Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Studie: Talkshows haben überproportional viele Politiker*innen zu Gast.

Talkshows laden fast nur Personen aus Politik und Medien ein, so ein Untersuchungsergebnis von Paulina Fröhlich und Johannes Hillje vom Think Tank Progressives Zentrum. Wissenschaft oder Zivilgesellschaft seien nur selten vertreten. Das führe auch dazu, dass Zuschauer*innen eher ein aussichtsloses als ein hoffnungsvolles Bild erhalten. Auch bei den Kräften aus der Politik sind die Verhältnisse ungleichmäßig: Während Bundespolitiker*innen häufig zu Gast sind, sind Akteure aus Europa- oder Kommunalpolitik selten dabei.
taz.de, progressives-zentrum.org (Studie)

DWDL: ARD-Programmdirektor Volker Herres geht, Christine Strobl kommt.


Programmwechsel: Programmdirektor Volker Herres (rechts im Bild), 63, gibt sein Amt im April 2021 ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende ab. Er hat es dann zwölfeinhalb Jahre ausgeübt. Herres begründet, er wolle "den richtigen Moment zwischen zu früh und zu spät erwischen". DWDL prognostiziert indes wohlüberlegtes Wechsel-Timing: Am Donnerstag werde die ARD in einer digitalen Pressekonferenz Christine Strobl (links im Bild), 49, aktuell Chefin der ARD-Tochter Degeto, als Nachfolgerin vorstellen. Sie wäre die erste Frau auf diesem Posten, gilt als gute Netzwerkerin und erfolgreiche TV-Managerin. Strobl ist die älteste Tochter von Wolfgang Schäuble und heiratete 1996 den CDU-Politiker Thomas Strobl.
dwdl.de (Strobl), dwdl.de (Herres), new-business.de

WDR-Podcast “0630” ordnet die Morgen-Newslage für Menschen um die 30 ein.

WDR startet den morgendlichen Nachrichten-Podcast 0630. Im Wechsel ordnen Lisa Bertram und Robert Meyer bzw. Carolin Bredendiek und Jan Koch in 15 Minuten Nachrichten ein und erklären sie. Der Podcast richtet sich an Menschen "um die 30" und soll in unterhaltsamer Form informieren, "ohne zu überfordern".
presseportal.de, ardaudiothek.de (erste Ausgabe, 18-Min-Audio)

DWDL.de: Thomas Gottschalk bekommt zwei ARD-Shows.

SWR bringt Thomas Gottschalk vom Radio ins Fernsehen und produziert mit ihm zwei neue Shows, schreibt DWDL.de. Im Dezember kommt "Thomas Gottschalk: 2020 - die Show" im Ersten, ein Jahresrückblick zur Primetime mit Promis und Nicht-Promis. Im Frühjahr 2021 soll im SWR eine Primetime-Show namens "Nochmal 18" laufen, bei der Gottschalk mit jeweils vier prominenten Studio-Gästen in die Jahre ihrer Volljährigkeit "reist" und sie musikalisch wieder aufleben lässt.
dwdl.de, presseportal.de

AG Dok demonstriert für mehr Doku-Sendeplätze vor dem HR.

AG Dok veranstaltet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen Flashmob vor dem Sendergebäude des HR. Sie kritisieren, dass der Sender zu wenige unabhängige Dokumentarfilme zeige. Auf einer Leinwand liefen Ausschnitte, Kurzfilme und Trailer von hessischen Dokumentarfilmen, die beim HR keine Chance bekommen hätten. Der Sender ist laut AG Dok das Schlusslicht der Sender, was Doku-Sendeplätze angeht.
faz.net

“FAZ”: NDR spart am Chor.

NDR setzt bei seinem Chor den Rotstift an, schreibt die "FAZ". Joachim Dobschall, Leiter für Orchester, Chor und Konzerte, nennt den zusammengesparten Chor "Exzellenz-Ensemble", denkbar sei eine GmbH, allerdings werden die Chorsänger*innen nur noch in Teilzeit angestellt. Der Chor ist in den vergangenen Jahren laut "FAZ" bereits von 46 auf 27 Stellen geschrumpft.
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

Das Erste zeigt im November “Gott” von Ferdinand von Schirach.

Das Erste_150Gott im TV: Das Erste zeigt im November eine Verfilmung des neuen Theaterstücks "Gott" von Ferdinand von Schirach, produziert von der Constantin-Tochter Moovie. "Gott" greift die ethische Frage auf, ob ein 78-jähriger, gesunder Mann sich mithilfe eines Medikamentes und einer Ärztin selbst das Leben nehmen darf. Im Anschluss wird die Frage auch bei "Hart aber fair" behandelt. Im ORF und SRF soll der Film parallel zu sehen sein.
dwdl.de

Sky dreht Dokumentation und Serie zum Wirecard-Skandal.

Sky plant eine Dokumentation über den Fall Wirecard, an der sich auch der RBB beteiligt. Der Dreh startet in den nächsten Wochen. Nach der Ausstrahlung auf Sky läuft das Projekt in der ARD. Außerdem entwickelt der Bezahlsender eine Mini-Serie, die den Skandal aufarbeiten soll. Hinter beiden Projekten steht die zweifache Grimme-Preisträgerin und Produzentin Gabriela Sperl.
spiegel.de

Video-Tipp: Rechte Parteien bedrohen die freie Meinungsäußerung.

Video-Tipp: Das ARD-Kulturmagazin "ttt" spricht mit Umwelt-Aktivistin Luisa Neubauer (Foto) und den Politikerinnen Sawsan Chebli und Janine Wissler über Hasskommentare im Netz. Die digitalen Beschimpfungen seien ein gesellschaftliches Problem, das vor allem politisch aktive Frauen treffe. Wenn rechte Parteien stärker werden, schwäche dies die Gleichberechtigung und die freie Meinungsäußerung.
daserste.de (7-Min-Video)

Hör-Tipp: ARD-Korrespondent Jo Angerer sieht in Belarus kein Ende der Proteste.

Hör-Tipp: Jo Angerer, Moskau-Korrespondent der ARD, berichtet nach der Unterbrechung der Berichterstattung durch die Polizei wieder aus Minsk, sagt er im Radioeins-Medienmagazin von Jörg Wagner und Daniel Bouhs. "Es ist offensichtlich hier die Taktik, dass man so wenig Berichterstattung wie möglich haben möchte", klagt Angerer. Die Regierung könne die Protestbewegung langfristig nicht aufhalten.
wwwagner.tv (7-Min-Audio), turi2.de (Background)

TV-Tipp: Der “Presseclub” der ARD sendet am Sonntag erstmals aus Dresden.

TV-Tipp: Erstmals nach der Wende sendet der "Presseclub" der ARD statt aus Köln live aus dem Osten der Republik. Volker Herres meldet sich am Sonntag ab 12.03 Uhr anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der deutschen Einheit aus dem Kulturpalast in Dresden. Der "Presseclub" geht der Frage nach, wie vereint Ost und West heute tatsächlich sind.
wdr.de, twitter.com

Zitat: WDR-Chef Tom Buhrow sieht “Haltung” in Redaktionen skeptisch.

"Ich habe das als gelernter Nachrichtenmann immer ein wenig als Feigenblatt empfunden – als Mittel, die Meinung durch die Hintertür in die Berichterstattung zu führen."

WDR-Chef Tom Buhrow reagiert empfindlich auf den Begriff "Haltung", sagt er der "FAZ". Meinung sei im Journalismus zwar erlaubt und wichtig, müsse aber deutlich als solche gekennzeichnet sein.
"FAZ" S. 15 (Paid)

Zitat: Schauspielerin Martina Gedeck traut auch Älteren mehr als Feelgood-Filme zu.

"Ich finde, die über 70-jährigen Zuschauer werden unterschätzt, wenn man meint, sie im Fernsehen ständig nur mit 'Feelgood'-Filmen unterhalten zu müssen."

Schauspielerin Martina Gedeck sagt im "Welt"-Interview, die ARD-Serie Oktoberfest 1900, in der sie die Hauptrolle spielt, ist entgegen des Titels gerade keine "Kitsch-Schmonzette". International läuft das Drama unter dem Titel "Oktoberfest – Blood and Beer".
welt.de (Paid)

NDR und MDR tauschen die Verantwortung für Info- und Oldie-Nachtprogramm im Radio.

NDR verantwortet ab Januar 2021 die ARD Infonacht, das gemeinsame Nachtprogramm der Info­radios, die bisher der MDR in Halle produziert. Ab Mitte 2021 sendet die "Infonacht" aus dem crossmedialen NDR-Nachrichten­haus in Hamburg-Lokstedt, wo auch ARD-aktuell angesiedelt ist. Der MDR produziert im Gegenzug künftig die ARD-Hitnacht, das Oldie-Nachtprogramm, das bisher vom NDR kommt.
radiowoche.de, ndr.de

Die “Tagesschau” will die Livestreams in den sozialen Netzwerken ausbauen.

Live is live: Die "Tagesschau" will die Livestreams in den sozialen Netzwerken bis "spätestens Ende des Jahres" ausbauen und live von Pressekonferenzen oder Demos berichten, kündigt Marcus Bornheim, Chefredakteur von ARD-aktuell, im "radioeins-Medienmagazin" an. Die Umbenennung der Kommentare als "Meinung" diene der Verständlichkeit, verteidigt Bornheim die Änderung.
wwwagner.tv (9-Min-Audio)

“Tagessthemen” kennzeichnet Kommentare künftig als Meinung.

ARD kennzeichnet die Kommentare in den "Tagessthemen" künftig als "Meinung". Damit solle "noch deutlicher werden", dass dies nicht die Meinung der gesamten Redaktion wiederspiegelt, "sondern die persönliche Meinung eines einzelnen Kollegen", sagt Caren Miosga zur Premiere am Abend.
twitter.com

ARD-Korrespondent Jo Angerer verlässt Belarus.

ARD-Korrespondent Jo Angerer verlässt Belarus und fliegt nach Deutschland, meldet die "Süddeutsche". Bis andere Optionen geprüft sind, soll das Studio in Moskau über die Lage vor Ort berichten, heißt es von der ARD. Am Wochenende hatte die Polizei in Minsk ein Kamerateam des Senders zeitweise festgehalten und den betroffenen Journalist*innen die Dreherlaubnis entzogen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Pandemie erschwert die Berichterstattung über die Tour de France.

Tour de France: In der Pandemie ist die Bewegungsfreiheit der Journalist*innen "massiv" eingeschränkt, berichtet Daniel Bouhs im Deutschlandfunk. Die Fahrer lebten in einer "Blase" von 30 Leuten pro Team: Autogramme und Selfies sind verboten, Interviews finden nur am Start und am Ziel in zugewiesenen Boxen mit zwei Metern Sicherheitsabstand statt.
deutschlandfunk.de

ARD-Kamerateam wurde in Minsk festgenommen.

Belarus: Die Polizei in Minsk hat am Freitag zwei russische Kameraleute und einen belarussischen Producer, die für die ARD arbeiten, in einer Polizeistation festgehalten. Die beiden Russen wurden des Landes verwiesen. WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn spricht von einem "absolut inakzeptablen" Vorfall. Auch Journalist*innen von AFP, AP und der BBC wurde die Arbeitserlaubnis entzogen.
presseportal.de

Hanfeld: Corona-Untersuchung von Gräf und Hennig “hat jede Menge Löcher”.

ARD und ZDF bekommen in der Diskussion um die Corona-Sondersendungen während des Lockdowns ungewohnte Unterstützung: "FAZ"-Mann Michael Hanfeld bescheinigt der Untersuchung von Dennis Gräf und Martin Hennig "jede Menge Löcher". "Stark" findet Hanfeld die "Einzelbeobachtung" der Studie, ihre "Generalthesen stehen dagegen auf schwachen Füßen". Die Forscher hatten ARD und ZDF vorgeworfen, Corona-Angst zu schüren.
faz.net, turi2.de (Background)

NDR startet jungen Ableger der “NDR Talkshow”.

NDR Talkshow bekommt Nachwuchs im Netz: "deep und deutlich. Eine NDR Talk Show" richtet sich an Menschen zwischen 20 und 30 Jahren und erscheint erstmals am 2. Oktober in der ARD-Mediathek. Im Wechsel moderieren Aminata Belli (Foto) und Mohamed El Moussaoui sowie Svenja Kellershohn und Tarik Tesfu. Zunächst sind sechs Folgen geplant, die alle 14 Tage erscheinen. Auf einem nächtlichem Alibi-Sendeplatz läuft der Talk auch im TV.
presseportal.de, dwdl.de

ARD bewirbt Regional-Geschichten in den “Tagesthemen”.

ARD startet eine Kampagne für die verlängerten "Tagesthemen", die sich in der Rubrik #mittendrin künftig stärker regionalen Themen widmen. In kurzen Spots im TV, im Radio und Online kommen Menschen zu Wort, "deren Handeln für das gesamte Land bedeutsam ist" und aus deren Geschichten Nachrichten wurden. Die "Public-Value-Aktion" soll die Regional-Kompetenz der ARD-Anstalten hervorheben.
dwdl.de, presseportal.de

RBB macht 2019 ein Minus von 71,4 Mio Euro.

RBB hat 2019 ein Minus von 71,4 Mio Euro gemacht – weniger als erwartet, die Prognose des Senders lag bei einem Minus von 98,9 Mio Euro. Die Beitragseinnahmen waren höher als erwartet und der RBB habe "sparsam gehaushaltet". Für den Bau des neuen Digitalen Medienhauses, das 2025 fertig werden soll, legt der Sender zehn Mio zurück und hat nun 23,9 Mio Euro Baubudget. Der finale Entwurf kommt vom Architekturbüro Baumschlager Eberle.
dwdl.de, presseportal.de (Medienhaus)

RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein geht 2021 in den Ruhestand.

RBB: Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, beendet seinen Vertrag im Frühjahr 2021. Wer Singelnstein folgt, ist noch unklar. Er bleibt dem RBB als Berater erhalten. Grund sei explizit nicht das verunglückte Interview mit AfD-Mann Andreas Kalbitz, sagt Intendantin Patricia Schlesinger bei "Horizont". Ulrike Simon wertet es als Möglichkeit für Programmchef Jan Schulte-Kellinghaus, sich zu profilieren.
presseportal.de, horizont.net

Hinweis: Der RBB teilt mit, dass der Abgang von Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, nicht – wie von turi2 berichtet – "vorzeitig" erfolge. Singelnstein habe bei seinem Ausscheiden "sein reguläres Renten-Eintrittsdatum" erreicht. Was der Sender nicht sagt: Singelnsteins Vertrag war 2018 bewusst um fünf Jahre – also über das reguläre Renten-Eintrittsalter hinaus – verlängert worden.

Philipp Walulis bekommt wöchentliche Show im SWR und der Mediathek.

SWR befördert Philipp Walulis, bekannt aus Funk und YouTube, in die Mediathek und ins TV. Ab dem 24. September bringt der Satiriker in "Walulis Woche" den "Fun zurück in die Fakten", befasst sich mit Internet Hypes, "perfiden Methoden von Konzerngiganten" und zweifelhaften TV-Trends. Die Show steht jeweils ab Donnerstag in der ARD-Mediathek und läuft am späten Sonntagabend im SWR Fernsehen. Teil der Sendung ist mit "Walulis Story" ein mono­thematischer Clip, der Hintergründe aufzeigt. Walulis Daily bleibt Teil von Funk.
presseportal.de, dwdl.de

BR produziert neue ARD-Talkshow “Club 1” mit Hannes Ringlstetter.

BR mischt ab Oktober in der ARD-Reihe "Talk am Dienstag" mit und steuert die Show "Club 1" mit Hannes Ringlstetter bei. Ähnlich wie in den anderen Dienstags-Formaten (u.a. "3nach9", "NDR Talkshow") sollen Gäste aus Kultur, Gesellschaft, Sport oder Wissenschaft auftreten. Moderator Ringlstetter weiß allerdings vorher nicht, wer kommt. Die Premiere ist für den 6. Oktober geplant.
br.de

Radio Bremen klagt wegen Urheberrechtsverletzung gegen Videoblogger.

Radio Bremen verklagt den Medienkritiker Holger Kreymeier wegen Urheberrechtsverletzung. Kreymeier hatte in einer vernichtenden Video-Kritik einen Film des Funk-Formats Y-Kollektiv auseinander­genommen und dabei ausnahmslos Bildmaterial der Reportage genutzt. Radio Bremen sieht dadurch in mehreren Fällen das Zitatrecht verletzt, da die Bilder "in illustrierender Weise schmückend verwendet" werden. Kreymeier widerspricht und beruft sich auf ein früheres Urteil des Landgerichts Köln.
rnd.de

NDR kündigt acht Serien primär für die Mediathek an.

NDR geht in die Serien-Offensive: Programmdirektor Frank Beckmann kündigt im DWDL-Interview acht Serien-Neustarts in den kommenden Monaten an, die vorrangig für die Mediathek produziert bzw. eingekauft wurden. Bei der Auswahl habe der NDR auf horizontale Dramaturgie, spitzere Zielgruppen und Genres gesetzt, die im ARD-Angebot bisher "unterrepräsentiert sind oder ganz fehlen", z.B. Science-Fiction, Mystery oder Action.
dwdl.de

Zitat: Lieber krumme und dafür mehr Sendezeit, sagt Helge Fuhst von ARD Aktuell.

"Wir sind jetzt eben die Sendung mit der schrägen Zeit."

Helge Fuhst, Chefredakteur von ARD Aktuell, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", die Verlängerung der "Tagesthemen" sei zeitgemäß. Der Konflikt mit dem ZDF wegen der sich freitags überschneidenden Sendezeit "wird in der öffentlichen Wahrnehmung überbewertet".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Populistische Kritik an ARD und ZDF wird Teil des politischen Geschäfts.

Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Social Media lautstark und oft auch populistisch anzuzweifeln, ist "Teil des politischen Geschäfts geworden", beobachtet Claudia Tieschky. Politiker*innen bewegten sich damit "nah am Markenkern der Konkurrenz von rechts" und spekulierten auf Chancen bei AfD-Wähler*innen. ARD und ZDF seien gezwungen, sich dem Publikum zu erklären und ihren Nutzen nachzuweisen, was dem Rundfunk gut tue.
sueddeutsche.de

“Monitor”: Bayern hat weitere Corona-Testpannen an Flughäfen.

Bayern hat mit weiteren Corona-Testpannen zu kämpfen, berichtet das ARD-Magazin "Monitor". Hunderte Passagier*innen am Flughafen Nürnberg haben ihre Ergebnisse verspätet oder gar nicht erhalten. Auch die Flughäfen Memmingen und München seien teilweise betroffen. Ecolog, der Betreiber der Teststationen, macht die Umstellung von der manuellen auf die digitale Datenerfassung verantwortlich.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Autor der Studie zu Corona-Sondersendungen wünscht sich weitere Diskurse.

"Momentan beschränkt sich der Diskurs darauf, dass jemand vermeintlich Kritik übt, und die wird als Ganzes umgehend zurückgewiesen. Es wäre aber schön, wenn unsere Erkenntnisse in weitere Diskurse eingehen."

Martin Hennig, einer der Autoren der kritischen Studie über die Corona-Sondersendungen von ARD und ZDF, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass er sich eine differenziertere Auseinandersetzung mit seiner Arbeit wünscht.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

RBB Kultur will offenbar vor allem bei freien Mitarbeitern sparen.

RBB Kultur will seinen Sparkurs offenbar vor allem auf Kosten von freien Mitarbeiter*innen durchziehen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Eine interne Liste bündelt Formate, die gestrichen werden sollen - etwa diverse Ausgaben der "Kulturnachrichten". "Über 80" Personen seien bei RBB Kultur frei, aber arbeitnehmerähnlich beschäftigt; für 40 bis 50 von ihnen ist der RBB der wichtigste Auftraggeber. Der Sender dementiert, dass nur bei Freien gespart wird.
berliner-zeitung.de

Meinung: ARD und ZDF schürten mit Sondersendungen Corona-Angst.

ard_zdf_150x150Corona-Kritik: Zwei Medienforscher der Uni Passau bemängeln in einer Studie, ARD und ZDF hätten mit ihrer Corona-Berichterstattung "Ängste geschürt, ein permanentes Krisen- und Bedrohungsszenario vermittelt" sowie Virologe Christian Drosten "glorifiziert". Ein ZDF-Sprecher entgegnet, Corona sei vor allem im Frühling das "dominante Thema in allen Lebensbereichen" gewesen. Auch für Helge Fuhst, Vize-Chefredakteur von ARD Aktuell, ist die Studie "nicht nachvollziehbar". Die Forscher überprüften insgesamt 90 Corona-Sondersendungen von "ARD Extra" und "ZDF Spezial" - in denen es logischerweise überwiegend um die Pandemie ging.
rnd.de, researchgate.net (Pre-Print Studie)

Der RBB führt bei Radio Fritz das gesprochene Gendersternchen ein.

RBB will bei seinem Jugendsender Fritz ein Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt setzen. Ab September nutzt Fritz als erster Radiosender der ARD in seinen Nachrichtensendungen durchgehend gendergerechte Sprechweise. Dafür sprechen die Moderator*innen das Gendersternchen "wie eine winzige Pause", sagt Programmchefin Karen Schmied. Der Schritt erfolgt auf Wunsch der Redaktion.
rnd.de

Zitat: RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus sieht den linearen Erfolg als Problem.

"Gerade weil ARD und ZDF noch immer immense Reichweiten im Linearen haben, birgt jede Ressource, die wir umwidmen, die Gefahr, die bisherigen Zuschauer ein Stück weit zu vertreiben."

RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus wünscht sich im DWDL-Interview mehr Angebote der Öffentlich-Rechtlichen für 30- bis 50-Jährige, sieht dabei den aktuellen linearen Erfolg aber als Problem.
dwdl.de

Das Gehalt von WDR-Chef Tom Buhrow ist gar nicht gesunken, schreibt Jakob Buhre.

Äpfel und Birnen: Journalist Jakob Buhre schreibt, dass die Nachricht, das Gehalt von WDR-Chef Tom Buhrow sei gesunken, eine Falschmeldung ist, die es u.a. in "Tagesspiegel" und "FAZ" geschafft hat. Er rechnet vor, dass Buhrows Grundgehalt sogar um 23.300 Euro gestiegen ist. Grund: 2016 veröffentlichte der Sender noch die Intendanten-Bezüge inkl. Sachleistungen, ab 2017 ohne. Zudem dokumentiert Buhre, dass es ihm nicht gelungen ist, auch nur eine Redaktion zu einer Korrektur zu bewegen.
planet-interview.de

Hör-Tipp: TikTok-Nutzer*innen fürchten fehlende Impulse bei US-Aus.

Hör-Tipp: TikTok ist für viele Jugendliche inzwischen die wichtigste App, analysiert das WDR5-Medienmagazin. Junge Nutzer*innen fürchten bei einem Verbot in den USA fehlende Impulse für die eigene Nutzung. Die App ist zwar erst ab 13 Jahren zugelassen, wird aber häufig schon im Grundschulalter genutzt. Expert*innen raten Eltern zu "gelassener Skepsis".
podcasts.google.com (11-Min-Audio)

Tom Buhrow ist bei den öffentlich-rechtlichen Sendern der Spitzenverdiener.

Unterwegs mit Ihren Gebühren: Die ARD hat die Gehälter ihrer Führungskräfte veröffentlicht. Spitzen­verdiener ist mit einem Jahresgehalt von 395.000 Euro Tom Buhrow, WDR-Intendant und derzeitiger ARD-Vorsitzender. Auf Platz 2 folgt BR-Chef Ulrich Wilhelm mit 388.000 Euro. Ärmster Intendant ist SR-Chef Thomas Kleist, der auf nur 245.000 Euro kommt.
faz.net, ard.de (Gehaltsliste)

Video-Tipp: Wie der SWR mit einem Innovationszentrum seine Zukunft sichern will.

Video-Tipp: Jörg Wagner und Daniel Bouhs vom Radioeins-"Medienmagazin" besuchen SWR-Intendant Kai Gniffke und Vanessa Wormer (Foto), die künftige Chefin des SWR XLabs. Gniffke und Wormer berichten von ihren Plänen, wie sie mit dem Innovations­zentrum die Zukunft des SWR sichern und auch Impulse in die ARD geben wollen.
youtube.com (48-Min-Video), wwwagner.tv (Audio-Fassung), turi2.de (Background Wormer)

RBB-Intendantin lehnt Programmbeschwerde wegen Kalbitz-Interview ab.

RBB: Intendantin Patricia Schlesinger (Foto) lehnt die Programmbeschwerde von Hans-Peter Buschheuer, Ex-Chef des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg, wegen des kritisierten Sommerinterviews ihres Senders mit AfDler Andreas Kalbitz ab. Die RBB-Expertise zu Rechtsextremismus und Kalbitz' Hintergrund seien zu wenig ins Gespräch eingeflossen, die Programmgrundsätze aber nicht verletzt worden.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)