Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Zitat: Frauke Gerlach fordert Bürger-Beteiligung bei der Zukunft des ÖRR.

"Wir brauchen eine Antwort darauf, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk im post­digitalen Zeit­alter aussehen muss, um unsere Demokratie zu stärken."

Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts, sagt im epd-Medien-Podcast "Läuft", dass die Zukunft von ARD und ZDF nicht allein von den Ländern am runden Tisch bestimmt werden sollte. Das Publikum solle ebenso ein Mitsprache­recht bekommen, am besten durch verschiedene Beteiligungs­formate.
laeuft-programmschau.podigee.io (23-Min-Audio)

Zitat: Claudia Tieschky plädiert für mehr Zentralismus in der ARD.

"Die föderale Struktur der ARD ist auf der Ebene der Benutzeroberfläche längst einem mächtigen – und sinnvollen – Zentralismus gewichen. Föderal ist die ARD in der digitalen Welt nur noch auf dem Papier."

Medien­redakteurin Claudia Tieschky appelliert in der "Süddeutschen" an die Politik, die Strukturen der ARD den zentralen Strukturen anzupassen, "die die ARD selber im Digitalen aufbaut". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk brauche "jetzt mehr als nur ein bisschen Reform".
sueddeutsche.de (€)

RBB entlässt letzte Führungskräfte aus Schlesinger-Zeit fristlos.

Alles auf Anfang: RBB-Intendantin Katrin Vernau kündigt die beiden letzten verbliebenen Mitglieder der Geschäfts­leitung aus der Schlesinger-Zeit fristlos, meldet der RBB. Betroffen sind Produktions­direktor Christoph Augenstein und Verwaltungs­direktor Hagen Brandstäter. Grund für die Trennung soll eine Sonder­zahlung von 1.700 Euro pro Monat sein, die beide für den ARD-Vorsitz erhalten haben. Beim WDR, der zuletzt, und dem SWR, der aktuell den ARD-Vorsitz innehat, gibt es solche Zulagen nicht, berichtet RBB24.
presseportal.de, turi2.de (Background Augstein), turi2.de (Background Brandstäter)

Klick-Tipp: Tina Hassel “sagt jetzt nichts” im “Süddeutsche Zeitung Magazin”.

Klick-Tipp: Journalistin Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, beantwortet das "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview im "Süddeutsche Zeitung Magazin". Glaubt man den Gesten, liest Hassel nach Feierabend lieber ein gutes Buch anstatt sich weiter mit Nachrichten zu befassen. Was sie nach ihrem für 2024 geplanten Abgang beim Hauptstadtstudio vorhat, bleibt noch geheim – ein Schweigegelübde wäre aber möglich.
sz-magazine.sueddeutsche.de

Joshua Kimmich bekommt Auftritt im Münchner “Tatort”.

Sportliche Rolle: Fußball-Profi Joshua Kimmich tritt am 12. März im Münchner "Tatort" in Erscheinung. Passend zu seinem Hauptjob spielt er einen Fitnesstrainer namens Kenny, der Auskunft über Studiogäste geben soll. Kimmich ist nicht der erste FC Bayern-Spieler, der unter die Schauspieler geht: Thomas Müller hatte bereits einen Auftritt in der ARD-Serie "Hubert und Staller".
abendzeitung-muenchen.de, merkur.de

“Bild”: Will-Nachfolge entscheidet sich im Frühsommer.

Wer will, wer darf? Die ARD will im Früh­jahr über die Nach­folge von Polit-Talkerin Anne Will entscheiden, berichtet "Bild". Demnach sind die "Tages­themen"-Anchor Ingo Zamperoni und Caren Miosga die heißesten Kandidatinnen für den Talk-Platz nach dem "Tatort" am Sonntag. ARD-Talkerin Sandra Maischberger sei nicht im Rennen, dennoch wolle der Sender ihren Vertrag verlängern und ihr einen weiteren Sende­platz unter der Woche geben. Sie sendet bereits am Dienstag- und am Mittwoch­abend.
bild.de (€)

turi2 edition #20: 7 Antworten von Elke Schneiderbanger.


Prinzip Hoffnung: Die beste Schule des Lebens war für Elke Schneiderbanger ihr eigenes Elternhaus, erzählt sie im Agenda-Fragebogen der turi2 edition #20. Die Geschäftsführerin von ARD Media ist stolz, dass sie sich “ohne Vitamin B oder finanzielle Unterstützung von zu Hause” eine journalistische Karriere aufgebaut hat. Für 2023 erhofft sie sich mehr Radio in den Kampagnen- und Mediaplänen der Werbungtreibenden.
Weiterlesen >>>, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Zitat: Jörg Pilawa kann bei Sat.1 mehr Formate ausprobieren als in der ARD.

"Der häufigste Satz, den ich in der ARD gehört habe, ist der Spruch: 'Das haben wir noch nie gemacht'."

Jörg Pilawa hätte seinen ARD-Vertrag verlängern können, bei Sat.1 könne er jetzt aber so viele Sachen ausprobieren, die beim Öffentlich-Rechtlichen "nicht möglich gewesen" wären. Ab Februar moderiert er die Quizshow "Die Pyramide" und die Flirtshow "Dating Game".
rnd.de

“Bild”: Anne Will plant Salon-Gespräche im Theater mit Promis.

Salon Anne: Moderatorin Anne Will, 56, möchte nach dem Ende ihrer Polit-Talkshow im Ersten Salon-Gespräche mit großen Persönlichkeiten auf einer Theaterbühne führen, erfährt "Bild". Will hatte kürzlich das Aus ihrer Sendung zum Ende des Jahres und einen "Neustart" für 2024 angekündigt.
bild.de, turi2.de (Background)

Update: Die Meldung wurde nach Veröffentlichung aktualisiert.

Zitat: Frauen dürfen sich im TV immer noch weniger versprechen als Männer, sagt Esther Sedlaczek.

"Auch heute noch erregt ein Versprecher eines Mannes weniger Aufsehen erregt als der einer Frau. Und das beschreibt den Aufhol­bedarf, den wir in der Hinsicht haben, sehr gut."

"Sport­schau"-Moderatorin Esther Sedlaczek erinnert in der "Bild" an den Sturm der Entrüstung um ihre Vorgängerin Carmen Thomas, als diese vor 50 Jahren "Schalke 05" statt "Schalke 04" im TV sagte. Die Aufregung ging damals übrigens von "Bild" aus.
bild.de (€)

Lese-Tipp: Anja Reschke erklärt, wie sie mit “Reschke Fernsehen” ein andere Zielgruppe erreichen will.

Lese-Tipp: Mit ihrer neuen ARD-Sendung "Reschke Fernsehen" möchte Anja Reschke "noch mal andere Zielgruppen erreichen" als andere Polit­magazine. Im Teleschau-Interview sagt die Journalistin, dass sie seit dem Beginn ihrer "Panorama"-Moderation vor fast 20 Jahren überlegt, "wie man Recherche noch auf andere Art" an die Zuschauer vermitteln könnte. Die Unterscheidung von Information und Unterhaltung sei "ohnehin oft Quatsch".
showcase.teleschau.de, turi2.de (Background)

“Welt” erwartet “Eklat” im WDR-Rundfunkrat wegen Louis Klamroth.


Das Private ist politisch: Laut "Welt am Sonntag" regt sich im WDR-Rundfunk­rat erheblicher Wider­stand gegen die Personalie Louis Klamroth. Die Abgesandten von CDU und SPD im Aufsichts­gremium stören sich demnach daran, dass der neue Moderator der Talkshow "Hart aber fair" seine Beziehung zu Luisa Neubauer nicht vor seiner Vertrags­unterzeichnung als Nachfolger für Moderator Frank Plasberg öffentlich gemacht hat. Sie sehen in der privaten Verbindung zu der Klima-Aktivistin einen möglichen Interessens­konflikt und sehen den Ruf der Sendung "ruiniert". Intendant Tom Buhrow und Programm­direktor Jörg Schönenborn halten an Klamroth fest und sehen keinen Verstoß gegen Compliance-Regeln des Senders. Auch die WDR-Bericht­erstattung zu Lützerath steht auf der Tages­ordnung der Sitzung am Dienstag.
welt.de (€)

Meistgeklickter Kopf gestern war Kai Pflaume.

Meistgeklickter Kopf gestern war Kai Pflaume, der am Samstag­abend die ARD-Show "Wer weiß denn sowas XXL" moderiert hat. Auf ihn folgt der ehemalige Manager von Gruner + Jahr, Stephan Schäfer. Mehrere Mitarbeiter des inzwischen zu RTL gehördenen Verlags hatten am Mittwoch gegen Ausverkaufspläne der Zeitschriften protestiert.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 28.1.2023)

Verzerrter Wettbewerb? Volker Nünning über die Audio-Streams der Sportschau.


Zuviel Ballbesitz? Seit Sommer 2021 darf die ARD alle Begegnungen der Bundesliga und der 2. Bundesliga live im Internet als Audio­stream übertragen – insgesamt 617 Spielen pro Saison. Diese Rechte lagen zuvor bei Amazon. Seitdem hat die ARD ihr Audio­streaming-Angebot auf sportschau.de massiv ausgebaut und zielt auf ein junges Publikum, schreibt Volker Nünning bei epd Medien. Der Privatsender-Verband Vaunet kritisiert, hier sei “quasi ein öffentlich-rechtliches Audio-Onlinemonopol entstanden”. Weiterlesen >>>

Die Compliance-Prüfung beim RBB zieht sich noch weiter in die Länge.

RBB-Krise: Die Compliance-Prüfung der vom Sender beauftragten Anwaltskanzlei Lutz/Abel dauert noch mindestens drei weitere Monate, kündigt die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Dorette König, bei der Sondersitzung des Rundfunkrats an. Einige Mitglieder des Kontrollgremiums fordern angesichts hoher Kosten den vorzeitigen Abbruch der Prüfung. Ursprünglich sollte der Abschlussbericht Ende 2022 fertig sein. Zudem widerspricht die Kanzlei Medienberichten und teilt mit, einen reduzierten Stundensatz von 300 Euro statt von bis zu 500 Euro vereinbart zu haben. Auch dass Anwälte Leistungen für die General­staats­­anwaltschaft erbringen würden, bestreitet die Kanzlei. Bis Ende November habe man dem RBB rund 980.000 Euro in Rechnung gestellt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

epd: ARD und ZDF legen TV-Programmanalyse auf Eis.

Altlast? ARD und ZDF pausieren ihre Programm­analyse 2023, erfährt epd. Demnach wollen beide beraten, ob sie die seit 1985 erhobene Beobachtung, die Inhalte und journalistische Angebote öffentlich-rechtlicher und privater TV-Sender vergleicht, 2024 fortführen. Das ZDF begründet den Schritt damit, im Non-Linearen stärker forschen zu wollen. Mit der ARD sei u.a. ein Forschungs­projekt zu den Angebots­strukturen von Media­theken und Streaming-Diensten in Auftrag gegeben worden.
"epd medien aktuell" vom 27.01.2023 (€)

Streik beim RBB führt zu Einschränkungen im Programm.

Sparflamme: Der Streik wegen fest­gefahrener Tarif-Verhandlungen beim RBB macht sich im Programm bemerkbar. NDR Info sendet seit 10 Uhr auf der Frequenz von RBB24 Info­radio. Das vom RBB produzierte ARD-Mittags­magazin ist ausgefallen. Intendantin Katrin Vernau äußert "Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaften", man könne "in den laufenden Tarifverhandlungen aber nicht nur einfach Geld verteilen". Stattdessen wolle man etwa "strukturelle Ungleichbehandlungen" von Festen und Freien beseitigen. Der Streik soll noch bis 22.30 Uhr andauern.
digitalfernsehen.de, t-online.de, dwdl.de, dwdl.de (Vernau), turi2.de (Background)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde aktualisiert.

“Spiegel”: FischerAppelt berät Kai Gniffke.


Fishing for Compliments: ARD-Chef Kai Gniffke lässt sich in PR-Dingen noch bis Ende März von der Agentur Fischer­Appelt beraten, meldet der "Spiegel". Der SWR begründet das mit einem "umfang­reichen Reform­prozess" im Verbund, zudem sei der ARD-Vorsitz "deutlich früher als vor­gesehen" an Gniffke gegangen. Kosten nennt der Sender nicht. Die Autoren Alexander Kühn und Anton Rainer erinnern an eine Aussage Gniffkes aus dem Doppel-Interview mit Tom Buhrow Ende 2022. Darin hatte der Journalist prognostiziert, dass von der ARD-Reform Betroffene "jaulen und quieken" würden. Verdi hatte diese Wort­wahl kritisiert. Bei Fischer­Appelt arbeitet inzwischen u.a. Ex-ARD-Sprecher Birand Bingül.
"Spiegel" 05/23, S. 57, turi2.de (Doppel-Interview), turi2.de (Kritik an Gniffke)

Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod

Gewerkschaften rufen zum Warnstreik beim RBB auf.

RBB: Die Gewerkschaften DJV und Verdi rufen alle festen und freie Beschäftigten heute seit 4.30 und noch bis 22.30 Uhr zum Warnstreik auf. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung vor den RBB-Fernsehzentrum in Berlin geplant. Grund sind festgefahrene Tarifverhandlungen: Die Verhandlungs­kommission des RBB habe zudem mitgeteilt, dass sie derzeit kein Verhandlungs­mandat habe, da sich Intendantin Katrin Vernau noch ein Bild von der Lage des Senders machen müsse.
rbb24.de, t-online.de, bild.de

“Kontraste”: Aufstand der Belegschaft war Auslöser für Trennung zwischen C.-H.-Beck-Verlag und Maaßen.

Rufschädigend? Auslöser für die Trennung zwischen dem C.-H.-Beck-Verlag und Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen war ein interner Aufstand der Belegschaft, berichtet das Polit-Magazin "Kontraste". Das Personal habe massiven Druck auf die Verlagsspitze ausgeübt und in einem Brief an die Leitung die Befürchtung geäußert, dass die weitere Zusammenarbeit mit Maaßen den Ruf des Verlages und ihre eigene berufliche Zukunft zerstören könnte. Grund war Kritik an Maaßens Mitarbeit am wichtigsten Grund­gesetz-Kommentar Epping/Hillgruber, für den er sich zum Asylrecht äußert.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Redakteursausschüsse fordern Mitspracherecht bei ÖRR-Reform.

Stimmen von innen: Die in der Arbeits­gemein­schaft der öffentlich-rechtlichen Redakteurs­aus­schüsse (Agra) vertretenen Journalistinnen von ARD, ZDF, Deutschland­radio und Deutscher Welle fordern ein Mit­sprache­recht bei der Reform der Öffentlich-Rechtlichen. In einem Brief an die Rund­funk­kommission der Länder schreiben sie, dass der vorgeschlagene "Zukunftsrat" nicht über ihre Köpfe hinweg diskutieren sollte.
epd.de (€)

Nicole Diekmann und Stephan Anpalagan starten Streit-Podcast.

Streit­willig: Nicole Diekmann und Publizist Stephan Anpalagan starten am 30. Januar den Podcast "Gegen jede Überzeugung" von SWR Kultur. Alle zwei Wochen verteidigen sie darin im Wechsel eine provokante These, von der sie selbst nicht überzeugt sind. Ziel ist es, eigene Überzeugungen in Frage zu stellen und zu zeigen, "dass Streit über die Lager hinweg möglich ist".
presseportal.de

Zitat: Der Job als Moderatorin lässt einen verhärten, sagt Aline Abboud.

"Auch wenn es dir schlecht geht – ob nun ein Elternteil stirbt oder der Freund dich verlässt – musst du dich da hinstellen, lächeln, gut drauf sein, präsentieren und so tun, als ob alles in Butter ist. Diese Härte gegen sich selbst lässt einen auch verhärten. "

Eine Woche "Tages­themen" sind für Moderatorin Aline Abboud "schon ein Brett", sagt sie im großen Interview in der turi2 edition #20. Moderieren sei ein sehr körperbetonter Job.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Tilo Barz wird Leiter der Intendanz beim Hessischen Rundfunk.

Hessischer Rundfunk macht Tilo Barz zum Leiter der Intendanz. Er folgt auf Barbara Müller-Geskes, die Ende März in den Ruhe­stand geht. In seiner neuen Funktion berät und unterstützt Barz den Intendanten Florian Hager und bildet die Schnitt­stelle zwischen ARD- und interner Strategie. Barz ist seit Mai 2022 Projekt­leiter für die Neu­aufstellung der medien­übergreifenden Chef­redaktion beim HR.
hr.de

ARD-Journalist Michael Stempfle wird neuer Sprecher von Boris Pistorius.

ÖRR goes BMVg: Der ARD-Journalist Michael Stempfle wird neuer Sprecher des Verteidigungs­ministeriums unter Boris Pistorius. Er ist bisher als SWR-Korrespondent im ARD-Haupt­stadt­studio für die Themen Innere Sicherheit und Terrorismus zuständig. Letzte Woche hatte Stempfle seinen jetzigen Vorgesetzten noch in einer Analyse gelobt als "Vollblutpolitiker, der anpackt". Stempfle folgt auf Christian Thiels, der zuvor ebenfalls bei der ARD tätig war.
spiegel.de, tagesschau.de (Analyse)

Video-Tipp: “Europamagazin” wirft einen Blick hinter die Kulissen des modernsten Unterwasser-Filmstudios.

Video-Tipp: Im belgischen Vilvoorde steht das modernste Unter­wasser-Film­studio der Welt. Das "Europa­magazin" wirft einen Blick hinter die Kulissen der Lites Studios, wo für Musik- und Video­produktionen wie Rammstein und die ZDF-Serie "The Swarm" auf Knopf­druck Wind, Wasser, Wellen und Tsunamis erzeugt werden können.
ardmediathek.de (4-Min-Video)

Zahl des Tages: 16 % der Deutschen wünschen sich Ingo Zamperoni als Nachfolger von Anne Will.

Zahl des Tages: Für 16 % der Deutschen ist Ingo Zamperoni die erste Wahl als Nachfolger für den Sende­platz von Anne Will im Ersten, sagt eine von T-Online beauftragte Civey-Umfrage. 10 % können sich Caren Miosga vorstellen, an dritter Stelle folgt Judith Rakers mit 5 %. Will hatte Mitte Januar das Ende ihrer Talkshow angekündigt. Ob ein anderes Talk-Format den Sende­platz übernimmt, ist noch unklar.
t-online.de, turi2.de (Background)

Basta: RBB-Rundfunkrat ist nicht beschlussfähig.

Personalnot: Der RBB-Rundfunkrat ist bei einer Sondersitzung nicht beschlussfähig, weil nur 13 von 29 Räten "physisch anwesend" sind – laut Statuten sollten mindestens 15 Personen den Weg ins Haus des Rundfunks finden. Vorsitzender Ralf Roggenbuck kapituliert nach wenigen Minuten, zaubert aber eine skandalsenderwürdige Lösung für das nächste Treffen am 27. Januar aus dem Hut: Beschlossen wird dann trotzdem – komme, wer da wolle.
tagesspiegel.de

Rundfunkkommission der Länder: ARD und ZDF sollen enger zusammenarbeiten.

Mehr Miteinander: In der Debatte um eine Reform der Öffentlich-Rechtlichen fordert die Rund­­funk­­kommission der Länder ARD und ZDF dazu auf, eine gemein­same Online-Plattform auf­zubauen und dabei 3sat und Arte zu berück­sichtigen. "Wir wollen weg von Media­thek und Audio­thek", sagt RLP-Medien­staats­sekretärin Heike Raab. Der publizistische Wett­bewerb der Anstalten soll davon unberührt bleiben. Mit der künftigen Ausrichtung der Öffentlich-Rechtlichen soll sich bald ein "Zukunfts­rat" beschäftigen. ARD und ZDF sollten Spartensender einstellen, um Kosten zu sparen. Die Medien­politik wolle auch "Anreize" für sparsames Verhalten geben. Oliver Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, will "weniger Haltung" in den Öffentlich-Rechtlichen.
new-business.de, "epd medien aktuell" vom 20.01.2023 (€), sueddeutsche.de, rlp.de (Beschluss), turi2.de (Background)

Zitat: Aline Abboud wurde der Stempel ‘Migrations­hinter­grund’ aufgedrückt.

"Ich habe von dem Stempel 'Migrations­hinter­grund' profitiert, trotzdem habe ich es eigentlich nicht gewollt."

"Tages­themen"-Moderatorin Aline Abboud empfand es als "mühsam und auch nicht plausibel", als sie zum ersten Mal als Mensch mit Migrations­hinter­grund bezeichnet wurde, erzählt sie im großen Interview in der turi2 edition #20. Heute nutze sie diesen Stempel bewusst, um auf marginalisierte Gruppen aufmerksam zu machen.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Zitat: ZDF-Intendant Norbert Himmler sieht sich mit der ARD im Wettbewerb “um die beste Qualität”.

"Mein Bild der Zukunft ist ein Netzwerk mit öffentlich-rechtlichen Inhalten, in dem ZDF und ARD erkennbar bleiben, auch als Wettbewerber um die beste Qualität."

ZDF-Intendant Norbert Himmler sagt im Interview der "Süddeutschen Zeitung", dass es "unserer Demokratie guttut, wenn wir Nachrichten und Wahl­berichterstattung nicht nur von einem öffentlich-rechtlichen Anbieter haben". Die Debatte, ob es im Umfang wie bisher zwei Systeme geben muss, findet er "aber auch nachvoll­ziehbar".
sueddeutsche.de (€)

Rechnungshöfe fordern vom MDR mehr Einsparungen und Stellenabau.

Spar-Befehl: Die Rechnungshöfe von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern vom MDR mehr Sparsamkeit und einen weiteren Stellen­abbau, berichtet Flurfunk Dresden. Der Thüringer Rechnungshof hat federführend das Controlling des Senders von 2016 bis 2020 geprüft und kommt zu dem Ergebnis: Der MDR tut nicht genug, um seine Spar­ziele zu erreichen und sein strukturelles Defizit abzubauen. Auch ein "aus­reichender Stellen­abbau" sei bei den Plan­stellen "nicht erkennbar", monieren die Prüfer. Der MDR hält dagegen und verweist auf bereits erfolgte Maß­nahmen.
flurfunk-dresden.de, thueringer-rechnungshof.de

Nachtrag 17.01.2023, 18.00 Uhr
Ein MDR-Sprecher erklärt zum Bericht des Rechnungshof:

"Wir setzen im MDR die Einsparvorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) im Bereich Personal um, und gehen seit 2021 sogar darüber hinaus.

Auch der Abbau des strukturellen Defizits findet beim MDR statt. Ein vollständiger Abbau kann erst dann erfolgen, wenn die vorhandenen Gewinnrücklagen vollständig aufgebraucht sind. Dies wird Ende 2024 der Fall sein.

Bereits im November 2022 hat sich der Verwaltungsrat des MDR mit der Prüfungsmitteilung sowie dem Entwurf des abschließenden Berichts des Landesrechnungshofes Thüringen befasst.

Im Ergebnis der Prüfung haben die Rechnungshöfe keinerlei Verstöße der Finanzordnung festgestellt. Die staatsvertraglichen Vorgaben wurden und werden vom MDR eingehalten."

RBB-Krise: Anwaltskanzleien berechnen dem RBB bisher mehr als 1,4 Mio Euro für Rechtsberatung.


Recht teuer: Die RBB-Krise um Ex-Intendantin Patricia Schlesinger kostet den Sender bisher mehr als 1,4 Mio Euro an Anwalts­kosten für den Zeitraum von Juli bis Ende November, berichtet das RBB-Recherche-Team. 31 Rechts­beraterinnen von vier Kanzleien sind für den RBB im Einsatz – zusätzlich zu den eigenen Rechts­beiständen von Schlesinger und vier weiteren Personen. Allein die Kanzlei Allein Lutz/Abel, die 20 Anwälte stellt, berechne dem RBB bisher 1 Mio Euro für ihre Dienste. Auch Abstimmungen unter­einander stellen die Kanzleien teils minutiös in Rechnung – zu Stunden­sätzen von bis zu 500 Euro. Am Freitag will der RBB-Untersuchungs­aus­schuss im Brandenburger Landtag den Fall thematisieren.

In der Kritik steht auch, dass Anwälte Leistungen für die General­staats­anwaltschaft erbringen – sie aber dem RBB in Rechnung stellen, etwa "Abstimmung und Durchsicht" von Unterlagen zur Übergabe an Staats­anwaltschaft oder Telefon­konferenzen und Treffen mit Ermittlern. Rechts­wissen­schaftler Uwe Hellmann von der Uni Potsdam fürchtet, dass die Ermittler nur vorgefilterte Unterlagen erhalten und somit "eben kein vollständiges Bild". Der Prodekan und Leiter der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, Martin Heger, sieht die Gefahr, "dass durch die Vorauswahl des Materials durch die Anwälte eine gewisse Schlag­seite entsteht".
tagesschau.de

Zitat: Aline Abboud könnte sich auch mehr als zwei öffentlich-rechtliche Anstalten vorstellen.

"Für mich können es auch drei oder vier öffentlich-rechtliche Sender sein. Ein bisschen Konkurrenz schadet ja nicht."

"Tages­themen"-Moderatorin Aline Abboud stören die Rufe nach Privatisierung von ARD und ZDF. Die Sender seien ein "Privileg", für das uns andere Länder beneiden, sagt sie im großen Interview in der turi2 edition #20.
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

turi2 edition #20: Aline Abboud über Moderation und Mental Health.


Verstecken ist nicht: Aline Abboud ist schnell zur Moderatorin der “Tagesthemen” aufgestiegen. “Wenn du weiterkommen willst, musst du ein bisschen auffallen”, sagt sie im großen Interview in der turi2 edition #20. Dabei hat Aufmerksamkeit für sie nicht nur gute Seiten. Mit Tim Gieselmann spricht sie darüber, wie sie Mattscheibe und mentale Gesundheit managt und wie anstrengend ein Tag im Studio sein kann.
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Du bist, was du lernst – Tilmann Gangloff über 50 Jahre deutsche “Sesamstraße”.


Bildungsfernsehen, das Spaß macht: Die “Sesamstraße” war “bereits divers, als sich hierzulande noch niemand etwas unter ‘Diversity Management’ vorstellen konnte”, schreibt Medien­journalist Tilmann Gangloff bei epd Medien zum 50. Geburtstag der Kindersendung. 1969 im US-Fernsehen entstanden, um Kinder aus ethnischen Minderheiten zu fördern, hat sich die deutsche “Sesamstraße” bald vom US-Original emanzipiert. Galt es hierzulande lange als ungeschriebenes Gesetz, dass Kinder unter sechs Jahren gar kein TV schauen sollten, wurde das Fernsehen mit der “Sesamstraße” zum “Vorschul­erzieher”. turi2 veröffentlicht den Beitrag in der wöchentlichen Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2. Weiterlesen >>>

Franziska Giffey spricht sich gegen Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus.

Berliner Bescheidenheit: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey spricht sich gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus, berichtet der "Tagesspiegel". Die Rundfunkbeiträge müssten "stabilisiert" und über 2025 hinaus möglichst "auf dem jetzigen Niveau gehalten" werden. Außer Giffey hatten sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke für ein Einfrieren des Rundfunkbeitrags stark gemacht.
tagesspiegel.de

MDR Sachsen startet Instagram-Newsformat “SachsenUpdate”.

Im Osten was Neues: MDR Sachsen will mit dem Instagram- und Facebook-Newsformat SachsenUpdate die Zielgruppe der 20- bis 35-Jährigen abholen. Seit 2. Januar präsentiert eine Moderatorin an jedem Werktag ein ca. einminütiges Reel mit den drei wichtigsten Nachrichten des Tages. Inspiration kommt vom MDR Sachsen-Anhalt, der seit rund einem Jahr das ähnliche Sachsen-Anhalt-Update liefert.
flurfunk-dresden.de, mdr.de

Louis Klamroth erntet gemischte bis aufmunternde Kritiken für “Hart aber fair”-Premiere.

Nicht ganz so hart: Moderator Louis Klamroth bekommt für seine Premiere bei "Hart aber fair" gemischte bis aufmunternde Kritiken. Josef Nyary sieht bei "Bild" einen verkrampften "Jungkicker beim ersten Training mit den Profis", der zur Halbzeit die Kurve bekommt. Cornelius Pollmer vermisst in der "Süddeutschen" die Härte und urteilt angelehnt an den Titel der Sendung, dass einen Teil der Krisenrechnung "die Zuschauer mit ihrer Zeit" zahlen. Im "Spiegel" wünscht sich Christian Buß von Klamroth weniger Signatur-Moves von Vorgänger Frank Plasberg.
bild.de, sueddeutsche.de (€), spiegel.de (€)

Dietmar Woidke stemmt sich gegen höheren Rundfunkbeitrag.

Skandal-Puffer: Branden­burgs Minister­präsident Dietmar Woidke lehnt eine mögliche Erhöhung des Rund­funk­beitrags wegen der RBB-Affäre klar ab. "Wir haben erlebt, wie der RBB das Geld der Beitrags­zahler in Dinge gesteckt hat, die nicht notwendig waren", sagt er der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Er spricht sich außerdem dafür aus, die Gehälter der Intendantinnen zu beschränken. Diese seien "toxisch".
maz-online.de (€), rnd.de, horizont.net

TV-Tipp: Louis Klamroth moderiert heute Abend zum ersten Mal “Hart aber fair”.

TV-Tipp: Heute Abend um 21 Uhr gibt Louis Klamroth sein Moderations-Debut bei der ARD-Talkshow "Hart aber fair". Der Nach­folger von Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen Lars Klingbeil, Jens Spahn, Melanie Amann, Monika Schnitzer und Engin Kelik zum Thema "Ein Land wird ärmer: Wer zahlt die Krisen­rechnung 2023?".
augsburger-allgemeine.de,twitter.com (98-Sek-Videofragebogen)

Zahl des Tages: BR-Journalistin Kirsten Girschick hat 2022 die meisten “Tagesthemen”-Kommentare geliefert, Frauenanteil sinkt aber.

Zahl des Tages: Insgesamt 252 Kommentare haben ARD-Journalistinnen 2022 in den "Tagesthemen" gesprochen, zehn weniger als 2021, ermittelt Medien­insider. Am häufigsten, zehnmal, hat BR-Journalistin Kirsten Girschick (Foto) aus dem ARD-Haupt­stadt­studio kommentiert. Hinter ihr folgenden NDR-Mann Holger Ohmstedt mit neun und SWR-Frau Sabrina Fitz mit sieben Kommentaren. 45 % der Meinungsbeiträge stammen von Frauen – 2021 waren es 49 %. Die meisten Kommentare kamen von NDR und WDR.
medieninsider.com

Basta: Das Krümelmonster haut einen “Tagesthemen”-Kommentar raus.

Krümel dir deine Meinung: Zum 50. Geburtstag der "Sesamstraße" in Deutschland holen sich die "Tages­themen" Puppen ins Studio. Heute um 21.45 Uhr sind Ernie, Bert und Grobi neben Caren Miosga zu sehen. In einer Sonder­sendung am Sonntag um 7.20 Uhr darf das Krümel­monster dann sogar einen Kommentar sprechen. Aus Plüsch und Hand im Po – so war das mit der Viel­falt in den Öffentlich-Rechtlichen aber nicht gemeint.
tagesschau.de (mit 2-Min-Video), faz.net, presseportal.de