Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

Zahl des Tages: ARD-Rücklagen wachsen bis Ende 2020 auf 1,1 Mrd Euro.

Zahl des Tages: Auf stattliche 1,1 Mrd Euro wachsen die Rücklagen der ARD-Anstalten bis Ende 2020, schreibt Medienkorrespondenz. Dadurch sei der zuletzt bei der Kef gemeldete zusätzlichen Finanzbedarf nicht höher als 1,84 Mrd Euro ausgefallen. Der Großteil der Rücklagen entfällt mit 636 Mio Euro auf die beiden größten Anstalten, WDR und SWR.
medienkorrespondenz.de, turi2.de (Background)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag steigen 2018 leicht auf 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2018 insgesamt 8,009 Mrd Euro eingenommen. Das ist ein minimales Plus von 0,43 %, jedoch das erste seit 2014. Die Zahl der Wohnungen, deren Bewohner Rundfunkbeitrag zahlen, stieg um 1 % auf 39,5 Mio, u.a. durch einen Meldedatenabgleich.
handelsblatt.com, presseportal.de

TV-Tipp: BR und das “Handelsblatt” zeigen Ausmaß von Audis Abgasaffäre.

TV-Tipp: Das Erste, Montag, 22.45 Uhr: Audi hat in der Abgasaffäre offenbar noch bis Anfang 2018 Diesel-Modelle verkauft, die unerlaubte Abschalteinrichtungen nutzen, sagen Recherchen vom "Handelsblatt" und dem BR. Die Autoren Arne Meyer-Fünffinger, Josef Streule und Lisa Wreschniok erhielten für "Die Story im Ersten: Der Fall Audi" Einsicht in vertrauliche Dokumente.
daserste.de

Meinung: Pyrotechnik hilft Sendern im Wettbewerb gegen Netflix nicht.

Screenforce Days: Das Selbstbewusstsein der Sender ist "imposant", bilanziert "FAZ"-Redakteur Matthias Hannemann. Die Pyrotechnik käme bei den Programmpräsentationen kaum hinterher. RTL stichelte, dass es für journalistische Verantwortung "keinen Bildungsauftrag" brauche. Die Sender müssten im Wettbewerb mit Netflix mit Eigenproduktionen punkten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Zitat: Lasst die Dinos aussterben, sagt Hans Demmel.

"Einfach draufsatteln wie gehabt und möglichst viele Dinosaurier weiterhin durchfüttern ist der falsche Weg."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, schreibt in einem Gastbeitrag in der "FAZ", die Öffentlich-Rechtlichen bräuchten einen neuen Auftrag, der z.B. "in der Regel anspruchsvolle Sendungen" vorschreibt und das Gesamtangebot reduziert.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Rundfunkanstalten wollen 3 Mrd Euro mehr für die Zeit von 2021 bis 2024.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschland­radio fordern für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 rund 3 Mrd Euro mehr, schreibt die "Medienkorrespondenz". Das wären rein rechnerisch 1,70 Euro mehr pro Monat. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die KEF das zusätzliche Geld in voller Höhe genehmigt. Die Anstalten hatten ihren Finanzbedarf im April angemeldet, aus den öffentlichen Mitteilungen ging jedoch kein konkreter Betrag hervor.
medienkorrespondenz.de

Marcus Bornheim wird “Tagesschau”-Chef, auch Juliane Leopold Chefredakteurin.


Drei auf einen Streich: Die "Tagesschau" wird ab Oktober von einem Trio geführt. Marcus Bornheim (Mitte), 45, wird Erster Chefredakteur von ARD-aktuell. Der bisherige Vize übernimmt von Kai Gniffke, der als Intendant zum SWR geht. Bornheims Stellvertreter wird Helge Fuhst, 35, der derzeit ARD-Programmchef bei Phoenix ist. Mit tagesschau.de-Chefin Juliane Leopold, 36, rückt eine in Ostdeutschland geborene Frau in die Herrenriege auf – sie wird Chefredakteurin Digitales.

Das Trio fängt in Hamburg-Lokstedt im doppelten Sinne neu an: Derzeit entsteht neben den derzeitigen Büros und Studios ein neues, crossmediales Nachrichtenhaus. Es soll stark auf die Arbeit an digitalen Angeboten ausgerichtet sein. Die "Tagesschau" erreicht zunehmend Zuschauer per App oder über soziale Medien statt mit ihrer Flaggschiff-Ausgabe um 20 Uhr, die auch weiterhin von Millionen Menschen geschaut wird. Juliane Leopold kann im Rang einer Chefredakteurin jetzt noch unmittelbarer alle Arbeitsabläufe auf die digitalen Kanäle ausrichten. (Foto: NDR, Phoenix; Montage: turi2)
presseportal.de

135 Mio Euro für drei Spielzeiten: Die ARD zahlt künftig mehr für den DFB-Pokal.


Hohe Rückennummer: Die ARD lässt sich die Übertragungsrechte für den DFB-Pokal künftig mehr kosten. Der "Spiegel" zitiert aus einem vertraulichen Papier, wonach der Preis um 8 Mio auf 135 Mio Euro für die drei kommenden Spielzeiten bis 2022 steigt. Zu den Gebühren hinzu kämen pro Saison weitere 1,4 Mio Euro als Zuschüsse für die Produktionskosten. Laut ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky haben alle zuständigen Gremien zugestimmt. Zu den Details wolle sich Balkausky aus rechtlichen Gründen nicht äußern.

Laut dem Papier darf die ARD neun Live-Spiele im Free-TV zeigen, darunter die Halbfinale und das Finale. Auch die Rechte an den Spielen der Frauen seien Teil des Deals. Neben der ARD halten auch Sky und Sport1 Rechte für TV-Übertragungen. Sky hat die exklusiven Pay-TV-Rechte, Sport1 halte nachrangige Live-Spiel-Lizenzen.

In der "Spiegel"-Vorabmeldung und wohl auch in der gedruckten Ausgabe ist von jeweils zwei Spielzeiten, den "Saisons 2019/20 und 2021/22" und den "beiden Spielzeiten davor" die Rede. Der "Spiegel" hat den Fehler gegenüber turi2 telefonisch korrigiert.
"Spiegel 26/2019", S. 59 (Paid)

NDR-Mitarbeiter streiken für mehr Geld, einzelne Sendungen fallen aus.

NDR: Mehr als 380 Mitarbeiter haben am Mittwoch gestreikt. Der Warnstreik dauert noch bis Mitternacht. Tagsüber fielen "NDR aktuell", "Mein Nachmittag" und "Das!" aus. Am Abend laufen die aktuellen Ausgaben von "extra 3" und "Zapp" nur im Live-Stream, im TV gibt es Wiederholungen. DJV und Verdi fordern, dass sich der NDR bei der Gehaltsentwicklung weiterhin am öffentlichen Dienst der Länder orientiert, die 8 % mehr zahlen. Der NDR bietet nur 1,9 % mehr Geld.
djv-hamburg.de, ndr.verdi.de, ndr.de

WDR-Rundfunkrat stoppt ARD-Serienprojekt über “Siegfried und Roy”.

WDR verabschiedet sich aus finanziellen Gründen von der ARD-Verfilmung der Lebensgeschichte der Magier "Siegfried und Roy", schreibt Volker Nünning in der "Medienkorrespondenz". Die Ufa-Produktion war als sechsteilige Eventserie geplant. Als größte Landesrundfunkanstalt hätte der WDR den größten Anteil finanziert. Nach der WDR-Absage droht dem Millionenprojekt das Aus. Die Degeto will eine alternative Finanzierungsmöglichkeit prüfen, schreibt die "Bild am Sonntag".
medienkorrespondenz.de, "Bild am Sonntag", S. 41 (Paid)

Aus dem turi.tv-Archiv: Ufa-Chef Nico Hofmann über Netflix: "Wir merken erste Talent-Abwerbungen" (Archiv 08/2018).

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch BR und SWR Fake-Geschichten erzählt.

Fake-Bloggerin Marie Sophie Hingst hat auch den BR und den SWR getäuscht, berichtet Spiegel Online. In Radio-Interviews hat sie über eine frei erfundene Sexual-Beratung für junge Männer in Indien bzw. Flüchtlinge in Deutschland berichtet - wie auch bei Zeit Online und Deutschlandfunk Nova. In ihrem Blog erfand sie Holocaust-Opfer.
spiegel.de, turi2.de (Background)

SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

Basta: Kai-Claudia und die Wirren der Intendanten-Wahl.

Sturm über Stuttgart: "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke muss als Kandidat fürs Intendanten-Amt beim SWR kräftig einstecken. Widersacher graben immer neuen Dreck aus – und jetzt sogar Sexismus-Vorwürfe: Gniffke habe bei einer Weihnachtsfeier 2014 vorm Damenklo gepupst Wetterfee Claudia Kleinert in blonder Perücke imitiert. (Fotomontage: turi2)
kontextwochenzeitung.de

ARD bringt Talkshows aus den Dritten ins Erste.


Prominenter palavern: Die ARD baut einen Talk-Sendeplatz am Dienstagabend und bringt vier Shows aus den dritten Programmen im Ersten unter, berichtet Joachim Huber. Als "Talk am Dienstagabend" laufen ab Herbst "3nach9" mit Judith Rakers (Foto) und Giovanni di Lorenzo, die "NDR Talk Show" mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt sowie vom WDR der "Kölner Treff" mit Bettina Böttinger. Der RBB steuert einen neuen Talk mit Eva-Maria Lemke und Jessy Wellmer bei.

Beim "Talk am Dienstag" bleibt der MDR mit seinem "Riverboat" außen vor – der Talk-Umzug ist damit eine rein westdeutsche Sache, merkt Huber an. Grund für den Umzug sei nicht nur der Erfolg der Talk-Formate, sondern auch die schwächelnde Akzeptanz für das erste Programm. Das Erste ist bereits erprobt im Formate-Transfer aus den Dritten: "Inas Nacht", "Extra 3", "Ladies Night" und Carolin Kebekus' "Pussy Terror TV" kamen nach der Bewährungsprobe im regionalen Umfeld ins bundesweite Programm. (Foto: Ingo Wagner / dpa / Picture Alliance)
tagesspiegel.de

Institut für Rundfunktechnik und Ex-Patentanwalt beenden Rechtsstreit.

Rechtsstreit: Die Staatsanwaltschaft hat das Strafverfahren gegen den Ex-Patentanwalt des Instituts für Rundfunktechnik eingestellt. Er muss rund 1 Mio Euro an gemeinnützige Einrichtungen und 60 Mio Euro an das IRT zahlen. Das Institut wirft ihm vor, rund 200 Mio Euro aus Patenterlösen in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Streitparteien haben sich im Zivilrechtsverfahren auf einen Vergleich geeinigt.
"FAZ", S. 14 (Paid), turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Christoph Hammerschmidt wird 52.


Wir graturilieren: Christoph Hammerschmidt, Leiter Kommunikation beim Hessischen Rundfunk, feiert heute seinen 52. Geburtstag – und hat kürzlich bereits "ein wenig vorgefeiert, mit Koalas und Kängurus in Down Under". Die Auszeit in Australien hat ihn mächtig beeindruckt und war das Highlight der vergangenen zwölf Monate. Neben den freundlich-fröhlichen Menschen auch wegen des wundervollen Ozeans vor der Tür.

Für das neue Lebensjahr erhofft sich Hammerschmidt sachliche und unaufgeregte Debatten um die Rolle und Funktion des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks. Privat freut er sich darauf, seinen Heimatverein 1. FC Köln bald wieder in der 1. Liga anfeuern zu können. Gratulationen sind auf allen Wegen willkommen – am liebsten persönlich, oder auch per E-Mail.

Radioeins meldet keine Blitzer-Warnungen mehr.

RBB liefert den Hörern von Radioeins künftig keine Warnungen vor Radarfallen mehr. Nachrichtenchef Jan Vesper begründet den Schritt damit, dass die Meldungen nicht mehr zeitgemäß seien. Zwar melde die Polizei selbst Radarfallen, um den Eindruck flächendeckender Kontrollen zu erwecken, dennoch nehme Raserei als Unfallursache zu.
radioeins.de (2-min-Audio), twitter.com



Hör-Tipp: Neue Online-Regeln der öffentlich-rechtlichen Sender stärken US-Plattformen.

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Deutschlandfunk-Moderator Tim Wiese sprechen über die Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, der ARD, ZDF und Deutschlandradio bei Facebook oder YouTube mehr Online-Inhalte einräumt - wovon die US-Plattformen profitierten. Da Personal für die Bespielung der Drittplattformen fehle, sparten die öffentlich-rechtlichen Sender bei Texten.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

“Journalist”: ARD und ZDF denken über vernetzte Mediatheken nach.

ARD und ZDF sprechen darüber, ob und wie sie ihre Mediatheken vernetzen, sagt ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm dem "Journalist". Er könne sich "verschränkte Angebote auf den Feldern Wissen, Kultur, Kinder oder auch Sport" sowie gemeinsame Such-Funktionen und Logins vorstellen.
journalist-magazin.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018).

Studie: SWR sendet weniger Wiederholungen und mehr Tagesaktuelles.

SWR hat 2018 weniger Wiederholungen gesendet und den Anteil der tagesaktuellen Information im TV verdoppelt, sagt die Studie "Krimi Kontroversen Kochrezepte" der Otto-Brenner-Stiftung. Die Autoren Joachim Trebbe und Eva Spittka fragen sich aber, ob 5 % Sendezeit für kontroverse Themen aus Politik und Wirtschaft reichen, um den Programmauftrag in Sachen Information und Bildung zu erfüllen und ob der SWR zu viel in Unterhaltung macht.
otto-brenner-stiftung.de (Studie zum Download)

Wissenschaftler präsentieren Konzept für öffentlich-rechtliche Internetintendanz.

Rundfunkgebühren: Eine an das digitale Zeitalter angepasste öffentlich-rechtliche Medienplattform fordern die Wissenschaftler Christoph Bieber, Leonhard Dobusch und Jörg Müller-Lietzkow, schreibt Medienkorrespondenz. Das veröffentlichte Konzeptpapier sieht den Aufbau einer sogenannten Internetintendanz vor, die öffentlich-rechtliche Mittel für die Erstellung bestimmter Online-Inhalte vergeben solle.
medienkorrespondenz.de