EU plant strengere Regeln für marktberrschende Tech-Riesen.

EU-Kommission plant verschärfte Regeln für US-Tech-Riesen zur Wahrung des fairen Wettbewerbs, schreibt die "Financial Times". Sie will Branchengrößen notfalls zerschlagen oder zwingen, europäische Ableger zu verkaufen, wenn sie den Markt zu stark dominieren. EU-Kommissar Thierry Breton plädiert im Extremfall auch für die Möglichkeit, große Tech-Konzerne komplett vom europäischen Markt auszuschließen. Das Regelwerk zum Digital Services Act soll bis Ende 2020 vorliegen.
ft.com (Paid), faz.net

Amazons Algorithmen sorgen für die Verbreitung von Verschwörungsliteratur.

Desinformation: Amazons Algorithmen helfen bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien, berichten Sebastian Meineck und Daniel Laufer bei Netzpolitik.org. Ausgehend vom Correctiv-Buch Corona: Geschichte eines angekündigten Sterben liste Amazon in einer Stichprobe von 355 Kauf-Empfehlungen 124 Bücher mit "einschlägiger Verschwörungsliteratur" sowie 56 impfskeptische Werke.
netzpolitik.org

US-Luftfahrtbehörde: Amazon darf Lieferdrohnen fliegen lassen.

Flügge: Die US-Luftfahrtbehörde FAA erlaubt Prime Air von Amazon die Auslieferung von Paketen per Drohne. Der Alleshändler hofft, damit seinem Ziel einer Lieferung innerhalb von 30 Minuten näher zu kommen. An einer Lieferdrohne arbeitet Amazon bereits seit mehreren Jahren. Wann die ersten Bestellungen serienmäßig in den Vorgärten der Kund*innen landen, steht allerdings noch nicht fest.
nytimes.com, businessinsider.com

Kartellamt prüft Eingriff Amazons in die Preisgestaltung der Dritthändler.

Der Preis ist heiß: Das Kartellamt prüft, ob Amazon die Pandemie missbraucht, um Angebote von Dritthändlern zu beeinflussen, schreibt das "Handelsblatt". Amazon will in der Krise "Maßnahmen gegen Preistreiberei" bei gefragten Produkten wie Desinfektionsmitteln oder Schutzmasken ergreifen. Laut Händlern seien auch Angebote abseits von Corona, wie Bücher oder Gartenstühle, betroffen.
"Handelsblatt", S. 1 (Paid)

Bewegtbildstudie: 54 % der Deutschen streamen mindestens einmal im Monat.

Streaming-Dienste können weiter zulegen: Die Nutzer*innen schalten täglich im Schnitt 55 Minuten ein, 20 Minuten mehr als noch vor drei Jahren, sagt die Bewegtbildstudie 2020 von "TV Spielfilm" und der GfK. 54 % der Deutschen nutzen mindestens einmal im Monat ein Streaming-Abo, bei den unter 30-Jährigen liegt die Zahle bei 82 %. 47 % der Befragten sind davon überzeugt, dass Streaming klassisches TV auf lange Sicht ablösen wird.
burda.com

Dazn und Amazon Prime übertragen die Freitagsspiele der Bundesliga 2020/21.


Anstoß: Dazn und Amazon Prime sichern sich in der Saison 2020/21 der Fußball-Bundesliga die Rechte für die Übertragung der Freitagsspiele. Das Paket zählt 45 Spiele, darunter auch je fünf Begegnungen am Sonntag und Montag, vier Relegationsspiele und den Supercup. Die Rechte für die Spiele liegen eigentlich bei Eurosport, das die Spiele aber nicht selbst zeigen will. Dazn zeigt die Spiele mit einer Sublizenz, Amazon Prime übernimmt die Dazn-Übertragung. Prime-Kund*innen bekommen die Übertragungen – anders als am Ende der letzten Saison – allerdings nicht mehr kostenlos, sondern müssen für die Spiele extra zahlen.

Nach und in der Corona-Pause hatte es einen Rechtsstreit zwischen Eurosport-Mutter Discovery und der DFL um das Rechtepaket gegeben, der zugunsten der DFL ausging. Nun liegen die Rechte wieder bei Eurosport – das die Rechte mit Sublizenzen weitergibt. Das Paket soll 80 Mio Euro pro Saison kosten, schreibt "Bild".
bild.de, turi2.de (Background)

Amazons Consumer-Chef Jeff Wilke kündigt seinen Rückzug an.

Amazon: Jeff Wilke (Foto), 53, Chef des internationalen Handels-, Logistik- und Consumer-Geschäfts, will Anfang 2021 nach 20 Jahren bei Amazon in den Ruhestand gehen und "persönliche Interessen" pflegen. Dave Clark, 47, der bisher die Lieferkette leitet, übernimmt. Wilke ist neben Andy Jassy, Chef der Cloud-Computing-Sparte, bisher der wichtigste Mann im Bezos-Imperium.
reuters.com

Kartellprüfung: Amazon bestätigt Einflussname auf Preise indirekt.

Amazon reagiert auf eine Untersuchung des Bundeskartellamtes zur Preispolitik im Marketplace: Ein Sprecher erklärt die Sperrung einzelner Händler*innen wegen überhöhter Preise als "Maßnahmen gegen Preistreiberei". Der Konzern habe Richtlinien, "die sicherstellen sollen, dass die Verkaufspartner ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten". Damit gibt Amazon eine Einflussnahme auf Marketplace-Preise indirekt zu.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Prime Video soll nischig und Mainstream zugleich sein, sagt Chef Christoph Schneider.

"Vom Image der Streamingdienste als ausschließliches Angebot für Early-Adopter und Young Males sind wir ja schon lange weg."

Prime Video sei ein "Mainstream-Angebot", sagt Chef Christoph Schneider im DWDL-Interview. Amazon wolle aber "nicht nur auf die Mitte schielen" und setzt deshalb auch auf nischige Produktionen, etwa eine Doku über den Opern-Tenor Jonas Kaufmann.
dwdl.de

Post-Chef Frank Appel sieht Krise als Chance für die digitale Bildung.

Krise als Chance: Frank Appel spricht mit Gabor Steingart im Morning-Briefing-Podcast über Postbot*innen, deren Jobs nicht aussterben würden. Die Post müsse ihnen die Angst vor Digitalisierung nehmen. "Alte" Arbeitsplätze zu erhalten sei bei der Gesellschaft anerkannter, als in Innovationen zu investieren. Eine Zweiteilung der Arbeitsgesellschaft fürchtet Appel nicht, wenn sich die digitale Bildung weiterentwickelt – darauf hofft er als Nebeneffekt der Krise.
thepioneer.de (27-Min-Audio, nach Anmeldung frei)

Das Bundeskartellamt überprüft Amazons Preispolitik im Marketplace.


Kontroll-Kontrolle: Amazon ist derzeit Ziel von Untersuchungen des Bundeskartellamts, sagt dessen Präsident Andreas Mundt der "FAZ". Während der ersten Monate der Corona-Krise habe es Beschwerden mehrere Händler gegeben, weil Amazon sie wegen angeblich überhöhter Preise gesperrt hat. "Amazon darf kein Preiskontrolleur sein", sagt Mundt. Der Konzern habe auf ein erstes Auskunftsersuchen geantwortet, das nun geprüft werde. Andere Beschwerden hat das Bundeskartellamt abgelehnt. So hätten sich Dritthändler benachteiligt gefühlt, weil Lieferungen zurückgestellt wurden, um Masken oder Desinfektionsmitteln Vorrang zu gewähren. "Diese Art der Priorisierung war aus unserer Sicht aber nicht zu beanstanden", sagt Mundt.

Schon 2013 gab es Ärger mit Amazons Preispolitik gegenüber Drittanbietern. Kartellwächter und Amazon einigten sich damals darauf, dass Amazon seine Preisparitätsklausel aufgibt, die es Dritthändlern untersagte, ihr Angebot an anderer Stelle günstiger anzubieten.
faz.net (Paid)

“Switch Reloaded” startet als “Binge Reloaded” bei Amazon Prime.

Kanal-Switch: Die TV-Parodien von "Switch" und "Switch Reloaded" kehren als "Binge Reloaded" mit neuen Folgen auf Amazon Prime zurück, meldet DWDL. Die Show soll mit zunächst acht Folgen Ende 2020 starten. Bisher lief die Sendung auf ProSieben. Tochter Redseven Entertainment produziert die neuen Folgen für Amazon. Michael Kessler (Foto) alias Florian Silbereisen wird genau wie Martin Klempnow, der als Installateur-Azubi Dennis bekannt wurde, zur Besetzung gehören.
dwdl.de

Amazon zahlt Angestellten in Deutschland einen Corona-Bonus von bis zu 500 Euro.

Amazon zahlt seinen rund 13.000 Mitarbeiter*innen in den deutschen Logistik- und Versandzentren einen Corona-Bonus von einmalig 500 Euro für Vollzeit­kräfte, berichtet die "Wirtschaftswoche". Wer in Teilzeit arbeitet, bekommt entsprechend weniger. Auch das Personal von Sub-Unternehmern und selbständige Fahrer*innen sollen eine Prämie erhalten. Verwaltungs­angestellte gehen leer aus.
wiwo.de

“WSJ”: Amazon erwägt Nutzung leerstehender Flächen in US-Einkaufszentren.

Feindliche Übernahme: Amazon verhandelt mit der größten Besitzerin von Einkaufszentren in den USA, der Simon Property Group, über die teilweise Umwandlung von Shopping Malls in Amazon-Logistikzentren, berichtet das "Wall Street Journal". Simon Property könnte dadurch leerstehende Flächen füllen, die durch den Rückzug von Ketten wie Sears oder J.C. Penney freigeworden sind – und hofft wohl darauf, die nicht erst seit Corona verwaisten Einkaufszentren wieder mit Leben zu füllen. Amazon wiederum könnte durch mehr Standorte seine Lieferzeiten auf den letzten Metern zur Haustür beschleunigen. Und dadurch noch mehr Waren in noch kürzerer Zeit verschicken.

Unklar ist allerdings noch, in wie viele und welche Einkaufszentren Amazon einziehen will. Die Gespräche mit der Immobilienfirma sollen bereits vor Corona gestartet sein – Corona-bedingt haben Leerstände in den Einkaufstempeln seitdem eher zu- als abgenommen. Davon könnte Amazon jetzt profitieren. Im US-Bundesstaat Ohio hat sich der Online-Händler bereits auf den großen Geländen zweier ehemaliger Einkaufszentren mit Lagerzentren niedergelassen.
wsj.com (Paid), theverge.com, mashable.com

Dazn zeigt künftig 121 von 138 Champions-League-Spielen exklusiv.

Dazn überträgt ab der Saison 2021/22 von insgesamt 138 Begegnungen der Fußball Champions League 121 exklusiv. Das umfasst alle Mittwochsspiele und bis auf die 16 Topspiele am Dienstag - die Amazon überträgt – auch alle Begegnungen am Dienstag. Das Endspiel ist zudem im Free-TV beim ZDF zu sehen. Die Rechteinhaber sind bereits seit Dezember bekannt, die genaue Anzahl der Spiele gab Dazn jetzt an. Aktuell teilen sich Sky und Dazn die Rechte.
kicker.de, turi2.de (Background)

US-Tech-Konzerne schlagen sich in der Corona-Krise besser als erwartet.


Krisenimmunität: Die Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon scheinen weitgehend immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise und schneiden im 2. Quartal besser ab als erwartet. Vor allem Amazon profitiert vom Boom beim Online-Shopping während der Krise und steigert seinen Umsatz um 40 % auf knapp 89 Mrd Dollar. Der Versandriese vermeldet mit 5,2 Mrd Dollar zudem den höchsten Nettogewinn der Konzerngeschichte, der sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Für Apple ging es im 2. Quartal seit Langem auch bei den iPhones wieder bergauf – der Smartphone-Umsatz des Konzerns stieg um 2 % auf 26,4 Mrd Dollar. Insgesamt kommt Apple beim Umsatz auf 59,7 Mrd Dollar, ein Plus von 11 %. Der Konzern hat außerdem einen Aktien-Split im Verhältnis eins zu vier angekündigt. So soll die Aktie laut Konzern für eine "breitere Basis von Investor*innen" zugänglich sein.

Facebooks Wachstum ist im 2. Quartal zwar abgeflacht, der Umsatz wächst aber dennoch um 11 % auf 18,7 Mrd Dollar. Der weltweite Werbeboykott kann dem sozialen Netzwerk offenbar nicht viel anhaben – laut Konzernangaben sind die Werbeumsätze in den ersten drei Juli-Wochen um 10 % gestiegen.

Nur Google-Mutter Alphabet schwächelt – der Konzern muss erstmals in seiner börsennotierten Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dieser schrumpft um 2 % auf 38,3 Mrd Dollar, Analyst*innen waren von 4 % ausgegangen. Alphabet leidet unter den Rückgängen im traditionellen Kerngeschäft der Suchmaschinen-Werbung, da viele Werbungtreibende ihre Ausgaben in der Krise zurückgefahren haben. YouTube entwickelt sich hingegen positiv und auch das Cloud-Geschäft kann beim Umsatz um 43 % auf 3 Mrd Dollar zulegen.
faz.net, golem.de (Google), turi2.de (deutsche Wirtschaft)

Google, Apple, Facebook und Amazon reden sich vor dem US-Kongress klein.


Strategische Bescheidenheit: Die Chefs von Google, Apple, Facebook und Amazon haben sich bei einer Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwochabend große Mühe gegeben, ihre Marktdominanz kleinzureden. Der Vorsitzende des Kongress-Ausschusses, der Demokrat David Cicilline, wirft den Konzernen vor, "zu viel Macht" zu haben. Die vier Tech-Bosse, die alle per Video zugeschaltet sind, nennt er die "Kaiser der Online-Wirtschaft". Die sehen sich schon in ihren Eingangs-Statements gar nicht in kaiserlicher Rolle: Google-Chef Sundar Pichai etwa argumentiert, "Googles fortgesetzter Erfolg ist nicht garantiert". Apple-Chef Tim Cook spricht von einem "Straßenkampf um Marktanteile", in dem sich sein Konzern befinde. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lässt die Abgeordneten wissen, dass Facebook in vielen Bereichen hinter seinen Konkurrenten liege: "Die größte Messaging-App ist iMessage, die am schnellsten wachsende Plattform ist TikTok", sagte Zuckerberg. Und auch Amazon-Boss Jeff Bezos sieht sich als Winzling – gemessen am globalen Einzelhandelsmarkt, an dem Amazon weniger als 1 % ausmache.

Zuckerberg appelliert, seinen Konzern nicht allein aufgrund seiner Größe zu beurteilen: "So wie ich unsere Gesetze verstehe, sind Unternehmen nicht schlecht, nur weil sie groß sind." Alle vier verbreiten Patriotismus: "Die Tech-Industrie ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte", sagt Zuckerberg. Bezos lässt wissen, es sei kein Zufall, dass Amazon hier entstanden sei, "diese großartige Nation" unterstütze risikofreudige Unternehmer. Gleich zu Beginn der Anhörung meldet sich per Twitter US-Präsident Donald Trump zu Wort: Wenn der Kongress die Tech-Konzerne nicht zur "Gerechtigkeit" zwinge, werde er dies mit Regierungsdekreten tun, so Trump. (Foto: Mandel Ngan/Pool AP / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Paid), edition.cnn.com, theguardian.com

Kalifornien untersucht die Arbeitsbedingungen bei Amazon.

Amazon gerät in das Visier der kalifornischen Justiz. Der US-Bundesstaat untersucht die Arbeitsbedingungen beim Versandriesen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Kalifornien wirft Amazon vor, nicht genug für die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter*innen in Verteilerzentren und Lagern zu unternehmen. In mehreren Versandlagern kam es bereits zu Corona-Ausbrüchen.
techcrunch.com

AGF erhebt erstmals Nutzung von Netflix, Amazon und YouTube auf Smart-TVs.

AGF veröffentlicht erstmals gemessene Zahlen für die Nutzung von Streaming-Angeboten auf Smart-TV-Geräten. Von durchschnittlich 216 Minuten TV-Inhalten pro Tag entfallen 7 Minuten auf Netflix, 4 Minuten auf Amazon Prime Video und 3 Minuten auf YouTube. Die 14- bis 29-Jährigen schauen bei nur 64 Minuten TV-Nutzung pro Tag 12 Minuten Netflix und 6 Minuten YouTube auf dem großen Bildschirm. Die AGF erhebt die Werte mit Mess-Routern in 590 Haushalten, bis Ende 2020 sollen es rund 1.000 sein. AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf sieht das Projekt bei "Horizont" als Chance, "sukzessive weitere Messlücken" zu schließen.
dwdl.de, horizont.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich bin schon eher ein ganz klassischer TV-Nutzer", sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. (9/2019)

Amazon weist seine Mitarbeiter*innen an, TikTok zu deinstallieren und rudert dann zurück.


Tiktokt nicht ganz sauber: Amazon ruft am Freitag seine Mitarbeiter*innen in einer Rundmail dazu auf, die App von TikTok zu löschen und führt Sicherheitsrisiken als Grund an. Rund fünf Stunden später rudert der Konzern zurück und erklärt: Die E-Mail sei ein Fehler gewesen. Zuvor hieß es, Angestellte müssten die App von allen Geräten entfernen, von denen sie auf ihre Amazon-E-Mails zugreifen. Wer die App nicht noch am selben Tag entfernt, würde seinen mobilen Zugriff auf Dienstmails verlieren.

Erst vor Kurzen wurde bekannt, das TikTok unter iOS auf Informationen aus der Zwischenablage zugreift. US-Außenminister Mike Pompeo kündigte zu Wochenbeginn zudem an, dass die US-Regierung erwäge, die chinesische App in den USA zu sperren.
nytimes.com, adweek.com, theverge.com

Sophie Passmann und Matthias Kalle verkaufen Podcast zum Einmalpreis.

Gehört mir: Autorin Sophie Passmann und Journalist Matthias Kalle starten bei Audible heute den Popkultur-Podcast Jubel & Krawall. Dabei experimentieren sie mit einem neuen Geschäftsmodell: Wer kein Abo abschließen will, bekommt für einmalig 9,95 Euro alle bisherigen und künftigen Episoden auf Lebenszeit.
morgenpost.de, glamour.de, audible.de

Amazon bringt seinen Cloud-Dienst nach Russland.

Russisch Duett: Amazon dringt auf den Cloud-Markt in Russland und bringt seine Tochter Amazon Web Services mit Hilfe des russischen Unternehmens Mail.ru ins größte Land der Welt. Die Partner bietet Kund*innen künftig einen einheitlichen Zugang zu Cloud-Diensten an. Internationalen Unternehmen versprechen beide einen einfacheren und zugleich der lokalen Gesetzgebung entsprechenden Zugang zum russischen Markt. Andersherum sollen Firmen aus Russland leichter auf den Weltmarkt expandieren können.
handelsblatt.com

“SZ” und NDR: Alexa, Siri & Co zeichnen häufig ohne Aufforderung auf.


Große Ohren: Sprachassistenten in Smart Speakern oder Handys zeichnen Gespräche von Nutzer*innen oft auf, ohne absichtlich aktiviert zu werden, recherchieren das NDR-Format "STRG_F" und die "Süddeutsche Zeitung". Drei Ex-Mitarbeiter*innen von Firmen, die für Apple und Amazon Aufnahmen überprüft haben, berichten, sie hätten Gespräche von medizinischem Personal, Geschäftsbesprechungen und intime Privatsituationen mitgehört. Eine Forschergruppe der Uni Bochum und des Max-Planck-Instituts hat elf Smart Speaker untersucht: Modelle von Apple, Google, Amazon, Microsoft, der Telekom und den chinesischen Firmen Xiaomi, Tencent und Baidu. Sie haben die Lauschsprecher tagelang dauerbeschallt, etwa mit Nachrichtensendungen, Fernsehsendungen und Störgeräusche.

Sie schalteten sich in dieser Zeit Hunderte Male fälschlicherweise ein – und verarbeiteten Aufnahmen, die gar nicht existieren dürften. Besonders Geräte von Amazon starteten bei deutschsprachigen Systemen häufig ungewollte Aufnahmen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagt gegenüber "STRG_F" und "Süddeutscher Zeitung", man müsse vom Hersteller erwarten, "dass er die Verbraucher im datenschutzrechtlichen Sinne aufklärt und darauf hinweist, dass es eben ein entsprechendes Risiko der Privatsphäre ist". Caspar glaubt aber auch, dass die Speaker besser werden und aus Fehlern lernen.
tagesschau.de, projekte.sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Wie GAFAM in der Krise neue Märkte erobern wollen.

Lese-Tipp: Die US-Tech-Riesen sind die großen Profiteure der Corona-Krise, analysiert das "manager magazin". Autor Jonas Rest beschreibt, wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft "investieren, wenn andere kürzen" – eine Strategie, mit der GAFAM schon in der Finanzkrise 2008 zu Gewinnlern wurden. Amazon-Boss Jeff Bezos etwa steigt in den Markt für autonomes Fahren ein und lässt sich das Startup Zoox wohl mehr als 1 Mrd Dollar kosten. Zuvor war dem Unternehmen die Finanzierung weggebrochen. Die Konzentration des Online-Händlers auf Produkte des täglichen Bedarfs habe Bezos geschickt als Krisenhilfe verkauft, tatsächlich sei es ein "Schlag gegen Walmart" gewesen.

Google, Facebook und Microsoft profitieren vom Digitalisierungs-Schub durch Corona. Für ihre Cloud-Dienste konnten sie neue Kund*innen gewinnen – allen voran bei den Videokonferenz-Tools. Beliebte Features des neuen Konkurrenten Zoom wurden "in Windeseile kopiert", schreibt Rest. Wo die Werbeumsätze von Google und Facebook durch den Lockdown zeitweise eingebrochen sind, werden sie "auch am schnellsten wieder anziehen", zitiert Rest den Marketingprofessor Scott Galloway.
"manager magazin" 7/2020, S. 68-73 (Paid)

Jeff Bezos kündigt 2 Mrd Dollar schweren Klima-Fonds an.

Amazon will mit einem Klima-Fonds in Höhe von zwei Mrd Dollar Unternehmen und Startups, die nachhaltig wirtschaften, bei ihrem "Übergang zu einer CO2-emissionsfreien Wirtschaft" unterstützen. Der Climate Pledge Fund richtet sich weltweit an Firmen aus den Branchen Transport und Logistik, Energie, Fertigung, Lebensmittel und Landwirtschaft. Amazon hat sich verpflichtet, seine eigenen Emissionen bis 2040 auf Null zu reduzieren.
techcrunch.com

Zahl des Tages: Rund 36 % schauen Netflix und Co, sagt die AGF.

Zahl des Tages: Rund 36 % der Personen ab 14 in Deutschland streamen über kostenpflichtige Dienste wie Netflix oder Amazon Prime, zeigt eine AGF-Studie. Bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es noch rund 32 %. Unter den Top 5 der Bezahl-Anbieter sind außerdem Dazn, Sky Ticket und Disney Plus. Die Zahlen belegten, "dass sich der Markt für Video-Streaming weiterhin entwickelt“, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf.
horizont.net, agf.de (PM Studie)

Aus dem Archiv: Quoten-Expertin Kerstin Niederauer-Kopf erzählt, wie oft sie netflixt (10/2019)

Sky und Dazn bleiben offenbar Bundesliga-Rechteinhaber, Amazon geht leer aus.


Kein Spielerwechsel: Sky bleibt auch in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 wichtigster Rechteinhaber der Fußball-Bundesliga, berichtet die dpa. Demnach sichert sich der Pay-TV-Sender Live-Pakete für die kommende Rechte-Periode. Laut der "Bild am Sonntag" handelt es sich dabei um alle Einzelspiele am Samstag sowie die Konferenz. Ebenfalls Live-Spiele wird dpa und "Bild am Sonntag" zufolge der Streamingdienst Dazn zeigen, der seit dieser Spielzeit bereits die Freitags- und Montagsspiele überträgt, nachdem Eurosport die Rechte abgetreten hat. Künftig zeigt Dazn laut "Bild am Sonntag" insgesamt 106 Freitags- und Sonntagsspiele und damit so viele wie nie zuvor.

Amazon hat den Berichten zufolge kein Paket für Livebilder gekauft. Dem Internetkonzern war großes Interesse an Rechten nachgesagt worden. Seit dem Restart der Liga hatte Amazon einige Spiele nicht-exklusiv übertragen. Die "Sportschau" der ARD behält der "Welt am Sonntag" zufolge ihre Zusammenfassungs-Rechte, in der 2. Liga zeigt Sky alle Spiele mit Ausnahme des neuen Samstagsspiels. Öffentlich hat sich bislang keiner der Beteiligten geäußert. Die DFL will die neuen Rechteinhaber offiziell am Montag vorstellen.
n-tv.de, "Bild am Sonntag", S. 14 (Paid)

DFL vergibt am Montag Bundesliga-Rechte, Amazon hat gute Karten.

DFL verkündet am Montag, wer ab der Saison 2021/22 die Spiele der Bundesliga übertragen darf. Amazon dürfte zum Zuge kommen, sollte der US-Konzern "nur ein halbwegs konkurrenzfähiges Angebot" abgeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der DFL soll besonders gefallen, das Amazon Prime mit monatlich 7,99 Euro von vielen gar nicht als Bezahl­fernsehen wahrgenommen wird. Aus Branchen­kreisen hört Renner, Sky habe bereits einen Plan B und wolle seine Aktivitäten in Deutschland erheblich reduzieren, sollte der Pay-TV-Sender leer ausgehen. Sky dementiert das.
berliner-zeitung.de

Meinung: Amazon macht sich unersetzlich, bemüht sich aber nicht um Sympathie.

amazonAmazon bekommt in der Corona-Krise so viel Gegenwind wie nie zuvor, schreibt Ann-Kathrin Nezik in der "Zeit". Trotz steigender Nachfrage wolle der Konzern den Eindruck, von der Krise zu profitieren, aber unbedingt vermeiden. Die Strategie sei stattdessen, demütig zu wirken und die eigene Bedeutung herunterzuspielen. Ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung habe sich Amazon in vielen Bereichen unersetzlich gemacht, aber bisher nie darum bemüht, sympathisch zu wirken.
"Zeit" 26/2020, S. 19/20 (Paid)

Lese-Tipp: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Interview.

Lese-Tipp: Ann-Kathrin Nezik interviewt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zu ihrer Rolle als "größte Feindin des Silicon Valleys" und der laufenden Amazon-Untersuchung wegen Wettbewerbs-Verletzung. Vestager konstatiert, je größer ein Unternehmen sei, desto mehr Verantwortung trage es. Was Amazon nach der "ziemlich weit fortgeschrittenen" Untersuchung konkret droht, will sie noch nicht verraten.
zeit.de

Amazon verbietet Polizei, seine Gesichtserkennung zu nutzen.

Amazon kündigt ein einjähriges Moratorium an, währenddessen der Konzern es Polizei und Strafverfolgungsbehörden verbietet, die umstrittene Gesichtserkennungstechnologie Recognition zu nutzen. Damit folgt Amazon dem Beispiel von IBM, die ihre Technologie nicht mehr anbieten und weiterentwickeln will, weil sie potenzielle Menschenrechts- und Datenschutzverletzungen birgt und die KI rassistisch ist. Amazon will die Software aber weiter Bürgerrechtsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich z.B. für vermisste Kinder und die Bekämpfung des Menschenhandels einsetzen.
theverge.com, turi2.de (Background)

“Black Lives Matter”: Jeff Bezos veröffentlicht eine rassistische Hassmail.

Amazon: Jeff Bezos veröffentlicht auf Instagram eine rassistische Hassmail eines Kunden, die der Amazon-Chef erhalten hat. "Dave, Du bist die Art von Kunde, die ich gerne verliere", schreibt Bezos dazu. Der Amazon-Chef hatte zuvor seine Sympathie für die Protestbewegung "Black Lives Matter" öffentlich gemacht, worauf er auch eine Vielzahl an fremdenfeindlichen Nachrichten erhielt.
instagram.com