Deezer trommelt für nutzerbasiertes Tantiemenmodell.

Deezer, Musikstreaming-Anbieter aus Frankreich, will sich als künstlerfreundliche Alternative profilieren. Dafür trommelt Deezer für eine nutzerbezogene Abrechnung der Künstlertantiemen – statt wie bisher nach Streams. Das sei gerechter, denn bisher sorgten Vielstreamer teils dafür, dass Künstler mehr Geld überwiesen bekommen, als der Kunde an Abogebühren bezahlt hat. Der Anteil für Deezer soll sich mit dem neuen Modell nicht ändern. Nutzer sollen auch sehen können, wie ihr Abogeld anteilig an die Künstler verteilt wird.
heise.de, deezer.com

Springer bringt Upday-Konzept aufs iPhone und Nicht-Samsung-Androiden.


Earli Bird Elephant: Springer schenkt seiner Samsung-News-App Upday mit Earli ein Geschwisterchen fürs iPhone und Android-Geräte anderer Hersteller. Den Anfang macht die Podcast-App EarliAudio, die dem Nutzer auf Basis individueller Interessen für ihn relevante Podcast-Episoden vorschlägt. Mit EarliNews soll im 4. Quartal 2019 ein iOS- und Android-Pendant zur Upday-Newsapp folgen. Die App kommt in insgesamt 12 Sprachen für 16 europäische Länder.

CEO Peter Würtenberger sagt im Interview mit "Horizont", dass Earli News weitestgehend Upday entspreche, aber anders auftreten soll: "Earli News hat ein eigenes Branding und ein eigenes Look and Feel, greift aber auf die Funktionalitäten, die Redaktion und die Technologie von Upday zurück." Die Marke Upday soll exklusiv für Samsung erhalten bleiben, das an Upday beteiligt ist. Insgesamt will Würtenberger mit den neuen Ablegern die Reichweite innerhalb der nächsten beiden Jahre von 25 auf 50 Mio monatliche Nutzer verdoppeln.
axelspringer.com, "Horizont" 36/2019, S. 14 (Paid)

Google klärt Streit mit Tegernseer Bräustüberl außergerichtlich.

Google und das Bräustüberl Tegernsee einigen sich im Streit um den Stoßzeiten-Chart außergerichtlich: Google habe formal Unterlassung erklärt, nachdem das Unternehmen die Funktion für das Restaurant bereits abgeschaltet hatte. Damit fällt der für heute geplante Gerichtstermin in München weg. Googles Algorithmus schätzt auf Basis von Smartphone-Standortdaten, wie stark der Andrang zu einer bestimmten Zeit u.a. in Restaurants ist.
spiegel.de

Metro testet App, die Haltbarkeitsdatum genau berechnet.

Metro testet eine App namens FreshIndex, die im konzerneigenen Gründungswettbewerb entstanden ist und das Mindesthaltbarkeitsdatum durch genauere Daten ablösen soll. Kunden scannen ein Produkt – im Testlauf: Schweinefleisch –, der Algorithmus berechnet ein dynamisches Haltbarkeitsdatum, das Faktoren wie Kühlung auf dem Transport, Temperatur im heimischen Kühlschrank und Co einbezieht. In Deutschland wandern jährlich mehr als vier Mio Tonnen Lebensmittel im Müll.
handelsblatt.com

Instagram-Nutzer können Fake News melden.


Fight gegen Fake: Auch Instagram steigt gegen Fake News in den Ring und lässt diese von seinen Nutzern nun melden. Das Foto-Netzwerk will die Reichweite von Beiträgen mit Falschinformationen einschränken, indem sie nach der Prüfung nicht mehr bei den angegebenen Hashtags und auf der Explore-Seite angezeigt werden. Damit bleiben die Beiträge zwar für die Follower und in deren Streams sichtbar, jedoch wird es Nicht-Followern erschwert, zufällig auf die falschen Inhalte zu stoßen.

Die Facebook-Tochter prüft die gemeldeten Inhalte jedoch nicht selbst, diese werden an Fact-Checker von Drittanbietern weitergeleitet. Die Funktion soll bis zum Ende des Monats schrittweise ausgerollt werden und dann allen Instagram-Nutzern zur Verfügung stehen.
mashable.com, persoenlich.com

Coachhub aus Berlin sammelt 6 Mio Euro von Investoren ein.

Smells like Team-Spirit: Coachhub, Coaching-Startup aus Berlin, bekommt 6 Mio Euro von Investoren, u.a. Holtzbrinck Ventures, Partech und Speedinvest. Die Brüder Matti und Yannis Niebelschütz, die bereits MyParfum gegründet haben, wollen die Internationalisierung ausbauen. Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen wie Generali können über die App mit geprüften Coaches sprechen, der Algorithmus schlägt jeweils drei passende vor.
handelsblatt.com

Wish sperrt Kundenkonten, wenn Nutzer Produkte zurückschicken.


Verwünscht: Wish, Shopping-App mit hohem Anteil an Fernost-Ramsch, sperrt offenbar vermehrt Konten deutscher Nutzer, die Produkte zurückschicken, berichtet das Portal Marktwächter der Verbraucherzentralen. Sie können so ihre Käuferrechte nicht mehr geltend machen und auch den Kundenservice nicht mehr kontaktieren. Der Onlinemarktplatz begründet den Schritt mit "übermäßig vielen Rückerstattungen" – obwohl manche der betroffenen Nutzer bisher nur eine Bestellung retourniert hätten. Wish schlägt als Lösung vor, betroffene Nutzer sollen weiter bestellen, um den "guten Ruf" ihres Kundenkontos wiederherzustellen. Die App wirbt mit extrem niedrigen Preisen, tritt selbst aber nur als Vermittler auf. Die Händler kommen überwiegend aus China, die Produkte sind oft von minderwertiger Qualität, die Beschreibungen wecken falsche Erwartungen oder die Bestellungen gehen verloren.
marktwaechter.de via t3n.de

“Spiegel”: Die App Coin Master soll die neue Zocker-Generation züchten.

Coin Master: Die vermeintlich harmlose Daddel-App wird in der Glücksspielbranche als neue Einstiegsdroge gefeiert, berichtet Anton Rainer. Nutzer können zwischen zwischen 1,09 und 119,99 Euro in virtuelle Münzen investieren. Betreiber Moon Active spricht gezielt junge Nutzer an über Influencer wie Bianca "Bibi" Heinicke, Dieter Bohlen und Pietro Lombardi. Hinter der Firma stehen frühere Manager aus dem Sportwetten- und Zocker-Bereich. Die Medienanstalt NRW prüft die App.
"Spiegel" 33/2019, S. 69 (Paid)

Lese-Tipp: Emojis bilden aber eine “in Watte gepackte Realität” ab, schreibt Elisabeth Gamperl.

Lese-Tipp: Emojis sind das Verständigungstool der globalen Smartphone-Gesellschaft, schreibt Elisabeth Gamperl in der "Süddeutschen". Die inzwischen 3.000 Bildzeichen liefern die emotionale Tonspur zur getippten Information. Am Ende sei die Emoji-Welt jedoch eine "in Watte gepackte Realität", in der sich alle zu Hause fühlen, achtsam, divers und weltoffen seien.
"Süddeutsche Zeitung am Wochenende", S. 11 - 13 (Paid)

TikTok-Mutter ByteDance bestätigt Smartphone-Pläne.


Telefon-Joker: TikTok-Mutter ByteDance kooperiert mit dem Gerätehersteller Smartisan Technology und bringt ein Smartphone auf den Markt. Smartisan habe schon vor der Zusammenarbeit entsprechende Pläne vorangetrieben, die Entwicklung läuft seit sieben Monaten. Das Smartphone soll auf die Ansprüche der Zielgruppe abgestimmt sein – was das konkret heißt, ist noch nicht klar, gute Video-Funktionen dürfen aber als gesetzt gelten.

ByteDance hat sich durch den Erfolg von TikTok – trotz Kritik wegen Datenmissbrauchs und unzulänglichem Jugendschutz – und der chinesischen Schwester-App Douyin in die Liga der Tech-Konzerne Baidu und Tencent Holdings vorgearbeitet. Seit einiger Zeit investiert ByteDance auch außerhalb der Social-Media-Branche, u.a. in AI.
reuters.com, turi2.de (Background)

Springers Upday ist profitabel und will “andere Plattformen” bespielen.

Upday, Springers News-App für Samsung-Geräte, ist nach eigenen Angaben nun profitabel, schreibt Lucinda Southern bei Digiday. 25 Mio monatliche aktive Nutzer sehen insgesamt Nachrichten von 4.000 Publishern. Bis Ende 2019 will Upday ein nicht näher beschriebenes "News-Produkt" für "andere Plattformen" präsentieren – und einen Podcast-Aggregator.
digiday.com

Bloomberg: Apple will mit Eigenproduktionen ein Stück vom Podcast-Kuchen.


Apfel auf die Ohren: Apple will auf den Podcast-Zug aufspringen und eigene Exklusiv-Inhalte produzieren, berichtet Bloomberg. Der Tech-Konzern verhandle bereits mit diversen Medienunternehmen, um bereits erfolgreiche Formate zu übernehmen und exklusiv für Apples Podcast-App zu produzieren.

Mit diesem Schritt würde Apple einen völlig neuen Weg in seiner Podcast-Philosophie einschlagen. Bislang nimmt Apple nur eine Moderatoren-Rolle ein und hat mit Podcasts kein Geld verdient. Nutzer konnten bislang den RSS-Feed ihres Podcasts einfach in die App laden und das Audio-Format darüber verbreiten.
bloomberg.com, theverge.com

Britische Behörden untersuchen TikTok wegen mutmaßlich mangelnden Schutz von Minderjährigen.

TikTok gerät in das Visier britischer Datenschützer, die der chinesischem App vorwerfen, nicht genug zum Schutz von Minderjährigen zu unternehmen. Unter anderem kritisieren sie, dass jeder Erwachsene sie kontaktieren könne. Die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham hat das Parlament informiert, dass ihre Behörde bereits seit Februar Informationen sammelt, nachdem auch US-Behörden eine entsprechende Untersuchung begonnen haben.
theguardian.com

Netflix testet Stories-Format in seiner App.

Netflix springt auf den Stories-Zug auf und testet das allseits beliebte Klon-Format. Unter dem App-Punkt "Extras" können Nutzer Fotos und Videos von Netflix-Sendungen im Hochformat sehen. Die Extras beinhalten sowohl Empfehlungen, als auch Reminder an Serien, die der Nutzer gerade schaut. Über einen Share-Button können die Inhalte auch über andere Apps geteilt werden.
techcrunch.com

Apple lässt Apps zur Smartphone-Überwachung von Kindern wieder zu.


Kinderüberwachung: Apple lässt Apps im Store wieder zu, mit denen Eltern die Handynutzung ihrer Kinder überwachen können. Mindestens elf der 17 beliebtesten Apps hatte Apple aus dem App Store entfernt. Nun stehen die Anwendungen zur Kindersicherung wieder zum Download bereit, die Betreiber müssen sich jedoch verpflichten, keine sensible Daten an Dritte weiterzugeben. Die US-Kartellbehörden haben am Montag angekündigt, Apple und anderen Techkonzernen künftig genau auf die Finger zu schauen.

Offiziell hatte Apple die Apps wegen Sicherheitsbedenken gelöscht – die betroffenen Entwickler hatten jedoch einen eher eigennützigen Seitenhieb vermutet, da Apple eine eigene Überwachungssoftware entwickelt hat. Die zuvor geblockten Apps dürfen nun wieder mit den Systemfunktionen MDM und VPN arbeiten. Deren Nutzung hatte Apple als Grund für die Sperre angegeben.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Zitat: Dara Khosrowshahi will mit Uber auch in ländliche Regionen vordringen.

"Wir werden die Erträge, die wir in den Städten erwirtschaften, zum Ausbau des Angebots in den ländlichen Regionen einsetzen."

Uber-Chef Dara Khosrowshahi will auch die Menschen auf dem Land von A nach B bringen. Diese fühlten sich von "den Errungenschaften des digitalen Zeitalters" ausgegrenzt, weshalb Populisten auf dem Land mehr Zuspruch erhielten, sagt er im "Handelsblatt"-Interview.
handelsblatt.com (Paid)

Alphabet sperrt Huawei von Android-Updates und Google-Apps aus.


Appgeschossen: Google-Mutter Alphabet entzieht dem chinesischen Tech-Konzern Huawei die Android-Lizenz, berichten "Reuters" und "The Verge". Damit kommen Nutzer von Huawei-Smartphones künftig nicht mehr an offizielle Google-Updates. Künftige Android-Smartphones von Huawei, wenn es welche geben sollte, würden u.a. die YouTube- und Gmail-Apps fehlen. Huawei könnte durchaus die Open-Source-Variante von Android benutzen. Im Heimatmarkt China sind einige der wichtigsten Google-Apps ohnehin gesperrt bzw. kaum nachgefragt. Aber auch in westlichen Ländern sind die Huawei-Smartphones beliebt, u.a. als günstige Alternative zu Samsung-Geräten.

Zuvor hat das US-Handelsministerium Huawei am Freitag auf eine Sperrliste gesetzt. Die Chiphersteller Intel, Qualcomm, Xilinx und Broadcom beliefern Huawei "bis auf weiteres" nicht mehr. Ähnlich wie Samsung setzt Huawei stark auf selbst hergestellte Chips, ist aber laut Bloomberg für Serverchips auf Intel angewiesen, für viele Modemchips auf Qualcomm und für Netzwerk-Chips auf Broadcom.
reuters.com, theverge.com, bloomberg.com (Chips), spiegel.de, sueddeutsche.de