Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Tom Buhrow gesteht zum Teil falsche Wortwahl bei “Umweltsau”-Debatte.

WDR: Tom Buhrow hat in der "Umweltsau"-Debatte "nicht immer die richtigen Worte gefunden", schreibt der WDR-Intendant in einem Gastbeitrag in der "Welt am Sonntag". Die öffentliche Meinung sei heute "fast spiegelverkehrt", außerhalb der Medienwelt sei der Tenor "so was geht nicht. Gut, dass Sie das klargestellt haben". Buhrow verteidigt zudem einen höheren Rundfunkbeitrag und kritisiert die ARD als "ein ziemlich westdeutscher Laden".
"Welt am Sonntag", S. 11 (Paid)

Lese-Tipp: “SZ Magazin” interviewt “Lindenstraße”-Mitwirkende zum Serien-Aus.

Lese-Tipp: Das "SZ Magazin" trifft "Lindenstraße"-Schauspieler*innen und -Mitwirkende in der Serien-Kneipe "Akropolis". U.a. erzählt Casting Director Horst Scheel, dass der "Spiegel" die von ihm ausgesuchten Schauspieler auf dem Kieker hatte, WDR-Redakteur Götz Schmedes, wie er die Nachricht vom Serien-Aus überbracht hat und dass auch er den genauen Grund nicht kenne. Regisseur Hans W. Geißendörfer kämpft mit den Tränen und sagt, die Produktionskosten hätte er nicht nach unten drücken können und dass die Serie "auf der Höhe der Zeit" gewesen sei.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

Zitat: RBB muss mehr als kosmetisch sparen, sagt Intendantin Patricia Schlesinger.

"Kosmetische Anpassungen reichen nicht mehr aus. Wir müssen uns mittelfristig komplett neu aufstellen, was Formatierung, Inhalte und Produktion betrifft."

Intendantin Patricia Schlesinger sagt, dem RBB stehe "größte Herausforderung seit der Gründung" bevor. Pro Jahr muss er rund 20 Mio Euro sparen und dafür Abstriche bei Personal und Programm machen.
dwdl.de, turi2.de (Schlesinger-Porträt in der turi2 edition #6)

Zeit Online und Funk starten das Politik-Videoformat “Represent”.


Jugend repräsentiert: Zeit Online und Funk, Jugend-Angebot von ARD und ZDF, starten das gemeinsame Politik-Videoformat "Represent". Ab heute erscheint jeden Mittwoch eine Folge des Formats bei YouTube. "Represent" richtet sich an unter 30-Jährige und will beleuchten, welchen Einfluss Bundestagsdebatten bzw. Entscheidungen im Bundestag auf deren Lebensrealität haben.

Mit "Represent" wollen die Macher Debatten runterbrechen sowie Polit-Sprech entschlüsseln und Fakten checken. Die erste Folge dauert keine acht Minuten und dreht sich um die Mobilfunkstrategie der Bundesregierung. Die Pilot-Kooperation ist erstmal für drei Monate angesetzt.
zeit-verlagsgruppe.de

NDR muss 60 Mio Euro pro Jahr sparen.

NDR muss von 2021 bis 2024 knapp eine Viertel-Mrd Euro sparen, das sind 60 Mio pro Jahr, sagt Intendant Joachim Knuth. Das gelte auch, wenn der Rundfunkbeitrag wie von der KEF empfohlen erhöht wird. Welche Personal-Auswirkungen das Sparen hat, könne Knuth noch nicht sagen. Am Informations- und Investigativ-Journalismus will er keinen Rotstift ansetzen, aber Inhalte so planen, dass sie auf möglichst vielen Ausspielwegen funktionieren.
rnd.de

Video-Tipp: Lisa Altmeier im TV-Fragebogen.


Video-Tipp: Viel fernsehen durfte Lisa Altmeier als Kind nicht, daher rekrutierte die freie Social-Media-Journalistin und Autorin ihre Vorbilder damals aus der Hörspielwelt, darunter die Reporterin Karla Kolumna. Heute ist Altmeier vor allem in sozialen Medien unterwegs, einen Fernseher hat sie nur, weil der auch Netflix kann. Erinnerungen ans Fernsehen hat sie trotzdem, wie sie im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9 verrät – etwa den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff.
turi2.tv (2-Min-Video bei YouTube)

Video-Tipp: Rainer Maria Schießler im TV-Fragebogen.


Video-Tipp: Rainer Maria Schießler ist Münchens bekanntester Pfarrer, auch, weil er in seinem Amt oft in Fernseh-Serien wie "Dahoam is Dahoam" auftritt. Im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9 beichtet er seine Fernsehleidenschaft: Er brauche TV zur Bildung, Aufklärung und Entspannung. Deswegen schaut er alles – von der Wissens-Doku bis zur Soap. Sein eindrucksvollstes TV-Erlebnis war die Mondlandung 1969, damals wurde im Wohnzimmer seiner Eltern trotz Renovierung ein Fernseher aufgestellt, um das Ereignis live mitverfolgen zu können.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Siebenhaar: BR-Chefredakteur Christian Nitsche steht wegen der “Münchner Runde” in der Kritik.

BR: Chefredakteur Christian Nitsche sorgt intern für Unbehagen bei der Neuausrichtung der Talkshow "Münchner Runde", schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Nitsche moderiert die Sendung künftig allein und nicht wie bisher im Wechsel mit Ursula Heller. Kritiker behaupten, Nitsche habe Heller aus der Sendung gedrängt, obwohl er selbst nicht die nötige Körpersprache und das rhetorische Talent für die Sendung mitbringe.
handelsblatt.com

Basta: Thomas Gottschalk hat aus dem Klingelbeutel geklaut.

Mit Gottes Segen: Thomas Gottschalk beichtet in der ersten Ausgabe seiner Radioshow bei SWR3, dass er als junger Ministrant immer mal wieder eine Mark aus dem Klingelbeutel gemopst hat. Er habe aber versprochen: "Lieber Gott, ich geb's in Deinem Sinne aus." Der Herr war gnädig ‐ und hat Gottschalk daher nur beim Mode­geschmack gestraft.
spiegel.de, swr3.de (10-Min-Video, ab 8:08)

MDR startet Online-Meinungsbarometer “MDR Fragt”.

MDR ruft das Online-Meinungs­barometer MDR Fragt ins Leben, um die Stimmung in Mittel­deutschland zu erheben. Interessierte Teilnehmer können sich ab sofort registrieren. MDR Fragt will mit einem breiten, registrierten und gewichteten Panel ein Gegenpol zu hitzigen Debatten in sozialen Medien sein, bei denen oft die dominieren, die am lautesten sind.
presseportal.de, mdr.de

Alev Seker wird neue SWR-Moderatorin von “Plusminus”.

SWR engagiert Alev Seker als neue Moderatorin von "Plusminus". Seker arbeitet seit 2018 als Reporterin und Redakteurin in der Hauptabteilung Service des SWR. Sie tritt die Nachfolge von Clemens Bratzler an, der 2019 den Posten des SWR-Programmdirektors Information übernommen hatte. Das ARD-Wirtschaftsmagazin wird im wöchentlichen Wechsel vom BR, HR, MDR, NDR, SR, SWR und WDR produziert.
presseportal.de

“Tagesschau” gewinnt 2019 das Quoten-Duell der Nachrichtensendungen.

Tagesschau gewinnt 2019 dank Ausstrahlung in den Dritten Zuschauer, verliert im Ersten allerdings etwas an Quote, analysiert Quotenmeter. Quotenzuwächse verzeichnen die Nachrichtensendungen von RTL. Die "heute"-Hauptnachrichten im ZDF fallen auf die niedrigste Reichweite seit 2013, liegen damit aber weiterhin auf hohem Niveau. Größter Verlierer des News-Jahres ist RTL Zwei, das an den Nachrichten seit Ende 2018 massiv spart - und damit die Quoten mehr als halbiert.
quotenmeter.de

Zitat: Öffentlich-Rechtliche haben keinen Erfolgsdruck, moniert Armin Laschet.

"Es kann nicht sein, dass Sie in Deutschland alles kritisieren dürfen, vom Papst abwärts – nur nicht die Beiträge des Westdeutschen Rundfunks. "

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet moniert im "Spiegel"-Interview, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe keinen Erfolgsdruck, deshalb erwarte er, dass Redakteure kritikfähiger sind.
"Spiegel" 3/2020, S. 78 (Vorab), turi2.de (Background)

Meinung: Umweltsau-Skandal ist völlig unnötig, schreibt Uwe Jean Heuser.

Umweltsau-Skandal hat "etwas Tieftrauriges, weil er so unnötig ist", kommentiert Wirtschafts-Ressortleiter Uwe Jean Heuser (Foto) in der "Zeit". WDR-Intendant Tom Buhrow hätte wissen können, "wie sensibel der Umgang mit Satire" in Zeiten rechter Kritiker ist. Auch die "Attacke" der Redakteure auf Buhrow sei "völlig überzogen". Sich einmal infrage zu stellen, hätte allen Beteiligten enorm geholfen.
"Zeit" 3/2020, S. 20 (Paid)

BR-Rundfunkrat verteidigt Handeln der Intendanz im Fall Gutjahr.

Bayerischer Rundfunk: Der Vorsitzende des Rundfunkrats, Lorenz Wolf, verteidigt BR-Intendant Ulrich Wilhelm gegen die Vorwürfe von Richard Gutjahr. Die Geschäftsleitung habe die Anfeindungen gegen Gutjahr "sehr ernst genommen", sagt Wolf der "Süddeutschen". Er sei sich mit Wilhelm einig darin gewesen, "dass der BR Herrn Gutjahr auf jeden Fall Unterstützung zukommen lassen muss - auch im Hinblick auf entstehende Kosten".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Intendant Tom Buhrow stellt sich der Kritik von WDR-Redakteuren.

WDR: Intendant Tom Buhrow hat sich vor 700 Mitarbeitern zum "Umweltsau"-Video und der umstrittenen Löschung erklärt. Ein Teilnehmer der nicht-öffentlichen Versammlung sagt dem "Spiegel", Buhrow habe im Prinzip gesagt, dass er wieder so handeln würde. Zugleich habe er die Mitarbeiter ermutigt, dass "alle unbedingt so weitermachen sollten wie bisher", es dürfe und solle weiter experimentiert werden. DWDL berichtet, es sei im Saal "hoch her" gegangen, offen und konstruktiv sei der Dialog ‐ anders als von der Pressestelle dargestellt ‐ nicht gewesen. Unmut kam auf, weil sich Buhrow wegen anderer Termine vorzeitig aus dem Treffen verabschiedet habe.
spiegel.de, dwdl.de, welt.de

“Welt am Sonntag”: WDR engagiert Agentur für Krisenkommunikation.

WDR engagiert vorsorglich die auf Krisenkommunikation spezialisierte Agentur Media 5, die helfen soll, den ab 2021 wohl steigenden Rundfunkbeitrag zu kommunizieren, schreibt die "Welt am Sonntag". Geschäftsführer Andreas Fünfgeld ist Ex-Pressesprecher von RTL2. Wolfram Winter, Ex-Kommunikationschef von Sky, ist als Berater Teil des auf zwei Jahre angelegten Projekts.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Umweltsau: Hunderte demonstrieren in Köln für und gegen Öffis.


Demo vor dem Sender: Das Umweltsau-Video des WDR zieht am Samstag mehrere Demos in Köln vor dem Sender-Gebäude nach sich. Hunderte demonstrieren für bzw. gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Unter anderem versammelten sich verschiedene rechte Gruppen sowie eine Gegenkundgebung, an der auch Verdi und der DJV teilgenommen haben. DJV-Chef Frank Überall, auch freier Journalist beim WDR, sagte, die Umweltsau-Satire verletze keine Rechte und müsse deshalb ausgehalten werden – auch von einem Intendanten. Tom Buhrow hat sich für das Video entschuldigt, der WDR hat es gelöscht, die Redakteursvertretung den Schritt in einem internen Schreiben scharf kritisiert.
dwdl.de, bild.de, deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Meinung: Öffentlich-Rechtliche müssen Freie besser vor Hetzkampagnen schützen.

Öffentlich-rechtliche Sender schützen ihre Freien nicht genug vor rechten Angriffen, kritisiert Peter Weissenburger und nennt Richard Gutjahr (Foto) und den BR sowie Danny Hollek und den WDR als aktuellste Beispiele. Die Sender unterschätzten nicht nur "die Geschwindigkeit, in der Hass auf Einzelne niedergehen kann", sondern auch, dass ihre Freien viel angreifbarer seien als Festangestellte. Die Sender seien "nicht auf derartige juristische Projekte" eingestellt.
taz.de, turi2.de (Gutjahr), turi2.de (Hollek)

Umweltsau: WDR-Redakteursrat wirft Tom Buhrow “Verletzung der Rundfunkfreiheit” vor.


Weiter durch's Dorf getrieben: Die Redakteursvertretung des WDR kritisiert Tom Buhrow und das "schlechte Krisenmanagement der Geschäftsleitung" im Hinblick auf das "Umweltsau"-Video, zitiert Stefan Niggemeier aus einem Schreiben aus dem WDR-Intranet. Das Gremium sei irritiert von der "eklatanten Verletzung der inneren Rundfunkfreiheit". "Zeitnah" solle eine außerordentliche Redakteursversammlung einberufen werden.

WDR-Intendant Tom Buhrow meldet sich derweil im "Spiegel"-Interview zu Wort: "Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird." Der WDR habe Hunderte Anrufe von "Seniorinnen und Senioren und deren Enkeln" erhalten. Buhrow kommentiert weiter: "Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant?"

Buhrow rechtfertigt die Sperre außerdem damit, dass das Video nicht direkt als Satire gekennzeichnet gewesen sei. Niggemeier weist jedoch darauf hin, dass das Lied seinen Ursprung bereits in der WDR5-Sendung "Satire Deluxe" in einer kürzeren Version am 9. November hatte.
uebermedien.de, Spiegel 2/2020 (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung), dwdl.de

Zitat: Tom Buhrow will sich ohne Zensur-Vorwurf entschuldigen können.

"Wir wollen weiter unbequem sein. Man wird doch noch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird."

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt im "Spiegel"-Interview, dass ihm de "Umweltsau"-Debatte "etwas konstruiert" vorkommt. "Eingeschüchterte Redakteure" seien ihm bisher nicht begegnet.
Spiegel 2/2020 (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung), dwdl.de

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Wir hatten wirklich Hunderte Seniorinnen und Senioren und deren Enkel am Telefon. Uns war sofort klar, diese Menschen waren nicht Teil einer orchestrierten Sache."

"Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant?"

"Dass Herr Laschet sich geäußert hat, hat es eher schwieriger gemacht zu reagieren."

"Es politisieren zu wollen, dass Kinder ein Kinderlied singen, finde ich absurd. Kinder spielen im Fernsehen und im Hörfunk überall eine Rolle, auf Spendengalas, bei Weihnachtskonzerten. Ich glaube, selbst auf Wahlplakaten von Politikern."

"Wir haben jede Woche zuhauf Beiträge, die kontrovers sind, die Mächtige kritisieren, die Missstände aufspießen. Da braucht sich niemand Gedanken zu machen. Ich erlebe auch den WDR nicht so, dass hier eingeschüchterte Redakteure herumlaufen."

“Welt”-Chef Ulf Poschardt kritisiert: Einige Milieus treiben ARD und ZDF vor sich her.


Angriff der "Welt"-Macht: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt nimmt die Diskussion um die WDR-Satire und die BR-Kritik von Richard Gutjahr zum Anlass, in einem Kommentar auf Seite 1 die öffentlich-rechtlichen Anstalten scharf zu kritisieren. Poschardt wirft ihnen vor, "einen eher hermetischen Werte- und Wahrnehmungskorridor" zu besitzen, bedingt durch eine "beamtenähnliche Journalistenexistenz" und zu gleichen Verhältnissen, aus denen die Medienschaffenden stammen. In den "Tagesthemen" kommentiere daher "in der Regel ein konformistisches Haltungskollektiv". Applaus komme dafür von "nationalmoralistischen Minderheiten, denen der Umerziehungsimpetus in Sachen Sozialismus, Klimanotstand oder Gendersprache noch nicht weit genug geht". Poschardt diagnostiziert, diese Milieus würden die Sender vor sich hertreiben.

Damit bewegt sich Poschardt nicht weit von der Kritik der AfD und anderer rechtspopulistischer Kräfte, die ARD und ZDF als zu links erachten. Von ihnen will sich der Springer-Mann jedoch nicht vereinbaren lassen. Vielmehr warnt er, dass die vermeintliche Schieflage der Öffentlich-Rechtlichen von der Partei für einen "erwartbar antiliberalen Affekt" genutzt werde. Porschardt fordert daher, dass die Mitte der Gesellschaft definieren solle, wie die Grundversorgung aussehen solle. Er selbst plädiert für eine Wachstumsbremse oder wie er verschärft sagt "Wucherbremse".
welt.de, turi2.de (Background)

BR findet Richard Gutjahrs Vorwürfe “im Kern nicht zutreffend”.


Brieffreundschaft beendet: Der Bayerische Rundfunk findet den offenen Abschiedsbrief seines langjährigen Mitarbeiters Richard Gutjahr "im Kern nicht zutreffend", sagt ein BR-Sprecher dem RND. "Der BR weist insbesondere den Vorwurf der Lüge und Täuschung durch den Intendanten strikt zurück." Die Anstalt habe Gutjahr eine Weiterbeschäftigung "in einem interessanten, auf seinen Themenbereich zugeschnittenen Bereich" angeboten, zitiert die "Welt" den BR. Gutjahr wollte demnach die Stelle nicht annehmen.

Im März 2019 sei ein Aufhebungsvertrag "in gegenseitigem Einvernehmen" geschlossen worden. Seitdem sei der Journalist nicht mehr für den BR tätig gewesen. Richard Gutjahr wirft Ulrich Wilhelm u.a. vor, ihn während eines rechtsextremen Shitstorms nicht angemessen unterstützt zu haben. Gutjahr hatte u.a. die "Rundschau-Nacht" im BR moderiert.
rnd.de, welt.de

Zahl des Tages: Der “Tatort” erreicht 2019 im Schnitt 9 Mio Zuschauer.

Zahl des Tages: Krimisüchtige 9 Mio Zuschauer lockt der "Tatort" 2019 im Schnitt an – 300.000 mehr als 2018. Das entspricht einem Marktanteil von rund 25,8 % (24,9 %). Die besten Zuschauerzahlen erreichte dabei erneut das Ermittlerteam aus Münster. Auch das Ermittlerduo aus Österreich lockte überdurchschnittlich viele Zuschauer vor die Bildschirme.
spiegel.de

Zitat: Kinder-Nachrichten sind kein leichtes Pflaster, sagt Kika-Chefin Astrid Plenk.

"Die Kompetenz, komplexe Nachrichten für Kinder herunterzubrechen, muss man sich erarbeiten, das hat man nicht von heute auf morgen."

Kika-Chefin Astrid Plenk sagt im Meedia-Interview, sie sieht dem von Super RTL geplanten Nachrichtenmagazin für Kinder gelassen entgegen – wenn es sich mit "Logo" messen wolle, müsse es "klar journalistisch" sein.
meedia.de, turi2.de (Beitrag über Kinder-TV in der turi2 edition #9)

Anne-Nikolin Hagemann: Mein turi2.tv-Video-Tipp 2019.


Mein turi2.tv-Lieblingsvideo: Man nehme einen alten Bauernhof, viele kreative Menschen, noch mehr verrückte Ideen – und einen Rastlosen, der das alles irgendwie zusammenbringt. Fertig ist das Kliemannsland, Spielwiese und Herzensprojekt von Webdesigner, Autor, Musiker, Heimwerker und YouTuber Fynn Kliemann. Im Sommer haben wir ihn dort mit der Kamera besucht. Zurückgekommen sind wir mit Matsch an den Schuhen, neuen Ideen im Kopf und einem Zehn-Minuten-Video, das inzwischen mehr als 100.000 Klicks bei YouTube hat. Darin spricht Fynn Kliemann über sein Leben als Tausendsassa und Workaholic mit grenzenlosem Selbstvertrauen, das andere mitreißt – und über die Angst, dass all das irgendwann im Burnout endet. Ehrlich, inspirierend und weit weg von jeglicher "Star-Scheiße", wie er selbst das nennen würde.
turi2.tv (10-Min-Video), turi2.de (Alle Videos der Reihe)

Ulrich Wilhelm: “Europa hat die digitale Souveränität verloren.”


ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt auf den letzten Metern seiner Amtszeit als ARD-Chef Europas digitale Rückständigkeit. Europa habe seine "digitale Souveränität verloren", sagt er im Interview mit seinem Haussender BR. Die Verbreitung öffentlich-rechtlicher Inhalte bei US-Diensten wie Facebook und YouTube sieht er derzeit als alternativlos. Tagesschau.de etwa erreiche nur ein Drittel seiner Nutzer direkt, die Mehrheit komme über Google und Social Media. Wilhelm fordert eine europäische digitale Plattform. Dazu gäbe es bereits Gespräche mit Sendern in anderen europäischen Ländern.

Im Interview hebt der Intendant auch die Rolle von Allianzen hervor – die "allernatürlichste" sei die Zusammenarbeit von ARD und ZDF. Sie solle im Bereich der Mediatheken noch intensiviert werden. Aber auch unter den Kooperationen mit privaten Anbietern wie Sky, der Telekom oder Discovery zieht er eine positive Bilanz, etwa weil die wachsenden Kosten für Sportrechte so besser zu stemmen seien.

Der ARD-Vorsitz wandert am 1. Januar turnusmäßig nach zwei Jahren vom BR zum WDR.
br.de (11-Min-Audiointerview)

Mehr über Ulrich Wilhelm bei turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden. (11/2018)