Bild des Tages: 5.000 Pfingstrosen schwimmen auf einem Teich in Tokio.


Blütenflöße: Pfingstrosen schwimmen auf dunkelgrünem Wasser im Tsukuba Peony Garden in Tokio. Die Blüten leuchten pink und rot, zusammengehalten von schwimmenden Bambusstämmen. Von oben ist ein Mensch zu sehen, der im Wasser steht und weitere Rosen dazu setzt. Insgesamt sind es 5.000 schwimmende Blüten, die den Park zu einem Touristenmagnet machen. (Foto: Ryohei Moriya / AP / Picture Alliance)

Erste Ausgabe der “Nowaja Gaseta Europa” erscheint in Lettland.

Der Zensur zum Trotz: Russische Exilredakteurinnen publizieren in Lettland die erste europäische Ausgabe der "Nowaja Gaseta". In Russland hatte die kremlkritische Zeitung unter der Leitung von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratov ihre Veröffentlichung aufgrund der staatlichen Repressionen ausgesetzt. Die Europa-Ausgabe erscheint sowohl auf Russisch als auch auf Lettisch und berichtet ausführlich über den Krieg Russlands in der Ukraine. Die Redaktion ist faktisch und juristisch von der Redaktion in Moskau unabhängig.
spiegel.de

Zitat: Friedrich Merz empfiehlt Scholz einen Besuch in der Ukraine.

"Diese Gespräche können Sie nicht am Telefon machen. Die können Sie auch nicht mit Videokonferenzen machen. Sie müssen diese Gespräche persönlich führen."

CDU-Vorsitzender Friedrich Merz rät Bundeskanzler Olaf Scholz im "heute-journal" des ZDF, selbst in die Ukraine zu reisen. Scholz hatte zuletzt die Ausladung von Frank-Walter Steinmeier als Hindernis genannt.
zdf.de (7-Min-Video)

“Süddeutsche Zeitung”: Daten-Leak enthüllt zwielichtige Besitzverhältnisse auf Dubais Immobilienmarkt.

Dubai uncovered: Ein neues Daten-Leak zeigt, dass kriminelle Eliten im großen Stil Immobilien in Dubai zur Geldwäsche nutzen. Die "Süddeutsche Zeitung" hat in einer internationalen Recherchekooperation mit zwanzig Medienhäusern ein Abbild des Grundbuchs von Dubai mit Stand von Anfang 2020 ausgewertet. Die Daten waren dem Washingtoner Center for Advanced Defense Studies zugespielt worden. Die norwegische Finanzzeitung "E24" hat die Auswertung koordiniert, deren Ergebnisse die Partner unter dem Schlagwort "Dubai uncovered" weltweit veröffentlichen. Insgesamt umfasst das Leak etwa 800 000 Eigentumsanteile an Immobilien in Dubai sowie 274 000 Personen, Unternehmen und Organisationen aus 197 Ländern und Territorien.

Mehr als 2000 der Eigentümerinnen wohnen nachweislich in Deutschland und besitzen knapp 4500 der aufgeführten Immobilien. In vielen Fällen lässt sich die Nationalität aber nicht ermitteln, weil Briefkastenfirmen in anderen Steueroasen die tatsächlichen Besitzverhältnisse verschleiern. Zu den geleakten Namen gehören Verdächtige, gegen die Behörden unter anderem in Deutschland, Dänemark und Belgien wegen steuerschädlicher Cum-Ex-Aktiengeschäfte ermitteln. Außerdem umfasst die Liste etwa 100 Mitglieder der politischen Elite Russlands, darunter kremlnahe Beamte und Oligarchen.

Die teilweise polizeilich gesuchten Eigentümer profitieren von der laxen Haltung der Vereinigten Arabischen Emirate, wie die Recherche zeigt. Strengere Regeln hätten es zuletzt schwieriger gemacht, Geld auf Bankkonten im Ausland zu verstecken. Die Geldflüsse seien aber einfach auf andere Vermögenswerte wie Immobilien, Gold, Yachten und andere Wertgegenstände umgeleitet worden, sagt die norwegische Expertin Annette Alstadsæter. Ein Sprecher der Vereinigten Arabischen Emirate betont auf Anfrage zu dem Leak, das Land habe seinen Kampf gegen Steuer- und Finanzkriminalität verstärkt. (Foto: Drahoslav Ramik / DPA/CTK / Picture Alliance)
sueddeutsche.de (Paid) focus.de (Zusammenfassung)

Eishockey-Weltverband entzieht Russland die Weltmeisterschaft 2023.

Vom Eis: Die Eishockey-Weltmeisterschaft findet 2023 nicht in Russland statt, teilt der Eishockey-Weltverband mit. Er begründet dies damit, dass wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine die "Sicherheit und das Wohlergehen von Spielern, Offiziellen, Medienvertretern und Fans" gefährdet sei. Einen neuen Spielort will der Verband Ende Mai verkünden.
sportschau.de

Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat müssen ihr Veto künftig erklären.

Erklärungsbedarf: Der UN-Sicherheitsrat beschließt eine Reform des Vetorechts, die dessen Einsatz erschweren soll. Demnach müssen die Veto-Mächte ihre Entscheidung künftig innerhalb von zehn Tagen vor der Vollversammlung erklären, wenn sie ihr Veto einlegen. Zwingen lassen sie sich jedoch nicht. Liechtenstein hatte den Reformvorschlag bereits vor zweieinhalb Jahren vorgelegt. Angesichts der Ukraine-Krise hat der Rat ihn nun neu belebt.
tagesschau.de

Donald Trump muss Zwangsgeld zahlen, wenn er Dokumente nicht herausgibt.

Teurer Trotz: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump muss pro Tag 10.000 Dollar Zwangsgeld zahlen, wenn er Finanzunterlagen seines Firmenimperiums weiter unter Verschluss hält. Ein New Yorker Richter spricht ihn wegen Missachtung des Gerichts schuldig. In dem Verfahren ermittelt eine demokratische Generalstaatsanwältin zivilrechtlich gegen Trump, weil er betrügerische Finanzberichte verwendet haben soll.
tagesschau.de

Türkischer Kultur-Förderer Osman Kavala bekommt lebenslange Haftstrafe.

Staatsfeind Nr. 1: Ein Istanbuler Gericht verurteilt den Verleger und Milliardär Osman Kavala zu lebenslanger Haft. Die Anklageschrift wirft dem Kultur-Mäzen versuchten Regierungsumsturz vor. Politikerinnen der Bundesregierung sowie die deutsche Autoren­vereinigung PEN-Zentrum reagieren mit Kritik auf das Urteil. Kavala sitzt trotz internationaler Proteste seit vier Jahren im Gefängnis, bisher ohne Verurteilung.
tagesschau.de

Lese-Tipp: Warum die Pressefreiheit in El Salvador gefährdet ist.

Lese-Tipp: In El Salvador droht Journalistinnen, die Nachrichten von Bandenkriminalität weiterverbreiten, bis zu 15 Jahre Haft, berichtet Christoph Gurk. Präsident Nayib Bukele (Foto) kritisiert gezielt einzelne Medienschaffende über Twitter und lässt Handys ausspionieren. "Bukele braucht für seine Politik immer neue Gegner - nun hat er sich uns dafür ausgesucht", meint Redakteur Sergio Arauz.
sueddeutsche.de

Grün-liberaler Robert Golob gewinnt Parlamentschaftswahl in Slowenien.

Regierungswechsel: Nach ersten Teilergebnissen bei der slowenischen Präsidentschaftswahl gewinnt die oppositionelle Freiheitsbewegung des liberal ausgerichteten Robert Golob mit 33 % deutlich vor der rechtspopulistischen Partei des amtierenden Regierungschefs Janez Jansa (25 %). Der Politik-Neuling kann für eine Regierungsbildung mit der Unterstützung von mehreren Mitte-Links-Parteien rechnen. Beobachterinnen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.
bild.de

Französische Medien rufen zur Wahl Macrons auf.

Le vote: Vor der Endrunde der Präsidentschafts­wahl in Frankreich haben zahlreiche Medien zur Wahl Emmanuel Macrons aufgerufen, darunter die Tages­zeitungen "Le Parisien" und "Libération" sowie die konservativen Zeitungen "Le Monde" und "Le Figaro". Solche Aufrufe sind in Frankreich eher ungewöhnlich. Macron liegt in den meisten Umfragen mehrere Prozent­punkte vor seiner Kontrahentin Marine Le Pen.
zeit.de

Außenministerin Annalena Baerbock räumt Möglichkeit zur Lieferung schwerer Waffen ein.

Zu allem bereit: Außenministerin Annalena Baerbock sagt bei einer Rede in Riga, die Lieferung von gepanzerten deutschen Fahrzeugen sei "kein Tabu" für die Bundesregierung. Deutschland könne nach Angaben der Bundeswehr derzeit nicht mehr liefern, wolle aber mit Ausbildung und Wartung helfen. "Wir werden im Notfall jeden Quadratzentimeter unseres gemeinsamen Bündnisgebiets verteidigen", betont Baerbock.
spiegel.de

“FAZ”: Continental nimmt das Russland-Geschäft wieder auf.

Rückzug vom Rückzug: Continental nimmt sein Geschäft in Russland wieder auf, berichtet die "FAZ". Der Automobilzulieferer hatte im März die Produktion im Reifenwerk in Kaluga eingestellt, seit vergangener Woche laufe sie wieder. Grund seien rechtliche Konsequenzen, die Mitarbeitenden drohen. Die Auslastung des Werks sei sehr gering und das Unternehmen verfolge keine Gewinnabsicht.
faz.net

Joseph Kahn wird Chefredakteur der “New York Times”

Zeit-Umstellung: Die "New York Times" ernennt Joseph Kahn zum Chefredakteur. Er arbeitet seit 2016 als leitender Redakteur bei der Zeitung und rückt nun auf den Posten von Dean Baquet auf. Der soll eine andere Funktion bekommen. Kahn hatte früher das Büro in Peking und zuvor die Auslandsredaktion der Zeitung geleitet, die unter ihm sechs Pulitzer-Preise bekommen hat.
handelsblatt.com

Debatte: Medien sollten über das Asow-Regiment kritischer berichten.

Blinder Fleck: Der rechtsradikale und nationalistische Hintergrund des ukrainischen Asow-Regiments wird in den deutschen Medien zu oft ignoriert, schreibt Alexander Eser-Ruperti. Als Beispiel nennt er einen Bericht der "Welt" über den gefallenen Asow-Kämpfer Maksym Kagal. Darin hatte die "Welt" Aussagen von dessen Trainer ohne Einordnung übernommen. "Man stelle sich vor, ähnliche Texte gäbe es in großen deutschen Medien über hiesige Rechtsradikale", schreibt Eser-Ruperti. "Die Verärgerung wäre zu recht groß."
kreiszeitung.de

Rechte US-Website Infowars stellt Insolvenzantrag nach mehreren Klagen.

Kostspielige Fake News: Der US-Verschwörungs­theoretiker Alex Jones hat Konkurs für seine Website Infowars beantragt. Jones wurde letztes Jahr in drei Verfahren zu Schaden­ersatz verurteilt, weil er behauptet hatte, das Schul­massaker von Sandy Hook sei eine Erfindung, um strengere Waffen­gesetze durchzusetzen. Bei dem Amoklauf starben 2012 insgesamt 28 Menschen.
sueddeutsche.de

Bild des Tages: Annalena Baerbock reist nach Niger.


Packt mit an: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock versucht, einen Eimer gefüllt mit Wassermelonen zu tragen. Auf ihrer Reise in den afrikanischen Staat Niger besucht sie ein Landwirtschaftsvorhaben in einer Siedlung für Geflüchtete, Binnenvertriebene und einheimische Familien in Ouallam und verschafft sich ein Bild der Lage. (Foto: Florian Gärtner / Picture Alliance)

Zitat: Olena Selenska macht weiter – wie viele Ukrainerinnen.

Es ist, wie ein gespanntes Seil entlang zu laufen: Wenn du darüber nachdenkst, wie du es machst, verlierst das Gleichgewicht.

Die ukrainische First Lady Olena Selenska erzählt im Interview mit CNN, wie sie es schafft, durchzuhalten. Es helfe ihr, für andere da zu sein: "Verantwortung diszipliniert." Auf diese Weise halten alle Ukrainerinnen durch, sagt sie.
cnn.com (Englisch, eigene Übersetzung)

Hör-Tipp: Kritik an neuer “Welt”-Reporterin Marina Owsjannikowa.

Hör-Tipp: Ukrainische Medienschaffende kritisieren die Besetzung der Journalistin Marina Owsjannikowa (Foto) für die "Welt". So sagt die ukrainische Journalistin Anna Romandash im Deutschlandfunk, Owsjannikowas "Narrative sind definitiv nicht pro-ukrainisch". Medienwissenschaftlerin Anna Litvinenko hält es für wichtig, die Russin auf ihrem Weg in Richtung liberalen Journalismus "abzuholen".
ardaudiothek.de (9-Min-Audio), turi2.de (Background)

Bild: Ehemaliger russischer Botschafter Vladimir Kotenev verschickt “Propaganda-Mail”.

Eindeutige E-Mail: Der ehemalige russische Botschafter in Deutschland Vladimir Kotenev hat laut "Bild" eine "Propaganda-Mail" an Bekannte verschickt. Darin schreibt er, "jede neue Waffenlieferung aus dem sicheren Westen" verlängere den Krieg. Er bezeichnet Russland als "Übermacht" und vergleicht Wolodymyr Selenskyjs Situation mit den "Endsieg-Parolen" des Zweiten Weltkriegs. Kotenev äußerte sich auf "Bild"-Anfrage nicht zu der E-Mail.
bild.de (Paid)

Der britische Politiker George Galloway will Twitter verklagen.

Twittergrüße aus Moskau: Der britische Politiker und Radiomoderator George Galloway will Twitter verklagen. Das Unternehmen hatte seinen Account zuvor als russland-nahes Medium eingestuft. Galloway moderiert die Sendung "The Mother of All Talk Shows" beim russischen Staats­sender Sputnik. Galloway dementiert die Vorwürfe auf Twitter und schreibt, er arbeitet für keine russischen Medien.
theguardian.com

Video-Tipp: Paul Ronzheimer interviewt Wolodimir Selenskyj.

Video-Tipp: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht mehr wütend auf Kanzler Olaf Scholz, sagt er im Interview mit Paul Ronzheimer. Selenskyj habe erwartet, dass Scholz "Partei ergreift" und nicht die "Rolle als neutraler Vermittler" einnimmt. Von der deutschen Regierung bekomme die Ukraine "jetzt die ersten Signale der Unterstützung", während "das deutsche Volk von Anfang an" Hilfe leiste.
welt.de (28-Min-Video), edition.welt.de (verschriftlichtes Interview, Paid)

Jan Frouman geht zu Chernin Entertainment

Neuer Job: Die US-Produktionsfirma Chernin Entertainment holt Ex-ProSiebenSat.1-Vorstand Jan Frouman an Bord – in welcher Funktion ist unklar. Chernin gilt als Kaufinteressent der P7S1-Tochter Red Arrow Studios, deren Chef Frouman bis 2018 war. Zuletzt agierte er als Geschäftsführer der ARD-Tochter Telepool, seit deren Übernahme durch Will und Jada Pinkett Smith war er President of International bei der Smith-Firma Westbrook
dwdl.de, deadline.com

Unbekannte attackieren Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow.

Lebt gefährlich: Der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow wird auf einer Zugfahrt Opfer einer Attacke. Wie die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" auf Telegram mitteilt, haben zwei Unbekannte Ölfarbe mit Aceton in das Abteil ihres Chefredakteurs geschüttet. Einer der Angreifer habe gerufen, "Muratow, das ist für unsere Jungs." Die russische Polizei ermittelt.
bild.de

Debatte: Ethikerin Claudia Paganini findet Abbildungen von Kriegsopfern problematisch.

Mehr als tausend Worte: Schockierende Bilder wie damals aus dem Vietnamkrieg brauchen wir heute nicht mehr, ist Ethikerin Claudia Paganini überzeugt. Es gebe in Europa einen Konsens, dass Krieg negativ ist. Eine Abbildung wie die der ermordeten Familie in der "New York Times" verstoße auch gegen die Persönlichkeits­rechte der Opfer. Es interessiere nicht der Mensch, sondern "nur das Narrativ, das man damit rüberbringen kann". Als Alternative wünscht sich Paganini Bilder, die Empathie auslösen und positive Gefühle wecken.
sueddeutsche.de

Debatte: Paul Ronzheimer spricht nicht mehr von “mutmaßlichen” Kriegsverbrechen.

Falsche Vorsicht: "Von wegen mutmaßlich", twittert "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer zu einem Report über die Toten in Butscha. Die Kriegsverbrechen könne man überall sehen. Auf Anfrage von Meedia erklärt er, das Wort "mutmaßlich" ziehe etwas in Zweifel, "wo es nach unseren Recherchen keine Zweifel mehr gibt." Seine Kritik richtet sich auch an die Tagesschau. Dort sei "sogar von 'mutmaßlichen Gräueltaten' die Rede".
meedia.de

Lese-Tipp: Marina Ovsyanikova spricht über die Folgen ihres Protestes.

Lese-Tipp: Es herrschte eine unwirkliche Stimmung, erzählt die russische Journalistin Marina Ovsyannikova im Interview mit Gesichter der Demokratie über die Momente nach ihrer Protest-Aktion. Wie viel ihr Auftritt gebracht hat, könne sie schwer beurteilen. Für ihre Familie jedoch bedeutet er eine Zerreißprobe. Zudem habe sie das Gefühl, "auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden". Ihre Anwälte rechnen mit weiteren Anklagen.
faces-of-democracy.org

Tagesschau-Korrespondent Georg Restle erntet Kritik für Aussage über Sperrzone in Butscha.

Zündstoff: Eine Aussage von ARD-Korrespondent Georg Restle löst auf Twitter heftige Diskussionen aus: Es sei Journalistinnen am Wochenende nicht möglich gewesen, sich ein eigenes Bild von der Lage in Butscha zu machen, hatte er in der "Tagesschau" behauptet. Kolleginnen vor Ort widersprechen dem jedoch: "Es gab mehrere offizielle Pressemöglichkeiten und sehr viele Reporter vor Ort", schreibt zum Beispiel CNN-Korrespondent Fredrik Pleitgen. Restle verteidigt sich über Twitter und verweist darauf, dass es Sperrzonen gegeben habe, die Journalisten nicht betreten durften. Richtig sei, "dass einige es offensichtlich dennoch getan haben." Daher verstehe er, dass seine Darstellung "missverstanden werden konnte".

Der Tweet sorgt jedoch zusätzlich für Irritation. Das klinge wiederum so, als sei es fast kriminell gewesen, dort hin zu fahren, schreibt "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer – "dabei sind mehr als ein Dutzend Reporter ganz offiziell mit der ukrainischen Armee rein." Er wirft Restle vor, mit seinen Aussagen der russischen Propaganda zu helfen. "Überzogen" findet das Restle und legt noch einmal nach: Es sei ja gut, dass einzelne dennoch da waren, schreibt er, fragt aber, ob es jetzt um Wahrhaftigkeit oder Schnelligkeit ginge. "Unkollegial und vor allem unredlich", nennt Christian Meier das in der "Welt".

Die Berichterstattung der ARD zur Ukraine steht seit Längerem in der Kritik. Der Journalist Enno Lenze fasst in einem Tweet zusammen: "Die ARD kam Wochen nach den andern, hat die Meetings verpasst, hat den Zugang zu Bucha verpasst und zieht nun über alle anderen her um abzulenken." Es sei ein "unfaires und mieses Spiel allen Kolleg*innen gegenüber, die hier seit Wochen gute Arbeit leisten." Restle sagt in einer Stellungnahme des WDR, er ärgere ich sich selbst am meisten darüber, dass hier Missverständnisse entstanden seien. Für die Arbeit der Kolleginnen vor Ort habe er größten Respekt. (Foto: Horst Galuschka / dpa / Picture Alliance)
tagesspiegel.de, welt.de





Lese-Tipp: Joe Bidens verbale Ausrutscher sind ein Sicherheitsrisiko.

Lese-Tipp: Die "unvorher­sehbare und verwirrende Kommunikation" von Joe Biden sorgt in Washington für "Nervosität", berichtet US-Korrespondent Bastian Brauns bei t-online. Im Ukraine-Krieg stellen die Aussagen des US-Präsidenten mitunter ein Sicherheits­risiko dar, weswegen die Presse­abteilung des Weißen Hauses immer wieder "hektisch" eingreifen muss.
t-online.de

Plattform e!Creative vernetzt ukrainische Kreative mit deutschen Agenturen und Werbetreibenden.

Kreative Lösung: Die Kreativ-Community Talenthouse startet die gemeinnützige Plattform e!Creative/є!Креатив, um ukrainische Kreative schnell und unbürokratisch mit Projekten aus Marketing und Werbung zu beauftragen. Denn die Inlandsnachfrage ist durch den Krieg weggebrochen. Die Plattform bringt Partner zusammen und sorgt auch die reibungslose Zusammenarbeit.
e-creative.io

Russlands Armee will Aktivitäten bei Kiew und Tschernihiw reduzieren

Lichtblick: Die russische Armee will nach Verhandlungen mit der Ukraine offenbar ihre Aktivitäten bei Kiew und Tschernihiw zurückschrauben. Die beiden Parteien hatten sich in der Türkei erstmals seit drei Wochen wieder getroffen. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein neues System für Sicherheitsgarantien vorgeschlagen, in dem die Türkei einer der Hauptgaranten werden könnte. Die russische Seite nannte die Gespräche "konstruktiv".
ndr.de

Zitat: Auch im Informationskrieg muss die Medienaufsicht staatsfern bleiben.

"Die Überzeugung, dass Medien- und Kommunikationspolitik immer auch Demokratiepolitik ist, unterscheidet uns gerade von autokratischen Systemen."

Hamburgs Mediensenator Carsten Brosda ist beunruhigt, dass der Rat der Europäischen Union russische Staatssender wie RT und Sputnik einfach verbietet. Im Interview mit der "FAZ" sagt er, wir müssten aufpassen, "dass wir hier nicht eigene Errungenschaften wie die Staatsferne der Medienaufsicht allzu leichtfertig über Bord werfen".
faz.net

Lese-Tipp: Ein Buch über Putins Oligarchen kann für Verlage teuer werden.

Lese-Tipp: Die ehemalige Russland-Korrespontentin der "Financial Times", Catherine Belton, hat ein Buch über das Netzwerk um Wladimir Putin geschrieben, nun überhäufen die Oligarchen sie mit einer Welle von Klagen. "Ich nahm an, wir seien gut gewappnet", sagt sie im Interview mit der "FAZ". Doch die Prozesse offenbaren, wie kostspielig solche Verfahren für die Verlage sind. Jetzt hofft Belton auf eine Gesetzesänderung.
faz.net

Russisches Justizministerium stuft Deutsche Welle als “ausländischen Agenten” ein.

Auf der schwarzen Liste: Das russische Justizministerium setzt die Deutsche Welle auf die Liste ausländischer Agenten, die bereits mehr als 100 Personen und Medienorganisationen umfasst. "Ausländische Agenten" müssen in allen Veröffentlichungen auf diesen Status hinweisen, Berichte über Aktivitäten und Finanzübersichten halbjährlich einreichen und sich jährlichen Prüfungen unterziehen. DW-Intendant Peter Limbourg spricht von einer "Willkür-Entscheidung".
dwdl.de

Die “Nowaja Gaseta” stellt den Betrieb bis Ende des Krieges ein.

Weitere Stimme verstummt: Die "Nowaja Gaseta" stellt ihren Betrieb vorerst ein. Die russische Tageszeitung unter der Leitung von Friedens­nobelpreis­träger Dmitri Muratov hatte sich immer wieder kritisch über Präsident Wladimir Putin und solidarisch mit der Ukraine geäußert. Die Medienaufsichts­behörde Roskomnadzor hat das Blatt deswegen nun schon zum zweiten Mal abgemahnt. Daraufhin setzen die Herausgeber die Veröffentlichung "auf der Website, in Netzwerken und auf Papier" aus, wie sie in einem Hinweis auf der Website schreiben – "bis zum Ende der 'Sonderoperation auf dem Territorium der Ukraine'".

Laut Roskomnadzor war der Grund für die erneute Abmahnung, dass die "Nowaja Gaseta" einen "Auslandsagenten" zitiert habe, ohne darauf explizit hinzuweisen. Bei solchen Wiederholungstaten können russische Medien ihre Lizenz verlieren. Zuvor hatte es schon Probleme bei der Auslieferung gegeben: Abonentinnen hatten die Zeitung teilweise nicht erhalten, laut der russischen Post sei "extremistisches Material" beschlagnahmt worden. Die "Nowaja Gaseta" ist eine der letzten unabhängigen Stimmen Russland, die des Betrieb aufgibt. "Ein düsteres Zeichen für die Meinungsfreiheit", kommentiert Peter Jungblut vom BR. (Foto: Valery Sharifulin / TASS / Picture Alliance)
br.de

Zitat: Chris Wallace findet es unhaltbar, wenn Menschen “die Wahrheit in Frage” stellen.

„Ich habe mich mit der Programmierung bei Fox einfach nicht mehr wohl gefühlt.“

US-Journalist Chris Wallace erklärt in der "New York Times", warum er nach fast 20 Jahren bei Fox zu CNN gewechselt ist. Nach der Wahlniederlage von Donald Trump habe sich die Orientierung bei Fox geändert. Zudem finde er es unhaltbar, wenn "Leute anfangen, die Wahrheit in Frage zu stellen" und z.B. den Sturm auf das Capitol herunterspielen.
nytimes.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Sean Penn fordert Selenskyj-Rede bei den Oscars.

Protest: Regisseur Sean Penn ruft zum Boykott der Oscars auf, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht per Video-Botschaft zugeschaltet wird. Ihn nicht zu Wort kommen zu lassen, wäre der "schamloseste Moment in der Geschichte Hollywoods". Penn geht davon aus, dass die Filmakademie ihn nicht einlädt. In diesem Fall wolle Penn seine Oscars einschmelzen. Der Vorschlag Selenskyj sprechen zu lassen, kommt von der diesjährigen Oscars-Moderatorin Amy Schumer. Ob er redet, sei nicht ihre Entscheidung, jedoch wolle sie ihre Rolle für eine wichtige Botschaft nutzen.
n-tv.de

Russische Medien­aufsicht will nicht, dass Selenskyj-Interview gezeigt wird.

Zensur: Die Russische Medienaufsicht Roskomnadzor will nicht, dass ein Interview mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in russischen Medien gezeigt wird. Sie informierte die Medien "über die Notwendigkeit, von der Veröffentlichung des Interviews abzusehen". Zudem werden alle Medien überprüft, die das Interview geführt haben, darunter u.a. die Moskauer Tageszeitung "Kommersant". Der Chefredakteur des geschlossenen Radiosenders Echo Moskwy kritisiert das Vorgehen, vor allem, weil die Medienaufsicht keine Gründe genannt hat.
tagesschau.de

Russland sperrt “Bild”-Webseite.

Bild dir keine Meinung: Die russische Behörde Roskomnadsor blockiert die Webseite der "Bild"-Zeitung. Bild.de berichtet "rund um die Uhr" auch in russischer Sprache über den Ukraine-Krieg, sagt Chefredakteur Johannes Boie. Er sieht die "journalistische Arbeit" des Mediums "für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte" durch die Sperrung bestätigt. Genaue Gründe für die Sperre gibt es von russischer Seite nicht.
faz.net