Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Meinung: Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist dringend nötig.

Zu langer Atem: Die Ministerpräsidenten haben die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fahrlässig auf 2022 vertagt, kritisiert Helmut Hartung. Es sei höchste Zeit, "Zweck und Struktur neu zu definieren und die Anstalten zu einer engeren Zusammenarbeit zu zwingen". Das medienpolitische Schneckentempo schade der Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Modells genauso wie der Ausgewogenheit des dualen Systems.
"FAZ", S. 13 (Paid)

ARD und ZDF verschieben SD-Abschaltung.

ard_zdf_150x150ARD und ZDF verschieben ihre geplante SD-Abschaltung um mehrere Jahre nach hinten. Ab dem 12. Januar 2021 sollten die öffentlich-rechtlichen Programme via Satellit nur noch in HD-Qualität empfangbar sein, zögernde Intendanten und die Corona-Pandemie hätten diese Pläne aber gekippt, schreibt digitalfernsehen.de. Zudem hätten die Sender ein "attraktives Angebot" eines Satellitenbetreibers erhalten, wenn sie auf SD weitersenden; einige Anstalten sollen die Verlängerung bis 2024 bereits unterzeichnet haben.
digitalfernsehen.de

Drei Wissenschaftlerinnen erklären Kindern auf Kika Physik und Biochemie.

Kika hat eine Wissenssendung speziell für Mädchen ins Programm geholt. Die Wissenschaftlerinnen Johanna Baehr (Foto), Linh Nguyen und Patrizia Elinor Thoma moderieren die Show, in der es wöchentlich um Themen wie Informatik, Physik und Biochemie gehen soll. Teile der Twitter-Gemeinde stören sich aber am Namen der Sendung: Princess of Science bediene Geschlechterklischees, heißt es.
sueddeutsche.de

RBB führt RBB Media und Media Sales & Services zusammen.

RBB verschmilzt seine Tochterunternehmen RBB Media und Media Sales & Services, die sich bisher getrennt um Vermarktung von Werbezeiten, Programmverwertung und Sponsoring gekümmert hatten. Birgit Kuchenreuther, bisher MSS-Geschäftsführerin, wechselt auf der selben Position für Werbung und Sponsoring zu RBB Media. Auch die anderen MSS-Angestellten sollen künftig unter dem Dach von RBB Media arbeiten.
dwdl.de

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Video-Tipp: “Carolin-Kebekus-Show” erklärt Werkzeuge der Meinungsmache im Netz.

Video-Tipp: Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim und Moderatorin Carolin Kebekus zeigen in einem Sketch, wie Meinungs­mache im Internet mit Whataboutism und Ad-Hominem-Argumenten funktioniert. Auf den Schultern eines Mannes, der gerade dabei ist, einen Hass-Kommentar zu schreiben, versucht Engelchen Mai Thi, ihn mit guten, wissenschaftlich fundierten Argumenten zu überzeugen, Teufelchen Carolin schlägt mit leicht verständlichen, populistischen Parolen dagegen.
youtube.com (4-Min-Video)

Die ARD stellt zahlreiche Audio-Angebote unter Creative-Commons-Lizenz.

ARDARD gibt Drosten frei: Die ARD will im Sommer zahlreiche Audioinhalte, darunter den Corona-Podcast mit Christian Drosten, unter der Creative-Commons-Lizenz NC-ND-BY veröffentlichen. Die Lizenz untersagt Veränderungen oder die kommerzielle Nutzung, ermöglicht aber die z.B. die Zweitveröffentlichung auf privaten Websites. Die ARD will so vor allem erleichtern, ihre Inhalte als Lehrmaterial in Schulen zu nutzen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: TV-O-Töne brauchen keinen Hochglanz, sagt NDR-Intendant Joachim Knuth.

"Die Frage ist, ob ein 30 Sekunden langes TV-Statement genauso aussehen muss wie eine Hochglanz-Dokumentation und ob bei Pressekonferenzen drei oder vier Teams vom NDR sein müssen."

NDR-Intendant Joachim Knuth sagt dem "Hamburger Abendblatt", er wolle Produktionsstandards senken, um so sechs bis sieben % der nötigen Einsparsumme zu holen.
abendblatt.de, spotify.com (Gespräch als Podcast)

Zitat: Twitter verändert die Diskussionskultur, findet Sandra Maischberger.

"Die Wellen der Entrüstung, bei denen es zu Twitter schnell kommen kann, führen dazu, dass manch ein Gast vorsichtiger geworden ist, wenn er sich öffentlich äußert."

ARD-Talkmasterin Sandra Maischberger beklagt bei Quotenmeter, dass Talkgäste immer häufiger schon vor der Sendung pauschal kritisiert werden.
quotenmeter.de, turi2.de (Background)

Tom Buhrow will sich Zustimmung für Rundfunk­beitrag nicht mit Zugeständnissen erkaufen.

Rundfunkbeitrag: Die ARD will keine Zugeständnisse an Sachsen-Anhalt machen, dessen Landtag die Erhöhung ablehnt. ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sagt im Interview mit der "Mitteldeutschen Zeitung": "Wir dürfen Landtage nicht für bestimmte Zusicherungen gewogen machen." Sollte die Politik weitere Einschnitte wollen, müsse sie selbst konkrete Vorschläge machen.
mz-web.de (Paid), presseportal.de (Zusammenfassung), turi2.de (Background)

Katja Pietsch wird neue Chefredakteurin von Radio Bremen.

Radio Bremen befördert Katja Pietsch zur cross­medialen Chefredakteurin für Radio, TV und Online. Pietsch hat bei Radio NRW volontiert, Journalistik studiert und arbeitet seit 1998 für Radio Bremen, derzeit leitet sie die Nachrichtenredaktion. Sie folgt auf Andrea Schafarczyk, die zum Hessischen Rundfunk wechselt.
radiobremen.de, turi2.de (Background Schafarczyk)

NDR spart sich “Extra3”-Extra-Ausgaben mit Sarah Kuttner.

NDR streicht die Extra3-Ausgaben mit Sarah Kuttner 2021 schon wieder. Sie moderiert die Satire-Sendung seit Februar immer dann am Mittwoch im NDR Fernsehen, wenn die Hauptausgabe mit Christian Ehring am Donnerstag im Ersten läuft. Der NDR begründet Kuttners Aus mit seinen laufenden Sparbemühungen. Bis 2028 will er insgesamt 300 Mio Euro sparen.
dwdl.de, wunschliste.de, turi2.de (Background)

Beitragsservice nimmt 2019 rund 8 Mrd Euro Rundfunkbeitrag ein.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2019 insgesamt 8,068 Mrd Euro eingenommen, ein Anstieg um 0,7 % zu 2018. Den Löwenanteil des Geldes, nämlich 5,68 Mrd Euro, erhalten die ARD-Anstalten. Das ZDF bekommt 2,01 Mrd, das Deutschlandradio 230 Mio Euro. An die Landesmedienanstalten, die die Privatsender beaufsichtigen, gehen 152 Mio Euro. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen ist um 0,9 % auf 39,9 Mio gestiegen, die Zahl der beitragsbefreiten Personen ist um 12,3 % auf 2,7 Mio zurückgegangen.
rnd.de, presseportal.de

Rummenigge hät kritische Berichte über Bundesliga-Restart für unsachlich.

FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ärgert sich im "Handelsblatt" über die DFL-kritische Berichterstattung während des Corona-Lockdowns. In "einigen" ARD-Sendungen seien der Fußball und der Restart des Spielbetriebs "in Schutt und Asche geredet" worden. "Das hätte man teilweise auch seriöser und fairer diskutieren können", findet Rummenigge.
"Handelsblatt" S. 18/19 (Paid)

DFL erlöst mit Medienrechten ab der Saison 2021/22 erstmals weniger als bisher.


Corona-K(n)ick: Die DFL vergibt die Übertragungsrechte für die Bundesliga neu und erlöst damit umgerechnet 1,1 Mrd Euro pro Saison - ein Rückgang um 60 Mio Euro pro Spielzeit. Den Gesamterlös für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 beziffert die DFL auf 4,4 Mrd Euro. Zum Vergleich: Der Gesamterlös für die vier Spielzeiten von 2017/18 bis 2020/21 betrug Höhe 4,64 Mrd Euro, also durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Die Pay-Rechte sichern sich Sky und Dazn. Sky überträgt alle Einzelspiele am Samstag, das Top-Spiel und die Konferenz ebenso wie alle Begegnungen der 2. Bundesliga. Streamingdienst Dazn bekommt die Rechte für die Freitags- und Sonntagsspiele. Ein überraschendes Platz-Comeback feiert Sat.1. Der Sender kauft Free-TV-Rechte für insgesamt neun Spiele, darunter die Auftaktmatches der 1. und 2. Bundesliga, den Supercup und die Relegation. Sport1 zeigt die neu am Samstagabend um 20:30 Uhr angesetzten Begegnungen in der 2. Liga.

Bei den Zusammenfassungsrechten schlagen wie bisher ARD und ZDF zu. Die ARD bekommt die Rechte diesmal auch für die Zusammenfassung der Freitags- und Sonntagsspiele der 2. Bundesliga; dieses Material will sie voraussichtlich beim Sender One vermarkten. Auch Axel Springer mischt mit: Der Medienkonzern erwirbt die Pay-Rechte, direkt nach Abpfiff alle Begegnungen beider Ligen zusammenzufassen. Zudem kauft Springer das zum ersten Mal ausgeschriebene "Out-of-Home"-Paket. Es berechtigt dazu, Bewegtbilder der Spiele auf Flächen für Außenwerbung zu nutzen.
dfl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Die ARD will sportschau.de ausbauen.

Sportschau.de soll ausgebaut werden, berichtet Volker Nünning. Der innerhalb der ARD für das Angebot zuständige WDR plant, mehr Geld und Personal für das Angebot zu binden und es zu einen der fünf maßgeblichen Plattformen der ARD auszubauen. Zudem soll die Seite künftig insbesondere auf mobile Geräte ausgerichtet sein. Unklar ist bislang noch, ob die Seite dafür erneut den sogenannten Drei-Stufen-Test durchlaufen muss.
medienkorrespondenz.de

SWR will Umgang mit Fremdmaterial “selbstkritisch diskutieren”, Kostenfrage bleibt ungeklärt.

SWR findet die Verwendung von Fremdmaterial weiterhin "im Grundsatz in Ordnung", will nach der abgesetzten Wuhan-Doku den Umgang damit aber "selbstkritisch diskutieren" und die Rahmenbedingungen intern "schriftlich fixieren", berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Mit der Frage, wer die Kosten für den nicht gesendeten Film trägt, habe sich der SWR "bislang noch nicht befasst". Die Doku "Inside Wuhan" entstand ohne eigenes Film­material, allein mit Aufnahmen des chinesischen Propaganda­mnisteriums. Wegen angeblich ungeklärter Recht flog der Film kurzfristig aus dem Programm.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Tatort” dreht wieder.

Tatort dreht wieder: Mit 10 Wochen Corona-Verspätung nehmen die saarländischen TV-Kommissare ihre Ermittlungen wieder auf. Auch der SWR setzt seine Dreharbeiten an einer unterbrochenen Produktion ab kommender Woche fort, der NDR plant ebenfalls für Juni die Wiederaufnahme eines Borowski-Drehs. Der HR geht es langsamer an: Dort sollen die Produktionen erst im Frühherbst wieder starten.
derstandard.at

Regierungschefs unterschreiben heute Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsident*innen unterschreiben heute den Staats­vertrag, der eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab 2021 vorsieht. Sachsen-Anhalts Regierungs­chef Reiner Haseloff will seine Unterschrift mit einer Protokoll­notiz versehen, dass er für eine Zustimmung keine parlamentarische Mehrheit hat. Auch in Sachsen und Thüringen ist eine Zustimmung der Landtage nicht sicher, ohne diese wären die Unterschriften Makulatur.
faz.net, medienpolitik.net

ARD plant Online-Archiv für historische TV-Beiträge.


Verborgene Schätze: Die ARD öffnet ihre Archive und stellt zum Welttag des Audiovisuellen Erbes am 27. Oktober historische Video-Beiträge in die ARD-Mediathek. Diese bleiben dauerhaft online, lassen sich verlinken und in eigene Webseiten einbetten. Die Federführung liegt beim RBB, eine Blaupause ist das Projekt SWR Retro (Screenshot). Zu sehen sind vor allem TV-Beiträge der aktuellen Berichterstattung aus der Zeit vor 1966. Für jüngere Beiträge ist die Rechteklärung schwieriger, weil sich 1966 das Urheberrecht geändert hat.

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow will mit dem Projekt "eine Art kollektives Gedächtnis schaffen". RBB-Intendantin Patricia Schlesinger weiß um das Interesse das Zuschauer*innen an historischen Aufnahmen und sagt: "Das Programm ist von der Gemeinschaft finanziert, sie sollte es so weit wie möglich nutzen können." Parallel arbeiten die ARD-Anstalten auch an einer Öffnung ihrer Audio-Archive sowie CC-Lizenzen zur nicht-kommerziellen Nutzung von ARD-Inhalten.
dwdl.de, presseportal.de

SWR nimmt umstrittene Corona-Doku aus dem Programm.

SWR wird die umstrittene Corona-Doku aus Wuhan doch nicht ausstrahlen. Als Grund gibt der Sender an, dass die beauftragte Produktionsfirma dem SWR "nicht die erforderlichen Rechte am verwendeten Filmmaterial" des China Intercontinental Communication Center (CICC) einräumen könne. Eine Ausstrahlung zu einem späteren Zeitpunkt sei nicht geplant. Die "Süddeutsche" hatte berichtet, dass der Film auf chinesischem Propaganda-Material basiere und ohne ein Filmteam vor Ort oder das ARD-Studio in Peking entstanden sei.
swr.de, sueddeutsche.de (Zusammenfassung), turi2.de (Background),

Debatte um Show-Moderatorinnen: Volker Herres erklärt sich.


Rechtfertigungsdruck: ARD-Programmdirektor Volker Herres rudert in der Debatte um ein umstrittenes "Bild am Sonntag"-Interview von vergangener Woche ein bisschen zurück. Herres erklärt, er habe "selbstkritisch über die männliche Dominanz bei der großen Samstagabendshow" gesprochen und betont, "auch in der Unterhaltung haben wir Spitzenfrauen". Gleichzeitig sei das Erste in der "glücklichen Lage", hervorragend besetzte Primetime-Shows zu haben. Bei einem neuen Show-Konzept "würde ich mich selbstverständlich für eine Moderatorin starkmachen", sagt Herres.

In der vergangenen Woche hatte sein Satz, ihm falle kein weibliches Pendant zu einem Kai Pflaume ein, der "mit seiner Empathie und Zugewandtheit so große Mehrheiten für sich begeistert", für Kritik gesorgt. Viele Frauen – auch aus dem öffentlich-rechtlichen Kosmos hatten Herres widersprochen, darunter Eva Schulz, Dunja Hayali und Carolin Kebekus. Gleichzeitig erweckt "BamS" den Eindruck, nur wenige Moderatorinnen trauten sich, etwas gegen das Herres-Zitat zu sagen, aus Angst es sich mit der ARD zu verderben. TV-Produzentin Ute Biernat zitiert die Zeitung mit den Worten: "Vielleicht ist es wie so oft im Leben: Männer werden gesehen – Frauen müssen sich melden! Zeit, dass sich etwas ändert."
"Bild am Sonntag", S. 40 (Paid)

SWR zeigt Corona-Doku mit chinesischem Propaganda-Material.

SWR zeigt am 15. Juni eine Corona-Doku aus Wuhan, die großteils auf chinesischem Propaganda-Material basieren soll. "Inside Wuhan" sei ohne ein Filmteam vor Ort entstanden, auch die ARD-Korrespondenten in Peking waren nicht eingebunden. Stattdessen greift der Film auf Material des chinesischen Propaganda­ministeriums zurück; der SWR rechtfertigt die Zusammenarbeit u.a. damit, dass man "alle Informationen äußerst gründlich abgesichert" habe.
sueddeutsche.de

130-Mrd sind für Merkel “in normalen Zeiten” eine unvorstellbare Summe.

Konjunkturpaket soll auch ein Zukunftspaket sein und "Millionen mehr Arbeitslose" verhindern, sagt Bundeskanzlerin Merkel im ARD-Interview. 130 Mrd Euro sind eine unvorstellbare Summe, sagt ARD-Chefredakteur Rainald Becker, worauf Merkel spontan reagiert: "für mich auch - in normalen Zeiten". Eine weitere Amtszeit schließt Merkel im Interview aus.
br.de, turi2.de (Background)

TV-Tipp: Angela Merkel erklärt ihr Corona-Konjunkturpaket im TV.

TV-Tipp: Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt anlässlich des 130 Mrd Euro schweren Corona-Konjunkturpakets heute gleich zwei ihrer sonst seltenen TV-Interviews. Um 19.20 Uhr steht sie im ZDF Chefredakteur Peter Frey und Vize-Chefredakteurin Bettina Schausten Rede und Antwort. Im Ersten beantwortet Merkel um 20.15 Uhr die Fragen Hauptstadtstudio-Leiterin Tina Hassel und ARD-Chef­redakteur Rainald Becker.
presseportal.de (ZDF), presseportal.de (ARD), turi2.de (Background)

Rassimus in den USA: Weiße Gästeauswahl sorgt bei Sandra Maischberger für Shitstorm.

ARD erntet für die Gäste-Auswahl des "Sandra Maischberger"-Talks einen Shitstorm: Unter den für Mittwochabend angekündigten Gästen befindet sich mit Anja Kohl, Dirk Steffens, Heiko Maas, Jan Fleischhauer und Helga Rübsamen-Schaeff niemand mit dunkler Hautfarbe, um über die rassistische Polizeigewalt in den USA zu sprechen - die ebenfalls Thema der Sendung sein wird. "Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?", versucht Sandra Maischberger die Kritiker*innen zu besänftigen.
twitter.com (Kritik), twitter.com (Maischberger)

Der “Spiegel” berichtet über eine undichte Stellen in der ARD-Doping-Redaktion.

Operation Aderlass: Vertrauliche Informationen aus einem Interview von ARD-Dopingreporter Hajo Seppelt sind offenbar auch an die österreichischen Kriminalermittler gelangt, schreiben Udo Ludwig und Antje Windmann im "Spiegel". Im Fall des deutschen Eisschnellläufers Robert Lehmann-Dolle seien Informationen zumindest schnell von den Ermittlern zum Reporter gelangt, wodurch Indizien schnell zu "vermeintlichen Wahrheiten" geworden seien.
"Spiegel" 23/2020, S. 96 (Paid)

Bayerischer Rundfunk startet ersten True-Crime-Podcast.

Bayerischer Rundfunk knapst sich ein Stück vom True-Crime-Kuchen ab und veröffentlicht ab 14. Juni den ersten sendereigenen Verbrechens-Podcast. "Der Mörder und meine Cousine" befasst sich mit einer 2013 begangenen Beziehungstat. Die siebenteilige Serie soll auf BR-Podcast, in der ARD-Audiothek und "allen gängigen Podcast-Formaten" abrufbar sein. Zusätzlich laufen gekürzte Folgen sonntags in der Bayern2-Sendung "radioDoku".
infosat.de

Zitat: “Tagesthemen”-Moderatorin Caren Miosga über die Konkurrenz zum “heute-journal”.

"Klar macht mir das was aus. Die Kollegen senden nicht nur früher, da sind halt noch mehr Menschen wach, sie senden auch pünktlicher."

"Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga ärgert sich manchmal, dass ihre ZDF-Kollegen Claus Kleber und Marietta Slomka mehr Zuschauer*innen erreichen. Dafür bekommen Miosga und ihr Team künftig fünf Minuten mehr Sendezeit.
tagesspiegel.de

Tom Buhrow sieht bei der Standortwahl der ARD-Kulturplattform keine Taktik.

ARD: Halle an der Saale als favorisierter Standort für die neue senderübergreifende Kulturplattform hat "keine taktischen Überlegungen", sagt Tom Buhrow im Deutschlandfunk-Interview. "Laute politische Forderungen haben es uns eher schwerer gemacht", sagt der ARD-Vorsitzende. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hat sich bei der Erhöhung des Rundfunkbeitrags enthalten und kritisiert, dass sich kaum gemeinsame ARD-Einrichtungen in Ostdeutschland befänden.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Deutschland die Digitalisierung verpennte.

Video-Tipp: Die Bewohner*innen der Lofoten haben schnelleres Internet als die Deutschen, das ist die bittere Erkenntnis einer NDR-Doku für die Reihe "Geschichte im Ersten". Rückblickend zeichnet sich schon in der Nach­kriegs­zeit ab, dass die Bundesrepublik die Digi­ta­li­sie­rung eines Tages verpennen könnte. Heute fehlt es hierzulande selbst in großen Städten an Glasfasernetzen. Andreas Orth erklärt, was politisch schief lief – und wieso "Deutschland den Anschluss verlor".
ardmediathek.de (44-Min-Video), tagesspiegel.de

ARD startet gemeinsames Kulturangebot ohne den BR.

ARDARD startet ihr gemeinsames, digitales Kulturangebot 2021, der MDR wird es federführend betreuen. Die Redaktion soll Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturerlebnisse aus den einzelnen Sendegebieten bündeln und neue Inhalte entwickeln. Alle ARD-Anstalten finanzieren gemeinsam den Etat von 5 Mio Euro jährlich. Der BR klinkt sich nach Streit um die Gebühren-Erhöhung über die Verknüpfung der Zustimmung Sachsen-Anhalts zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags mit der Standortfrage für die Gemeinschaftseinrichtung komplett aus dem Angebot aus. Die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio wollen ihre Kulturangebote künftig gegenseitig verlinken.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

TV-Quoten: Sky holt mit Bundesliga-Rückkehr Quoten-Rekord.

Bundesliga-Comeback zieht bei Sky so viele Zuschauer*innen an wie noch nie: Bei den Einzelspielen um 15.30 Uhr und der Konferenz im Pay-TV schalten 3,68 Mio Menschen ein – ein Marktanteil von 27 % und doppelt so viele wie an normalen Spieltagen. Die Konferenz im Free-TV sehen 2,45 Mio (18 %). Beim Top-Spiel am Abend und bei der "Sportschau" in der ARD liegen die Quoten dagegen auf Normal-Niveau.
dwdl.de

Mein Homescreen: Christoph Hammerschmidt.


Christoph Hammerschmidt, Leiter der Kommunikationsabteilung beim Hessischen Rundfunk, zeigt, wie Corona seinen Homescreen verändert – und seinen Job. Die Schlagzahl der internen Kommunikation, sagt er, hat sich stark erhöht und macht jetzt 80 % seiner Arbeit aus. Die große Frage, die ihn beschäftigt: “Wie können wir im Mobile Office das Wir-Gefühl stärken?” Weiterlesen …

Meinung: NDR spart wegen “mieser Stimmung in der ARD”.

NDR spart u.a. aufgrund "mieser Stimmung in der ARD", analysiert Kai-Hinrich Renner. Der Sender übe mit seinem Kürzungskurs Kritik an anderen ARD-Anstalten - etwa, indem er sein Sparprogramm auf "das komplizierte KEF-Verfahren" schiebe, das bei der Verteilung des Rundfunkbeitrags "einige Nachteile für den NDR habe". Aus dem Sender sei außerdem zu hören, der NDR habe sich "in der Vergangenheit deutlich stärker im Ersten engagiert, als es die Vereinbarungen der Landesrundfunkanstalten vorsehen" - etwas, wozu man nun offensichtlich keine Lust mehr hat.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Die ARD-Anstalten streiten um eine neue Kulturplattform in Halle.

ARD: Die digitale Kulturplattform könnte ohne den BR starten, schreibt Hans-Jürgen Jakobs. Hintergrund ist ein Standort-Streit: Die Intendanten planen mehrheitlich, sie in Halle anzusiedeln, was den Landtag von Sachsen-Anhalt milde im Hinblick auf die geplante Gebühren-Erhöhung stimmen könnte. Widerstand kommt jedoch weiterhin vom BR-Intendanten Ulrich Wilhelm (Foto). Der werte die Vorgänge als Erpressung.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

“Tatort” leidet unter Corona und Sparmaßnahmen.

Tatort wird wohl spätestens 2021 seltener in Deutschlands TV-Zimmern flimmern, schreibt Aurelie von Blazekovic. Zwar gebe es aktuell noch genug frische Fälle, für die Zukunft kämen aber zwei Faktoren zusammen: derzeit stockende Produktionen ob der Corona-Pandemie und Sparmaßnahmen bei den Sendeanstalten. Die könnten sogar noch größer ausfallen, wenn die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags verschoben wird.
sueddeutsche.de

Freie werfen dem NDR fehlende Transparenz und Strategie bei Sparmaßnahmen vor.

Freie werfen dem NDR bei Einsparungen fehlende Transparenz und Strategie vor.
Nicht mit ihnen: Freie Mitarbeiter*innen des NDR wehren sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Sender. Sie vermissen Transparenz, Strategie und soziale Verantwortung, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung mit DJV und Verdi. Viele Freie, die bei dem Sender laut Erklärung "einen Großteil des Programms" machen, stünden durch die geplanten Einsparungen "vor dem Abgrund", weil sie ihre Jobs verlieren – "meist nach jahrelanger kreativer, zuverlässiger und erfolgreicher Arbeit". Die Autor*innen des Schreibens fordern "ein faires transparentes Modell", auf das sich der NDR in Gesprächen mit Gewerkschaften und seinen freien Mitarbeiter*innen einigen soll. Nur so werde der Sender "seinem gesellschaftlichen Auftrag" gerecht werden können, glauben sie.

Kritik kommt auch zur Auflösung der Redaktion "Die Box", die innovative Doku-Formate entwickelt. Gegenüber "DWDL" sagt ein NDR-Sprecher, die in dem Ideenlabor erarbeitete Expertise werde "selbstverständlich auch weiter in der Abteilung Dokumentation eingesetzt, nur eben nicht mehr in einer eigenen Redaktion." Bis 2028 will der NDR insgesamt 300 Mio Euro sparen – 60 Mio Euro mehr als zuvor gedacht – und dabei den Personal-Etat um 10 % kürzen. Hunderte Stellen will das Haus nicht nachbesetzen. Außerdem will der NDR u.a. weniger "Tatort"-Folgen produzieren und einige Sendungen ganz aus dem Programm kicken.
dwdl.de, hamburg.verdi.de, djv-hamburg.de (PDF), turi2.de (Background)