Avantgarde gründet Nachhaltigkeitsagentur “Green Game” mit Felix Neureuther.

Avantgarde startet mit Ex-Ski-Profi Felix Neureuther (Foto) und Sportökonom Marc Socher die Agentur "Green Game", um Sponsoring nachhaltiger zu gestalten. Die Agentur richtet sich u.a. an Sportlerinnen und Musikerinnen und will die Schwerpunkte Gerechtigkeit und Inklusion berücksichtigen. Neureuther tritt als Partner auf, Socher als Geschäftsführer. Dazu kommt Regina Unterforsthuber, Group Account Direktorin bei Avantgarde, die das Team von Nachhaltigkeitsexpertinnen bei "Green Game" leitet.
horizont.net (Paid)

Lukas Kircher und Rainer Burkhardt gründen wieder gemeinsam.

Firma mit X: Lukas Kircher und Rainer Burkhardt holen ihre frühere Agentur-Marke KircherBurkhardt aus der Versenkung und gründen KircherBurkhardt X. Die Firma will keine klassische Agentur sein, sondern eher beraten – allerdings mit Grenzen: "Beraten kann man nur das, was man selber schon mal erfolgreich gemacht hat", sagt Kircher in "Horizont". Die Berater-Einsätze sollen nach jeweils einer Woche abgeschlossen sein. Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Burda die Agentur C3, in der KircherBurkhardt 2015 aufgegangen war, komplett übernimmt.

Im Zweitjob arbeitet Kircher inzwischen als Tischler: "Sie glauben gar nicht, wie sehr einen das Tischlern befriedigt, wenn man 20 Jahre lang nur virtuelle Gegenstände hergestellt hat", sagt er im Gespräch mit Jürgen Scharrer.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Mark Niedzballa tritt als neuer Chef der Game Group von BMW an.

Aus Marc wird Mark: Mark Niedzballa (Foto) wird Chef der BMW-Agentur The Game Group und folgt damit auf Marc Schumacher, der als Co-CEO zur Marketing-Agentur Avantgarde wechselt. Niedzballa ist erst seit Juni in der Geschäftsführung der Game Group. Zuvor war der Diplom-Kaufmann sieben Jahre Chef der Werbeagentur Heye.
meedia.de, horizont.net, turi2.de (Niedzballa), turi2.de (Schumacher)

Zum Goldenen Hirschen vergrößert Digitalableger mit München-Niederlassung.

Rotwild-Herde: Die Agenturgruppe Zum Goldenen Hirschen schenkt ihrem Digitalableger Valley einen zweiten Standort in München. Jonathan Goutkin (Foto) übernimmt die Leitung, als erstes Mandat betreut die Zweigstelle die Bestandskunden von MediaMarkt und Saturn. Seit der Gründung vor drei Jahren hat die Digitalagentur ihr Mitarbeiterzahl laut eigenen Angaben von 11 auf 50 gesteigert und über 30 Marken betreut.
horizont.net, meedia.de

FischerAppelt vergrößert Vorstand mit Eugenia Lagemann.

FischerAppelt holt Eugenia Lagemann, 41, am 1. August in den Vorstand – als einzige Frau. Sie soll u.a. Content, PR und Social Media der Agentur ausbauen. Matthias Wesselmann, bisher verantwortlich, bleibt Vorstand, kümmert sich aber künftig um "Strategie- und Kreativ­disziplinen". Noch ist Lagemann Geschäfts­führerin der PR-Tochter FischerAppelt Relations. Sie arbeitet seit 2008 für die Hamburger.
fischerappelt.de

Klick-Tipp: Adtech-Anbieter Criteo bringt Multimedia-Magazin zu Commerce Media heraus.

Klick-Tipp: Adtech-Anbieter Criteo veröffentlicht ein Multimedia-Magazin zum Thema Commerce Media. Im eingebetteten Podcast erklärt etwa Philipp Westermeyer, welche Digital-Trends wichtig werden, Matthias Weth, CEO von SYZYGY Performance Marketing diskutiert per Video-Takes über die erfolgreiche Zusammenarbeit von Agenturen und Tech-Unternehmen. Mit dem Magazin will sich Criteo auch im Markt repositionieren und auf sein neues Produktportfolio aufmerksam machen.
criteo.webmag.io via meedia.de

Adrian Pickshaus und Nina Grygoriew übernehmen die Chefredaktion von “DB mobil”.

Fahren vor: Adrian Pickshaus und Nina Grygoriew übernehmen als Doppelspitze die Chefredaktion des Bahn-Kundenmagazins "DB mobil". Sie folgen auf Stephan Seiler, der ab August zum "stern" wechselt, wo er das Gesellschafts- und Sportressort leiten wird. Pickshaus und Grygoriew kommen beide von der zuständigen G+J-Agentur Territory: Pickshaus kümmerte sich seit 2019 bei Territory um Neuentwicklungen und Pitches, Grygoriew war für Markeninhalte in verschiedenen Kundenmagazinen zuständig.
presseportal.de

Klaus Nadler ist neuer Partner bei Deloitte.

Neue Heimat: Klaus Nadler wird Partner bei Deloitte und verantwortet im Geschäftsbereich Marketing & Commerce den Bereich Digital Marketing. Der 53-Jährige Ex-Chef der Mediaagentur Carat hatte im vergangenen Dezember seinen Abgang verkündet. Jürgen Scharrer bezeichnet die Personalie bei "Horizont" als "echten Coup". Nadlers Kontakte und Netzwerk könnten Deloitte auf dem deutschen Markt helfen.
deloitte.com, horizont.net, turi2.de (Background)

Stefan und Anja Knieß gründen Agentur für Nachhaltigkeitsberatung.

Familiensache: Stefan Knieß (Foto), Ex-Geschäfts­führer der Handelsblatt Media Group, und seine Schwester, die Kommunikationswissenschaftlerin Anja Knieß, gründen eine Agentur für interne Nachhaltig­keitsaktivierung. Unter dem Namen Green from within bieten sie Programme für Unternehmen an, die sich besonders ökologisch nachhaltig positionieren wollen. Sie wollen Führungskräfte wie Mitarbeiterinnen dazu befähigen, diese Entwicklung mitzugestalten.
pr-journal.de, meedia.de

Nach Kritik: Der Award CMO of the Year soll diverser werden.

Serviceplan reagiert auf Kritik am Preis CMO of the Year und will die Auszeichnung für Marketing-Chefinnen künftig diverser machen. Zwar hat in diesem Jahr mit Susan Schramm von McDonald's eine Frau den Preis erhalten, angestoßen von Douglas-Chefin Tina Müller gibt es dennoch Kritik: Via Linked-in beschwert sie sich darüber, dass in der 20-köpfigen Jury nur 3 Frauen saßen. Jury-Mitglied Johannes Diebig von Salesforce gibt bei Linked-in seinen Rücktritt aus der Jury bekannt und überlässt den Posten der Salesforce-CMO Claudia Linsenmeier. Veranstalter Serviceplan will sich "sowohl an der Zusammensetzung der Jury als auch bei anderen Aspekten der CMO of the Year-Wahl noch stärker an Diversitätskriterien orientieren".
linkedin.com (Posts Müller/Diebig), meedia.de (Reaktion Serviceplan, Paid)

Fischer Appelt bleibt im PR-Ranking die größte Agentur.

Fischer-Appelt verteidigt beim Ranking der größten PR-Agenturen im "PR-Journal" seinen ersten Platz vom vergangenen Jahr, verzeichnet mit einem PR-Honorarumsatz von 59,4 Mio Euro aber 15,3 % weniger Umsatz als noch 2019. Darauf folgt Serviceplan (+ 51,1 %) vor Achtung Agenturgruppe (+9,7 %). Am meisten Umsatz verliert die MC Group (-65,3 %). Im Schnitt haben haben die 84 abgebildeten Agenturen 2020 8,2 % ihres Honorarvolumens eingebüßt.
horizont.net (Paid), pr-journal.de (Ranking)

“Zeit”: Ermittlungen gegen Ex-WMP-Chef Michael Inacker eingestellt.


Ausermittelt: Die Berliner Agentur WMP Eurocom scheitert mit einer Anzeige gegen ihren Ex-Chef Michael Inacker. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen eingestellt, schreibt die "Zeit". Die Agentur hatte dem Manager in Bezug auf umstrittene Kooperationen mit Katar und Saudi-Arabien schwere Untreue vorgeworfen und auf Schadenersatz verklagt. Inacker selbst hat die Vorwürfe stets bestritten. Konkret ging es u.a. um das Geheimdossier eines Privatermittlers, das die mutmaßliche Finanzierung der libanesischen Hisbollah durch reiche Gönner belegen soll. WMP soll unter Inacker bei dem Versuch geholfen haben, das Dossier zu verkaufen, lautete der Vorwurf.

Die "Zeit" zitiert nun aus der Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen Inacker und dem Privatermittler, in dem es u.a. um Geld und die Art und Weise der Auszahlung geht. Zudem berichtet die Zeitung, dass nun das US-Heimatschutz-Ministerium in der Sache und wegen des Verdachts der Terrorunterstützung ermittelt. US-Beamte wollen den Privatermittler in den kommenden Wochen befragen.

Inacker war von 2015 bis zum Sommer 2020 Chef von WMP. Sechs Wochen nach einem ersten Bericht von Zeit Online über das Geschäft, verließ er die Firma. Inzwischen leitet er eine eigene PR-Agentur.
"Zeit" 20/2021, S. 25, turi2.de (Background)

Serviceplan und Tchibo bauen ihre Zusammenarbeit aus.

Serviceplan baut sein Geschäft mit dem Stammkunden Tchibo aus, schreibt "New Business". Tchibo bündelt seinen Gesamt-Etat nach einem Pitch bei Serviceplan und überträgt der Agentur die Aufgaben aus dem Non-Food-Bereich, für die zuvor Schulz & Friends Neumarkt verantwortlich waren. Dafür gründet Serviceplan die Agentur Serviceplan Docks, die im Oktober mit rund 100 Mitarbeiterinnen starten soll.
new-business.de, horizont.net (Paid)

Willkommen im Club: Katrin Kolossa.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Katrin Kolossa verbindet als CEO der von Andreas Türck mitgegründeten Agentur Buzzbird Marken wie Sky oder DHL mit Influencerinnen. Kolossa ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Farina Opoku, Jens Thiemer und Philipp Schindler.
turi2.de/koepfe (Profil Kolossa)

“Bild”: LKA Berlin stoppt Plakat-Kampagne von Planus Media mit Fake-Spahn-Villa.

Werbefail: Die Kölner Agentur Planus Media wirbt in Berlin auf acht Plakaten mit einer gefakten Anzeige im Namen von Jens Spahn: "Zu wenig Platz im Homeoffice? Ich helfe gern!" steht auf dem Motiv, das eine Villa zeigt, die der des Gesundheitsministers ähneln soll. Tatsächlich handelt es sich um die Residenz des amerikanischen Botschafters – rechte Verschwörungstheoretikerinnen behaupten, Spahn habe die Villa von Ex-US-Botschafter Richard Grenell gekauft. Das Berliner LKA hat die Kampagne beendet. Sie sollte laut Planus Media zeigen, dass "Außenwerbung auch in Pandemiezeiten ein wirkungsvolles Medium ist". Die PR-Agentur Cocodibu hat sie entwickelt. Geschäftsführer Stefan Krüger sagt, die Abbildung der Villa habe "symbolischen Charakter".
bild.de

Agentur Achtung steckt 10 Prozent des Gewinns in die Aufforstung von Land.

Forst-Freuden: Die Agentur Achtung künftig 10 Prozent des jährlichen Gewinns für den Kauf und die Aufforstung zuvor landwirtschaftlich genutzter Flächen. Zum Start kauft Gründer Mirko Kaminski (Foto) drei Hektar in Braak bei Hamburg und will dort einen Mischwald mit rund 8.000 Birken, Buchen und Eichen pflanzen. Die Försterinnen und Waldprofis der Waldakademie von Peter Wohlleben begleiten das Projekt.
achtung.de

Hör-Tipp: Florian Haller erklärt im FAW-Podcast, wie Werbung und Nachhaltigkeit zusammenpassen.

Hör-Tipp: Serviceplan-Chef Florian Haller spricht im FAW-Podcast mit Moderator Kai-Marcus Thäsler über die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Werbung. Haller will mit dem Green GRP den CO2-Fußabdruck der Werbebranche neutralisieren und wünscht sich "möglichst viele Kunden, die das Konzept als Planungsgrundlage übernehmen".
podigee.io (24-Min-Audio), turi2.de (Background)

David+Martin-Chefs plädieren für mehr Haltung und weniger Datenversessenheit.

Fakten und Mumm: David Stephan (Foto) von David + Martin rät AstraZeneca in der "Wirtschaftswoche" zu "einer sehr zahlengetriebenen Kommunikation". Er fordert von Agenturen Mut zu politischen Statements und beklagt, dass Werbeagenturen "viel zu lange versucht haben, quasi bessere Unternehmens­beratungen zu werden." Co-Chef Martin Eggert kritisiert allzu große Datenversessenheit: "Data ist auch nur der Rasen, auf dem du spielst", die Tore schieße am Ende die Kreation.
wiwo.de

Zitat: Für Willi Schalk haben Agenturen an der Börse nichts zu suchen.

"Fakt ist, dass die heutigen Holdingchefs gar keine andere Chance haben, als den Oberbuchhalter zu spielen."

Werbe-Urgestein und Omnicom-Mitbegründer Willi Schalk sieht den Börsengang einer Agentur als "spielentscheidenden Fehler". Im "Horizont"-Interview bemängelt er, die Holdingstruktur spüle Manager nach oben, die "nichts von Werbung und Kommunikation verstehen".
horizont.net

“Horizont”: Uwe Bokelmann und Benedikt Göttert verantworten Content bei Bauerserviceplan.


Bauer plant Service: Uwe Bokelmann (links), Multi-Chefredakteur bei Bauer, und Benedikt Göttert (rechts), Berlin-Chef von Serviceplan, stehen als Content-Verantwortliche hinter dem Joint Venture Bauerserviceplan, berichtet "Horizont". Im Marketing-Fachblatt erklären sie, wie der Hamburger Publikumsverlag und die Agenturgruppe mit Hauptsitz in München künftig auf den Feldern Content Marketing und Corporate Publishing mitspielen und Dickschiffen wie Territory und C3 etwas entgegensetzen wollen. Bauer bringt redaktionelle Expertise, Inhalte, Archiv-Material und Reichweite mit, Serviceplan steht für Beratung und Markenführung, sagt Serviceplan-Mitgeschäftsführer Ronald Focken. "Horizont"-Autor Roland Pimpl sieht in dem Konstrukt eine Gefahr für die redaktionelle Unabhängigkeit von Bauer-Titeln wie "TV 14", "Happinez" und "Welt der Wunder", die Bokelmann im Hauptjob verantwortet. Der Chefredakteur kontert: "Mein Job bei Bauer ist es, Journalismus zu produzieren, für dessen Qualität die Leser immer wieder Geld bezahlen – auch das hilft bei der Selbstbesinnung."

Das Joint Venture startet mit vorerst nur fünf Mitarbeiterinnen – erst wenn neben dem jüngst gewonnen AOK-Etat weitere Budgets dazukommen, soll die Firma wachsen. Für die AOK arbeite in Hamburg ein organisatorisch getrenntes Team innerhalb von Bauers Gesundheitsredaktion, der Bokelmann vorsteht. Klassisch arbeitende Journalistinnen will der Chefredakteur nur in Ausnahmefällen in das Agentur-Team abkommandieren: "Manchmal passt das – meistens aber nicht." In der Regel will er auf "freie Mitarbeiter aus unserem Netzwerk oder neue Leute" zurückgreifen. "Wir können agil, weil wir durch unsere Größe in beiden Häusern Zugriff auf die besten Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen haben", sagt Serviceplan-Mann Benedikt Göttert.

Wirtschaftlich sind Stephan Hiller von Bauer und Frank Meinke von Serviceplan Berlin verantwortlich für das Gemeinschaftsunternehmen. Ein vierköpfiger Beirat soll eine schnelle Vernetzung des Joint Ventures in die Mutterhäuser garantieren. Darin vertreten sind Bauers Publishing-Chef Ingo Klinge und Vermarkter Frank Fröhling. Von Serviceplan kommen Ronald Focken und Holding-Chef Vincent Schmidlin dazu. (Foto: Picture Alliance / Eventpress, Serviceplan; Montage: turi2)
"Horizont" 10-11/2021, S. 10

Zitat: Dörte Spengler-Ahrens denkt laut über den Sinn einer Frauenquote nach.

"Früher habe ich von jeder Kanzel runter gepredigt, dass ich für eine Frauenquote bin, um etwas zu bewegen. Jetzt bin ich mir über das Ziel nach wie vor sicher, aber nicht, ob die Brechstange wirklich der richtige Weg ist."

ADC-Präsidentin Dörte Spengler-Ahrens sagt "Horizont", es sei für Frauen wichtiger, dass in ihre "Ausbildung zur Führungsposition" investiert werde. Sie habe "ein großes Problem mit dem Wort Quotenfrau".
"Horizont" 8-9/2021, S.23 (Paid)

Christiane Wolff hat als Marketingchefin bei Dentsu angeheuert.

Dentsu holt Christiane Wolff zurück ins Agentur-Business. Die Ex-PR-Chefin von Serviceplan ist – nach einem kurzen Ausflug ins Handwerk – seit Anfang Februar Marketingchefin und Mitglied des DACH Executive Boards bei dem Network. Judith Weiand, die bisherige Kommunikationschefin, bleibt laut Wolff an Bord.
horizont.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Christiane Wolff im Fragebogen. (05/2018)

Willkommen im Club: Dörte Spengler-Ahrens.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Dörte Spengler-Ahrens setzt sich als ADC-Präsidentin und oberste Kreative in Deutschland für gute Ideen und die Förderung von Frauen in ihrer Branche ein. Spengler-Ahrens ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Benjamin Minack, Claudia Röttger und Jan Böhmermann.
turi2.de/koepfe (Profil Spengler-Ahrens)

Brusthaare und Hausmeister-Job: So lief der turi2 Clubabend mit Kai Diekmann.



Mann oder Maschine: "Am Ende ist uns nichts Besseres eingefallen." Im schwarzen Steve-Jobs-Rolli erzählt Ex-"Bild"-Boss, PR-Unternehmer und Eis-Bademeister Kai Diekmann beim turi2 Clubabend, wie der Name Storymachine einst nachts um halb zwei nach zwei Flaschen Weißwein bei einem Italiener in Köln geboren wurde. Kollege und Mitgründer Philipp Jessen finde den Namen "so schlecht, dass er schon wieder gut ist". Während diese Startup-Story aus ihm heraussprudelt, führt Diekmann das Publikum durch die Büroräume seiner Agentur und ist sichtlich stolz auf das, was er da zeigt: Das Berliner Schrabbel-Interieur in einem alten Varietétheater mit eingebauter Wellblechhütte und 50-Euro-Kirchenbank von eBay habe er teils persönlich vom Flohmarkt besorgt, teils von seinem Haus auf Usedom recycelt. Von zu wenig Geld für frische Büromöbel zeuge das keinesfalls, so der PR-Mann. Alles sei "aufwändigst konserviert".

Seine Rolle als Gesellschafter "ohne exekutive Funktion" bei Storymachine beschreibt Diekmann so: "Ich bin hier der Hausmeister." Über seine Rolle im Wirecard-Skandal sagt er: "Kein anderes Investment hat mich so viel Geld gekostet wie mein Investment in Wirecard." Er habe den "Fehler" gemacht, dem Unternehmen selbst, der Bafin, der Bundesbank, und "den vielen deutschen Journalisten" zu glauben: "Das ärgert mich die Hölle."

Von aus den Hemden quellendem Brusthaar und zu viel Testosteron bei Storymachine wollen Diekmann und seine Kolleg*innen übrigens nix wissen. Eine Mehrheit der rund 90 Angestellten seien – entgegen der Außenwirkung durch die Aushängeschilder Diekmann und Jessen – Frauen, sagen die Kolleginnen Claudia Behrendt und Stefanie Weber. Dass von der Macho-Kultur vor Ort weniger zu spüren ist als aus der Ferne, bestätigt Ex-"Bild"-Kollegin und Ex-ntv-Chefin Tanit Koch bei der After-Show-Party auf Clubhouse.

Was ihre Kundschaft angeht, halten sich die Story-Maschinist*innen gewohnt bedeckt. Bis auf zwei Ausnahmen: Einen Kontakt zu Armin Laschet zwecks kommunikativer Begleitung einer möglichen Kanzlerkandidatur gebe es nicht, sagt Jessen. Und auf die Frage von Peter Turi, wie viel Vorwissen Storymachine-Kundin Ursula von der Leyen in die Agentur mitgebracht habe, antwortet Projektmanagerin Behrendt: "Genug."
turi2.tv (64-Min-Video), turi2.de/podcast (58-Min-Podcast)



Zitat: Thomas Eickhoff hat die Belegschaft auf seinen Abschied vorbereitet.

"Ich sage unseren Leuten schon lange: Sägt an meinem Stuhl! Versucht, mich ersetzbar zu machen!"

Thomas Eickhoff, bis Ende 2020 Geschäftsführer von Grabarz & Partner, bezeichnet sich im "Horizont"-Interview als "Fan von Loslassen". Der 60-Jährige findet, dass es "alte Herren, die aus dem Hintergrund die Fäden ziehen wollen", nicht brauche.
"Horizont" 6-7/2021, S.10 (Paid)

Willkommen zum Clubabend: Kai Diekmann.

Willkommen zum Clubabend: Kai Diekmann, PR-gewordener Ex-"Bild"-Boss mit Eisbade-Fetisch, steigt heute für uns aus dem Tiefkühlfach und beantwortet ab 19 Uhr beim turi2 Clubabend im Live-Video die Fragen von Peter Turi und der Community. Dazu gibt's eine virtuelle Führung durch seine Agentur Storymachine. Sie haben Fragen an den Medien-Bademeister? Einfach per Mail an clubabend@turi2.de – oder heute Abend im Live-Chat.
turi2.de/koepfe (Profil Diekmann), turi2.de/clubraum

Willkommen im Club: Philipp Jessen.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Philipp Jessen ist als Chefredakteur, unter anderem von "Gala" und "stern", lange Story-Schreiber gewesen, heute bedient er als Agenturchef die Storymachine. Jessen ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Frank Briegmann, Sandra Peter und Klaus Brinkbäumer.
turi2.de/koepfe (Profil Jessen)

Was hilft gegen die Ideen-Krise im Lockdown? So lief der Kreativ-Talk im turi2 Clubraum.

Frischekur für den Kopf: Was die Kreativität befeuert, wenn Reisen und Konferenzen wegfallen, darüber haben sich sechs kluge Gäste im dritten turi2 Clubabend auf Clubhouse Gedanken gemacht. "Jetzt kommt der Moment, wo man merkt, dass Kreative noch etwas anderes brauchen als einen Monitor und viele Gesichter", sagt ADC-Präsidentin und Jung-von-Matt-Kreativchefin Dörte Spengler-Ahrens und spricht von einer schwierigen Zeit für die Agentur-Arbeit. "Man braucht Austausch, Reibung, das Zusammensein, die Zufälle." Vor dem Bildschirm sei die kreative Kraft niedriger als in der physischen Zusammenarbeit. Gabriele Hässig, als Geschäftsführerin bei Procter & Gamble für Kommunikation zuständig, empfiehlt, die Tage im Lockdown nicht durchzuplanen, um Zufälle zuzulassen. Im Clubraum erklärt Hässig zudem, warum ihr Konzern die Büros nicht komplett dicht macht, und weshalb sie auf mittägliche Meetings verzichtet. Eine ihrer persönlichen Maßnahmen gegen den Corona-Blues: tägliches Spazierengehen.

Sport-Marketer Michael Trautmann setzt auf dieselbe Ödnis-Prophylaxe – und zieht Energie aus seinen Podcasts. Medien-Multitalent Laura Karasek berichtet aus dem Zug nach Köln von vorwurfsvollen Laptop-Tastaturen, von Glücksgefühlen auf Clubhouse und von der Schwierigkeit, ohne Kneipen-Recherchen Romane zu schreiben. Sie bleibt kreativ, indem sie "viele kluge Texte von vielen klugen Leuten" liest, Serien schaut und manchmal im Hotelzimmer zu lauter Musik tanzt. Digital-Berater und Home-Office-Skeptiker Thomas Knüwer schreitet im Lockdown weiterhin täglich 70 Meter von seiner Wohnungstür ins Büro und schaut dabei zur Kreativ-Inspiration immer mal wieder auf TikTok vorbei. Für neue Ideen, glaubt Vice-Chefredakteur Felix Dachsel, kann es hilfreich sein, sich auch mal explizit über die Lage zu ärgern: "Ich glaube es ist wichtig, die Wut und die Verzweiflung dieser Situation zuzulassen. Dann kommt die Kreativität leichter wieder hervor."
turi2.tv (64-Min-Mitschnitt), turi2.de/podcast (64-Min-Audio), turi2.de (15-Seiten-PDF)



Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

WMP Eurocom zeigt ehemaligen Chef Michael Inacker wegen Untreue an.

WMP Eurocom legt sich unter der neuen Führung von Ulrich Porwollik und Aufsichtsratchef Bernhard Link juristisch mit Ex-Chef Michael Inacker an. Die Agentur wirft ihm im Bezug auf zwei umstrittene Zusammenarbeiten mit Saudi-Arabien und Katar Untreue vor und fordert Schadenersatz von mehreren 100.000 Euro. Inacker war bis zum Sommer Chef von WMP und leitet mittlerweile eine eigene Agentur. Er streitet die Vorwürfe ab und sieht darin den Versuch, einen Konkurrenten zu beschädigen. Die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien sorgte 2018 für Negativ-Schlagzeilen. In der Folge machte die Agentur mehrfach mit internen Auseinandersetzungen Schlagzeilen, in deren Folge zahlreiche Top-Kräfte der Agentur den Rücken gekehrt haben.
faz.net (Paid), businessinsider.de, turi2.de (Background)

BMW-Agentur MediaMonks will 250 Stellen schaffen.

Freude am Werben: Die BMW-Agentur MediaMonks unter Deutschland-Chef Thomas Strerath (Foto) will noch in diesem Jahr 250 Stellen schaffen. Gefragt sind vor allem hochspezialisierte Kräfte, etwa Profis für Amazon Commerce. Eine Schlüsselrolle im neuen BMW-Marketing sollen außerdem die Stuttgarter Leonberger Staud Studios spielen, die auf Automobilkommunikation spezialisiert sind. MediaMonks hat sie Anfang des Jahres gekauft.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)