Köpfe der Kommunikation

Heiner Lauterbach


Status: Heiner Lauterbach ist ein bekannter deutscher Schauspieler.

Geboren am 10. April 1953 in Köln

Bio: Nach der Mittleren Reife besucht Heiner Lauterbach die Schauspielschule der Keller. Anschließend spielt er in Köln, Würzburg und München Theater. Lauterbachs Kinokarriere beginnt in den 70er Jahren als Darsteller in der “Schulmädchen-Report”-Reihe. 1985 gelingt ihm mit Doris Dörries Filmkomödie “Männer” der Durchbruch, in der er neben Uwe Ochsenknecht die Hauptrolle spielt. Es folgen weitere erfolgreiche Engagements in Filmen wie “Rossini” und “Der Verleger”. 2018 gründet er gemeinsam mit seiner Frau Viktoria Lauterbach die Meet your Master GmbH.

E-Mail: management@heinerlauterbach.de

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Viktoria und Heiner Lauterbach im großen Doppel-Interview über’s Gründen in der turi2 edition #10, Agenda 2020:

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Heiner Lauterbach bei turi2:

    • “Handelsblatt” bietet Online-Wirtschaftskurse bei Meet your Master.


      Homeschooling fürs Management: Das “Handelsblatt” kooperiert mit der Wissens­plattform Meet your Master von Schauspieler Heiner Lauterbach. Das gemeinsame Angebot vermittelt per Online-Kurs Wirtschafts­wissen zu Themen wie Marketing, Gründung und Führung. So strebt der Verlag einen E-Learning-Ersatz für sein in der Corona-Krise weggebrochenes Event-Geschäft an.

      Referent*innen sind u.a. BeyondGlobal-CEO Sandra Navidi, die sich dem Thema Netzwerken widmet, und Valentin Stalf, Co-Founder und CEO der Online-Bank N26. Er befasst sich mit dem Schwerpunkt Gründung. Lauterbach betont, dass es bei der Auswahl der Persönlichkeiten um “Vielfalt und Inspiration” gegangen sei. Die Kurse sind in etwas 15-minütige Blöcke unterteilt und kosten 89 Euro.
      handelsblattgroup.com, turi2.de (turi2 edition #10: Viktoria und Heiner Lauterbach übers Gründen)

    • Willkommen im Club: Matthias Horx.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Zukunftsforscher Matthias Horx begibt sich für das nach Trends lechzende Publikum regelmäßig auf prognostische Minenfelder. Horx ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Sabina Jeschke, Heiner Lauterbach und Frauke Böger.
      turi2.de/koepfe (Profil Horx)

    • turi2 edition #10: Viktoria und Heiner Lauterbach übers Gründen.


      Er ist ein Macho, sie ist der Boss in der neuen Firma:
      Heiner Lauterbach und seine Frau Viktoria sprechen im großen Doppel-Interview für die turi2 edition #10 mit Peter Turi und Heike Reuther über den ewigen Kampf der Geschlechter, neue Rollenbilder und ihre Lust aufs Gründen. (Fotos: Selina Pfrüner)

      Sie beide sind für uns als Paar ein Role Model für ein neues Jahrzehnt: Viktoria ist mit 47 Jahren eine Frau mit Ideen und Drive, Heiner mit 66 vermutlich klüger denn je. Und gemeinsam haben Sie ein Startup für digitales Lernen gegründet. Woher kommt diese Energie, Viktoria?
      VIKTORIA: Ich will etwas ganz Neues schaffen, will dafür jeden Tag nutzen. Ich versuche als Frau neben einem sehr erfolgreichen Mann erfolgreich zu sein.

      Auf Instagram sind Sie heute schon erfolgreicher als Heiner – vor allem mit Backrezepten. Warum jetzt der Ausbruch aus dieser klassischen Rolle?
      VIKTORIA: Vielleicht möchte ich mir, Heiner und der Welt ein bisschen was beweisen.

      Heiner, was gibt Ihnen die Energie, mit 66 nochmal ein ganz neues Business zu starten?
      HEINER: Ich ziehe die Energie aus meiner Frau. Wir geben uns beide sehr viel Energie, beflügeln uns gegenseitig. Und wenn der eine mal weniger Energie hat, dann baut ihn der andere auf. So ist das in guten Partnerschaften.

      Heiner Lauterbach im Video-Fragebogen über seine Agenda 2020

      Wer hat zu Hause das Sagen? Und wer in dem neuen Business?
      VIKTORIA: Bei uns ist es ganz einfach: Jeder tut das, was er am besten kann. Ich manage Heiner schon seit vielen Jahren.
      Ich liebe Zahlen, deshalb landet alles Kaufmännische auf meinem Tisch. Heiner ist eher der kreative Kopf. Ich kenne Heiner mittlerweile so gut, dass ich genau weiß, was in ihm vorgeht, was er gern mag und was nicht. Wir haben in vielen Dingen denselben Geschmack.

      Und wenn Sie mal nicht einer Meinung sind?
      VIKTORIA: Ich kann sehr hartnäckig sein. Wenn ich etwas möchte, dann bleibe ich dran und versuche, Heiner von meiner Idee zu überzeugen. Es gelingt mir nicht immer. Es ist ganz wichtig zu spüren, wann der Moment da ist, dass er es nicht so möchte wie ich. Dann muss ich sein Nein akzeptieren.


      Paargespräch im Ministerzimmer des Bayerischen Hofs: Heike Reuther und Peter Turi lauschen Viktoria und Heiner Lauterbach

      HEINER: Im Zweifelsfall ziehen wir auch mal die Kinder zu Rate, die sind jetzt 12 und 17. Wo der nächste Urlaub hingehen soll, entscheiden wir ganz demokratisch zu viert. Es ist ja auch schön, wenn man den anderen von etwas überzeugen kann. In einer guten Gemeinschaft braucht es auch immer einen Gegenpol. Einer ist etwas vorsichtiger, der Bedenkenträger, der andere der Visionär. So war es jetzt auch bei unserer neuen Geschäftsidee – da war ich der Bedenkenträger.

      Ist es ein Vergnügen, mit der eigenen Frau ein Business aufzuziehen?
      HEINER: Ich hatte ja auch vorher das Vergnügen, eng mit Viktoria zusammen zu arbeiten. Sie ist meine beste Beraterin. Als absolute Quereinsteigerin ins Filmbusiness bringt sie etwas Tolles mit – so eine Art Mainstream-Geschmack. Sie erkennt Dinge, wo wir Profis den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Sie hinterfragt Zusammenhänge im neuen Drehbuch, erkennt, wann ein Film ein Erfolg wird oder nicht. So ein Barometer zu haben, ist Gold wert. Ich ziehe sie zu Rate wie noch nie eine Partnerin zuvor. Wir reden manchmal die ganz Nacht über unsere Arbeit.

      Wo bleibt da die Work-Life-Balance?
      HEINER: Davon halten wir gar nichts. Es gibt Leute, die leben lieber das klassische Modell mit einer klaren Trennung von Beruf und Privatem. Bei uns ist das anders: Wir sind rund um die Uhr erreichbar.

      VIKTORIA: Wir legen das Handy aber auch schon mal weg.

      HEINER: Wir haben genügend Freizeit – aber eben nicht zwingend am Wochenende. Kreativität lässt sich nicht planen.

      Bei der neuen Firma sind Sie die Chefin, Viktoria.
      VIKTORIA: Eigentlich sehe ich mich nicht als Chefin, sondern als Teil des Teams. Gestern hat eine Marketing-Mitarbeiterin gesagt: “Meine Chefin ruft.” Das war für mich ganz neu. Aber Heiner hat ein halbes Jahr Theater gespielt und direkt im Anschluss einen Film gedreht. Ich musste vieles allein machen. Ich habe Heiner täglich berichtet, was in der neuen Firma passiert. Und die Produktion der Videos und die Freigabe der Master Books, das liegt weiter in seiner Hand. Aber das Management – das ist meins.

      HEINER: Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn jemand Viktoria als Chefin sieht. Es kommt vor, dass es klingelt, ich öffne die Tür, die Handwerker kommen rein, schieben mich zur Seite und fragen nach der Chefin. Das Haus ist nunmal Viktorias Terrain.


      Gut gelaunt vor Goldfolie: Die quirlige Viktoria bringt Bewegung ins Bild und den brummeligen Herrn Lauterbach zum Schmunzeln

      Warum hatten Sie Bedenken, “Meet your Master” zu starten?
      HEINER: Die erste Frage war: Kann ich etwas zum Erfolg beitragen, zur Qualität der Filme? Das war schnell beantwortet. Ich kann meine Erfahrung aus 40 Jahren als Filmschauspieler und meine Kontakte einbringen. Die zweite Frage: Glaube ich an den Erfolg der Geschäftsidee? Da – das muss ich zugeben – hat Viktoria nachgeholfen. Ihre Argumente haben mich überzeugt: Digitales Lernen ist die Zukunft. Das sagen auch alle Experten.

      Viktoria, hätten Sie Ihre Idee auch ohne Heiner umgesetzt?
      VIKTORIA: Das wäre schwierig geworden. Heiners Kontakte sind wichtig, auch seine Bekanntheit. Wir wollten zum Beispiel Jürgen Klopp haben, als Experten für Motivation und Teamplay. Wir kannten ihn beide nicht persönlich. Aber als Heiner bei Klopp anrief, lief die Sache sehr schnell. Das wäre anders gewesen, wenn ich angerufen hätte. Am Ende bin ich froh, dass ich Heiner überzeugt habe, mitzumachen.

      Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, eine Video-Plattform für Persönlichkeitsbildung zu gründen?
      VIKTORIA: Ich beobachte seit Jahren, mit welcher Freude und welchem Elan Heiner unseren Kindern oder seinen Studenten Dinge beibringt und wie gern er Erfahrungen weitergibt. Ich selbst lerne viel von Heiner und bin sein größter Fan. Da kam die Idee, dieses Wissen vielen Menschen zugänglich zu machen.

      HEINER: Mir schreiben viele Leute, dass sie meine Biografie gelesen und daraus Kraft gezogen haben, ihr Leben zu ändern. Das berührt mich sehr. Das Gefühl, Menschen geholfen zu haben, übertrifft alles – auch jedes Lob für meine Schauspielarbeit. Als ich wieder mal am Rechner saß, um auf die Mail eines jungen Mannes zu antworten, meinte Viktoria, dass ich meine Ratschläge einmal zusammenfassen müsste, denn einiges wiederholt sich ja doch.

      VIKTORIA: Da kam mir die Idee mit den YouTube-Videos. Aus einer persönlichen Erfahrungen heraus: Immer wenn ich nicht weiter weiß, gehe ich auf YouTube und schaue mir Videos an – seien es Gebrauchsanweisungen oder Schminktipps oder Anleitungen fürs Backen. Und ich habe festgestellt: Bei YouTube fühlt man sich der Person, die etwas erklärt, sehr nahe.


      Gründer mit Glamour: Heiner und Viktoria Lauterbach wollen “Meet your Master” als digitale Lernplattform etablieren

      Jetzt haben Sie “Meet your Master” mit vielen großen Namen gestartet: Til Schweiger, Alfons Schubeck, Sebastian Fitzek, Nico Hofmann, Jonas Kaufmann. Wo bleiben die Frauen?
      HEINER: Ich hab‘s vorher schon gewusst: Das haut uns die Presse um die Ohren. Die wittern da gleich einen Geschlechterkampf, vermuten Frauenfeindlichkeit. Ich bin dazu von einigen Journalistinnen mit einem Gesichtsausdruck und einem Unterton in der Stimme befragt worden, wie wenn es ein Polizeiverhör wäre. Die Polizei fragt aber zuerst nach dem Motiv. Welches Motiv sollte ich dafür haben, Frauen zu vernachlässigen? Ich liebe Frauen, das ist hinlänglich bekannt. Und was unser Geschäftsmodell betrifft, so wäre es extrem unklug, auf Frauen zu verzichten.

      VIKTORIA: Wir haben genauso viele Frauen angefragt wie Männer. Ganz tolle Frauen, nur sind die viel zurückhaltender. Steffi Graf hat genauso abgesagt wie Jil Sander. Männer sind schneller in ihrer Entscheidung: “Super Idee, finde ich toll, ich mache mit.” Jetzt haben wir aber auch Zusagen von einigen Frauen. Es sollen aber noch mehr werden.

      Für wen ist “Meet your Master” gedacht?
      VIKTORIA: “Meet your Master” ist für alle, die Bock haben, etwas zu lernen von Koryphäen – in Kinoqualität. Auch bei den Berühmten ging es nicht immer bergauf, die sprechen auch über ihre Tiefpunkte. Das ist spannend und macht Spaß.

      HEINER: Die Filme müssen mehr sein als ein Leitfaden zum kommerziellen Erfolg. Das steht bei mir nicht an der ersten Stelle, sonst hätte ich die Firma meines Vaters übernommen. Die Filme sollen auch Anleitung für ein glückliches Leben sein – der Beruf ist da nur ein Aspekt.

      Viktoria Lauterbach im Video-Fragebogen über ihre Agenda 2020

      In welche Richtung soll sich “Meet your Master” entwickeln?
      VIKTORIA: Wir haben mit den ganz berühmten Leuten anfangen, aber wir wollen breiter fächern, die Koryphären ihres Fachs vorstellen, die vielleicht nicht ganz so berühmt sind…

      HEINER: … mit Sicherheit nicht so berühmt sind, aber genauso gut.

      VIKTORIA: Wir wollen einerseits die Speerspitze, aber auch wie du immer so schön sagst, dass eben ein Vater seinem Kind zum Abitur… Ach, sag du es doch mal.

      HEINER: Jetzt hast du es so durcheinander gebracht, dass ich es fast nicht mehr reparieren kann.

      VIKTORIA: Er ist frech – das ist der Macho in ihm! (alle lachen)

      Haben Sie den nicht abgelegt?
      VIKTORIA: Es sieht nach außen so aus, als hätte er den Macho abgelegt. Hat er aber nicht – ohne dass ich jetzt näher darauf eingehen möchte. Das muss ich leider so sagen. (Sie lächelt ihn an; er lächelt zurück, nickt und zuckt mit den Schultern)

      HEINER: Unsere Vision bei “Meet your Master” ist es, dass wir eines Tages die Meister unter den Landschaftsgärtnern, Maskenbildnern und Schreinern an Bord haben und die ihre Kunst weitergeben. Ich fände es schön, wenn ein Vater zu seinen 18-jährigen Kindern sagen würde: Ihr wisst nicht, was ihr machen sollt? Hier ist ein Abonnement von “Meet your Master”, da ist alles drin, was ihr braucht an Anregungen und Elan. Quasi eine Schule des Lebens.

      Heiner, Sie könnten sich doch jetzt auf Ihrem Erfolg ausruhen. Andere gehen mit 66 Jahren in Rente – warum tun Sie sich ein Startup an?
      HEINER: Das denke ich auch manchmal. Gerade gestern: Wir waren ganz früh aufgestanden, hatten in Düsseldorf ein Investorengespräch bei einer Bank. Um Vorbild zu sein in der Firma, sind wir Economy mit dem letzten Flieger zurückgeflogen. Und wie eigentlich immer, wenn ich Economy fliege, habe ich den Mittelplatz abbekommen. Wir waren früh aufgestanden, der Tag war anstrengend. Da sage ich zu meiner Frau: “Wir könnten jetzt auch schön in Ibiza am Strand liegen.”

      VIKTORIA: Aber das wäre doch langweilig!

      HEINER: Ach, da gibt es schöne Golfplätze. Ich weiß nicht, ob mir so langweilig wäre.

      VIKTORIA: Mir wäre aber langweilig!

      HEINER: Gut, wir haben das angefangen, jetzt ziehen wir es durch.

      Wie sehen Sie die Zukunft für Ihre Kinder?
      HEINER: Ich halte nichts von Weltuntergangsstimmung. Und ich werde den Teufel tun, in einem Interview zu sagen: “Die armen Kinder haben keine Zukunft.” Das wird sich zeigen. Ja, es gibt den Klimawandel. Ich denke: Lasst uns was tun, es kann nur gut sein, wenn wir bewusster leben und die Umwelt schonen. Aber bitte, lasst uns optimistisch zu Werke gehen.

      VIKTORIA: Wir diskutieren zu Hause mit den Kindern darüber. Sie bringen das Thema ja aus der Schule mit. Wir wollen, dass sie ein gesundes Bewusstsein entwickeln für ihre Umwelt. Es sind so viele Kleinigkeiten, die man ändern kann: Wir verzichten auf Plastik, essen weniger Fleisch. Meine Tochter und ich haben uns vorgenommen, zwei Monate keine neue Kleidung zu kaufen. Unser Sohn und mein Mann wetteifern miteinander, wer das Licht ausmacht und den Wasserverbrauch beim Händewaschen senkt.


      Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt: Anders als in der berühmten Szene aus “Forrest Gump” isst Viktoria die angebotene Praline einfach auf

      Wie digital wachsen Ihre Kinder auf?
      VIKTORIA: Unsere Tochter kann ihren Medienkonsum schon ganz gut selbst steuern. Bei unserem Sohn ist es schwieriger. Er ist in der 7. Klasse, da machen sie alle Hausaufgaben auf dem Computer. Ich kann nicht wirklich sehen, ob er nur für die Schule recherchiert oder nicht doch nebenbei einiges andere macht.

      Wie sieht es bei Ihnen aus?
      VIKTORIA: Das Handy ist mein ständiger Begleiter. Meine ganze Arbeit funktioniert darüber. Anrufe, Mails, Bildbearbeitung. Ich lese darauf zum Teil ganze Manuskripte, obwohl der Bildschirm dafür eigentlich viel zu klein ist.

      HEINER: Es wäre jetzt unfair, wenn ich sagen würde, Viktoria macht zu viel auf dem Handy. Schließlich wickelt sie darüber unsere ganzen Geschäfte ab. Ich bin weniger am Handy als sie. Viktoria sagt mir immer, ich müsse mehr auf Instagram posten. Aber meine Sache ist das nicht.

      VIKTORIA: Wenn du das konsequent machen würdest, dann hättest du genauso viele Follower wie Dieter Bohlen. Du bist mindestens genauso witzig wie er.

      Ist Instagram heute wichtiger als ein Artikel in der “Süddeutschen Zeitung”?
      VIKTORIA: Wir werden den Journalismus immer brauchen. Denn was erfährt man schon aus Social Media? Da stehen meistens Halbwahrheiten und irgendein Blödsinn in den Überschriften, nur um uns zum Klicken zu animieren.

      HEINER: Ich habe mich vor kurzem mit Udo Röbel und Kai Diekmann unterhalten – der Niedergang des Gedruckten ist eindeutig. Ich sehe aber keinen generellen Qualitätsverfall im Journalismus. Es hat immer gute und schlechte Journalisten gegeben, so wie es gute und schlechte Schauspieler gibt.


      Viktoria Lauterbach wurde 1972 im Libanon als Victoria Skaf geboren. Sie machte das Wirtschaftsabitur, arbeitete als Kellnerin in München und zog sich für den “Playboy” aus. 2001 heirateten Heiner und Viktoria, 2002 wurde Tochter Maya geboren, die Schauspielerin werden will, 2007 Sohn Vito. Viktoria Lauterbach arbeitet als Managerin für ihren Mann Heiner und ist die treibende Kraft hinter der gemeinsamen Firma “Meet your Master”


      Heiner Lauterbach wurde 1953 in Köln geboren. Er machte eine Lehre in der Sanitärfirma seines Vaters in Köln, die zeitweise 250 Mitarbeiter beschäftigte, entschied sich dann aber für die Schauspielerei. Er überzeugte das Publikum in Kinofilmen wie “Männer” und “Rossini”, aber auch in TV-Produktionen wie “Der Verleger”, wo er Axel Springer spielte. Lauterbach gewann zahlreiche Filmpreise – und 2014 den Titel “Klavierspieler des Jahres” vom Bundesverband Klavier

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #10 – direkt hier im Browser als E-Paper.

    • Zitat: Heiner Lauterbach sieht das Ende des linearen Fernsehens seiner Kindheit.

      “Das lineare Fernsehen, mit dem ich aufgewachsen bin, wird es in dieser Form nicht mehr lange geben.”

      Schauspieler Heiner Lauterbach fordert im Nordbuzz-Interview von TV-Machern mehr “Vertiefung und Hintergründe” um Streamingdiensten Paroli zu bieten.
      nordbuzz.de

    • Basta: Dieses Jahr bleiben die Maden kalt.

      Dschungelcamp Logo 150Erhitzte Gemüter: Karl Lauterbach, der Heiner Lauterbach der SPD, fordert angesichts der Buschbrände in Australien einen Drehstopp beim “Dschungelcamp”. Dabei denken die meisten Beteiligten beim Wort Buschbrände wohl eher an Antibiotika.
      bild.de

    • turi2 edition #9: “Raubbau an den eigenen Kräften” – Ufa-Chef Nico Hofmann über sein Leben als Filmemacher.


      Im Kino mit dem Filmmogul: Ufa-Chef
      Nico Hofmann ist Deutschlands Top-Filmproduzent – und brennt kurz vor seinem 60. Geburtstag mehr denn je für spannende Stoffe. Heike Reuther trifft Hofmann für die turi2 edition #9 im Kinosessel zu einem Blick auf sein Leben, den deutschen Film und die Zukunft zwischen Netflix und Mediatheken. Dabei schlägt Hofmann auch nachdenkliche Töne an und sagt: “Meine Arbeit ist Raubbau an den eigenen Kräften.” Das Gespräch gibt es als Video und als Podcast. (Fotos: Holger Talinski)

      Direkt zu einzelnen Themen springen: Das geht im Podcast über den Button “Kapitelmarken anzeigen” und auf YouTube über die Beschreibung unter dem Video.

      Nico Hofmann, mit elf Jahren haben Sie Ihren ersten Film gedreht. Heute sind Sie 59 und CEO der Ufa, Deutschlands größter Film- und Fernsehproduktion. Wie blicken Sie auf das Erreichte zurück?
      Als ein auf die Sechzig zugehender Filmproduzent mit enorm viel Lebens- und Berufserfahrung – von daher also durchaus mit einer gewissen Ruhe. Wobei Ruhe nicht heißt, dass man die Dynamik verlieren darf. Ganz im Gegenteil.

      Möchten Sie die Zeit manchmal zurückdrehen und wieder 20 sein?
      Ganz sicher nicht. Die Zeit bis zum Beginn des Studiums und auch das Studium selbst empfand ich als meine schwierigste Lebensphase. Ich beobachte das heute auch bei meinen Studenten: In dem Alter finden langwierige Prozesse der Selbstfindung statt, eine Auseinandersetzung zwischen Filmstoff und eigener Herkunft und Familiengeschichte. Bei mir war dieser Prozess sehr schmerzhaft, fast quälend.

      Würden Sie im Rückblick etwas anders machen?

      In der Frage stecken ja eigentlich zwei: zum einen die private, die andere den Beruf betreffend. Bei mir hat es diese Trennung zwischen Beruf und Freizeit aber nie gegeben. Mein Beruf bringt so viel Dynamik mit sich und alles, was mich beruflich faszinierte, fand ich auch privat ganz toll. Ohne die Bereitschaft, Privates zu opfern und ohne das zeitliche Invest, hätte ich nicht so erfolgreich arbeiten können. Doch jetzt, da ich älter werde, ziehe ich auch eine Art Bilanz: Ich kann zum Beispiel sehr kämpferisch sein, wenn es um wichtige Projekte geht. So habe ich in der Vergangenheit sicherlich auch manchmal übertrieben und manche Mitarbeiter damit in Stresssituationen versetzt. Das würde ich jetzt definitiv anders machen. Zumal ich heute ein so großes Unternehmen wie die Ufa führe – da stehe ich natürlich in einer anderen Verantwortung.


      Im Kino zu Hause: Nico Hofmann, seit 2017 Chef der Ufa, Deutschlands wichtigster Film- und Fernsehproduktionsfirma, hat sein ganzes Leben dem Film gewidmet

      Das Älterwerden lässt Sie also sanfter oder nachdenklicher sein?
      Irgendwie schon. Vermutlich auch, weil ich in den letzten Jahrenund gerade in jüngster Vergangenheit einige mir wichtige Menschen und Weggefährten verloren habe: Götz George und Bernd Eichinger waren mir wichtige Begleiter. Mit Frank Schirrmacher und Hannelore Elsner war ich gut befreundet. Dann im Sommer auch noch der Tod von Lisa Martinek. Das lässt mich innehalten und reflektieren.

      Dann lassen Sie uns einen Moment auf Ihre Anfänge blicken. Der kleine Nico Hofmann sitzt in seinem Kinderzimmer in Ludwigshafen und träumt vom großen Film, oder wie können wir uns das vorstellen?
      Stimmt, so ähnlich war das. Ich wollte unbedingt Filme machen. Und so ist es auch bei vielen jungen Filmemachern und meinen Studenten heute nicht anders. Nur dass man jetzt einfach zum Handy greifen kann, um einen Film zu drehen. Das war damals viel schwieriger. Da brauchte man eine Super-8-Kamera und musste das geschnittene Material mühsam mit Klebestreifen oder Acetat zusammenkleben. Ich bekomme heute Einreichungen von 18-Jährigen, da sitze ich davor und denke: Wie kann es sein, dass ein 18-Jähriger technisch so perfekt ist?

      Die Super-8-Kamera hatten Ihnen Ihre Eltern geschenkt.
      Mit 13 oder 14 Jahren habe ich dann angefangen, in der Schule Lesebuch-Stoffe zu verfilmen – mit Unterstützung der Lehrer und meiner Mitschüler. Später habe ich in der Schule und dann auch bei uns Zuhause ein eigenes Keller-Kino betrieben. Mit den Einnahmen aus den Kino-Vorführungen habe ich dann meine eigenen Filme finanziert. Es wurde also sehr schnell professionell. Meine Filme kann man heute auch noch angucken, sie lagern alle bei meiner Mutter. Na ja, teilweise kann man sie anschauen.

      Sie waren schon als Kind oft im Kino. Zu Hause haben Sie dann versucht, das, was Sie im Kino gesehen hatten, also die bewegten Bilder, selbst an die Wand zu werfen.
      Ja, so war das. Denn meine Eltern waren beide als Journalisten berufstätig, und wenn meine Mutter bei der “Rheinpfalz” in Ludwigshafen zu tun hatte, wurde ich nebenan im City Kino abgesetzt. Es gab damals noch das Tageskino, in dem jede Stunde der gleiche Film lief. Eine wilde Mixtur aus Wochenschau, “Tom & Jerry” und tschechischen Kinderfilmen. Als Siebenjähriger war ich unheimlich fasziniert, in einem großen Raum zu sitzen, das Licht geht aus, und dann geschieht etwas auf einer Leinwand. Zu Hause habe ich stundenlang ausprobiert, wie das funktioniert. Ich habe Farbfolien über die Nachttischlampen gehängt. Und ich habe sämtliche Schnapp-Rollos meiner Eltern mit Wachsmalkreide beschmiert und versucht, die Bilder zum Laufen zu bringen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass das Ganze in einem Projektor stattfinden muss.

      Inzwischen haben Sie der Welt als Regisseur und Produzent große Filme und Fernsehserien geschenkt wie “Der Sandmann”, “Der Tunnel”, “Stauffenberg”, “Charité”, “Der Medicus” und 2018 der große Kinoerfolg “Der Junge muss an die frische Luft”. Die Bandbreite ist groß.
      Die Bandbreite ist wirklich groß. Ich möchte aber betonen, dass ich diese Projekte nicht allein umgesetzt habe, sondern immer im Team. Menschen haben ganz unterschiedliche Begabungen. Der eine ist in der Stoffentwicklung gut, der andere in der Durchführung. Diese partnerschaftliche Zusammenführung von Energien ist das eigentliche Asset der Ufa.


      Staubfänger auf vier Metern: Auf dem Sideboard hat Nico Hofmann liebevoll seine Preise, Pokale und Urkunden aufgereiht – ein Albtraum für Raumpfleger

      Warum produziert die Ufa nicht noch mehr Kinofilme?
      
Wir produzieren heute ausschließlich Kinofilme, von denen wir kommerziell und künstlerisch komplett überzeugt sind. “Der Medicus” und “Der Junge muss an die frische Luft” sind beides sensationelle Erfolge. Die Musical-Verfilmung “Ich war noch niemals in New York”, eine aktuelle Co-Produktion, gehört dazu. Und wir haben weitere erstklassige Kinoprojekte in Planung.

      Nico Hofmann steht aber auch für die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus.
      Das Thema ist sehr stark durch meine Eltern geprägt und spielt bis zum heutigen Tag in unserer Familie eine große Rolle. Es ist aber auch das Thema einer ganzen Generation, der Nachkriegsgeneration. Ich wurde in Biologie noch von einem Lehrer unterrichtet, der die Rassenlehre aus dem Dritten Reich an seine Schüler verteilte. In der heutigen Zeit – zum Glück – unvorstellbar.

      Ihre Biografie trägt den Titel: “Mehr Haltung, bitte! Wozu uns unsere Geschichte verpflichtet.” Eine Aufforderung an wen?
      Ganz sicher an meine Generation und an die Generation unserer Mütter und unserer Väter. Aber auch an die Generation nach mir, denn der Nationalsozialismus hat auch im Terrorismus und der Zeit der Apo eine Rolle gespielt. So hat jede Generation ihr eigenes Thema, wie die jetzige zum Beispiel den Klimaschutz. Diese Bewegung ist elementar und durchaus ernst zu nehmen. Es geht um eine grundsätzliche Haltung, wie wir in den nächsten Jahrzehnten auf dieser Erde zusammen- und überleben wollen. Und dass es mit dem Raubbau an der Natur so nicht weitergehen kann. Das ist auch ein großes Thema in der Ufa. Dadurch, dass ich beruflich sehr viel fliege und manche Strecken sich nicht anders bewältigen lassen, muss ich mir selbst an die eigene Nase fassen.

      Wäre denn Klimaschutz ein Thema für den Film?
      Meine Erfahrung ist, dass die Themen, die politisch aktuell sind, im Film ganz schwer funktionieren. Die meisten Produktionen der vergangenen fünf Jahre zum Thema Flüchtlinge sind kollabiert. Das gilt vor allem für den Spielfilm. Beim Dokumentarfilm sieht das anders aus. Da kann ich mir vorstellen, dass es funktioniert. Wir produzieren ab Herbst mit Millionenaufwand eine High-End-Dokumentation über die Arktis. Die Helmholtz-Gemeinschaft nimmt uns mit auf Expedition.

      Auf der einen Seite machen Sie Filme mit Anspruch, auf der anderen Seite verantworten Sie als CEO der Ufa auch “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”, “Deutschland sucht den Superstar” und “Bauer sucht Frau” – wie geht das zusammen?
      Für mich ist das überhaupt kein Widerspruch. Für eine gute Show braucht es dieselben Zutaten wie bei großen fiktionalen Projekten. Es muss jedes Detail stimmen: Das fängt bei der Lichtsetzung an, geht über die Besetzung der Jury und die Auswahl der Kandidaten, die Qualität der Zuspieler, die Auswahl der Musik. Mir wird manchmal nicht abgenommen, dass ich mich auf diesem Terrain auskenne. Dabei kenne ich mich da bestens aus, auch weil ich mir Unterhaltung seit Jahren intensiv und gerne anschaue.

      Eine versteckte Leidenschaft?
      
Ganz so versteckt ist sie gar nicht. Ich bin extrem Entertainment-affin, jemand, der sämtliche Musicals, die es am Markt gibt, auswendig kennt. Ich habe selbst den Deutschen Fernsehpreis mit Bully Herbig und Barbara Schöneberger produziert, weiß also, worüber ich rede. Und ich genieße die Gespräche mit Dieter Bohlen. Dieter ist dermaßen klug, genau und präzise in der Analyse seiner Shows, wenn er mir nach Ausstrahlung am Sonntagmorgen eine SMS zum “Supertalent” oder “DSDS” schickt. Da macht die Zusammenarbeit wahnsinnig Spaß.

      Die Film- und Fernseh-Branche befindet sich im Wandel. Für Sie ein Grund zur Freude oder zur Besorgnis?
      Ganz sicher zur Freude. Ich bin groß geworden in einer Zeit, in der es de facto nur öffentlich-rechtliches Fernsehen gab. In den Achtzigern habe ich die Anfänge des Privatfernsehens in Ludwigshafen direkt mitbekommen. Das war die große Zeit von Jürgen Doetz, Helmut Thoma und Marc Conrad. Und ich erlebe jetzt eine Senderlandschaft, die zunehmend fragmentierter ist und bei der man sich sein Programm individuell zusammenstellen kann. Für uns Produzenten ist das natürlich wunderbar. Wir können für wesentlich mehr Anbieter arbeiten – sei es Netflix, Amazon, Telekom, TV Now oder das ZDF, ARD, Vox, RTL und ProSiebenSat.1 – um nur einige zu nennen. Es wird einfach viel mehr produziert.

      Wie oft kommen Sie dazu, fernzusehen?

      Ich schaue sehr viel fern. Es gibt immer wieder Auszeiten, in denen ich den Fernseher anmachen kann. Übrigens gern auch im Ausland – auch wenn ich da überhaupt kein Wort verstehe, wie neulich in Südkorea. Auch japanisches Fernsehen ist sehr unterhaltsam. Aber auch in Deutschland sehe ich viel live. Von “DSDS” habe ich sicherlich 60 Prozent live gesehen.

      Dann ist Binge-Watching nichts für Sie?
      
Ich finde es wichtig, ein Fernsehprogramm in seiner zeitlichen Einbindung zu schauen. Bei “Unsere Mütter, unsere Väter” war das ganz stark zu spüren. Die Serie wurde bei der Ausstrahlung deutschlandweit zum Gesprächsstoff. Das sind Stimmungen und ein gewisser Zeitgeist, die sich dann in der Gesellschaft widerspiegeln.

      Fernsehen wird immer digitaler und internationaler. Netflix, Prime Video und Co drängen auf den deutschen Markt. Haben ARD und ZDF bald ausgedient?
      Ich bin davon überzeugt, dass öffentlich-rechtliches Fernsehen weiter eine wichtige Rolle spielt. Und ich mag es nicht, wenn Journalisten mit einem Standesdünkel daherkommen und behaupten, das Programm müsse elitärer werden. Programm kann elitär sein, Programm kann arthousig sein, Programm kann unterhaltend sein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat erst einmal die Verpflichtung, die gesamte Gesellschaft abzudecken. Das ist der Auftrag. Und ich finde, dass das ARD und ZDF sehr gut gelingt.

      ARD und ZDF machen also alles richtig?
      
Ich sehe unheimliche Fortschritte bei den Öffentlich-Rechtlichen im Bereich der Mediatheken. Programme werden radikaler gedacht und gemacht. Denken Sie an “Bad Banks”, “Das Boot” und “Babylon Berlin”. Man merkt sehr wohl, dass ZDF und ARD neue Wege eingeschlagen haben und ihre Risikobereitschaft steigt.

      Sie werben damit, dass “Ku‘damm 59” die höchsten Abrufzahlen in der ZDF Mediathek hatte – über 6 Millionen Abrufe. Sind Abrufzahlen die neue Währung? Zählen Einschaltquoten nichts mehr?
      Doch, aber zu den Einschaltquoten addiert sich die Online-Nutzung. Das zusammen ergibt die neue Messgröße für den Erfolg einer Sendung. RTL hat uns den Auftrag für die Serien “Nachtschwestern” und “Sankt Maik” verlängert. Ich bin überzeugt, dass liegt auch an einer hohen Mediatheken-Nutzung. Bei “Charité” liegen wir im Schnitt bei 800.000 bis 900.000 Abrufen pro Folge. Das sind schon relevante Zahlen.

      Streamingplattformen wie Netflix und Prime Video geben keine Abrufzahlen bekannt – und dennoch scheint es so, als ob sie erfolgreicher seien als das lineare Fernsehen. Wahr oder falsch?
      Falsch. Es kommt auf den Vergleich an: Wenn Netflix “Stranger Things” weltweit launcht und binnen drei Tagen 40 Millionen Zuschauer verkündet, dann kann man diese Zahl natürlich nicht mit einem Primetime-Programm aus Deutschland vergleichen. Wenn ich mir aber die Zuschauerzahlen unserer Serien “Deutschland83” und “Deutschland86” ansehe, dann komme ich mit den 125 Länderverkäufen auch ganz schnell auf 40 bis 50 Millionen Zuschauer weltweit. Da müssen wir uns alle überhaupt nicht verstecken.

      Welche Chance haben die Ufa und weitere deutsche Produzenten gegen die Amerikaner, die ein Vielfaches an Geld bieten im Kampf um Inhalte und Talente?
      Die Amerikaner haben in den vergangenen zwei, drei Jahren gigantische Summen in kreative Pakete investiert. Da können wir eigentlich nicht mehr konkurrieren. Und doch hat die Ufa den Zuschlag für die Verfilmung der Siegfried & Roy-Story bekommen. Da lagen Angebote von Warner, von Peter Jackson, von Roland Emmerich auf dem Tisch. Aber am Ende des Tages war es eine Entscheidung für die Vertrauenswürdigkeit und kreative Mannschaftsaufstellung des Produzenten. Siehe “Der Medicus”: Wenn das Paket stimmt, wenn die Regie stimmt, dann sind auch internationale Stars, wie zum Beispiel Ben Kingsley, interessiert.

      Und was ist mit den Talenten, die Sie entdecken und aufbauen? Erliegen die nicht dem Lockruf des Geldes und binden sich lieber an Netflix?
      Wenn ein Talent der Meinung ist, es wolle lieber eine langjährige Bindung mit Netflix und nicht mit der Ufa eingehen, dann haben wir ein Problem. Die Ufa muss für Talente genauso spannend sein wie Netflix. Was wir bieten können, ist Talentpflege und Talentbindung, die über das rein Kapitalistische hinausgeht.

      Apropos Talente. Sie waren es, der Heiner Lauterbach und Heino Ferch entdeckt hat.
      Heino Ferch stand am Berliner Schiller-Theater auf der Bühne. Sein Talent war ganz früh zu erkennen. Heiner Lauterbach habe ich über meinen ältesten Freund Roland Suso Richter kennengelernt. Er hat damals am Theater in der Hohenzollernstraße in München gespielt und sein Geld als Synchronsprecher verdient. Mit dem Gesicht und seiner Ausstrahlung war es nur eine Frage der Zeit, dass er für den Film entdeckt wurde.

      In Ihrem Büro zieren Filmpreise und Urkunden ein vier Meter langes Sideboard. Auf welche Trophäe sind Sie besonders stolz?
      Auf jede irgendwie. Denn ihr Anblick erinnert mich daran, wie viel Arbeit in jedem dieser Filme steckt. Aber ganz besonders wichtig sind mir die International Emmys für “Deutschland83” und für “Unsere Mütter, unsere Väter”. Diese Produktionen wurden politisch leidenschaftlich diskutiert, auch im Ausland, gerade in Polen. Wenn sich dann eine unabhängige internationale Jury für diese Produktionen ausspricht, dann bedeutet mir das sehr viel.

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      Nico Hofmann im TV-Fragebogen

    • Das Erste hält am Thriller “Spuren der Rache” fest.

      Das Erste-150Das Erste will den Thriller Spuren der Rache, in dem es um ein Bomben-Attentat geht, am 2. und 4. Januar wie geplant zeigen. Im Gegensatz zum verschobenen “Tatort” Sturm bestehe keine “inhaltliche Parallelität” zum Terroranschlag in Berlin, da es in dem Zweiteiler mit Heiner Lauterbach nicht um islamistischen Terror geht, sagt ein Sprecher der Programmdirektion.
      abendblatt.de, derwesten.de, turi2.de (Background)

    • Unbekannte sichern sich Film- und Buchtitel für VW-Affäre.

      Dieselgate-Film600
      HollyVWood ruft: Der Skandal um geschönte Abgas-Werte bei Dieselmotoren von Volkswagen ruft die Kreativ-Branche auf den Plan. Der Berliner Medienrechtler
      Michael Schmuck hat für ungenannte Mandanten Titelschutz für Filme bzw. Bücher mit den Titeln “Dieselgate”, “Der VW-Skandal”, “Das VW-Komplott” und “Die VW-Story” angemeldet, berichtet “new business” aus dem “Titelschutanzeiger”. Details zu den Plänen sind zwar noch unbekannt, doch mit korrupten Managern, betrogenen Autokäufern und empörten Umweltaktivisten reicht der Stoff mindestens für einen Filmfilm bei Sat.1.

      Wie so oft schreibt die Wirklichkeit auch im Falle VW Geschichten, die sich Drehbuchautoren nicht besser hätten ausdenken können oder die Filmfinanzierer als “viel zu unrealistisch” abgelehnt hätten. Wenn es die Macher schaffen, auch noch eine Romanze des fiktiven Vorstandschefs mit der Sekretärin einbauen, steht einem Erfolg nichts mehr im Wege. Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht und Veronica Ferres sollte eine Rolle so gut wie sicher sein. Und VW hätte endlich mal die Chance, seine Fahrzeuge außerhalb des Werbelocks zu präsentieren.
      new-business.de

      Text: Björn Czieslik

    • kiosk2: “Playboy”, 9/2015.

      playboy915r399Titel: Playboy

      Ausgabe: 9/2015

      Copypreis: 5,90 Euro

      Thema 1: Titelstory: Iris Mareike Steen, die “brave Lilly” aus der Tagesseife Gute Zeiten, schlechte Zeiten, macht sich nackig in New York und zeigt auf 14 Seiten ihre Tattoos.

      Thema 2: “Männer”-Talk: Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht reden im Rahmen der Gesamt-PR für den Sat.1-Film über Uli Hoeneß darüber, wer “mehr Weiber abgekriegt” hat.

      Thema 3: Christoph Maria Herbst darf in einem 2-Seiten-Interview ebenfalls Werbung für seinen neuen Film machen – “Die Kleinen und die Bösen” kommt am 3.9. in die Kinos.

      Frei online: ein Foto, ein Video und das Interview mit Iris Mareike Steen, Inhaltsverzeichnis

      Website : playboy.de

      Abo: alle Arten, Papier-Abos, Digital-Abos, Kombi-Abos

      Einzelheft: magazin.playboy.de

      Paid Content: plus.playboy.de

      Apps: Playboy now (nippelfrei im Apfel-Reich), play.google.com (US-Version)

    • Heiner Lauterbach kritisiert Quotenfixierung im TV.

      Heiner Lauterbach“Erst wenn der Allerletzte es nicht mehr sehen kann, denkt man darüber nach, etwas zu verändern. Den Mammon Quote beten alle an.”

      Schauspieler Heiner Lauterbach findet es “zum Kotzen”, dass RTLs “Dschungelcamp” inzwischen im Feuilleton angekommen ist.
      focus.de