die Antworten nicht. Heute klappt es schon deutlich besser mit der Verständigung. Miteinander ins Gespräch kommen, andere kennen und verstehen lernen: Das ist Charlotte Maihoff besonders wichtig. Überrascht, aber auch beruhigt stellt sie immer wieder fest, dass Menschen, egal wo sie leben und woher sie kommen, einander oft viel ähnlicher sind, als sie selbst glauben.

      Maihoff engagiert sich für die Stiftung Lesen und das Kinderhilfswerk Plan International, um Kindern, vor allem Mädchen, Chancen zu geben und Bildung zu ermöglichen. “Wir müssen Menschen bilden, damit sie die Probleme lösen, die auf uns zukommen. Und die sind nicht klein.” Sie selbst hat die Patenschaft für einen kleinen Jungen in Kolumbien übernommen.

      Charlotte Maihoff ist gebürtige Saarländerin. Dass ihr Vater aus Ghana stammt, ist in ihrer Kindheit nie ein großes Thema. Es dauert lange, bis sie zum ersten Mal auf die Idee kommt, dass einige Menschen sie allein deshalb nicht mögen könnten, weil sie anders aussieht als sie. “Ich bin die erste schwarze Frau, die in Deutschland die Hauptnachrichten macht. Ich finde es aber ganz schrecklich, das so zu formulieren. Letztlich ist das vollkommen Wurscht! Es ist ja nicht mein Verdienst, wie ich aussehe.” Wenn jemand sie als Beispiel für gelungene Integration vorführen möchte, ist das ihr nicht nur unangenehm – sondern schlicht falsch: “Ich bin Deutsche und musste mich hier nie integrieren.” Gleichwohl hält sie es für den Zusammenhalt im Land für extrem wichtig, Rassismus zu bekämpfen.

      Wenn Charlotte Maihoff eine Auszeit braucht vom Schwarzbrot des Journalismus, von Challenges und Fernsehkameras, geht sie klettern oder in die Natur. Sie mag die Stille – eine “uncoole Eigenschaft”, sagt sie selbst. Und wieder ein klein wenig nerdig. Sie genießt es, einfach nur aufs Meer, einen See oder die Berge zu schauen. Und Ohrstöpsel sind für sie in einer lauten Umgebung wie ein kleiner Urlaub. Damit kann man die Welt leise stellen, wann immer man möchte. So wie früher die Radiomusik.

      Lesen Sie alle TV-Geschichten der turi2 edition #9 – direkt hier als E-Paper.