BLM-Chef wünscht sich mehr Kooperationen zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen.

Teamwork: BLM-Chef Thorsten Schmiege spricht sich im dpa-Interview für mehr Zusammenarbeit zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten aus. Der Schulterschluss zwischen den Anbietern bringe "alle voran". Publizistischer Wettbewerb sei zwar gut und wichtig, vor allem in den Bereichen Technik und Ausbildung seien aber mehr Kooperationen möglich. Als Positiv-Beispiel nennt Schmiege eine "sehr gute Kooperation" mit dem BR beim Übertragungs-Standard DAB Plus.
digitalfernsehen.de

Programmdirektor Reinhard Scolik verlässt den BR.

Sag zum Abschied leise Servus: Programmdirektor Reinhard Scolik, 63, und der Bayerische Rundfunk gehen Ende des Jahres getrennte Wege. Scolik war 2016 vom ORF nach München gewechselt, damals noch als Fernsehdirektor. Im vergangenen Jahr wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert, jetzt aber vorzeitig aufgelöst. Über die Gründe seines Abgangs schweigt sich der Sender aus, wer Scoliks Nachfolgerin wird, ist noch unklar.
kurier.at, dwdl.de

BR führt Ökostrom ein und kündigt “nachhaltige” Fiction-Produktionen an.

Grün im Blau: Der BR will seine Klimabilanz verbessern und dazu u.a. "systematisch" den eigenen CO2-Ausstoß messen. Fiction-Aufträge sollen ab 2022 "nachhaltig" sein, später auch Eigen- und Auftragsproduktionen in anderen Programmbereichen. Beschlossen sei auch der Wechsel zu Ökostrom. Für die ARD hat der BR unter Intendantin Katja Wildermuth gerade erst die Koordination des neuen "Boards Ökologische Nach­haltig­keit" übernommen.
br.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Ex-BR-Intendant Albert Scharf, 86, ist tot.

Albert Scharf, 86, ist tot. Der Jurist war von 1990 bis Ende 2001 Intendant des Bayerischen Rundfunks. Unter seiner Leitung baute der Sender u.a. eine Online-Präsenz auf und startete BR-alpha. Von 1995 bis Ende 1996 war Albert Scharf zusätzlich ARD-Vorsitzender. Beim BR war er seit 1966, zunächst als Juristischer Direktor, später als Vize-Intendant. Intendantin Katja Wildermuth bezeichnet Scharf als "Visionär". Er habe im Amt "Weitsicht und Mut bewiesen" und den BR auf "einen neuen Weg" geführt.
br.de

Hör-Tipp: Fred Kogel gibt Einblicke in seinen Karrierestart.

Hör-Tipp: Medienmanager und Leonine-Gründer Fred Kogel gibt im OMR-Podcast Einblicke in seinen Karrierestart. Während eines Ferienjobs "in einer Kartonagen-Fabrik an der Telefonzentrale" stolperte Jung-DJ Kogel über eine Annonce des Bayerischen Rundfunks, in der ein Nachfolger für Moderator Thomas Gottschalk gesucht wurde: "Da habe ich mich mit meinem Kassettenrekorder beworben, wie 400 andere auch". Kogel gewann und moderierte am 2. Januar 1981 seine erste BR-Hörfunksendung – Gage: 150 D-Mark.
omr.com (80-Min-Podcast)

Video-Tipp: “Zapp” nimmt “Ich bin Sophie Scholl” kritisch unter die Lupe.

Video-Tipp: "Zapp" wirft einen kritischen Blick auf den Instagram-Kanal Ich bin Sophie Scholl von SWR und BR. Schauspielerin Luna Wedler stellt darin die letzten Wochen von Sophie Scholl nach. Kritikerinnen bemängeln den oftmals fehlenden Kontext zu Kriegsereignissen. SWR-Redaktionsleiter Ulrich Herrmann erklärt, die Zustimmung für das Format sei dennoch "überwältigend".
youtube.com (14-Min-Video)

Video-Tipp: Judith Rakers erzählt, wie sie angetrunken die Tagesschau moderiert hat.

Video-Tipp: Judith Rakers plaudert in der BR-Talkshow "Ringlstetter" darüber, wie sie sich einmal im Dienstplan vertan und angeschickert die "Tagesschau" moderiert hat. Sie sei von einem Restaurant über "dunkelgelbe, orange Ampeln" ins Studio gerast. "Du wirst ungeschminkt, lallend und unvorbereitet dastehen", habe sie gedacht. Das Adrenalin habe sie aber übermenschlich gemacht. Trotzdem hatte sie ein schlechtes Gewissen: "Es tat mit so leid".
ardmediathek.de (45-Min-Video) via bild.de

BR macht Faktenchecks bis zur Bundestagswahl mehrsprachig.

BR veröffentlicht seine Faktencheck-Artikel auf BR24 ab sofort zeitlich begrenzt auch auf Englisch, Rumänisch, Türkisch, Arabisch und Bosnisch/Serbisch/Kroatisch. Den #Faktenfuchs als multilinguales Angebot soll es zunächst bis zur Bundestagswahl geben. Eine ähnliche Aktion hatte der Sender schon 2020 mit Corona-Schwerpunkt gestartet. Zielgruppe sind laut BR "Menschen, die zugewandert sind und Deutsch nicht als Muttersprache haben".
br.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: KI kann helfen, Archive zu verbessern.

Hör-Tipp: Christina Elmer vom "Spiegel" und Ulrike Köppen vom BR sprechen bei OMR Media mit Pia Frey über Nutzen und Grenzen für den Einsatz von KI im Journalismus. KI könne mit Zusammenfassungen etwa helfen, audio-visuelle Archive besser zu verschlagworten und daraus neue Produkte zu erstellen. Dagegen sollte eine KI nie selbstständig und unredigiert Texte veröffentlichen oder unterschiedliche Preise z.B. bei Paywalls veranschlagen.
omrmedia.podigee.io (54-Min-Audio)

turi2 edition #14: Wie prägt Social Media die nächste Generation, Maya Götz?

Lese-Tipp: Die Mobile Natives "haben sich mehr als jede andere Generation selbst fotografiert und die Bilder dank Filter dem inneren Idealbild angepasst", beschreibt Maya Götz in ihrem Gast­beitrag für die turi2 edition #14. Das werde dann zum Problem, wenn die Filter-Fakes die Realität beeinflussen. Die Medien­wissen­schaftlerin beim BR beobachtet aber auch eine Gegen­bewegung.
issuu.com (kostenloses E-Paper), turi2.de (künftige E-Paper bestellen)

Protest-Aktionen beim BR, MDR und SWR: Klima-Aktivistinnen fordern mehr Klima-Berichterstattung.


Klima-Klagen: Aktivistinnen der Klima-Bewegung Extinction Rebellion haben am Donnerstag vor mehreren Medienhäusern unter dem Motto "Klimakrise auf die Titelseiten" gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Klima-Berichterstattung protestiert. Beim BR haben sich drei Menschen im Eingangsbereich an einen Tisch angekettet, zwei Männer haben jeweils eine ihrer Hände mit Sekundenkleber am Empfangstresen festgeklebt. Ein Sprecher des Senders sagt, man habe in persönlichen Gesprächen vor Ort deutlich gemacht, dass man das Anliegen der Protestierenden ernst nehme.

Vor dem Gebäude des MDR ist in Leipzig ein verhülltes Denkmal aufgestellt worden, auch vor dem SWR in Stuttgart sind laut Senderangaben "rund ein Dutzend" Anhängerinnen der Bewegung zusammengekommen. In Hamburg haben Aktivistinnen mit freiem Oberkörper vor den Verlagshäusern von Gruner + Jahr und dem "Spiegel" sowie dem Hamburger ZDF-Büro demonstriert, vor der Bauer Media Group haben sich oberkörperfreie Demonstrantinnen an die Backsteinfassade geklebt. In München sollen zudem einige Zeitungsverkaufskästen mit Plakaten überklebt worden sein.
br.de, swr.de, tz.de, welt.de, mopo.de, Foto: picture alliance/dpa, Sven Hoppe

Ulrich Wilhelm kritisiert politische Kommunikation in der Corona-Pandemie.


Zu uneindeutig: Ex-BR-Intendant Ulrich Wilhelm vermisst die klare Kommunikation der Politik in der Corona-Pandemie, sagt er im "FAZ"-Interview. Es sei angesichts der sich verändernden wissenschaftlichen Erkenntnisse schwierig, eindeutige Aussagen zu treffen. Zudem beförderten soziale Medien "leicht Missverständnisse und Überzeichnungen". Das Geschäftsmodell von Plattformen wie YouTube und Facebook habe "keinerlei Sensibilität für die Erfordernisse der demokratischen Meinungsbildung" und sei ein "Störfaktor ersten Ranges für unser politisches Modell".

Nicht zum ersten Mal fordert Wilhelm eine eigene digitale Infrastruktur für Europa, "analog zum öffentlichen Straßennetz, das allen offensteht". Der Kontinent sei zu abhängig von amerikanischen und chinesischen Anbietern. Er befürchtet, dass die "Vorherrschaft der Plattformgiganten" akzeptiert werde, anstatt "in die technologische Tiefe zu gehen". Wilhelm vermisst "Gesprächspartner in der Politik, die sich um so langfristige Dinge kümmern" und glaubt, dass die Politik stärker durch die digitale Revolution verändert werde als der Journalismus. Zwar sei die Finanzierung der Medien teils weggebrochen, aber ihre Bedeutung habe "gar nicht so sehr gelitten".
zeitung.faz.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018):

Bis Ende Mai: BR stellt einzelne Produktionen zurück.

Bayerischer Rundfunk stellt wegen der aktuellen Corona-Situation bis Ende Mai einen Teil seiner TV- und Radio-Produktionen zurück. Die Fernsehsendungen Jetzt red i und Schlachthof verschiebt der Sender, Konzerte der BR-Klangkörper sowie "mehrere Musikproduktionen in der Unterhaltung" sind dagegen ganz abgesagt. Man wolle mit der Maßnahme die Gesundheit der Mitarbeitenden schützen, aber auch "die Sendefähigkeit speziell mit Blick auf die aktuelle Berichterstattung" gewährleisten.
br.de, dwdl.de

Blackfacing: BR nimmt Satire-Figur vom Schirm.

Bayerischer Rundfunk wird keine weiteren Auftritte der Kunstfigur "Maxwell Strauß" von Kabarettist Helmut Schleich zeigen. BR-Intendantin Katja Wildermuth hat im Rundfunkrat eine interne Wertediskussion angekündigt, dazu werde eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Der Sender habe die Verantwortung, "gegen Stereotype und Herabwürdigungen zu wirken". Schleich hatte einen afrikanischen Diktator mit schwarz angemaltem Gesicht gemimt und damit heftige Kritik ausgelöst.
rnd.de, turi2.de (Background)

BR nutzt Blackfacing in Satiresendung “SchleichFernsehen”.

Bayerischer Rundfunk sendet in der Satireshow "SchleichFernsehen" eine fragwürdige Parodie: Satiriker Helmut Schleich mimt mit schwarz angemaltem Gesicht einen afrikanischen Diktator, der Deutschland Tipps im Umgang mit der Pandemie gibt. Blackfacing ist rassistisch – eine Sprecherin des BR teilt mit, die "damit verbundene Problematik" seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld intensiv mit Schleich diskutiert worden. In einem Satireformat müsse dem Künstler "Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden".
spiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de

Milchlobby bringt Bayern 3 zum Löschen seiner Klimaschutz-Tipps.

Eingeknickt: Die BR-Popwelle Bayern 3 hat nach einem Shitstorm der Milchlobby einen Facebook-Post gelöscht, der u.a. klimafreundliche Milchalternativen im Kaffee empfiehlt. Der Sender entschuldigt sich sogar: Er habe "die wertvolle Arbeit, die in der Landwirtschaft geleistet wird" nicht kritisieren wollen. Jan Hegenburg vom Blog Volksverpetzer schreibt verärgert: "Bayern 3 hat sich bei der Milchindustrie dafür entschuldigt, Fakten genannt zu haben". Der Verband der Milcherzeuger Bayern bilanziert: "Protest lohnt sich".
volksverpetzer.de via twitter.com, milcherzeugerverband-bayern.de

“‘Konservativer Knochen’ trifft nur einen Teil meiner Person.” So lief das Clubfrühstück mit Sigmund Gottlieb.


Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden.

Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.
turi2.tv (65-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de/clubraum (weiteres Programm)

Klick-Tipp: BR und Spiegel beleuchten KI in der Arbeitswelt.

Klick-Tipp: Wie Künstliche Intelligenz in die Arbeitswelt eingreift und u.a. Bewerbungen vorsortiert, beleuchten BR und Spiegel im gemeinsamen Web-Projekt "Die Boss-Maschine". In der BR-Mediathek erläutert ein 6-Min-Film Vor- und Nachteile von Algorithmen at work, spiegel.de stellt verschiedene Tools vor, die bei der Jobvermittlung zum Einsatz kommen. Ab kommender Woche beschäftigt sich auch der BR-Instagram-Account Workin Germany mit dem Thema.
br.de (6-Min-Film), spiegel.de (KI-Tools), instagram.com (Workin Germany)

Moderator von Bayern 3 löst Rassismus-Diskussion aus.

Bayern 3 steht im Shitstorm. Grund sind Äußerungen des Moderators Matthias Matuschik über die koreanischen Popband BTS. Matuschik bezeichnete die Mitglieder als "kleine Pisser" und verglich sie mit dem Corona-Virus, sagte gegen BTS gebe "es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung". Für seine Aussagen hat sich Matuschik inzwischen entschuldigt und bezeichnet sie in einer Stellungnahme als "komplett daneben". Er schreibt zudem, er habe nie die Absicht gehabt, jemanden rassistisch zu beleidigen, ihm sei aber bewusst, "dass am Ende zählt, wie die Worte bei den Empfängern ankommen ‐ und nicht, wie sie gemeint waren." Zuvor hatte der Sender bereits in einer Stellungnahme geschrieben, Matuschik sei beim Versuch, "seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen". Fremdenfeindlichkeit und Rassismus würden ihm aber fernliegen.
rnd.de, sueddeutsche.de, bayern3.de (Stellungnahme)

Sandra Rieß wird neue BR-Moderatorin von “Plusminus”.

BR macht Sandra Rieß zur neuen Moderatorin seiner Plusminus-Ausgaben. Die 34-Jährige ersetzt Chefredakteur Christian Nitsche, der seit Ende 2020 die ARD-Sendung "Report München" moderiert. Rieß präsentiert u.a. seit 2019 die "Rundschau"-Nachrichtenformate beim BR. Sieben Sender produzieren "Plusminus" im wöchentlichen Wechsel. Die erste Sendung mit Rieß läuft am 10. Februar.
br.de

TV-Tipp: ARD-Doku erzählt Wirecard-Crash aus Sicht der Shortsheller.

TV-Tipp: Der Fall Wirecard - Von Sehern, Blendern und Verblendeten (Das Erste, 22.50 Uhr) rollt den Wirt­schafts­skandal aus der Perspektive der Shortseller auf, die schon vor Jahren auf Unregelmäßigkeiten bei Wirecard hingewiesen haben. Insider geben Einblick in ein Unternehmen, das früh auf Hochrisiko-Kunden gesetzt hat und in dem offenbar schon weit vor dem Zusammenbruch rote Linien überschritten wurden.
tagesschau.de, daserste.de

BR untersagt gesprochene Genderlücke – außer in jungen Programmen.

Bayerischer Rundfunk hat entschieden, im Programm die Genderlücke nicht mitzusprechen - Ausnahme sind nur junge Angebote wie Puls oder die News WG. BR-Informations­direktor Thomas Hinrichs begründet die Entscheidung im Radioeins-Medien­magazin mit Ziel­gruppen: "Solange die Mehrheit der Bevölkerung das Gendersternchen nicht spricht, werden wir es auch nicht sprechen." Der BR wolle bei der Sprache "nicht bevormunden" und "nicht erziehen".
daniel-bouhs.de (mit 10-Min-Audio)

ARD-Sender fördern mit Projekten mehr Diversität im Programm.

Diversität im Journalismus: Der BR fördert mit dem Projekt Puls Talente seit Sommer gezielt Menschen mit interkulturellem Hintergrund, die sonst nicht den Weg in die Redaktionen finden würden. Die fünf Talente, drei Frauen und zwei Männer, sollen Geschichten aus anderen Perspektiven erzählen, berichtet Burkhard Schäfers im Deutschlandfunk. Auch andere ARD-Sender fördern Nachwuchs-Journalist*innen mit "medien-untypischen Biografien".
deutschlandfunk.de (mit 6-Min-Audio)

BR erweitert Faktencheck-Team zur Bundestagswahl.

Bayerischer Rundfunk will seine Fakten­check-Redaktion im Wahl­jahr 2021 deutlich ausbauen. Das #Faktenfuchs-Team werde ab Januar "personell aufgestockt", um "weit über 1.000 Schichten bei Redaktion und Produktion", teilt BR-Chefredakteur Christian Nitsche auf Nachfrage mit. Die Recherchen sollen künftig auch im TV in der Rundschau sowie im Radio bei B5 aktuell laufen. Zudem ist der BR neuer Partner der Fakten-Offensive von Google und YouTube. Dadurch erscheinen bei Such­anfragen auch geprüfte Fakten­checks von BR24.
br.de, dwdl.de

Zitat: Die künftige BR-Intendantin Katja Wildermuth stellt Frauen nicht wegen ihres Geschlechts ein.

"Ich komme aus einem Umfeld von Frauen, die immer gesagt haben: 'Ich will den Job nicht nur haben, weil ich eine Frau bin.'"

Katja Wildermuth, designierte Intendantin des Bayerischen Rundfunks, sagt im BR-Medien­magazin, dass sie den Sender "möglichst plural aufstellen" will. Frauen habe sie bisher aber vor allem deshalb eingestellt, weil sie "die Besten waren".
br.de (Textfassung), br.de (4-Min-Audio ab 0:58)

Katja Wildermuth wird neue BR-Intendantin.

Bayerischer Rundfunk bekommt erstmals eine Intendantin: Katja Wildermuth folgt am 1. Februar auf Ulrich Wilhelm, der eine weitere Amtszeit ausgeschlossen hatte. Wildermuth ist aktuell Programmchefin der crossmedialen Bereiche Kultur, Bildung und Jugend beim MDR. Auch BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel und Christian Vogg, Bereichsleiter Dokumentation und Archive beim SRF, hatten sich beworben. Im Vorfeld hatte sich das BR-Frauennetzwerk für eine weibliche Besetzung der Stelle stark gemacht. Wildermuth gilt als Expertin für Digitalisierung und trimediale Vernetzung.
br.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background Wildermuth), turi2.de (Background Wilhelm)

Bayern 2 wandert mit Promis auf die höchsten Gipfel ihrer Heimat-Bundesländer.

BR startet am Samstag, 6.05 Uhr, im Rucksackradio auf Bayern 2 eine neue, Corona-konforme Talk-Serie. Moderator Achim Bogdahn besteigt darin alle zwei Wochen mit Prominenten die jeweils höchsten Erhebungen in deren Heimat-Bundesländern. Als Gäste dabei sind u.a. Judith Holofernes (Foto) in Berlin und Kati Wilhelm in Thüringen.
per Mail, br.de (Sendung)

Aus dem Archiv: Judith Holofernes im Vorbilder-Fragebogen von turi2.tv (September 2020).

Lese-Tipp: Vor 56 Jahren begannen die dritten TV-Programme.

Lese-Tipp: Katja Iken beschreibt in ihrem noch immer amüsanten Artikel aus 2014 den Anfang der dritten Programme im deutschen TV. Der Start hatte 1964 vor allem ein Ziel: Bildung unter das Volk bringen. Den Anfang machte der BR mit seinem sogenannten "Studienprogramm" und einer Dokumentation. Der Hessische Rundfunk folgte zwei Wochen später. Doch als Bildungsfernsehen erreichten die Sender kaum Zuschauer. Das änderte sich erst in den 70ern - mit Sport und Unterhaltungsprogrammen.
spiegel.de

Klick-Tipp: BR schenkt der Bergrettung zum Geburtstag ein Multimedia-Projekt.

Klick-Tipp: Der BR gratuliert der Bergwacht zu ihrem 100. Gründungs­jubiläum mit dem Multimedia-Projekt Die Rettung. Eine interaktive Seite erklärt anhand eines fiktiven Unfallszenarios die verschiedenen Phasen der Bergrettung. Bei einer VR-Installation im Alpinen Museum in München können Besucher*innen in einem echten Bergrettungssack Platz nehmen, der an einem Seil hochgezogen wird, und die Arbeit der Rettungskräfte mittels VR-Brille verfolgen.
br.de, dierettung.br.de

BR produziert neue ARD-Talkshow “Club 1” mit Hannes Ringlstetter.

BR mischt ab Oktober in der ARD-Reihe "Talk am Dienstag" mit und steuert die Show "Club 1" mit Hannes Ringlstetter bei. Ähnlich wie in den anderen Dienstags-Formaten (u.a. "3nach9", "NDR Talkshow") sollen Gäste aus Kultur, Gesellschaft, Sport oder Wissenschaft auftreten. Moderator Ringlstetter weiß allerdings vorher nicht, wer kommt. Die Premiere ist für den 6. Oktober geplant.
br.de

Lese-Tipp: Sprachpfleger Werner Müller ist gegen Deutschtümelei.

Lese-Tipp: Aurelie von Blazekovic porträtiert Werner Müller, 75, der 25 Jahre lang "Sprachpfleger" beim BR war, als akribischen, aber unpedantischen Helfer der Journalist*innen, der keine Sprachhoheit beanspruchte. Grammatik ist laut Müller "ein Stück Leben", er selbst, im Hauptberuf Lehrer, verbrachte die Wochenenden damit, das Programm zu hören und Sprachberichte zu schreiben. Der BR war die einzige ARD-Anstalt, die sich einen Sprachpfleger leistete, inzwischen ist Müller im Ruhestand. Er halte nichts von "Deutschtümelei", dem Gendern steht er dennoch gespalten gegenüber – denn er habe kaum einmal gehört, dass im Radio souverän gegendert worden sei. Er plädiert dafür, lieber beide Geschlechter zu erwähnen.
sueddeutsche.de

Meinung: Bei Demonstrant*innen der Anti-Hygiene-Demos ist “kein Durchkommen”.

Lügenpresse: BR-Hauptstadt-Korrespondentin Barbara Kostolnik hat keine Antwort darauf, wie Journalist*innen mit Anfeindungen auf Anti-Hygiene-Demos umgehen sollen. Es sei frustrierend, dass sie mit den Demonstrant*innen partout nicht ins Gespräch kämen, weil die Protestierenden kein demokratisches Grundvertrauen hätten und somit "kein Durchkommen" sei.
br.de

Klick-Tipp: Der BR bietet Hintergrundbilder für Videokonferenzen an.

Klick-Tipp: Der Bayerische Rundfunk will für mehr Abwechslung bei Video-Konferenzen sorgen und bietet Nutzer*innen verschiedene Hintergrundbilder zum Download an. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Übertragungswagen aus dem Jahr 1961, das ARD-Olympiastudio von 1980 oder Szenenbilder aus verschiedenen Episoden des "Komödienstadel". Vorbild ist die BBC, die ebenfalls Bilder zum Download anbietet.
br.de, turi2.de (BBC)

Gesellschafter beschließen endgültig das Aus für das IRT.


IRT-um ausgeschlossen: Das Münchner Institut für Rundfunktechnik, kurz: IRT, macht zum Jahresende dicht. Nach einer mehr als fünfstündigen Sitzung einigten sich die 14 Gesellschafter am Ende auf die Auflösung. Das IRT teilt mit, es sei "kein tragfähiges Modell für eine Fortführung" gefunden worden. Rund 100 Angestellte verlieren damit im Dezember ihren Job. Die Gesellschafter hatten bereits vor einigen Wochen alle ihre Kündigungen eingereicht. Zuletzt hat sich der Bayerische Rundfunk noch um eine Fortführung des IRT bemüht.

Der BR brauchte dafür aber einen der anderen großen Gesellschafter als Partner. Den Anfang vom Ende des Instituts besiegelte ein Betrugsskandal, bei dem sich ein Patentanwalt rund 200 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.
sueddeutsche.de, irt.de, turi2.de (Background)

BR will Institut für Rundfunktechnik retten.


Münchner Mäzen: Der Bayerische Rundfunk will das angeschlagene Institut für Rundfunktechnik retten, berichtet Kai-Hinrich Renner. Der Sender hält eine Fortführung der Forschungseinrichtung "in kleinerer Form mit einem fokussierten Aufgabenspektrum" für den "günstigsten und effizientesten Weg", sagt ein Sprecher. Dafür sei der BR bereit, "überproportionale Lasten in Kauf zu nehmen". Allein stemmen könnten die Bayern eine Rettung aber nicht, sie bräuchten einen der drei großen Gesellschafter, das ZDF, den WDR oder den NDR. Doch keine der drei Anstalten wolle ihre Kündigung zurück­nehmen. Sie werfen dem BR, der "federführende Anstalt" beim IRT ist, vor, nur höchst unzureichend seiner Aufsichtspflicht nachgekommen zu sein. Der BR sagt, er habe bei der GmbH keine "besonderen Kontroll- oder Aufsichtsfunktionen".

Alle Gesellschafter, neben den neun ARD-Anstalten das ZDF, die Deutschen Welle und Deutschlandradio sowie ORF und SRG, haben ihren Gesellschaftervertrag zum 31.12.2020 gekündigt. Gerade die kleineren Anstalten fürchten jedoch die immensen Kosten einer Liquidation. Die Rede ist von einem dreistelligen Mio-Betrag. Diese Summe ist "nicht zutreffend", sagt der BR, die genauen Kosten ließen sich nicht exakt benennen. Wie es mit dem IRT nun weitergeht, könnte sich am heutigen Freitag entscheiden, nachdem eine Entscheidung in der vergangenen Woche vertagt worden war. (Foto: Felix Hörhager / dpa / Picture Alliance)
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Kochvideos in die rechte Blase führen können.

Video-Tipp: Vermeintlich harmlose Kochvideos oder Styling-Tutorials mit unterschwellig politischen Botschaften können der Einstieg in die rechte Internet-Blase sein. Die Puls Reportage vom BR testet, wie der YouTube-Algorithmus den Zuschauer*innen immer wieder Videos der gleichen Akteure vorschlägt, ohne eine Gegenposition anzubieten, aber manchmal auch überraschend ausschlägt.
youtube.com (21-Min-Video)

Hör-Tipp: TV-Comedy “Das Institut – Die Oase des Scheiterns” bekommt Podcast-Ableger.

Hör-Tipp: Der BR verlängert die Comedy-Serie Das Institut - Die Oase des Scheiterns um einem Podcast. Reporterin Ariane Alter besucht das fiktive Deutsche Sprach- und Kulturinstitut im ebenfalls fiktiven zentral­asiatischen Kisbekistan. Mit unkonventionellen Mitteln versucht das Team, deutsches Kulturgut zu vermitteln und tappt dabei vom einen ins nächste interkulturelle Fettnäpfchen.
ardaudiothek.de (8 Folgen à ca. 20 Minuten), br.de, ardmediathek.de (TV-Staffeln)

BR-Frauen wünschen sich eine Frau als Nachfolgerin für Intendant Ulrich Wilhelm.

Bayerischer Rundfunk: Das BR-Frauennetzwerk fordert, dass auf Intendant Ulrich Wilhelm eine Frau an der Spitze des Senders folgt. In einem offenen Brief an den Rundfunkrat schreiben sie, es werde "Zeit für eine Intendantin", die den BR "zukunftssicher und divers" aufstelle. Einen konkreten Vorschlag machen die Netzwerkerinnen nicht, lassen aber wissen, ihnen fiele "eine ganze Reihe von Frauen" ein, die das Amt ausfüllen könnten. Wilhelm tritt für keine weitere Amtszeit an und verlässt den BR im Feburar 2021.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)