Zalando-Chefs bekommen bei starkem Umsatzwachstum bis 2023 jeder 170 Mio Euro.

Zalando: Glücksschrei-auslösende 170 Mio Euro bekommt laut eines neuen Vergütungsmodells jeder der drei Gründer bis 2023 – allerdings nur, wenn Robert Gentz, Rubin Ritter und David Schneider Zalando in extreme Umsatzhöhen katapultieren. Der Umsatz müsste in den kommenden fünf Jahren mindestens 15 % pro Jahr wachsen. Bleibt er unter 10 %, bekommen die drei ein Jahresgehalt von 65.000 Euro.
"Welt am Sonntag", S. 4 (Paid)

"Bild am Sonntag" interviewt Werner Bahlsen zur Nazi-Historie.

Bahlsen: Keks-Chef Werner Bahlsen redet mit der "Bams" über die Nazi-Verstrickungen in der Unternehmensgeschichte und seinen Vater, NSDAP-Mitglied und SS-Förderer. Er wolle das Kapitel "ausführlich aufarbeiten". Seiner Tochter Verena habe er nicht genug über die Firmengeschichte erzählt, selbst nicht genug gewusst. Die "Bild" zitiert auch aus Archiv-Prozessakten: Zwangsarbeiterinnen wollten Bahlsen auf Entschädigung verklagen, das Unternehmen argumentierte, eine Klage vor dem Arbeitsgericht sei wegen der nicht freiwilligen Arbeitsverhältnisse ungültig.
"Bild am Sonntag", S. 14 – 18 (Paid), turi2.de (Background)

Es gibt kaum deutsche Journalismus-Podcasts, beobachtet Marcus Engert.

Podcasts über investigativen Journalismus sind in Deutschland noch rar, beobachtet Marcus Engert, Political Editor bei Buzzfeed. Das liege daran, dass Redaktionen für die Produktion immer eine zweite Person mitfinanzieren müssen, strittige Passagen kaum mehr aus der Welt geschafft werden könnten und beim Fernsehen noch immer das bessere Geld warte. Als Beispiel nennt er den BR-Podcast Aufgedeckt.
uebermedien.de

Nach "Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

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TV-Tipp von TV Spielfilm: Ob Australien, Island oder Portugal: Der ESC in Tel Aviv präsentiert sich plötzlich wieder bunt und schrill. Keine guten Aussichten für den braven Song "Sister" des deutschen Duos S!sters. Michael Schultes vierter Platz im Vorjahr dürfte so kaum zu erreichen sein.
"Eurovision Song Contest 2019", Das Erste, 20.15 Uhr
Unser Tipp: direkt ins laufende TV-Programm einschalten mit Smartphone, Tablet, PC oder TV: live.tvspielfilm.de

Zitat: Kleine Redaktionen brauchen Zugang zu KI, sagt Krishna Bharat.

"Die Hauptsorge für Redaktionen, insbesondere für kleine, wird darin bestehen, Zugang zu Datenwissenschaftlern, Maschinenressourcen und KI-Modellen zu erhalten."

Krishna Bharat, Gründer von Google News und KI-Experte, sagt im GEN-Interview, der Zugang zu KI müsse demokratisiert werden, z.B. durch gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung von Modelltrainingsdetails.
medium.com

Weitere Zitate:
"KI kann Redaktionen helfen, Kosten zu senken, ohne die Reichweite oder Qualität zu beeinträchtigen. Journalisten werden feststellen, dass die KI ihnen Supermächte gibt, was Analyse, Berichterstattung und Bearbeitung betrifft."

"Mit verbesserter Sprachsynthese und -erkennung und der Möglichkeit, benutzerdefinierte Multimedia-Inhalte on the fly zu erstellen, werden Nachrichten ansprechender, interaktiver und personalisierter."

Facebook gründet für seine Payment-Pläne die Firma Libra Networks.

Facebook-LogoFacebook entwickelt seinen eigenen Coin offenbar in der Schweiz mit der Tochterfirma Libra Networks, schreibt Reuters. Sie soll alles für das eigene Bezahlsystem entwickeln: Laut Firmenstatut kümmert sich Libra Networks um Finanz- und Technologiedienstleistungen und die damit verbundene Soft- und Hardware. Zuckerbergs Payment-Pläne sind schon länger bekannt, er will die Währung an den Dollar knüpfen und zu Beginn wohl eine Mrd Coins ausgeben.
reuters.com, handelszeitung.ch

Kritiker-Listen sind in der PR üblich, sagt Dirk Popp.

Lese-Tipp: Seit öffentlich wurde, dass Monsanto eine PR-Agentur mit Kritiker-Listen beauftragt hat, diskutiert die Branche darüber, was Lobbyisten moralisch und rechtlich dürfen. Es sei für PRler üblich, sich mit Kritikern zu beschäftigen, meint Berater Dirk Popp (Foto). Tiefenrecherchen mit Infos abseits des Jobs lehne er aber ab. Medienforscher Carsten Reinemann sagt, Monitoring sei "legitim und völlig normal", sich intime Infos auf dubiosen Wegen zu beschaffen und zu nutzen aber inakzeptabel.
sueddeutsche.de

Google archiviert die Online-Einkäufe seiner Nutzer bei Gmail.

Google listet in den Einstellungen der Gmail-Konten die Einkäufe seiner Nutzer auf, archiviert seit 2012, auch dann, wenn die Bestellungen gar nicht über das Unternehmen selbst erfolgten. Die Einträge generiert Google mit Infos aus E-Mails generiert, die Details zu Bestellungen oder Rechnungen enthalten. Die Liste lässt sich nicht löschen. Google sagt, es nutze die Daten nicht für personalisierte Werbung, sondern wolle Nutzern eine Übersicht bieten.
cnbc.com via golem.de

"Es ist immer noch ein Ritterschlag, irgendwo abgedruckt zu sein" – Influencerin Farina Opoku verehrt Print.


Prinstagram: "Ins Internet stellen kann jeder irgendwas" – in einem Magazin abgedruckt zu sein "ist wirklich immer noch ein Ritterschlag" findet Influencerin Farina Opoku alias @novalanalove. Dass Print dabei nicht so viele Views erzielt, wie Farina selbst auf ihren Kanälen, sei dabei zweitrangig, sagt die 28-Jährige im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des Innovation Day Beauty von Gruner + Jahr.

Bei Kooperationen mit Marken beanspruche sie gern auch mal Mitsspracherecht. Das mache dann ein bisschen mehr Arbeit – "vor allem im Backoffice", so Opoku. Bis jetzt habe es mit "ein bisschen intervenieren, ein bisschen mitsprechen" dennoch immer geklappt.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

"FAZ": Sponsoring zwischen BMW und FC Bayern München platzt.

BMW und FC Bayern München beenden ihre Sponsoring-Verhandlungen, der geplante Deal über rund 800 Mio Euro kommt nicht zustande, berichtet die "FAZ". BMW sollte Audi als Sponsor ablösen, Audi hatte daraufhin das Angebot erhöht – auf eine Summe, die laut BMW "wirtschaftlich nicht vertretbar" sei. Laut "Bild am Sonntag" haben der Fußballclub und Audi ihren vertrag nun um sechs Jahre bis 2031 verlängert, Audi zahlt dafür jährlich 50 Mio Euro.
faz.de, "Bild am Sonntag", S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

Jan Böhmermann wusste schon im April vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Satiriker Jan Böhmermann wusste schon im April von dem Video, das Österreichs Vize-Kanzler Strache an diesem Wochenende zu Fall gebracht hat. Das bestätigt Böhmermann-Manager Peter Burtz der dpa. Die Macher hätten das Video dem ZDF-Moderator nicht angeboten. Woher Böhmermann von der Enthüllung wisse, sagt Burtz nicht. Böhmermann hatte im April im österreichischen Fernsehen Anspielungen in der Sache gemacht. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass Böhmermann von dem Strache-Video wusste.
bild.de

"Spiegel"- und "SZ"-Enthüllungen bringen Österreichs Vize-Kanzler Strache zu Fall.


Video killed the Right-wing Star: Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache nimmt nach den Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" seinen Hut. Der Politiker der rechtspopulistischen FPÖ tritt auch als Parteivorsitzender zurück. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten einen Video-Mitschnitt veröffentlicht, in dem Strache einer vermeintlichen reichen Russin öffentliche Aufträge gegen Wahlkampfhilfe anbietet und empfiehlt, die kritische "Kronen-Zeitung" zu übernehmen - offenbar eine Falle. Wer hinter dem Video steckt, ist unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz in Wien bezeichnet Strache den Mitschnitt als rechtswidrig. Er erhebt die Anschuldigung einer Schmutzkampagne und nennt dabei auch einen Namen: Jan Böhmermann. Dennoch entschuldigt sich Strache bei der Veranstaltung für sein Verhalten. Er schiebt den lockeren Ton auf seine zunehmende Alkoholisierung. Unklar ist, ob durch das Video auch die Mitte-Rechts-Koalition in Österreich platzt. Bundeskanzler Kurz hat die Möglichkeit, die Koalition mit Strache-Nachfolger Norbert Hofer fortzusetzen. Kurz kann aber auch Neuwahlen ausrufen.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Update 12.55 Uhr: Auch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus, der ebenfalls in dem Video zu sehen ist, tritt zurück. Vor dem Bundeskanzleramt in Wien wollen am Mittag tausende Regierungskritiker demonstrieren. Meldungen zufolge will Bundeskanzler Kurz um 14 Uhr vor die Presse treten.
kleinezeitung.at

Update 16.27 Uhr: Das österreichische Bundeskanzleramt kündigt eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Kurz für 19.45 Uhr an.

Ex-ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller wird Berater bei Roland Berger.

Roland Berger holt Ex-ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller für die Beratung von Kunden aus dem Transport- und Verkehrssektor. Er kümmert sich z.B. um Fluglinien, Schifffahrts- und Schienenverkehrsunternehmen, ÖPNV-Betreiber, Mobilitätsdienste und Logistiker und berät sie u.a. zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
mynewsdesk.com, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Alexander Möller im Unterwegs-Fragebogen zur turi2 edition #7

Österreichs Kanzler Kurz will Zusammenarbeit mit FPÖ-Chef Strache beenden.

Österreich: Kanzler Sebastian Kurz will nicht mehr mit Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Foto) zusammenarbeiten, nachdem bekannt geworden ist, dass Strache versucht hat, Medien zu beeinflussen. Kurz will Strache laut österreichischen Medien zum Rücktritt auffordern. Eine heimliche Videoaufnahme zeigt Strache 2017 auf Ibiza, wie er einer vermeintlichen russischen Millionärin Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe verspricht.
n-tv.de, turi2.de (Background)

"stern Crime" und Ufa wollen True-Crime-Sendung produzieren.

stern Crime plant mit der Ufa eine TV-Sendung über reale Verbrechen. Auf welchem Sender sie läuft, ist noch nicht bekannt, eine Ausstrahlung im Rahmen von Bertelsmanns Content Alliance aber wahrscheinlich. Der "stern"-Ableger hat 2015 schon einmal ein Kriminal-Reportage-Magazin bei RTL getestet, die Pilotfolge war aber nicht erfolgreich.
new-business.de

Messenger-Dienste investieren in Plüsch-Figuren.

Messenger-Dienste wie Kakao und Line machen offline erfolgreich Geschäfte mit den als Emojis eingesetzten Sticker-Figuren ihrer Dienste, berichtet Dirk von Gehlen. In der koreanischen Heimat seien die "Kakao-Friends" allgegenwärtig und würden unter anderem als Plüschfiguren verkauft, aber auch für Verpackungen von Lebensmitteln lizensiert. Experten würden den Markt mit solchen Figuren auf mehrere hundert Mio Euro schätzen.
sueddeutsche.de

"Spiegel" und "Süddeutsche" zeigen, wie Österreichs Vizekanzler Medien beeinflussen will.


We're going to Ibiza: Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten über eine heimliche Videoaufnahme, die den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt. In dem 2017 vor den österreichischen Wahlen auf Ibiza entstandenem Video tappt der Rechtsaußen in die Falle einer vermeintlichen russischen Millionärin, die vorgibt, eine Übernahme der "Kronen Zeitung" zu planen. Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus zeigen sich stark interessiert an der Möglichkeit, die Berichterstattung zu beeinflussen und stellen im Gegenzug öffentliche Aufträge im Bausektor in Aussicht. Strache spricht auch über Wege, das Parteispendengesetz zu umgehen.

Der "Spiegel" bringt seine aktuelle Ausgabe mit der Geschichte in Österreich mit einem eigenständigen Cover an den Kiosk. Während in Deutschland Angela Merkel auf der Titelseite ist, zeigt die Österreich-Ausgabe Strache. Für Spekulationen sorgt zudem Jan Böhmermann. Der Satiriker machte bereits im April in einer Rede Andeutungen auf das Video. Der "Spiegel" schreibt dazu, dass die Umstände des Treffens wohl einer Reihe von Leuten bereits bekannt gewesen sei.
"Spiegel" 21/2019, S. 78 (Paid), spiegel.de, sueddeutsche.de, twitter.com (Cover), derstandard.de (Böhmermann)

"Spiegel": Google startet noch dieses Jahr eine Quantencomputer-Cloud.


Ausbau der Datenautobahn: Google will noch dieses Jahr eine Cloud-Plattform für Quantencomputer ans Netz bringen. Auf der Plattform sollen Autokonzerne und Maschinenbauer blitzschnell große Datenmengen verarbeiten, ein Vorteil für den Einsatz komplexer Künstlicher Intelligenz. Die Quantentechnologie ist um ein Vielfaches leistungsfähiger als herkömmliche Rechner, weil sie nicht nur Einsen oder Nullen verarbeitet, sondern auch beide zur selben Zeit – so lassen sich mehrere Rechenvorgänge parallel durchführen.

Google will mit einem selbst entwickelten Quantenprozessor bald eine Rechenaufgabe in wenigen Sekunden lösen, an der bisherige Supercomputer eine Woche arbeiten. Ziel der Forscher ist nichts Geringeres als ein "nobelpreiswürdiges Resultat", sagt der Deutsche Hartmut Neven, Chef des Quanten- und KI-Labors von Google. Die Google Quantum Cloud soll Herstellern helfen, viel schneller als bisher etwa Batterien oder Solarzellen zu entwickeln. (Foto: Screenshot Google-Video)
"Spiegel" 21/2019, S. 64 (Paid)

"Spiegel": Börsenverein plant Deutschen ­Sachbuchpreis.

Börsenverein des Buchhandels vergibt ab 2020 einen Deutschen ­Sachbuchpreis in Berlin, meldet der "Spiegel". Ein zentrales Kriterium für die Vergabe soll gute Recherche sein. Der Gewinner erhält 25.000 Euro, sieben Nominierte je 2.500 Euro. Wichtigster Geldgeber ist die Deutsche Bank Stiftung. Der Börsenverein vergibt schon den Deutschen Buchpreis für Romane.
"Spiegel" 21/2019, S. 108 (Paid)