Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Deutschland gewinnt 4:2 gegen Portugal.

Keine Torschusspanik: Die deutsche Nationalmannschaft schlägt Portugal im zweiten EM-Gruppenspiel 4:2. Cristiano Ronaldo schoss das erste Tor, zwei Eigentore der portugiesischen Verteidiger Rúben Dias und Raphaël Guerreiro brachten Deutschland die Führung. In der zweiten Halbzeit schossen Kai Havertz und Robin Gosens die Tore für Deutschland. Mittwoch folgt das nächste Spiel gegen Ungarn.
zeit.de, spiegel.de

ARD-Chefredakteur Oliver Köhr sieht Moderatorinnen-Wechsel gelassen.

ARDerlass: ARD-Chefredakteur Oliver Köhr gibt sich im Gespräch mit der “tz” gelassen in Bezug auf die Abgänge von Jan Hofer, Linda Zervakis und Pinar Atalay. “Dass Journalisten den Arbeitgeber wechseln, ist durchaus üblich.” Köhr gibt zu, dass die ARD bei den Gehältern nicht mit Privatsendern mithalten kann – das eigene Haus überzeuge mit Formaten und Talentförderung.
tz.de, dwdl.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background ARD-Kritik)

Promis sehnen sich nach Fernseh-Publikum.

Corona-TV: "Ich musste mir dieses ständige Probengefühl abgewöhnen: Dass ich nicht zwischendurch aufstehe und mir einen Kaffee hole", sagt Klaas Heufer-Umlauf bei Übermedien zu Corona-Fernsehdrehs ohne Publikum. Man strenge sich anders an, "wenn einen 1.000 Leute angucken". Andrea Kiewel, "Fernsehgarten"-Moderatorin, erzählt, dass sie bei der ersten Aufzeichnung seit Langem mit 100 Gästen "ein wenig geweint" hat vor Glück. Talkshow-Moderatorin Anne Will gibt an, nicht zu wissen, ob es in ihrer Runde je wieder ein Studiopublikum gibt. Kein Publikum zu haben, sei eher förderlich für die Debatte und schaffe "konzentriertere Gespräche".
uebermedien.de (Paid), turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Elke Schneiderbanger.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Als Journalistin hat Elke Schneiderbanger es zur Kanzler-Interviewerin sowie Geschäftsführerin und Programmdirektorin von Radio NRW gebracht. Heute ist die Chefin von ARD Sales & Services eine der wichtigsten Werbe-Managerinnen des Landes. Schneiderbanger ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Schneiderbanger)

Video-Tipp: Carolin Kebekus singt Gender-Song.

Video-Tipp: Komikerin Carolin Kebekus verwandelt sich in ihrer ARD-Show zu "Lady Gender Gaga". In dem Song "Alles wird sich gendern (Glottisschlag)" teilt sie u.a. gegen Gender-Kritiker wie Friedrich Merz und Dieter Nuhr aus: "Frauen sind nur mitgemeint, damit macht ihr's euch bequem." Im Refrain lautet die Kampfansage: "Menschen aller Gender, vereinigt eure Stimmen. Den Krieg der Sternchen können wir nur zusammen gewinnen."
youtube.com (4-Min-Video)

BR-Journalistin Gustava Mösler, 100, ist tot.

Gustava Mösler, 100, ist tot. Die Journalistin starb am 14. Juni, bestätigt ihre Familie dem BR. 1982 wurde Gustava Mösler dort die erste Hörfunkdirektorin der ARD, 1985 erhielt sie die Bayerische Verfassungs­medaille. Bayern 4 Klassik, heute BR-Klassik, wurde unter ihrer Leitung ein Vollprogramm. BR-Intendantin Katja Wildermuth nennt Mösler "eine Pionierin und eine beeindruckende, mutige und meinungsstarke Journalistin" sowie "ein Vorbild für viele junge Journalistinnen".
br.de

“Wir sind die Guten” – Elke Schneiderbanger über Werbung und Wirkung im Ersten.

Werben vor 8: "Kein Mensch zappt am Vorabend durch Netflix & Co", sagt Elke Schneiderbanger im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande der Screenforce Days. Angst vor der Streaming-Konkurrenz hat die Geschäftsführerin des ARD-Vermarkters AS&S deshalb nicht. Denn wenn die Streaming-Dienste ihre Prime-Time haben, läuft im Ersten schon keine Werbung mehr – mit dem Gong der 20-Uhr-"Tagesschau" endet der Werbetag. Aber Schneiderbanger betont den positiven "Abstrahleffekt" auf die Produkte, je näher die Hauptnachrichten rücken: "Werbung ist davon abhängig, in welchem Umfeld sie stattfindet." Ohnehin würden die Spots am Vorabend zwischen Quiz-Shows und Serien eher als gut gemeinter Tipp wahrgenommen.

Mit Blick auf die Fußball-EM hofft Schneiderbanger, dass die deutsche Elf mindestens das Achtelfinale erreicht – auch weil es in der ARD und in der werberelevanten Zeit zu sehen sein wird. "Da haben wir netto 68 Mio Zuschauer, das sind 90 % von allen Menschen, die hier leben." Auch finanziell seien die Werbeeinbuchungen "ein richtiges Pfund".
turi2.tv (6-Min-Video)

Hör-Tipp: Daniel Donskoy erzählt, wie uncool er früher war.

Hör-Tipp: Schauspieler und Freitagnacht-Jews-Moderator Daniel Donskoy erzählt im "Deutschland3.000"-Podcast mit Eva Schulz, wie uncool er früher war. "Ich war eher pummelig, hatte 'ne Brille und 'ne Zahnlücke" – nach einem Wachstumsschub mit 16 wurde Donskoy aber auf der Straße als Model angeworben. Die Schauspielausbildung und Ballettunterricht haben sein Selbstvertrauen ebenfalls gestärkt.
ardautiothek.de (73-Min-Podcast)

Meinung: Die Öffentlich-Rechtlichen machen Verlagen das Leben schwer.

Bremer Befindlichkeiten: Die Öffentlich-Rechtlichen machen mit ihren digitalen Angeboten Verlagen das Leben schwer, schreibt David Koopmann, Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG in der "FAZ". Er stört sich an einem jüngst erschienenen Gastbeitrag der Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner, die einen Vorstoß der Sender in regionale und lokale Themen begrüßen würde. In Gerners eigenem Sendegebiet existiert laut Koopmann "ein umfangreiches Angebot einer freien Presse", dem Radio Bremen den Lesermarkt abgrabe.
"FAZ", S. 14 (Paid), turi2.de (Background Gerner)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag bleiben 2020 stabil bei rund 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2020 insgesamt 8,1 Mrd Euro eingenommen. Das ist halbes Prozent mehr als 2019, obwohl rund 1.400 Betriebsstätten wegen coronabedingter Schließung von der Beitragszahlung freigestellt wurden. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen sinkt um ein halbes Prozent auf 39,7 Mio. Die Zahl der Menschen, die aus sozialen Gründen betragsfreiet sind, sinkt um rund 2,3 &% auf knapp 2,6 Mio.
presse.rundfunkbeitrag.de, sueddeutsche.de

Gerrit Bartels kritisiert EM-Berichterstattung von ARD und ZDF als Zeitvernichtung.

FussballFußball-EM: ARD und ZDF vernichten in der Nachberichterstattung mit Fußball-Promis Zeit, kritisiert Gerrit Bartels im "Tagesspiegel". Bei den Sendern sei Fußball "Boulevard", bei Dazn hingegen eine "Wissenschaft". Einziger Pluspunkt sei, dass "die Öffentlich-Rechtlichen gemerkt haben, dass auch Frauen gut über Fußball reden können".
tagesspiegel.de

Zitat: Öffentlich-Rechtliche müssen alle Generationen erreichen, sagt Heike Raab.

"Wir haben zwar den Kinderkanal und Funk, aber wir haben dazwischen Altersgruppen, die sind vielleicht ein Stück aus dem Blick geraten."

Heike Raab, Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder, hebt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" hervor, dass in der neuen Auftragsbeschreibung der Öffentlich-Rechtlichen erstmals "alle Nutzerinnen und Nutzer" in den Blick genommen worden seien.
sueddeutsche.de (Paid)

Peer Schader kritisiert die ARD für ihren Umgang mit Talenten.

Talente-Vertreiber: Wie die ARD mit "vielen ihrer fähigsten Leute" umgeht, ist eine "Schande", findet Peer Schader. Einige der selbst aufgebauten Leute habe der Senderverbund so lange "in den eigens für sie geschaffenen Nischen" versauern lassen, bis diese kollektiv eingesehen hätten, dass sie bei der ARD nicht mehr aufsteigen können. Profiteure sind die Privatsender, zu denen jüngst z.B. Linda Zervakis und Pinar Atalay gewechselt sind. Mit einer "senderübergreifend koordinierten Lobby für Talente jeden Alters" könne die ARD das Ruder herumreißen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Robert Kempe erhält nun doch Akkreditierung für die EM in Russland.

ARD-Journalist Robert Kempe hat nun doch eine komplette Akkreditierung für die derzeit laufende Fußball-Europameisterschaft bekommen. Die Uefa hatte ihn zwar zunächst zugelassen, nach einem "Hintergrund-Screening" ist er aber von russischen Behörden abgelehnt worden. Nun habe Kempe laut WDR Zugang zu den russischen Spielorten.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Meinung: Ken-Jebsen-Podcast ist “fantastisch gemacht” und erzeugt “dennoch Unbehagen”.

Mit Vorsicht zu genießen: Der ARD-Podcast Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen? über Verschwörungs-Schwurbler Ken Jebsen (Foto) sei zwar "bewundernswert sorgfältig" arrangiert und inszeniert, erzeuge aber dennoch Unbehagen, schreibt Daniel Hornuff in der "Zeit". Die Audio-Doku übernehme "verschwörungstypische Muster mit dem Ziel, einen rechten Verschwörungsmystiker zu entzaubern" und investiere "auf unfreiwillige Weise in jenes Klima, von dem solche Figuren profitieren".
zeit.de, turi2.de (Background)

Meinung: Dokus mit überwiegend nachgestellten Szenen sollten anders heißen.

Neues Etikett gesucht: Dokus, die zur Hälfte mit nachgestellten Szenen arbeiten, benötigen eine andere Genre-Bezeichnung, schreibt Christian Bartels beim Portal Medienkorrespondenz. Bei der ARD-Doku Der Milliardenraub über den Cum-Ex-Skandal habe schon die Inszenierung von Protagonistin und Antagonist gezeigt, "wie händeringend die Autoren überlegt haben müssen, wie sie den komplexen Stoff bloß bebildern können". Bartels schwebt daher eine "Selbstverpflichtung" öffentlich-rechtlicher Sender vor, "den Anteil an Nachstellungen in dokumentarischen Sendungen auf ein vertretbares Maß zu begrenzen".
medienkorrespondenz.de via twitter.com

Meinung: TV-Sender sollen den Politjournalismus nicht zum Übertrumpf-Aktionismus verkommen lassen.

Zu viel des Guten: ARD, ZDF, RTL und ProSieben sollen den neu entstandenen, "begrüßenswerten Wettbewerb im Politikjournalismus nicht zum Übertrumpf-Aktionismus verbiegen", findet Joachim Huber. Im Fokus auf potentielle Merkel-Nachfolgerinnen liege außerdem eine Unwucht, Vertreterinnen anderer Parteien kämen derzeit zu kurz. Es sei momentan ein Nachteil, zwar Politikerin, aber keine Kanzlerkandidatin zu sein.
tagesspiegel.de

Video-Tipp: Judith Rakers erzählt, wie sie angetrunken die Tagesschau moderiert hat.

Video-Tipp: Judith Rakers plaudert in der BR-Talkshow "Ringlstetter" darüber, wie sie sich einmal im Dienstplan vertan und angeschickert die "Tagesschau" moderiert hat. Sie sei von einem Restaurant über "dunkelgelbe, orange Ampeln" ins Studio gerast. "Du wirst ungeschminkt, lallend und unvorbereitet dastehen", habe sie gedacht. Das Adrenalin habe sie aber übermenschlich gemacht. Trotzdem hatte sie ein schlechtes Gewissen: "Es tat mit so leid".
ardmediathek.de (45-Min-Video) via bild.de

ARD startet Dreharbeiten der internationalen Fußball-Serie “Das Netz”.

ARD startet drei Jahre nach Ankündigung die Dreharbeiten für den ersten Teil ihrer fiktionalen Serie "Das Netz" über Doping im Fußball. Regisseur Andreas Prochaska ("Das Boot") und sein Sohn Daniel Prochaska inszenieren den österreichischen Ableger der Serie, der ab Herbst 2022 bei ServusTV und der ARD läuft. Die Dreharbeiten für den deutschen Teil sollen im Juli beginnen. Weitere Ableger in Spanien und Italien sind geplant.
presseportal.de, ots.at

Russland lehnt Akkreditierung von ARD-Journalist Robert Kempe zur Fußball-EM ab.

Fußball-EM: Russland verweigert dem ARD-Journalisten Robert Kempe die Akkreditierung. Die Uefa hatte ihn zunächst zugelassen, russische Behörden hätten Kempe nach einem "Hintergrund-Screening" aber abgelehnt, teilt der WDR mit. Kempe hatte zuletzt zu Verbindungen des russischen Staats­konzerns Gazprom in den europäischen Fußball recherchiert. Der WDR fordert von Russland Aufklärung sowie Zugang für Kempe zu den russischen Spiel­stätten und will sich um eine "alternative Einreise­möglichkeit" bemühen.
sportschau.de, sueddeutsche.de

Zitat: Anja Reschke kritisiert Thomas Gottschalk.

"Ich weiß nicht, warum Thomas Gottschalk seit Neuestem über Strukturen der Öffentlich-Rechtlichen spricht. Er hat jahrzehntelang sehr unbeschwert senden und verdienen können, ohne sich jemals damit beschäftigen zu müssen, wie der Laden, der ihm das alles möglich macht, läuft."

"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke findet, Thomas Gottschalk gehe mit seiner Forderung nach Zusammenlegung von ARD und ZDF zu weit.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background Gottschalk)

Meinung: Die Wechsel von Pinar Atalay und Linda Zervakis sind zu begrüßen.

ARD-Abgänge: Die Wechsel von Pinar Atalay (Foto) und Linda Zervakis zu RTL und ProSieben "sind zu begrüßen", findet Christian Meier. Die "Tagesschau" verliere zwar zwei profilierte Journalistinnen, die Privatsender unterstreichen mit ihrer Akquise aber den Anspruch, "mehr Profil bei relevanten Themen zu gewinnen." Zudem seien manche Kollegen auch den umgekehrten Weg gegangen – etwa Constantin Schreiber und Markus Lanz, die von n-tv und RTL zur ARD und zum ZDF wechselten.
welt.de, turi2.de (Background Atalay)

Video-Tipp: “Zapp”-Doku diskutiert Zukunft und Auftrag von ARD und ZDF.

Video-Tipp: Daniel Bouhs macht in einer "Zapp"-Doku eine Bestands­aufnahme zu Zukunft und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. FDP-Medien­politiker Jan-Marcus Rossa aus Schleswig-Holstein etwa befürwortet ein großes Streichkonzert, Staats­kanzlei­chef Rainer Robra aus Sachsen-Anhalt will in der ARD mehr Regionales sehen. Die rheinland-pfälzische Minister­präsidentin Malu Dreyer würde den Sender mehr Flexibilität geben, wie es sich auch WDR-Intendant Tom Buhrow wünschen würde.
youtube.com (30-Min-Video), ndr.de (Text + Langfassungen von Interviews), tagesschau.de (5-Min-Video, Einordnung von Bouhs bei Tagesschau24)

Klick-Tipp: ARD-Zukunftsdialog heute mit erstem Live-Chat für Bürgerinnen.

Klick-Tipp: Bürgerinnen haben beim ARD-Zukunftsdialog über 1.000 Programmideen für die Zukunft der Rundfunkanstalt eingereicht. Heute um 20 Uhr können sie beim Live-Chat mit Verantwortlichen des Senders erstmals über die Vorschläge diskutieren. Weitere Live-Diskussionen sind für den 16. und 23. Juni angekündigt. Intendant Tom Buhrow hat den ARD-Zukunftsdialog Anfang Mai gestartet, Interessierte können sich noch bis 27. Juni beteiligen.
ard-zukunftsdialog.de (Dialogplattform), turi2.de (Background)

Yvette Gerner will mehr Publikumsdialog und einen gestärkten Lokaljournalismus.

Let's talk: Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner schreibt in der "FAZ", dass ARD und ZDF ein Kommunikationsnetzwerk werden müssen, das Publikumsdialog und Debatten fördert. Dafür brauche es Möglichkeiten auf den digitalen Plattformen der Sender. Sie fordert, "die mediale Bedeutung des Vor-Ort-Seins" in der künftigen Ausrichtung des Rundfunks neben Fragen der Wirtschaftlichkeit und Digitalisierung nicht zu vergessen.
zeitung.faz.net

Pinar Atalay verlässt die ARD und wechselt zu RTL.


Sendersuchlauf erfolgreich: "Tagesthemen"-Moderatorin Pinar Atalay, 43, verlässt die ARD und wechselt im August zu RTL. Sie moderiert seit 2014 die "Tagesthemen". Wann Atalay zum letzten Mal für die ARD vor der Kamera stehen wird, steht dem Sender zufolge noch nicht fest. Sie soll den Ausbau der "Informations- und Nachrichtenangebote in zentraler Rolle" mitgestalten, teilt RTL mit. Als erste Amtshandlung moderiert Atalay das Wahl-Triell am 29. August gemeinsam mit Peter Kloeppel. Sie reiht sich damit bei mehreren ARD-Abgängen ein: Im Dezember verließ Jan Hofer die "Tagesschau", RTL gab ihn daraufhin im März überraschend als neuen Anchorman bekannt. Im April verkündete Linda Zervakis, die Öffentlich-Rechtlichen in Richtung von ProSieben zu verlassen.

Bei RTL ist "kein Platz mehr für Dieter Bohlen", urteilt Imre Grimm. "Kinder anschreien und das wehrlose Prekariat ausbeuten" sei gestern gewesen. Atalay, Zervakis und Hofer ziehe es für "Glanz und Glamour" zu den Privaten, findet Grimm. Eine Profilschärfung sei bei der ARD schließlich "kaum möglich". Journalist Marc Bator wechselte vor acht Jahren von der "Tagesschau" zu Sat.1, im Hinblick auf Atalays Abgang rät er der ARD zu prüfen, ob die Dienstverträge mit ihrer Bezahlung und Flexibilität "noch zeitgemäß" seien.
rtl.de, dwdl.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Zitat: Für “Panorama” ist Social Media wichtiger als lineare TV-Quote, sagt Anja Reschke.

"Grundsätzlich ist die lineare Quote schon länger nicht mehr soo entscheidend. Viel interessanter für uns ist, wie sich ein Thema in den sozialen Medien verbreitet und was dort für Kommentare kommen."

"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke sieht es im DWDL-Interview als Herausforderung für Polit-Magazine, sich an die On-Demand-Nutzung anzupassen, wo eher längere Formate gefragt sind. Die Jubiläums­sendung am Donnerstag bestreitet "Panorama" im "Stil einer Polit-Late-Night", bei der auch Kritikerinnen zu Wort kommen.
dwdl.de

Willkommen im Club: Kai Pflaume.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Kai Pflaume baut Entertainment-Brücken zwischen den Generationen: In ARD-Quizshows gibt er den routinierten Moderator im Anzug, auf YouTube und Instagram findet er als @Ehrenpflaume Anschluss zu den Größen des Influencer-Games. Pflaume ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Pflaume)

Guido Cantz hört Ende 2021 bei “Verstehen Sie Spaß?” auf.

Kein Witz: Guido Cantz verabschiedet sich nach 12 Jahren zum Jahresende als Moderator der ARD-Show "Verstehen Sie Spaß?". "Gerade weil's gut läuft", sei es jetzt an der Zeit aufzuhören, sagt Cantz. Der Produktionssender SWR will die Sendung 2022 trotzdem fortsetzen und "einmal mehr erneuern und weiterentwickeln", sagt Programmdirektor Clemens Bratzler. Auf YouTube hat "Verstehen Sie Spaß?" mehr Followerinnen als jedes andere ARD-Format. Hier will der SWR anknüpfen, um Social Media und die Fernseh-Show enger miteinander zu verknüpfen.
presseportal.de, zeit.de

Zitat: Jessy Wellmer prangert der verengten Blick der UEFA auf Corona an.

"In unserem kleinen Wohlstandseuropa möchte die UEFA gerne, dass dies der Start in ein neues Leben ist, das Leben nach der Pandemie. Im allerbesten Fall, wenn Corona uns nicht noch ein Schnippchen schlägt, könnte das ja auch so sein."

ARD-Moderatorin Jessy Wellmer kritisiert im "FAS"-Interview die auf Europa beschränkte Perspektive der UEFA auf die Corona-Pandemie.
zeitung.faz.net (Paid)

Weitere Zitate:

Zum DFB-Führungschaos:
"Ich frage mich immer, warum lässt sich ein Land mit 80 Millionen Menschen regieren, aber bei diesem Verband mit sieben Millionen Mitgliedern scheint das in den letzten Jahren nicht oder nur sehr schwer zu gehen."

Über die kommende WM in Qatar:
"Falls ich nach Qatar fahre, was noch nicht feststeht, fahre ich als Journalistin dahin, und dann wird nicht nur eine Sportreporterin gebraucht, die ein Spiel einschätzt, sondern dann geht es auch um die politische Lage rund um dieses Spiel und den gesellschaftlichen Rahmen."

ARD und ZDF agieren auf Instagram einseitig, urteilt Pauline Voss.

Indoktrination? Pauline Voss beklagt in der "NZZ" eine "unverhohlene" Einseitigkeit der Jugend-Angebote von ARD und ZDF im Netz. "Objektivität, Unparteilichkeit und Ausgewogenheit" seien besonders bei der weniger erfahrenen jüngeren Zielgruppe von hoher Bedeutung. Redakteurinnen seien sich entweder "ihrer Parteinahme nicht bewusst" oder ignorierten wissentlich die Pflicht zur Ausgewogenheit. ARD-Chefredakteur Oliver Köhr habe nicht alle Entwicklungen der Instagram-Kanäle im Blick, was die "vergleichsweise geringen Kontrolle" des Jugendangebots veranschauliche.
nzz.ch

Schönenborns Reaktion beim “Presseclub” ist ein “Geschenk” für die AfD, sagt Boris Rosenkranz.

Vorzensur-Vorwürfe: "Es sieht so aus, als hätte es Schönenborn kalt erwischt – und Herr Fischer recht", schreibt Boris Rosenkranz über "Presseclub nachgefragt". In der Sendung hatte ein Anrufer namens Fischer WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn (Foto) sowie dem "Presseclub" u.a. vorgeworfen, Anrufende mit einem positiven AfD-Beitrag nach einem Vorgespräch nicht in die Sendung zu schalten. Schönenborn gab die Vorwürfe wieder, nahm jedoch keine Stellung dazu. Das mache nicht nur einen "kläglichen Eindruck", sondern sei auch ein "Geschenk" für die AfD, findet Rosenkranz. Er plädiert für eine mögliche Verlängerung der Sendezeit, um angemessen mit AfD-Anhängerinnen zu diskutieren.
uebermedien.de, youtube.com (Presseclub)

Hör-Tipp: KI kann helfen, Archive zu verbessern.

Hör-Tipp: Christina Elmer vom "Spiegel" und Ulrike Köppen vom BR sprechen bei OMR Media mit Pia Frey über Nutzen und Grenzen für den Einsatz von KI im Journalismus. KI könne mit Zusammenfassungen etwa helfen, audio-visuelle Archive besser zu verschlagworten und daraus neue Produkte zu erstellen. Dagegen sollte eine KI nie selbstständig und unredigiert Texte veröffentlichen oder unterschiedliche Preise z.B. bei Paywalls veranschlagen.
omrmedia.podigee.io (54-Min-Audio)

Video-Tipp: Carolin Kebekus und Maria Furtwängler trommeln für Frauen in Teleshopping-Werbung.

Video-Tipp: Komikerin Carolin Kebekus und Schauspielerin Maria Furtwängler preisen in Teleshopping-Manier die Vorzüge von Frauen in Dax-Unternehmen, als Expertinnen und in der katholischen Kirche an. Eines der Top-Verkaufsargumente bei letzterem: Frauen haben in der katholischen Kirche noch nie einen Missbrauchsskandal verursacht, sie seien daher flexibel als Päpstin, Bischöfin oder Kardinälin einsetzbar. Präsentiert wird die "Aktion Frauen" u.a. von "Frauen – Sind sie zu stark, bist du zu schwach".
ardmediathek.de (ab 38:55)

Die Linke plädiert für eine Reform des ÖRR mit Blick auf Ostdeutschland.

Ostfernsehen: Die medienpolitischen Sprecher der ostdeutschen Landtagsfraktion der Linken fordern eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Blick auf die neuen Bundesländer. Sie wollen, dass MDR, NDR und RBB zusätzlich zu ihren bisherigen Mitteln ein Prozent der Beitragseinnahmen erhalten – das entspricht rund 80 Mio Euro. Zudem sollten mehr Ostdeutsche Führungspositionen innerhalb der ARD besetzen.
tagesspiegel.de

“Süddeutsche Zeitung”: Tina Hassel soll bei der ZDF-Intendantenwahl gegen Norbert Himmler antreten.


Hassel vs. Himmler? Bei der ZDF-Intendantenwahl könnte es mehr Bewegung geben als bisher vermutet, schreibt Claudia Tieschky in der "Süddeutschen Zeitung". Obwohl es bislang keinen hausinternen Gegenkandidaten zu Favorit Norbert Himmler gibt, wünsche sich der "rote Freundeskreis" des Fernsehrats die 57-jährige Tina Hassel als Nachfolgerin des scheidenden Intendanten Thomas Bellut. Hassel ist derzeit Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios. Die Karriere der gebürtigen Kölnerin "umfasse zwar alles außer den Lerchenberg", sie würde aber ARD-Expertise mit nach Mainz bringen.

Der konservative Freundeskreis des Fernsehrats hält weiterhin Programmdirektor Himmler für Belluts gesetzten Nachfolger – "einer, bei dem man weiß, was man kriegt". Die Wahl soll noch diesen Juli stattfinden, möglichst als Präsenzveranstaltung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

ARD eröffnet Dialogplattform zu ihrer Zukunft.

Gesprächsstoff: Die ARD lädt sämtliche Bürgerinnen dazu ein, öffentlich die Zukunft des Rundfunkverbandes zu diskutieren. Vom 31. Mai bis 27. Juni können Menschen unter ard-zukunftsdialog.de in sieben Themenräumen mit Titeln wie "Generation Zukunft" oder "Programmideen" ihre Vorstellungen erörtern. Zudem sind Live-Diskussionen mit ARD-Vertreterinnen für den 9., 16., und 23. Juni angekündigt. Intendant Tom Buhrow hat den ARD-Zukunftsdialog Anfang Mai gestartet. In einer Videokonferenz haben 140 zufällig ausgewählte Deutsche mit ARD-Personal diskutiert.
presseportal.de, ard-zukunftsdialog.de (Dialogplattform), turi2.de (Background)

Geisterspiele in der der Bundesliga lassen TV-Quoten steigen.

Geistersaison in der Fußball-Bundesliga beschert den TV-Sendern Quoten-Zuwachs, errechnet Sponsors. Bei Sky haben in der Saison 2020/21 durchschnittlich 4,7 Mio Zuschauerinnen pro Spieltag eingeschaltet, 6 % mehr als in der Vorsaison. Die ARD-"Sportschau" lockte im Schnitt 4,79 Mio Menschen vor den Bildschirm, rund 5 % mehr als in der Saison 2019/20. Das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig kommt auf 9,54 Mio Zuschauerinnen, 2,5 Mio mehr als das Finale zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen im Juli 2020.
sponsors.de (Paid)

ARD und ZDF sollen neutral berichten und nicht erziehen, fordert Johannes Boie.

Neutrale News: "Als Journalist sollte man zumindest den Versuch unternehmen, in den Nachrichten neutral zu bleiben", schreibt "Welt am Sonntag"-Chefredakteur Johannes Boie über die Berichterstattung von ARD und ZDF. Als Beispiel nennt Boie u.a. einen NDR-Bericht über Umweltaktivistinnen, die der Sender als "gewieft" betitelt hatte, außerdem kritisiert er die von den Öffentlich-Rechtlichen genutzte Gendersprache. Es entstünde laut Boie der Eindruck, dass "der Öffentlich-Rechtliche regelmäßig dazu antritt, Menschen zu erziehen, anstatt zu berichten". Dabei sei für die Sender nicht entscheidend, was stimme, sondern "was in ein bestimmtes Weltbild passt".
welt.de

ARD-Kulturangebot soll kulturellen Neustart mitbefördern, schreibt Karola Wille in der “FAZ”.

ARD will ihr gemeinsames, digitales Kulturangebot angesichts der Erfahrungen in der Pandemiezeit noch stärker als "verbindendes Kultur-Netzwerk" konzipieren und einen "kulturellen Neustart" mitbefördern, schreibt MDR-Intendantin Karola Wille in der "FAZ". Vor allem habe man den Anspruch, "Treiber für Kulturinnovationen" zu sein und "bisher wenig oder nicht erreichte gesellschaftliche Gruppen" anzusprechen.
"FAZ", S. 16 (Paid), turi2.de (Background)

turi2 edition #14: Wie prägt Social Media die nächste Generation, Maya Götz?

Lese-Tipp: Die Mobile Natives "haben sich mehr als jede andere Generation selbst fotografiert und die Bilder dank Filter dem inneren Idealbild angepasst", beschreibt Maya Götz in ihrem Gast­beitrag für die turi2 edition #14. Das werde dann zum Problem, wenn die Filter-Fakes die Realität beeinflussen. Die Medien­wissen­schaftlerin beim BR beobachtet aber auch eine Gegen­bewegung.
issuu.com (kostenloses E-Paper), turi2.de (künftige E-Paper bestellen)

Video-Tipp: Carolin Kebekus und Karl Lauterbach besingen einen vermeintlich guten Sommer.

Video-Tipp: Zum Start der zweiten Staffel der Carolin Kebekus Show im Ersten singt die Komikerin in dem Song "La Vida sin Corona (Der Sommer wird gut)" über einen unbeschwerten Sommer mit Partys, Ausgehen und Stadionbesuchen. Dazwischen klinkt sich Ermahner Karl Lauterbach ein, der die Euphorie dämpft und u.a. auf bestehende Corona-Regeln hinweist. Dessen Schlussfazit: "Der Sommer wird gut, aber mit Einschränkungen."
youtube.com (4-Min-Clip), presseportal.de


SWR-Latenight “Die Pierre M. Krause Show” wird nach 18 Jahren eingestellt.

SWR stellt Die Pierre M. Krause Show nach 18 Jahren und 616 Ausgaben ein, die letzte Show läuft am 6. Juni. Die Sendung ist die dienstälteste Latenight-Show im deutschen Fernsehen, schaffte es mit wechselnden Namen und Sendeplätzen aber nie der Nische heraus. Gastgeber Pierre M. Krause bekommt ab Herbst eine neue Show, die seine Digital-Formate Kurzstrecke und Krause kommt ergänzen soll.
dwdl.de, wunschliste.de, presseportal.de

Zitat: Ria Schröder und Frank Überall streiten über die Zukunft von ARD und ZDF.

"Man sollte sich hüten, das Ressentiment weiter Teile der Bevölkerung zu bedienen: dass es sich bei den Öffentlich-Rechtlichen um einen Staatsfunk handele, für den Politiker Gebühren einfordern."

DJV-Vorsitzender Frank Überall streitet in der "Zeit" mit FDP-Bundesvorständin Ria Schröder über deren Reformpläne für ARD und ZDF. Er wirft der Partei Populismus vor.


"Wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus der politischen Mitte heraus kritisiert, der tut dies, um dessen Glaubwürdigkeit und Akzeptanz zu stärken."

Ria Schröder wehrt sich gegen Frank Überalls Vorwurf des Populismus. Derlei "Beißreflexe" seien "entlarvend" und "zeigen gerade keine Argumentationslust".
"Zeit" 22/2021, S. 10 (Paid)

ARD und ZDF wiegeln Corint-Beschwerde ab.

Abwehrhaltung: ARD und ZDF kritisieren die medien­rechtliche Beschwerde der Verwertungsgesellschaft Corint Media. Sie unterlägen "anderen Beschränkungen und Vorgaben als kommerzielle Rundfunksender und Presseunternehmen". Die ARD nimmt die Vorwürfe "irritiert zur Kenntnis". Ihre Rundfunkanstalten könnten das Leistungsschutzrecht des Presseverlegers und das europäische Leistungsschutzrecht nicht wahrnehmen. Das ZDF weist darauf hin, dass die Telemedienangebote von ARD und ZDF "nicht presseähnlich sein dürfen", sich das Leistungsschutzrecht aber um Presseverleger kümmere.
zeitung.faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Funk plant Bundestagswahl-Schwerpunkt.

Wahl-Funk: In den kommenden Wochen will Funk einen Bundestagswahl-Schwerpunkt für die die 14- bis 29-Jährigen setzen und plant Inhalte bei Die Da Oben, Deutschland3000 und MrWissen2go sowie "formatübergreifende Highlights", schreibt DWDL. Das junge Angebot von ARD und ZDF sieht es als "Herausforderung dieses Wahljahres, dieser Entwicklung mit journalistischen, gut recherchierten und informierenden Inhalten entgegenzuwirken".
dwdl.de