Amazon weist seine Mitarbeiter*innen an, TikTok zu deinstallieren und rudert dann zurück.


Tiktokt nicht ganz sauber: Amazon ruft am Freitag seine Mitarbeiter*innen in einer Rundmail dazu auf, die App von TikTok zu löschen und führt Sicherheitsrisiken als Grund an. Rund fünf Stunden später rudert der Konzern zurück und erklärt: Die E-Mail sei ein Fehler gewesen. Zuvor hieß es, Angestellte müssten die App von allen Geräten entfernen, von denen sie auf ihre Amazon-E-Mails zugreifen. Wer die App nicht noch am selben Tag entfernt, würde seinen mobilen Zugriff auf Dienstmails verlieren.

Erst vor Kurzen wurde bekannt, das TikTok unter iOS auf Informationen aus der Zwischenablage zugreift. US-Außenminister Mike Pompeo kündigte zu Wochenbeginn zudem an, dass die US-Regierung erwäge, die chinesische App in den USA zu sperren.
nytimes.com, adweek.com, theverge.com

Sophie Passmann und Matthias Kalle verkaufen Podcast zum Einmalpreis.

Gehört mir: Autorin Sophie Passmann und Journalist Matthias Kalle starten bei Audible heute den Popkultur-Podcast Jubel & Krawall. Dabei experimentieren sie mit einem neuen Geschäftsmodell: Wer kein Abo abschließen will, bekommt für einmalig 9,95 Euro alle bisherigen und künftigen Episoden auf Lebenszeit.
morgenpost.de, glamour.de, audible.de

Amazon bringt seinen Cloud-Dienst nach Russland.

Russisch Duett: Amazon dringt auf den Cloud-Markt in Russland und bringt seine Tochter Amazon Web Services mit Hilfe des russischen Unternehmens Mail.ru ins größte Land der Welt. Die Partner bietet Kund*innen künftig einen einheitlichen Zugang zu Cloud-Diensten an. Internationalen Unternehmen versprechen beide einen einfacheren und zugleich der lokalen Gesetzgebung entsprechenden Zugang zum russischen Markt. Andersherum sollen Firmen aus Russland leichter auf den Weltmarkt expandieren können.
handelsblatt.com

“SZ” und NDR: Alexa, Siri & Co zeichnen häufig ohne Aufforderung auf.


Große Ohren: Sprachassistenten in Smart Speakern oder Handys zeichnen Gespräche von Nutzer*innen oft auf, ohne absichtlich aktiviert zu werden, recherchieren das NDR-Format "STRG_F" und die "Süddeutsche Zeitung". Drei Ex-Mitarbeiter*innen von Firmen, die für Apple und Amazon Aufnahmen überprüft haben, berichten, sie hätten Gespräche von medizinischem Personal, Geschäftsbesprechungen und intime Privatsituationen mitgehört. Eine Forschergruppe der Uni Bochum und des Max-Planck-Instituts hat elf Smart Speaker untersucht: Modelle von Apple, Google, Amazon, Microsoft, der Telekom und den chinesischen Firmen Xiaomi, Tencent und Baidu. Sie haben die Lauschsprecher tagelang dauerbeschallt, etwa mit Nachrichtensendungen, Fernsehsendungen und Störgeräusche.

Sie schalteten sich in dieser Zeit Hunderte Male fälschlicherweise ein – und verarbeiteten Aufnahmen, die gar nicht existieren dürften. Besonders Geräte von Amazon starteten bei deutschsprachigen Systemen häufig ungewollte Aufnahmen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagt gegenüber "STRG_F" und "Süddeutscher Zeitung", man müsse vom Hersteller erwarten, "dass er die Verbraucher im datenschutzrechtlichen Sinne aufklärt und darauf hinweist, dass es eben ein entsprechendes Risiko der Privatsphäre ist". Caspar glaubt aber auch, dass die Speaker besser werden und aus Fehlern lernen.
tagesschau.de, projekte.sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Wie GAFAM in der Krise neue Märkte erobern wollen.

Lese-Tipp: Die US-Tech-Riesen sind die großen Profiteure der Corona-Krise, analysiert das "manager magazin". Autor Jonas Rest beschreibt, wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft "investieren, wenn andere kürzen" – eine Strategie, mit der GAFAM schon in der Finanzkrise 2008 zu Gewinnlern wurden. Amazon-Boss Jeff Bezos etwa steigt in den Markt für autonomes Fahren ein und lässt sich das Startup Zoox wohl mehr als 1 Mrd Dollar kosten. Zuvor war dem Unternehmen die Finanzierung weggebrochen. Die Konzentration des Online-Händlers auf Produkte des täglichen Bedarfs habe Bezos geschickt als Krisenhilfe verkauft, tatsächlich sei es ein "Schlag gegen Walmart" gewesen.

Google, Facebook und Microsoft profitieren vom Digitalisierungs-Schub durch Corona. Für ihre Cloud-Dienste konnten sie neue Kund*innen gewinnen – allen voran bei den Videokonferenz-Tools. Beliebte Features des neuen Konkurrenten Zoom wurden "in Windeseile kopiert", schreibt Rest. Wo die Werbeumsätze von Google und Facebook durch den Lockdown zeitweise eingebrochen sind, werden sie "auch am schnellsten wieder anziehen", zitiert Rest den Marketingprofessor Scott Galloway.
"manager magazin" 7/2020, S. 68-73 (Paid)

Jeff Bezos kündigt 2 Mrd Dollar schweren Klima-Fonds an.

Amazon will mit einem Klima-Fonds in Höhe von zwei Mrd Dollar Unternehmen und Startups, die nachhaltig wirtschaften, bei ihrem "Übergang zu einer CO2-emissionsfreien Wirtschaft" unterstützen. Der Climate Pledge Fund richtet sich weltweit an Firmen aus den Branchen Transport und Logistik, Energie, Fertigung, Lebensmittel und Landwirtschaft. Amazon hat sich verpflichtet, seine eigenen Emissionen bis 2040 auf Null zu reduzieren.
techcrunch.com

Zahl des Tages: Rund 36 % schauen Netflix und Co, sagt die AGF.

Zahl des Tages: Rund 36 % der Personen ab 14 in Deutschland streamen über kostenpflichtige Dienste wie Netflix oder Amazon Prime, zeigt eine AGF-Studie. Bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es noch rund 32 %. Unter den Top 5 der Bezahl-Anbieter sind außerdem Dazn, Sky Ticket und Disney Plus. Die Zahlen belegten, "dass sich der Markt für Video-Streaming weiterhin entwickelt“, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf.
horizont.net, agf.de (PM Studie)

Aus dem Archiv: Quoten-Expertin Kerstin Niederauer-Kopf erzählt, wie oft sie netflixt (10/2019)

Sky und Dazn bleiben offenbar Bundesliga-Rechteinhaber, Amazon geht leer aus.


Kein Spielerwechsel: Sky bleibt auch in den Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 wichtigster Rechteinhaber der Fußball-Bundesliga, berichtet die dpa. Demnach sichert sich der Pay-TV-Sender Live-Pakete für die kommende Rechte-Periode. Laut der "Bild am Sonntag" handelt es sich dabei um alle Einzelspiele am Samstag sowie die Konferenz. Ebenfalls Live-Spiele wird dpa und "Bild am Sonntag" zufolge der Streamingdienst Dazn zeigen, der seit dieser Spielzeit bereits die Freitags- und Montagsspiele überträgt, nachdem Eurosport die Rechte abgetreten hat. Künftig zeigt Dazn laut "Bild am Sonntag" insgesamt 106 Freitags- und Sonntagsspiele und damit so viele wie nie zuvor.

Amazon hat den Berichten zufolge kein Paket für Livebilder gekauft. Dem Internetkonzern war großes Interesse an Rechten nachgesagt worden. Seit dem Restart der Liga hatte Amazon einige Spiele nicht-exklusiv übertragen. Die "Sportschau" der ARD behält der "Welt am Sonntag" zufolge ihre Zusammenfassungs-Rechte, in der 2. Liga zeigt Sky alle Spiele mit Ausnahme des neuen Samstagsspiels. Öffentlich hat sich bislang keiner der Beteiligten geäußert. Die DFL will die neuen Rechteinhaber offiziell am Montag vorstellen.
n-tv.de, "Bild am Sonntag", S. 14 (Paid)

DFL vergibt am Montag Bundesliga-Rechte, Amazon hat gute Karten.

DFL verkündet am Montag, wer ab der Saison 2021/22 die Spiele der Bundesliga übertragen darf. Amazon dürfte zum Zuge kommen, sollte der US-Konzern "nur ein halbwegs konkurrenzfähiges Angebot" abgeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der DFL soll besonders gefallen, das Amazon Prime mit monatlich 7,99 Euro von vielen gar nicht als Bezahl­fernsehen wahrgenommen wird. Aus Branchen­kreisen hört Renner, Sky habe bereits einen Plan B und wolle seine Aktivitäten in Deutschland erheblich reduzieren, sollte der Pay-TV-Sender leer ausgehen. Sky dementiert das.
berliner-zeitung.de

Meinung: Amazon macht sich unersetzlich, bemüht sich aber nicht um Sympathie.

amazonAmazon bekommt in der Corona-Krise so viel Gegenwind wie nie zuvor, schreibt Ann-Kathrin Nezik in der "Zeit". Trotz steigender Nachfrage wolle der Konzern den Eindruck, von der Krise zu profitieren, aber unbedingt vermeiden. Die Strategie sei stattdessen, demütig zu wirken und die eigene Bedeutung herunterzuspielen. Ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung habe sich Amazon in vielen Bereichen unersetzlich gemacht, aber bisher nie darum bemüht, sympathisch zu wirken.
"Zeit" 26/2020, S. 19/20 (Paid)

Lese-Tipp: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Interview.

Lese-Tipp: Ann-Kathrin Nezik interviewt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zu ihrer Rolle als "größte Feindin des Silicon Valleys" und der laufenden Amazon-Untersuchung wegen Wettbewerbs-Verletzung. Vestager konstatiert, je größer ein Unternehmen sei, desto mehr Verantwortung trage es. Was Amazon nach der "ziemlich weit fortgeschrittenen" Untersuchung konkret droht, will sie noch nicht verraten.
zeit.de

Amazon verbietet Polizei, seine Gesichtserkennung zu nutzen.

Amazon kündigt ein einjähriges Moratorium an, währenddessen der Konzern es Polizei und Strafverfolgungsbehörden verbietet, die umstrittene Gesichtserkennungstechnologie Recognition zu nutzen. Damit folgt Amazon dem Beispiel von IBM, die ihre Technologie nicht mehr anbieten und weiterentwickeln will, weil sie potenzielle Menschenrechts- und Datenschutzverletzungen birgt und die KI rassistisch ist. Amazon will die Software aber weiter Bürgerrechtsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich z.B. für vermisste Kinder und die Bekämpfung des Menschenhandels einsetzen.
theverge.com, turi2.de (Background)

“Black Lives Matter”: Jeff Bezos veröffentlicht eine rassistische Hassmail.

Amazon: Jeff Bezos veröffentlicht auf Instagram eine rassistische Hassmail eines Kunden, die der Amazon-Chef erhalten hat. "Dave, Du bist die Art von Kunde, die ich gerne verliere", schreibt Bezos dazu. Der Amazon-Chef hatte zuvor seine Sympathie für die Protestbewegung "Black Lives Matter" öffentlich gemacht, worauf er auch eine Vielzahl an fremdenfeindlichen Nachrichten erhielt.
instagram.com


Amazon setzt künftig auf Slack.

Slack gewinnt in Amazon einen neuen Großkunden. Die rund 840.000 Amazon-Mitarbeiter*innen sollen künftig über Slack kommunizieren, gleichzeitig verpflichtet sich Slack, bevorzugt Amazons Cloud-Dienste zu nutzen. Als Partner positionieren sie sich damit auch gegen Microsoft, dass mit seinem Konkurrenzprodukt Teams auf Firmenkunden zielt. Bisher war IBM mit rund 350.000 Angestellten größter Slack-Nutzer.
theverge.com via wuv.de

Elon Musk fordert die Zerschlagung von Amazon.

Amazon soll zerschlagen werden, fordert Elon Musk bei Twitter. "Monopole sind falsch", schreibt er unter einen Tweet des Ex-"New York Times"-Reporters Alex Berenson. Dieser gilt als Kritiker der Covid-19-Maßnahmen und veröffentlichte ein umstrittenes Buch über "verheimlichte Wahrheiten". Amazon listet dieses nicht, was Musk scharf kritisiert.
handelsblatt.com, twitter.com

Amazon sichert sich die Rechte für elf weitere Bundesliga-Partien.


FC Amazon: Der Online-Riese Amazon sichert sich die Rechte für die Übertragung von elf weiteren Spielen der 1. Fußball-Bundesliga. Amazon überträgt weitere sieben Punktspiele sowie die vier Relegationsspiele. Prime-Mitglieder können die Spiele ohne Zusatzkosten sehen. Auch Dazn überträgt die Partien für seine Abonnenten.

Nach dem Ausstieg von Eurosport musste die DFL die Rechte für einige Spiele, die nicht im Sky-Paket enthalten sind, neu vergeben. Amazons spontanes Engagement Vorstoß darf als Bewerbung für die Vergabe der TV-Rechte ab der Saison 2021/22 gesehen werden. Amazons Kassen sind gut gefüllt, anders als Sky oder Dazn wäre Fußball für Amazon nicht das Hauptprodukt, der Online-Riese könnte die Bundesliga als Marketingmaßnahem im Rahmen einer Mischkalkulation verrechnen.
handelsblatt.com, presseportal.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Björn Czieslik

Schwarz-Gruppe will deutschen Unternehmen eigene Cloud-Lösung anbieten.


Achtung, Amazon: Die Schwarz-Gruppe, Mutter von Lidl und Kaufland, will ihre eigene Cloud-Lösung namens Stackit anderen, deutschen Unternehmen zugänglich machen. Denn die misstrauen US-Lösungen wie Amazon Web Services häufig, müssen aber dennoch mit der Digitalisierung Schritt halten und sind damit gute Kunden. Schwarz-Manager Walter Wolf sagt dem "Handelsblatt", die Akquise habe schon begonnen, bei Kunden aus Handel und "auch aus anderen Branchen".

Bei der Entwicklung der Plattform kooperiert der Konzern mit dem Energieversorger EnBW und Würth. Die Schwarz-Gruppe baut zurzeit einen neuen IT-Standort im baden-württembergischen Bad Friedrichshall auf und baut dabei sein Rechenzentrum deutlich aus. Bis 2025 sollen dort zunächst 3.500 Arbeitsplätze entstehen.
handelsblatt.com

Auch Amazon zeigt Montagsspiel der Bundesliga.

Amazon zeigt heute kurzfristig und überraschend das Montagsspiel der Fußball-Bundesliga. Prime-Mitglieder können die Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen ab 20.00 Uhr ohne Zusatzkosten anschauen. Mit Matthias Stach leistet sich Amazon einen eigenen Kommentator. Bereits gestern hatte Dazn angekündigt, das Spiel ebenfalls zu übertragen. Über weitere Montags- und Freitagsspiele herrscht noch keine Einigung.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background Dazn)

Zitat: Amazon ist nicht mehr Konkurrent Nummer 1, sagt Torsten Ahlers.

"Man sollte nicht immer nur auf Amazon schauen, de facto ist Alibaba schon viel weiter, das geben unter der Hand sogar Amazon-Mitarbeiter zu."

Otto-Group-Media-Chef Torsten Ahlers erklärt im "Horizont"-Interview, er wolle beim Marktplatz Otto Market einen "kooperativeren Weg" einschlagen als Amazon, Händller dürfen nicht als Keyword auf Konkurrenz-Marken bieten. Trotzdem machten Amazon und Alibaba "vieles richtig und setzen Maßstäbe".
"Horizont" 20/2020, S. 11 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (03/2017): Torsten Ahlers von Otto verbündet sich mit Ströer.

Onlinehändler nutzen in Krise KI für Smart Pricing.

Krise veranlasst Onlinehändler, mit Algorithmen Preisänderungen zu berechnen und so ihren Gewinn im Wucher-Modus zu optimieren, beobachtet Hendrik Munsberg. Keine neue Masche: Laut PwC-Studie änderten sich bei Amazon 2019 täglich 2,5 Mio Mal die Preise. KI kann Daten unter dem Radar des Verbraucherschutzes und u.a. Laptop-Modelle und Länder als Bonitäts-Merkmale auswerten.
sueddeutsche.de (Paid)

Amazon legt erneut Widerspruch gegen Cloud-Auftrag vom Pentagon an Microsoft ein.

Amazon stellt den Kontrollbericht um die Vergabe des Jedi-Auftrags der US-Regierung an Microsoft in Frage und fordert vom Verteidigungsministerium eine "objektive und unparteiische Überprüfung". Laut Jeff Bezos habe Microsoft den Auftrag unrechtmäßig erhalten, weil Trump Amazon nicht möge. Microsoft wirft dem Konzern indes vor, den Projektstart verzögern zu wollen.
t3n.de, businessinsider.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: DGB-Chef Reiner Hoffmann über digitalen Arbeitskampf und seine Kundenbeziehung zu Amazon.

Hör-Tipp: DGB-Chef Reiner Hoffmann outet sich im Podcast-Interview mit Miriam Meckel als Amazon-Kunde. Ein Boykott sorge zwar für Aufmerksamkeit, helfe aber nicht, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen zu verbessern, sagt Hoffmann. Er zieht zudem eine Bilanz des ersten Tages der Arbeit, der vor allem digital stattgefunden hat, und kündigt für 2021 wieder reale Demonstrationen an.
join-ada.podigee.io (30-Min-Podcast)


EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will erneut gegen Tech-Riesen vorgehen.

US-Tech-Giganten müssen sich erneut Untersuchungen ihrer Geschäftspraktiken stellen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagt dem "Focus", sie habe Untersuchungen gegen Google, Amazon und Facebook eingeleitet. Vestager: "Und wir werden es wieder tun, wieder und wieder und wieder." Gleichzeitig warnt die Politikerin, dass in der Corona-Krise in Not geratene europäische Firmen von Übernahmen aus China oder den USA bedroht seien.
focus.de

Mitarbeiter beschuldigen Amazon, Drittanbieter-Daten für Produktentwicklung zu nutzen.


Alles nur geklaut? Mehr als 20 Mitarbeiter von Amazon sagen im "Wall Street Journal", sie hätten Daten von Drittanbietern genutzt, um die Produktion von Eigenmarken-Produkten zu optimieren. Die Daten hätten geholfen, das Vermarktungspotential zu analysieren und die Preise festzulegen. Der Verdacht ist nicht neu, Amazon hat ihn bisher aber strikt bestritten, auch vor Gericht bei Kartellrechtsklagen. Das Unternehmen sagt, es habe eine interne Untersuchung zu den Behauptungen eingeleitet.

In der Vergangenheit hat Amazon derlei Vorwürfe auch zu entkräftigen versucht, indem das Unternehmen betonte, dass seine Eigenmarken nur 1 % der Verkäufe ausmachen. Ex-Führungskräfte haben dem "WSJ" allerdings gesagt, Amazon strebe bis 2022 einen Ausbau des Umsatzes mit den Marken auf 10 % an.
wsj.com (Paid) via businessinsider.com

Google macht Shopping-Sparte für Verkäufer*innen kostenlos.

Google verzichtet künftig auf die Gebühren in seiner Shopping-Sparte. In den USA soll die Änderung ab Ende April gelten, global im Laufe des Jahres. Der Konzern stellt den Schritt als Reaktion auf die Corona-Krise dar, in der immer mehr Menschen online einkaufen. Gleichzeitig ist er ein Angriff auf die großen E-Commerce-Rivalen Amazon und Ebay.
bloomberg.com, blog.google.com

Bericht: Amazon will Prime Day auf unbestimmte Zeit vertagen.

Amazon will seinen Umsatz-Feiertag Prime Day im Sommer verschieben und Werbeaktionen zum Muttertag streichen, schreibt das "Wall Street Journal". Hinter­grund ist vermutlich weniger der Gesund­heits­schutz des Personals als die Angst vor Image-Schäden. Wegen Corona kommen Bestellungen teils verspätet an.
wsj.com (Paid), mashable.com, turi2.de (Background)

Amazon macht seine Lager in Frankreich vorübergehend dicht.

amazon 150Amazon schließt seine sechs Vertriebszentren in Frankreich bis mindestens Montag. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das dem Versandhändler verbietet, in der Corona-Krise etwas anderes als Lebensmittel und Hygiene- bzw. Gesundheits­produkte zu verschicken. Demnach hat Amazon zu wenig für den Infektions­schutz seines Personals getan. Der Konzern will das Urteil anfechten.
futurezone.at, uk.reuters.com, turi2.de (Background)

Französisches Gericht verbietet Amazon nicht-lebensnotwendige Bestellungen.

Amazon darf in Frankreich wegen der Corona-Pandemie nur noch Bestellungen für Lebensmittel, Hygiene- und Gesundheitsprodukte annehmen, ordnet ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre an. Bei Verstoß drohen 1 Mio Euro Strafe pro Tag. In einem geleakten Meeting hatten Amazon-Manager eingeräumt, zu wenig zum Schutz des Lagerpersonals zu tun.
techcrunch.com

Amazon zeigt SXSW-Filme als virtuelles Festival online.

Amazon Prime Video bringt das Filmprogramm des abgesagten Kultur- und Digital-Festivals South by Southwest online. Das virtuelle Festival soll Ende April zehn Tage lang stattfinden, teilnehmende Filmemacher*innen bekommen ein Honorar. In den USA zeigt Amazon die Filme frei zugänglich, eine Prime-Mitgliedschaft ist nicht notwendig, nur ein Amazon-Account.
hollywoodreporter.com, sxsw.com, turi2.de (Background)

Zunächst in den USA: Amazon schränkt Lieferungen für nicht lebensnotwendige Artikel ein.

Amazon macht Platz in seinen Lager-Regalen für lebensnotwendige Produkte wie Klopapier, Wasser und Desinfektionsmittel. Die Lieferung von Marketplace-Artikeln kann sich dadurch verzögern, teilt der Konzern mit. Die Regelung gilt vorerst nur in den USA, für Europa seien aber ähnliche Maßnahmen geplant, zitiert wuv.de "Mediengerüchte".
wuv.de

Meinung: Amazon ist der Kerngewinner der Corona-Ladenschließungen.

Amazon ist der Gewinner der Ladenschließungen aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen, prophezeit Jörg Funder, Direktor des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement, in der "Wirtschaftswoche". Im stationären Handel könnten u.a. Tankstellen durch Sortimentsumstellungen "fernab von Lebensmitteln" profitieren, sagt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung.
wiwo.de

Studie: Booking.com und Co manipulieren Nutzer mit fragwürdigen Tricks.

Nur noch ein Zimmer verfügbar: Plattformen wie Booking.com, Amazon und Co betreiben unethisches, manchmal illegales Marketing, um Nutzer zum Konsum zu treiben. Christoph Bogenstahl, Autor einer Technikfolgen-Studie für den Bundestag, sieht "politischen Handlungsbedarf". Tricks wie künstliche Verknappung, Irreführung und missverständliche, optische Gewichtung gehörten verboten.
spiegel.de (Paid)

Zitat: Amazons Buch-Boss David Naggar empfiehlt längere Texte.

"Menschen, die einer Geschichte mit allen Höhen und Tiefen über Hunderte von Seiten folgen können, denken einfach anders.

David Naggar, Chef der Buchsparte bei Amazon, sagt im "Focus"-Interview, dass heute so viel gelesen werde, wie nie zuvor. Für das Verständnis von politischen Debatten oder die Bereitschaft zu langfristigen Beziehungen sei es aber nötig, auch Bücher zu lesen.
"Focus" 11/2020, S. 96 (Paid)

Meinung: CCPA spielt Amazon und Facebook in die Hände.

Facebook-LogoFacebook und Amazon profitieren vom neuen, mit der DSGVO verwandten, kalifornischen Datenschutzgesetz, sagt Aaron Levie, Chef des Softwareunternehmens Box, im Spiegel.de-Interview. Denn es sei mit Blick auf große Konzerne entwickelt worden, die "bei der Datenverarbeitung über enorme Kompetenz und unbeschränkte Mittel verfügen". Für kleinere Unternehmen sei der Aufwand wesentlich höher und teurer, wodurch ihre Wettbewerbsfähigkeit leide.
spiegel.de (Paid)