Meinung: Die “Bild”empört sich in Anti-Regierungs-Kampagne über Polizeikräfte.

Kollateralschäden: Die "Bild" steht nicht mehr bedingungslos hinter der Polizei, beobachtet Boris Rosenkranz. Er betrachtet zwei Fälle, in denen das Springer-Blatt sehr einseitig über Polizei-Einsätze berichtet. Dadurch dienen sie als Beispiele für angeblich überzogenes Regierungshandeln in der Corona-Pandemie. Rosenkranz bilanziert: "Auf dem Anti-Regierungskurs, den das Blatt unter Chefredakteur Julian Reichelt fährt, müssen nun offensichtlich auch die dran glauben, die aus 'Bild'-Sicht den Regierenden allzu treu zu Diensten sind."
uebermedien.de

“Bild” zitiert Familienministerium in Artikel über “GNTM” ohne Zusammenhang.

Nicht ganz so nackte Tatsachen: Die "Bild" erweckt in einem Artikel über "Germany's next Topmodel" den Eindruck, das Familienministerium kritisiere eine Folge der Show, in der die Nachwuchs-Models freizügig über den Laufsteg schreiten. Die Zeitung zitiert das Ministerium: "Sexismus ist nichts, das wir einfach tolerieren oder ignorieren können. Gemeinsam müssen wir Sexismus ganz klar als das bezeichnen, was er ist: nämlich eine Form von Gewalt" – und lässt dessen nachfolgenden Hinweis, dass Rundfunk Ländersache ist, einfach weg.
dwdl.de

Video-Tipp: Walulis knöpft sich “Bild”-Chef Julian Reichelt vor.

Video-Tipp: Julian Reichelt hat die "Bild"-Redaktion zu "seiner Spezial-Einheit" gemacht und "eine Gruppe Lieblingsreporter" um sich geschart, sagt Philipp Walulis (Foto). Reichelt sei gedanklich immer noch Reporter im Kriegsgebiet, was sich auch am schroffen Umgang mit den Kolleg*innen zeige. Reichelt habe keine Skrupel, kleinste Details würden aufgebauscht. Tilt TV, eine Parodie auf Bild TV, zeigt, wie die "Bild" Reichelts Rauch-Rituale dramatisieren würde.
youtube.com (15-Min-Video)

Basta: “Bild” sucht Kinderstimmen für “Bild”-Fragen.

Betreutes Fragen: "Bild" sucht nach Kindern, die dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bei Bild Live eine Frage stellen. Eigene Frageninspiration – streng auf "Bild"-Linie – liefert das Blatt selbst schon mit. Dabei wäre die spannendste Frage doch: Wann hört ihr auf, euch die passenden Sprechpuppen zu eurer Kampagne zu suchen?
bild.de

Video-Tipp: Julian Reichelt baut Bild Live zur Bundestagswahl eine Magic Wall.

Video-Tipp: "Ich habe inzwischen das Gefühl, das achtmal chemisch gereinigte Print-Interview ist so gut wie tot in unserem Live-Zeitalter", sagt ein qualmender „Bild"-Chef Julian Reichelt mit hervorquellendem Brusthaar im Interview mit Daniel Bouhs. Bild Live brauche für eine "Reichweite, die Fernsehen auch wirtschaftlich attraktiv macht" andere Ausspielwege als die Website. Im letzten Jahr habe man "Fernsehen auf einer Plattform gemacht, die nicht für Fernsehen gemacht ist." Für das Wahljahr wolle Bild Live sich an der "Story-Telling-Art" der Magic Walls von CNN & Co orientieren. Deswegen hat "Bild" größere Wahlbefragungen als üblich in Auftrag gegeben.
youtube.com (36-Min-Video)

“Bild”-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß ist tot.

Mainhardt Graf von Nayhauß, 94, ist tot. Der Journalist ist am 29. Januar im Kreise seiner Familie verstorben. Besonders durch seine "Bild"-Kolumne "Bonn vertraulich" wurde er in den 80er Jahren sehr bekannt. Die "Bild" erinnert sich an einen "Kolumnisten-Giganten" und "großartigen Kollegen". Willi Winkler schreibt in der "Süddeutschen" anerkennend, Nayhauß habe "mehr zur Demokratisierung der Macht beigetragen als ganze Jahrgänge von Kisch- und Nannen-Preisträgern."
bild.de, spiegel.de, sueddeutsche.de

Clubhouse-Tipp: Kai Diekmann, Philipp Jessen und Peter Huth diskutieren.

Clubhouse-Tipp: unter dem Titel "Alte weiße Männer erzählen vom Krieg" laden am Sonntagabend Kai Diekmann (Foto) und Philipp Jessen von Storymachine sowie Springers Creative Director Peter Huth zur Gesprächsrunde auf Clubhouse. Los geht es um 18 Uhr. Spannend, ob Diekmann sich auch Fragen stellt zu seiner Rolle als Berater für Wirecard.
joinclubhouse.com, turi2.de (Background)

Wird 2021 ein grandioses, nachgeholtes Supersportjahr – oder ein coronageschädigtes Mistjahr, Lars Wallrodt?


Es wird kompliziert: Lars Wallrodt, Sportchef von “Bild am Sonntag” und “Welt am Sonntag”, glaubt nicht, dass wir im Sportjahr 2021 nahtlos an goldene Zeiten vor der Pandemie anknüpfen können. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 befürchtet er, ähnlich wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, eine “Entwöhnung” des Publikums, ist aber auch überzeugt, dass das zweite Pandemie-Jahr besser wird als das erste. Sie können den Text im kostenlosen E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

ARD plant Staffel der Serie “Charité” um Christian Drosten.

Virologen-TV: Die ARD plant laut "Bild" eine Staffel der Serie "Charité", die im Jahr 2046 spielen und sich u.a. um Christian Drosten drehen soll. Auch der Fall des vergifteten Alexej Nawalny könnte aufgegriffen werden. Drosten und Nawalny liefern allerdings nur die Geschichten und sollen nicht selbst mitspielen - mindestens einer von ihnen hat möglicherweise "Besseres zu tun".
bild.de (Paid), dwdl.de

“Bild” zeigt die Bayern-Spiele bei der Klub-WM kostenfrei.

bildlogoBild will als Fußball-Sender punkten. Das Springer-Medium zeigt auf seiner Website kostenlos die Spiele des FC Bayern München bei der umstrittenen Klub-WM in Katar. Die Bayern treten erstmals am 8. Februar im Halbfinale an. Auch das Finale oder Spiel um Platz 3 zeigt "Bild" später. Als Kommentator reaktiviert "Bild" Marcel Reif, der für "Bild" bereits als Experte wirkt. Er kommentiert gemeinsam mit Matthias Brügelmann. Als Experte analysiert Mehmet Scholl die Spiele.
axelspringer.de

Yvonne Weiß wird Vize-Chefredakteurin bei “Bild”.

Bild macht Yvonne Weiß, 46, zur stellvertretenden Chefredakteurin. Sie kommt vom Hamburger Abendblatt, wo sie bisher Chefreporterin war. Die studierte Kommunikation­swissen­schaftlerin kennt Springer und "Bild" bereits von ihrem Volontariat an der Springer-Journalistenschule. Bei "Bild" soll sich Weiß um "große, emotionale Geschichten" kümmern.
axelspringer.com, meedia.de

“Bild” veröffentlicht im Print keine Rügen des Presserates.

Bild veröffentlicht seit rund eineinhalb Jahren in der gedruckten Zeitung keine Informationen mehr zu von Presserat erteilten Rügen, schreibt Kritiker Stefan Niggemeier. Eigentlich hat sich Springer allerdings dazu verpflichtet, sie zeitnah zu veröffentlichen. Online publiziert die "Bild" Hinweise unter den Artikel im Archiv. Auch Stellungnahmen unterlässt die "Bild" zum Teil, schreibt Niggemeier.
uebermedien.de

Springer legt “Bild”, “Welt und “B.Z.” zurück in den Digitalkiosk Readly.

Springer macht seine Tageszeitungen "Bild", "Welt und "B.Z." wieder im Digitalkiosk Readly verfügbar. Der Verlag hatte die Titel im August 2019 nach einem Test wieder aus der Lese-Flatrate entfernt. Auf Readly wurden 2020 nach Firmenangaben 99 Mio digitale Ausgaben gelesen, 40 % mehr als 2019.
news.cision.com, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Auch ProSieben überträgt Bidens Amtseinführung.

Joe TV auf allen Kanälen: ProSieben überträgt am Mittwoch unerwartet auch die Amtseinführung von Joe Biden – neben ARD, RTL, n-tv, Welt und Phoenix. Viviane Geppert und Steven Gätjen, der gebürtiger US-Amerikaner ist, moderieren, der ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Juror Thomas Hayo ist mit der Kamera durch die USA gereist und berichtet von seinen Erfahrungen. Bild TV recycelt derweil sein Oval-Office-Studio, das Handwerker im November ins Springer-Hochhaus gezimmert haben, und überträgt den "Trump-weg-Tag" ab 16 Uhr.
dwdl.de (ProSieben), presseportal.de (Bild)

“Bild”: Merkel erwägt verschärften Lockdown mit Einschränkung des Nah- und Fernverkehrs.

Einmal alles dicht, bitte: Die "Bild" berichtet von Angela Merkels Erwägungen, Deutschland nach dem 20. Januar einen "Mega-Lockdown" aufzuerlegen. Reporter Paul Ronzheimer erklärt bei "Bild Live", es werde derzeit "in Hinterzimmern" u.a. überlegt, den öffentlichen Nah- und Fernverkehr einzuschränken oder gar stillzulegen. Das Verkehrsministerium prüfe seit einigen Tagen, welche Konsequenzen dieser Schritt für die Aufrechterhaltung der Logistik-Ketten hätte. Zudem werde auch eine Regelung für verpflichtendes Home-Office diskutiert. Die Kanzlerin weise derzeit zumindest die Pläne zum ÖPNV-Shutdown zurück, heißt es etwa im "Tagesspiegel". Merkel wolle früher als geplant über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise tagen: Bereits kommende Woche – und nicht erst am 25. Januar – berate sie sich mit den Ministerpräsident*innen.

Hintergrund für die weiter verschärften Maßnahmen sind die Virus-Mutanten, die mittlerweile auch Deutschland erreicht haben und als deutlich ansteckender gelten. Ein Ministerpräsident sagte laut Ronzheimer wörtlich: "Es herrscht die blanke Angst vor den Mutationen."
bild.de (5-Min-Video), bild.de (Paid), tagesspiegel.de ,n-tv.de, spiegel.de, tagesspiegel.de, faz.net

“Bild” startet neue tägliche Kolumne von Alexander von Schönburg.

Neues Jahr, neuer Auftrag: "Bild"-Textchef Alexander von Schönburg schreibt ab sofort in einer täglichen Kolumne über "Gelesenes". Da er "ziemlich querbeet" lese, "vom Ex-SED-Organ 'Neues Deutschland' bis zur AfD-nahen 'Junge Freiheit'", sei mit Inhalten zu rechnen, über die man stolpere. Er habe nicht vor "taktlose Dinge zu schreiben", aber es sei möglich, dass er "Dinge zitiere, die verstörend sind."
bild.de

“Bild” ruft in einer Corona-Weihnachtsbotschaft zur Versöhnung auf.

bildlogoBild schaltet zum Fest den Krawall-Modus ab und ruft in einer Corona-Weihnachts­botschaft dazu auf, "dass das Virus nicht das Gute schwächt und das Schlechte stärkt". Menschen sollten einander "nicht als gefährliche Virenschleudern" betrachten und wertschätzen, was die Wissenschaft bewirken kann. Auch Menschen mit "anderer Meinung" hätten ein "Anrecht, die bestmögliche medizinische Behandlung zu erhalten".
bild.de

Entwickler und Producer sprechen über Arbeiten an “Bild”-Doku.

bildlogoBild-Doku: Bei den Dreharbeiten mussten sich Serien-Entwickler Jochen Köstler und Producer Jan Klophaus an drei Bedingungen halten, sagen die beiden im "Planet Interview". Mitarbeiter*innen hatten ein Veto bei Persönlichkeitsrechten, es galt, Quellen zu schützen und keine Lügen zu erzählen. Klophaus zeigt Springer-Empathie: "Man hat es bei der 'Bild' nicht mit Monstern zu tun, sondern mit ernst zu nehmenden Journalisten." Zum Vorwurf der fehlenden Distanz sagt Köstler: "Bei so einem Langzeit-Blick hinter die Kulissen besteht natürlich die Gefahr, dass es zu unkritisch wird."
planet-interview.de

Kommentar von Springer-Chef Döpfner kritisiert indirekt die “Bild”-Linie.

Kürze mit Würze: Mathias Döpfner setzt mit seinem knappen Kommentar in der "Bild" eine Spitze gegen die Linie des Blattes, beobachtet Georg Streiter. Döpfner schreibt: "Die Politik kann gegen Seuchen wie Corona wenig tun. Deswegen sind generelle Schuldzuweisungen an Politiker Quatsch." Die "Bild" hatte erst wenige Tage zuvor in einem Kommentar die Corona-Politik hart kritisiert. Streiter freut sich: "Im milliardenschweren Springer-Chef schlägt immer noch ein Journalisten-Herz."
georgstreiter.de, bild.de (Döpfner-Kommentar), bild.de ("Bild"-Kommentar)

Meinung: “Bild. Macht. Deutschland?” fehlt es an kritischer Distanz.

Bild-Doku "Bild. Macht. Deutschland?", die ab heute bei Amazon Prime Video zu sehen ist, ist zu einseitig, heißt es in den Kritiken. Oliver Jungen schreibt in der "FAZ", die Dokumentation sei so "unkritisch und lautsprecherisch", dass sie wie ein "Marketing-Feature" für die "Bild" wirke. Die Macher würden sich zudem in keiner Weise mit dem Wesen des Boulevardjournalismus auseinandersetzen. Interessant sei jedoch zu sehen, wie "Bild"-Chef Julian Reichelt bereits vor der Eskalation des Streits mit Christian Drosten über den und Karl Lauterbach geschimpft habe. Cornelius Pollmer schreibt in der "Süddeutschen Zeitung", die Dokumentation habe "ein paar handwerklich doch gravierende Mängel". Auch er kritisiert, dass externe, kritische Stimmen fehlen. Der Konflikt mit Christian Drosten gerate etwas einseitig zugunsten der "Bild". Trotzdem hält Pollmer die Dokumentation für "sehenswert".
"FAZ", S. 15 (Paid), sueddeutsche.de

Bild Live soll als Sender wahrgenommen werden, sagt Chef Julian Reichelt im DWDL-Interview.

Bild Live hat einen Underdog-Status, der die Redaktion "rausholt aus einer Routine, die dazu verführt zu glauben, man wisse ja, wie alles funktioniert", sagt Julian Reichelt im DWDL-Interview. Sein Anspruch sei perspektivisch, als Sender wahrgenommen werden, auch wenn das nicht zwangsläufig ein TV-Sender sein muss. Bild Live soll "durchgehend Geschichten erzählen, immer verbunden mit Kapazität für Breaking-News-Situationen".
dwdl.de

Claus Strunz wird Teil der “Bild”-Chefredaktion, soll Bild Live pushen.


Was erlauben Strunz? Springer beruft Claus Strunz in die Chefredaktion der "Bild". Dort soll er künftig die redaktionelle Live- und Videostrategie verantworten, jedoch an Julian Reichelt als obersten Chef berichten. Strunz ist bei Springer bereits Geschäftsführer für TV und Video und Programmgeschäftsführer der TV-Produktionsfirma Maz & More, die das Sat.1-Frühstücksfernsehen verantwortet. Mit der Berufung von Strunz soll Bild Live näher an andere Bewegtbild-Angebote des Verlags rücken. So will Springer künftig bei "Bild" und "Welt" auf gemeinsame Technik setzen. Der TV-Nachrichtensender Welt soll stärker auf Live-Berichterstattung ausgerichtet werden und ab dem Frühjahr 2021 aus neuen Studios im Springer-Neubau senden.

Erneut betont Springer, es werde 2021 über 22 Mio Euro in Bild Live investieren und 70 neue Mitarbeiter*innen für das Angebot einstellen. Zuletzt gab es Kontroversen, nachdem Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung" geschrieben hatte, Springer wolle kein weiteres Geld nachschießen, weil es mit den bisherigen Erfolgen nicht zufrieden sei. Die Berichterstattung hat die "Berliner Zeitung" inzwischen im Wesentlichen zurückgenommen. (Foto: N. Kubelka / Imago Images)
axelspringer.com, turi2.de (Springer-Investitionen), turi2.de (Korrektur "Berliner Zeitung")

Hör-Tipp: Matthias Prinz erinnert an seinen Vater Günter Prinz.

Hör-Tipp: Der früheren "Bild"-Chefredakteur Günter Prinz hatte eine "sehr präzise, farbige, beschreibende Sprache", erinnert sich Sohn Matthias Prinz im "Abendblatt"-Podcast "Geliebt & Unvergessen". Er sei ein guter Teamführer gewesen, "weil er nie etwas von anderen verlangte, was er nicht selbst gemacht hätte". Als eine seiner schönsten Kindheitserinnerungen nennt Matthias Prinz, wie er oft eingeschlafen sei, während sein Vater an seinem Bett saß und auf der Schreibmaschine Serien geschrieben habe.
abendblatt.de (20-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zitat: Julian Reichelt will mit “Bild Live”-Einnahmen wegbrechende Auflage kompensieren.

"Es geht darum, dass wir in einer Zeit, in der unsere Auflage morgen um die Hälfte einbrechen kann, eine wirtschaftliche Perspektive haben."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt spricht in der Amazon-Doku "BILD.Macht.Deutschland?" über seine Pläne für "Bild Live". "Spiegel"-Redakteur Christian Buß zitiert vorab aus der siebenteiligen Doku und überschreibt seine Kritik mit "350 Minuten Säbelrasseln".
"Spiegel" 50/2020, S. 128 (Paid)

Video-Tipp: Browser Ballett zeigt die Arbeitsweise der “Blid”-Zeitung.

Video-Tipp: Das Browser Ballet von Funk parodiert in seiner ersten TV-Ausgabe die Arbeitsweise von "Bild". Julian Reichert, Chef der fiktiven "Blid"-Zeitung, kocht einen Schulbus­unfall zum vermeintlichen Terror-Anschlag hoch, sortiert Opfer-Fotos der toten Kinder nach Schönheit. Leser-Reporter*innen sollen Bilder vom Unfall liefern, gleichzeitig malt er sich schon die Schlagzeile aus: "Der Notarzt kam nicht durch. So behinderten Gaffer die Rettungs­arbeiten". In seinem Büro hängen eingerahmte Presserügen, von denen er sagt: "Das sind meine Orden." Das Fazit seiner Arbeit: "Boulevard ist Krieg."
daserste.de (4-Min-Video ab 1:19 Min), youtube.com

Renner: Springer verweigert “Bild TV” zusätzliche Gelder.


Schaut in die Röhre: Bild Live enttäuscht die Springer-Führung mit schwachem Zuschauerzuspruch und muss deshalb ohne zusätzliche Finanzspritzen auskommen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der Springer-Aufsichtsrat habe den Plänen von Vorständin Stephanie Caspar und "Bild"-Chef Julian Reichelt widersprochen, weitere 20 Mio Euro in das Bewegtbild-Angebot zu investieren. Das Angebot muss sich somit aus "Bild"-internen Mitteln finanzieren. Reichelt hätte mit dem zusätzlichen Geld aber fest gerechnet. Renner schreibt, es sei "folglich nur logisch", die Einstellung der festen Sendezeiten um 9 und 12 Uhr als direkte Reaktion auf die Entscheidung des Aufsichtsrats zu werten. Intern bemängelt Springer vor allem die geringe Reichweite. Die Sondersendung zur US-Wahl habe im Schnitt nur 11.166 Zuschauer*innen erreicht. Sonstige Livesendungen schneiden noch schwächer ab, kommen auf nur 1.000 bis 3.000 Zuschauer*innen.

Die Verleihung des Axel-Springer-Awards an Tesla-Chef Elon Musk zog sogar nur 260 Menschen an. Springer widerspricht großen Teilen der Darstellung. Renner schreibt, ein Konzernsprecher bezeichne die Informationen zur Aufsichtsratssitzung als "Spekulationen", die "jeder Grundlage" entbehren. Der Sprecher gehe davon aus, dass die "Berliner Zeitung" sie "nicht zum Gegenstand einer Berichterstattung" mache. Außerdem verweist der Konzern im Hinblick auf die Berichterstattung zur US-Wahl auf die Zahl von 1,2 Mio Live Views über alle Plattformen hinweg, die ein Erfolg seien. (Foto: Jörg Schüler / Imago Images)
berliner-zeitung.de (Paid)

Update 4. Dezember, 16 Uhr: Springer geht inzwischen juristisch gegen den Text der "Berliner Zeitung" vor. Laut Anwaltsschreiben sind Teile des Textes von Kai-Hinrich Renner "unwahr". Demnach sind die Investitionen in Bild Live u.a. nicht bei einer Aufsichtsrats-, sondern in einer Vorstandssitzung verhandelt worden. Zudem seien inzwischen 22 Mio Euro Investitionen in das TV-Projekt des Boulevardblatts beschlossen.

Marc Biskup arbeitet künftig für Storymachine.

Storymachine, PR-Agentur von Kai Diekmann, angelt sich den nächsten Ex-"Bild"-Mann: Marc Biskup, bis heute Social-Media-Chef bei "Bild", wechselt in die Agentur, wie Medieninsider berichtet. Auch Vize-Chefredakteur Daniel Böcking wechselt von der "Bild" zu Storymachine.
medieninsider.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wer bitte dreht sein Handy? Wie "Bild" vertikale Videos produziert (09/19)

Meinung: Cornelius Pollmer unterzieht Bild Live einer “mitfühlenden Beobachtung”.

Bild Live: Wer den ganzen Tag auf Bild.de verbringt, "dem rauscht am Ende der Kopf wegen all der Redundanz", beobachtet Cornelius Pollmer. Immer mehr Bewegtbild kreise hauptsächlich "effektvoll um einen Nachrichtenwert von manchmal nur zwei, drei Sätzen". Breaking-News-Sendungen liefen u.a., "wenn es etwas gibt, das bei 'Bild' für eine Lage gehalten wird".
sueddeutsche.de (Paid)

Christian Drosten und “Bild” streiten wieder.

Bild vs. Drosten: Die "Bild" schreibt, die CDU/CSU-Fraktion habe eine Video-Schalte mit Virologe Christian Drosten kurzfristig abgesagt und damit "eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen". Intern habe es "heftigen Widerstand" gegen die Einladung gegeben. Drosten twittert als Antwort, er habe seinen Auftritt selbst abgesagt, weil "Bild" "das Thema meines lange geplanten Auftritts vor der Fraktion schon im Vorfeld falsch darstellte und auf diese Weise Hassbotschaften gegen mich provozierte". Wissenschaftliche Information und Diskussion seien so unmöglich.
bild.de (Paid), twitter.com (Drosten)

Meinung: Julian Reichelt sieht in der Corona-Krise die Chance zum Fortschritt.

Corona-Krise zwingt uns zum Fortschritt, schreibt "Bild"-Chef Julian Reichelt in einem Essay. Die "historische Chance" lege "schonungslos offen, was wir alles versäumt haben", gerade im Hinblick auf Digitalisierung. Die junge Generation lerne, dass "sorgloses Leben keine Selbstverständlichkeit ist". Sorge bereitet Reichelt, "dass wir fortschrittsfeindlich geworden sind".
bild.de

Ex-“Bild”-Chefredakteur Günter Prinz ist tot.

Günter Prinz ist tot. Der Ex-"Bild"-Chefredakteur und ehemalige Springer-Vorstand ist mit 91 Jahren gestorben, twittert Kai Diekmann. Prinz pushte die Auflage der Zeitung in den 70ern mit einem "Mix aus Sex, Facts und Fiction, aus Politik, Verbrechen und Verbrauchertipps" auf mehr als fünf Mio und erfand bei Springer unter anderem Ein Herz für Kinder sowie die Ableger "Bild der Frau" und "Auto Bild".
twitter.com, bild.de, spiegel.de, wikipedia.de (Prinz)

Basta: “Potsdamer Neueste Nachrichten” besuchen Kai Diekmann beim Baden.

Keine Ente: Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" führen ein langes Interview mit Kai Diekmann über seine morgendliche Lauf-Routine. Erkenntnis: "Der Sex" einer neuen Strecke ist, dass man nicht weiß, wie lang sie ist. Und für noch mehr Sex-Appeal posiert Diekmann am Ende des Artikels noch mit freiem Oberkörper und einer Ausgabe der Zeitung im Jungfernsee.
pnn.de

Hör-Tipp: Paul Ripke hat die “Bild” auf seinen Geräten blockiert.

Hör-Tipp: Starfotograf Paul Ripke meidet die "Bild" und nutzt dafür sogar die Jugendschutz-Funktion auf seinem Smartphone und Tablet, um die Angebote zu blockieren, sagt er im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Die deutsche Medienlandschaft sei jedoch deutlich besser als die in den USA, wo er "Propaganda und PR" wahrnimmt. Beeindruckt habe Ripke die "Vote"-Kampagne in den USA. Noch nie habe er erlebt, wie etwas so sehr beworben worden sei wie die Stimmabgabe - egal von welcher politischen Seite.
podigee.io (140-Min-Audio)

Mathias Richter wechselt von ProSiebenSat.1 als Social-Media-Chef zu “Bild”.

Bild holt Mathias Richter (Foto), 32, als neuen Head of Social Media Business und Editorial an Bord. Er kommt von der ProSiebenSat.1-Tochter Studio 71, wo er zuletzt Head of Branded Entertainment war. Auf dem neu geschaffenen Posten verantwortet er die Social Media-Auftritte von "Bild" redaktionell und kaufmännisch. Sein Vize fürs Redaktionelle wird - wie berichtet - Morten Wenzek. Anne-Kathrin Liebknecht, 28, verantwortet die Business- und Marketing-Aktivitäten.
new-business.de, turi2.de (Background Wenzek)

Lese-Tipp: Julian Reichelt warnt vor einer Spaltung zwischen Berlin und dem Rest Deutschlands.

Lese-Tipp: Im online vorab veröffentlichtem Interview mit der "NZZ am Wochenende" sagt "Bild"-Chef Julian Reichelt , in Deutschland gebe es einen großen Graben zwischen Berlin und dem Rest des Landes. In Berlin sei er sogar "massivsten Aggressionen ausgesetzt". Reichelt kritisiert zudem das "Weltbild der öffentlich-rechtlichen Sender", das dafür sorge, dass Vertreter*innen der "Bild" nur in Talkshows eingeladen werden, wenn jemand für eine klischeehafte, unsympathische Position gesucht wird.
nzz.ch (frei nach Anmeldung)

Meinung: Bild-Live-Sendung zum Anschlag in Wien war “mittlere Katastrophe”.

Bildungsfern sehen: Bild Live hat in seiner mehrstündigen Berichterstattung zum Anschlag in Wien einige falsche Gerüchte in die Welt gesendet, beobachtet Moritz Tschermak. Breaking-Sondersendungen wie diese mache gefährlich, dass sie anfällig für Falschinformationen seien. Zudem kritisiert Tschermak, dass die Redaktion zunächst unkenntlich gemachte Szenen in Videos später unverpixelt gezeigt habe.
bildblog.de

Morten Wenzek steigt zum redaktionellen Leiter des Social-Media-Teams bei “Bild” auf.

Bild macht Morten Wenzek zum neuen redaktionellen Leiter des Teams Social Media/New Platforms, wie er auf Twitter verkündete. Er beerbt Marc Biskup, der "Bild" zum Jahresende verlässt. Bisher ist Wenzek verantwortlicher Social-Media-Redakteur in der Abteilung.
twitter.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Morten Wenzek hält den vielfach totgesagten Videodienst Snapchat für quicklebendig. (06/2020)

Bildblog wirft der “Bild” vor, den Täter von Wien zu glorifizieren.

Bildblog bezeichnet die Berichterstattung der "Bild" zum Anschlag von Wien als "PR-Arbeit" für den Attentäter. Die Zeitung druckt den Täter unverpixelt ab und nutzt dafür ein Bild, das einem Video des sogenannten Islamischen Staates entstammen soll. Auch die volle Namensnennung des Täters bei "Bild" kritisiert Autor Moritz Tschermak, denn sie erleichtere eine Identifizierung mit dem Attentäter.
bildblog.de

Basta: Josef Joffe schreibt live bei Bild TV einen Leitartikel für die “Zeit”.

Des einen Leit: "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe soll in der Live-Sendung von Bild TV den Amerika-Experten geben, wirkt in der Schalte jedoch abwesend. Gegenüber Claus Strunz und Patricia Platiel macht Joffe dann auch keinen Hehl daraus, warum das Gespräch später stattfinden muss: "Ich arbeite hier an meinem Leitartikel".
twitter.com (Tweet von Boris Rosenkranz)

Bild des Tages: “Bild” übernimmt das Oval Office.


Präsidiale Kulisse: Die Bild-Live-Moderator*innen Kai Weise, Patricia Platiel, Claus Strunz und Nele Würzbach (von links nach rechts) posieren im Oval Office, dem Büro des amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus. Von hier aus senden sie zur US-Wahl 12 Stunden live. Weil der Amtsinhaber keine Anstalten macht, das Original-Oval-Office zu räumen, haben Handwerker 14 Tage lang eine Kopie im 1. Stock des Springer-Hochhauses in Berlin nachgebaut. Die Tapete wurde dem Original nachempfunden, eben der Teppich mit US-Wappen, sogar die Privat-Fotos hinter Trumps Ledersessel sind originalgetreu. (Foto: Bild / Springer)
axelspringer.com, bild.de

TV-/Streaming-Tipp: Diese Medien berichten live mit Sondersendungen zur US-Wahl.

TV-/Streaming-Tipp: Bild TV sendet zur US-Wahl ab 18:30 aus dem Oval Office - einer nachgebauten Kopie im Berliner Springer-Haus. Zeit Online berichtet ab 20.00 Uhr mit Gästen aus dem Berliner Studio. Im TV startet Welt um 18:30 Uhr mit einer Sondersendung, das ZDF sowie RTL und n-tv beginnen um 20.15 Uhr mit Spezial-Sendungen und Dokus, das Erste startet um 22.50 Uhr.
dwdl.de, fr.de (Übersichten), bild.de, zeit.de, presseportal.de (Welt TV), zdf.de, daserste.de, rtl.de