Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Rainer Robra sieht im Medienstaatsvertrag die “Weichen” richtig gestellt.

Politische Lese-Hilfe: Der neue Medienstaatsvertrag entlastet die Beitragszahlenden zwar nicht, stellt die Weichen aber in die richtige Richtung, urteilt Rainer Robra. Der Staatskanzlei-Chef von Sachsen-Anhalt und Kritiker von ARD und ZDF hebt in einem Gast-Text in der "FAZ" u.a. hervor, das Kultur-Programm nun höher bewertet werde als früher.
faz.net (Paid)

Lese-Tipp: Wofür ARD und ZDF die Rundfunkbeiträge ausgeben.

Lese-Tipp: t-online.de analysiert aus dem 40 Seiten starken Jahresbericht, wie ARD, ZDF und Deutschlandradio ihr Geld ausgeben: So sind im Programm der größte Kostenfaktor Filme – auch wenn ein "Tatort" nur einen Bruchteil der Produktionskosten eines James-Bond-Films verschlingt. Daneben steigen auch die Ausgaben für Gehälter, Löhne und die Altersversorgung.
t-online.de

Debatte: Stefan Niggemeier kritisiert den Umgang der “Tagesschau” mit Fehlern.

Fehler-Fail: Die "Tagesschau" korrigiert einen Fehler in der Ukraine-Berichterstattung nicht transparent, "sondern vernebelt ihn hinter der vagen Formulierung von der redaktionellen Bearbeitung", kritisiert Stefan Niggemeier: "Wer so etwas macht, dem ist nicht an einer wahrheitsgemäßen Unterrichtung seines Publikums gelegen." Die "Tagesschau" hatte aus "zivilen Opfern eines ukrainischen Angriffs zivile Opfer eines russischen Angriffs" gemacht.
steadyhq.com

ARD Degeto trainiert ukrainische Filmschaffende für die deutsche Filmbranche.

Einstiegshilfe: Die ARD Degeto startet zusammen mit mehreren Partnern das Pilotprojekt "Train to Work", das geflüchteten ukrainischen Filmschaffenden den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern soll. Diese können an allen von der ARD Degeto beauftragten Produktionen teilnehmen und so die Arbeitsweise an deutschen Filmsets kennenlernen. Ziel ist es, dass sie entsprechend ihrer Qualifikation und Position regulär in Deutschland arbeiten können.
presseportal.de

Debatte: ARD und ZDF sollen sich mehr an YouTube orientieren als an Netflix.

Demokratisierung: Der Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch hält Netflix nicht für einen passenden Vergleich zu den Online-Angeboten von ARD und ZDF. Diese sollten sich vielmehr an YouTube orientieren und auf ihren Plattformen Interaktion und nutzergenerierte Inhalte ermöglichen. Dabei sollten sie auf freie Software, offene Standards und Wikipedia-kompatible Lizenzen setzen, fordert Dobusch.
netzpolitik.org

Mein Podcast-Tipp: Felicia Mutterer über “Welt. Macht. China”.


Ohr in den fernen Osten: Felicia Mutterer ist Mitgründerin und Managing Director der Audio- und Podcast-Agentur Achtung! Broadcast. Ihre neueste Podcast-Entdeckung ist der ARD-Podcast Welt. Macht. China. Darin erklären Korrespondentinnen, wie China tickt, was das Land zur Weltmacht und was die Welt mit dem Land macht. Ihre Hör-Empfehlung erscheint in der Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

Zitat: Tom Buhrow sieht Zukunft des Radios als “emotionale Heimat”.

"Die Radiowelt muss eine emotionale Heimat sein. Die ganze Ansprache muss für die Region sein. Hier hat das Radio seine Chance."

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt im dpa-Interview, dass sein Sender manche Zielgruppen linear im Radio und TV gar nicht mehr erreicht. Bei Digital-Angeboten sei nicht allen immer klar, dass sie vom WDR stammten.
meedia.de

Der HR übersetzt Kindergeschichten ins Ukrainische.

Ablenkungsmaßnahme: Der HR stellt 16 Lesungen für Kinder aus der Ukraine in die ARD-Audiothek, darunter "originäre traditionelle Geschichten", Märchen und deutsche Kinderliteratur. Mit den ins Ukrainische übersetzten Hörbüchern wolle man den Kindern "ein Stückchen Heimat und Geborgenheit" bieten und sie "von den Strapazen der letzten Wochen" ablenken.
radiowoche.de, ardaudiothek.de

Hör-Tipp: Generation Alpha erreicht man nur, wenn man schnell reagiert.

Hör-Tipp: Kika-Programm-Geschäfts­führerin Astrid Plenk und Funk-Journalist Philip Schild diskutieren im Kika-Podcast "Generation Alpha" mit Daniel Fiene darüber, wie die Generation Alpha erreicht werden kann. Sie brauche eine Hyper-Personalisierung, sagt Schild. Deshalb sei es wichtig, dass ARD und ZDF "hochgradig agil" sind und ihre Themen und Arbeitsabläufe entsprechend aufstellen. Nur so können sie auf die Bedürfnisse der Zielgruppe reagieren.
ardaudiothek.de (42-Min-Audio)

Studie: Social-Media-Plattformen haben großen Einfluss auf die Themenwahl bei ARD und ZDF.

ARD und ZDF richten ihre Social-Media-Angebote nach den algorithmischen Funktionsweisen der Netzwerke – "und gefährden dadurch potentiell die Qualität ihrer Arbeit und stellen ihre Unabhängigkeit in Frage", kritisiert eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung. Medienschaffende müssten "tagtäglich zwischen Plattform-Logik und journalistischen Qualitätsansprüchen" abwägen. Der HR-Journalist und Medienwissenschaftler Henning Eichler hat für die Studie 18 Personen aus Redaktionen und Management befragt und plädiert für neue Leitlinien und den Aufbau eigener, nicht-kommerzieller Plattformen.
netzpolitik.org, turi2.de (Background)

Mathias Döpfner kritisiert den “Welt”-Gastbeitrag als “unterirdisch” und plädiert für eine Debatte.


Queerdenken: Nach dem vielfach kritisierten Text zur angeblichen "Transgender-Ideologie" bei ARD und ZDF von fünf Wissenschaftlerinnen in der "Welt" wendet sich Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner an seine Belegschaft. In einem öffentlichen Statement kritisiert er auf der einen Seite die pauschale Denkweise der Autorinnen, es gebe nur zwei Geschlechter, und verteidigt auf der anderen Seite die allgemeine "Funktion des Gastkommentars" als Beispiel für Meinungsvielfalt des Hauses. Insgesamt sei der Beitrag "unterirdisch", wissenschaftlich "bestenfalls grob einseitig" und habe einen Ton, der "oberflächlich, herablassend und ressentimentgeladen" sei. Dass die Uhlala-Group Springer deshalb von der queeren Jobmesse Sticks & Stones ausschließt, sieht Döpfner jedoch kritisch: Weil ein Gastbeitrag externer Autorinnen eine "für die Organisation inakzeptable Position vertritt, werden knapp 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens pauschal in Mithaftung genommen".

Döpfner appelliert an Uhlala-Geschäftsführer Bruce Cameron, die Ausladung zurückzunehmen: "Wir jedenfalls wären gerne dabei, weil uns die Sache, die die Messe vertritt, wirklich am Herzen liegt." Für Menschen aus der LGBTIAQ*-Community sei der Text eine "Verletzung und Zumutung". Immer häufiger werde bei Debatten "nicht mehr widersprochen, nicht mehr miteinander geredet, sondern einfach ausgegrenzt", schreibt Döpfner. Ausgrenzung verhindere aber eine Debatte und fördere Intoleranz, so Döpfner. Die Redaktion habe Cameron eingeladen, eine "ausführliche Gegenposition" in der "Welt" zu vertreten: "Ich hoffe und wünsche mir, dass er sie annimmt."

Derweil dröselt das NDR-Medienmagazin "Zapp" bei Instagram und Twitter die Mängel des "Welt"-Gastbeitrags auf. Ständig würde fälschlicherweise behauptet, Kinder seien die Zielgruppe der Öffentlich-Rechtlichen – obwohl im Text häufig Kanäle vom Jugend-Netzwerk Funk zur Debatte stehen. Anders als behauptet würde in der erwähnten "Sendung mit der Maus" über trans Frau Katja nicht "vollkommen unkritisch" für das geplante Selbstbestimmungsgesetz geworben – einfach deswegen, weil das Gesetz darin kein einziges Mal zur Sprache kommt. Bis auf den Jugendpsychiater Dr. Alexander Korte habe zudem keiner der Autorinnen einen fachlichen Bezug zum Thema. Schon 2019 hätten drei führende Wissenschaftlerinnen Korte vorgeworfen, eine Einzelposition zu vertreten, die zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Transmenschen führen könne.
welt.de, instagram.com, twitter.com, turi2.de (Background)

Otto Brenner Stiftung: ARD und ZDF produzieren immer mehr Inhalte für Social Media.

How much is too much? ARD und ZDF betreiben immer mehr Journalismus in sozialen Netzwerken, besagt eine Erhebung der Otto Brenner Stiftung. Von insgesamt 273 Angeboten laufe mehr als ein Viertel exklusiv auf Instagram, Snapchat & Co und sei auf anderen sender­eigenen Ausspiel­wegen im Digitalen oder Linearen nicht verfügbar. Inhaltliche Entscheidungen würden oft aufgrund von "Reichweiten und algorithmischen Funktionen" getroffen, so die Studie.

18 Befragte aus den Sendern äußern gegenüber der Stiftung, dass die Rücksicht­nahme auf die Funktions­weise der Netz­werke die journalistische Arbeit "erheblich" beeinträchtige. Sie hätten zudem Bedenken, als Öffentlich-Rechtliche bei kommerziellen Anbietern an Bord zu sein. Viele ihrer Themen hätten aufgrund der Begebenheiten der Netzwerke keine Chance, ein Publikum zu erreichen. Die Daten der Ergebung entstammen einem Zeitraum zwischen November und Dezember 2021.
spiegel.de

Debatte: Trans-Thema in “Welt”-Artikel dient nur als Trigger, schreibt Johannes Kram.

Verqueers Motiv? Das Thema "Trans" ist im "Welt"-Artikel über die angebliche "Sexualisierung und Umerziehung von Kindern" bei ARD und ZDF "nur ein Trigger", schreibt Johannes Kram bei Übermedien. Viel mehr finden die Autorinnen "alles problematisch, was emanzipatorisch und aufklärend rund um Sex, sexuelle Identität und Geschlechtlichkeiten" gesendet wird. Dabei sei das Problem der Öffentlich-rechtlichen "nicht zu viel Diversität, sondern zu wenig".
uebermedien.de, turi2.de (Background)

Bundesländer einigen sich auf Reform der öffentlich-rechtlichen Sender.


Digital-Mission: Die Länder einigen sich bei der Minister­präsidenten-Konferenz in Berlin auf eine Reform der öffentlich-rechtlichen Rund­funk­anstalten. Demnach soll der Markenkern von ZDF, ARD und Deutschlandfunk sichtbarer sein. Dazu gehören Kultur, Bildung, Information und Unterhaltung, "wenn dies einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entspricht", sagt die Vorsitzende der Rundfunk­kommission und rheinland-pfälzische Minister­präsidentin Malu Dreyer. Zudem soll der Fokus künftig auf digitalen Streaming-Dienste im Netz liegen. ARD und ZDF können nun entscheiden, Sparten-Fernsehsender zu reduzieren und in Online-Angebote umzuwandeln. Filme und Serien sollen die Sender künftig schon vor der Ausstrahlung oder unabhängig davon in der Mediathek veröffentlichen können. Dabei gehe es darum, Bürgerinnen dort zu erreichen, wo sie sich medial aufhalten, sagt Dreyer. Um die Finanzierung geht es derzeit noch nicht – dies soll Teil eines zweiten Reformschritts sein.

Zuvor hatte es von privaten Medien Kritik an den Öffentlich-rechtlichen gegeben, weil sie ihren Kernauftrag zugunsten der Unterhaltung vernachlässigen und damit eine Konkurrenz darstellen würden. Die Reform hat "den Programm­auftrag nicht umstürzlerisch neu formuliert, wohl aber neu gerahmt", schreibt Joachim Huber im "Tagesspiegel". Es liege nun an ARD und ZDF, den Auftrag in eine "Qualitätsoffensive" umzusetzen. "Gut so", schreibt Huber, "die beitragsfinanzierten Medien haben die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen". (Foto: Michael Kappeler / dpa / Picture Alliance)
spiegel.de, tagesspiegel.de, welt.de

Debatte: Wissenschaftlerinnen stören sich an “Transgender-Ideologie” bei ARD und ZDF.

ARD und ZDF "sexualisieren und erziehen Kinder um", beklagen rund 120 Wissenschaftlerinnen in einem "Welt"-Gastbeitrag sowie in einem 50-seitigen Dossier und einem Beschwerdebrief. In Formaten wie der "Sendung mit der Maus" würde durchgängig die "biologische Tatsache" geleugnet, dass es nur zwei Geschlechter gebe. Die Berichterstattung ziele darauf ab, "den Forderungen von Trans-Lobbygruppen Gehör zu verschaffen".
welt.de (Paid)

Wir graturilieren: Anna-Maria Wagner wird 43.


Wir graturilieren: Die Kommunikations-Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Anna-Maria Wagner, wird heute 43. Durch ihren kleinen Sohn lernte sie in den vergangenen Monaten, achtsamer zu sein und im Augenblick zu leben. Dadurch ist sie dankbarer geworden: "Beides fühlt sich gut an", sagt Wagner. Im abgelaufenen Lebensjahr fand sie vor allem großartig, wie schnell und in welchem Umfang die ARD während des Ukraine-Krieges Medienangebote in ukrainischer und russischer Sprache bereitgestellt hatte. Auch das "unglaubliche Engagement" für Menschen in und aus der Ukraine hat sie sehr beeindruckt.

Wagner freut sich in der kommenden Zeit besonders auf die re:publica, die endlich wieder physisch stattfindet. Doch "die wirklich besonderen Ereignisse im Leben lassen sich nicht planen", fügt sie hinzu. Sie setzt "weniger Video-Calls" auf ihre To-Do-List und hofft auf mehr inspirierenden persönlichen Austausch, auch wenn sie die Flexibilität des mobilen Arbeiten schätzt. Ihren Geburtstag feiert sie deswegen im Grünen mit der Familie und vielen Lieblingsmenschen, die sie lange nicht gesehen hat. Gratulationen erreichen Wagner heute via Linked-in und Twitter. (Foto: Lea Ruddigkeit)

Debatte: Die “Tagesthemen” sollten die “Tagesschau” ersetzen, findet Peer Schader.

Ruhestand ruft: Die 20-Uhr-"Tagesschau" wird den Anforderungen des Nachrichtenalltags nicht mehr gerecht, kritisiert Peer Schader bei DWDL. Teil des Problems sei der Anspruch, das Wichtigste aus 24 Stunden in 15 Minuten abzuhaken. Auch das Sprecherprinzip sei nicht mehr "knackfrisch". Er plädiert dafür, stattdessen auf 45 Minuten verlängerte "Tagesthemen" zu senden.
dwdl.de

Studie: Immer mehr Frauen führen Regie bei deutschen Filmen.

Geht aufwärts: Auf 29 % steigt der Anteil von Frauen auf dem Regieposten 2020 bei ARD und ZDF, sagt eine Studie zur Regievergabepraxis im Fernsehen und Kino. Im Vergleich zu 2010 ist das ein Plus von 18 Prozentpunkten. Parität wäre damit aber erst 2024 im ZDF möglich, in der ARD sogar erst 2027. Streaming-Dienste erreichen 2020 eine Frauenquote von 25 %, 2019 waren es 14 %.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: Leonhard Dobusch fordert im Podcast “quoted” Open-Source-Offensive der Öffentlich-rechtlichen.

Hör-Tipp: Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und SZ-Autor Nils Minkmar fragen im Medienpodcast quoted, wie der Öffentlich-rechtliche Rundkunk mit den Erregungsmechanismen in sozialen Netzwerken umgehen und ob er sich unabhängiger von Twitter, Facebook und Co machen sollte. Gast Leonhard Dobusch, Mitglied des ZDF-Fernsehrats, befürwortet Open-Source-Lösungen und europäische Kooperationsstrukturen für vernetzte Mediatheken und soziale Netzwerke.
quoted-medienpodcast.podigee.io (39-min-Audio)

Lese-Tipp: Wie Sophie Burkhardt die ARD-Mediathek managt.

Lese-Tipp: Als Channel-Managerin kümmert sich Sophie Burkhardt um die ARD-Mediathek. Dabei findet sie es am schwierigsten "die Geschwindigkeit zu halten", sagt sie der "Süddeutschen Zeitung". Es herrsche eine "unheimliche Dynamik" in der Branche, daher braucht es "ständig neue Inhalte". Während sich Spielshows und journalistische Magazine im Streaming-Bereiche eher schwer tun, laufen Serien aufgrund der Fiktionalität laut Burkhardt besser.
sueddeutsche.de

Mein Podcast-Tipp: Marcus Schuler über “The Daily”.


Nachrichten-Vorbild: Marcus Schuler, ARD-Korrespondent im Silicon Valley, hört am liebsten The Daily von der “New York Times” – für ihn “einer der besten Nachrichten-Podcasts der Welt”. Die aufwendig produzierte Sendung hilft ihm, die US-Amerikaner besser zu verstehen und zeigt, dass guter Journalismus Geld kostet. Schuler berichtet seit 2017 für die ARD aus dem Silicon Valley und produziert gemeinsam mit Björn Staschen den wöchentlichen TechTalk für Tagesschau24. Seine Hör-Empfehlung erscheint in der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

KEF-Chef Detzel: Rundfunkbeitrag könnte “nominal steigen”.


Mehr Geld für ARD und ZDF? Der Chef der Gebührenkommission KEF, Martin Detzel, geht offenbar davon aus, dass der Rundfunkbeitrag erneut steigen wird. Im Interview mit der "FAZ" sagt er: "Wenn man angesichts der gegenwärtigen Inflationsrate die Kostenentwicklung hochrechnet, ist es keine Überraschung, dass die Beiträge nominal steigen könnten." Dass sich der Beitrag parallel zur Teuerungsrate entwickelt, schließt Detzel allerdings aus. Die KEF habe bisher "immer einen Anstieg des Beitrages unterhalb des Inflationsniveaus" empfohlen.

Politische Forderungen an die Sender, die eigenen Strukturen zu ändern oder den Auftrag selbst zu reduzieren, wie zuletzt von CSU-Chef Markus Söder geäußert, nennt Detzel "unrealistisch". Man müsse von den Sendern zwar Vorschläge für Sparmaßnahmen und mehr Wirtschaftlichkeit fordern. Die Erwartung, dass "Intendanten von sich aus Redaktionen schließen und Mitarbeiter entlassen", sei aber eine "Illusion". Das würde "ihrem Auftrag als Arbeitgeber und dem Selbstbehauptungsinteresse ihrer Institution" widersprechen.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Zahl des Tages: ARD-Mediathek verzeichnet im 1. Quartal 2022 rund 609 Mio Zugriffe.

Zahl des Tages: Rund 609 Mio mal haben Nutzerinnen im ersten Quartal 2022 auf Inhalte der ARD-Mediathek zugegriffen, meldet der SWR. Im Vergleich zum ersten Quartal 2021 bedeutet das eine Steigerung von 19 % – damals kam das Angebot auf 512 Mio Klicks. Insgesamt verzeichnete die ARD-Mediathek 2021 über 2 Mrd Zugriffe.
digitalfernsehen.de

ARD-Hauptstadtstudio bekommt virtuelle Besuchertour.

Augmented ARD: Das Hauptstadtstudio des Ersten bekommt eine virtuelle Besuchertour mit interaktiven Erkundungsmöglichkeiten. 360-Grad-Aufnahmen der Räume sowie Erklärvideos geben einen Einblick hinter die Kulissen. Das Angebot ist auch eine Reaktion auf Corona, da durch die Pandemie klassische Vor-Ort-Führungen nicht wie gewohnt stattfinden konnten.
presseportal.de, besuchertour.ard-hauptstadtstudio.de (Tour)

RBB setzt Werbemaßnahmen der “Jungen Welt” ab.


Werbung Ende: Die "Junge Welt" ärgert sich über die Absetzung von Werbespots bei Radio eins. Der Sender verweist dabei auf die Klage der "Jungen Welt" gegen die Bundesrepublik Deutschland. Die marxistisch orientierte Zeitung wehrt sich juristisch gegen ihre Erwähnung im Verfassungsschutzbericht. Die Absetzung des Spots bei Radio eins nennt Geschäftsführer Dietmar Koschmieder "geschäftsschädigend" und sieht darin "einen klaren Vertragsbruch und Angriff auf die Pressefreiheit".

Die "Junge Welt" wollte 2021 per Eileintrag erreichen, dass die Einträge im Verfassungsschutzbericht unterlassen werden. Im März 2022 hat ein Gericht den Antrag abgewiesen. Der jährliche Verfassungsschutzbericht erwähnt die "Junge Welt" seit 1998.
jungewelt.de, turi2.de (background)

ARD-Vorsitzende und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger startet einen Podcast.

Chefinnen-Visite: ARD-Vorsitzende und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger spricht ab heute in einem monatlichen Podcast über den Medienwandel und die Transformation der ARD. In Aus dem Besteckkasten sollen Gäste innerhalb und außerhalb der ARD zu Wort kommen. Die erste Folge dreht sich um das Thema Information. Gäste sind Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell, und Vassili Golod, WDR-Reporter für "Tagesschau" und "Tagesthemen" und Host des Podcasts "Macchiavelli".
ardaudiothek.de

Zitat: Sandra Maischberger macht sich keine Sorgen um ihre Zukunft.

"Ich denke immer nur bis zum Vertragsende. Was der Sender, beeinflusst vom Rundfunkrat, darüber hinaus entscheidet, liegt außerhalb meines jetzigen Interesses."

TV-Talkerin Sandra Maischberger blickt gelassen auf die Zeit nach Vertragsablauf 2023, erzählt sie DWDL. Sie arbeite lange genug vor der Kamera, um zu wissen, "dass der Stuhl, auf dem wir sitzen, nie eine sichere Bank ist". Man müsse seinen Platz immer von Neuem erobern: "Sollten mir deshalb graue Haare wachsen, wäre ich da falsch, wo ich bin."
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Kunst ist ein Experimentier­feld” – Regisseur Max Färberböck im epd-Interview.


Von Franken fasziniert: Am 1. Mai zeigt Das Erste mit der Folge Warum den achten “Tatort Franken”. Regisseur und Autor Max Färberböck hat den “Tatort Franken” vor sieben Jahren gemeinsam mit seiner Co-Autorin Catharina Schuchmann erfunden. Im Gespräch mit Diemut Roether bedauert Färberböck bei epd Medien, dass im “Tatort” Dialekt “nicht gerne gehört” wird. An Nürnberg fasziniert den Oberbayern “ganz besonders die Lebens­zugewandt­heit und der Humor der Bevölkerung”. In deutschen Komödien stört Färberböck “das unbedingte Bedürfnis, komisch zu sein”. turi2 veröffentlicht das Interview in Kooperation mit epd Medien in der neuen, wöchentlichen Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2. Weiterlesen >>>

Zitat: Patricia Schlesinger sieht politische Dokumentarfilme als Gegenmittel zu Fake-News.

"Längst sind gut recherchierte und sorgsam produzierte Dokumentarfilme als Gegenmittel gegen hastig ins Netz gepostete Fake News bekannt, erwartet, gewünscht."

ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger widerspricht in einer Rede Vorwürfen, dass die ARD bei Dokumentarfilmen mit Sendeplätzen und Geld geize. "Das können wir uns heute gar nicht mehr leisten", sagt sie. Sie beobachte in der Mediathek einen "regelrechten Sog zum langen und mittellangen Dokumentarfilm".
medienpolitik.net

Video-Tipp: Carolin Kebekus und Bastian Pastewka geben TV-Melodien einen Text.

Video-Tipp: Carolin Kebekus und Bastian Pastewka interpretieren in "Wer singt mir die Show?" die Titel-Melodien von TV-Klassikern neu – und verpassen ihnen bitter­böse Texte. Zur "Traumschiff"-Melodie erfährt das Publikum "Harald Schmidt gibt's da auch – wo ist der Eisberg, wenn man ihn brauch'", zum "TV Total”-Intro singt Kebekus "Das ist der gleiche Kram wie vor 20 Jahr'n".
youtube.com (5-Min-Video)

Britische Fußballfans attackieren ARD-Radioreporter.


Eklat am Spielfeldrand: Britische Fußball-Fans haben beim Europapokal-Spiel zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt am Abend in London zwei Hörfunkreporter der ARD attackiert. Philipp Hofmeister und Tim Brockmeier berichten hörbar geschockt von Schlägen der Gastgeber-Fans. In den Sekunden vor dem Vorfall sind Tumulte hörbar. "Wir werden hier attackiert. Meinem Kollegen Tim haben sie das Headset runtergeworfen", kommentiert Hofmeister den Vorfall live.


Möglicherweise hätten die "Tor"-Schreie der Reporter beim zwischen­zeitlichen Führungstreffer von Eintracht Frankfurt die britischen Fans aufgebracht, vermutet Brockmeier. Beide überstehen den Vorfall unverletzt und moderieren nach dem Wechsel der Kommentatoren­plätze das Spiel bis zum Schluss. Während des Angriffs sei den Betroffenen zufolge kein Sicherheits­personal in der Nähe gewesen, die Presse­verantwortlichen der Heimmannschaft hätten aber schnell und vorbildlich reagiert. (Foto: Arne Dedert / dpa / Picture Alliance)
hessenschau.de (2-min-Audio), bild.de

Bundesverwaltungsgericht: Rundfunkbeitrag darf in Ausnahmefällen auch bar bezahlt werden.

Schwarze Kasse: Der Hessische Rundfunk muss die Bezahlung des Rundfunkbeitrags in Ausnahmefällen auch in bar akzeptieren, urteilt das Bundesverwaltungsgericht. Zahlungspflichtigen, die kein Girokonto eröffnen können, müsse Barzahlung ohne Mehrkosten eingeräumt werden. Die Klage zweier Wohnungsinhaber, die trotz Konto ihre Beiträge bar zahlen wollten, hat das Bundesverwaltungsgericht aber abgewiesen.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: Ulrich Wickert joggt mit fast 80 keine Berge mehr hoch.

Hör-Tipp: Fernseh­legende Ulrich Wickert kann es kaum fassen, dass er bald 80 Jahre alt wird. "Vor 27 Jahren bin ich den Berg hinter dem Häuschen immer hochgejoggt", erzählt er im "Zeit"-Podcast "Und was machst du am Wochen­ende?". Das schaffe er heute nicht mehr. Er könne außerdem nicht feststellen, dass man im Alter gelassener wird.
zeit.de (65-Min-Audio)

RBB vertont Wagners “Ring des Nibelungen” als Fantasy-Hörspiel in 3D.

Old but Gold: Der RBB bereitet Richard Wagners "Ring des Nibelungen" als 16-teiliges Fantasy-Hörspiel auf. Regisseurin Regine Ahrem hat dazu die Kunstsprache Wagners ins Hochdeutsche übersetzt und neu interpretiert. Der Soundtrack zum Podcast ist ein Mix aus orchestralen Wagner-Original-Passagen und Neukompositionen des Komponisten Felix Raffel. Besonders ist die Aufnahmetechnik mithilfe eines künstlichen Kopfes, die ein dreidimensionales Hörerlebnis ermöglicht.
presseportal.de

ARD-Reporterin Navina Sundaram, 77, ist tot.

Navina Sundaram, 77, ARD-Reporterin, ist tot. Sie ist nach langer Krankheit in Hamburg gestorben. Geboren und aufgewachsen in Indien, war sie die erste Journalistin nicht-deutscher Herkunft, die im deutschen Fernsehen große Sendungen produzierte und präsentierte. Sie fing 1963 beim NDR an, war Redakteurin und zeitweise Auslands­korrespondentin in Indien und drehte journalistische Filme. Dabei bezog sie immer auch Position: "Bekennen" und "Berichten" waren für sie ein Wechselspiel.
sueddeutsche.de

Zitat: Steffen Schwarzkopf verteidigt die Abwesenheit von ARD und ZDF in Kiew.

"Wenn sich ARD, ZDF und andere Sender entscheiden, es ist zu gefährlich, aus Kiew zu berichten – dann ist das so zu akzeptieren und kein Grund für Spott oder Häme."

"Welt"-Chefreporter Steffen Schwarzkopf verteidigt im DWDL-Interview die Abwesenheit von ARD und ZDF in der ukrainischen Hauptstadt. Wichtig sei nur, bei der Berichterstattung "bei der Wahrheit" zu bleiben.
dwdl.de

“Tagesschau” startet Auslandspodcast “Ideenimport”.

Tagesschau startet den Podcast "Ideenimport" über Lösungen und Vorbilder aus der ganzen Welt. Input liefern die ARD-Auslandskorrespondentinnen, die Moderation übernehmen im Wechsel Selina Rust (Foto), Nasir Mahmood, Jenny Barke und Jessica Brautzsch. Die erste Folge erscheint am Freitag und fragt, was Deutschland von der Flüchtlingspolitik anderer Länder lernen kann.
presseportal.de

Basta: ARD-Show “Immer wieder sonntags” soll ergrauen.

Grauen in Grau: Die ARD möchte der Schunkel-Show Immer wieder sonntags mit Stefan Mross einen neuen Anstrich verpassen. Statt in Gelb und Orange soll die neue Bühnenkulisse im Wasserpark Rulantica ab dem 12. Juni in tristem Grau gehalten erstrahlen: "Man möchte es nicht mehr bunt haben", verrät ein Insider der "Bild" – der wortwörtlich schon alles grau in grau malt: "Ob die Stimmung dadurch noch besser sein wird, darf bezweifelt werden ..."
bild.de (Paid)

“Tagesschau” begrüßt Zuschauende genderneutral.

Tagesschau: Der Chefsprecher des ARD-Nachrichtenflaggschiffs, Jens Riewa, begrüßt die Zuschauenden am Samstagabend erstmals geschlechterneutral. Statt "Guten Abend meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur 'Tagesschau'" sagt er: "Guten Abend und willkommen zur 'Tagesschau'". Bisher ist unklar, ob dies eine geplante Änderung gewesen ist. Im Juli hatte die ARD noch gesagt, die "Tagesschau" werde an der traditionellen Anrede nicht rütteln.
rnd.de