Bild des Tages: Haus der tausend Briefkästen.

Panamanian law firm Mossack Fonseca
Schwarzgeld in grüner Umgebung: Im Edificio Arango Orillac im Südwesten der Hauptstadt Panama City sitzt in einem verspiegelten Bürogebäude die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. In grüner Umgebung wurden hier zigtausend Briefkastenfirmen gegründet und verwaltet. Ein Wachmann wartet am Eingang auf einem Drehstuhl, damit niemand reinkommt, der nicht rein soll. Seitdem rund 100 Medien gestern Abend die Panama Papers veröffentlicht haben, dürfte die Zahl unerwünschter Besucher gestiegen sein.
(Foto: EPA/Alejandro Bolivar/Picture Alliance)

“Süddeutsche Zeitung” enthüllt internationales Geldwäsche-Netzwerk.

PanamaPapers-600
Oh, wie schön ist war Panama: Die "Süddeutsche Zeitung" legt die größte investigative Recherche aller Zeiten vor. Zusammen mit NDR, WDR und dem International Consortium for Investigative Journalists veröffentlichen die Münchner in der bisher größten grenzübergreifenden Kooperation von Medienhäusern ihre investigative Recherche Panama Papers über Offshore-Konten der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca. In den geleakten Akten des Unternehmens finden sich die Namen von zwölf aktiven oder ehemaligen Staatsoberhäuptern – darunter der isländische und der pakistanische Premierminister. Auf der Liste stehen 128 weitere Politiker und Fifa-Funktionäre. Auch 15 deutsche Banken oder ihre Töchter sind wohl in die Geschäfte verwickelt. "SZ", NDR, WDR und ICIJ werfen den Betroffenen "Sanktionsbrüche, Steuerhinterziehung und Geldwäsche" vor.

Der Leak umfasst 11,5 Mio E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge und Passkopien in der Größe von 2,6 Terabyte und übertrifft damit rein mengenmäßig die NSA-Enthüllung von Edward Snowden. Der Datensatz ist der "Süddeutschen Zeitung" im Laufe des vergangenen Jahres von einer anonymen Quelle zugespielt worden. An der Recherche waren 400 Journalisten aus mehr als 100 Medienunternehmen in rund 80 Ländern beteiligt. Zu den ausländischen Partnern gehören u.a. der "Guardian", die BBC, der ORF und "Le Monde". (Foto: Screenshot, Montage: turi2)
panamapapers.sueddeutsche.de, theguardian.com, presseportal.de, presseportal.de, ndr.de

“P.M.”-Gründer Peter Moosleitner ist tot.

Gerhard Peter Moosleitner / Foto 2003 - -
2003, als dieses Foto entstand, war Peter Moosleitner bereits im Ruhestand. (Archivbild: picture-alliance / akg-images / Michael Zapf)

Wissen für alle: Peter Moosleitner, Gründer des populärwissenschaftlichen Magazins P.M., ist am Mittwoch im Alter von 82 Jahren gestorben. Gerhard Dietrich Marie Moosleitner, so sein richtiger Name, brachte im Oktober 1978 die erste Ausgabe von "P.M. – Peter Moosleitners interessantes Magazin" an den Kiosk. Seit 1998 war Moosleitner im Ruhestand. Seinen Nachfolger als Chefredakteur bei "P.M.", Hans-Hermann Sprado, der im Sommer 2014 starb, hat Moosleitner überlebt.

Heute führt Florian Gless, 47, das Wissensmagazin von Gruner + Jahr, das mit mehr als einem Dutzend Ablegern sowie Lizenz-Ausgaben im Ausland erscheint. Mossleitners Idee war es, "eine Bravo für intelligente Jugendliche" zu machen, sagte seine Frau Helga anlässlich seines 80. Geburtstages dem "Münchner Merkur". Gruner + Jahr trauert in einer Stellungnahme um einen "wunderbaren Menschen und großen Blattmacher".
spiegel.de, derstandard.at, merkur.de (Background zum 80.)

ARD-Journalist überwacht sich selbst.

DanielMoßbrucker150Daniel Moßbrucker hat sich bei einer ARD-Recherche selbst getrackt und dabei fast 40 Millionen Metadaten angesammelt. Im aktuellen "Journalist" berichtet Moßbrucker, diese Daten hätten seinen geheimen Kontakt verraten, wären sie in falsche Hände geraten. Sein Resümee: Die Vorratsdatenspeicherung hebelt den Informantenschutz aus.
journalist.de, Blendle.de (Paid)

Vorratsdatenspeicherung gefährdet Informantenschutz.

Vorratsdaten 150Vorratsdatenspeicherung würde das Ende des Informantenschutzes bedeuten, glaubt Daniel Moßbrucker. Der Journalist lies sich für einen ARD-Beitrag 40 Tage lang freiwillig überwachen. Auch ohne den Inhalt seiner Kommunikation zu kennen, ließen sich allein durch die Verbindungsdaten Rückschlüsse auf einen hypothetischen Informanten ziehen.
sueddeutsche.de

Tech-Medien stehen vor einer Boom-Phase.

  Doller Drive in Digitalien, gleich dreifach: US-Technik-Medien sind auf Wachstums- oder Comeback-Kurs und vermelden drei positive Nachrichten auf einen Schlag.   1. Vox Media übernimmt Recode, die Seite der “Wall Street Journal”-Veteranen Walt Mossberg und Kara Swisher. Beide Gründer bleiben an Bord, der Digital-Verlag Vox soll ihnen... Weiterlesen ...