Lese-Tipp: “NYT” über Clearview, eine dystopische Gesichtserkennungs-App.

Lese-Tipp: Die Gesichtserkennungs-App Clearview könnte die Privatsphäre, wie wir sie kennen, auf dystopische Art beenden, schreibt Kashmir Hill. Nutzer fotografieren eine Person, die App spuckt öffentliche Fotos von ihr aus, zusammen mit Links zu den Plattformen, wo sie veröffentlicht wurden. Die KI dahinter zapft dafür u.a. Facebook, YouTube, Venmo und Mio andere Websites an und gehe weit über alles hinaus, was jemals von einer Regierung oder im Silicon Valley entwickelt wurde. Laut Clearview haben 2019 mehr als 600 Strafverfolgungsbehörden die App verwendet, das Unternehmen hat sie auch an Sicherheitsfirmen lizenziert – ob das legal ist, dürfe stark angezweifelt werden.
nytimes.com

Huawei kooperiert künftig mit dem Kartendienst von Tomtom.


Ziel erreicht: Huawei nutzt in Apps künftig Kartenmaterial des niederländischen Navigationssystemanbieters Tomtom als Alternative zu Google Maps. Damit umgeht Huawei Trumps schwarze Liste, wonach US-Konzerne nicht direkt mit chinesischen Firmen zusammenarbeiten dürfen. Zu Details wie Preis, Umfang oder Laufzeit des Deals schweigt Tomtom.

Die Kooperation sei bereits "vor einiger Zeit" geschlossen worden, wurde jedoch "im Interesse beider Partner" geheim gehalten, meldet Reuters. Huawei könnte mit den Karten, Verkehrsinformationen und der Navigationssoftware von Tomtom künftig Apps für die eigenen Smartphones entwickeln.
faz.net, reuters.com

Instagram testet Direct Messages über den Browser.

Instagram bringt seine Direktnachrichten in den Webbrowser. Bisher konnten Nutzer nur über die App Nachrichten verschicken und empfangen. Zunächst bekommt eine "kleine Prozentzahl" der weltweiten Nutzer Zugriff auf die neue Funktion, die sich u.a. an Firmen und Influencer richtet, die sehr viele Direktnachrichten erhalten.
theverge.com, techcrunch.com, cnet.com

Smartphone-Streamingdienst Quibi zeigt Videos aus zwei Perspektiven.

Quibi, künftiger Smartphone-Streamingdienst, zeigt auf der CES erstmals die Funktion Turnstyle. Dabei sehen Nutzer verschiedene Perspektiven des gleichen Videos, je nachdem, ob sie ihr Smartphone hochkant oder quer halten. Der Wechsel erfolgt nahtlos, Produzenten müssen zwei Versionen erstellen. Quibi startet in den USA am 6. April mit 175 Exklusiv-Formaten und kostet monatlich 5 Dollar mit und 8 Dollar ohne Werbung.
theverge.com, techcrunch.com, mashable.com, turi2.de (Background)

Facebook bezahlt Nutzer für Teilnahme an Marktforschung.

Facebook startet die Marktforschungs-App Viewpoints, die Nutzer für die Teilnahme an Umfragen bezahlt. US-Nutzer können bis zu 600 Dollar im Jahr machen, weitere Länder sollen 2020 folgen. Facebook hat offenbar aus dem Skandal um Cambridge Analityca gelernt und setzt auf Transparenz: Bei jeder Befragung erfahren die Nutzer, welche Daten Facebook sammelt und wofür es diese nutzt.
mashable.com, businessinsider.com

Vice schaut hinter die Kulissen gekaufter Likes und Follower in sozialen Netzwerken.

Soziale Netzwerke: Kommentare und Likes sind "millionenfach verteilter digitaler Applaus", Betrug damit entstehe in einer Art "Applausfabrik", analysieren Sebastian Meineck und Theresa Locker. Mit der manipulierten Reichweite würden Influencer teilweise versuchen, sich "Werbedeals zu ergaunern". Hinter dem Handel mit Reichweite stecke "die automatisierte und massenhafte Beeinflussung der größten Plattformen der Welt".
vice.com

Zitat: Das digitale Kundenerlebnis ist schlimm, aber nicht hoffnungslos.

"Wenn man sich als normaler Nutzer den Großteil der digitalen Lösungen von deutschen Behörden und Mittelständlern anschaut, hat man das Gefühl, dass wir sehr weit hinterherhinken."

Hester Hilbrecht, Spezialistin für Nutzeroberflächen im Digitalhandel, sieht Deutschland durch Skandinavien, Japan oder Südkorea klar deklassiert, aber im globalen Vergleich "wahrscheinlich trotzdem im oberen Mittelfeld".
wuv.de

KI-Expertin Anastassia Lauterbach vertraut dem Rat von Dr. App.


Dr. App empfiehlt: Künstliche Intelligenz wird uns künftig dabei helfen, gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden. Anastassia Lauterbach, Vordenkerin in Sachen KI, sieht im Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des International Health Forums beim Wort & Bild Verlag in Baierbrunn virtuelle Assistenten als Schlüssel zur individuellen Gesundheits­vorsorge. "Medizin wird teurer und teurer, da müssen wir mehr Verantwortung in unsere eigenen Hände nehmen", sagt sie. Mittels Daten aus Sensoren könnten die Assistenten ganz individuelle Ratschläge zu Ernährung, Bewegung oder Medikamenten geben. Einen Arzt würden die Health-Apps nicht ersetzen, wohl aber den einen oder anderen Arztbesuch: "Vielleicht werden Sie bestimmte Krankheitsbilder wie eine Migräne oder auch eine Grippe über so einen Assistenten schon mal vorbehandeln lassen", sagt Lauterbach.

Etwas neidisch schaut sie nach China, das Vorreiter in Sachen KI werden will. Während hierzulande noch über Strategien zur Digitalisierung gestritten werde, mache China Maschinelles Lernen zum Pflichtfach ab der sechsten Klasse. Grundkenntnisse davon würden künftig in fast allen Branchen gebracht, prognostiziert Lauterbach und konstatiert für Deutschland: "Da haben wir einen riesen Nachholbedarf."
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

CNBC: Verlage sind enttäuscht von Apple News+.

Apple News+ löst nach sechs Monaten Laufzeit keine Jubelstürme bei Verlagen aus, berichtet CNBC. Über die Plattform erwirtschafte ein Medium monatlich zwischen 20.000 und 30.000 Dollar, zitiert CNBC einen Publisher. Die anfänglichen Prognosen seien bedeutend höher gewesen. Jedoch erschließe der Flatrate-Dienst eine neue Zielgruppe, die jünger und weiblicher ist.
cnbc.com via wuv.de

China lässt nun auch Langnasen mobil bezahlen.

Alipay, Chinas Digital-Brieftaschen-Primus, startet eine Bezahlfunktion für ausländische Touristen. Es ist die erste Öffnung des chinesischen Mobile-Payment-Marktes für Ausländer ohne chinesisches Konto und ohne chinesische Mobilfunknummer. Das Prepaid-Produkt namens Tour Pass erlaubt für 90 Tage, in China so modern zu bezahlen wie ein Einheimischer. China hatte 2018 rund 30 Mio ausländische Besucher.
scmp.com

TikTok will Drittanbieter enger an sich binden, startet Smartphone-Verkauf.

TikTok will seinen Einfluss auf Drittanbieter ausbauen und kündigt ein neues Entwickler-Programm an, mit denen sie z.B. Inhalte bearbeiten und direkt in TikTok teilen können. Zum Start ist u.a. Adobe mit seiner mobilen Videobearbeitungs-App dabei. In China ist außerdem gerade das TikTok-Smartphone Jianguo Pro 3 auf den Markt gekommen. Mutterkonzern ByteDance hat es unter der Marke Smartisan entwickelt, es kostet rund 412 US-Dollar.
techcrunch.com (Drittanbieter), theverge.com (Smartphone)

Mobility-Inside-App verknüpft Reisen über Verkehrsverbünde hinweg.

Mobilitäts-App Mobilty Inside geht in die Testphase. Die App will bundesweit Fern- und Nahverkehr verknüpfen und auch Sharing-Dienste für Autos, Fahrräder und E-Scooter integrieren. Die Idee: Ein Ticket für die komplette Reise, auch über Verkehrsverbünde hinweg. Federführend sind die Münchner Verkehrsgesellschaft und der Rhein-Main-Verkehrsverbund, auch die Deutsche Bahn ist dabei.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: “c’t” legt Forderungskatalog für Gesundheits-Apps vor.

Klick-Tipp: Die Computerzeitschrift "c’t" aus dem Heise-Verlag hat nach Recherchen zum Datenschutz bei Gesundheits-Apps einen Forderungskatalog für die Regulierung vorgelegt. App-Entwickler wie auch Gesundheitsminister Spahn hatten zuvor für verbindliche Normen gefordert. Zu den Punkten gehört u.a., die Zustimmung zur Datenweitergabe per Opt-In, vollständig dokumentierte Schnittstellen und ein Verbot für Werbe-IDs und Tracker in den Apps.
heise.de

Discovery und Amazon starten Koch-Video-App.

Discovery startet in den USA Ende Oktober zusammen mit Amazon die Koch-Video-App Food Network Kitchen. Für 6,99 Dollar im Monat bekommen die Zuschauer bis zu 25 Live-Kochkurse pro Woche und mehr als 800 auf Abruf, dazu 3.000 Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Die Zutaten liefert Amazon auf Wunsch ins Haus. Innerhalb eines Jahres soll die App in weitere Länder expandieren.
theverge.com, bloomberg.com

Deezer trommelt für nutzerbasiertes Tantiemenmodell.

Deezer, Musikstreaming-Anbieter aus Frankreich, will sich als künstlerfreundliche Alternative profilieren. Dafür trommelt Deezer für eine nutzerbezogene Abrechnung der Künstlertantiemen – statt wie bisher nach Streams. Das sei gerechter, denn bisher sorgten Vielstreamer teils dafür, dass Künstler mehr Geld überwiesen bekommen, als der Kunde an Abogebühren bezahlt hat. Der Anteil für Deezer soll sich mit dem neuen Modell nicht ändern. Nutzer sollen auch sehen können, wie ihr Abogeld anteilig an die Künstler verteilt wird.
heise.de, deezer.com

Springer bringt Upday-Konzept aufs iPhone und Nicht-Samsung-Androiden.


Earli Bird Elephant: Springer schenkt seiner Samsung-News-App Upday mit Earli ein Geschwisterchen fürs iPhone und Android-Geräte anderer Hersteller. Den Anfang macht die Podcast-App EarliAudio, die dem Nutzer auf Basis individueller Interessen für ihn relevante Podcast-Episoden vorschlägt. Mit EarliNews soll im 4. Quartal 2019 ein iOS- und Android-Pendant zur Upday-Newsapp folgen. Die App kommt in insgesamt 12 Sprachen für 16 europäische Länder.

CEO Peter Würtenberger sagt im Interview mit "Horizont", dass Earli News weitestgehend Upday entspreche, aber anders auftreten soll: "Earli News hat ein eigenes Branding und ein eigenes Look and Feel, greift aber auf die Funktionalitäten, die Redaktion und die Technologie von Upday zurück." Die Marke Upday soll exklusiv für Samsung erhalten bleiben, das an Upday beteiligt ist. Insgesamt will Würtenberger mit den neuen Ablegern die Reichweite innerhalb der nächsten beiden Jahre von 25 auf 50 Mio monatliche Nutzer verdoppeln.
axelspringer.com, "Horizont" 36/2019, S. 14 (Paid)

Google klärt Streit mit Tegernseer Bräustüberl außergerichtlich.

Google und das Bräustüberl Tegernsee einigen sich im Streit um den Stoßzeiten-Chart außergerichtlich: Google habe formal Unterlassung erklärt, nachdem das Unternehmen die Funktion für das Restaurant bereits abgeschaltet hatte. Damit fällt der für heute geplante Gerichtstermin in München weg. Googles Algorithmus schätzt auf Basis von Smartphone-Standortdaten, wie stark der Andrang zu einer bestimmten Zeit u.a. in Restaurants ist.
spiegel.de

Metro testet App, die Haltbarkeitsdatum genau berechnet.

Metro testet eine App namens FreshIndex, die im konzerneigenen Gründungswettbewerb entstanden ist und das Mindesthaltbarkeitsdatum durch genauere Daten ablösen soll. Kunden scannen ein Produkt – im Testlauf: Schweinefleisch –, der Algorithmus berechnet ein dynamisches Haltbarkeitsdatum, das Faktoren wie Kühlung auf dem Transport, Temperatur im heimischen Kühlschrank und Co einbezieht. In Deutschland wandern jährlich mehr als vier Mio Tonnen Lebensmittel im Müll.
handelsblatt.com

Instagram-Nutzer können Fake News melden.


Fight gegen Fake: Auch Instagram steigt gegen Fake News in den Ring und lässt diese von seinen Nutzern nun melden. Das Foto-Netzwerk will die Reichweite von Beiträgen mit Falschinformationen einschränken, indem sie nach der Prüfung nicht mehr bei den angegebenen Hashtags und auf der Explore-Seite angezeigt werden. Damit bleiben die Beiträge zwar für die Follower und in deren Streams sichtbar, jedoch wird es Nicht-Followern erschwert, zufällig auf die falschen Inhalte zu stoßen.

Die Facebook-Tochter prüft die gemeldeten Inhalte jedoch nicht selbst, diese werden an Fact-Checker von Drittanbietern weitergeleitet. Die Funktion soll bis zum Ende des Monats schrittweise ausgerollt werden und dann allen Instagram-Nutzern zur Verfügung stehen.
mashable.com, persoenlich.com

Coachhub aus Berlin sammelt 6 Mio Euro von Investoren ein.

Smells like Team-Spirit: Coachhub, Coaching-Startup aus Berlin, bekommt 6 Mio Euro von Investoren, u.a. Holtzbrinck Ventures, Partech und Speedinvest. Die Brüder Matti und Yannis Niebelschütz, die bereits MyParfum gegründet haben, wollen die Internationalisierung ausbauen. Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen wie Generali können über die App mit geprüften Coaches sprechen, der Algorithmus schlägt jeweils drei passende vor.
handelsblatt.com

Wish sperrt Kundenkonten, wenn Nutzer Produkte zurückschicken.


Verwünscht: Wish, Shopping-App mit hohem Anteil an Fernost-Ramsch, sperrt offenbar vermehrt Konten deutscher Nutzer, die Produkte zurückschicken, berichtet das Portal Marktwächter der Verbraucherzentralen. Sie können so ihre Käuferrechte nicht mehr geltend machen und auch den Kundenservice nicht mehr kontaktieren. Der Onlinemarktplatz begründet den Schritt mit "übermäßig vielen Rückerstattungen" – obwohl manche der betroffenen Nutzer bisher nur eine Bestellung retourniert hätten. Wish schlägt als Lösung vor, betroffene Nutzer sollen weiter bestellen, um den "guten Ruf" ihres Kundenkontos wiederherzustellen. Die App wirbt mit extrem niedrigen Preisen, tritt selbst aber nur als Vermittler auf. Die Händler kommen überwiegend aus China, die Produkte sind oft von minderwertiger Qualität, die Beschreibungen wecken falsche Erwartungen oder die Bestellungen gehen verloren.
marktwaechter.de via t3n.de