Vergleich: Bild Live sendet nach Newslage, Blick TV will eher Nachrichtensender sein.

Bewegt-Bild im Blick: Die Online-TV-Sender von "Bild" und "Blick" haben ähnliche Ziel, die Herangehensweise unterscheidet sich aber, vergleicht Ulrike Simon beide Angebote. Blick TV orientiert sich an klassischen News-Sendern und zeigt eine 15-minütige Nachrichten­schleife. Bild Live dagegen sendet live, wann immer es geboten ist, z.B. bei Breaking News. Talk-, Sport- und Service-Formate ergänzen das Programm.
horizont.net (Paid)

“Bild” verschenkt Corona-Sonderbeilage mit Millionenauflage.

Bild zieht die Corona-Zwischenbilanz und legt seinen Zeitungen in mehreren Metropolregionen eine Sonderausgabe "voller Zuversicht" bei. In einigen Gegenden wandern die Blätter direkt in die Briefkästen. Aufmacher ist ein Interview mit Wolfgang Schäuble, in dem er über seine Kindheit und über Krisenzeiten spricht. Außerdem nutzt "Bild" die Aktion für Werbung in eigener Sache und erklärt ganzseitig, wie "Bild Live" funktioniert.
axelspringer.com, bild.de (Schäuble-Interview, Paid)

Kai Diekmann kritisiert Polizei-Kolumne, will “taz” aber treu bleiben.

"Ich habe von Leuten gehört, die jetzt wegen der Polizisten-Kolumne wohl ihre Anteile zurückgegeben haben. Ich selbst würde das aber nicht tun."

Kai Diekmann, Storymachine-Aufseher und einstiger Bild-Frontmann, findet die Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah "einfach nur schlecht", die Zeitung insgesamt aber "geschmacklos gut". Deshalb werde er "taz"-Genosse bleiben.
cicero.de, turi2.de/koepfe (Profil Diekmann)

Mehmet Scholl wird fester Fußball-Experte für Bild TV.

Bild verpflichtet Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl nach seinem einmaligen Geister-Gastspiel als festen Spieler im Expertenteam für Live-Videos. Scholl analysiert in den kommenden zwei Jahren nach Abpfiff Spiele aus Bundesliga, Champions League und Pokal sowie Spiele der Europameisterschaften. Bis 2017 war Scholl als Experte für die ARD im Einsatz, ehe es zum Zerwürfnis kam, da Scholl nicht mit der kritischen Doping-Berichterstattung einverstanden war
axelspringer.com, turi2.de (Background)

“Bild”-Redakteur Morten Wenzek: “Snapchat ist definitiv nicht tot.”


Gelber Geist für die Gen Z: Im Video-Interview mit turi2.tv erklärt Morten Wenzek, Verantwortlicher Redakteur für Neue Plattformen und Social Media, was "Bild" auf dem vielfach totgesagten Videodienst Snapchat hält: Werbeeinnahmen und eine für die Medienmarke ansonsten nahezu ungekannte Zielgruppe. Erst kürzlich hätten sein Team und er eine Snapchat-Show über Corona auch für andere Inhalte geöffnet. Jetzt versuchten sie, die hinzugewonnenen jungen Leser*innen nicht mit "Promi- oder Sport-Content zu verschrecken". Obwohl der Kanal für die Boulevard-Zeitung "wertvoll" sei, um 13- bis 24-Jährige zu erreichen, mahnt Wenzek zu kritischer Distanz. Übrigens: Auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok produziert "Bild" aus dem traditionell China-kritischen Springer-Haus – anders als etwa die "Tagesschau" – erst gar keine Beiträge.

Im Video schlägt Wenzek außerdem vor, wie Redaktionen die neue 140-sekündige Sprachnachrichten-Funktion von Twitter für ihre Berichterstattung einsetzen könnten – und äußert sich zu Rezos Presse-Schelte. Weder Politik noch Journalismus dürften "junge Perspektiven" links liegen lassen und "aus ihrem Elfenbeinturm herab den gleichen Film abfahren, den sie schon immer machen", findet Wenzek. Auch wenn Journalist*innen stets hinterfragen sollten, was etwa Fridays for Future und andere junge Organisationen forderten: "Ich finde, Rezo hat einen guten Punkt."

Zum Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten will Wenzek nichts sagen. Die Auseinandersetzung hatte sich auch auf Twitter abgespielt.
turi2.tv (11-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Twitter-Sprachnachrichten), turi2.de (Bild vs. Drosten)

“Bild” stichelt gegen den “Spiegel”.

Bild interpretiert aus zwei Meinungs-Beiträgen im "Spiegel" einen Streit um die journalistischen Grundsätze des Magazins. "Spiegel"-Autor Philipp Oehmke (Foto) hatte sich in einem Text zur Entlassung des Meinungschefs der "NYT" für ein Ende des "Neutralitäts-Journalismus" ausgesprochen und mehr Haltung gefordert. Hauptstadt-Korrespondent Florian Gathmann widersprach und forderte, "so neutral wie möglich" zu sein. "Bild" lässt sich vom "Spiegel" versichern: "Augsteins Satz 'Sagen, was ist' leitet seit mehr als 70 Jahren unverändert den Journalismus dieses Hauses. Daran halten wir fest."
bild.de, spiegel.de (Oehmke, Paid), spiegel.de (Gathmann, Paid)

Zitat: Stefan Niggemeier kritisiert Julian Reichelts Aussagen im Springer-Podcast.

"Er verklärt die eigene schmutzige Arbeit zu etwas so Edlem, dass der Kontrast zur Realität aberwitzig wird."

Stefan Niggemeier setzt sich auf 20.000 Zeichen mit dem Döpfner-Reichelt-Podcast auseinander und konstatiert, für Mathias Döpfner und Julian Reichelt sei jeder Mensch ein Elfenbeinturm-Bewohner, der nicht zu ihnen in die Jauchegrube steigt.
uebermedien.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: “Bild” erzeugt mit irreführender Headline zahlreiche Social-Media-Interaktionen.

Bild erzeugt in den sozialen Medien ein großes Echo mit einer irreführenden Überschrift, kritisiert Jens Schröder. Der Beitrag Laut Autopsie-Bericht – George Floyd (†46) hatte Coronavirus suggeriert einen direkten Zusammenhang mit seinem Tod. Die Infektion lag jedoch bereits mehrere Wochen zurück.
meedia.de

Mathias Döpfner nimmt Julian Reichelt im Podcast ins Gebet und nennt Ein-Stunden-Frist für Drosten einen “dummen Fehler”.


Im Verhör: Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner knöpft sich in Springers Inside.Pod-Podcast "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt (Foto) vor. Die Ein-Stunden-Frist für Virologe Christian Drosten zur Beantwortung von Fragen nennt Döpfner einen "dummen Fehler". Reichelt räumt ein, "Bild" habe sich dadurch "angreifbar" gemacht, glaubt aber: "Die Fragen hätte Drosten in der Zeit, in der er getwittert hat, beantworten können." Vom "Unantastbarkeitsprinzip" gegenüber "Heilsbringern" hält Reichelt nichts und wünscht sich, "dass die Menschen mit mir so energisch und aggressiv diskutieren wie ich auch diskutiere".

Sein "exzessives Twittern" habe er vor zweieinhalb Jahren aufgegeben und sieht es im Nachhinein als Fehler, sich in jede Debatte zu stürzen: "In einer Blase zu argumentieren, ist vollkommen hoffnungslos. Man geht immer als Verlierer heraus." "Bild" überlege gar, ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken einzuschränken, sagt Reichelt: "Wir füllen die Kassen von amerikanischen Plattformen dadurch, dass wir uns gegenseitig zerfleischen und schaden. Twitter lebt davon, dass Menschen sich gegenseitig schaden."

Auch mit "Bild" will Reichelt nicht "Ärgermacher aus Prinzip" sein: "Wir sollten 'Bild' nicht instrumentalisieren, um unsere eigenen Ansichten zu befeuern. Schon gar nicht sollten wir 'Bild' nutzen, um uns über andere Menschen zu erheben." (Foto: picture alliance/Norbert Schmidt)
soundcloud.com (53-Min-Audio)



Weitere Zitate aus dem Podcast:

Julian Reichelt über Wissenschaftler, die sich von der "Bild"-Berichterstattung distanzieren:
"Wissenschaft kann sich nicht aussuchen, wo sie abgebildet wird."

... über "Duelle":
"Ich möchte keine Duelle. Ich weiß, wozu Duelle führen und wie Menschen nach einem Duell aussehen. Und ich bin froh, dass es sowas bei uns nicht gibt."

... über den Unterschied von Wahrheit und Fakten:
"Ich glaube nicht an Wahrheit, aber an die bestmögliche Version der Fakten, die wir vor Deadline recherchieren können."

... über seinen Ruf, einen militärischen Führungsstil zu pflegen:
"Nichts schafft eine größere Abneigung zum Militärischen und zum Krieg als zehn Jahre im Krieg verbracht zu haben. Ich mag keine Waffen, ich finde Waffen nicht faszinierend."

"Wenn der Führungsstil militärisch wäre, gäbe es deutlich weniger Debatten bei uns."

... über Diskussionen in Blasen:
"Wir leben in einer Zeit, in der Öffentlichkeit aus verschiedenen Blasen besteht, die nahezu keine Überschneidungspunkte mehr haben."

... über "Bild" als Ventil:
"'Bild' gibt Menschen, die radikalismusgefährdet sind, eine Stimme, bevor sie sich radikalisieren."

... über Twitter-Krawall:
"Twitter als Krone der Social-Media-Niedertracht lebt davon, dass Menschen aufeinander losgehen, sich gegenseitig schaden und sich selbst schaden. Sich durch eine dumme Äußerung selber vernichten, ist das, was auf Twitter am besten funktioniert."

"Es kann nicht sein, dass wir diejenigen, die das Konzept Free Media am meisten untergraben, nämlich Social Media, dass wir denen die Kassen mit unserem Streit füllen. Das ist inzwischen meine Überzeugung."

... über "Bild"-Kritiker:
"Die wissenschaftliche Disziplin 'Bild -Kritik' besteht in allererster Linie daraus, 'Bild' nicht zu lesen. Das ist die einzige wissenschaftliche Disziplin der Welt, in der man sich ausdrücklich und stolz nicht mit dem Forschungsobjekt beschäftigt, sondern zu seinen Einschätzungen kommt, ohne sich damit zu beschäftigen."

Mathias Döpfer über "Bild"-Kritiker:
"Ich freue mich über jeden, der 'Bild' kritisiert. Das ist gut und wichtig. Aber eines ist Voraussetzung: Ich muss es schon lesen. Wass ich immer häufiger höre ist: 'Ich kann es nicht mehr lesen, ich lese es nicht mehr, aber ich weiß trotzdem, was drinsteht.' Das ist einfach nicht mehr akzeptabel: Haut drauf, aber bitte nach Lektüre."

... über das Rezo-Video zur "Zerstörung der Presse".
"Da sollte man ganz gelassen reagieren. Nicht alles, was uns nicht gefällt, ist deswegen kein Journalismus. Natürlich ist das hervorragender Journalismus, auch wenn er in der These und der Beweisführung meines Erachtens sehr brüchig ist."

Frühere Vize-Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger verlässt “Bild”.

Bild und Ulrike Zeitlinger gehen getrennte Wege. Zeitlinger, die bis vor einem Jahr "Bild"-Vize war und seitdem "Entwicklung und Innovation" verantwortet, wolle sich "neuen Heraus­forderungen" widmen. Weitere Personalien: Jan Wolf Schäfer kehrt als Nachfolger von Nikolaus Blome vom "Focus" zu "Bild" zurück. Kim Horn, Tochter von Ex-"BamS"-Chefin Marion Horn, steigt in die Chefredaktion der "Bild am Sonntag" auf.
horizont.net, turi2.de (Background)

Die Führung von Media Impact glaubt, die Krise dank “Bild” gut überstanden zu haben.

Media Impact hat im April 23 % und im Mai 26 % geringere Netto-Werbeumsätze im Vergleich zu 2019 verzeichnet, sagen Geschäftsführerin Julia Wehrle und ihr Co-Chef Carsten Schwecke in Interview mit Horizont Online. Damit habe der Springer-Vermarkter aber Marktanteile gewonnen, vor allem dank der "Bild". Im Sommer wolle Media Impact darüber beraten, ob es künftig auch in Print mit der Ad Alliance kooperiert.
horizont.net (Paid)

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

Lese-Tipp: Benjamin Reuter skizziert Julian Reichelts Kampfmodus bei der “Bild”.

Lese-Tipp: "Bild"-Chef Julian Reichelt spaltet die Redaktion, beobachtet Benjamin Reuter und skizziert dessen "Kampfmodus" anhand des Streits mit Christian Drosten. Langgediente Redakteure seien unzufrieden, jüngeren kündigten wegen der "neuen, aggressiven Strategie". Jedoch gebe es eine "verschworene Gemeinschaft", die Reichelt folgt, auch wenn "die Wahrheit dabei auch mal unter die Räder" komme.
tagesspiegel.de

“FAZ”-Podcast: Kekulé relativiert Drosten-Kritik, “FAZ” lehnt Gesprächsangebot der “Bild” ab.

Mediale Antikörper: Alexander Kekulé sagt im "FAZ"-Podcast, dass auch er von der "Bild" im Streit mit Christian Drosten benutzt worden sei. Dabei stellt der Forscher klar, dass der "Tagesspiegel" ihn mit der Forderung, Drosten solle seine Studie zurückziehen, falsch zitiert habe: "Ich habe das zu keinem Zeitpunkt gefordert." Die Zeitung selbst gesteht ein, aus der Vergangenheitsform "Warum der im Umgang mit den Medien versierte, erfahrene Forscher und Politikberater die Vorveröffentlichung nicht einfach zurückgezogen und stattdessen der 'Bild' eine unnötige Angriffsfläche gegeben hat, ist schwer nachvollziehbar" die Präsens-Formulierung "Warum Drosten die Studie nicht einfach zurückzieht, ist schwer nachvollziehbar" gemacht zu haben. An seiner grundsätzlichen Kritik an der Studie hält Kekulé jedoch fest.

Andreas Krobok, Moderator des "FAZ"-Podcast erteilt zu Beginn der neuen Folge zudem Julian Reichelt eine Absage für ein gemeinsames Gespräch mit ihm und Christian Drosten. "Sorry, lieber Julian Reichelt: Uns, die 'FAZ' braucht es da nicht", sagt Krobok. Auch "FAZ"-Medienreporter Michael Hanfeld bezeichnet das Gesprächsangebot im Podcast als "wertlos". Die "Bild" verfolge eine "primitive Taktik", um Christian Drosten zu diskreditieren. Reichelt wolle ein Gespräch erst, nachdem er genug Munition gegen den Virologen gefeuert habe.
faz.net (27-Min-Audio), tagesspiegel.de (Kekulé-Text mit Korrektur), turi2.de (Gesprächs-Angebot), turi2.de ("Bild" vs. Drosten)

“Bild”-Chef Julian Reichelt bestreitet Anti-Drosten-Kampagne.

"Quatsch und frei erfunden": So wertet "Bild"-Chef Julian Reichelt den Vorwurf, sein Blatt fahre eine Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten. Die Berichterstattung der "Bild" sei "vollkommen legitim"; seine Zeitung sei deshalb nun selbst Opfer einer üblen Kampagne - u.a. durch "FAZ" und "Spiegel". Mit Blick auf Drosten befindet Reichelt, er habe nicht gedacht, "dass wir beim Thema Heiligenverehrung in den Medien so weit gekommen sind".
"Spiegel" 23/2020, S. 18 (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel”: Christian Drosten spricht über seine Rolle als “neue Berühmtheit” und erklärt sein Verhältnis zur “Bild”.

Nichts Besseres zu tun: Virologe Christian Drosten gibt dem "Spiegel" ein Interview, in dem er unter anderem auf seinen Streit mit der "Bild" eingeht. Drosten sagt, "Bild" habe er letztmals "zu Zeiten von Bumm-Bumm-Boris" gelesen; Chefredakteur Julian Reichelt kenne er erst seit der in seinen Augen tendenziösen Presseanfrage des Blatts vergangenen Montag. Dass Reichelt ihn "zum Duell" gefordert habe, käme ihm vor wie "tiefstes 19. Jahrhundert". Insgesamt habe er sich auf der "Bühne der Nation" ein dickeres Fell zugelegt, obwohl er "eigentlich nicht der Typ sei, der sich gut vor persönlichen Anfeindungen schützen kann". Drosten betont, er habe sich vor allem an die Öffentlichkeit begeben, um rechtzeitig vor den Folgen von Corona warnen zu können.

Anfeindungen und Hassbotschaften gegen Drosten analysiert das Landeskriminalamt Berlin. Insbesondere hofft Drosten auf die Ermittlung des Täters, der ein Plakat veröffentlicht hat, das ihn neben KZ-Arzt Josef Mengele zeigt. Seine Rolle als Berater der Politik nimmt Drosten weniger gewichtig wahr als die Medien: Er glaubt maximal, dass sein Podcast "in minesterialen Abteilungen genau gehört wird". Außerdem hat Drosten noch eine gute Nachricht: Er verlässt sich darauf, dass es im Frühjahr 2021 mehrere Impfstoffe gegen das Corona-Virus gibt. "Wir sind auf einem extrem guten Weg bei der Impfung."
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background "Bild" vs. Drosten)

Renner: Friede Springer soll sich beim Vorstand über Julian Reichelt beschwert haben.

Unfriede: Die nicht gerade diplomatische Art von "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt stößt bei Verlegerin Friede Springer offenbar übel auf. Sie habe sich vor ein paar Wochen beim Springer-Vorstand "sehr emotional" über Reichelts "aggressiven Kampagnen­journalismus" beschwert, hört Kai-Hinrich Renner von mehreren, voneinander unabhängigen Quellen im Verlag. Ein Sprecher will den Vorfall nicht kommentieren, betont aber das "Chefredakteursprinzip" und die "offene Streitkultur" im Haus, bei der die Redaktionen "nicht versuchen zu schreiben, was Vorstand und Eigentümer für richtig halten".
berliner-zeitung.de

Presserat verteilt sechs öffentliche Rügen – davon fünf für “Bild”.

Presserat verteilt sechs öffentliche Rügen, wovon "Bild" und bild.de allein fünf kassieren: Der Springer-Titel hat mehrmals Fotos von Unfall- oder Verbrechensopfern gezeigt sowie deren vollständige Namen und persönliche Lebensumstände veröffentlicht - ohne Zustimmung der Angehörigen. Die sechste Rüge geht an die "Volksstimme" in Sachsen-Anhalt, die "eine strafbare Handlung als Kavaliersdelikt dargestellt habe".
dwdl.de

“Horizont”: Julian Reichelt und Paul Ronzheimer sprechen über Freundschaft und Streitkultur.


Bild' dir deinen Bro Code: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt und sein Vize Paul Ronzheimer treten bei Ulrike Simon zum Doppel-Interview an – über ihre Streitkultur und ihre Freundschaft. "Ich glaube, mich schützt nichts mehr vor Fehlern, als auf Paul zu hören, von dem ich weiß, dass er nur das Beste für mich will", sagt Reichelt über den professionellen Umgang der beiden Journalisten miteinander. Ronzheimer könne "im Ton durchaus unangenehm werden", schütze ihn aber davor, Dinge zu veröffentlichen, die der Marke "Bild" schaden würden – etwa ein Gleichsetzen von Hygiene-Demos und Pegida-Protesten. Dass Reichelt als Chefredakteur am längeren Hebel sitze, störe Ronzheimer nicht. Er setze sich oft durch, das merke aber niemand, weil diese Texte nicht erscheinen.

Insgesamt wird klar, dass Ronzheimer eine der wenigen Stimmen ist, auf die Reichelt hört, von der er sich korrigieren lässt. Ein Grund ist sicher, dass beide wichtige Erfahrungen teilen, etwa die als Kriegsreporter. Auch persönlich sind sich die Männer nah: Der Bezeichnung "Ziehsohn Reichelts", die einst der "Spiegel" für Ronzheimer fand, widersprechen beide. "Wenn schon, dann haben wir ein brüderliches Verhältnis", sagt der fünf Jahre jüngere Ronzheimer und ergänzt: "Es gibt Dinge, die ich nur ihm erzähle, und ich weiß, dass ich immer auf ihn zählen kann."

Gleich zu Beginn des Gesprächs gesteht Reichelt übrigens einen Fehler ein: Den Satz, dass er Menschen danach beurteile, ob er mit ihnen gemeinsam im Schützengraben liegen wolle, sammelt er ein. "Das war die falsche Metapher. Ich würde das so nicht wieder sagen."
horizont.net (Paid)

Basta: Die AOK stoppt nach der Drosten-Berichterstattung die Werbung in der “Bild”.

Ausgebuht statt ausgebucht: AOK-Produktchef Steve Plesker will nicht mehr in der "Bild" werben. Die Drosten-Berichterstattung sei "eine Schande und hat mit Journalismus nichts zu tun". Die Anzeigenbuchung wird gelöscht - wie auch sein Posting. Doch der AOK-Bundesverband teilt öffentlichkeitsstark mit, dass das Boulevardblatt "derzeit kein geeignetes Umfeld" für die Krankenkasse sei. Statt kostspielige Anzeigen rollt der PR-Zug - und geht auch ohne Virologe viral.
t-online.de

Virologe Christian Drosten ist für Gespräch mit “Bild” bereit, Julian Reichelt sagt zu.

Gesprächsbereit: Virologe Christian Drosten macht "Bild" im Streit um die Interpretation seiner Studie ein Gesprächsangebot. Im "FAZ"-Podcast sagt Drosten: "Ich würde durchaus soweit gehen, auch der 'Bild'-Zeiitung anzubieten, mal drüber zu reden." "Bild"-Chef Julian Reichelt reagiert bei Twitter, er sei "zu jeder Zeit und an jedem Ort bereit". Dabei sieht Reichelt die "FAZ" als Vermittler und regt ein Dreier-Gespräch an mit ihm, Drosten und Andreas Krobok, Moderator des "FAZ"-Podcasts. Das Gespräch könnte dann bei Bild.de und Faz.net laufen.
kress.de, faz.net (Paid), faz.net (Podcast, ab 18.00 Min), twitter.com (Reaktion Reichelt)

Britische Statistiker distanzieren sich von “Bild”-Berichten über Drosten-Kritik.

Bild vs. Drosten: Die beiden britischen Statistik-Professoren David Spiegelhalter und Kevin McConway, die "Bild" als Kronzeugen für Kritik an der Studie von Virologe Christian Drosten (Foto) findet, distanzieren sich von den "Zeitungs-Attacken" auf Drosten und sein Team. Inhaltlich bleiben sie bei ihrer Kritik an der Statistik der Studie.
tagesspiegel.de, twitter.com/c_drosten, turi2.de (Background)

Stefan Niggemeier bewertet den Streit Drosten vs. “Bild” als Machtprobe des Boulevards.

Drosten vs. "Bild" ist nicht nur eine Kampagne gegen den Virologen und die Politik von Angela Merkel, sondern auch Sinnbild für den Kampf des Boulevards gegen Bedeutungsverlust, schreibt Stefan Niggemeier. Während die "Bild" in vergleichbaren Fällen früher die Deutungshoheit hatte, muss sie sich nun der Kritik in sozialen Medien stellen, ihr Gegenüber habe eine vergleichbare Reichweite. Wie die Machtprobe ausgehe, sei noch ungewiss, womöglich habe die "Bild" ihre Kampagnenfähigkeit jedoch verloren.
uebermedien.de (Paid)

“Bild” streitet weiter mit Christian Drosten, die “Welt” entlastet ihn.


Zweite Welle: Die "Bild" legt in ihrem Streit mit dem Virologen Christian Drosten einen weiteren Beitrag nach und findet in David Spiegelhalter, Statistik-Professor an der Universität Cambridge, und seinem Kollegen Kevin McConvay neue Kronzeugen. Beide kritisieren den statistischen Aspekt der Drosten-Untersuchung und empfehlen, dort Fehler einzugestehen. Spiegelhalters Korrespondenz mit der "Bild" scheint jedoch nur ungleich länger als die der bisherigen, vermeintlichen Drosten-Kritiker zu sein. Die Zeitung zitiert ihn mit der Äußerung, er habe seinem Beitrag "nichts hinzuzufügen".

In einem zweiten Text setzt sich die "Bild" mit Vorwürfen Drostens auseinander, die Zeitung habe den englischsprachigen Mathematiker des Teams "am Telefon in die Irre geführt". Auch die Charité kritisiert in einer Stellungnahme, der Mitarbeiter sei sich nicht bewusst gewesen, in einer Interview- oder Äußerungssituation zu sein. "Bild" entgegnet, sie habe das Gespräch auf Englisch geführt und den Mitarbeiter wie gewünscht nicht zitiert. Auffällig: Beide "Bild"-Texte tragen keinen Autorennamen.

Derweil widmet sich das Schwesterblatt "Welt" dem Thema in einem nüchternen FAQ. Die Autorinnen Birgit Herden und Wiebke Hollersen nehmen Drosten und sein Team dabei sogar in Schutz und betonen, dass wissenschaftliche Diskussionen zu Vorveröffentlichungen völlig normal sind und Drosten selbst stets sehr vorsichtig bei einem Fazit zur Untersuchung gewesen ist.
bild.de (neue Kritik), bild.de (Stellungnahme der "Bild"), welt.de, turi2.de (Background)

Michael Hanfeld sieht die “Bild” in der Nähe der “Covidioten”.

Bild positioniert sich unter Chef Julian Reichelt in der Corona-Krise nicht weit weg von den Demonstranten, die am Wochenende "gegen den Staat hetzen", kommentiert "FAZ"-Medienredakteur Michael Hanfeld (Foto). Reichelt versuche die Bundesregierung vor sich herzutreiben und suggeriere, sie mache alles falsch. Der jüngste "Ausfall" gegen Christian Drosten sei nur "ein Artikel von vielen, mit denen sich die 'Bild'-Zeitung und ihr Chefredakteur als die wahre Stimme des Volkes gerieren".
faz.net

Mehmet Scholl analysiert Bundesliga-Geisterspiel für Bild TV.

Bild verpflichtet Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl als Experte für Bild TV - zunächst einmalig. Drei Jahre nach seinem plötzlichen Abgang als TV-Experte der ARD diskutiert Scholl heute Abend zusammen mit Marcel Reif über das Bundesliga-Geisterspiel Dortmund - Bayern. Scholl wird in der Halbzeit und nach Spielende live zugeschaltet. Das Spiel selbst überträgt Bild TV mangels Rechten nicht.
bild.de, turi2.de (Background)

Wissenschaftler distanzieren sich im Streit um Drosten-Studie von “Bild”.

Bild' dir deine Kronzeugen: Die Mehrheit der Wissenschaftler, die "Bild" in einem Text als Kronzeugen gegen die aktuelle Arbeit von Christian Drosten (Foto) benennt, distanzieren sich von Springers Boulevardblatt und dessen Methoden. Dominik Liebl, Statistik-Professor an der Universität Bonn, kritisiert bei Twitter "diese Art Menschen unter Druck zu setzen auf das Schärfste". Professor Jörg Stoye, Wirtschaftswissenschaftler an der Cornell University im US-Bundesstaat New York, will "nicht Teil einer Anti-Drosten-Kampagne sein". Zwar habe er "kritische Anmerkungen zur statistischen Auswertung in der Studie", allerdings sei Drosten "ein Gigant der Virologie". Als Stoye von der Berichterstattung erfahren hat, schrieb er Drosten eine E-Mail, "wie unangenehm" ihm der Artikel ist, sagt er im "Spiegel"-Interview.

Stoye hat sich extra ein Twitter-Konto zugelegt, um Drosten öffentlich zu verteidigen. "Bild" verwendet im Artikel Zitate von Stoye, die aus einem englischsprachigen Aufsatz stammen. "So, wie 'Bild' meine Zitate verwendet, stehe ich auf keinen Fall dazu", stellt Story im "Spiegel" klar. "Medien haben ihre eigenen Gesetze", sagt Stoye. In wissenschaftlichen Arbeiten werde "schon mal eine undiplomatische Sprache verwendet", was "Bild" daraufhin "recht freihändig übersetzt" habe. Der Satz "Ich betone, dass ich keine Absicht unterstelle", stehe im Aufsatz "schon immer drin und aus gutem Grund", twittert Stoye. Rückendeckung bekommt Drosten auch vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der die Methodik der Studie als einwandfrei einstuft. "Kritik muss erlaubt sein, aber Kollegenneid gibt es auch", twittert Lauterbach.

Bereits zuvor hatte sich der Wirtschaftsprofessor Christoph Rothe, den "Bild" ebenfalls zitiert, gegen die Zeitung gestellt. In dem "Bild"-Text wirft Politikredakteur Filipp Piatov Drosten vor, wissenschaftlich unsauber gearbeitet zu haben.
n-tv.de, spiegel.de, twitter.com (Dominik Liebl), twitter.com (Jörg Stoye), twitter.com (Karl Lauterbach), twitter.com (Christian Drosten), turi2.de (Background)

Christian Drosten wirft der “Bild” tendenziöse Berichterstattung vor.


Starke Nebenwirkungen: Der Streit zwischen "Bild" und dem Virologen Christian Drosten eskaliert. Der Wissenschaftler veröffentlicht bei Twitter eine Mail von "Bild"-Politikredakteur Filipp Piatov. Darin konfrontiert er Drosten mit dem Vorwurf, wissenschaftlich schlampig gearbeitet zu haben und fordert eine Stellungnahme innerhalb einer Stunde. In dem um 16.34 Uhr veröffentlichten Text zitiert "Bild" Wissenschaftler, die Drostens Studie zur Viruslast bei Kindern kritisieren. Einer der Kronzeugen, Christoph Rothe, Wirtschaftsprofessor an der Universität Mannheim, springt Drosten via Twitter bei und schreibt: "Niemand von 'Bild' hat mit mir gesprochen, und ich distanziere mich ausdrücklich von dieser Art der Berichterstattung." "Bild"-Chef Julian Reichelt verweist daraufhin auf einen Tweet von Rothe und schreibt: "Wir haben zitiert, was Sie veröffentlicht haben."

Zunächst hatte Drosten die gesamte E-Mail inklusive der Kontaktdaten des "Bild"-Redakteurs veröffentlicht. Den Tweet hat er kurze Zeit darauf gelöscht. Schon in der Vergangenheit hatte die "Bild" mehrfach kritisch über Christian Drosten berichtet und dabei Beobachtern zufolge Zitate und Studien aus dem Zusammenhang gerissen. Christian Drosten wiederum machte in seinem NDR-Podcast mehrfach kritische Anmerkungen über die Arbeitsweise und Berichterstattung der "Bild".
t-online.de, bild.de (Beitrag der "Bild"), twitter.com (Tweet Drosten), twitter.com (Tweet Rothe), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

DJV kritisiert Eier-Wurf auf “Bild”-Reporter in Duisburg-Marxloh.

Bild-Reporter Frank Schneider berichtet am Mittwoch live aus Duisburg-Marxloh, als er mit Eiern beworfen wird. Das Team sei außerdem bedroht worden, sagt er. DJV-Chef Frank Überall reagiert per Twitter: "Es hört nicht auf. Stoppt Gewalt gegen Journalist/innen!" Der DJV teilt mit, Pressefreiheit bedeute, "Journalist*innen ihre Arbeit machen zu lassen, auch wenn es einem nicht passt." Angriffe auf Reporter*innen seien "absolut inakzeptabel".
bild.de (Paid, Zusammenfassung), bild.de (Video), twitter.com (DJV), twitter.com (Frank Überall)


Das Bildblog wirft der “Bild” einen unsauberen Faktencheck zu Karl Lauterbach vor.

Alternativer Faktencheck: "Bild" nimmt es bei einen Faktencheck zu den Aussagen von Karl Lauterbach nicht so genau, kritisiert Johann Aschenbrenner. Die Autoren zitieren falsch unter anderem und reißen Studien aus dem Zusammenhang, bemängeln die Autoren. Fazit: Der Beitrag zeige "mit welch unsauberen Methoden die 'Bild'-Medien arbeiten, wenn sie eine Person, in diesem Fall Karl Lauterbach, abschießen wollen." Damit scheint die "Bild" auf Linie gegen mahnende Stimmen in der Corona-Lage, neulich erwischte es bereits Christian Drosten.
bildblog.de, turi2.de (Drosten)

Sat.1 und “Bild” beenden ihre Corona-Sondersendung – planen aber neue Projekte.

Sat.1 zeigt in der kommenden Woche nach zwei Monaten keine neuen, von "Bild" produzierten Sondersendungen zu Corona. Grund sei die veränderte Nachrichtenlage. Mit der Zusammenarbeit sei man jedoch trotz durchwachsener Quoten zufrieden. Sat.1 und Springer befinden sich laut eigenen Angaben in Gesprächen zu weiteren Projekten.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Rapper Sido soll “Bild”-Team attackiert haben.

Krach am Gartenzaun: Rapper Sido soll ein Team der "Bild" attackiert haben, das vor seinem Grundstück stand, um ihn zu seinen jüngst geäußerten Corona-Verschwörungstheorien zu interviewen. Laut Angaben der "Bild" waren die Aufnahmen für eine Dokumentation über Verschwörungstheorien gedacht. Die Attacke ist im Video nicht genau zu sehen; Sido postete später via Instagram-Story, man solle froh sein, dass "nur das Mikrofon kaputtgegangen ist".
bild.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Meinung: Die “Bild” versucht, Christian Drosten schlecht dastehen zu lassen.

Bild arbeitet sich seit einiger Zeit am Virologen und Corona-Experten Christian Drosten ab, schreibt Moritz Tschermak. Die Zeitung reiße Aussagen Drostens aus dem Zusammenhang und stelle Drosten als Einflüsterer der Politik und Kollegenschwein da. "Bild"-Chef Julian Reichelt gehe sogar noch weiter und versuche Experten allgemein zu disqualifizieren, verdrehe dabei jedoch die Fakten.
bildblog.de

Bild des Tages: Söder und Spahn informieren sich über Antikörper-Tests.


Corona-Kämpfer: Im weißen Laborkitteln, mit Schutzbrille und Gesichtsmaske besuchen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Entwicklungslabor des Pharmakonzerns Roche im oberbayerischen Penzberg. Eine Mitarbeiterin weist ihnen den Weg. Roche entwickelt dort einen Corona-Antikörpertest. Während Spahn eine neutrale Schutzmaske hat, trägt Söder eine im weiß-blauen, bayerischen Rautenmuster, wie er sie sonst bei jeder Gelegenheit in die Kamera hält. (Foto: Peter Kneffel / dpa / Picture Alliance)

“Bild” schreibt den “Aufstand gegen Rundfunkgebühren” herbei.

Rundfunkbeitrag: Wegen Corona lehnt CSU-Politiker Stefan Müller eine Erhöhung der Abgabe von derzeit 17,50 auf 18,36 Euro ab. "Bild" berichtet und macht aus der Forderung des Protagonisten gleich gewohnt marktschreierisch einen "Aufstand". Die "Bild"-Leser*innen scheinen überzeugt: Mehr als 90 % von 93.000 Menschen finden laut eingebauter Umfrage, dass die Erhöhung des Rundfunkbeitrags gestoppt werden sollte.
bild.de, turi2.de (Background)

Julia Klöckner will von Kaufland-Sponsoring bei “Bild” nichts gewusst haben.

Nichts ahnend: Julia Klöckner wusste nicht, dass die Supermarkt-Kette Kaufland die "Bild"-Kochshow mit Johann Lafer und ihr sponsern würde, teilt das Bundesministerium für Ernährung gebetsmühlenartig auf Twitter mit. "Einkauf und Produktauswahl" hätten Produkt­ionsfirma und Lafer verantwortet. Die Bewerbung des Formats sei "mehr als ärgerlich".
twitter.com, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Lafer, Klöckner und Kaufland kochen bei “Bild”.

Dauerwerbekochsendung: "Bild" zeigt am Sonntag eine von Kaufland gesponserte Koch­show mit Johann Lafer und Land­wirt­schafts­ministerin Julia Klöckner. Beim Einkauf für das 3-Gänge-Menü gönnt sich Lafer viel Plastik und Billig-Hackfleisch. Sehr zucker- und salzarm, wird sich Co-Köchin Klöckner freuen. Ob ihr Liebling Nestlé eine der nächsten Folgen spendiert, ist noch nicht bekannt.
bild.de, turi2.de (Background)

“Bild” startet politische Frauen-Talkshow.

bildlogoBild startet die politische Frauentalkshow "Jetzt reden vier", in der vier Frauen 30 Min lang über "die drei wichtigsten Themen, die Deutschland in der Woche bewegen" debattieren. Zu sehen ist das Format wöchentlich auf bild.de, dem Youtube- und Facebook-Account der Zeitung sowie waipu.tv. Fester Bestandteil des Talk-Quartetts sind Charlotte Würdig, Düzen Tekkal und Patricia Platiel; erster Gast am heutigen Donnerstag ist Schauspielerin Uschi Glas.
axelspringer.com

Corona-Krise kostet “Bild” 15 % Auflage.

Bild verkauft wegen der Corona-Krise in der Summe 15 bis 18 % weniger Zeitungen, sagt Springers Print-Chef Christian Nienhaus (Foto) im "Horizont"-Interview. Abos und Supermarkt-Verkäufe steigen zwar, gleichzeitig fallen Bord-Exemplare und Auslandsauflage fast komplett weg, der Bahnhofsbuchhandel hat sich halbiert. Die Abo-Auflage der "Welt am Sonntag" wächst um 10,5 %. Das Online-Bezahlangebot Welt Plus verzeichnet im März 2,6 % Wachstum, Bild Plus legt um 1,3 % zu. Beim Anzeigengeschäft stehe "Bild" noch "verhältnismäßig gut" da, "viel größeres Kopfzerbrechen" bereite Nienhaus die Umsatzentwicklung bei den Zeitschriften.
horizont.net (Paid)

“Bild”-Chef Julian Reichelt schreibt einen bösen Brief nach China.

Deutsch-chinesische Brieffeindschaft: "Bild"-Chefdiplomat Julian Reichelt legt sich in einem Brief mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping an. Dieser gefährde die ganze Welt und habe andere Staaten über Corona zu lange im Dunkeln gelassen. China sei mangels eigener Innovationen nur "Weltmeister im Diebstahl von geistigem Eigentum". Die Verschiffung von Masken aus China in alle Welt nennt Reichelt "lächelnden Imperialismus".
bild.de

Bild TV darf offiziell auf Sendung gehen.

bildlogoBild: Die "Kommission für Zulassung und Aufsicht" (ZAK) der Landesmedienanstalten erteilt dem Web-TV-Projekt des Boulevardblattes eine Rundfunkzulassung. Im Programm sollen der ZAK zufolge lineare Sendeformate laufen, darunter Talk- und Sport-Inhalte. Springer war lange davon überzeugt, keine Rundfunklizenz zu brauchen. Das sah das Berliner Verwaltungsgericht anders. Im Herbst 2019 hatte der Verlag ein groß angelegtes Live-Programm seines Boulevardblatts angekündigt.
dwdl.de, onvista.de, turi2 (Background)

“stern” und “Bild” rufen zur Solidarität auf.

stern ruft heute einen "Tag der Solidarität" für Corona-Helfer*innen aus. Ab 9.00 Uhr widmet sich stern.de auf der Homepage monothematisch Menschen und Initiativen, die das öffentliche Leben am Laufen halten. Zusätzlich hat der "stern" eine Telefonseelsorge eingerichtet. "Bild" bekundet auf der letzten Seite heute zweisprachig Solidarität mit Italien.
per Mail, stern.de/solidaritaet (stern), twitter.com/jreichelt, bild.de ("Bild")

Vice: “Bild” empfiehlt fragwürdigen Corona-Selbsttest.

bildlogoBild hat Mitte März in einem Video einen fragwürdigen Corona-Selbsttest einer "höchst dubiosen Firma" empfohlen, recherchiert Vice. Der Test für 249 Euro verspricht ein Ergebnis innerhalb von 48 Stunden. Mit welchen Laboren die Firma Medi.Lab zusammenarbeitet, bleibt offen. Bilder und Texte der Website sind von anderen Seiten zusammenkopiert, am angegebenen Firmensitz ist niemand zu finden. Bei YouTube hat "Bild" das Video inzwischen gelöscht, auf Bild.de ist es noch aufrufbar.
vice.com

Mathias Meier wechselt von “Bild” als Produktchef zu CH Media in die Schweiz.

CH Media, Schweizer Medienhaus hinter Titeln wie dem "St. Galler Tagblatt" oder der "Aargauer Zeitung", verpflichtet Mathias Meier, 39, als Chief Product Officer. Er kommt im Juli von Springer, wo er acht Jahre lang Leiter Produktentwicklung bei "Bild" war und in dieser Funktion maßgeblich an einer Vielzahl digitaler Initiativen beteiligt.
chmedia.ch

Aus dem Archiv von turi2.tv: Mathias Meier und Jakob Wais gewähren Einlick ins "Bild"-Labor. (01/2017)