Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

ARD-“Wahlarena”: Aktivistin kann nicht ausgiebig trainiert haben, erklärt Moderator Andreas Cichowicz.

Gezielt ausgesucht: Die angeblich von einer linksextremen Agentur in die ARD-Wahlarena mit Armin Laschet eingeschleuste Aktivistin kann nicht ausgiebig für das Format trainiert haben, sagt Moderator Andreas Cichowicz im "Spiegel". Die Publikums-Auswahl treffe einzig die Redaktion, erst "vor wenigen Tagen" habe man die junge Frau ausgesucht.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

AfD-Berichterstattung: “Tagesschau” unterzeichnet Unterlassungserklärung.


Es ist kompliziert: Im Streit um die Berichterstattung über das Abstimmungs-Verhalten der AfD zum Fluthilfe-Fonds gibt die "Tagesschau" nach – der zuständige NDR erklärt Unterlassung. Der Sender ändert die Aufzeichnung in der Mediathek und versieht sie mit einem Hinweis, ein Faktenfinder-Beitrag ist bis zur Überarbeitung offline. Die rechtspopulistische Partei hatte sich juristisch gegen zwei Sätze in der 20-Uhr-"Tagesschau" vom 17. September gewehrt. Darin hieß es: "Außerdem hat der Bundestag den Wiederaufbaufonds für die Flutgebiete beschlossen. Alle Fraktionen bis auf die AfD stimmten dafür." Tatsächlich hatte die AfD in zweiter Lesung für den Fonds gestimmt, sich bei der Schlussabstimmung aber enthalten, weil die Regierung die Abstimmung mit einer Zustimmung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verknüpft hatte.

Die rechtspopulistische Partei jubelt in einer Pressemitteilung über den juristischen Erfolg gegen das Nachrichten-Flaggschiff der ARD: "Das ist ein wichtiger Erfolg für die AfD-Fraktion, der zeigt, dass es sich lohnt, für korrekte und wahrheitsgemäße Berichterstattung in den Medien zu streiten. Es ist jedoch bedauerlich, dass wir hierfür erst den Rechtsweg beschreiten mussten", erklären Alice Weidel und Alexander Gauland.
dwdl.de, rnd.de, presseportal.de (AfD-Mitteilung), turi2.de (Background)

Der SWR holt Marieke Reimann als Zweite Chefredakteurin.


Next Generation: Journalistin Marieke Reimann, 34, Ex-Chefin des eingestampften "Zeit"-Jugendportals ze.tt, startet am 1. November als Zweite Chefredakteurin beim SWR. Damit steht sie an der Senderspitze neben Chefredakteur Fritz Frey, 62. Reimann wird in ihrem neuen Job auch die Abteilung "Zentrale Informationen" in Baden-Baden verantworten. Unter dieses Ressort fallen u.a. die Audio-Nachrichten des SWR und die Entwicklung "digitaler Newsformate für junge Zielgruppen", wie der Sender mitteilt. Sie soll den digitalen Umbau der Chefredaktion vorantreiben. Ihre Vorgängerin auf der Position ist Gabi Biesinger, die seit 1. August als Hörfunk-Korrespondentin in London unterwegs ist.

Reimann hatte die "Zeit"-Gruppe im Herbst 2020 verlassen, als ze.tt zum Ressort von Zeit Online wurde. Seitdem war sie als freie Journalistin tätig. Ihr Handwerk hat sie an der Deutschen Journalistenschule gelernt. Im Interview mit turi2 sagt Reimann Ende 2019: "Die Führungsebenen in unserem Land bilden nicht die Gesellschaft ab, die wir im Jahr 2020 haben. Es dominieren weiße westdeutsche Akademiker." Reimann wurde in der DDR geboren.

Ihre Entscheidung für den SWR kommentiert sie so: "Hier gibt es eine große Offenheit für progressivere Projekte, digitale Formate und diversere Biografien, das merkt man und das mag ich." Reimann ist die jüngste Person und erste Ostdeutsche, die es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Westdeutschland auf einen solchen Posten schafft – sie werde nun "bestimmt einige aus den Socken und den Sesseln hauen", sagt sie turi2. (Foto: SWR/Ralf Obergfell)
presseportal.de, turi2.de/koepfe (Profil Reimann)

Aus dem Archiv: Marieke Reimann im Interview in der turi2 edition #10 über Stereotypen und Print-Könige (2020).

Trainierte Aktivistinnen dürfen in der ARD-“Wahlarena” Fragen stellen.

Eingeschleust: In der "Wahlarena" der ARD durften offenbar nicht nur normale Bürgerinnen CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet befragen, sondern auch von Linken geschulte Aktivistinnen, entdeckt "FAZ"-Mann Philipp Plickert auf Twitter. Drei Kandidatinnen seien von einer Aktivistinnen-Agentur namens "hartaberlinks" auf ihren Showauftritt hin trainiert worden. Eine der Fragestellerinnen wollte Armin Laschet mit unangenehmen Fragen live "fertig machen". Kopf der Agentur soll eine Linksextremistin sein.
twitter.com, bild.de

Übermedien: ARD und ZDF blendeten beim Triell falsche Redeanteile ein.

Rechenschwäche: ARD und ZDF haben sich bei den Triell-Redezeiten der Kanzlerkandidatinnen verrechnet, zählt Stefan Niggemeier nach. So habe Olaf Scholz (Foto) statt 24:39 Min, die als Gesamt-Redezeit eingeblendet wurden, 25:30 Min gesprochen, Annalena Baerbock statt 24:25 Min nur 21:37 Min. Auch Armin Laschet hatte mit 24:14 Min weniger Redezeit als die angegebenen 26:25 Min. So habe Scholz knapp 20 % mehr gesprochen als Baerbock. Die Sender verweisen auf einen Software-Fehler bei der Zeiterfassung.
uebermedien.de

Polizei nimmt Diebe von NDR-Ausrüstung fest.

NDR: Die Polizei hat Käufer und Verkäufer gestohlener Film-Objektive in Hamburg festgenommen. Die beiden Verkäufer stammen aus Berlin und kommen offenbar aus dem Clan-Millieu. Im April waren dem NDR Kamera-Objektive im Wert von 400.000 Euro gestohlen worden, weitere Diebstähle gab es in Mainz und München. Bei Durchsuchungen in Berlin ist weiteres Diebesgut sichergestellt worden. Offenbar hat sich ein ganzes Täter-Netzwerk auf Diebstahl und Verkauf mit Profi-Film-Equipment spezialisiert.
abendblatt.de (Paid)

Zitat: Linda Zervakis über Schichtdienste in der “Tagesschau”.

"Immer wenn im Fernsehen etwas über Schlaflabore lief, und welchen Einfluss Schichtdienste auf den Körper haben, habe ich weggeschaltet – ich wollte lieber nicht hören, was ich meinem Körper antue."

Linda Zervakis war "schon länger" klar, dass sie nicht ihr "Leben lang im Schichtdienst arbeiten möchte", erzählt sie im RND-Interview. Ihr neuer Job sei nun "definitiv" familienfreundlicher.
rnd.de

Hitzige Debatte, chaotische Moderation: Das Medienecho zum TV-Triell bei ARD und ZDF.

Zweite Runde: Beim zweiten TV-Triell am Sonntagabend bei ARD und ZDF haben sich die Kanzler­kandidatinnen Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz einen lebhaften Schlagabtausch geliefert. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, so der Tenor der Presse. Insbesondere bei Laschet und Scholz sei der Ton "angriffslustig" gewesen, schreibt z.B. die Tagesschau. Ein großer Streitpunkt war etwa die Razzia in Scholz' Finanzministerium. Laschet habe Scholz "bei fast jedem Thema" attackiert und damit "ungewöhnlich deutliche Reaktionen" bei ihm ausgelöst, schreibt der Spiegel. Baerbock habe sich dagegen weitgehend aus dem Wortgefecht der Männer rausgehalten und stattdessen mit eigenen Botschaften gepunktet. "Tagesspiegel"-Autor Christian Tretbar bezeichnet die Grünen-Politikerin als "lachende Dritte". Sie habe "unverkrampft" agiert, "vielleicht auch, weil sie aktuell nur noch wenige Chancen auf das Kanzleramt hat".

Teils scharfe Kritik gibt es im Netz an der Moderation des Triells, ZDF-Talkerin Maybrit Illner und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr: "Das Ausmaß, in dem die Moderatoren die Möglichkeit verschenken, Millionen Menschen anzusprechen, die sich nur alle vier Jahre intensiv mit Politik beschäftigen, finde ich ernsthaft bestürzend", twittert Medienjournalist Stefan Niggemeier. "Zeit"-Journalistin Yasmine M'Barek empfindet die Moderation als "unnormal suggestiv". "Bild"-Vize Paul Ronzheimer hätte gerne gehört, wie die Kanzlerkandidaten "die Situation in Afghanistan bewerten und Deutschlands Rolle in der Welt". Es sei "Wahnsinn, dass das ARD und ZDF offenbar nicht interessiert". "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes beschreibt die Sendung als Chaos: "Moderatoren reden durcheinander, Kandidaten interviewen sich gegenseitig, im Hintergrund fällt irgendwas um, thematisch wird wild gesprungen". DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath bilanziert: "Ein Triell und fünf Verlierer."

Während des Triells hat ein lautes Geräusch im Studio für Verwunderung gesorgt: "So wie es rumpelt im Studio, so spannend wird die Bundestagswahl", reagiert Baerbock spontan dazu. Offenbar ist im Gang hinter dem Studio ein Gegenstand umgefallen, teilt das ZDF auf dpa-Nachfrage mit. Im weiteren Verlauf der Sendung fällt Baerbock dann noch ein technischer Defekt der Redezeit-Uhr auf: "Wenn ich das der Fairness halber sagen darf: Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter." Schon wenig später hatten ARD und ZDF das Problem in den Griff bekommen.
ardmediathek.de (96-Min-Video), t-online.de, Foto: Michael Kappeler/dpa

Zitat: Menschen schätzen ARD und ZDF mehr, als es einige Diskussionen vermuten lassen, sagt Tom Buhrow.

"Wenn wir zum Beispiel im Sommer den 'Tatort' wiederholen, gibt es lauthals Proteste. Ich nehme das aber als Anerkennung für unsere Produkte."

ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sagt im "Tagesspiegel"-Interview, die Menschen würden die Öffentlich-Rechtlichen "viel mehr schätzen, als einige öffentliche Diskussionen glauben machen wollen".
tagesspiegel.de

Studie: Fast jede Deutsche nutzt täglich Medien, TV dominiert den Bewegtbild-Markt.

Kein Entkommen: 99 % aller Menschen über 14 Jahren nutzen täglich Medien, sagt die Studie "Massen­kommunikation Trends 2021" von ARD und ZDF. Bewegt­bild erreicht täglich 89 % der Befragten: 29 % der Nutzung – und damit 2 % mehr als 2020 – entfällt auf zeit­souveräne Angebote, der Rest findet linear statt. Die Mediatheken der TV-Sender gewinnen 5 % an Reichweite und erreichen wöchentlich 38 %.
presseportal.zdf.de

Zitat: KEF-Chef fordert eine noch engere Zusammenarbeit der Öffentlich-Rechtlichen.

"Ein einzelner ARD-Intendant kann heute relativ wenig ausrichten."

Heinz Fischer-Heidlberger, Vorsitzender der KEF, betont im "FAZ"-Interview, dass die Öffentlich-Rechtlichen noch stärker zusammenarbeiten sollten, um Geld zu sparen. Bei "modernen Technologien, der Informationsverarbeitung oder digitalen Verbreitungswegen" sieht er noch Luft nach oben, was Kooperationen angeht.
"FAZ", S. 13  (Paid)

PR-Rat kritisiert Pauschalverurteilung der PR-Branche in ARD-Doku.

Rüge: Der Deutsche Rat für Public Relations kritisiert die ARD-Doku Die Story im Ersten: Wahlkampf undercover in einem offenen Brief für ihre Pauschalverurteilung der PR-Branche. Es werde der Eindruck vermittelt, "als sei PR eine Branche, in der Wahlkampfmanipulationen gängige Praxis sind". Damit würde man "lediglich Klischees der Vergangenheit" wiederaufwärmen, die Branche arbeite schon seit langem "nach klaren, transparenten Regeln". Der DRPR bittet um Infos vom zuständigen NDR über Firmen, die gegen Regeln verstoßen haben sollen, um Ermittlungen gegen sie aufnehmen zu können.
pr-journal.de, turi2.de (Background)

TV-Tipp: ARD-Doku beleuchtet Chinas Meinungsmache in ausländischen sozialen Netzwerken.

TV-Tipp: "Die Story im Ersten" beleuchtet, wie der chinesische Staat seinen Einfluss in ausländischen sozialen Medien ausübt. Sinologin Mareike Ohlberg berichtet von Stellen­ausschreibungen für Staats­behörden, die von einer Aufrüstung der Regierung im Kampf um die digitale Meinungshoheit zeugten. Die Sendung läuft in der ARD um 23:05 Uhr.
tagesschau.de, daserste.de (Abruf nach Ausstrahlung verfügbar)

Meinung: Sendungen für Jungwähler fördern selten mehr als private Einblicke von Spitzenpolitikern zu Tage.

Politik-Plausch: Sendungen für junge Wählerinnen wie "Ich würde nie…" von Deutschlandfunk Nova oder "Kreuzverhör – deine Wahl?" von Funk treffen Spitzenkanidaten zum Interview im Späti statt im Regierungsviertel. Sie fördern aber "abgesehen von randomisierten Fakten aus dem Privatleben des Gastes" selten Erhellendes zu Tage, was möglicherweise auch an den Politikern selbst liegen könnte, beobachtet Emeli Glaser. Die Interviewformate brillierten vor allem dann, wenn sie entlarven, wie gleichgültig manche Po­li­ti­ke­rin­nen den Sorgen jüngerer Generationen gegenüber stehen.
taz.de

ARD berichtet wieder live aus Kabul.

Inside Kabul: Die ARD hat mit Markus Spieker seit Sonntag wieder einen Reporter in Afghanistan vor Ort. Der ARD-Korrespondent ist am Sonntag aus Pakistan mit dem Auto eingereist – problemlos, erzählt er im "Weltspiegel". Auf dem Weg in die afghanische Hauptstadt sei er auf zum Teil verdutzte Taliban getroffen, die überrascht waren, "dass jemand ein- und nicht ausreist". Zuletzt war "Bild"-Mann Paul Ronzheimer einer der letzten deutschen Reporter im Land. Deutsche Medien, insbesondere ARD und ZDF, hatte er für ihre Risikoscheu kritisiert.
ard.deturi2.de (Background)

ARD-Kanal One versteht sich als Mediatheken-Zulieferer und Ort für Fiction.

Serien fürs Netz: Der ARD-Spartenkanal One hat sich seit seiner Neuausrichtung vor fünf Jahren zu einer "kleinen Fiction-Zentrale" entwickelt, sagt Senderchef Ingmar Cario DWDL. Durch Lizenzkäufe liefere One der ARD-Mediathek stetig Content zu. Die Zukunft von One sieht Cario langfristig im Non-Linearen. Beim Programm will sich One künftig mit einem neuen Female-Comedy-Format positionieren.
dwdl.de

Meinung: Die ARD hat das Ausmaß der Klimakrise noch nicht verstanden.

Noch nicht kapiert: Die ARD hat die Dimension der Klimakrise offenbar noch nicht verstanden, kritisiert Friederike Mayer von Klima vor acht im "journalist". Die Initiative fordert, dass anstelle der "Börse vor acht" der Klimawandel täglich vor der "Tagesschau" Thema ist: Es sei "längst an der Zeit, ebenso umfassend über diese existenzielle Krise aufzuklären, die alle Menschen betrifft". Man trommle schließlich nicht für die "Wiedereinführung der Lindenstraße oder Minigolf in der Primetime, sondern für die Herausforderung der Menschheit".
journalist.de

Nora Tschirner hört als “Tatort”-Kommissarin auf.

Außer Dienst: Auch Nora Tschirner wird nicht mehr als Weimarer "Tatort"-Kommissarin auf den Bildschirm zurückkehren, melden DWDL und die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Tschirners Kommissar-Kollege Christian Ulmen hat sich bereits verabschiedet. Der MDR kündigt an, dass es auch künftig einen Krimi aus Thüringen geben soll. Der letzte Fall mit Tschirner und Ulmen lief schon zum Jahreswechsel.
dwdl.de, waz.de

Hör-Tipp: Christine Strobl verteidigt Sonderberichterstattung der ARD.

Hör-Tipp: Die ARD-Programmchefin Christine Strobl wehrt sich gegen Kritik an der ARD-Berichterstattung zu Afghanistan, was aber nicht heiße, der Sender könne in puncto Sonderberichterstattung "nicht auch noch besser werden". Wichtig sei nun, an Themen wie Afghanistan oder den Folgen der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz dran zu bleiben. Im Interview mit Media-Pioneer-Chefredakteur Michael Bröcker spricht Strobl im "Morning Briefing"-Podcast zudem über Programmreformen und das Gendern.
thepioneer.de (14-Min-Audio, ab Minute 4:37)


Zitat: Aline Abboud will zwischen Haltung und ausgewogener Berichterstattung trennen.

"Die­sen Vor­wurf kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Nur weil ich als Mo­de­ra­to­rin ei­ne Hal­tung ha­be, hei­ßt das ja nicht, dass ich und wir un­aus­ge­wo­gen be­rich­ten."

Aline Abboud, neues Gesicht der "Tagesthemen", wehrt sich in der "Zeit" gegen den Vorwurf, ARD und ZDF seien parteiisch. Bei einer ihrer Sen­dun­gen habe sie gar "Strich­lis­ten über zum Bei­spiel Par­tei­zu­ge­hö­rig­kei­ten" der Interviewten geführt, "da­mit es nicht un­ge­recht zu­geht".
"Zeit 35/2021", S. 18 (Ostausgabe, Paid)

Aline Abboud hat am Samstag ihre “Tagesthemen”-Premiere.

Tagesthemen: Neu-Zugang Aline Abboud, 33, moderiert das Nachrichten­magazin erstmals am 4. September, dem kommenden Samstag, teilt der NDR mit. Sie verstärkt das Moderations­team um Caren Miosga und Ingo Zamperoni – und ersetzt Pinar Atalay, die inzwischen auf der Gehaltsliste von RTL steht. Abboud kommt vom ZDF, wo sie die Kurz­nachrichten "heuteXpress" präsentiert. Bei Funk moderiert sie das Politik-Format Die da oben.
presseportal.de, rnd.de

“Aufregung war einkalkuliert”: Grünen-Wahlkampfchef Kellner weist Kritik an gesungenem TV-Spot zurück.

Zielgruppen-Werbung: Bei den Grünen zeigt man sich trotz viel Häme und Spott im Netz zufrieden mit dem gesungenen TV-Wahlspot. Mit dem Clip habe die Partei ganz bewusst Menschen jenseits der 60 im Blick, weil vor allem diese ARD und ZDF schauen, sagt Grünen-Wahlkampfleiter Michael Kellner dem "Spiegel". Der Spot würde veranschaulichen, "wo es hingehen kann mit dem Land, er zeigt Aufbruch und ist geerdet". Das alles sei verbunden mit einer "eingängigen Melodie". Man sei davon überzeugt, dass der Spot "die Breite der Gesellschaft" anspricht: "Da singt nicht nur die grüne Kernklientel, sondern auch der Paketbote, die Bootsbauerin und der Altenpfleger."

Dass der Spot vor allem in sozialen Netzwerken belächelt wird, sieht Kellner gelassen: "Politische Kommunikation muss ab und an überraschen." Die Aufregung im Netz sei sogar einkalkuliert gewesen, man habe dadurch eine "riesige Reichweite" gehabt und sei viral gegangen. "Vielleicht hätten wir unser Klimasofortprogramm auch einsingen sollen, um den Klimaschutz noch stärker in den Fokus zu rücken", sagt Kellner. In der Tat zählt das Video bei YouTube derzeit fast 500.000 Abrufe, allerdings auch mehr als 24.000 Dislikes und gerade einmal rund 8.000 Likes.
spiegel.de, turi2.de (Background)

ARD will Rundfunk-Sendefrequenzen gegen Interessenten behaupten.

Markiert ihr Revier: Die ARD will die Sende­frequenzen für den terrestrischen Rundfunk auch in Zukunft "in vollem Umfang" nutzen und verlangt daher, diese nicht an andere Interessenten abzugeben, schreibt der "Spiegel". Als mögliche Interessenten führt das Magazin besonders Mobil­funk­konzerne an. Der Sender­verbund begründet die Forderung mit seinen Informations­aufgaben, wie z.B. bei der Hochwasser­katastrophe im Juli. Mit seinen regionalen Aktivitäten könne der der öffentlich-rechtliche Rundfunk "ein sehr wichtiger Baustein für ein ziel­genaues Warn­system" sein, zitiert der "Spiegel" aus einem Papier, das die ARD-Fach­abteilung für Frequenz­management verfasst hat.
"Spiegel" 35/2021, S. 56 (Paid)

Zitat: Bestimmte Sendeplätze trauen Programm-Chefs eher Männern zu, sagt Eva Schulz.

"Wo ist das Problem, Frauen so komplex zu präsentieren, wie sie sind? Als Interviewerinnen können wir streng und empathisch zugleich sein, recherchestark, aber auch lustig."

Funk-Moderatorin Eva Schulz ärgert sich im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" darüber, dass es Programmverantwortliche gibt, die "bestimmte Sendeplätze eher einem Mann zutrauen".
sueddeutsche.de (Paid)

Monika Wulf-Mathies soll Kulturwandel im WDR beurteilen.


Kulturwandel-Kontrolleurin: Der WDR holt sich erneut die ehemalige EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies ins Haus. Sie hat bereits 2018 die #MeToo-Vorwürfe im Sender aufgearbeitet und soll nun überprüfen, was sich in Sachen Kulturwandel bisher getan hat und wo der WDR noch nachjustieren muss. Laut WDR haben Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau und Personalratsvorsitzende Christiane Seitz seit der vergangenen Prüfung zwölf Maßnahmen umgesetzt, u.a. die Grundsätze für Führungskräfte überarbeitet und Mitarbeiterinnen-Gespräche neu konzipiert.

2018 fiel ihr Urteil vernichtend aus. Wulf-Mathies hatte damals bemängelt, dass die Verantwortlichen im WDR Beschwerden über Belästigung zwar nachgegangen seien, "aber wenig unternommen" hätten. Intendant Tom Buhrow hatte Besserung gelobt.
dwdl.de, landeszeitung.de, presse.wdr.de, meedia.de, turi2.de (Background)

“Bild” wirft ARD-Anstalten Meinungsmache gegen Armin Laschet vor.

Keile für Kolleginnen: Die "Bild" wirft der ARD, besonders dem WDR, Stimmungsmache gegen Armin Laschet vor. Der Sender halte es "mit den Fakten nicht so genau" und habe u.a. die "Falschmeldung" verbreitet, dass der CDU-Kandidat keine afghanischen Geflüchteten aufnehmen wolle. Das Magazin "Monitor" habe in seinem Beitrag zu Laschets Klima-Politik "ausschließlich Aktivisten" zu Wort kommen lassen.
bild.de (Paid)

Debatte: RND beschreibt, wie ARD und ZDF an Afghanistan-Infos kommen.

Afghanistan-Berichterstattung: ARD und ZDF sind bei ihrer Afghanistan-Berichterstattung auf Hilfe aus der Ferne angewiesen. Weil deutsche TV-Sender keine eigenen Reporter vor Ort haben, holen sie sich Hilfe von lokalen Redakteuren und sammeln und verifizieren Bilder, Videos und Berichte aus digitalen Netzwerken, beschreibt Matthias Schwarzer vom Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit zunehmender Gefährdungslage bemühen sich die Sender zunehmend darum, ihre afghanischen Kollegen und damit ihre letzten verbliebenen Quellen vor Ort zu evakuieren.
rnd.de

Beitragsservice zieht erhöhten Rundfunkbeitrag ab Ende August ein.

Rundfunkbeitrag: Die Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro gilt ab August, teilt der Beitragsservice mit. Ende August beginne man mit dem Einzug, bei Lastschrift-Zahlung erfolgt die erhöhte Abbuchung automatisch. Vor zwei Wochen hatte das Bundes­verfassungs­gericht entschieden, dass Sachsen-Anhalt die Erhöhung nicht im Alleingang hätte stoppen dürfen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

“Bild” kritisiert extra3-Tweet über Afghanistan.

Bild beschwert sich über einen Tweet der Satiresendung "extra3" über die Krise in Kabul. In einer Fotomontage sprechen Annegret Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas darüber, wem sie die Schuld für die miss­lungene Evakuierung zuschieben. "Bild" wirft der ARD "unangebrachte Witze statt aktueller Information aus Afghanistan" vor und findet den Tweet "zum Fremdschämen".
bild.de, twitter.de ("extra3")

Lese-Tipp: Wie die Öffentlich-Rechtlichen mit dem Gendern umgehen.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche" blickt auf die Gender-Debatte bei den Öffentlich-Rechtlichen. Während das ZDF seinen Redaktionen das Gendern freistellt, sei die Lage in der föderal organisierten ARD "etwas komplizierter". Der BR z.B. verzichtet weitestgehend auf das gesprochene Gendersternchen, die Sprechpause hätte "häufig für Irritationen beim Publikum" gesorgt. Bei Fritz vom RBB gendert man in den Nachrichten nach einer Testphase dagegen weiter. Man bekomme inzwischen kaum mehr kritische Hörerinnen-Mails.
sueddeutsche.de

Gelöschte Fußball-Bilder: Ostsport TV verschickt Abmahnungen an die ARD.

Gelbe Karte: Ostsport TV, Regionalliga-Rechteinhaber, kündigt in der "Bild" juristische Schritte gegen die ARD an. Der Sender hatte am Wochenende TV-Aufnahmen von zwei Begegnungen bei YouTube sperren lassen, ein Algorithmus habe Ähnlichkeiten mit eigenen Bildern festgestellt. Entsprechende Abmahnungen mit Unterlassungserklärungen seien nun auf dem Weg zur ARD und dem verantwortlichen SWR. Schon vor zwei Wochen kam es zu einem ähnlichen Vorfall.
bild.de, bild.de (Background)

Basta: “Immer wieder sonntags” speist Youngster mit 100 Euro ab.

Präsenz statt Patte: Die Schlager-Show Immer wieder sonntags mit Stefan Mross zahlt ihren Gästen in der Regel Aufwands­entschädigungen von 500 Euro, meldet "Bild". Nachwuchs-Acts können davon nur träumen: Sie erhalten gerade mal ein Fünftel der Summe. Zwar sei der gesteigerte Bekanntheits­grad wichtiger als das Geld, trotzdem mag sich so mancher Youngster beim Blick aufs Konto eher bei "Verstehen Sie Spaß?" wähnen.
bild.de

Zitat: Helge Fuhst stellt Unterschiede zwischen “Tagesthemen” und Bild-TV heraus.

"Auch hier gilt zwar: Wettbewerb beflügelt das Geschäft. An unseren Relevanzkriterien für Nachrichten wird sich jedoch nichts ändern. Manch ein Thema überlassen wir gerne Bild."

Helge Fuhst, als zweiter Chefredakteur von ARD Aktuell verantwortlich für die "Tagesthemen", grenzt die Sendung im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom künftigen TV-Konkurrenten der "Bild" ab.
sueddeutsche.de

Weitere Zitate: Helge Fuhst über...
... die personellen Abgänge der vergangenen Monate:
"Wechsel sind in der Nachrichtenbranche genauso üblich wie in anderen Branchen. Das wurde mit Blick auf Tagesschau und Tagesthemen zuletzt ziemlich überdramatisiert."

... die Nachrichtenoffensive der Privatsender:
"Ich finde es gut, dass die privaten Sender und Medienhäuser mehr auf Nachrichten setzen und dort investieren. Ich hoffe aber, dass sie auch das nötige Durchhaltevermögen haben, denn ein Scheitern wäre ein Rückschlag für alle, die für Nachrichtenjournalismus brennen."

Angriff auf “Anne Will”, Spott für RTL: Claus Strunz stellt das Programm von “Bild TV” vor.


Sticheln zum Sendestart: "Bild TV"-Chef Claus Strunz stellt im großen Interview bei Meedia das Programm von "Bild TV" zum Sendestart am 22. August vor und bringt den neuen Sender sowohl gegen die ARD als auch gegen RTL in Stellung. Zwar würden bei "Anne Will" am Sonntagabend live noch mehr Menschen zusehen als bei "Bild TV", Politikerinnen, die bei "Bild TV" aufträten, hätten aber die Chance auf 40 Mio Gesamtreichweite "auf all unseren Plattformen". Strunz glaubt, dass der TV-Ableger der "Bild" die Fernsehlandschaft bereits vor dem Start verändert hat. So versuche Peter Kloeppel mit "RTL Aktuell" um 16.45 Uhr ein bisschen so zu sein wie "Bild Live". "Mein Eindruck ist: RTL tut sich und seinen Zuschauern damit keinen Gefallen", urteilt Strunz.

Er kündigt zudem an, dass es von 23. August bis zur Bundestagswahl jeden Wochentagsabend den Politik-Talk "Viertel nach acht" geben wird. In der Sendung sollen "Politik-Experten, Top-Journalisten, Show-Stars" in wechselnden Runden ihre Gedanken zu Politik und Gesellschaft äußern – zum Ensemble gehören etwa Frank Thelen, Béla Anda und Patricia Riekel. "Erste große Werbepartner" sind Lidl und Otto.
meedia.de (Paid)

Koalition in Sachsen-Anhalt erwartet “spürbare Effekte” beim Rundfunkbeitrag.

Rundfunkbeitrag: Der Entwurf des Koalitionsvertrags in Sachsen-Anhalt lässt erahnen, dass eine geregelte Beitrags­erhöhung auch im zweiten Anlauf "nicht leichter wird", schreibt Claudia Tieschky. Das Dreier-Bündnis unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (Foto) bekenne sich zwar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und "dessen angemessener Finanzierung", erwarte jedoch "spürbare Effekte" beim künftigen Beitrag und schließe auch "eine Abweichung von der Empfehlung der KEF" nicht aus.
sueddeutsche.de (Paid)

Olli Schulz sucht für die ARD den Klang der Gesellschaft.

Mit Musik wählt alles besser: Die ARD schickt Musiker und Podcaster Olli Schulz im Vorfeld der Bundes­tags­wahl auf Road-Tour, um heraus­zufinden, wie die Gesellschaft klingt. In "Sound of Germany" versucht er, über Musik einen Zugang zu politischen Gesprächen zu bekommen, spricht u.a. mit Rappern über ihre Texte. Die drei­teilige Reihe läuft ab 18. September in der ARD Mediathek.
dwdl.de