Meinung: Cornelius Pollmer unterzieht Bild Live einer “mitfühlenden Beobachtung”.

Bild Live: Wer den ganzen Tag auf Bild.de verbringt, "dem rauscht am Ende der Kopf wegen all der Redundanz", beobachtet Cornelius Pollmer. Immer mehr Bewegtbild kreise hauptsächlich "effektvoll um einen Nachrichtenwert von manchmal nur zwei, drei Sätzen". Breaking-News-Sendungen liefen u.a., "wenn es etwas gibt, das bei 'Bild' für eine Lage gehalten wird".
sueddeutsche.de (Paid)

Christian Drosten und “Bild” streiten wieder.

Bild vs. Drosten: Die "Bild" schreibt, die CDU/CSU-Fraktion habe eine Video-Schalte mit Virologe Christian Drosten kurzfristig abgesagt und damit "eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen". Intern habe es "heftigen Widerstand" gegen die Einladung gegeben. Drosten twittert als Antwort, er habe seinen Auftritt selbst abgesagt, weil "Bild" "das Thema meines lange geplanten Auftritts vor der Fraktion schon im Vorfeld falsch darstellte und auf diese Weise Hassbotschaften gegen mich provozierte". Wissenschaftliche Information und Diskussion seien so unmöglich.
bild.de (Paid), twitter.com (Drosten)

Meinung: Julian Reichelt sieht in der Corona-Krise die Chance zum Fortschritt.

Corona-Krise zwingt uns zum Fortschritt, schreibt "Bild"-Chef Julian Reichelt in einem Essay. Die "historische Chance" lege "schonungslos offen, was wir alles versäumt haben", gerade im Hinblick auf Digitalisierung. Die junge Generation lerne, dass "sorgloses Leben keine Selbstverständlichkeit ist". Sorge bereitet Reichelt, "dass wir fortschrittsfeindlich geworden sind".
bild.de

Ex-“Bild”-Chefredakteur Günter Prinz ist tot.

Günter Prinz ist tot. Der Ex-"Bild"-Chefredakteur und ehemalige Springer-Vorstand ist mit 91 Jahren gestorben, twittert Kai Diekmann. Prinz pushte die Auflage der Zeitung in den 70ern mit einem "Mix aus Sex, Facts und Fiction, aus Politik, Verbrechen und Verbrauchertipps" auf mehr als fünf Mio und erfand bei Springer unter anderem Ein Herz für Kinder sowie die Ableger "Bild der Frau" und "Auto Bild".
twitter.com, bild.de, spiegel.de, wikipedia.de (Prinz)

Basta: “Potsdamer Neueste Nachrichten” besuchen Kai Diekmann beim Baden.

Keine Ente: Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" führen ein langes Interview mit Kai Diekmann über seine morgendliche Lauf-Routine. Erkenntnis: "Der Sex" einer neuen Strecke ist, dass man nicht weiß, wie lang sie ist. Und für noch mehr Sex-Appeal posiert Diekmann am Ende des Artikels noch mit freiem Oberkörper und einer Ausgabe der Zeitung im Jungfernsee.
pnn.de

Hör-Tipp: Paul Ripke hat die “Bild” auf seinen Geräten blockiert.

Hör-Tipp: Starfotograf Paul Ripke meidet die "Bild" und nutzt dafür sogar die Jugendschutz-Funktion auf seinem Smartphone und Tablet, um die Angebote zu blockieren, sagt er im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Die deutsche Medienlandschaft sei jedoch deutlich besser als die in den USA, wo er "Propaganda und PR" wahrnimmt. Beeindruckt habe Ripke die "Vote"-Kampagne in den USA. Noch nie habe er erlebt, wie etwas so sehr beworben worden sei wie die Stimmabgabe - egal von welcher politischen Seite.
podigee.io (140-Min-Audio)

Mathias Richter wechselt von ProSiebenSat.1 als Social-Media-Chef zu “Bild”.

Bild holt Mathias Richter (Foto), 32, als neuen Head of Social Media Business und Editorial an Bord. Er kommt von der ProSiebenSat.1-Tochter Studio 71, wo er zuletzt Head of Branded Entertainment war. Auf dem neu geschaffenen Posten verantwortet er die Social Media-Auftritte von "Bild" redaktionell und kaufmännisch. Sein Vize fürs Redaktionelle wird - wie berichtet - Morten Wenzek. Anne-Kathrin Liebknecht, 28, verantwortet die Business- und Marketing-Aktivitäten.
new-business.de, turi2.de (Background Wenzek)

Lese-Tipp: Julian Reichelt warnt vor einer Spaltung zwischen Berlin und dem Rest Deutschlands.

Lese-Tipp: Im online vorab veröffentlichtem Interview mit der "NZZ am Wochenende" sagt "Bild"-Chef Julian Reichelt , in Deutschland gebe es einen großen Graben zwischen Berlin und dem Rest des Landes. In Berlin sei er sogar "massivsten Aggressionen ausgesetzt". Reichelt kritisiert zudem das "Weltbild der öffentlich-rechtlichen Sender", das dafür sorge, dass Vertreter*innen der "Bild" nur in Talkshows eingeladen werden, wenn jemand für eine klischeehafte, unsympathische Position gesucht wird.
nzz.ch (frei nach Anmeldung)

Meinung: Bild-Live-Sendung zum Anschlag in Wien war “mittlere Katastrophe”.

Bildungsfern sehen: Bild Live hat in seiner mehrstündigen Berichterstattung zum Anschlag in Wien einige falsche Gerüchte in die Welt gesendet, beobachtet Moritz Tschermak. Breaking-Sondersendungen wie diese mache gefährlich, dass sie anfällig für Falschinformationen seien. Zudem kritisiert Tschermak, dass die Redaktion zunächst unkenntlich gemachte Szenen in Videos später unverpixelt gezeigt habe.
bildblog.de

Morten Wenzek steigt zum redaktionellen Leiter des Social-Media-Teams bei “Bild” auf.

Bild macht Morten Wenzek zum neuen redaktionellen Leiter des Teams Social Media/New Platforms, wie er auf Twitter verkündete. Er beerbt Marc Biskup, der "Bild" zum Jahresende verlässt. Bisher ist Wenzek verantwortlicher Social-Media-Redakteur in der Abteilung.
twitter.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Morten Wenzek hält den vielfach totgesagten Videodienst Snapchat für quicklebendig. (06/2020)

Bildblog wirft der “Bild” vor, den Täter von Wien zu glorifizieren.

Bildblog bezeichnet die Berichterstattung der "Bild" zum Anschlag von Wien als "PR-Arbeit" für den Attentäter. Die Zeitung druckt den Täter unverpixelt ab und nutzt dafür ein Bild, das einem Video des sogenannten Islamischen Staates entstammen soll. Auch die volle Namensnennung des Täters bei "Bild" kritisiert Autor Moritz Tschermak, denn sie erleichtere eine Identifizierung mit dem Attentäter.
bildblog.de

Basta: Josef Joffe schreibt live bei Bild TV einen Leitartikel für die “Zeit”.

Des einen Leit: "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe soll in der Live-Sendung von Bild TV den Amerika-Experten geben, wirkt in der Schalte jedoch abwesend. Gegenüber Claus Strunz und Patricia Platiel macht Joffe dann auch keinen Hehl daraus, warum das Gespräch später stattfinden muss: "Ich arbeite hier an meinem Leitartikel".
twitter.com (Tweet von Boris Rosenkranz)

Bild des Tages: “Bild” übernimmt das Oval Office.


Präsidiale Kulisse: Die Bild-Live-Moderator*innen Kai Weise, Patricia Platiel, Claus Strunz und Nele Würzbach (von links nach rechts) posieren im Oval Office, dem Büro des amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus. Von hier aus senden sie zur US-Wahl 12 Stunden live. Weil der Amtsinhaber keine Anstalten macht, das Original-Oval-Office zu räumen, haben Handwerker 14 Tage lang eine Kopie im 1. Stock des Springer-Hochhauses in Berlin nachgebaut. Die Tapete wurde dem Original nachempfunden, eben der Teppich mit US-Wappen, sogar die Privat-Fotos hinter Trumps Ledersessel sind originalgetreu. (Foto: Bild / Springer)
axelspringer.com, bild.de

TV-/Streaming-Tipp: Diese Medien berichten live mit Sondersendungen zur US-Wahl.

TV-/Streaming-Tipp: Bild TV sendet zur US-Wahl ab 18:30 aus dem Oval Office - einer nachgebauten Kopie im Berliner Springer-Haus. Zeit Online berichtet ab 20.00 Uhr mit Gästen aus dem Berliner Studio. Im TV startet Welt um 18:30 Uhr mit einer Sondersendung, das ZDF sowie RTL und n-tv beginnen um 20.15 Uhr mit Spezial-Sendungen und Dokus, das Erste startet um 22.50 Uhr.
dwdl.de, fr.de (Übersichten), bild.de, zeit.de, presseportal.de (Welt TV), zdf.de, daserste.de, rtl.de

Presserat erhält Hunderte Beschwerden zu Anschlags­berichten aus Wien.


Der Tag danach Rund 700 Beschwerden zur Berichterstattung über den Terroranschlag in Wien am Montagabend sind beim Österreichischen Presserat allein bis Dienstagvormittag eingegangen, meldet der "Standard". So viele gab es bisher zu keinem anderen Anlass zuvor. Im Kern der Kritik stehen Videos von Augenzeug*innen, auf denen der Attentäter auf Menschen schießt. Die "Kronen-Zeitung" und Oe24.at – aber auch Bild.de – hatten das Material veröffentlicht. "Krone" und Oe24 haben die Videos inzwischen gelöscht, bei Bild.de ist das Videomaterial weiterhin online. "Krone"-Chefredakteur Klaus Herrmann verteidigt die Veröffentlichung mit dem Ziel, "die Bedrohungslage zu unterstreichen". Oe24-Herausgeber Wolfgang Fellner sagt dem "Standard": "Ich glaube schon, dass es zum Verständnis des Terroranschlags dazugehört, wie der Todesschütze agiert hat."

Die österreichische Supermarktkette Billa, die zur Rewe Group gehört, und Konkurrent Spar kündigen an, ihre Werbeschaltungen auf Oe24.at und Krone.at vorerst einzustellen. Ikea Österreich teilt mit, "aus Pietätsgründen sämtliche Werbung auf den Onlinekanälen aller News-Outlets" zu stoppen.

Bei dem Attentäter solle es sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden um einen 20 Jahre alten Österreicher mit familiären Wurzeln in Nordmazedonien handeln, der eine doppelte Staatsbürgerschaft hat. Nach Informationen von Zeit Online war er der Polizei schon vor dem Anschlag bekannt. Er soll sich in einer Wiener Moschee radikalisiert haben.
(Foto: Georges Schneider / Austria-Vienna-Shootings / Imago-Images)
derstandard.at, spiegel.de, sueddeutsche.de (Boulevard-Medien), derstandard.at (Werbung), zeit.de (Täter) turi2.de (Background)

Mitarbeit: Björn Czieslik

Video-Tipp: Walulis nimmt die Masken-Jagd der “Bild” aufs Korn.

Video-Tipp: Die Jagd der "Bild" nach Politiker*innen, die ihre Maske falsch oder gar nicht tragen, bietet Verschwörungsideolog*innen unnötigen Nährboden, zeigt Philipp Walulis in einer Sendung "Walulis Daily". Walulis betrachtet zudem den seltsamen "Brief von Wagner" zum Thema und erinnert daran, dass "Bild"-Chef Julian Reichelt zuvor noch vor Denuziantentum gewarnt hat.
youtube.com (10-Min-Video), turi2.de (Background)

Vize-Chefredakteur und Social-Stratege verlassen “Bild”.

Bild verzeichnet Abgänge in Schlüsselpositionen, schreibt Marvin Schade im Branchendienst Medieninsider. Vize-Chefredakteur Daniel Böcking (Foto) soll es vom Boulevard-Blatt zur Agentur Storymachine von Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann ziehen. Social-Media-Stratege Andreas Rickmann kehrt dem Blatt zum Jahreswechsel ebenfalls den Rücken und will sich als Berater selbstständig machen.
medieninsider.com (Paid)

Basta: “Bild” mag keine Petzen – außer, wenn sie selber petzt.

Dezente Doppelmoral: Die "Bild" hat in der Corona-Krise offenbar große Angst vor "Corona-Verpetzern", analysiert Moritz Tschermak im Bildblog. Es sei denn, "Bild" hat selbst etwas zu petzen – einen Armin Laschet ohne Maske zum Beispiel. Dass er die nur kurz zum Essen abgenommen hat, wird nach anfänglich großem Aufreger erst hinter der Paywall aufgelöst.
bildblog.de

Ad Alliance vermarktet künftig auch die Print-Titel von Media Impact.

Vermarktungsriese: Die Ad Alliance von Bertelsmann vermarktet ab 2021 auch die Print-Titel von Springers Media Impact, also u.a. "Bild" und "Welt". Bisher hat sie bereits deren Digitalangebote im Portfolio. Die Ad Alliance agiert für Media Impact als Dienstleister und verhandelt mit Agenturen auf Rechnung von Media Impact Rahmenverträge. Media Impact verkauft sein Inventar weiterhin daneben auch selbstständig. Media-Impact-Chef Carsten Schwecke kündigt im Interview mit "Horizont" an, dass dies auch so bleiben soll: "Das Werbegeschäft von Axel Springer ist viel zu groß und bedeutend, als dass wir die eigene Vermarktung jemals abgeben würden." Mitarbeiter*innen würden zudem nicht den Betrieb wechseln: "Bei aller Partnerschaft bleiben die Mediengruppe RTL, Gruner + Jahr und wir im Werbemarkt ja auch harte Wettbewerber."

Die Ad Alliance führt neben den Springer-Medien und den Bertelsmann-eigenen Titeln von IP Deutschland und G+J ems auch die Titel von Spiegel Media und ab 2021 von rtv. Springers Digitaltitel sind seit September 2019 Teil der Vermarktungsgemeinschaft. Die nunmehr stärkere Orientierung zur Ad Alliance ist auch eine Reaktion auf das weitestgehende Ende der Vermarktungskooperation zwischen Springer und Funke. (Foto: Bildagentur-online / Picture Alliance)
presseportal.de, horizont.net (Paid)

Amazon veröffentlicht im Dezember eine Doku-Serie zur “Bild”.


"Bild"-ungsfernsehen: Amazon zeigt in seinem Streaming-Dienst Prime Video ab 18. Dezember die siebenteilige Dokumentationsreihe "BILD.Macht.Deutschland?". Die Serie verspricht "noch nie dagewesene Einblicke" in den Alltag der Redaktion. So soll zu sehen sein, wie Reporter*innen recherchieren und mit Entscheider*innen aus Politik und Gesellschaft umgehen. Chefredakteur Julian Reichelt (Foto) und sein Stellvertreter Paul Ronzheimer erklären in Interviews ihre Meinung.

Produziert wurde die Reihe von Constantin Entertainment unter der Federführung von Jochen Köstler. Springer hat seinem Team dafür "umfassenden Zugang" gewährt. Oliver Berben, TV-Vorstand bei Constantin Film, sagt zur Dokumentation: "Die Möglichkeit, tiefgehende Einblicke in Deutschlands größte Medienmarke und die Redaktion der 'Bild' zu bekommen, ist einmalig und wird überraschen."
dwdl.de, rnd.de

Corona-Test von Julian Reichelt fällt negativ aus.

Bild-Chef Julian Reichelt hat sich laut einem am Freitag durchgeführten Corona-Test nicht mit dem Virus infiziert, schreibt Medieninsider. Das Portal bezieht sich auf eine E-Mail von Reichelt an seine Mitarbeiter. Der "Bild"-Chefredakteur hatte sich am Mittwoch in Quarantäne begeben, weil er zuvor Kontakt mit Gesundheitsminister Jens Spahn hatte, der positive auf das Corona-Virus getestet wurde.
medieninsider.de (Paid), turi2.de (Background)

Kicker überholt “Bild” und RTL im Social-Media-Ranking und sichert sich Platz 4.

Kicker schiebt sich im Social-Media-Ranking von Storyclash im September an Bild (-30 %, Platz 5) und RTL (-13 %, Platz 6) vorbei auf Platz 4. Auch die "Tagesschau" verliert (-24 %), kann ihren Spitzen­platz aber verteidigen. Den einzig positiven Wert in den Top 10 erreicht das ZDF mit +4 % (Platz 2).
horizont.net

Medieninsider: “Bild”-Chef Julian Reichelt nach Spahn-Besuch in Corona-Quarantäne.


Ihm spahnt nichts Gutes: "Bild"-Chef Julian Reichelt hat sich in Quarantäne begeben, berichtet Medieninsider. Reichelt hatte am Montagabend Jens Spahn, der Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet wurde, in der Redaktion der "Bild" empfangen. In einer E-Mail an die Belegschaft schreibt Reichelt, er habe "rund eine halbe Stunde mit ihm in einem Raum verbracht". Reichelt schreibt weiter: "Damit bin ich ein Erstkontakt und begebe mich nunmehr nach Hause. Zurück kommen werde ich erst kommende Woche, so ich denn negativ getestet worden bin. Auch alle weiteren möglichen Erstkontakte von Jens Spahn informieren wir umgehend."

Laut Medieninsider gibt Reichelt auf Nachfrage an, es gehe ihm gut. Von Symptomen ist bislang keine Rede. Am Mittwochnachmittag hatte das Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass Jens Spahn positiv auf Corona getestet worden sei und sich in häusliche Quarantäne begebe. Er habe bislang nur Erkältungssymptome.
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

“Bild” kämpft mit internen Querelen wegen ihrer Berichterstattung über die US-Wahl.

Bild verzeichnet internen Widerstand gegen ihre amerikanische Wahlberichterstattung, schreibt Meedia. In internen Chats wirft ein Redakteur dem Blatt vor, betont "Anti-Mainstream" zu berichten und andere Perspektiven zu vernachlässigen. So seien einige seiner Texte wegen ihres Inhalts zurückgehalten worden. Anlass der Diskussion war ein Artikel zum TV-Duell, der Joe Biden besonders kritisch beäugte.
meedia.de (Paid)

Zitate-Ranking: “Spiegel” liegt erneut deutlich vorne, “NYT” verdrängt “Bild” von Platz 2.

Ney York Times verdrängt "Bild" in den ersten neun Monaten des Jahres von Platz 2 des Zitate-Rankings von Media-Tenor. "Bild" rutscht sogar auf Platz 4 hinter die "Financial Times" ab. Die Funke-Zeitungen klettern von Platz 18 auf Platz 11. An der Spitze steht mit deutlichem Abstand erneut der "Spiegel" mit 885 Zitaten - vor einem Jahr waren es noch 109 mehr.
kress.de

Gerhard Schröder droht “Bild” mit juristischen Schritten wegen Nawalny-Interview.

Vergiftete Stimmung: Altkanzler Gerhard Schröder will wegen Aussagen von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny juristisch gegen "Bild" vorgehen, kündigt er in einem Beitrag bei Linked-in an. Nawalny nennt Schröder im "Bild"-Interview "Laufbursche Putins" und sagt, er habe "keine Zweifel", dass Schröder von Putin "auch verdeckte Zahlungen" erhalte - jedoch habe er auch keinen Beleg dafür. Schröder nennt die Behauptung "falsch" und wirft "Bild" vor, die Aussagen verbreitet zu haben, ohne ihn um eine Stellungnahme zu bitten.
linkedin.com, dwdl.de, bild.de (Interview) via twitter.com

Zitat: Julian Reichelt sieht eine “wundervolle”, “unbegreifliche” Marktlücke für “Bild Live”.

"Wir sind live, wenn es passiert. Bei uns läuft nicht wie im rbb 'Kochen in Malaysia', wenn in Berlin Zehntausende demonstrieren und einige versuchen, den Reichstag zu stürmen. Das ist eine wundervolle Marktlücke. Dass es die in Deutschland gibt, ist mir allerdings unbegreiflich."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt sieht seine Truppe von "Bild Live" als "disruptive Kraft" und will einen "hübschen Anteil" des 4,5-Mrd-Werbekuchens für TV erhaschen. "Wo wir Wachstum sehen, investieren wir aggressiver als jeder andere, weil wir bedingungslos an die Marke 'Bild' und ihren Impact glauben", sagt Reichelt im Interview mit "kresspro".
kresspro, Nr. 7/2020 (Paid)

Hör-Tipp: Thomas Koch vermisst bei der “Bild” die “Stimme des Volkes”.

Hör-Tipp: Die "Bild" hatte als langjährige "Stimme des Volkes" und "Arbeiterblatt" eine "journalistische Rechtfertigung", inzwischen sei es Kampagnen-Journalismus, klagt Thomas Koch (Foto) im DWDL-Podcast Zwei Herren mit Hund mit Kai Blasberg. Nach dem Tele-5-Abgang meldet sich Blasberg erstmals aus seiner neuen Heimat Nordfriesland. Beim "Klickjournalismus" gehe es Springer nur noch ums Geldverdienen, sagt Koch.
dwdl.de (53-Min-Audio)

rtv packt Programm-Heft in weitere “Bild”-Regionalausgaben.

rtv legt sein Programmheft tvtv ab Oktober in mehr Regionalausgaben der "Bild": Hamburg, Hannover, Bremen, Saarland, Berlin-Brandenburg, Chemnitz und Dresden. In der Beilage stehen dafür künftig Hinweise auf "Bild Live"-Programme. Anfang 2019 war "tvtv" erstmals in Regionalausgaben des Boulevard-Blattes gelandet, u.a. in NRW, Leipzig und Thüringen.
per Mail, turi2.de (Background)

Presserat spricht Rügen gegen “Freizeit Spass”, “Bild” und “BZ” aus.

Presserat rügt "Freizeit Spass", "Bild" und "BZ": Burdas "Freizeit Spass" hat eine Geschichte über eine heimliche Tochter von Prinzessin Diana erfunden und die Fiktion nicht kenntlich gemacht. "Bild" habe einem Hongkonger Aktivisten ein falsches Zitat untergejubelt. Die "BZ" hat laut Presserat bei einem Anschlag auf ein Döner-Restaurant das Leid der Opfer ins Lächerliche gezogen.
sueddeutsche.de

Mathias Döpfner gibt Fehler der “Bild” in der Solingen-Berichterstattung zu.

Reue vom Chef: Springer-Boss Mathias Döpfner findet die Kritik an der "Bild"-Bericht­erstattung zum Mordfall in Solingen gerechtfertigt. "Wir haben den Schutz von Minder­jährigen in diesem Fall missachtet", sagt er. Döpfner fordert eine Debatte über Presse­freiheit und Persönlichkeits­rechte. Nach der Veröffentlichung von Chat-Nachrichten eines 11-jährigen Jungen durch RTL und "Bild" hatte es 160 Beschwerden beim Presserat gegeben.
sueddeutsche.de, welt.de (komplette Rede), turi2.de (Background)

Der Presserat rügt die “Bild” für ihren Bericht über Christian Drosten.


Sie hatten Besseres zu tun: Der Presserat rügt "Bild" für ihren Bericht über Christian Drosten, in dem das Boulevard-Blatt schrieb, eine Studie des Virologen zur Infektiosität von Kindern sei "grob falsch". Der Presserat teilt mit, er habe im Artikel mehrere schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht gefunden. So sei unter anderem die Formulierung, die Studie sei "grob falsch", von den zitierten Expertenmeinungen nicht gedeckt. Außerdem erwähne der Beitrag nicht, dass es sich bei der Studie um eine Vorveröffentlichung handle. Der Presserat bemängelt zudem, "Bild" habe unsauber zitiert. Auch zur Frist von nur einer Stunde, die "Bild" Drosten für eine Stellungnahme eingeräumt hatte, bezieht der Presserat Stellung und sagt, diese Zeitspanne sei zu kurz gewesen.

Springer reagiert gelassen auf die Rüge und sieht sieht keinen Grund, die Berichterstattung zu revidieren. Der Verlag teilt in einem Statement mit: "Die wie immer zu erwartende Kommentierung des Presserates nehmen wir zur Kenntnis. Der Kern der Berichterstattung von 'Bild' zu der Studie, die große gesellschaftliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unserem Land hatte, bleibt davon unberührt."

Im Mai hatte das Springer-Blatt mit einer Reihe an kritischen Berichten zum bekannten Virologen und dessen Studien für Aufsehen gesorgt. Dabei nutze "Bild" mehrere Wissenschaftler als vermeintliche Kronzeugen, die sich im Anschluss von der Art der Berichterstattung distanzierten. Drosten selbst hatte die "Bild" vehement für ihren Umgang mit ihm kritisiert.
spiegel.de, presserat.de, turi2.de (Background)

Meinung: “Bild”-Bashing bedient alte Reflexe.

bildlogo"Bild"-Bashing aus Prinzip: Bei der Kritik an der Veröffentlichung von WhatsApp-Chats eines Jungen im Zusammenhang mit dem Familien-Drama in Solingen schwingen "ganz alte Reflexe" mit, schreibt Alexander Kissler in der "NZZ". Die Einordnung in Gut und Böse begradige die "unübersichtlich gewordene welt­anschauliche Front für einen Moment". Hinzu komme, dass "Bild" unter Julian Reichelt wieder politischer geworden ist und damit von Mitbewerbern "wieder ernst genommen und angegriffen" werde.
nzz.ch

“Bild” verspricht Plus-Kund*innen Bevorzugung bei “Bild kämpft für Sie”.

Bild führt ein neues Argument für ihr Plus-Abo an und verspricht den Nutzer*innen, priorisiert bei "Bild kämpft für Sie!" behandelt zu werden. In der Rubrik vermittelt das Blatt bei Streit mit zum Beispiel Behörden oder Versicherungen. Laut eigenen Angaben werden sich täglich "mehrere Hundert" Leser*innen mit Anliegen an die "Bild".
bild.de (Paid)

“Standard”: Presserat zählt 160 Beschwerden gegen Solingen-Berichterstattung.

Presserat meldet bis Dienstagmittag 160 Beschwerden gegen die Berichterstattung über die fünf toten Kinder in Solingen, schreibt der "Standard" aus Wien. Demnach steht vor allem Springers "Bild" in der Kritik. Ihr wird u.a. der Verstoß gegen Ziffer 4.2 des Kodex vorgeworfen, Fehlende Zurückhaltung bei "schutzbedürftigen Personen". Zunächst hatte RTL, später auch "Bild" aus einem WhatsApp-Chat mit einem Freund des überlebenden sechsten Kindes zitiert, RTL hatte den Freund auch interviewt und seinen vollen Namen genannt. Beide Medien nennen die Berichterstattung einen Fehler, wobei "Bild"-Chef Julian Reichelt sich zusätzlich wortreich rechtfertigt.
standard.at

Zitat: Julian Reichelt über die “Bild”-Entscheidung im Fall Solingen.

"Auch die Ermittlungsbehörden waren der Meinung, dass es der Erhellung dieses Falls und im öffentlichen Interesse angemessen ist, daraus zu zitieren."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt rechtfertigt die Berichterstattung seiner Zeitung im Mordfall Solingen damit, die Redaktion sei "zu einer ähnlichen Einschätzung wie die Ermittlungsbehörden gekommen" - deren Verantwortung der des Pressekodex "ähnelt und ähneln sollte".
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Zitat: “Bild”-Bericht über Solingen ist ein Fall für den Presserat, sagt Ulrike Simon.

"Die Mutter ist ein Fall fürs Jugendamt, 'Bild' ist einer für den Presserat."

Für Medienjournalistin Ulrike Simon zeugt die Erklärung von Julian Reichelt, RTL habe zuerst über den WhatsApp-Chat zwischen dem überlebenden Sohn aus Solingen und dessen von der Mutter begleiteten Schulfreund berichtet, von "sittlicher Unreife". "Bild" hat den umstrittenen Beitrag inzwischen von der Seite genommen.
horizont.net, turi2.de (Background), medieninsider.com (Reichelt-Mail im Wortlaut, Paid)

Meinung: Die Recherchen der “Bild” im Solinger Mordfall sind eine “Schande”.

Bild schreckt im Solinger Mordfall nicht davor zurück, aus Telefon-Nachrichten eines elfjährigen Jungen zu zitieren, was eine "Schande" für den Journalismus sei, klagt Tanjev Schultz, Professor an der Universität Mainz, bei T-Online. Wenn Redaktionen "immer neuen Sensationsstoff" erwarteten, "werden sie entsprechend beliefert". Die "Bild" hatte eine RTL-Geschichte übernommen und "sehr schnell wieder runtergenommen", um den Jungen nicht weiter identifizierbar zu machen, sagt Springer.
t-online.de , turi2 - eigene Infos