Bertelsmann lässt Callcenter-Fusion von Majorel und Sitel platzen.

Leitung tot: Bertelsmann lässt die geplante, 8,7 Mrd Euro schwere Fusion des luxemburgischen Callcenter-Dienstleisters Majorel mit dem Konkurrenten Sitel platzen, meldet das "Handelsblatt". Grund seien Meinungsverschiedenheiten mit der französischen Eigentümerfamilie von Sitel: Man habe sich nicht auf eine "Struktur" einigen können.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Gruner + Jahr schaltet seine Corporate-Seite ab.

Umleitung: Gruner + Jahr verabschiedet sich aus dem Netz und schaltet seine Corporate-Seite ab. Traditionsbewusste Nutzerinnen werden automatisch auf die Website von RTL Deutschland weitergeleitet. Vor wenigen Tagen waren bereits die Verlagsschilder am Hamburger Baumwall durch RTL-Logos ersetzt worden, auch die Social-Media-Accounts verweisen mittlerweile auf die Senderprofile.
meedia.de, turi2.de (Background)

Bertelsmann steigert Umsatz im 1. Halbjahr um 7 %.

Bertelsmann fährt im 1. Halbjahr 2022 erneut ein Rekordergebnis ein. Der Umsatz steigt im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 9,3 Mrd Euro. Der operative Gewinn erreicht den bisherigen Höchstwert von 1,4 Mrd Euro – den größten Anteil daran haben die RTL Group und die Dienstleistungs-Tochter Arvato. Das Konzernergebnis beträgt 492 Mio Euro.
bertelsmann.de, turi2.de (Background)

Warum hören sich Männer so gerne reden, Ivy Haase?


Frauen ans Mikro: “Männer sprechen mit Männern, oft über Männer und für Männer”, beobachtet Ivy Haase, stell­vertretende Redaktions­leiterin der Audio Alliance von Bertelsmann, mit Blick auf die meisten deutschen “Laber-Podcasts”. Weibliche Podcast-Stimmen sind meist Presenterinnen, Interviewerinnen und Sprecherinnen, aber selten “Meinungs­macherinnen”, schreibt sie im Gastbeitrag im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. Nur das Genre True Crime sei stark weiblich geprägt: “Aber sollten Frauen nur Gehör finden, wenn sie sich aktiv an eine weibliche Zielgruppe wenden? Das können wir doch nicht ernsthaft hinnehmen!” Haases Appell an Publisher ist daher, weiblich besetzte Formate zu fördern und finanziell zu pushen, “damit Frauen nicht nur zu Wort kommen – und gehört werden ­­­­­­– wenn es um Crime, Gossip und Make-up geht”. Weiterlesen >>

Debatte: Thomas Rabe muss mit RTL+ Erfolg haben, schreibt Susanne Preuß.

Was muss, das muss: Thomas Rabe ist als neuer Chef von RTL Deutschland "zum Erfolg verdammt", schreibt "FAZ"-Autorin Susanne Preuß. Unter der bisherigen Führung habe es offenbar "nicht genug Dynamik und Fantasie" für einen Angriff auf die großen Digital-Konzerne wie Netflix und Spotify gegeben, andere Fehler der alten Führungsriege seien "jedenfalls nicht bekannt": Sollte Rabe "mit seiner Vision" vom Streaming-Dienst RTL+ scheitern, "wäre ganz Bertelsmann in Gefahr".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Mein Podcast-Tipp: Karin Schlautmann über “Die Stunde Null”.


Wirtschaftsweise: Karin Schlautmann, Kommunikations­leiterin bei Bertelsmann, hört regelmäßig Die Stunde Null. Der Wirtschafts-Podcast mit Horst von Buttlar gibt ihr einen “wirklich ausgeruhten Überblick” zu aktuellen Themen und Veränderungen, die “oft auch mich persönlich beschäftigen”. Für Schlautmann “eigentlich ein Pflicht­programm für jeden, der informiert sein will”. Ihre Hör-Empfehlung erscheint in der Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­­­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

Lese-Tipp: Wie frühere Bertelsmann-Kunden abgezockt werden.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" schildert den Fall eines älteren Ehepaars, das sich für über 300.000 Euro vermeintlich kostbare Bücher andrehen lässt, die sich als wertlos herausstellen. Dem Rechtsanwalt Wolfgang Schneider fällt auf: Nahezu alle Mandanten mit diesem Problem sind älteren Semesters und ehemalige Kunden des Bertelsmann-Buchclubs. Ermittler hegen den Verdacht, die Faksimiles-Unternehmer nutzen unerlaubt alte Bertelsmann-Kundendaten für ihre Masche.
spiegel.de (Paid)

“Süddeutsche Zeitung”: Nannen-Aufklärung soll auch die Bildsprache des “stern” analysieren.

Neues von Nannen: Die von Bertelsmann beauftragte Aufarbeitung der "stern"-Geschichte soll auch die Bildsprache des Magazins ab 1948 analysieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Geklärt werden soll u.a. die Frage, ob und wie "Topoi, Klischees, Charakterisierungen, Perspektiven, die schon im Nationalsozialismus zur Repräsentation von Personen und Kulturen in Bildern und Texten genutzt wurden, auch nach 1945 wieder auftauchen".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Stephen King spricht sich vor Gericht gegen Bertelsmann-Übernahme aus.

Die (fast) Verurteilten: Bestseller­autor Stephen King hat sich vor Gericht gegen die von Bertelsmann angestrebte Über­nahme des US-Buchverlags Simon & Schuster ausgesprochen. "Konsolidierung ist schlecht für den Wettbewerb, je mehr Unternehmen es gibt, desto besser", sagt der Autor, der im Prozess in Washington als Zeuge geladen war. Das US-Justiz­ministerium will per Kartellklage verhindern, dass die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House Simon & Schuster für knapp 2,2 Mrd Dollar übernimmt.
deutschlandfunkkultur.de, turi2.de (Background)

Bertelsmann lässt die Geschichte des “stern” aufarbeiten.

Sternkunde: Bertelsmann beauftragt das Institut für Zeitgeschichte in München damit, die Geschichte des "stern" aufzuarbeiten. Konkret geht es um die Zeit der Gründung durch Henri Nannen im Jahr 1948 bis zu dessen Ausscheiden 1983. Schwerpunkt sei "die Frage nach politischen, personellen und inhaltlichen Verflechtungen und Verbindungen zur Zeit des Nationalsozialismus". Angesiedelt ist die Forschung bei Magnus Brechtken, dem stellvertretenden Direktor des Instituts. Das Projekt sei auf mehrere Jahre angelegt.

"Mit der Analyse der 'Stern'-Geschichte wollen wir einen Beitrag zur Mediengeschichte der jungen Bundesrepublik ermöglichen", sagt Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. Der Forschungsauftrag sei in "enger Zusammenarbeit" mit den beteiligten Tochterfirmen und Institutionen initiiert worden – darunter RTL Deutschland, der "stern" und die Henri-Nannen-Schule.

Bertelsmann reagiert mit dem Projekt auf die wieder aufgekommene Debatte um den Gründer und langjährigen "stern"-Chefredakteur Nannen. Das vom NDR produzierte Funk-Formats STRG_F hatte in einem Beitrag im Mai unter anderem Flugblätter gezeigt, die Nannen als Leiter des "Südsterns" für die Nationalsozialisten veröffentlicht hatte.
bertelsmann.de, turi2.de (Background)

Fusion französischer Sender M6 und TF1 droht zu scheitern.

Frankreich: Die geplante Fusion des Privat­senders M6 der RTL Group mit dem Konkurrenten TF1 steht vor dem Aus. Die Kartell­behörde äußert "erhebliche wett­bewerbs­rechtliche Bedenken" gegen den Zusammen­schluss – besonders in Bezug auf den Werbe­markt. Vorgeschlagene Maßnahmen, um doch noch grünes Licht zu bekommen, ließen eine Fusion "nicht mehr sinnvoll" erscheinen, heißt es von den Sendern
dwdl.de

Bertelsmanns “We are Era” übernimmt YouTube-Vermarktung des “Spiegel”.

Neue Ära: Das Content Studio We are Era von Bertelsmann übernimmt ab sofort die YouTube-Vermarktung des "Spiegel". Werbekunden können über die Agentur künftig ihre Anzeigen buchen, zusätzlich kümmert sich We are Era um die Rechteverwaltung und unterstützt den "Spiegel" bei "strategischer Social-Media-Planung".
meedia.de

Bertelsmann stockt seine Anteile am brasilianischen Bildungsunternehmen Afya auf.

Bertelsmann stockt seine Anteile am brasilianischen Bildungsunternehmen Afya auf und konsolidiert es in der Bertelsmann Education Group. Das Unternehmen investiert 161 Mio Dollar und hält somit insgesamt 57 % der Stimmrechte. Seit 2014 ist Bertelsmann an Afya beteiligt, zuletzt investierte das Unternehmen im August 2021 rund 500 Mio Euro.
bertelsmann.de, turi2.de (Background)

Debatte: Bertelsmann-Stiftung fordert staatlich finanziertes Weiterbildungssystem.

Zeit zum Lernen: Die Bertelsmann-Stiftung fordert angesichts des Fachkräftemangels einen Ausbau des deutschen Weiterbildungssystems. Notwendig sei eine staatliche Finanzierung, zum Beispiel durch Lohnersatzleistungen und Weiterbildungsstipendien, aber auch ein Rechtsanspruch auf Bildungszeit. Eine Bertelsmann-Studie hatte gezeigt, dass es zwar viele Weiterbildungsangebote gibt, die aber vor allem Jüngere erreichen, die ohnehin schon gut qualifiziert sind.
handelsblatt.com

Bertelsmann fährt 2021 bestes operatives Ergebnis seiner Geschichte ein.

Bertelsmann verzeichnet 2021 das beste operative Ergebnis seiner Geschichte. Der Umsatz wächst um 11,4 % auf 18,7 Mrd Euro. Der Gewinn beläuft sich auf 2,3 Mrd Euro - ein Plus von 58 % im Vergleich zu 2020. Das operative EBITDA erreicht den Rekordwert von 3,2 Mrd Euro, 2020 waren es noch 3,1 Mrd Euro. Die Schulden sinken um 1,1 Mrd Euro und liegen nun unter 1 Mrd Euro.
bertelsmann.de

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Karin Schlautmann, Kommunikationsleiterin bei Bertelsmann, sagt im neuen Podcast "turi2 Jobs", dass sie vor allem als Lokaljournalistin viel gelernt hat, was sie auch heute noch anwenden kann. Sie ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 Edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor.
turi2.tv (direkt zu vertrauenswürdigen Geschichten), turi2.tv (ganzer 39-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com

“Man muss kein Techie sein” – Karin Schlautmann über die Arbeit in der Bertelsmann-Kommunikation.


PR und Verantwortung: Das Setting, die Optik, Kleidung, die Dekoration – "am Ende kann alles eine Botschaft sein", sagt Karin Schlautmann. Kommunikation sei mehr als das geschriebene oder gesprochene Wort. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" sagt die Bertelsmann-Kommunikationsleiterin, dass genau das eins der wichtigsten Dinge ist, "die man sich in dem Beruf klar machen muss". Auch Neugierde und ein offener Blick für Technik und neue Formate spielen eine große Rolle, denn nichts verändere sich so schnell, wie die Kommunikationsarbeit. "Dafür muss man aber kein Techie sein", sagt Schlautmann im Gespräch mit Peter Turi. Es gehe eher darum, zu erkennen, welche Technik zur Vermittlung der Botschaft passt.

Auch Schlautmann selbst ist kein Technik-Freak und kommt aus dem Journalismus. Fast 20 Jahre lang war sie für verschiedene Medien in Deutschland unterwegs. Nach einem Volontariat beim "Westfalen-Blatt" in Bielefeld arbeitet sie unter anderem bei der "Bild" im Chemnitz und wird Redakteurin bei der ersten deutschen Late-Night-Show mit Thomas Gottschalk in München. Auch, wenn sich diese Stationen von ihrem jetzigen Job unterscheiden, konnte Schlautmann in jedem Bereich etwas lernen. Bei Gottschalk etwa "ging es sehr stark um Inszenierungen". Das hilft ihr auch heute noch, wenn die Bertelsmann-Party geplant oder der Image-Teil des Geschäftsberichtes erstellt wird.

Vor allem aus ihrer Zeit als Lokaljournalistin hat Schlautmann viel mitgenommen. Sie ist fest davon überzeugt: "Wer keine Freude hat an Lokalthemen, der findet auch schwer Zugang zu großen, internationalen Geschichten." Eine Journalismus-Vergangenheit ist dennoch keine Voraussetzung, um in der Unternehmens­kommunikation zu arbeiten, sagt Schlautmann. In ihrem Team gibt es "alle Hintergründe" vom Politik- oder Wirtschaftsstudium bis zur Historikerin. Wichtiger sei es, zu überlegen: "Was finde ich spannend und wie kann ich mich einbringen?"

Karin Schlautmann ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (39-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ist offen für Fusion mit ProSiebenSat.1.

Softe Signale: Bertelsmann-CEO Thomas Rabe zeigt sich im "FAS"-Interview offen für eine Fusion von RTL mit ProSiebenSat.1, auch wenn dies kurzfristig "nicht auf der Agenda" stehe. Die geplanten Zusammen­schlüsse größerer Privatsender in Frankreich und den Niederlanden sehe er als "echte Test­fälle": Sollten diese klappen, kenne er "keinen guten Grund, warum es nicht auch in Deutschland funktionieren sollte". Die "unmittelbaren Auswirkungen" des Ukraine-Kriegs seien für Bertelsmann gering, in Russland gebe es 2.200 Angestellte in einer Druckerei sowie in der Logistik-Sparte von Arvato.
faz.net (Paid), wiwo.de

Porträt: Bertelsmann-Kommunikationschefin Karin Schlautmann.

Das Neue und das Alte: Wenn es etwas Neues in der Medienwelt gibt, saugt Karin Schlautmann es auf. Ständig ist sie auf der Suche nach innovativen Tools und Kommunikationswegen. Per Online-Studium bildet sie sich zu Themen wie Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz weiter, die "in der Kommunikation immer wichtiger werden". Sie brauche Infos aus verschiedensten Quellen, um "Entwicklungen und Stimmungen einschätzen und kommunikative Chancen ausloten zu können".

Als Chefin der Unternehmenskommunikation bei Bertelsmann muss sie große Zukunftsthemen angehen: Bis 2030 will der Konzern klimaneutral sein. Und auch Diversität stellt sie als wichtigen Aspekt für ihr Team heraus, das mit Medien aus allen Teilen der Welt zusammenarbeitet. Diesen Blick nach vorne verbindet sie mit Bewahrung und Reflexion der Vergangenheit. Schließlich vermittelt ihre Abteilung auch das kulturelle Engagement von Bertelsmann, von der Restauration bedrohter Stummfilme bis zum Ricordi-Archiv in Mailand, das Dokumente der italienischen Operngeschichte verwaltet.

Schlautmann schwärmt von der Vielfalt ihrer Aufgaben. Sie beginnt ihre Karriere mit einem Volontariat beim "Westfalenblatt", arbeitet bei "Bild", "Bunte" und "Gala" und übernimmt schließlich auch die Chefredaktion der "Frau im Spiegel".

Bei Bertelsmann ist sie mittlerweile eng mit dem Management verbunden und freut sich, "aus erster Hand" über die Konzern-Strategie informiert zu sein. Wer in der Medienwelt arbeiten will, muss Neugier und die Bereitschaft zu ständiger Veränderung mitbringen, empfiehlt sie – und hofft, dass sie in ihrem nächsten Leben wieder dort landen wird. Sie kann sich "keine spannendere Branche vorstellen".

3 Karriere-Tipps von Karin Schlautmann
1. Sei neugierig und verschaffe dir eine breite Allgemeinbildung.
2. Lerne, in starken Botschaften zu denken.
3. Befasse dich intensiv mit Medien in ihrer ganzen Vielfalt: Schau dir den Wirtschaftsteil deiner Lokalzeitung genauso neugierig an wie Reels auf TikTok, Threads auf Twitter oder ein internationales Magazin wie den "New Yorker".

Karin Schlautmann
Geb. 1965 in Herzebrock-Clarholz
1987: Volontariat beim "Westfalen-Blatt" in Bielefeld
1994: Redakteurin für "Gottschalks Late Night"
1995: "Bild"-Chefreporterin in München
2002: Stellvertretende "Gala"-Chefredakteurin
2003: Chefredakteurin bei "Frau im Spiegel"
2007: Kommunikationschefin der Bertelsmann-Stiftung
2011: Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Bertelsmann


(Foto: Jan Voth / Bertelsmann)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Sanktionen schränken Bertelsmanns Russland-Geschäft ein.

Russland-Sanktionen belasten auch Bertelsmann, berichtet Gregory Lipinski. Zwar hat sich der Konzern weitgehend aus Russland zurückgezogen, die Dienst­leistungs-Tochter Arvato Supply Chain Solutions hat im russischen Jaroslawl aber noch rund 2.000 Beschäftigte, eine Druckerei am selben Standort weitere 200. Ein Sprecher rechnet mit einer Einschränkung der Geschäfts­aktivitäten, "bis hin zu deren möglicher vorüber­gehender Einstellung".
meedia.de (Paid)

Jennifer Mullin und Núria Cabutí ziehen ins Bertelsmann Group Management Committee.

Bertelsmann beruft Jennifer Mullin (Foto) und Núria Cabutí zum 1. März in das Group Management Committee. Mullin ist Chefin der Produktionsfirma Fremantle. Cabutí leitet den spanischen Ableger der Verlagsgruppe Penguin Random House. Das 20-köpfige Komitee berät den Bertelsmann-Vorstand u.a. bei Fragen zur Konzernentwicklung.
presseportal.de

Ufa bildet Quer­einsteigerinnen zu Film-Fachkräften aus.

Ufa sucht gezielt Quer­einsteigerinnen, um dem Fachkräfte­mangel in der Film- und TV-Branche "aktiver entgegen­zusteuern". Die neue Ufa Academy bietet berufliche Weiter­bildung für Aufnahme­leitung, Regie­assistenz, Script/Continuity und Film­geschäfts­führung. Bewerben können sich Menschen zwischen 25 und 60 Jahre, Medien-Erfahrungen sind keine Voraussetzung. Während des zweijährigen Programms erhalten die Teilnehmenden den Mindestlohn.
ufa.de, dwdl.de (Interview)

RTL will beim neuen Führungsteam in Sachen Diversity nachbessern.


Frauen-Flaute: Das neue RTL-Führungsteam stellt sich selbst per Mail an die Belegschaft die Diagnose, "nicht divers genug" zu sein. Erst vor wenigen Tagen war die neue Führungsriege um Matthias Dang und Stephan Schäfer bekannt gegeben worden – bestehend aus 18 Männern und nur vier Frauen. "Bissige Kommentare" von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Intranet sollen die Spitze laut "Wirtschaftswoche" "zur Selbstkritik" bewogen haben.

In den kommenden Wochen wolle sich RTL "ernsthaft mit dem Thema befassen" und bittet dabei um Unterstützung: Angestellte sollen Ideen und Vorschläge einreichen. "Mit Blick auf Diversität" habe die Besetzung des Führungsteams "eine lebendige Diskussion im Unternehmen ausgelöst", bestätigt RTL. Die Geschäftsführung werde zu dem Punkt "weiter intensiv arbeiten".
wiwo.de, turi2.de (Background)

Influencer-Netzwerk We are Era bietet Coaching für Content-Talente.

We are Era, Influencer-Netzwerk von Bertelsmann, startet eine Coaching-Plattform für Künstlerinnen und Content Creator. Your Era bietet in Form von Video­kursen und 1:1-Coachings Know-How und Wissens­transfer aus Schauspiel, Theater, Moderation, Musik und Content-Creation. Das Angebot steht gegen Bezahlung auch Talenten zur Verfügung, die nicht bei We Are Era unter Vertrag sind.
per Mail, your-era.com

“Eine Marke sollte immer auch verantwortungsvoll sein” – Gabriele Haessig und Frank Vogel über Purpose Marketing.


Marken mit Botschaft: "Purpose Marketing wird oft missverständlich verwendet", sagt Frank Vogel, bei der Ad Alliance zuständig für Marketing und Sales, im Doppel-Interview mit Gabriele Hässig, die bei Procter & Gamble Nachhaltigkeit und Kommunikation verantwortet. Am Rande des Events Innovation Now erklärt er gemeinsam mit Hässig, wie gutes Purpose Marketing funktioniert. Eine Limonade habe als ersten Zweck, gut zu schmecken, zu erfrischen oder stehe für Spaß. Der sehe heute aber vielleicht anders aus, als in den 1990er Jahren: "Wir tun Dinge, die uns früher Spaß gemacht haben, heute nicht mehr, weil sie einfach nicht nachhaltig sind." Auch Hässig betont die Verantwortung großer Werbe-Kunden wie Procter & Gamble: Der Konzern arbeite seit seiner Gründung 1837 daran, "das Leben der Menschen jeden Tag ein Stückchen besser zu machen". Sie will im Marketing die Stimmen großer Marken nutzen, um Themen zu transportieren, die zu den jeweiligen Marken passen.

Als Beispiel nimmt Hässig die Windelmarke Pampers: Deren Zweck sei es, dass Babys gesund aufwachsen. Mit Studien wie Zukunft. Leben. Jetzt!, die Pampers mit der Zeitschriften-Marke "Eltern" aufgesetzt hat, will Procter & Gamble erfahren, wie junge Familien heute leben und was sie bewegt – und ihren Anliegen eine Stimme geben. Gleichzeitig betonen Hässig und Vogel, dass Daten auch in Zeiten von KI in der Werbung nicht alles sind. Daten würden zwar helfen, Werbung und deren Platzierung zu optimieren, es brauche aber immer einen "liebevollen", "empathischen" Blick auf die Menschen.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube)

RTL Group wächst dank TV-Werbung und Streaming.

RTL Group wächst im 3. Quartal um 3,9 % auf 1,455 Mrd Euro Umsatz. Das TV-Werbe­geschäft legt sogar um 15,7 % zu. Von Januar bis September steigt der Gesamt­umsatz um rund 10 % auf gut 4,7 Mrd Euro. Der Streaming-Umsatz von RTL+, bisher TV Now, Videoland in den Niederlanden wächst in den ersten drei Quartalen um 30,6 % auf 162 Mio Euro. Für das gesamt Jahr erwartet die RTL Group 6,5 Mrd Euro Umsatz. Der Umsatz der RTL-Mutter Bertelsmann steigt in den ersten neun Monaten um 9,2 % auf 13,1 Mrd Euro
dwdl.de, company.rtl.com, presseportal.de (Bertelsmann)

Bertelsmann kauft die Rote Liste Service GmbH.

Gesundes Investment: Bertelsmann kauft die Rote Liste Service GmbH, die das auflagenstärkste Arzneimittelverzeichnis Deutschlands herausgibt. Die Gütersloher haben die Anteile des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie und des Verbands Forschende Arzneimittelhersteller bereits zum 1. Oktober übernommen. Über die Details haben alle Seiten Stillschweigen vereinbart, Bertelsmann möchte die Rote Liste künftig digital ausbauen.
bertelsmann.de

RTL.de überträgt Vollendung von Beethovens 10. Sinfonie.

KI-Komposition: Die Deutsche Telekom vollendet die 10. Sinfonie Beethovens mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz – für den Medien-Aufschlag zur Präsentation kooperiert der Konzern mit Bertelsmann-Medien. Am 9. Oktober überträgt ein Livestream auf RTL.de, n-tv.de und stern.de das Ergebnis der KI-Komposition. RTL, n-tv und Vox begleiten die Veröffentlichung auch im TV-Programm mit mehreren Beiträgen zu KI und Kreativität, in Print berichten "stern" und "Gala". Beethoovens 10. Sinfonie ist seit fast 200 Jahren unvollendet.
mediengruppe-rtl.de

Hör-Warnung: Viele Bertelsmann-Köche verderben bei “heute wichtig” den Klang-Brei.

Weghör-Tipp: Viele Köche verderben den Klang-Brei, deshalb ist der Podcast "heute wichtig" aus dem Hause Bertelsmann/AudioNow/RTL/n-tv/stern auch heute unwichtig. Der Podcast präsentiert sich in seiner 98. Folge vom Freitag als seelenloses, von Moderator Michel Abdollahi runtergeschludertes Synergie-Kunstprodukt ohne Wumms. Nach einer abgelesen wirkende Cross-Promotion für die Amazon-Recherchen des RTL-Teams Wallraff irrlichtert Abdollahi durch den Wortwechsel mit dem AfD-Twitter-Sternchen Marie-Thérèse Kaiser. Prädikat: verzichtbar.
art19.com

DWDL: Bernd Reichart und die Mediengruppe RTL Deutschland gehen getrennte Wege.

Führungs-Frage geklärt: Nach insgesamt rund achteinhalb Jahren und zweieinhalb als CEO verlässt Bernd Reichart die Mediengruppe RTL Deutschland, meldet der in Köln bestens vernetzte Thomas Lückerath bei DWDL. Künftig leitet ein Duo das Haus: Stephan Schäfer, CEO von Gruner + Jahr und seit 2019 zusätzlich Geschäftsführer Inhalte & Marken bei RTL, macht gemeinsame Sache mit Matthias Dang, dem langjährigen Chefvermarkter und Ad-Alliance-Chef. Unklar ist noch, in welcher Form Reichart Bertelsmann erhalten bleibt.

Im Rahmen der Übernahme von Gruner + Jahr war zuletzt viel darüber spekuliert worden, wer den Chefposten bei RTL Deutschland übernimmt. Das "Manager-Magazin" sah Stephan Schäfer schon vor einigen Wochen im Vorteil, weil er "beide Kulturen" kennt. Dass Schäfer und Reichart den Job als Duo machen würden, galt dagegen als ausgeschlossen: Beide würden sich nicht gut verstehen. Lückerath sieht einen weiteren Grund in der "Dopplung der Expertise": Sowohl Schäfer als auch Reichart seien "in den Inhalten zuhause". Mit Matthias Dang seien die "Zuständigkeiten zwischen Finanzen und Inhalten in der neuen Führung klarer verteilt". Schäfer und Dang stehen nun vor der "Mammut-Aufgabe", Gruner + Jahr zu integrieren und einen "nationalen Champion" aufzubauen, wie ihn sich Bertelsmann-CEO Thomas Rabe wünscht.
dwdl.de

“Packen wir’s an”: Bertelsmann Content Alliance macht eine Wasser-Themenwoche.

Wasser marsch: Vom 4. bis 10. Oktober geht es bei RTL, UFA, RTL Radio, Penguin Random House und Gruner + Jahr schwerpunktmäßig um Themen rund ums Wasser. Mit der Nachhaltigkeits-Themenwoche "Packen wir's an! Damit es auch morgen noch läuft" will die Bertelsmann Content Alliance "ein Bewusstsein für den Zustand der Ressource und des Lebensraums Wasser schaffen" und zeigen, "wie der Klimawandel unser Leben verändern kann".
presseportal.de

Übermedien wirft Bertelsmann Verfälschung der Firmengeschichte vor.

Bertelsmann: Übermedien wirft dem Medienkonzern vor, die Rolle von Reinhard Mohn bei der Aufklärung der Nazi-Vergangenheit des Unternehmens zu verfälschen. Die Biografie "Reinhard Mohn. Ein Jahrhundertunternehmer" stilisiere den verstorbenen Patriarchen zum "Oberaufklärer", der die Aufdeckung der Legende vom "Widerstandsverlag" 1998 mit vorangetrieben habe, dabei sei das Gegenteil der Fall gewesen. Autor Thomas Schuler zitiert u.a. den damaligen CEO Thomas Middelhoff, der für sich in Anspruch nimmt, die Aufarbeitung gegen den Widerstand von Mohn durchgesetzt zu haben. Der Historiker Joachim Scholtyseck, Autor der neuen Mohn-Biografie, widerspricht dem Vorwurf.
uebermedien.de (Paid)

“Handelsblatt”: Bertelsmann will Callcenter-Dienstleister Majorel zeitnah an die Börse bringen.

Bertelsmann plant seinen Callcenter-Dienstleister Majorel im Herbst an die Amsterdamer Börse Euronext zu bringen, berichtet das "Handelsblatt". Die Firma ist ein Joint Venture mit der Saham-Gruppe und beschäftigt derzeit weltweit etwa 60.000 Menschen. Majorel könnte eine Bewertung von bis zu 3 Mrd. Euro erhalten, so das "Handelsblatt". Bertelsmann lässt wissen, derlei Spekulationen grundsätzlich nicht zu kommentieren.
handelsblatt.com (Paid)

Ralf-Dieter Brunowsky nennt Gruner + Jahr “sterbenden Verlag”.

Bertelsmann hätte Gruner + Jahr besser am Stück oder in Teilen verkaufen sollen, so wie Springer es mit seinem Zeitschriften-Geschäft gemacht hat, urteilt Ralf-Dieter Brunowsky. Dass RTL nun die inhaltliche Führung im Verlagsgeschäft übernehme, ist für ihn "ein strategischer Gau". Die Vision von Thomas Rabe, mit RTL internationalen Streaming-Riesen einen nationalen Champion entgegenzusetzen, vergleicht der langjährige G+J-Journalist mit dem vergeblichen Versuch der Sparkassen, eine Alternative zu PayPal zu etablieren.
meedia.de (Paid)

Meinung: RTL/G+J gelingt nur, wenn Eigenständigkeit der Marken erhalten bleibt.

Bertelsmann: Die Übernahme von Gruner + Jahr durch RTL wird nur dann zum Erfolg, wenn es gelingt, die "Eigenständigkeit und den Charakter der Marken und ihrer Redaktionen" zu erhalten, urteilt Peter Steinkirchner. Auch die Frage, wer an der Spitze des Medienunternehmens steht, dürfte entscheidend sein: Weder RTL-Chef Bernd Reichart noch G+J-Boss Stephan Schäfer werden wohl freiwillig auf den Top-Job verzichten. Steffen Grimberg erwartet bei T-Online einen Zusammenprall der Kulturen, zumal das "immer noch von mildem hanseatischen Dünkel geprägte Verlagshaus von der Elbe" beim "Privatfernsehmoloch vom Rhein nur auf den Beifahrersitz" darf.
wiwo.de (Steinkirchner), t-online.de (Grimberg)

Bertelsmann gemeindet Gruner + Jahr bei RTL ein.


Rückschnitt: Zwei Tage nach dem Tod des früheren Gruner + Jahr-Chefs Gerd Schulte-Hillen verkündet Bertelsmann das Ende von Gruner + Jahr als eigenständiges Unternehmen. Offiziell spricht der Konzern davon, die Unternehmen zusammenzuführen, der letzte Absatz der Pressemitteilung legt aber nahe, dass vom einstigen Großverlag nicht mehr viel übrig bleibt. Dort heißt es, dass die G+J-Zukunftsfelder Territory und Applike, sowie das Zeitungsgeschäft DDV und die "Spiegel"-Beteiligung bei Bertelsmann "verbleiben". RTL kauft das Mediengeschäft von G+J für 230 Mio Euro. Die Nachricht dürfte die schlimmsten Befürchtungen der Gruner + Jahr-Mitarbeiterinnnen erfüllen, wenn nicht übertreffen.

Für Konzernchef Thomas Rabe ist das Gemeinschafts-Unternehmen der Anfang eines "nationalen Medien-Champions", der das Mediengeschäft auf dem Deutschen Markt gegen die internationale Konkurrenz stärkt. "Kein anderes Medienunternehmen hierzulande kann ein derartiges, gattungsübergreifendes Wachstumsbündnis schaffen." Das neue Unternehmen soll Anfang 2022 an den Start gehen. Der Verlagssitz von Gruner + Jahr soll in Hamburg bleiben.

Über die künftige Führung der Gruner + Jahr Deutschland GmbH sagt Thomas Rabe auf der Pressekonferenz zur Fusion noch nichts Konkretes, legt aber Wert darauf, dass das künftige Management "geschlossen" hinter der Fusion stehen muss. Mitarbeiter-Befragungen hätten ergeben, dass "die überwältigende Mehrheit" den Zusammenschluss befürworten. DJV und Verdi mahnen, auch unter RTL-Flagge die Tarifbindung zu erhalten.
horizont.net, faz.net, dwdl.de, djv.de, dju.verdi.de