Lese-Tipp: Vor 56 Jahren begannen die dritten TV-Programme.

Lese-Tipp: Katja Iken beschreibt in ihrem noch immer amüsanten Artikel aus 2014 den Anfang der dritten Programme im deutschen TV. Der Start hatte 1964 vor allem ein Ziel: Bildung unter das Volk bringen. Den Anfang machte der BR mit seinem sogenannten "Studienprogramm" und einer Dokumentation. Der Hessische Rundfunk folgte zwei Wochen später. Doch als Bildungsfernsehen erreichten die Sender kaum Zuschauer. Das änderte sich erst in den 70ern - mit Sport und Unterhaltungsprogrammen.
spiegel.de

Klick-Tipp: BR schenkt der Bergrettung zum Geburtstag ein Multimedia-Projekt.

Klick-Tipp: Der BR gratuliert der Bergwacht zu ihrem 100. Gründungs­jubiläum mit dem Multimedia-Projekt Die Rettung. Eine interaktive Seite erklärt anhand eines fiktiven Unfallszenarios die verschiedenen Phasen der Bergrettung. Bei einer VR-Installation im Alpinen Museum in München können Besucher*innen in einem echten Bergrettungssack Platz nehmen, der an einem Seil hochgezogen wird, und die Arbeit der Rettungskräfte mittels VR-Brille verfolgen.
br.de, dierettung.br.de

BR produziert neue ARD-Talkshow “Club 1” mit Hannes Ringlstetter.

BR mischt ab Oktober in der ARD-Reihe "Talk am Dienstag" mit und steuert die Show "Club 1" mit Hannes Ringlstetter bei. Ähnlich wie in den anderen Dienstags-Formaten (u.a. "3nach9", "NDR Talkshow") sollen Gäste aus Kultur, Gesellschaft, Sport oder Wissenschaft auftreten. Moderator Ringlstetter weiß allerdings vorher nicht, wer kommt. Die Premiere ist für den 6. Oktober geplant.
br.de

Lese-Tipp: Sprachpfleger Werner Müller ist gegen Deutschtümelei.

Lese-Tipp: Aurelie von Blazekovic porträtiert Werner Müller, 75, der 25 Jahre lang "Sprachpfleger" beim BR war, als akribischen, aber unpedantischen Helfer der Journalist*innen, der keine Sprachhoheit beanspruchte. Grammatik ist laut Müller "ein Stück Leben", er selbst, im Hauptberuf Lehrer, verbrachte die Wochenenden damit, das Programm zu hören und Sprachberichte zu schreiben. Der BR war die einzige ARD-Anstalt, die sich einen Sprachpfleger leistete, inzwischen ist Müller im Ruhestand. Er halte nichts von "Deutschtümelei", dem Gendern steht er dennoch gespalten gegenüber – denn er habe kaum einmal gehört, dass im Radio souverän gegendert worden sei. Er plädiert dafür, lieber beide Geschlechter zu erwähnen.
sueddeutsche.de

Meinung: Bei Demonstrant*innen der Anti-Hygiene-Demos ist “kein Durchkommen”.

Lügenpresse: BR-Hauptstadt-Korrespondentin Barbara Kostolnik hat keine Antwort darauf, wie Journalist*innen mit Anfeindungen auf Anti-Hygiene-Demos umgehen sollen. Es sei frustrierend, dass sie mit den Demonstrant*innen partout nicht ins Gespräch kämen, weil die Protestierenden kein demokratisches Grundvertrauen hätten und somit "kein Durchkommen" sei.
br.de

Klick-Tipp: Der BR bietet Hintergrundbilder für Videokonferenzen an.

Klick-Tipp: Der Bayerische Rundfunk will für mehr Abwechslung bei Video-Konferenzen sorgen und bietet Nutzer*innen verschiedene Hintergrundbilder zum Download an. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Übertragungswagen aus dem Jahr 1961, das ARD-Olympiastudio von 1980 oder Szenenbilder aus verschiedenen Episoden des "Komödienstadel". Vorbild ist die BBC, die ebenfalls Bilder zum Download anbietet.
br.de, turi2.de (BBC)

Gesellschafter beschließen endgültig das Aus für das IRT.


IRT-um ausgeschlossen: Das Münchner Institut für Rundfunktechnik, kurz: IRT, macht zum Jahresende dicht. Nach einer mehr als fünfstündigen Sitzung einigten sich die 14 Gesellschafter am Ende auf die Auflösung. Das IRT teilt mit, es sei "kein tragfähiges Modell für eine Fortführung" gefunden worden. Rund 100 Angestellte verlieren damit im Dezember ihren Job. Die Gesellschafter hatten bereits vor einigen Wochen alle ihre Kündigungen eingereicht. Zuletzt hat sich der Bayerische Rundfunk noch um eine Fortführung des IRT bemüht.

Der BR brauchte dafür aber einen der anderen großen Gesellschafter als Partner. Den Anfang vom Ende des Instituts besiegelte ein Betrugsskandal, bei dem sich ein Patentanwalt rund 200 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.
sueddeutsche.de, irt.de, turi2.de (Background)

BR will Institut für Rundfunktechnik retten.


Münchner Mäzen: Der Bayerische Rundfunk will das angeschlagene Institut für Rundfunktechnik retten, berichtet Kai-Hinrich Renner. Der Sender hält eine Fortführung der Forschungseinrichtung "in kleinerer Form mit einem fokussierten Aufgabenspektrum" für den "günstigsten und effizientesten Weg", sagt ein Sprecher. Dafür sei der BR bereit, "überproportionale Lasten in Kauf zu nehmen". Allein stemmen könnten die Bayern eine Rettung aber nicht, sie bräuchten einen der drei großen Gesellschafter, das ZDF, den WDR oder den NDR. Doch keine der drei Anstalten wolle ihre Kündigung zurück­nehmen. Sie werfen dem BR, der "federführende Anstalt" beim IRT ist, vor, nur höchst unzureichend seiner Aufsichtspflicht nachgekommen zu sein. Der BR sagt, er habe bei der GmbH keine "besonderen Kontroll- oder Aufsichtsfunktionen".

Alle Gesellschafter, neben den neun ARD-Anstalten das ZDF, die Deutschen Welle und Deutschlandradio sowie ORF und SRG, haben ihren Gesellschaftervertrag zum 31.12.2020 gekündigt. Gerade die kleineren Anstalten fürchten jedoch die immensen Kosten einer Liquidation. Die Rede ist von einem dreistelligen Mio-Betrag. Diese Summe ist "nicht zutreffend", sagt der BR, die genauen Kosten ließen sich nicht exakt benennen. Wie es mit dem IRT nun weitergeht, könnte sich am heutigen Freitag entscheiden, nachdem eine Entscheidung in der vergangenen Woche vertagt worden war. (Foto: Felix Hörhager / dpa / Picture Alliance)
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Kochvideos in die rechte Blase führen können.

Video-Tipp: Vermeintlich harmlose Kochvideos oder Styling-Tutorials mit unterschwellig politischen Botschaften können der Einstieg in die rechte Internet-Blase sein. Die Puls Reportage vom BR testet, wie der YouTube-Algorithmus den Zuschauer*innen immer wieder Videos der gleichen Akteure vorschlägt, ohne eine Gegenposition anzubieten, aber manchmal auch überraschend ausschlägt.
youtube.com (21-Min-Video)

Hör-Tipp: TV-Comedy “Das Institut – Die Oase des Scheiterns” bekommt Podcast-Ableger.

Hör-Tipp: Der BR verlängert die Comedy-Serie Das Institut - Die Oase des Scheiterns um einem Podcast. Reporterin Ariane Alter besucht das fiktive Deutsche Sprach- und Kulturinstitut im ebenfalls fiktiven zentral­asiatischen Kisbekistan. Mit unkonventionellen Mitteln versucht das Team, deutsches Kulturgut zu vermitteln und tappt dabei vom einen ins nächste interkulturelle Fettnäpfchen.
ardaudiothek.de (8 Folgen à ca. 20 Minuten), br.de, ardmediathek.de (TV-Staffeln)

BR-Frauen wünschen sich eine Frau als Nachfolgerin für Intendant Ulrich Wilhelm.

Bayerischer Rundfunk: Das BR-Frauennetzwerk fordert, dass auf Intendant Ulrich Wilhelm eine Frau an der Spitze des Senders folgt. In einem offenen Brief an den Rundfunkrat schreiben sie, es werde "Zeit für eine Intendantin", die den BR "zukunftssicher und divers" aufstelle. Einen konkreten Vorschlag machen die Netzwerkerinnen nicht, lassen aber wissen, ihnen fiele "eine ganze Reihe von Frauen" ein, die das Amt ausfüllen könnten. Wilhelm tritt für keine weitere Amtszeit an und verlässt den BR im Feburar 2021.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)

BR-Intendant Ulrich Wilhelm will keine weitere Amtszeit antreten.

BR: Intendant Ulrich Wilhelm stehe "nach reiflicher Überlegung nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung", meldet der Sender. Wilhelm bleibt noch sieben Monate im Amt und will den Chefsessel im Februar 2021 an eine*n Nachfolger*in übergeben. Als Intendant habe er "entscheidende Etappen unseres Umbauprozesses und die Regionalisierung erfolgreich abgeschlossen".
br.de

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

Hör-Tipp: News-WG vom BR arbeitet ohne Hierarchien und setzt kein Vorwissen voraus.

Hör-Tipp: Helene Reiner, Teil der BR-News-WG bei Instagram, erzählt im "New Work"-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen, wie sie das Format nach der Devise "Ausprobieren, machen, testen" mitentwickelt hat. Auch die Struktur der Arbeitsteilung im Team hat sich erst mit der Zeit gefunden, Hierarchien haben sie abgeschafft. Bei ihrer Zielgruppe setzt die News-WG kein Vorwissen voraus. Der Gedanke dahinter: "Was soll ich mit der News anfangen, wenn ich überhaupt nicht verstehe, worum es eigentlich geht."
newwork.podigee.io (55-Min-Audio)

Bayerischer Rundfunk startet ersten True-Crime-Podcast.

Bayerischer Rundfunk knapst sich ein Stück vom True-Crime-Kuchen ab und veröffentlicht ab 14. Juni den ersten sendereigenen Verbrechens-Podcast. "Der Mörder und meine Cousine" befasst sich mit einer 2013 begangenen Beziehungstat. Die siebenteilige Serie soll auf BR-Podcast, in der ARD-Audiothek und "allen gängigen Podcast-Formaten" abrufbar sein. Zusätzlich laufen gekürzte Folgen sonntags in der Bayern2-Sendung "radioDoku".
infosat.de

Basta: BND hört bei Sex-Talk weg.

Verkehr nach Vorschrift: Der Bundesnachrichtendienst schreibt seinen Mitarbeiter*innen vor, abgefangene "Kommunikation mit rein sexualbezogenem Inhalt" in Mails oder Telefonaten zu löschen, lesen "Spiegel" und BR aus internen Dokumenten. Der BND hält es bei der Kategorisierung anzüglicher Kontakte auf Distanz offenbar mit der BZgA – und zählt derartige Gespräche zum "geschützten Verkehr".
spiegel.de (Paid)

Die ARD-Anstalten streiten um eine neue Kulturplattform in Halle.

ARD: Die digitale Kulturplattform könnte ohne den BR starten, schreibt Hans-Jürgen Jakobs. Hintergrund ist ein Standort-Streit: Die Intendanten planen mehrheitlich, sie in Halle anzusiedeln, was den Landtag von Sachsen-Anhalt milde im Hinblick auf die geplante Gebühren-Erhöhung stimmen könnte. Widerstand kommt jedoch weiterhin vom BR-Intendanten Ulrich Wilhelm (Foto). Der werte die Vorgänge als Erpressung.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

turi2 edition #11: Ulla Holthoff über ihr Leben mit dem Fußball.


Fußball und Verantwortung: Ulla Holthoff ist Sportjournalistin, Mutter von Mats Hummels und die Erfinderin des Sport-Talks “Doppelpass”. Für die turi2 edition #11 spricht sie mit Heike Turi über persönliche Krisen und Erfolge, gibt Ratschläge für die Zeit ohne Fußball und unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung des Sports. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der turi2 edition #11.

TV-Tipp: ARD Alpha und BR zeigen historischen Konserven-Fußball.

TV-Tipp: ARD Alpha stillt den Durst der Fans nach Fußball-Berichten, wenn auch nur aus der Konserve. Ab 23.15 Uhr zeigt der Bildungskanal vier Stunden lang historische Spielberichte , Vereinsporträts und Dokus aus den 1960er und 1970er Jahren. Am Samstag ab 14 Uhr wiederholt das BR Fernsehen den Aufstiegskrimi TSV 1860 München – 1. FC Saarbrücken von 2018.
br.de, digitalfernsehen.de

BR bietet “Schule daheim” künftig auch für die Grundschule an.

BR und das Kultusministerium in Bayern erweitern online das Bildungsangebot Schule daheim für die Grundschule, das über die BR Mediathek und alphaLernen.de verfügbar ist. Für höhere Klassenstufen bietet der BR bereits Lerninhalte an. Zum Thema Medienkompetenz will das Projekt So geht Medien von ARD, ZDF und Deutschlandradio aufklären.
br.de, #thinkpositive #actpositive

Corona-Infektion: Bayerischer Rundfunk muss Sender zusammenlegen.

Bayerischer Rundfunk muss wegen Corona-Fällen in der Redaktion die Radiosender Bayern 2 und B5 zusammenlegen, schreibt t-online.de. Die Sendefähigkeit des Informationsprogramms B5 aktuell sei "akut gefährdet". Am Donnerstag seien drei bestätigte Krankheitsfälle aufgetreten, positiv getestet sei zudem auch eine Moderatorin, die Kontakt mit dem Team von B5 aktuell hatte.
t-online.de

BR, ARD und SWR ändern ihr Programm wegen Corona-Schulschließungen.

Öffentlich-rechtliche Sender bauen ihr Programm für Kinder und Jugendliche aus, die wegen geschlossener Schulen zu Hause bleiben müssen: Der BR startet das Programm "Schule daheim", ARD-alpha zeigt montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr Lernformate, der SWR ab Montag täglich 8 Uhr den "Tigerenten Club spezial". Der WDR stellte als erster Sender das Programm um, er zeigt täglich vormittags die "Sendung mit der Maus".
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: BR-Chefredakteur Christian Nitsche über Corona und redundanten Rundfunk.

HörTipp: Der BR bereitet sich auf die massiven Einschränkungen durch Corona vor. Chefredakteur Christian Nitsche erzählt, wie das Programm aufrecht erhalten wird und warum der öffentlich-rechtliche Rundfunk gerade in Krisenzeiten einen Versorgungsauftrag und daher eine besondere Verantwortung hat, "fast genauso wichtig ist wie die Krankenhäuser" und redundant berichtet.
br.de (5 Min)

BR muss für die Wiederholung einer “Pumuckl”-Folge kein zehnfaches Honorar zahlen.

Hurra, hurra, das Pumuckl-Urteil ist da: Das Landgericht München spricht der Autorin Monika Bittl für die Ausstrahlung einer Folge Pumuckl beim BR ein Wiederholungshonorar von rund 3.000 Euro zu - der geforderte Schadenersatz in zehnfacher Höhe wird abgewiesen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Der Vorsitzende Richter hatte in der ersten Verhandlung gewarnt, dass bei keiner Einigung, die Kinderserie beim BR "im Giftschrank" landet.

Bei der Auftragserteilung in den 1990ern vereinbarte die Autorin mit dem BR zunächst eine Vergütung von 7000 DM pro Folge, umgerechnet rund 3.500 Euro, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Für jede Wiederholung sollte Bittl umgerechnet rund 1.500 Euro erhalten. Für den später gegründeten Kinderkanal Kika schloss die ARD einen neuen Vertrag über ein sogenanntes Buy-Out mit einem Pauschalhonorar von 70.000 DM.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Nach Streiks und Sendeausfällen: BR gelingt eine Tarifeinigung.

Streik hat Sendeschluss: Dem BR gelingt nach monatelangen Verhandlungen und temporären Sendeausfällen eine Tarifeinigung. Die Beschäftigten erhalten künftig einen Gehaltszuwachs in drei Stufen. Die Tarifgehälter werden rückwirkend zum April 2019 um 2,1 % angehoben, ab dem kommenden April sind es weitere 2,4 % mehr sowie ein Jahr später noch einmal 2,25 %. Der BR verspricht bis Ende 2024 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Auf Gewerkschaftsseite bestätigt der Bayerische Journalisten-Verband die Einigung, meldet die dpa. Die Laufzeit der Vereinbarung betrage 36 Monate mit einem Sonderkündigungsrecht zum 31. März 2021. Erstmals wirkten sich die Arbeitsniederlegungen beim BR auch zeitweise auf die tagesaktuelle Berichterstattung aus, die zum Teil eingeschränkt war. Auch in anderen ARD-Anstalten kam es zu Streiks.
digitalfernsehen.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Autorin verlangt vom BR 35.790 Euro für eine “Pumuckl”-Folge.

Pumuckl. Foto: dpa.Zahl des Tages: Stattliche 35.790 Euro plus Zinsen verlangt eine Autorin für eine Folge Pumuckl vom BR, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Der Sender hat laut Klägerin an einer Folge aus dem Jahr 1999 kein Ausstrahlungsrecht mehr und soll Schadensersatz zahlen, was der BR in dieser Höhe ablehnt. Ein Vergleich scheiterte vor dem Landgericht München I.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Rainer Maria Schießler im TV-Fragebogen.


Video-Tipp: Rainer Maria Schießler ist Münchens bekanntester Pfarrer, auch, weil er in seinem Amt oft in Fernseh-Serien wie "Dahoam is Dahoam" auftritt. Im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9 beichtet er seine Fernsehleidenschaft: Er brauche TV zur Bildung, Aufklärung und Entspannung. Deswegen schaut er alles – von der Wissens-Doku bis zur Soap. Sein eindrucksvollstes TV-Erlebnis war die Mondlandung 1969, damals wurde im Wohnzimmer seiner Eltern trotz Renovierung ein Fernseher aufgestellt, um das Ereignis live mitverfolgen zu können.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Siebenhaar: BR-Chefredakteur Christian Nitsche steht wegen der “Münchner Runde” in der Kritik.

BR: Chefredakteur Christian Nitsche sorgt intern für Unbehagen bei der Neuausrichtung der Talkshow "Münchner Runde", schreibt Hans-Peter Siebenhaar. Nitsche moderiert die Sendung künftig allein und nicht wie bisher im Wechsel mit Ursula Heller. Kritiker behaupten, Nitsche habe Heller aus der Sendung gedrängt, obwohl er selbst nicht die nötige Körpersprache und das rhetorische Talent für die Sendung mitbringe.
handelsblatt.com

BR-Rundfunkrat verteidigt Handeln der Intendanz im Fall Gutjahr.

Bayerischer Rundfunk: Der Vorsitzende des Rundfunkrats, Lorenz Wolf, verteidigt BR-Intendant Ulrich Wilhelm gegen die Vorwürfe von Richard Gutjahr. Die Geschäftsleitung habe die Anfeindungen gegen Gutjahr "sehr ernst genommen", sagt Wolf der "Süddeutschen". Er sei sich mit Wilhelm einig darin gewesen, "dass der BR Herrn Gutjahr auf jeden Fall Unterstützung zukommen lassen muss - auch im Hinblick auf entstehende Kosten".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Öffentlich-Rechtliche müssen Freie besser vor Hetzkampagnen schützen.

Öffentlich-rechtliche Sender schützen ihre Freien nicht genug vor rechten Angriffen, kritisiert Peter Weissenburger und nennt Richard Gutjahr (Foto) und den BR sowie Danny Hollek und den WDR als aktuellste Beispiele. Die Sender unterschätzten nicht nur "die Geschwindigkeit, in der Hass auf Einzelne niedergehen kann", sondern auch, dass ihre Freien viel angreifbarer seien als Festangestellte. Die Sender seien "nicht auf derartige juristische Projekte" eingestellt.
taz.de, turi2.de (Gutjahr), turi2.de (Hollek)

“Welt”-Chef Ulf Poschardt kritisiert: Einige Milieus treiben ARD und ZDF vor sich her.


Angriff der "Welt"-Macht: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt nimmt die Diskussion um die WDR-Satire und die BR-Kritik von Richard Gutjahr zum Anlass, in einem Kommentar auf Seite 1 die öffentlich-rechtlichen Anstalten scharf zu kritisieren. Poschardt wirft ihnen vor, "einen eher hermetischen Werte- und Wahrnehmungskorridor" zu besitzen, bedingt durch eine "beamtenähnliche Journalistenexistenz" und zu gleichen Verhältnissen, aus denen die Medienschaffenden stammen. In den "Tagesthemen" kommentiere daher "in der Regel ein konformistisches Haltungskollektiv". Applaus komme dafür von "nationalmoralistischen Minderheiten, denen der Umerziehungsimpetus in Sachen Sozialismus, Klimanotstand oder Gendersprache noch nicht weit genug geht". Poschardt diagnostiziert, diese Milieus würden die Sender vor sich hertreiben.

Damit bewegt sich Poschardt nicht weit von der Kritik der AfD und anderer rechtspopulistischer Kräfte, die ARD und ZDF als zu links erachten. Von ihnen will sich der Springer-Mann jedoch nicht vereinbaren lassen. Vielmehr warnt er, dass die vermeintliche Schieflage der Öffentlich-Rechtlichen von der Partei für einen "erwartbar antiliberalen Affekt" genutzt werde. Porschardt fordert daher, dass die Mitte der Gesellschaft definieren solle, wie die Grundversorgung aussehen solle. Er selbst plädiert für eine Wachstumsbremse oder wie er verschärft sagt "Wucherbremse".
welt.de, turi2.de (Background)

BR findet Richard Gutjahrs Vorwürfe “im Kern nicht zutreffend”.


Brieffreundschaft beendet: Der Bayerische Rundfunk findet den offenen Abschiedsbrief seines langjährigen Mitarbeiters Richard Gutjahr "im Kern nicht zutreffend", sagt ein BR-Sprecher dem RND. "Der BR weist insbesondere den Vorwurf der Lüge und Täuschung durch den Intendanten strikt zurück." Die Anstalt habe Gutjahr eine Weiterbeschäftigung "in einem interessanten, auf seinen Themenbereich zugeschnittenen Bereich" angeboten, zitiert die "Welt" den BR. Gutjahr wollte demnach die Stelle nicht annehmen.

Im März 2019 sei ein Aufhebungsvertrag "in gegenseitigem Einvernehmen" geschlossen worden. Seitdem sei der Journalist nicht mehr für den BR tätig gewesen. Richard Gutjahr wirft Ulrich Wilhelm u.a. vor, ihn während eines rechtsextremen Shitstorms nicht angemessen unterstützt zu haben. Gutjahr hatte u.a. die "Rundschau-Nacht" im BR moderiert.
rnd.de, welt.de

Richard Gutjahr verlässt den BR und kritisiert Intendant Wilhelm.

BR: Richard Gutjahr verlässt die Anstalt nach 22 Jahren als fester freier Mitarbeiter. In einem offenen Brief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm kritisiert er den Umgang mit freien Mitarbeitern scharf. Der BR habe Gutjahr und seine Familie mit dem "Hass und der Hetze" in Folge seiner ARD-Berichterstattung allein gelassen. Gutjahr wirft Wilhelm vor, den Rundfunkrat mit Unwahrheiten getäuscht zu haben. Nachdem Gutjahrs Rechtsschutzversicherung ihm nach einem Jahr kündigte, bat der Journalist den BR um juristische Unterstützung, die ihm verwehrt worden sei.
gutjahr.biz

Ulrich Wilhelm: “Europa hat die digitale Souveränität verloren.”


ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt auf den letzten Metern seiner Amtszeit als ARD-Chef Europas digitale Rückständigkeit. Europa habe seine "digitale Souveränität verloren", sagt er im Interview mit seinem Haussender BR. Die Verbreitung öffentlich-rechtlicher Inhalte bei US-Diensten wie Facebook und YouTube sieht er derzeit als alternativlos. Tagesschau.de etwa erreiche nur ein Drittel seiner Nutzer direkt, die Mehrheit komme über Google und Social Media. Wilhelm fordert eine europäische digitale Plattform. Dazu gäbe es bereits Gespräche mit Sendern in anderen europäischen Ländern.

Im Interview hebt der Intendant auch die Rolle von Allianzen hervor – die "allernatürlichste" sei die Zusammenarbeit von ARD und ZDF. Sie solle im Bereich der Mediatheken noch intensiviert werden. Aber auch unter den Kooperationen mit privaten Anbietern wie Sky, der Telekom oder Discovery zieht er eine positive Bilanz, etwa weil die wachsenden Kosten für Sportrechte so besser zu stemmen seien.

Der ARD-Vorsitz wandert am 1. Januar turnusmäßig nach zwei Jahren vom BR zum WDR.
br.de (11-Min-Audiointerview)

Mehr über Ulrich Wilhelm bei turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden. (11/2018)

Meinung: Das Erste verliert gegen die Dritten Programme den Anschluss.

ARD: Die Verschiebung der Talkshows aus den Dritten ins Erste zeigt die Not, nicht die Tugend, kommentiert Joachim Huber im "Tagesspiegel". Während die Quoten im Ersten schwächeln, werden die Dritten Programme immer stärker. Dies dürfe nicht der Anspruch des Ersten sein. Tom Buhrow (Foto) müsse als künftiger ARD-Vorsitzender die "Verzwergung" aufhalten.
tagesspiegel.de

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt Umverteilung zum ZDF und Deutschlandradio.


Wilhelms Wünsche: BR-Intendant Ulrich Wilhelm, bis Jahresende noch ARD-Vorsitzender, will mit der Gebühren-Kommission Kef über deren Vorschlag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro nachverhandeln. Vor den Gesprächen am Mittwoch sagt Wilhelm im "FAZ"-Interview, er sei "freilich nicht mit allen Aspekten des Kef-Berichts glücklich", der Vorschlag bleibe unter der Teuerungsrate. Für nicht nachvollziehbar hält er die vorgeschlagene "nicht unbedeutende Umverteilung von der ARD zum ZDF und Deutschlandradio". Damit würden nationalen Angebote zulasten der regionalen gestärkt. "Wir brauchen aber beides", sagt Wilhelm. Auch den verwehrten Wechsel auf ein Index-Modell bedauert Wilhelm.

Er sei "natürlich froh" über die erste "moderate Beitragssteigerung" seit zwölf Jahren und respektiere die Rolle der Kef, dennoch bestünden "Differenzen zu unseren Einschätzungen in einer Reihe von Punkten". "Bitter" sei insbesondere, "dass wir zu wenig junge Menschen einstellen können, mit neuen Berufsbildern". Die Politik müsse sich entscheiden, "welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft ausfüllen soll, ob sein Angebot also kleiner werden soll oder nicht".
faz.net (Paid), dwdl.de