Köpfe der Kommunikation

Andreas Marggraf

Status: Andreas Marggraf ist Diplom-Ökonom und einer von zwei Geschäftsführern der “taz”.

Geboren 1969 in Offenburg.

Bio: Andreas Marggraf wird 1969 in Offenburg geboren und wächst in Karlsruhe auf. Bei der “taz” beginnt er 1998 als Geschäftsführer der Bremen-Ausgabe, zwei Jahre später wird er Chef der “taz Nord” und arbeitet als Controller der taz Entwicklungs GmbH. 2007 geht er mit seinem Partner für vier Jahre in die USA. Anschließend wird er Abteilungsleiter Finanzen bei Ärzte ohne Grenzen, erst in Berlin, dann in Amsterdam. 2019 kehrt er als Geschäftsführer zur “taz” zurück, wo er für “taz”-Mitgründer Karl-Heinz Ruch übernimmt. Er bildet eine Doppelspitze mit Andreas Bull.

E-Mail: marggraf@taz.de

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taz.de

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Andreas Marggraf bei turi2:

    • Willkommen im Club: Sven Schoderböck.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: E-Commerce-Chef Sven Schoderböck ist seit Jahrzehnten die treibende Marketingkraft hinter der Online-Erfolgsgeschichte vom Musikhaus Thomann. Schoderböck ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Jessica Peppel-Schulz, Andreas Marggraf und Henning Beck.
      turi2.de/koepfe (Profil Schoderböck)

    • Willkommen im Club: Julia Krittian.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Julia Krittian berichtet für “Tagesschau” und “Tagesthemen”, bis sie 2019 auf die andere Seite des Schreibtisches wechselt und MDR-Sprecherin wird. Krittian ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Hannah Suppa, Philipp Walulis und Andreas Marggraf.
      turi2.de/koepfe (Profil Krittian)

    • “taz” startet Markenkampagne und gibt sich den Claim “Keine Angst vor Niemand”.

      taz startet zum Launch ihrer App eine Markenkampagne, entwickelt von der Agentur Überground. Sie gibt der Tageszeitung den neuen Claim “Keine Angst vor Niemand”. Die Kampagne läuft auf Plakaten, Online, im Fahrgastfernsehen Berlins und in Social Media. “Deutschland ist schlimm. Wir sind schlimmer” und “No Zeitung for Old Man” tönen die Motive zum Beispiel. Wilhelm Vogelpohl, bei der “taz” für Marketing und Werbung verantwortlich, sagt, er habe sich wegen der “von starken Frauen geprägten Aufstellung der Agentur” für Überground entschieden. Mit der Kampagne wolle er vor allem junge Menschen erreichen und Zielgruppen, “die vielleicht noch gar nicht wissen, dass es uns gibt”.
      horizont.net

      Aus dem turi2.tv-Archiv (09/2020): Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?

    • Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?


      Innovationen und Diskussionen: Die “taz” lädt an diesem Samstag zur digitalen Genossenschaftsversammlung ein – im
      turi2.tv-Interview ziehen Geschäftsführer Andreas Marggraf und Vize-Chefredakteurin Katrin Gottschalk schon mal Bilanz. “Wir haben großes Glück”, sagt Marggraf zur wirtschaftlichen Situation der linksalternativen Zeitung, die durch ihr Genossenschafts-Modell nur bedingt vom wackeligen Werbemarkt abhängig ist. Gottschalk stellt die neue App der Zeitung vor, spricht aber auch über die umstrittene Polizei-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah. Durch die Entscheidung des Presserats, der den Text von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht, “haben wir uns schon ein bisschen bestätigt gefühlt”.

      Konsequenzen hatte der Text dennoch: “Es gab schon eine ganze Menge Genoss*innen, die deswegen ihren Anteil gekündigt haben”, sagt Marggraf, das gehöre aber “zu einer lebendigen Genossenschaft dazu”. Gottschalk ergänzt, dass auch die anschließende in der “taz” ausgetragene Debatte um die Kolumne dafür gesorgt hat, dass Leser*innen ihre Beiträge bei “taz zahl ich” zurückgezogen haben. Intern diskutiere die “taz” nun über die Lehren aus der Debatte und darüber, ob sich etwa Strukturen verändern müssten.

      Gleichzeitig arbeitet die Zeitung an ihrer Post-Print-Zukunft – u.a. mit einer neuen App, die Marggraf und Gottschalk im Video zeigen. Anders als bisher verabschiedet sich das Digital-Angebot von der Zeitungs-Optik, will aber dennoch ein lineares Leser-Erlebnis bieten und einmal am Tag “die Welt anhalten”. Auch optisch setzt die “taz” auf Opulenz: Die Bilder und Illustrationen lassen sich nun auch heranzoomen, zudem glänzt die App mit Animationen.
      turi2.tv (14-Min-Video auf YouTube)

    • Aline Lüllmann wird Geschäftsführerin der “taz”.

      taz holt Aline Lüllmann, 35, als Geschäftsführerin neben Andreas Bull und Andreas Marggraf. Die IT-Managerin soll der “taz” bei der digitalen Transformation helfen, sie baute bis 2018 das entsprechende Team bei der Zeitung mit auf und wechselte 2019 zum Cornelsen-Verlag. Nun kehrt sie zur “taz” zurück.
      horizont.net

    • turi2 edition #13: Katrin Gottschalk über Aktivismus und Aufreger.


      Trennlinie:
      Katrin Gottschalk, Vize-Chefredakteurin der “taz”, hält Objektivität im Journalismus für eine Illusion. In ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13 schreibt die Journalistin über das redaktionelle Verständnis ihrer Zeitung – und erklärt, warum sie aus ihrer Sicht Haltung zeigen und gleichzeitig fair bleiben kann. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

      In unserer kleinen Medienwelt war das ein großer Aufreger: Im Herbst ging der “stern” eine Kooperation mit Klimaaktivist*innen ein. Die Gäste steuerten Texte bei, auf der Titelseite stand #KeinGradWeiter. Wir in der “taz” schauten uns das neugierig an. Bei uns haben solche Aktionen eine lange Geschichte – es sind freundliche oder auch feindliche Übernahmen, mal vom Verein Pro Quote, mal von Springer.

      Mit diesen Einmal-Aktionen verschiebt sich kein journalistisches Grundverständnis. Für einen Tag werden Prioritäten durchgeschüttelt, aber keine Leitlinien verändert. Aber beim “stern” kam die Frage auf: Ist das noch Journalismus?

      Die Forderung der Klima-Aktivist*innen ist: Schreibt so, dass alle verstehen, dass das Haus brennt. Das ist aus einer gut nachvollziehbaren Perspektive nichts anderes als “Schreiben, was ist”. Manche finden allerdings gar nicht, dass es brennt – oder vielleicht nur ein bisschen. Und hier entsteht der Dissens darüber, wo die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus verläuft.

      Auch das Verwenden von diskriminierungsarmer Sprache ist für mich Abbildung der Realität. Mit einem Sternchen und der weiblichen Form nenne ich Männer, Frauen und nicht-binäre Personen. Für andere ist das aktivistisch. Weil die wissenschaftliche Evidenz gar nicht anerkannt wird, dass das generische Maskulinum in den Köpfen der Lesenden nicht gleichermaßen Frauen ins Bild ruft. Wo kein Problem gesehen wird, muss nichts anders gemacht werden.

      Die Frage nach der Grenze zum Aktivismus wird also schon beim “Schreiben, was ist“ kompliziert. Aber es gibt zum Glück ja nicht nur diesen einen Satz von Rudolf Augstein, mit dem wir journalistisches Selbstverständnis definieren. Eine goldene Regel ist auch: Journalist*innen sollen sich nicht mit einer Sache gemein machen. Wenn wir über die Besetzung eines Waldes berichten, sollten wir nicht selbst zu Besetzer*innen werden.

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      Recherche, Faktencheck und Transparenz sind Kern unseres Arbeitens. Nur fällen wir ja auch täglich Entscheidungen, die unseren Journalismus außerdem beeinflussen. Ob ich etwa für eine Reportage die Besetzer*innen oder die Polizei begleite, wenn ich beides nicht schaffe. In jedem Fall müssen wir die Eigenlogik beider Seiten nachvollziehbar darstellen – aber welche Nachvollziehbarkeit wiegt am Ende schwerer?

      Journalismus trägt immer den menschlichen Faktor in sich. Wir als Subjekte in Kollektiven bestimmen, über wen und was wir schreiben, wen wir für Interviews treffen, welche Fragen wir für wichtig erachten, wo wir dranbleiben, und was auf eine Titelseite kommt. Hinter unseren Entscheidungen steckt unsere Haltung, das gilt für jede*n Einzelne*n und auch fürs ganze Medium. In der “taz” glauben wir, dass es möglich ist, die Haltung auch offenzulegen, ohne unfair zu sein. Jedenfalls halten wir das für besser, als irgendwelche Objektivitäts-Kulissen aufzustellen. Wer etwa das Nennen von Frauen und nicht-binären Menschen in der Sprache nicht so wichtig findet, wird kein Gendersternchen oder Ähnliches nutzen. Und wer Geschlechtergerechtigkeit lediglich für ein Querschnittsthema hält, wird sich keine eigene Redakteurin zum Thema leisten. Personalpolitik ist politisch, klar. Und die Wahl von Fachgebieten ist politisch.

      Wir haben als “taz” seit Jahren Expertise zu Feminismus und Klimakrise im Haus. Wir konnten mit unserer Recherche-Kraft ein rechtes Terrornetzwerk aufdecken. Dass es diese Expertise in der “taz” gibt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis publizistischer Entscheidungen. Das macht unsere Redakteur*innen längst nicht zu Aktivist*innen. Sie berichten faktenbasiert und leidenschaftlich.

      Mit unserer im Haus versammelten Expertise blicken wir nun ins Superwahljahr 2021. Wir werden darüber berichten, was rechte Parteien in den Parlamenten und im Wahlkampf treiben, was für mehr Klimaschutz getan wird und werden muss, und warum soziale Gerechtigkeit auch 2021 ein Kernthema ist. Niemals plump proklamierend, sondern journalistisch präzise und mit Haltung.

      turi2.tv: Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?

      Alle Geschichten aus der turi2-edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • “taz” ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


      Generationswechsel: Die “taz” findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

      Bei der “taz” ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der “taz Nord” und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. “Ich freue mich sehr, zur ‘taz’ zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten”, lässt sich Marggraf im “Hausblog” auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
      blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

      Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der “taz” für beendet. (9/2017)