Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Studie: Eigenproduktionen von Streamingdiensten sind weniger divers als vermutet.

Netflix LogoMehr Schein als Sein: Die Eigenproduktionen von Streamingdiensten wie Netflix und Amazon sind in Sachen Diversität nicht besser als das deutsche TV, sagt eine Studie der Uni Rostock. Rund 60 % der Protagonisten seien Männer, ähnlich wie im Fernsehen. Bei der Vielfalt sexueller Lebensentwürfe seien die Streaming-Plattformen vergleichsweise divers. Die "Vielfalt von Frauen" ist aber eingeschränkt: Die Protagonistinnen seien oft "jung, haben genormte schlanke Körper und Berufe, die ihre emotionale Kompetenz betonen". Frauen ab 50 kämen kaum vor. Rund 80 % der Figuren in deutschen Streaming-Produktionen sind weiß. In 93 % der Fälle führen Männer Regie, bei ARD und ZDF waren es nur 83 %.
sueddeutsche.de

Meinung: Von der WDR-Spotify-Kooperation profitiert vor allem Spotify.

WDR hat mit der Kooperation mit Spotify beim Maischberger-Podcast Tatsachen für die gesamte ARD geschaffen, von denen vor allem Spotify profitiert, kommentiert Sandro Schroeder. Spotify bekommt für seine Marke die analoge und digitale Reichweite der ARD, die es versäumt hat, selbst eine offene Podcast-Plattform zu etablieren. Die Kooperation wirke "wie ein verzweifeltes Nachsteuern" und sei "keine gute Strategie".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Zitat: Für RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ist der Rundfunkbeitrag kein “Basar”.

"Wir befinden uns hier nicht auf einem Basar. Wir liefern etwas und dann kommt tatsächlich die Beitragserhöhung."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger sagt im Radioeins-Medienmagazin, dass die Politik die Erhöhung des Rundfunk­beitrags und medien­politische Fragen zum Auftrag von ARD und ZDF bewusst voneinander getrennt hat. Einen Plan B habe sie nicht in der Schublade.
wwwagner.tv (mit 7-Min-Audio), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Kai Pflaume zieht kreatives Arbeiten der Unternehmer-Rolle vor, sagt er im OMR-Podcast.

Hör-Tipp: TV-Moderator Kai Pflaume war einer der ersten zehn Menschen in Deutschland mit eigener Facebook-Seite - nachdem sein privates Profil schnell an die 5.000-Freunde-Grenze stieß, erzählt er im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Der Name Pflaume prädestiniere ihn für Unterhaltung, sein Berufsleben sei gekennzeichnet von Beständigkeit. Am liebsten mache er "schönes Fernsehen", bei dem niemand vorgeführt wird. Pflaume hat sich bewusst dagegen entschieden, seine Sendungen mit eigener Firma zu produzieren, weil er lieber inhaltlich und kreativ arbeiten will, sagt er. Seine Sendungen wie Wer weiß denn sowas haben Gesprächswert und werden auch in sozialen Medien geteilt, wodurch junge Zuschauer*innen im TV einschalten und feststellten: "Das kann man ja gucken".
omr.podigee.io (76-Min-Audio)

TV-Talk “Hirschhausens Sprechstunde” bekommt einen Radio-Ableger bei WDR 4.

WDR bringt "Hirschhausens Sprechstunde" ins Radio: Ab dem 23.11. gibt TV-Arzt Eckart von Hirschhausen bei WDR 4 jeden Montag um 9.25 Uhr fünfminütige Impulse für einen gesunden Lebensstil und erklärt Zusammenhänge zwischen persönlicher Gesundheit und Veränderungen der Umwelt. Im WDR Fernsehen laufen sechs neue Ausgaben der gleichnamigen TV-Talkshow ab dem 4. Januar 2021.
presseportal.de

Rundfunkbeitrag: Reiner Haseloff kündigt Gespräche an.

Rundfunkbeitrag: Reiner Haseloff will offenbar vermeiden, dass seine CDU gemeinsam mit der AfD gegen eine Erhöhung des Beitrags für ARD und ZDF stimmt. Im "Spiegel" kündigt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident "Gespräche" mit seinen Koalitionspartnern, SPD und Grünen, an, die einer Erhöhung zustimmen wollen. Die gemeinsame Haltung von CDU und AfD im Gebührenstreit wird inzwischen zur Belastung – auch auf Bundesebene.
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Das Digitale ist für uns das größte Projekt.” Kika-Chefin Astrid Plenk über die Zukunft des Kinderfernsehens.


Großes Programm für die Kleinen: "Wir sind ein TV-Sender, aber wir sind auch ein Content-Anbieter." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Astrid Plenk, wie sie Kika, das Kinderprogramm von ARD und ZDF, für die Zukunft aufstellt. Die Programmgeschäftsführerin erklärt, dass viele junge Eltern heute schon selbst nicht mehr mit linearem Fernsehen sozialisiert wurden – auch deswegen ist das Digitale "für uns das größte Projekt". Obwohl die Online-Abrufe stark wachsen und die TV-Verbreitung leicht nachlässt, will sie beide Verbreitungswege aber nicht gegeneinander ausspielen, denn beide profitieren vom jeweils anderen.

Auch der Erfurter Kindersender musste und muss auf Corona reagieren: Aktuell kommen etwa keine Kindergruppen mehr in den Sender wie noch vor der Pandemie. Dafür hat der Kika sein Programm immer den jeweiligen Situationen der Kinder angepasst, erklärt Astrid Plenk. Im ersten Lockdown gab es anfangs mehr Wissens-Angebote, später als sich die Schulen "eingeschunkelt" hatten, hat der Kindersender am Nachmittag wieder mehr Unterhaltung gezeigt. Wichtig seien auch Beschäftigungs-Angebote gewesen, etwa Bewegungs- und Bastel-Tipps. Aus Rückmeldungen von Kindern und Eltern weiß Plenk, dass der Sender damit ein bisschen helfen konnte, dem Lagerkoller im Lockdown vorzubeugen.

Im ausführlicheren turi2-Podcast geht es außerdem um das Kinderfernsehen früher und heute. Plenk erklärt, dass die Harry-Potter-Filme den Anstoß gegeben haben, Erzähl-Strukturen und die Bildsprache im Kinderprogramm zu modernisieren. Außerdem beobachtet sie, dass Sendungen, die Kinder zielgruppengerecht ansprechen, oft auch bei den Eltern beliebt sind.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (25-Min-Interview bei Apple Podcast, Spotify, Deezer, Audio Now)



Ulf Poschardt kritisiert Klima-Themenwoche der ARD als “Ökolobby”-Arbeit.

"Welt"-Chef Ulf Poschardt teilt wieder aus – diesmal gegen die ARD. Er wirft ihr vor, in ihrer Klima-Themenwoche "abgeschmackte Ökolobby-Laubsägearbeit" und unkritischen Journalismus zu betreiben. Die Parteilichkeit zerstöre "nahezu jede Glaubwürdigkeit". Poschardt befürwortet, dass die CDU (wohlgemerkt auch die AfD) in Sachsen-Anhalt eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags ablehnt. Dieses "leise Signal des Widerstands" müsse "dringend stärker werden".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Rundfunkbeitrag: CDU und AfD in Sachsen-Anhalt blockieren die Erhöhung.

Rundfunkbeitrag: Eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum Jahreswechsel wird unwahrscheinlicher. Nach Medienberichten werden CDU und AfD in Sachsen-Anhalt den Aufschlag von 86 Cent pro Monat ablehnen. Am 2. Dezember gibt der zuständige Ausschuss eine Empfehlung an den Landtag ab, der Mitte Dezember entscheiden soll. In Sachsen-Anhalt regieren CDU, SPD und Grüne miteinander – die Koalitionspartner zeigen sich vom Verhalten der CDU irritiert.
n-tv.de

MDR vergibt Sendezeit an freie Künstler*innen.

MDR vergibt "Freie Sendezeit für freie Künstlerinnen und Künstler". Aus mehr als 350 Bewerbungen hat der MDR 15 Kulturschaffende aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgewählt, die zwischen dem 21. und 27.11. jeweils fünf Minuten Sendezeit im MDR Fernsehen bekommen, um ihre Projekte zu präsentieren. Für ihre Produktion stellt der Sender insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.
dwdl.de, rnd.de, mdr.de

ARD setzt beim Wintersport auf ein neues Studio in Köln.

ARDWintersport-Übertragungen bei ARD und ZDF kommen wegen Corona häufiger aus dem Studio in Deutschland. Die ARD hat dafür ein neues Wintersport-Studio in Köln gebaut. Ein Kamerateam und ein Reporter oder eine Reporterin sollen jedoch vor Ort sein. Die Sender geben an, dass durch die wegfallenden Dienstreisen aber keine Kosten eingespart würden, da zeitgleich die langfristige Planungssicherheit wegfalle.
mainpost.de

Der WDR kooperiert beim Maischberger-Podcast künftig mit Spotify.


Podcast becomes the Radio-Star: Der WDR kooperiert künftig mit Spotify und sichert sich so die Rechte am Sandra Maischberger Podcast. Laut WDR planen einige Landesrundfunkanstalten, die Gespräche des Podcasts im Radio auszustrahlen. Damit werde "weltweit erstmals eine Audio-Kooperation mit Spotify auch im Radio zu hören sein." Bereits jetzt gibt es die Folgen des Formats auch in der ARD-Audiothek. Schiwa Schlei, Leiterin ARD Partnermanagement Audio, sagt: "Uns ist es wichtig, ARD-Personalities über alle Mediengattungen und Plattformen hinweg als ARD Köpfe und Stimmen zu positionieren."

Der Sandra Maischberger Podcast erscheint seit Mitte September, bislang exklusiv bei Spotify. In den jeweils rund einstündigen Folgen spricht die Journalistin mit jeweils einem Gast über gesellschaftliche wie private Themen. Gäste waren bereits unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn, Unternehmer Dirk Roßmann und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. (Foto: Jens Krick / Geusker-Fotopress / Picture Alliance)
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zeit Online und der RBB produzieren eine gemeinsame Doku über rechte Gewalt.

Baseballschlägerjahre heißt eine multimediale Dokumentation von Zeit Online und RBB. In sechs jeweils 15-Min-Filmen berichtet die Doku-Reihe über die Erfahrungen mit rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. Die Beiträge sind ab dem 2. Dezember auf der Website und im Instagram-Kanal von Zeit Online zu sehen sowie in der ARD-Mediathek und den Social-Media-Accounts des RBB. Der Titel "Baseballschlägerjahre" stammt von einem Twitter-Hashtag, unter dem Ende 2019 zahlreiche Nutzer*innen nach einem Aufruf des Zeit-Online-Redakteurs Christian Bangel ihre Erfahrungen geschildert haben.
zeit-verlagsgruppe.de

Bayer-Kommunikator wirft Polit-Magazinen NGO-Nähe vor.

Vergiftete Stimmung: Christian Maertin, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Bayer, wirft öffent­lichen-rechtlichen Politmagazinen in einem Beitrag bei Linked-in vor, auf der Seite von NGOs zu stehen und unkritisch deren Sichtweise und Recherchen zu über­nehmen. Die nahe­liegendsten Fragen würden die Redaktionen nicht stellen, aus seiten­langen Antworten nur Halb­sätze zitieren. "Monitor"-Chef Georg Restle widerspricht bei Übermedien: Jede Recherche sei ergebnisoffen, gerade Themen von NGOs würden in den Konferenzen häufig "besonders kritische Reflexe" auslösen.
uebermedien.de (Paid), linkedin.com (Beitrag Martin)

ARD-Sender fördern mit Projekten mehr Diversität im Programm.

Diversität im Journalismus: Der BR fördert mit dem Projekt Puls Talente seit Sommer gezielt Menschen mit interkulturellem Hintergrund, die sonst nicht den Weg in die Redaktionen finden würden. Die fünf Talente, drei Frauen und zwei Männer, sollen Geschichten aus anderen Perspektiven erzählen, berichtet Burkhard Schäfers im Deutschlandfunk. Auch andere ARD-Sender fördern Nachwuchs-Journalist*innen mit "medien-untypischen Biografien".
deutschlandfunk.de (mit 6-Min-Audio)

Boris Rosenkranz: Datenprojekt zu ARD-Volos ist nicht repräsentativ.

ARDStudien-Kritik: Das Datenprojekt, das die Diversität der ARD-Volos untersucht, erfasst nur 57 % der Nachwuchsjournalist*innen und gibt daher nur ein bruchstückhaftes Bild ab, schreibt Boris Rosenkranz. In der Rezeption stellt er zudem fest, dass es den Kommentierenden meist nicht um Ursachen für die politische Tendenz nach links geht. Sie nutzten das Untersuchungsergebnis nur als Bestätigung für Kritik.
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Basta: Gottschalk macht 2020 zur Oase der Glückseligkeit.

Hätte, hätte, Anzugwette: Thomas Gottschalk wird im Dezember im Ersten einen Jahresrückblick präsentieren – mit Dingen, die 2020 nicht passiert sind. Das Erste kündigt "Gottschalk holt's nach" als Heile-Welt-Fluchtort an. Wir rechnen nicht damit, dass Gottschalk in der Sendung nachholt, was bei ihm bis dato ausgefallen ist: ein Gespür für geschmackvolle Anzüge.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Anja Würzberg wird neue Leiterin von NDR Kultur.

NRD befördert Anja Würzberg zur neuen Leiterin des Radioprogramms NDR Kultur. Sie folgt auf Barbara Mirow, die in den Ruhestand geht. Würzberg war bisher Chefin der Fernsehredaktion Religion und Gesellschaft, davor persönliche Referentin des Intendanten und Vize-Leiterin der Abteilung Dokumentation und Reportage. Auch Musikchef Michael Schreiber geht in den Ruhestand, ihm folgt Bettina Taheri-Zacher, die vom SR kommt.
presseportal.de

TV-/Streaming-Tipp: Diese Medien berichten live mit Sondersendungen zur US-Wahl.

TV-/Streaming-Tipp: Bild TV sendet zur US-Wahl ab 18:30 aus dem Oval Office - einer nachgebauten Kopie im Berliner Springer-Haus. Zeit Online berichtet ab 20.00 Uhr mit Gästen aus dem Berliner Studio. Im TV startet Welt um 18:30 Uhr mit einer Sondersendung, das ZDF sowie RTL und n-tv beginnen um 20.15 Uhr mit Spezial-Sendungen und Dokus, das Erste startet um 22.50 Uhr.
dwdl.de, fr.de (Übersichten), bild.de, zeit.de, presseportal.de (Welt TV), zdf.de, daserste.de, rtl.de

TV-Tipp: Dokudrama über Dutschke-Attentat arbeitet politischen und medialen Hintergrund auf.

TV-Tipp: Das Dokudrama Dutschke - Schüsse von rechts (Das Erste, 0.05 Uhr) beleuchtet die Verbindung des Attentäters Josef Bachmann zur rechtsextremen Szene. Besonders im Fokus steht sein soziales Umfeld, bestehend aus Rechtsradikalen der NPD, Polizei und V-Leuten. Hier fand er Gleichgesinnte und Zugang zu Waffen. Zwischen Spielszenen thematisieren Zeitzeug*innen immer wieder das aufgeheizte mediale Klima, besonders in der Springer-Presse.
sueddeutsche.de

Digitale ARD-Kulturplattform klappt ohne Beitragserhöhung nicht, sagt Tom Buhrow.

ARD bläst die geplante digitale ARD-Kulturplattform mit Sitz in Halle ab, wenn der Beitrag nicht erhöht wird, sagt Tom Buhrow, Vorsitzender der ARD, im Interview mit Michael Maier und Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung". Kurios: Die Erhöhung könnte am Veto Sachsen-Anhalts scheitern. Sobald ein Bundesland nicht dafür stimmt, ist sie vom Tisch. Ein gemeinsames Mantelprogramm für alle ARD-Kulturwellen im Hörfunk schließt Buhrow aus, wegen der "Budgetzwänge" müssten die Anstalten aber mehr kooperieren.
berliner-zeitung.de

Claudia Buckenmaier leitet ARD-Studio Washington, Detlef Schmitz die NDR-Finanzen.

NDR befördert TV-Journalistin Claudia Buckenmaier (Foto), 56, zur Leiterin des ARD-Studios Washington. Sie folgt auf Stefan Niemann, 54, der nach Hamburg zurückkehrt. Christian Blenker, 45, wird Studioleiter in Stockholm, seine Frau Sofie Donges, 39, kommt als Hörfunkkorrespondentin mit. Detlef Schmitz, 54, wird Leiter der Finanzen des Senders, er folgt auf Axel Kakarott, der in den Ruhestand geht.
ndr.de, dwdl.de

ARD-Chef Tom Buhrow kann sich Mediathek mit dem ZDF vorstellen.


Vernunfthochzeit: WDR-Intendant Tom Buhrow liebäugelt mit einer gemeinsamen Mediathek aller öffentlich-rechtlichen Sender. Im Gespräch mit DWDL-Chefreporter Torsten Zarges bei den Medientagen München sagt der amtierende ARD-Vorsitzende auf die Zuschauerfrage nach einer "Übermediathek": "Ich finde, das ist der Zug der Zeit." Buhrow spricht von einer "Kernfrage", die aber medienpolitisch heikel sei. In Richtung ZDF sagt er: "Ich kann verstehen, wenn unsere öffentlich-rechtliche Schwesteranstalt aus Mainz da im Augenblick einen Wettbewerbsvorteil sieht." Das ZDF habe seine Mediathek früher ausgerichtet und modernisiert. "Ich würde sagen, jetzt sind wir gleichauf", so Buhrow. Wichtig sei dabei, dass die "Konturen der beiden Systeme" weiterhin sichtbar blieben.

Wenn die Öffentlich-Rechtlichen "international wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist das etwas, was man im Blick haben muss", sagt Buhrow. Er habe den Eindruck, dass auch die Politik das verstanden habe. Bereits seit Ende März bieten die Mediatheken von ARD und ZDF einen gemeinsamen Login. Nutzer*innen müssen sich nur einmal registrieren und können die gleichen Zugangsdaten für personalisierte Angebote in beiden Mediatheken nutzen. (Foto: WDR/Annika Fußwinkel)
dwdl.de, wuv.de

TV-Tipp: ARD-Doku “Im Wahn” beschreibt Trumps Spaltung von Amerika.

TV-Tipp: In ihrer Langzeit-Doku Im Wahn – Trump und die Amerikanische Katastrophe (Das Erste, 22.50 Uhr) beobachten Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby, wie der Präsident einen Graben durch die amerikanische Gesellschaft schlägt. Ein Teil der Doku, die als Collage auf einen Off-Kommentar verzichtet, widmet sich auch der Rolle der Medien, die ihren Teil zur Spaltung beitragen. Im Radioeins-Medienmagazin berichten Lamby und Brinkbäumer über die Produktion unter Corona-Bedingungen und den Zugang zur US-Politik als deutsche Journalisten.
tagesspiegel.de, daserste.de (Doku online ab 18.00 Uhr), ndr.de (Medien), wwwagner.tv (38-Min-Audio)

BR erweitert Faktencheck-Team zur Bundestagswahl.

Bayerischer Rundfunk will seine Fakten­check-Redaktion im Wahl­jahr 2021 deutlich ausbauen. Das #Faktenfuchs-Team werde ab Januar "personell aufgestockt", um "weit über 1.000 Schichten bei Redaktion und Produktion", teilt BR-Chefredakteur Christian Nitsche auf Nachfrage mit. Die Recherchen sollen künftig auch im TV in der Rundschau sowie im Radio bei B5 aktuell laufen. Zudem ist der BR neuer Partner der Fakten-Offensive von Google und YouTube. Dadurch erscheinen bei Such­anfragen auch geprüfte Fakten­checks von BR24.
br.de, dwdl.de

Zitat: Die künftige BR-Intendantin Katja Wildermuth stellt Frauen nicht wegen ihres Geschlechts ein.

"Ich komme aus einem Umfeld von Frauen, die immer gesagt haben: 'Ich will den Job nicht nur haben, weil ich eine Frau bin.'"

Katja Wildermuth, designierte Intendantin des Bayerischen Rundfunks, sagt im BR-Medien­magazin, dass sie den Sender "möglichst plural aufstellen" will. Frauen habe sie bisher aber vor allem deshalb eingestellt, weil sie "die Besten waren".
br.de (Textfassung), br.de (4-Min-Audio ab 0:58)

Die Ärzte spielen das Intro der “Tagesthemen”.


Arztbesuch: Die "Tagesthemen" brechen am Freitagabend mit der Form und lassen ihr Intro im Studio von der Punkband Die Ärzte einspielen. Die Bandmitglieder stellen zudem Moderator Ingo Zamperoni vor und sprechen in Abwandlung des Originaltextes "Hier ist das Ärzte deutsche Fernsehen". Im späteren Verlauf der Sendung gibt die Band ein Interview, in dem sie die Situation von Menschen in der Kunst- und Kulturszene in der Coronapandemie kommentiert und gespickt von einigen kritischen Anspielungen auf Automobilindustrie und Lufthansa die Politik auffordert, mehr für die Kultur zu tun.

"Wir nehmen Kultur oft als gegeben hin", sagt Farin Urlaub und verweist auf die vielen Personen hinter den Kulissen: "Die werden gerade schon ein bisschen ignoriert". Die Ärzte fordern jedoch nicht, Beschränkungen zwingend aufzuheben: "Wie müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass solange Corona so wütet wie jetzt gerade, dass die Art Konzerte, die wir gerne spielen, nicht möglich sind", so Urlaub. Gleichzeitig zeigen die Musiker Verständnis für feierwütige Jugendliche. Als 19-Jährige wären sie vermutlich nicht anders gewesen.

Laut Zamperoni gab es einen vergleichbaren Stilbruch wie durch das Ärzte-Intro noch nicht bei den "Tagesthemen". Mitte September hatte das "Heute-Journal" an einer Aktion des Künstlers Christian Jankowski teilgenommen, der Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, eine Stimme geben will. Der Stilbruch innerhalb der Nachrichtensendung sorgte dabei auch für Kritik und Verwirrung.
tagesschau.de (inkl. 13-Min-Interview), youtube.com (Into, 43-Sek-Video), turi2.de (Background)

Kicker überholt “Bild” und RTL im Social-Media-Ranking und sichert sich Platz 4.

Kicker schiebt sich im Social-Media-Ranking von Storyclash im September an Bild (-30 %, Platz 5) und RTL (-13 %, Platz 6) vorbei auf Platz 4. Auch die "Tagesschau" verliert (-24 %), kann ihren Spitzen­platz aber verteidigen. Den einzig positiven Wert in den Top 10 erreicht das ZDF mit +4 % (Platz 2).
horizont.net

ARD-Werbechefin Elke Schneiderbanger glaubt an mehr Marktanteile für Radiowerbung.

Radiowerbung hat das Potential für einen Marktanteil von 8 bis 10 %, sagt ARD-Werbechefin Elke Schneiderbanger im "Horizont"-Doppelinterview mit Christian Scholz, Geschäftsführer AS&S Radio. "Wir müssen Radio endlich Spirit einhauchen, damit es zu fliegen anfängt", sagt sie und behauptet, dass insbesondere in der Coronakrise Radiowerbung "der Impfstoff gegen Rezession" ist.
"Horizont" 43/2020, S. 12 (Paid)

Retro: ARD-Sender und Rundfunkarchiv stellen historische Beiträge online.

ARDARD und das Deutsche Rundfunkarchiv stellen ab dem 27. Oktober rund 40.000 historische TV- und Radio-Beiträge nach und nach online – vor allem aus der Zeit vor 1966, auch aus der DDR. Die Videos und Audios sollen künftig unter "ARD Retro" zeitlich unbegrenzt in der ARD-Mediathek zu finden sein. Auch das Deutschlandradio steuert Aufnahmen der Zeitgeschichte bei.
presseportal.de, radioszene.de, digitalfernsehen.de

Zitat: Bodo Ramelow wünscht sich neue Ansätze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

"ARD und ZDF haben zu lange im Kulenkampff-Modus verharrt. Es wird Zeit, in den Netflix-Modus umzuschalten."

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow wünscht sich im "FAZ"-Interview neue Ansätze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - und die Möglichkeit für Beitragszahler, jederzeit auf die Anstaltsarchive zugreifen zu können.
"FAZ", S. 13 (Paid)

SWR-Intendant Kai Gniffke fordert von der ARD mehr Meinungsvielfalt ein.

SWR-Intendant Kai Gniffke will, dass sich die ARD stärker mit konservativen Inhalten befasst, sagt er im Streitgespräch mit Wolfgang Kubicki in der "Zeit". Es gelte "respektvoll mit diesen Haltungen umzugehen" und sich auch mit der AfD auseinanderzusetzen. Kolleg*innen rät er "sich mit öffentlichen Bekundungen ihrer privaten Meinung zurückzuhalten, etwa auf Demos."
zeit.de (Paid)

Maria Furtwängler wünscht sich einen Musical-“Tatort”.

Mord in Moll: Schauspielerin Maria Furtwängler wünscht sich laut "Bild" einen Musical-"Tatort" und hofft bei der Besetzung u.a. auf Udo Lindenberg als Mitstreiter und -sänger vor der Kamera. Konkrete Pläne für den klangvollen Krimi seien vor allem durch die Corona-Krise gestoppt worden. Der NDR bezeichnet die Pläne als "zum jetzigen Zeitpunkt nicht spruchreif".
"Bild", S. 4 (Paid)

“Kicker”: TV-Übertragung der Bundesliga stellt die Sender vor “logistische Probleme”.

Bundesliga: Die "Sportschau" und Sky "bangen" um die TV-Übertragung des kommenden Spieltags, schreibt der "Kicker". Personen aus Corona-Risikogebieten dürfen laut DFL-Hygienekonzept nicht ins Stadion. Das betreffe u.a. Reporter*innen und Kameraleute aus den inländischen Risikogebieten München (Sky) und Köln ("Sportschau") – was die Sender vor "große logistische Probleme" stelle.
kicker.de

Basta: Jogi Löw schießt nach der Taktik-Kritik zurück.

Zurückgeschossen: Bundestrainer Jogi Löw kann sich nach der Taktik-Kritik von Lothar Matthäus beim zuvor sieglosen Türkei-Spiel einen Seitenhieb in der ARD nicht verkneifen. "Ich glaube, der Lothar ist mit seinen 1990er-Weltmeistern in der Toskana. Das ist glaube ich ganz gut für mich", spielt Löw den Ball zurück. Mailand oder Madrid? Hauptsache Italien - gilt auch für das 1990er-Jubiläumstreffen.
bild.de

Skisprung-Experte Dieter Thoma macht einen Abflug bei der ARD.

Abschied vom Schanzentisch: Skisprung-Experte Dieter Thoma, 50, verlässt nach 13 Jahren die ARD. Nach seiner aktiven Karriere stand er zunächst für RTL vor der Kamera. Thoma habe 20 Jahre nach seinem letzten Sprung das Gefühl, seiner Rolle als Experte "nicht mehr 100 % gerecht zu werden". Nun wolle er "neue Wege gehen" und sich auf seine Sport-Business-Beratung konzentrieren.
dwdl.de

ARD/ZDF-Onlinestudie: Tägliche Internet-Nutzung steigt auf fast 3,5 Stunden.

ard_zdf_150x150Internet-Nutzung in Deutschland steigt um täglich 11 Minuten auf 204 Minuten am Tag, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es mit 388 Minuten täglich sogar 18 Minuten mehr als 2019, sagt die ARD/ZDF-Onlinestudie. 94 % der Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen das Netz, insgesamt 66,4 Mio Menschen, ein Zuwachs um 3,5 Mio. Gut zwei Drittel nutzen mindestens einmal wöchentlich Video-Angebote, am häufigsten bei YouTube. Die Mediatheken nutzt ein Drittel, bei den Jungen sogar so knapp die Hälfte. Bei den sozialen Netzwerken überholt Instagram Facebook bei der täglichen Nutzung.
presseportal.de, meedia.de, ard-zdf-onlinestudie.de