Die ARD ist wie die UNO in klein: Alle reden mit, keiner entscheidet.

SWR-Einheit fehlt, schreibt Verwaltungsdirektor Jan Büttner in einem Rundbrief.

Unmut auf den Fluren: SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner zieht seine Intendanten-Kandidatur zurück und schreibt in einem Rundbrief, "das Gegeneinander von Direktionen und Standorten" habe stark zugenommen. Der SWR sei 21 Jahre nach der Fusion noch keine Einheit, Strukturen und Programm nicht effizient genug. Er ziehe seine Bewerbung zurück, um "weiteren Schaden" vom Sender abzuwenden.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Thomas Gottschalk hat keine Hoffnung, dass Lesen zu retten.

"Ich habe die Samstagabend-Unterhaltung nicht gerettet, von der ich sehr viel verstanden habe. Also werde ich auch das Lesen nicht retten, von dem ich relativ wenig verstehe."

Thomas Gottschalk debütiert im BR heute Abend als Literatur-Kritiker. Gottschalk liest macht er auch, um selbst einen Grund zum Lesen zu haben sagt er der "Augsburger Allgemeinen".
augsburger-allgemeine.de via stern.de

Video-Tipp: ARD-Doku zeigt fragwürdige Handelspraktiken von Amazon.

Video-Tipp: Die ARD-Doku Amazon außer Kontrolle? beleuchtet das Geschäftsmodell von Amazons Marketplace, wo Dritthändler ihre Waren vertreiben. Darunter befinden sich auch gesundheitsschädliche Kosmetik, Marken-Fälschungen und Elektronik-Produkte, die nicht deutschen Sicherheits­standards entsprechen. Amazon sieht sich nicht in der Verantwortung.
daserste.de (44-Min-Video)

News-WG erklärt Weltpolitik mit den Mitteln von Instagram.

News-WG des Bayerischen Rundfunks versucht, mit persönlich erzählten Nachrichten und ein bisschen Quatsch, Instagram-Nutzer für Politik zu interessieren. Was in den Insta-Storys spontan aussieht, ist das Ergebnis stundenlanger Recherchen und Aufnahmen, erfährt Aurelie von Blazekovic beim Besuch in der WG, in der die beiden News-Hosts Helene Reiner und Max Osenstätter auch wohnen.
sueddeutsche.de, instagram.com/news_wg

Kai Gniffke erklärt das übliche Vorgehen bei Moderatoren-Übelkeit.

Über Übelkeit: Kai Gniffke erklärt im "Tagesschau"-Blog, warum die Kamera so lange auf Moderator Jan Hofer hielt, dem schlecht war – man sei davon ausgegangen, Hofer komme "noch ins Ziel", eine kürzere Abspann-Variante sei misslungen. Bisher sei eine solche Situation noch nie vorgekommen. Grundsätzlich sei das Worst-Case-Szanrio, dass der Off-Sprecher einspringe oder eine Ablösung ins Studio gehe, z.B. während eines Filmbeitrags. Hofer geht es gut, er twitterte, er habe ein Medikament nicht vertragen.
blog.tagesschau.de, turi2.de (Background)

“Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer muss Sendung abbrechen.

Tagesschau um 20 Uhr endet mit einem Beinahe-Zusammenbruch von Jan Hofer. Der Sprecher muss sich bei der Abmoderation am Tisch festhalten, kann nicht mehr sprechen. Die Kamera bleibt sekundenlang auf ihn gerichtet, bis der Bildschirm schwarz wird. Hofer twittert nach einem Check in der Uniklinik, die Ärzte hätten keine Auffälligkeiten festgestellt: "Ich nehme an, dass ich ein Medikament nicht vertrage, dass ich seit heute wegen einer verschleppten Grippe nehmen muss." "Bild" schlachtet Hofers Not maximal aus, veröffentlicht ein Video des Vorfalls und bringt ein Transkript seiner Versprecher.
tagesschau.de, bild.de, twitter.com (Hofers Tweet)


Dunja Hayali bekommt in ZDF-Livesendung “Lügenpresse”-Anfeindungen.

ZDF: Im "Morgenmagazin" drängt sich am Mittwochmorgen eine Frau in die Livesendung und beschimpft Moderatorin Dunja Hayali mit "Lügenpresse"-Vorwürfen: "Müsst ihr hier eigentlich alle anlügen? Lügenpresse, Lügenfresse, oder was?" - Hayali kontert, sie ist "dialogbereit, nicht nur hier" und wolle nach der Sendung mit der Frau sprechen.
welt.de, twitter.com, quotenmeter.de


SWR-Rundfunkrat will aus fünf statt drei Intendanten-Bewerbern wählen.

Gremien-Grummel: Volker Stich, Vorsitzender des Landesrundfunkrats Baden-Württemberg, will das Intendanten-Wahlverfahren kippen. Die Räte sollen aus fünf statt nur drei Kandidaten wählen dürfen. Bisher war vorgesehen, dass eine Findungskommission aus fünf Bewerbern zwei vorauswählt – sie hatte Landessenderchefin Stefanie Schneider und "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke vorgeschlagen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Süddeutsche”: ARD plant Sport-Talk mit Ingo Zamperoni.

ARD plant ein Talk-Format zu sportlichen Themen mit Ingo Zamperoni, berichtet Ralf Wiegand. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bestätigt lediglich die Entwicklung eines neuen Hintergrundformats. Produzieren soll die Sendung laut der "Süddeutschen" Beckground TV des Ex-"Sportschau"-Moderators Reinhold Beckmann. Sechs Sendungen ohne Publikum sollen in der Kulisse der Hamburger Elbphilharmonie geplant sein.
"Süddeutsche", S. 27 (Paid)

Matthias Matussek feiert mit Identitären und Journalisten 65. Geburtstag.


Wie politisch ist das Private? Der umstrittene Autor und Polemiker Matthias Matussek hat am Samstagabend seinen 65. Geburtstag gefeiert – die prominente Gästeliste mit Wegbegleitern vom bürgerlichen bis ins extrem rechte Spektrum verursacht tags darauf Aufregung in den sozialen Medien. Fotos bei Facebook und Twitter zeigen etwa Identitäre wie Mario Müller, den rechten Journalisten Dieter Stein und die AfD-nahe Stiftungschefin Erika Steinbach. Außerdem sind die "Spiegel"-Redakteure Martin Müller und Alexander Smoltczyk sowie "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer Gäste der privaten Party. ARD-Moderator und Musiker Reinhold Beckmann singt Matussek ein nachdenkliches Geburtstags-Ständchen, distanziert sich via Facebook allerdings später von der Zusammenkunft: "Ich muss zugeben, ich habe mich da verlaufen, ich hätte dort nicht hingehen sollen."

Bei Twitter stellt sich ZDF-Entertainer Jan Böhmermann an die Spitze der Kritiker und nimmt vor allem den "Spiegel" ins Visier: Er fragt u.a., ob die Chefredaktion von der Feier und der Teilnahme der Redaktions-Mitglieder vorab wusste und wie sich die Leitung des Nachrichten-Magazins dazu verhält. Eine Stellungnahme des "Spiegel" dazu gibt es bis zum Abend nicht.
twitter.com (Böhmermann), facebook.com (Matussek über Beckmann), facebook.com (Beckmann über Matussek), twitter.com (Sammlung Party-Bilder)

Update 11.3., 5.30 Uhr: Laut "Bild" haben auch Franz-Josef Wagner, "Bild", Ulrich Greiner, Zeit Online, Stephan Sattler, "Focus" und "stern"-Journalist Jochen Siemens mitgefeiert. Das Boulevard-Blatt nennt die Feier "eine der seltsamsten Geburtstagspartys des Jahres".
bild.de

“Tagesschau”-Chefredakteur Kai Gniffke soll bei SWR-Intendantenwahl antreten.

Zweikampf im Südwesten: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke wird bei der SWR-Intendantenwahl antreten, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Bei der Vollversammlung des Rundfunk- und Verwaltungsrates am 22. März soll sich die Medienmanagerin Stefanie Schneider als einzige Gegenkandidatin vorstellen. Beide Bewerber sind nur wenige Jahre jünger als der 64-jährige Peter Boudgoust, der als SWR-Intendant zurücktritt.

Gniffke zählt zu den profiliertesten Journalisten Deutschlands, was im bunten SWR-Angebot aber auch ein Nachteil sein könnte, sagen Kritiker, die ihm Unterhaltungs-Kompetenz absprechen. Gniffke arbeitete in den 1990ern bereits als SWR-Reporter. Schneider gilt im Südwesten als stark verwurzelt, doch im Umgang mit anderen ARD-Anstalten fehle ihr die Erfahrung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Steffen Grimberg ist neuer “kress”-Kolumnist, schreibt über Rundfunk-Reform.

Kress: Steffen Grimberg ist neuer Medien-Kolumnist. In seiner ersten Kolumne analysiert er die Beschlussvorlage der Rundfunkkommission für die Reform im Juni: Sie will ARD und ZDF eine "Profilschärfung" verordnen, ab 2023 soll der Rundfunkbeitrag "mittels eines Index angepasst werden". Laut Grimberg ist fraglich, wie einig sich die Länder wirklich sind, ihre Differenzen hätten sie aber "besser versteckt als in Vorgängerpapieren".
kress.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (01/2016): Steffen Grimberg hat keine Probleme mit Seitenwechseln.

Zitat: P7S1-Manager Conrad Albert schießt Supermediathek auf den Mars.

"Jeder weiß, dass dieser hehre Wunsch leider so unrealistisch ist wie übermorgen eine Reise zum Mars."

Conrad Albert, Vize-Vorstandschef von ProSiebenSat.1, glaubt nicht an Ulrich Wilhelms Idee eines europäischen YouTube – dafür an den schnellen Erfolg des hauseigenen 7TV-Relaunchs.
horizont.net (Registrierung erforderlich), turi2.de (Background)

Zitat: ARD-Chef Ulrich Wilhelm fordert Inflationsausgleich für Rundfunkbeitrag.

"Wenn wir den heutigen Leistungsstand in den Jahren 2021 bis 2024 halten wollen, brauchen wir dann einen Ausgleich der Teuerung – orientiert am Verbraucherpreisindex."

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm spricht sich im "Abendblatt"-Interview für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags und einen Inflationsausgleich aus. Sparpotentiale, die sich aus der Kooperation von ARD und ZDF ergeben, nutze man "längst".
abendblatt.de

weitere Zitate:
"Wir bewegen uns komplett im Ökosystem von Google, Facebook, Youtube und in einigen Jahren auch von chinesischen Anbietern wie Alibaba und WeChat. Wir überlassen nicht nur unsere wertvollen Inhalte, sondern auch noch unsere Nutzerdaten."

"Eine Super-Mediathek wäre mir zu kurz gegriffen. Das Thema ist wesentlich breiter und betrifft nicht nur den Rundfunk, sondern die gesamte Gesellschaft."


Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

Zitat: Elisabeth Wehling sagt, ihr Framing-Manual sei keine Handlungsanweisung.

"Wenn man den Kontext nicht kennt, in dem damals in den Workshops mit Verantwortlichen der ARD diskutiert wurde, kann man auch einzelne Schlagwörter nicht einordnen."

Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", ihr Framing-Manual für die ARD sei eine "Diskussionsgrundlage".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe noch nie einem Kunden vorgeschrieben, was er sagen soll."

"Es geht darum, dass sich gedankliche Vielfalt zu ein und denselben Fakten in sprachlicher Vielfalt spiegeln sollte. Anders gesagt: Was man denkt, sollte man auch sagen."

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: ARD muss offener über ihr Framing sprechen, sagt Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

Hör-Tipp: Das Framing-Manual der ARD wäre wirkungsvoller gewesen, wenn die Sender "offen und transparent" erklärt hätten, wie sie sich selbst sehen, sagt Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch im Audio-Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Durch die ungewollte Veröffentlichung Dritter entstehe der Eindruck, die ARD plane eine Umerziehungsmaßnahme. Framing nutzt sprachliche Bilder, was Medien wie die "Bild" effektiv anwenden, sagt Stefanowitsch.
deutschlandfunkkultur.de (23-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zitat: BuzzFeed-Chef Daniel Drepper ist ein Fan der Öffentlich-Rechtlichen.

"Anzeigen finanzieren weniger Journalismus als erhofft. Verlage legen ihre Recherchen zunehmend hinter Bezahlschranken. Gemeinnütziger Journalismus ersetzt keine wegbrechenden Institutionen. Was bleibt? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk."

BuzzFeed-Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper ist ernüchtert von jüngsten Journalisten-Entlassungen – und hofft auf eine starke ARD und ein starkes ZDF.
netzwerkrecherche.org via facebook.com

Zahl des Tages: ARD zahlt 120.000 Euro für umstrittenes Framing-Manual.

Zahl des Tages: Umstrittene 120.000 Euro hat die ARD für ihr Framing-Manual ausgegeben, legt die Anstalt offen. Einen Anteil von 90.000 Euro für das Papier und begleitende Workshops habe der MDR übernommen, der zur damaligen Zeit den Vorsitz der Anstalt inne hatte. Die restlichen Kosten habe das Generalsekretariat für Folgeworkshops ausgegeben.
sueddeutsche.de

Meinung: ARD hätte Framing-Manual selbst veröffentlichen sollen.

ARD: Chefredakteur Rainald Becker sagt, ein offener Umgang mit dem Framing-Manual wäre gut gewesen, die ARD habe nichts zu verbergen. Dass Netzpolitik.org das Papier veröffentlicht hat, findet er okay. Einige Reaktionen seien überzogen. Er könne keinen Skandal entdecken. Er persönlich "hätte dieses Papier aber nicht gebraucht."
welt.de, turi2.de (Background)

Früherer SR-Intendant Hubert Rohde, 89, ist tot.

Hubert Rohde, 89, ist tot. Der ehemalige Intendant des Saarländischen Rundfunks ist in der Nacht zum Montag in einem Pflegeheim nahe seiner Geburtsstadt Hildesheim gestorben. Hubert Rohde leitete die Geschicke des SR von 1978 bis 1988, in seine Amtszeit fällt u.a. die Gründung der SR 3 Saarlandwelle, außerdem setzte er sich für einen stärkeren Finanzausgleich innerhalb der ARD ein. Vor seinem Job beim SR war Rohde Landtagsabgeordneter.
sr.de, sr.de (Background)

“Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk”: Netzpolitik.org veröffentlicht das Framing-Gutachten der ARD.

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Programmstein: Netzpolitik.org veröffentlicht das umstrittene Framing-Gutachten der ARD mit sprachlichen Tipps für die Argumentation in Beitragsdebatten. Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling empfiehlt "moralische" Argumente statt reine Fakten und verfasst Slogans wie "Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk". Aus "urheberrechtlichen Gründen" sei die ARD gegen die Veröffentlichung des Gutachtens.

Für eine öffentliche Debatte sei es wichtig, dass sich alle Interessierten informieren könnten, argumentieren die Netzpolitik-Autoren Markus Beckedahl und Leonhard Dobusch. Das Gutachten sei zudem aus öffentlichen Geldern finanziert und damit "öffentliches Gut". In dem Framing-Handbuch beschreibt Wehling die ARD als "Fernsehen ohne Profitzensur", private "Kommerzmedien" betrieben dagegen "ungezügelt und demokratisch nicht kontrollierbaren Rundfunkkapitalismus".
netzpolitik.org, netzpolitik.org (Gutachten), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Wie die ARD Nachrichten konstruktiv weiterdenken möchte.

Hör-Tipp: Marcus Bornheim (Foto), stellvertretender ARD-Aktuell-Chef, will konstruktive Berichterstattung ausbauen, sagt er im WDR-Hörfunkbeitrag von Daniel Bouhs. Beim Lösungsjournalismus werden Probleme nicht nur aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze vorgestellt. Andere Medien hätten mit dem Konzept positive Erfahrungen gemacht.
wdr.de (5-Min-Audio)

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sieht den öffentlichen Raum im Internet in Gefahr.

Grundsatzkritik: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm beklagt im Interview mit der "FAZ", dass Europa die Kontrolle über das Internet an US-Firmen abgegeben hat. Die Politik habe versäumt, frühzeitig Spielregeln für den öffentlichen Raum im Internet festzulegen. Nun sei es wichtig, Internetgiganten stärker zu regulieren und gemeinwohl-orientierte, europäische Gegengewichte zu schaffen. Dabei könne auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk helfen.
"FAZ", S. 7 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Ab 2020 produziert der Hessische Rundfunk alle Wettersendungen im Ersten.

Hessischer Rundfunk produziert ab 2020 wieder alle Wetter-Sendungen im Ersten und baut dazu ein neues Wetterstudio, berichtet Übermedien. Die Produktionsfirma Cumulus Media, Tochter der ARD-Produktionsfirma Bavaria, verliert den Auftrag für die Wettervorhersagen im "ARD-Morgenmagazin" und den "Tagesthemen" sowie die Sendung "Wetter vor Acht". Die übrigen Wetterformate kommen bereits vom Hessischen Rundfunk. Den Moderatoren Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke will der HR ein Angebot machen. Cumulus Media hat den Auftrag 2012 von Meteomedia übernommen.
uebermedien.de

Zitat: Hans Demmel wundert sich über das Framing-Gutachten der ARD.

"Dass ausregerechnet die wortgewaltige ARD mit Beitragsgeldern Nachhilfeunterricht nimmt, wie sie ihre eigenen Botschaften richtig 'framen' kann, mutet schon mehr als kurios an."

Hans Demmel, Chef von n-tv und Vaunet-Vorsitzender, findet, die ARD sollte nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch in eigener Sache überzeugend kommunizieren können.
vau.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Hans Demmel liebt Multimediales und liest Gedrucktes.

Meinung: Sender machen zu enge Vorgaben bei Dokumentationen.

Dokumentationen: Viele Fernsehreporter nutzen Komparsen-Plattformen, weil ihre Sender ihnen zu enge Vorgaben machen, sagt Berufsgruppensprecherin Katarina Schickling im Interview der "Süddeutschen Zeitung". Oft müssten die Autoren im Vorfeld angeben, was die Protagonisten sagen könnten. Schickling selbst arbeite daher lieber mit Experten oder Zeitzeugen. Ähnliche Kritik äußerte vor kurzen auch Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dok.
"Süddeutsche Zeitung" S. 27, turi2.de (Background)

ARD hat Framing-Expertengutachten beauftragt.

ARD gibt ihren Mitarbeiter sprachliche Tipps für den Auftritt in Beitragsdebatten, berichtet Christian Meier auf Welt.de. Sprachforscherin Elisabeth Wehling erklärt dafür in einem Experten-Gutachten Framing – eine Methode, Meinungen sprachlich zu lenken. ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab sagt, das Gutachten solle ein Denkanstoß sein, um "gemeinwohlorientierten Rundfunk besser erklären zu können". Wo und wie die Tipps konkret umgesetzt werden, sagt Pfab nicht. Meier kritisiert, die gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung passe kaum zum Auftrag der ARD.
welt.de

BR-Rundfunkrat lehnt Helmut Markwort als neues Mitglied ab.


Radio kills the Rundfunkrat-Star: Die FDP will, dass Helmut Markwort einen Platz im neuen BR-Rundfunkrat bekommt, der lehnt ab. Das Aufsichtsgremium des Senders sieht einen Konflikt mit dem Bayerischen Rundfunkgesetz, u.a. wegen möglicher Interessenkonflikte wegen Markworts Radio-Beteiligungen und -Aktivitäten. Der Rundfunkrat fordert vom Landtag, ein anderes Mitglied zu entsenden. "Focus"-Gründer Markwort kritisiert die Entscheidung scharf und widerspricht ihr in einem Schreiben seines Anwalts. Der Bayerische Rundfunk wolle "sich seine Kontrolleure selbst aussuchen".
t-online.de

“BamS”: RBB verschiebt Harald-Juhnke-Film wegen Geldmangels.

RBB verschiebt die fürs Frühjahr geplanten Dreharbeiten für seinen Harald-Juhnke-Film auf unbestimmte Zeit, erfährt "Bild am Sonntag" "unter der Hand". Der Film werde deutlich teurer als ein normaler 90-Minüter, deshalb suche der Sender nun einen weiteren Partner im ARD-Verbund. Der Streifen sollte ursprünglich in diesem Herbst laufen. Im Juni hätte Juhnke seinen 90. Geburtstag gefeiert.
"Bild am Sonntag", S. 39 (Paid)

Basta: YouTuber brauchen WLAN statt Wasser zum Überleben.

Hauptsache WLAN: YouTube-Star Bibi spielt "Quizduell" in der ARD. Bei der Frage, ob es auf dem Mars WLAN, Strom, Wasser oder doch eine Fußbodenheizung gibt, tippt die Influencerin ohne Dr. Google auf WLAN, da ihr im Internet ein angebliches Grundstück auf dem Mars angeboten wurde - inklusive WLAN. YouTuber leben eben von Luft und Liebe WLAN statt von Wasser.
stern.de, twitter.com

ARD einigt sich auf neue Vergütungsregeln für Drehbuchautoren.

ARD einigt sich auf gemeinsame Vergütungsregeln mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren und dem Verband der Medien- und Bühnenverlage. Die Mindestsätze lägen "deutlich" über den bislang als Buy-Out-Honorar gezahlten Durchschnittsvergütungen und berücksichtigten Online-Verwertungen. Zuvor erhöhte auch das ZDF die Reportage-Honorare.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Meinung: Sender begünstigen die Protagonisten-Suche in Portalen wie Komparse.de.

Dokumentationen: Protagonisten in Portalen wie Komparse.de zu suchen, sei ein weit verbreitetes Phänomen unter Autoren, beobachtet Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dok. Der Fall bei den WDR-Dokus der Reihe "Menschen hautnah" sei nicht einmalig und würde durch die strukturellen Bedingungen der Sender begünstigt. Für die ARD zähle die Recherche zum "unternehmerischen Risiko der Produzenten" – wenn ein Filmkonzept schnell geliefert werden müsse, könne nicht gründlich gesucht werden, was ein "unhaltbarer Zustand" sei.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Gerhard Schneider verlässt Degeto, Christine Strobl wird alleinige Geschäftsführerin.

Degeto: Gerhard Schneider, bisher Kaufmännischer Geschäftsführer, verlässt die ARD-Produktionstochter "aus privaten Gründen". Christine Strobl, seit 2012 Programm-Chefin und Sprecherin der Degeto, übernimmt die Aufgaben von Schneider zusätzlich und ist künftig alleinige Geschäftsführerin.
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Das lineare Programm öffnen" – Degeto-Chefin Christine Strobl über die Strategie hinter "Babylon Berlin".