“Bild” wirft dem Jugendformat “STRG_F” Stimmungsmache gegen Israel vor.

Impf-Irritation: Die "Bild" wirft dem Funk-Format STRG_F Stimmungsmache gegen Israel vor. STRG_F hatte vor zwei Tagen eine Reportage veröffentlicht, in der es heißt: "Israel geimpft, Palästina leidet!" Dadurch entstehe der Eindruck, Israel würde Palästinenserinnen den Zugang zu Impfstoffen verweigern oder erschweren. Der Impfstoffmangel in Palästina liege allerdings an der zuständigen Autonomiebehörde, die aufgrund von Geldmangel nicht genügend Dosen kaufen konnte.
bild.de, youtube.com (33-Min-Reportage)

Head of Social Media Mathias Richter verlässt “Bild” schon wieder.

Bild und Mathias Richter, seit Dezember Head of Social Media, gehen schon wieder getrennte Wege. Via Linked-in verkündet er sein Ausscheiden teilt mit, er sei auf der Suche nach "einem Job, in dem ich wirklich was bewegen kann und darf". Richter kam Ende 2020 von der ProSiebenSat.1-Tochter Studio 71 zu Springer.
linkedin.com via medieninsider.com, turi2.de (Background)

Linda Zervakis widerspricht “Bild”-Bericht über Zerwürfnis mit dem NDR.

Alles in Butter? Moderatorin Linda Zervakis widerspricht einem "Bild"-Bericht, wonach es ein Zerwürfnis zwischen ihr und dem NDR gegeben habe. "Es gibt kein Zerwürfnis", das habe ihr Management auch "Bild" mitgeteilt, schreibt Zervakis bei Instagram. Am Montag hatte sie ihre letzte "Tagesschau" in der ARD und wechselt zu ProSieben.
instagram.com, turi2.de (Background)

“Bild” berichtet von Linda Zervakis “Bruch” mit der “Tagesschau”, NDR und Zervakis dementieren.

Tages-Streit: Vor dem Ausstieg von Ex-"Tagesschau"-Moderatorin Linda Zervakis soll es Streit gegeben haben, schreibt die "Bild". Zervakis habe demnach zum Jahreswechsel bei NDR-Programmdirektor Frank Beckmann ein Sendungskonzept eingereicht, darauf aber keine Reaktion erhalten. Beckmann habe sich erst wegen eines Versprechers in der Sendung bei ihr gemeldet, woraufhin Zervakis laut "Bild" gekündigt haben soll. Eine NDR-Sprecherin sagt auf "Bild"-Nachfrage, dass kein "kein Zerwürfnis" gebe. Am Freitag teilt Zervakis via Instagram ebenfalls mit: "Es gibt kein Zerwürfnis", das habe ihr Management "Bild" auch mitgeteilt.
bild.de (Paid), turi2.de (Widerspruch Zervakis)

Ergänzung 30.04.2021: Wir haben das Dementi von Linda Zervakis nachträglich in den Beitrag eingefügt.

Medieninsider: Georg Altrogge macht für “Bild” künfitg Medienberichterstattung.

Bild verpflichtet Georg Altrogge, 59, ab Mai als Chefkorrespondent für Medienberichterstattung, schreibt Medieninsider. Die Position ist in das Ressort Politik und Wirtschaft eingegliedert, Altrogge untersteht aber direkt den Chefredakteurinnen Julian Reichelt und Alexandra Würzbach. Der Gründungschefredakteur und langjährige Geschäftsführer von Meedia hatte den Branchendienst 2019 verlassen.
medieninsider.com, turi2.de (Background)

“Bild” widerspricht Vorwürfen, Journalistinnen mit Stasi-Unterlagen ausgeforscht zu haben.

bildlogoBild: Das Investigativ-Ressort widerspricht der Darstellung von Marcus Engert, die Stasi-Unterlagenbehörde habe der Zeitung geholfen 164 Personen "auszuforschen". "Es wurden rechtskonform Unterlagen zu 15 Personen herausgegeben, weil diese sie als MfS-Mitarbeiter dokumentieren", schreibt das Ressort auf Twitter und hängt eine Stellungnahme der Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen an. Engert widerspricht und schreibt u.a., dass der entsprechende Antrag gar nicht hätte bearbeitet werden dürfen. Dafür bezieht er sich auf eine "juristische Prüfung aus der Behörde".
twitter.com (Bild), twitter.com (Engert), turi2.de (Background)

Springer ernennt Claudius Senst zum CEO von “Bild” und “Welt”.


Neue Welt-Ordnung: Springer schafft für die "Welt"- und "Bild"-Gruppe die neue Position eines CEO und besetzt sie mit Claudius Senst. In der neuen Rolle soll Senst den gesamten Publishing-Bereich der beiden Markengruppen verantworten. Er berichtet direkt an Vorstand Jan Bayer. Laut Springer soll er den Fokus dabei auf weiteres Wachstum legen. Bei der "Bild" werden mit der Berufung von Senst künftig auch wieder die kaufmännische und die redaktionelle Verantwortung getrennt, schreibt Ulrike Simon: Alexandra Würzbach und Julian Reichelt geben die Geschäftsführung spätestens zum 1. Juli wieder ab.

Senst kehrt damit zu Springer zurück, wo er 2013 als Vorstandsreferent begonnen hat und ab 2016 in den USA die Beteiligungen mit verantwortet hat. Seit 2017 ist er bei der Springer-Tochter Insider, zunächst als Abo-Chef, seit 2020 als Operativ-Chef. Auch künftig wird er als Mitglied des Board of Directors weiter für Insider tätig sein.
axelspringer.com, horizont.de (Paid)

“Bild” wirft dem “Spiegel” bei DFB-Enthüllungen ein “seltsames Doppelspiel” vor.


Gemeinsame Freunde: "Bild" nimmt die Recherchen des "Spiegel" "zum Themenkreis 'Sommermärchen'" ins Visier und berichtet über geschäftliche Verbindungen des Nachrichten-Magazins mit dem Medienberater Kurt Diekmann, der laut "Bild" zeitweise auch in Diensten des DFB gestanden haben soll. Das Springer-Blatt zitiert aus E-Mails zwischen "Spiegel"-Redakteuren und dem Berater sowie aus Rechnungen, die der "Spiegel" Diekmann bezahlt haben soll, und fragt: "Zahlte der 'Spiegel' Honorar an einen Medienberater, als dieser auch für den DFB tätig war?" Eine konkrete Antwort bleibt "Bild" schuldig, deutet aber an, dass in der Zeit als Diekmann für den DFB tätig war, "auch immer wieder DFB-freundliche Artikel" im "Spiegel" erschienen seien – "in der Folge des seltsamen Doppelspiels". "Bild" zitiert aus einem "Spiegel"-Statement in der Sache: "Der 'Spiegel' hat von 2016 bis Mai 2019 mit Herrn Diekmann zusammengearbeitet." Die Zusammenarbeit sei beendet, 2020 seien keine Rechnungen mehr beglichen worden.

Im April 2019 musste der damalige DFB-Chef Reinhard Grindel zurücktreten, weil er im Amt eine Luxus-Uhr geschenkt bekommen, den Wert aber nicht angegeben hatte. Zuvor hatte der “Spiegel” bereits verschwiegene Zusatzeinnahmen in Höhe von 78.000 Euro berichtet, die er ebenfalls nicht angegeben haben soll.
bild.de

“Bild” schießt gegen Baerbock.


Abteilung Attacke: Bild" nimmt Annalena Baerbock ins Visier. Lydia Rosenfelder und Michael Sauerbier schießen in ihrem Porträt scharfe Spitzen gegen die Grünen-Kanzlerkandidatin – verpackt in blumige Bilder. Die frühere Trampolin-Springerin sei "bereit für einen Sprung". Dass sie "für die Macht große Kompromisse" mache, wollen sie im Landesverband Brandenburg gehört haben. Passenderweise holen die Autorinnen einen Korruptionsskandal aus ihrer Zeit als Landeschefin heraus, den sie "unbeschadet" überstanden hat, und weisen darauf hin, dass Baerbock ihre Doktor-Arbeit nicht beendet hat.

Natürlich entdeckt "Bild" bei der Kandidatin auch "optisch eine Metamorphose" und weist auf "Lederjacke und hohe Absätze, knallrote Kleider" hin – und darauf, dass Baerbocks Ehemann sich nun um die beiden Kinder im Grundschulalter kümmern müsse. Insgesamt eine klare Kampfansage. Das aktuelle Stimmungsbild von Forsa spricht eine andere Sprache: Die Grünen legen um 5 % auf 28 % zu, die CDU verliert nach der Laschet-Ankündigung 7 % und fällt auf 21 %.
bild.de (Paid), faz.net (Forsa)

Mitarbeit: Markus Trantow

Moritz Tschermak und Mats Schönauer vom Bildblog schreiben Buch über die “Bild”.

Bildbashing: Moritz Tschermak (Foto) und Mats Schönauer vom Bildblog veröffentlichen im Mai das Buch Wie 'Bild' mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet. Sie haben dafür "mit Betroffenen und Opfern der 'Bild'-Berichterstattung" sowie aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen gesprochen. Sie wollen zeigen "wie die 'Bild'-Medien systematisch Ängste schüren".
bildblog.de

Meinung: Der TV-Start von Bild Live kommt zur richtigen Zeit.

Bild Live kommt zur richtigen Zeit, schreibt David Hein. Der geplante Start des Boulevard-Bewegtbilds im Herbst dürfte dank Corona-Pandemie und Bundestagswahl auf breites Interesse stoßen. Spannend findet Hein die Frage, wie sich "Bild" und "Welt" im TV-Markt voneinander abgrenzen wollen: Er vermutet, die "Bild" dürfte auch auf dem Fernsehschirm "lauter und krawalliger daherkommen".
"Horizont" 15/2021, S. 3 (Paid), turi2.de (Background)

Julia Höpfner wird Mitglied der Chefredaktion der “Bild am Sonntag”.

Bild am Sonntag macht Julia Höpfner, 43, zum Mitglied der Chefredaktion, berichtet Medieninsider. Sie übernimmt die Aufgaben von Christoph Hülskötter, bisher Vize-Chefredakteur. Er hat das Blatt verlassen, nachdem er sich mit "BamS"-Chefredakteurin Alexandra Würzbach "überworfen" habe. Höpfner arbeitet seit 2006 bei "Bild", seit 2019 ist sie Nachrichtenchefin.
medieninsider.com

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, Julia Höpfner werde stellvertretende Chefredakteurin. Das ist falsch.

Zitate-Ranking: “Bild” springt im 1. Quartal wieder vor die “New York Times”.

Bild verdrängt die "New York Times": Im Zitate-Ranking von Media Tenor steht "Bild" im 1. Quartal 2021 mit 232 Zitaten auf Platz 2 hinter dem "Spiegel", der 328 Mal zitiert wurde. Die "NYT", im Gesamtjahr 2020 auf Platz 2 hinter dem "Spiegel", aber vor "Bild", fällt zwischen Januar und März mit 189 Zitaten auf Platz 3.
kress.de

Julian Reichelt geht gegen den “Spiegel” vor.

Spiegel-Bild: Julian Reichelt wehrt sich presserechtlich gegen die "Spiegel"-Berichterstattung über sich, schreibt Gregory Lipinski. Beim "Spiegel" sei eine Abmahnung eingegangen. Über Details äußern sich die Beteiligten nicht. Reichelt moniert wohl vor allem, vor der Veröffentlichung des Beitrags "Vögeln, fördern, feuern" nicht zu den Vorwürfen befragt worden zu sein. Der "Spiegel" hält die Vorwürfe für unbegründet und hat die Abmahnung abgewiesen.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Springer bringt Bild Live ins Free-TV.


Bild dir deinen TV-Sender: Springer geht mit seinem Bewegtbild-Angebot von "Bild" den nächsten Schritt und bringt die Marke als neuen TV-Sender auch ins klassische Fernsehen. Geplant sind zunächst jeweils etwas sechs Stunden Live-Programm am Vormittag. Die übrige Sendezeit will Springer mit "Dokumentationen, Reportagen und weiteren Formaten" füllen, hier bei Bedarf aber jederzeit in eine Liveberichterstattung wechseln. "Bild" wird über Kabel, Satellit und Internet-TV als Free-TV-Kanal empfangbar sein. Der Sendestart steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Erteilung einer Sendelizenz durch die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg. Ziel ist, den Sender noch vor der Bundestagswahl an den Start zu bringen. Programmchef des Senders wird Claus Strunz.

Strunz sagt: "Unser Anspruch ist: Wann immer etwas passiert, das unsere Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt, ist 'Bild' live dabei". "Bild"-Chef Julian Reichelt sagt: "Wir wollen Fernsehen machen, das Menschen nicht belehrt, sondern zeigt, was ist. Das Menschen eine Stimme gibt und ihnen aus der Seele spricht". Der neue Sender ergänzt das bisherige TV-Angebot von Springer, bestehend aus den Sendern Welt und N24 Doku. Alle drei Kanäle bündelt Springer in einer neuen Unit der WeltN24 GmbH unter der Leitung von Frank Hoffmann. Die Live-Schiene des neuen Senders Bild will Springer künftig parallel auch bei N24 Doku zeigen.
axelspringer.com, dwdl.de

Döpfner und Reichelt entschuldigen sich bei “Bild”-Belegschaft.

Doppel-Sorry: Mathias Döpfner entschuldigt sich bei der "Bild"-Belegschaft für die "unglücklich formulierte" Pressemitteilung zum Abschluss des Compliance-Verfahrens. Marvin Schade von Medieninsider zitiert aus einer Video-Schalte mit Döpfner, Julian Reichelt, Jan Bayer, Stephanie Caspar und Reichelts neuer Co-Chefin Alexandra Würzbach. Döpfner habe nicht so klingen wollen, als würden für Führungskräfte andere Regeln gelten. Dennoch betont er erneut "die publizistische Rolle" Reichelts als "extrem richtig und extrem wichtig für dieses Land." Reichelt selbst meldet sich in der Schalte mit einem 10-minütigen, schriftlich vorbereiteten Statement zu Wort. Er bedauere u.a. die Vermischung von Privatem und Beruflichem.
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Julian Reichelt muss sein ruppiges Verhalten zügeln.

Bild: Chefredakteur Julian Reichelt muss nach dem Compliance-Verfahren "sein ruppiges Verhalten und den Hang zum Niederargumentieren anderer zügeln", schreibt Ulrike Simon. Vor allem die Berufung von Alexandra Würzbach als gleichberechtigte Chefredakteurin und Sprecherin der "Bild"-Geschäftsführung soll Reichelts Macht "eindämmen". Der "Spiegel" urteilt, Reichelt gehe "beschädigt" aus den Ermittlungen hervor – mit einer "Aufpasserin an seiner Seite".
horizont.net (Paid), spiegel.de (Paid)

Springer: Julian Reichelt bleibt “Bild”-Chef, Alexandra Würzbach wird ihm gleichberechtigt zur Seite gestellt.


Freispruch für Reichelt: Julian Reichelt bleibt Chef der "Bild", teilt Springer mit. Der Vorstand habe auf Basis des Untersuchungsbericht des Compliance-Verfahrens beschlossen, "dass Julian Reichelt seine Arbeit fortsetzt und die am 12. März 2021 auf Wunsch von Julian Reichelt erfolgte Freistellung mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird". Gleichzeitig stellt "Bild" seine Führung neu auf. Alexandra Würzbach, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" und während Reichels Freistellung Interims-Chefin, wird gleichberechtigte Vorsitzende der "Bild"-Chefredaktionen. In der neuen Position soll sie sich schwerpunktmäßig um "das übergreifende Personal- und Redaktionsmanagement" kümmern – also explizit den Bereich, in dem es Kritik an Reichelt gab. Auch die "Bild am Sonntag" verantwortet sie weiter. Reichelt hingegen soll seine Schwerpunkte künftig auf die "Bild" in Bewegtbild, Digitalformaten und Print legen. Zu den gegen Reichelt erhobenen Vorwürfen schreibt Springer: "Julian Reichelt hat die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen eingeräumt". Entgegen der in einigen Medien kolportierten Darstellung habe es keine Vorwürfe und auch im Untersuchungsverfahren keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung gegeben.

Springer-Chef Mathias Döpfner sagt: "Wir sind nach gründlicher Abwägung zur Überzeugung gelangt, dass es richtig ist, dass Julian Reichelt nun in einer Doppelspitze mit Alexandra Würzbach seine Arbeit fortsetzen kann. Er hat Fehler gemacht." Eine Trennung wäre aber "unangemessen" gewesen. Döpfner sagt: "Auch wenn es keinen rechtlichen Handlungsbedarf gibt, besteht Änderungsbedarf bei der Führungskultur in der Redaktion." Julian Reichelt selbst lässt sich zitieren mit den Worten: "Ich weiß, ich habe im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen Fehler gemacht und kann und will das nicht schönreden. Was ich mir vor allem vorwerfe ist, dass ich Menschen, für die ich verantwortlich bin, verletzt habe. Das tut mir sehr leid." Er sei froh, wieder in die Redaktion zurückkehren zu können und wolle künftig gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern "eine neue Unternehmenskultur" schaffen.
axelspringer.com,
spiegel.de, faz.net, tagesschau.de, taz.de, turi2.de (Background)

Meinung: Berichterstattung über Julian Reichelt ist “bisher geradezu sanftmütig”.

Causa Reichelt: Die Berichterstattung über die vermeintlichen Fehltritte von Julian Reichelt sind "verglichen mit boulevardesken Maßstäben" bisher "geradezu sanftmütig", urteilt Markus Wiegand. Der "Kress Pro"-Chefredakteur fragt sich, wie "Bild" über den eigenen Chefredakteur berichten würde, genügend "süffige Details aus dem Innenleben der Boulevardzeitung gäbe es "reihenweise". Dass Reichelt "seit Jahren insgesamt ein problematisches Führungsverhalten" zeige, werde wohl auch deshalb bisher wenig diskutiert, weil "Bild" ihre "Mitarbeiter ungewöhnlich gut entlohnt".
"Kress Pro" 2/2021, S. 56-57 (Paid), kress.de (Editorial zum Thema)

Lese-Tipp: Anne Fromm überlegt, was bei der “Bild” nach Reichelt kommen könnte.

Lese-Tipp: "Dass der Posten von Julian Reichelt dieses Mal so wackelt, liegt am Zeitgeist", schreibt Anne Fromm und überlegt, was ein mögliches Ende der Ära Reichelt für die "Bild" bedeuten würde – vor allem, da es mit dem Ende von Merkels Kanzlerinnenschaft zusammenfallen könne. Reichelt habe die "Bild" wieder zum "Kampfblatt" gemacht, gleichzeitig aber enge Beziehungen in höchste Regierungskreise gepflegt.
taz.de, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Alexandra Würzbach.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Alexandra Würzbach lenkt als "Bild am Sonntag"-Chefredakteurin und temporäre Reichelt-Vertreterin Deutschlands dickstes Boulevard-Schiff. Würzbach ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Florian Hager, Ralf Dümmel und Eva Schulz.
turi2.de/koepfe (Profil Würzbach)

Clubhouse-Tipp: Reporterfabrik und turi2 fragen: “Wie ist es, für ‘Bild’ zu arbeiten”?

bildlogoClubhouse-Tipp: Zur gemeinsamen Gesprächsreihe
"Redaktions-Check" laden die Reporterfabrik und turi2 ein. Thema des ersten gemeinsamen Events am Freitag um 17 Uhr: "Wie ist es, die 'Bild' zu machen?" Moderiert von Cordt Schnibben und Tess Kadiri diskutieren u.a. Günter Wallraff, Miriam Hollstein, Daniel Bouhs, Hatice Akyün, Georg Streiter, Pia Siber und Uwe Vorkötter.
joinclubhouse.com (Kalenderlink), turi2.de/clubraum (Gesamtprogramm turi2)

Julian Reichelt spricht über Missbrauchsvorwürfe – Springer plant Reform der Arbeitskultur.


Zeit zum Reden: Julian Reichelt lädt die "Zeit"-Autorinnen Cathrin Gilbert, Hannah Knuth und Holger Stark in sein Büro im Springer-Hochhaus und äußert sich öffentlich zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn. Reichelt sagt, dass er sich erstmals im Leben einen Anwalt genommen hat und eine eidesstattliche Versicherung aufsetzen lässt, in der er erklärt, seine Macht niemals gegenüber Mitarbeiterinnen missbraucht zu haben. Die Autorinnen schildern, dass Reichelt das Gespräch mit ihnen ohne Verstärkung durch Konzernsprecher und Kollegen führt – sie müssen den Raum vor dem Gespräch verlassen – und bisweilen "mitgenommen" wirkt. Reichelt wisse, dass er als "Bild"-Chef vielen Menschen weh getan habe, "auch intern". Die Autorinnen zitieren ihn mit den Worten: "Das ist jetzt richtig spannend, oder?"

Der Springer-Vorstand lasse sich regelmäßig über den Fortgang der Untersuchungen gegen Reichelt informieren. Zwar ließen sich die Vorwürfe gegen Reichelt bisher "weder be- noch widerlegen", einige Frauen hätten aber "belastende Indizien vorgelegt". Ein Vertrauter Reichelts soll "mindestens eine der betroffenen Frauen subtil unter Druck gesetzt" haben. Die Autorinnen schildern aber auch ein Telefonat Reichelts mit einer Frau, die zu den Vorwürfen befragt werden soll. Der "Bild"-Chef halte sie an, die Wahrheit zu sagen, auch über seine nicht so netten Charakterzüge – "bloß nichts weglassen."

Springer denke über einen Neustart "für den Tag nach Abschluss des Verfahrens" nach, egal ob Reichelt dann noch an Bord sei, oder nicht. Es solle eine "offene, auch schmerzhafte Diskussion über eine bessere Unternehmenskultur" bei der Zeitung geben. Zudem würden bereits Nachfolgerinnen gehandelt, darunter Interims-Chefin Alexandra Würzbach, der frühere "Bild am Sonntag"-Chef Claus Strunz und Gabor Steingart, an dessen Startup Media Pioneer Springer beteiligt ist.
zeit.de (Paid), kress.de (Zusammenfassung)

“NZZ”: Reichelt wehrt sich juristisch gegen “Spiegel”.

Konter: Julian Reichelt geht presserechtlich gegen den "Spiegel" vor, berichtet "NZZ"-Deutschland-Chef Marc Felix Serrao unter Berufung auf Reichelts Umfeld. Der Vorwurf: Das Magazin habe den aktuell beurlaubten "Bild"-Chef nicht mit den Anschuldigungen gegen ihn konfrontiert und eine unzulässige Form der Verdachtsberichterstattung betrieben. Serrao hatte zuletzt selbst die Arbeit des "Spiegels" kritisiert.
nzz.ch via kress.de, turi2.de (Background)

Compliance-Verfahren bei “Bild”: Stuckrad-Barre spielt wichtige Rolle.

Reichelt-Vorwürfe: Benjamin von Stuckrad-Barre (Foto) ist "ein maßgeblicher Hinweisgeber im Compliance-Verfahren", schreibt Ulrike Simon. Vor neun Monaten habe er Reichelt und Mathias Döpfner eine Image-Kampagne für die "Bild" unterbreitet, die abgelehnt wurde. Allerdings müsse dem "Bild"-Chef von heute klar sein, dass die Zeiten sich geändert haben. Sollte die "Bild" sich von Reichelt trennen, brauche sie eine Führung, die gleichermaßen print-, digital- und TV-affin ist.
horizont.net (Paid)

Springer stellt Julian Reichelt auf dessen Bitte hin frei.


Freigestellt: Springer entbindet "Bild"-Chef Julian Reichelt bis auf Weiteres von seinen Aufgaben. Das teilt der Verlag mit. Die Freistellung erfolge auf Bitte von Reichelt, "um eine ungestörte Aufklärung sicherzustellen und die Arbeit der Redaktion nicht weiter zu belasten". Die Redaktion übernimmt zunächst Alexandra Würzbach, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag". T-Online und der "Spiegel" zitieren aus einer Stellungnahme von Reichelt in einem Slack-Kanal zu den Vorwürfen gegen ihn: "Die Vorwürfe sind falsch. Ich werde mich gegen die wehren, die mich vernichten wollen, weil ihnen 'Bild' und alles, wofür wir stehen, nicht gefällt. Die über mich schreiben, ohne mich vorher anzuhören, weil meine Antworten ihnen noch nie gepasst haben." Seine Freistellung solle "dazu beizutragen, unangreifbare Aufklärung zu betreiben". Reichelt schreibt dazu: "Ich habe immer alles dafür getan, dass es 'Bild', dass es uns gut geht und das tue ich auch heute, auch wenn es mir unendlich schwerfällt."

Springer betont, dass die Untersuchungen gegen Reichelt noch nicht abgeschlossen sind und schreibt in der Stellungnahme: "Wenn aus Hinweisen Beweise werden, handelt der Vorstand. Diese Beweise gibt es bisher nicht." Gegen den "Bild"-Chef läuft derzeit ein Compliance-Verfahren, weil ihm mehrere Mitarbeiterinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen u.a. Machtmissbrauch und das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen vorwerfen. Am Freitag hatte der "Spiegel" berichtet, dass mehrere potenzielle Zeuginnen im Verfahren auf Raten ihrer Anwältinnen nicht aussagen wollen, solange Reichelt nicht freigestellt ist.
axelspringer.com, t-online.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Causa Reichelt: “NZZ” wirft “Spiegel” und “Tagesspiegel” “feucht-fröhliche Spekulationen” vor.


Alles ganz anders? Im Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt springt die Schweizer "NZZ" dem "Bild"-Chefredakteur zur Seite. Das Blatt kritisiert vor allem "Spiegel" und "Tagesspiegel". Die vom Hamburger Nachrichtenmagazin zitierte Formulierung "vögeln, fördern, feuern" habe keiner je gehört. Die "NZZ"-Autoren Alexander Kissler und Marc Felix Serrao vermuten stattdessen, die "Spiegel"-Kolleginnen seien "einfach nur ihrem Sujet verfallen". Sie werfen ihnen fehlende Faktentreue vor, "Hauptsache, es trifft den Richtigen". "Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt sei mit seinem "Drehbuch" über die Geschehnisse bei "Bild" nur deswegen auf der "sicheren Seite", weil er "sein Geraune als Fiktion darstellte".

Kissler und Serrao zitieren vor allem anonym: Es gebe keinen Machtmissbrauch, es geht "nur um Leistung". Allein die frühere "Bild"-Frau Anna von Bayern kommt mit Klarnamen zu Wort, auch sie spricht für Reichelt: "Ich habe nie erlebt, dass er seine Macht gegenüber Mitarbeiterinnen missbraucht hätte." Auf die Frage, wer hinter den Vorwürfen stecken könnte, antwortet sie: "Julian hat viele Feinde."
nzz.ch (nach Anmeldung frei)

“Bild”: Amazon stoppt Verkauf von RT-Enthüllungsbuch.

Amazon hat das Buch "Inside RT Deutsch" nach nur vier Tagen aus seinem Sortiment genommen, meldet "Bild". Der Online-Händler habe den Verkauf "ausgesetzt", weil man sich "nicht an Auseinandersetzungen zwischen Dritten" beteiligen wolle. Ex-RT-Reporter Daniel Lange berichtet darin u.a. über Verbindungen von RT Deutsch zu Rechtsextremen. Der russische Staats-Sender habe eine Frankfurter Anwaltskanzlei damit beauftragt, den Handel mit dem Buch zu stoppen.
bild.de

“Spiegel”: “Bild”-Mitarbeiterinnen trauen sich nicht, im Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt auszusagen.


Vögeln, fördern, feuern: Etliche Mitarbeiterinnen bei "Bild" gehen davon aus, dass das Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt ohne Konsequenzen bleibt – nicht jedoch wegen dessen Unschuld, sondern mangels Beweisen, schreibt der "Spiegel". Einige der möglichen Zeuginnen hätten sich inzwischen Anwältinnen genommen, die "zum Teil davor warnen, die Compliance-Profis mit Infos zu versorgen, solange Reichelt nicht mindestens beurlaubt oder freigestellt ist". Viele Frauen wollen sich aus Angst vor Konsequenzen nur anonym äußern. Auf eine betroffene Frau soll von einem Reichelt-Getreuen aus der "Bild"-Führung sogar Druck ausgeübt worden sein. "Reichelt, so scheint es, hat in der Redaktion eine Kultur der Angst geschaffen, die es nun schwer macht, die Fälle aufzuklären", bilanziert der "Spiegel". Mehrere Mitarbeiterinnen, die nicht mit Reichelts Methoden einverstanden waren, hätten lieber "versehen mit Geld und einer Verschwiegenheitserklärung" das Haus verlassen, als gegen den "Bild"-Chef vorzugehen. Intern werde sein Verhalten als "Vögeln, fördern, feuern" beschrieben.

Der "Spiegel" berichtet zudem, dass Springer in der Vergangenheit bereits mehrfach Beschwerden nicht weiter verfolgt hat, da sie nicht explizit genug waren und meist anonym erfolgt seien. 2020 habe es zudem bereits ein Compliance-Verfahren gegeben, weil Reichelt eine PR-Agentur mit Aufträgen versorgt haben soll, während er mit einer Mitarbeiterin eine Beziehung hatte. Springer hat den Fall als unproblematisch eingestuft. Ein Artikel des "Handelsblatts" zum Thema erschien nicht, weil Reichelt auf seine Privatsphäre gepocht hat.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Tanjev Schultz sieht die “Bild” auch abseits der aktuellen Vorwürfe als “problematisch”.

"Man braucht die aktuellen Vorgänge nicht, um die Bild-Zeitung als problematisch einzustufen. Triumphgeheul verbietet sich."

Journalismus-Professor Tanjev Schultz sagt im Interview mit Bascha Mika, dass die Vorwürfe gegen "Bild"-Chef Julian Reichelt die Möglichkeit bieten, über einen "einen besseren, sauberen Boulevard-Journalismus" nachzudenken. Springer-Chef Mathias Döpfner habe Reichelt und "dessen Radau-Kurs" scheinbar immer mitgetragen und sei als CEO "mitverantwortlich".
fr.de, turi2.de (Background)

Lydia Rosenfelder wechselt vom “Spiegel” zu “Bild”.

Bild wirbt Lydia Rosenfelder, 38, beim "Spiegel" ab und macht sie zur Leitenden Redakteurin im Ressort Politik / Wirtschaft. Rosenfelder arbeitet seit 2019 im "Spiegel"-Hauptstadtbüro, davor war sie zehn Jahre bei der "FAS". "'Bild' erfindet den Politik­journalismus neu" und gehe "einen innovativen Weg, den ich mitgestalten will", lässt sie sich zitieren.
kress.de

Meinung: Frauen fehlt der Rückhalt in der “Bild”-Redaktion.

Springer: Frauen fehlt der Rückhalt von oben in der "Bild"-Redaktion, kommentiert Christa Catharina Müller (Foto). Es liege an Springer-Chef Mathias Döpfner, für eine grundlegende Veränderung zu sorgen. Es reiche nicht, wenn er versuche, "Julian Reichelt zu halten oder ein Abzieh-Alphamännchen an seine Stelle zu setzen". Nur Döpfner könne dafür sorgen, dass bei "Bild" kein vergiftetes Klima mehr herrsche: Er habe die heutigen Verhältnisse "mit zu verantworten".
meedia.de, turi2.de (Background)

Reichelt-Verfahren: Ulrike Simon nennt Details, Mathias Döpfner warnt vor Vorverurteilung.


Laufende Untersuchung: Ulrike Simon nennt bei Horizont Online weitere Details zum Compliance-Verfahren gegen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt. Dem Vernehmen nach gehe es um den Vorwurf des Drogenmissbrauchs, den Reichelt bestreitet, und "um eine Reihe intimer, aber einvernehmlicher Beziehungen" zu Mitarbeiterinnen. Die Frauen werfen Reichelt offenbar vor, sie nach Beendigung der Beziehungen unfair behandelt oder gar gemobbt zu haben. Simon hört, dass die Vorwürfe zum Teil von ehemaligen "Bild"-Leuten kommen – Männern wie Frauen – es sei nicht auszuschließen, dass Eifersucht eine Rolle spiele. Zudem dokumentieren Horizont.net und DWDL.de eine Stellungnahme von Springer-Chef Mathias Döpfner und News-Media-Vorstand Jan Bayer aus dem Intranet im Wortlaut.

Reichelt widerspricht den Vorwürfen, u.a. in der Redaktionskonferenz am Dienstagmorgen, aus der der "Spiegel" zitiert. Der Tag sei nicht der erste in seinem Leben, an dem er nicht wisse, wie er ausgehe. Daher glaube er, er besitze "die nötige Gelassenheit, da mit erhobenem Kopf durchzugehen. Alles, was ich in meinem Leben getan habe, habe ich immer für diesen Laden getan und für die Leute hier".

In der Erklärung schreiben Döpfner und Bayer, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist: "Es liegt bislang kein Ergebnis vor, weder in die eine noch in die andere Richtung." Zwar solle "jeder ohne Angst" auf Missstände und Fehlverhalten hinweisen können, "wir werden aber keine Form der Vorverurteilung zulassen". Ulrike Simon rechnet damit, dass Ergebnisse der Untersuchung "bereits im Laufe dieser Woche" vorliegen könnten.
horizont.net (Paid), dwdl.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Aus Fakten Emotionen machen: Julian Reichelt im Bühnen-Talk mit Ulrike Simon. (02/2020)


Mitarbeit: Markus Trantow

Masken-Skandal: Nikolas Löbel legt sein Amt sofort nieder, Georg Nüßlein tritt aus der CSU aus.

Masken-Skandal: CDU-Politiker Nikolas Löbel legt sein Amt als Bundestagsabgeordneter nun doch mit sofortiger Wirkung nieder, berichtet die "Bild". Löbel hat für seine Vermittlung von Masken-Deals 250.000 Euro kassiert. Ursprünglich wollte er bis zum Ende der Legislaturperiode im Bundestag bleiben. Georg Nüßlein, ebenfalls erfolgreicher Masken-Mittler, tritt aufgrund der Affäre sofort aus der CSU aus.
bild.de, zeit.de, csu.de (Nüßlein), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jan Böhmermann knöpft sich den Profi-Fußball vor.

Video-Tipp: Jan Böhmermann nimmt im ZDF Magazin Royale den Profi-Fußball auseinander und ruft in Anlehnung an Studiogast Arnd Zeigler die Rubrik "Böhmis wunderbare Welt des Fußballs" ins Leben. Darin bekommt u.a. die "Bild"-Zeitung ihr Fett weg. Das Blatt sei hinter den Kulissen an den Lockerungs-Gesprächen im Frühjahr 2020 beteiligt gewesen: "Die 'Bild' sitzt nicht auf der Pressetribüne, sondern spielt auf dem Feld mit".
youtube.com (19-Min-Video) via br.de

Basta: Die “Bild” wirbt mit Angela-Merkel-Zitat.

MPK - mit freundlichen Grüßen: Die "Bild" wirbt mit Angela Merkel und dem ihr vom "Spiegel" aus der Ministerpräsidentenkonferenz am 12. Februar zugeschriebenem Zitat: "Steht ja schon alles in der 'Bild'". Ob der Kanzlerin angesichts der zuletzt scharfen Kritik des Blattes an der Corona-Politik daran viel Freude hat, darf bezweifelt werden. Aber immerhin scheinen zumindest einige ihrer Worte Gehör zu finden.
per Mail

Meinung: Die “Bild”empört sich in Anti-Regierungs-Kampagne über Polizeikräfte.

Kollateralschäden: Die "Bild" steht nicht mehr bedingungslos hinter der Polizei, beobachtet Boris Rosenkranz. Er betrachtet zwei Fälle, in denen das Springer-Blatt sehr einseitig über Polizei-Einsätze berichtet. Dadurch dienen sie als Beispiele für angeblich überzogenes Regierungshandeln in der Corona-Pandemie. Rosenkranz bilanziert: "Auf dem Anti-Regierungskurs, den das Blatt unter Chefredakteur Julian Reichelt fährt, müssen nun offensichtlich auch die dran glauben, die aus 'Bild'-Sicht den Regierenden allzu treu zu Diensten sind."
uebermedien.de

“Bild” zitiert Familienministerium in Artikel über “GNTM” ohne Zusammenhang.

Nicht ganz so nackte Tatsachen: Die "Bild" erweckt in einem Artikel über "Germany's next Topmodel" den Eindruck, das Familienministerium kritisiere eine Folge der Show, in der die Nachwuchs-Models freizügig über den Laufsteg schreiten. Die Zeitung zitiert das Ministerium: "Sexismus ist nichts, das wir einfach tolerieren oder ignorieren können. Gemeinsam müssen wir Sexismus ganz klar als das bezeichnen, was er ist: nämlich eine Form von Gewalt" – und lässt dessen nachfolgenden Hinweis, dass Rundfunk Ländersache ist, einfach weg.
dwdl.de

Video-Tipp: Walulis knöpft sich “Bild”-Chef Julian Reichelt vor.

Video-Tipp: Julian Reichelt hat die "Bild"-Redaktion zu "seiner Spezial-Einheit" gemacht und "eine Gruppe Lieblingsreporter" um sich geschart, sagt Philipp Walulis (Foto). Reichelt sei gedanklich immer noch Reporter im Kriegsgebiet, was sich auch am schroffen Umgang mit den Kolleg*innen zeige. Reichelt habe keine Skrupel, kleinste Details würden aufgebauscht. Tilt TV, eine Parodie auf Bild TV, zeigt, wie die "Bild" Reichelts Rauch-Rituale dramatisieren würde.
youtube.com (15-Min-Video)

Video-Tipp: Julian Reichelt baut Bild Live zur Bundestagswahl eine Magic Wall.

Video-Tipp: "Ich habe inzwischen das Gefühl, das achtmal chemisch gereinigte Print-Interview ist so gut wie tot in unserem Live-Zeitalter", sagt ein qualmender „Bild"-Chef Julian Reichelt mit hervorquellendem Brusthaar im Interview mit Daniel Bouhs. Bild Live brauche für eine "Reichweite, die Fernsehen auch wirtschaftlich attraktiv macht" andere Ausspielwege als die Website. Im letzten Jahr habe man "Fernsehen auf einer Plattform gemacht, die nicht für Fernsehen gemacht ist." Für das Wahljahr wolle Bild Live sich an der "Story-Telling-Art" der Magic Walls von CNN & Co orientieren. Deswegen hat "Bild" größere Wahlbefragungen als üblich in Auftrag gegeben.
youtube.com (36-Min-Video)

“Bild”-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß ist tot.

Mainhardt Graf von Nayhauß, 94, ist tot. Der Journalist ist am 29. Januar im Kreise seiner Familie verstorben. Besonders durch seine "Bild"-Kolumne "Bonn vertraulich" wurde er in den 80er Jahren sehr bekannt. Die "Bild" erinnert sich an einen "Kolumnisten-Giganten" und "großartigen Kollegen". Willi Winkler schreibt in der "Süddeutschen" anerkennend, Nayhauß habe "mehr zur Demokratisierung der Macht beigetragen als ganze Jahrgänge von Kisch- und Nannen-Preisträgern."
bild.de, spiegel.de, sueddeutsche.de

Clubhouse-Tipp: Kai Diekmann, Philipp Jessen und Peter Huth diskutieren.

Clubhouse-Tipp: unter dem Titel "Alte weiße Männer erzählen vom Krieg" laden am Sonntagabend Kai Diekmann (Foto) und Philipp Jessen von Storymachine sowie Springers Creative Director Peter Huth zur Gesprächsrunde auf Clubhouse. Los geht es um 18 Uhr. Spannend, ob Diekmann sich auch Fragen stellt zu seiner Rolle als Berater für Wirecard.
joinclubhouse.com, turi2.de (Background)