Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Zitat: Marcus Bornheim macht wenig Hoffnung auf Jan Hofer im Hoodie.

"Die 'Tagesschau' ist recht strikt in ihrem Format, die kann man nicht künstlich jünger machen – auch nicht mit Berichten über Miley Cyrus oder Justin Bieber oder wenn Jan Hofer mit Hoodie und Sneakers moderiert."

Marcus Bornheim, neuer "Tagesschau"-Chef, macht sich keine falsche Hoffnung auf junge TV-Zuschauer – und will sie lieber online, etwa auf Instagram, erreichen.
haz.de

Berufe mit Zukunft von A-Z: Y wie YouTuber – Rayk Anders.


Politik mit Memes, Fakten mit Schnodderslang: Rayk Anders erklärt für junge Leute, die nicht jeden Tag auf den "Tagesschau"-Gong warten, Politik, schreibt Anne Fischer in ihrem Porträt über den YouTuber. Sein größter Erfolg: Wenn er es schafft, seine Zuschauer zu entradikalisieren. Dass er sich über seinen größten Misserfolg so ärgert, dass er am liebsten nicht darüber spricht, sagt Anders im Erfolgs-Videofragebogen. Das ganze Porträt aus der turi2 edition #8 lesen Sie hier als Online-Text und hier im kostenlosen E-Paper.

Video-Tipp: Stefan Winterbauer trifft Ulrich Wilhelm zum "Sommerinterview".

Meedia schickt Stefan Winterbauer zum Video-"Sommerinterview" mit ARD-Chef Ulrich Wilhelm (Foto). In knapp 30 Minuten fragt er Wilhelms Positionen zu aktuellen Themen und Kritik ab. Wilhelm lehnt eine Verengung des Auftrags von ARD und ZDF auf Kultur, Bildung und Information ab, bekräftigt seine Forderung nach einem an die Teuerungsrate angepassten Rundfunkbeitrag und kontert Kritik, dass die ARD vor allem Ältere erreiche.

Den Vorwurf politisch unausgewogener Berichterstattung sieht Wilhelm gelassen, weil es ihn schon in vordigitaler Zeit gab, will die Kritiker aber ernst nehmen. "Wir sind nie divers genug", sagt Wilhelm zur Frauenquote in Führungspositionen und sozialer Durchmischung der Redaktionen. Öffentliche Debatten sollten ARD-Journalisten - auch bei Twitter - eher abbilden, als selbst zum Akteur zu werden, sagt Wilhelm über twitternde Mitarbeiter. Selbst will der BR-Intendant nicht auf Twitter aktiv werden.
youtube.com (30-Min-Video), meedia.de

Steingart-Podcast: Maaßen beklagt "Inzucht in den Redaktionsstuben".

Gabor Steingart lässt den geschassten Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen (Foto) zur Schelte auf öffentlich-rechtliche Medien antreten. Das Mitglied des erzkonservativen Unionsflügels Werteunion sieht in deutschen Redaktionen eine links-grüne Mehrheit und beklagt "Inzucht" – "bestimmte Netzwerke fördern ihre Leute, die sie dann nach oben bringen". Tendenziöse Berichterstattung gesteht der "politisch interessierte Bürger" privaten Tageszeitungen zu, von ARD und ZDF verlangt er Objektivität. Maaßen findet, dass über den "Skandal" um das Framing Manual der ARD nicht ausreichend diskutiert wurde. Er selbst informiere sich bei Gabor Steingart, in der Schweizer "NZZ", österreichischen und englischsprachigen Zeitungen.
gaborsteingart.com (24-Min-Audio, ab Min 7)

WDR-Mitarbeiter streiken, "MoMa" und "Tagesschau" laufen vom Band.

WDR hat das ARD-"MoMa" sowie die "Tagesschau" heute zwischen 7 und 8 Uhr nicht live, sondern nur eine Aufzeichnung der Stunde zuvor gesendet. Grund war ein Streik, zu dem die Gewerkschaft Verdi u.a. Kameraleute für heute zwischen 6 und 24 Uhr aufgerufen hatte.
noz.de

ARD realisiert "Siegfried und Roy"-Kinofilm mit Ufa und Michael "Bully" Herbig.

Magische Rettung: Die ARD Degeto realisiert die Verfilmung der Lebensgeschichte von "Siegfried und Roy" als Kinofilm, schreibt "Bild". Das Projekt war zunächst als Serie geplant, wurde aber im Juni vom WDR aus Kostengründen gestoppt. Michael "Bully" Herbig, der sich zuvor selbst um die Verfilmung bemüht hatte, steige neben der ARD Degeto und der Ufa mit ein.

In der ARD wird das Werk anschließend als Zweiteiler ausgestrahlt, schreibt "Bild". Die Dreharbeiten sollen Anfang 2020 beginnen, Kinostart sei 2021. Seit rund drei Jahren arbeiten der WDR, die ARD Degeto und Produzent Nico Hofmann an dem Stoff und setzten sich im Kampf um die Filmrechte gegen mehrere Konkurrenten durch.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: ARD-Rücklagen wachsen bis Ende 2020 auf 1,1 Mrd Euro.

Zahl des Tages: Auf stattliche 1,1 Mrd Euro wachsen die Rücklagen der ARD-Anstalten bis Ende 2020, schreibt Medienkorrespondenz. Dadurch sei der zuletzt bei der Kef gemeldete zusätzlichen Finanzbedarf nicht höher als 1,84 Mrd Euro ausgefallen. Der Großteil der Rücklagen entfällt mit 636 Mio Euro auf die beiden größten Anstalten, WDR und SWR.
medienkorrespondenz.de, turi2.de (Background)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag steigen 2018 leicht auf 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2018 insgesamt 8,009 Mrd Euro eingenommen. Das ist ein minimales Plus von 0,43 %, jedoch das erste seit 2014. Die Zahl der Wohnungen, deren Bewohner Rundfunkbeitrag zahlen, stieg um 1 % auf 39,5 Mio, u.a. durch einen Meldedatenabgleich.
handelsblatt.com, presseportal.de

TV-Tipp: BR und das "Handelsblatt" zeigen Ausmaß von Audis Abgasaffäre.

TV-Tipp: Das Erste, Montag, 22.45 Uhr: Audi hat in der Abgasaffäre offenbar noch bis Anfang 2018 Diesel-Modelle verkauft, die unerlaubte Abschalteinrichtungen nutzen, sagen Recherchen vom "Handelsblatt" und dem BR. Die Autoren Arne Meyer-Fünffinger, Josef Streule und Lisa Wreschniok erhielten für "Die Story im Ersten: Der Fall Audi" Einsicht in vertrauliche Dokumente.
daserste.de

Meinung: Pyrotechnik hilft Sendern im Wettbewerb gegen Netflix nicht.

Screenforce Days: Das Selbstbewusstsein der Sender ist "imposant", bilanziert "FAZ"-Redakteur Matthias Hannemann. Die Pyrotechnik käme bei den Programmpräsentationen kaum hinterher. RTL stichelte, dass es für journalistische Verantwortung "keinen Bildungsauftrag" brauche. Die Sender müssten im Wettbewerb mit Netflix mit Eigenproduktionen punkten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Zitat: Lasst die Dinos aussterben, sagt Hans Demmel.

"Einfach draufsatteln wie gehabt und möglichst viele Dinosaurier weiterhin durchfüttern ist der falsche Weg."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, schreibt in einem Gastbeitrag in der "FAZ", die Öffentlich-Rechtlichen bräuchten einen neuen Auftrag, der z.B. "in der Regel anspruchsvolle Sendungen" vorschreibt und das Gesamtangebot reduziert.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Rundfunkanstalten wollen 3 Mrd Euro mehr für die Zeit von 2021 bis 2024.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschland­radio fordern für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 rund 3 Mrd Euro mehr, schreibt die "Medienkorrespondenz". Das wären rein rechnerisch 1,70 Euro mehr pro Monat. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die KEF das zusätzliche Geld in voller Höhe genehmigt. Die Anstalten hatten ihren Finanzbedarf im April angemeldet, aus den öffentlichen Mitteilungen ging jedoch kein konkreter Betrag hervor.
medienkorrespondenz.de

Marcus Bornheim wird "Tagesschau"-Chef, auch Juliane Leopold Chefredakteurin.


Drei auf einen Streich: Die "Tagesschau" wird ab Oktober von einem Trio geführt. Marcus Bornheim (Mitte), 45, wird Erster Chefredakteur von ARD-aktuell. Der bisherige Vize übernimmt von Kai Gniffke, der als Intendant zum SWR geht. Bornheims Stellvertreter wird Helge Fuhst, 35, der derzeit ARD-Programmchef bei Phoenix ist. Mit tagesschau.de-Chefin Juliane Leopold, 36, rückt eine in Ostdeutschland geborene Frau in die Herrenriege auf – sie wird Chefredakteurin Digitales.

Das Trio fängt in Hamburg-Lokstedt im doppelten Sinne neu an: Derzeit entsteht neben den derzeitigen Büros und Studios ein neues, crossmediales Nachrichtenhaus. Es soll stark auf die Arbeit an digitalen Angeboten ausgerichtet sein. Die "Tagesschau" erreicht zunehmend Zuschauer per App oder über soziale Medien statt mit ihrer Flaggschiff-Ausgabe um 20 Uhr, die auch weiterhin von Millionen Menschen geschaut wird. Juliane Leopold kann im Rang einer Chefredakteurin jetzt noch unmittelbarer alle Arbeitsabläufe auf die digitalen Kanäle ausrichten. (Foto: NDR, Phoenix; Montage: turi2)
presseportal.de

135 Mio Euro für drei Spielzeiten: Die ARD zahlt künftig mehr für den DFB-Pokal.


Hohe Rückennummer: Die ARD lässt sich die Übertragungsrechte für den DFB-Pokal künftig mehr kosten. Der "Spiegel" zitiert aus einem vertraulichen Papier, wonach der Preis um 8 Mio auf 135 Mio Euro für die drei kommenden Spielzeiten bis 2022 steigt. Zu den Gebühren hinzu kämen pro Saison weitere 1,4 Mio Euro als Zuschüsse für die Produktionskosten. Laut ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky haben alle zuständigen Gremien zugestimmt. Zu den Details wolle sich Balkausky aus rechtlichen Gründen nicht äußern.

Laut dem Papier darf die ARD neun Live-Spiele im Free-TV zeigen, darunter die Halbfinale und das Finale. Auch die Rechte an den Spielen der Frauen seien Teil des Deals. Neben der ARD halten auch Sky und Sport1 Rechte für TV-Übertragungen. Sky hat die exklusiven Pay-TV-Rechte, Sport1 halte nachrangige Live-Spiel-Lizenzen.

In der "Spiegel"-Vorabmeldung und wohl auch in der gedruckten Ausgabe ist von jeweils zwei Spielzeiten, den "Saisons 2019/20 und 2021/22" und den "beiden Spielzeiten davor" die Rede. Der "Spiegel" hat den Fehler gegenüber turi2 telefonisch korrigiert.
"Spiegel 26/2019", S. 59 (Paid)

NDR-Mitarbeiter streiken für mehr Geld, einzelne Sendungen fallen aus.

NDR: Mehr als 380 Mitarbeiter haben am Mittwoch gestreikt. Der Warnstreik dauert noch bis Mitternacht. Tagsüber fielen "NDR aktuell", "Mein Nachmittag" und "Das!" aus. Am Abend laufen die aktuellen Ausgaben von "extra 3" und "Zapp" nur im Live-Stream, im TV gibt es Wiederholungen. DJV und Verdi fordern, dass sich der NDR bei der Gehaltsentwicklung weiterhin am öffentlichen Dienst der Länder orientiert, die 8 % mehr zahlen. Der NDR bietet nur 1,9 % mehr Geld.
djv-hamburg.de, ndr.verdi.de, ndr.de

WDR-Rundfunkrat stoppt ARD-Serienprojekt über "Siegfried und Roy".

WDR verabschiedet sich aus finanziellen Gründen von der ARD-Verfilmung der Lebensgeschichte der Magier "Siegfried und Roy", schreibt Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Die Ufa-Produktion war als sechsteilige Eventserie geplant. Als größte Landesrundfunkanstalt hätte der WDR den größten Anteil finanziert. Nach der WDR-Absage droht dem Millionenprojekt das Aus. Die Degeto will eine alternative Finanzierungsmöglichkeit prüfen, schreibt die "Bild am Sonntag".
medienkorrespondenz.de, "Bild am Sonntag", S. 41 (Paid)

Aus dem turi.tv-Archiv: Ufa-Chef Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen" (Archiv 08/2018).

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch BR und SWR Fake-Geschichten erzählt.

Fake-Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch den BR und den SWR getäuscht, berichtet Spiegel Online. In Radio-Interviews hat sie über eine frei erfundene Sexual-Beratung für junge Männer in Indien bzw. Flüchtlinge in Deutschland berichtet - wie auch bei Zeit Online und Deutschlandfunk Nova. In ihrem Blog erfand sie Holocaust-Opfer.
spiegel.de, turi2.de (Background)

SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow