Hör-Tipp: Sissi Pitzer und Leonhard Dobusch nehmen Rundfunkräte unter die Lupe.

Hör-Tipp: BR-Medienjournalistin Sissi Pitzer und ZDF-Verwaltungsrat Leonhard Dobusch stellen sich im "BR Medienmagazin" die Frage, ob Rundfunkräte noch zeitgemäß sind. Pitzer erinnert sich u.a. an ihren ersten Besuch des BR-Gremiums, der mit Zigaretten und opulenten Eisbechern garniert war; Donbusch plädiert für eine Sitzvergabe per Losverfahren.
br.de (30-Min-Audio)

Cristina Herrmann leitet Kommunikation von Hugendubel.

Hugendubel holt Cristina Herrmann als Leiterin der Unternehmens­kommunikation an Bord. Sie kommt vom BR, wo sie bisher die kommunikative Konzeption und Strategie der Themen­schwerpunkte von BR-Klassik verantwortet hat. Herrmann folgt bei der Buch­handels­kette auf Sophie von Klot, die seit 2015 für Hugendubel kommuniziert hat – zusätzlich zur Arbeit für ihre eigene Agentur.
boersenblatt.net

“Kunst ist ein Experimentier­feld” – Regisseur Max Färberböck im epd-Interview.


Von Franken fasziniert: Am 1. Mai zeigt Das Erste mit der Folge Warum den achten “Tatort Franken”. Regisseur und Autor Max Färberböck hat den “Tatort Franken” vor sieben Jahren gemeinsam mit seiner Co-Autorin Catharina Schuchmann erfunden. Im Gespräch mit Diemut Roether bedauert Färberböck bei epd Medien, dass im “Tatort” Dialekt “nicht gerne gehört” wird. An Nürnberg fasziniert den Oberbayern “ganz besonders die Lebens­zugewandt­heit und der Humor der Bevölkerung”. In deutschen Komödien stört Färberböck “das unbedingte Bedürfnis, komisch zu sein”. turi2 veröffentlicht das Interview in Kooperation mit epd Medien in der neuen, wöchentlichen Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2. Weiterlesen >>>

Patrizia Schlosser arbeitet in Investigativ-Podcast das Olympia-Attentat auf.

50 Jahre danach: Im BR-Podcast "Himmel­fahrts­kommando" beleuchtet die Journalistin Patrizia Schlosser ab dem 19. Mai das Olympia-Attentat 1972 in München. Sie spricht in acht Folgen mit Geheim­dienstlern, Angehörigen von Opfern, Polizei und Politik. Schlosser moderiert den Podcast gemeinsam mit ihrem Vater, der damals als Polizist in Fürsten­feldbruck eingesetzt war.
per Mail

Waldemar Hartmann plädiert für sprachliche Nähe aber weniger political correctness.

Auf Du und Du: "Duz-Maschine" Waldemar Hartmann beklagt im SZ-Interview mit Philipp Crone, man müsse heute "auf jedes Wort achten", dürfe "aber jeden duzen". Der ehemalige Sportmoderator erzählt, dass er das Duzen in der eigenen Kneipe und in den Bergen gelernt hat und wie er in der strengsten Sie-Zeit das "Du" im Fernsehen salonfähig gemacht hat. Von Sportlern, die man nur für ein Interview plötzlich sieze, hätte "Weizen-Waldi" laut eigener Aussage nichts Neues erfahren. Der Vorwurf mangelnder Distanz und Anbiederei sei immer an ihm abgeperlt, auch weil er ausschließlich von Journalisten kam. Bei anderen sprachlichen Förmlichkeiten ist Hartmann, der privat übrigens immer erstmal siezt, dagegen weniger locker: Bei der "Denglisierung" habe er zwar aufgegeben, das Gendern wolle er aber "nicht kampflos hinnehmen".
sueddeutsche.de (Paid)

Hör-Tipp: Auf Telegram wird die russische Zensur umgangen, sagt Jan-Henrik Wiebe.

Hör-Tipp: Social-Media-Experte Jan-Henrik Wiebe erklärt im Medienmagazin-Interview wie Telegram während des Ukraine-Kriegs genutzt wird. Zum einen sei der Messenger ein "wichtiges Kommunikations­mittel, um in Kontakt zu bleiben" und nicht abgehört zu werden. Zum anderen sei er auch ein "praktischer Weg, um Netzsperren und Zensur von der russischen Regierung zu umgehen".
br.de (26-Min-Audio)

“Telekolleg” geht als “kolleg24” online.

Kollegial digital: Der BR will sein Bildungsangebot Telekolleg digitaler und interaktiver aufstellen und benennt es in "kolleg24" um. BR-Indendantin Katja Wildermuth und der bayrische Kultusminister Michael Piazolo haben dazu eine Zusatzvereinbarung unterzeichnet. Das Angebot wird über verschiedene Ausspielwege des BR, über Lernplattformen wie mebis, das Internet und soziale Medien verfügbar sein.
br.de

KEF zweifelt an Wirtschaftlichkeit der BR-Neubauten.

Münchner Millionen: Die Kommission zur Prüfung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zweifelt an der Wirtschaftlichkeit der geplanten Neubauten des Bayerischen Rundfunks in Freimann. Bisher hat der BR rund 360 Mio Euro für die Standortverlagerung des Funkhauses geltend gemacht, die KEF kritisiert u.a. Planungsmängel. Der BR soll nun u.a. eine Wirtschaftlichkeitsanalyse vorlegen.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: BR und WDR verfolgen Spuren zum russischen Geheimdienst.

Klick-Tipp: Die Hacker der Gruppe "Snake" gehören zu den gefährlichsten Cyberspionen der Welt. Ein interaktiver BR-Artikel zeigt, wie Reporter des BR und WDR ihnen auf die Spur kommen. Beim Herunter­scrollen wird auf verschiedene Gegenstände gezoomt, die an einer Tafel angepinnt sind. Eine Zettel mit Programmier­code etwa zeigt, wie die Reporter die ersten Spuren entdecken, die sie zu den mutmaßlichen Urhebern von Snake führen.
interaktiv.br.de

Kirchenmann Lorenz Wolf rechtfertigt sich vor dem BR-Rundfunkrat.


Seichte Beichte: Kirchenjurist Lorenz Wolf, der für das Erzbistum München-Freising im BR-Rundfunkrat sitzt, bittet in einer Sitzung des Gremiums um Entschuldigung für sein umstrittenes Vorgehen bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Er schäme sich, "dass auch ich Schuld auf mich geladen habe, weil ich mich nicht nachhaltig genug an die Seite der Opfer gestellt habe". Er habe die Situation "falsch eigeschätzt", "den Ton nicht getroffen" und "Hilferufe nicht gehört". Dafür wolle er "aus tiefstem Herzen um Vergebung bitten". Gleichzeitig weist Wolf die "gutachterlichen Verdächtigungen und Bewertungen" seiner Rolle als Kirchen­richter im Missbrauchs­skandal erneut zurück und ruft dazu auf, das gesamte 1.900-seitige Gutachten zu lesen, um sich von seinem Wirken ein Bild zu machen.

Sein Amt als Vorsitzender des BR-Rundfunkrats lässt Wolf wegen der Vorwürfe derzeit ruhen. FDP-Rundfunkrat Helmut Markwort fordert von Wolf, vom Vorsitz komplett zurückzutreten. Die grüne Landtags­abgeordnete Sanne Kurz, die ebenfalls im BR-Rundfunkrat sitzt, wirft Wolf vor, die Sitzung als "Pressekonferenz in eigener Sache" zu missbrauchen.
sueddeutsche.de, br.de, augsburger-allgemeine.de, turi2.de (Background)

Zitat: BR-Intendantin Katja Wildermuth hätte mobiles Arbeiten schon viel früher eingeführt.

"Eigen­verantwortung ist der Schlüssel für das Überleben im 21. Jahrhundert. Ich bin mir sicher, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können am besten einschätzen, wie sie ihre Arbeit gut erledigen."

Ginge es nach Intendantin Katja Wildermuth, gäbe es im BR auch ohne Corona keine Präsenz­pflicht für alle. Sie selbst arbeitet "wahnsinnig mobil", sagt sie im turi2-Interview. Führungskräfte müssten aber darauf zu achten, dass im Home-Office niemand vereinsamt.
turi2.tv (direkt zu mobilem Arbeiten), turi2.tv (komplettes Interview, 16-Min-Video), turi2.podigee.io (18-Min-Audio), turi2.de (Zusammenfassung)

Diversität nach Quote ist nur Ultima Ratio – Katja Wildermuth über Vielfalt, Spardruck und mobiles Arbeiten beim BR.


Polyperspektivischer Rundfunk: "Das Wichtigste ist, dass die Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Senders Vielfalt nicht als eine Pflichtübung verstehen, sondern als Bereicherung", sagt BR-Intendantin Katja Wildermuth im Interview bei turi2.tv und im turi2 Podcast. Seit einem Jahr steht sie als erste Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks und räumt ein: "Wir haben viele Jahre vergleichsweise homogen rekrutiert". Förderprogramme wie Puls Talente sollen den BR diverser machen, 40 Redaktionen im Haus beteiligen sich an der von der BBC initiierten 50:50-Challenge. Sie hat das Ziel, Männer und Frauen gleicher­maßen als Gesprächs­partnerinnen ins Programm Programm zu holen. Vielfalt versteht Wildermuth nicht nur im Hinblick auf Geschlecht oder kulturelle Herkunft, sondern auch auf soziale Herkunft, Haltung, Bildungs­wege und Lebense­ntwürfe. Die Vielfalt der Gesellschaft könne der BR im Programm nur abbilden, "wenn wir die Poly­perspektivität auch bei uns haben". Diversität nach Quote hält sie nur für die "Ultima Ratio".

Im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik in ihrem Büro im 15. Stock des Münchner Funkhauses erzählt Katja Wildermuth auch, wie sich Corona auf die Arbeit im BR auswirkt. "Ich arbeite wahnsinnig mobil, ich habe meinen Laptop oder mein iPad dabei. Sie können mich überall hinsetzen", sagt sie. Zu Hause am Küchen­tisch arbeite sie selbst jedoch eher selten. Ginge es nach Wildermuth, hätte sie mobiles Arbeiten oder Home-Office ohne tägliche Präsenz im Sender schon viel früher eingeführt: "Eigen­verantwortung ist der Schlüssel für das Überleben im 21. Jahrhundert. Ich bin mir sicher, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können am besten einschätzen, wie sie ihre Arbeit gut erledigen." Dabei sei es Aufgabe der Führungs­kräfte, darauf zu achten, dass Beschäftigte "im Home-Office nicht vereinsamen", die Grenze zwischen Arbeit und Privat­leben nicht verschwimmt und die Teams "auch mal Spaß miteinander haben", was in ergebnis­orientierten Video­konferenzen oft zu kurz komme.



Wie die gesamte ARD steht auch der BR unter Spardruck – obwohl der Rundfunkbeitrag 2021 gestiegen ist. Vorbei seien die Zeiten, in denen ein Programm für alle reicht: "Jeder möchte am liebsten auf ihn zugeschnittenes Programm", sagt Wildermuth. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur innerhalb des Bestehenden sparen", irgendwann habe das Prinzip "Schnall den Gürtel enger" seine Grenzen. Dann stelle sich die Frage: "Welche Inhalte, welche Programme sind uns wirklich wichtig?" Diese müsse der BR dann finanziell so ausstatten, dass Macherinnen und Produktionsfirmen "davon auch wirklich leben können". Es gehe darum, "nicht mit dem Rasenmäher zu sparen, sondern strategisch".

Weitere Themen im Interview sind u.a. der Umgang mit geschlechter­gerechter Sprache, die federführende Rolle des BR innerhalb der ARD bei Wissenschaft und Bildung, Dokus und ökologischer Nachhaltig­keit sowie die Bedeutung von unabhängigem, professionellen Journalismus in Zeiten, in denen jeder und jede Inhalte erstellen und verbreiten kann.
turi2.tv (16-Min-Video), turi2.podigee.io (18-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Lorenz Wolf gibt Vorsitz im BR-Rundfunkrat vorerst ab.

Vorläufiger Abzug: Der Vorsitzende des BR-Rundfunkrats, Lorenz Wolf, übergibt seine Geschäfte "bis auf Weiteres" an seinen Stellvertreter Godehardt Ruppert. Außerdem wird die Wahl zum BR-Verwaltungsrat verschoben, in der Wolf nächste Woche kandidieren sollte. Politikerinnen hatten wegen seines umstrittenen Vorgehens beim Aufarbeiten sexueller Missbräuche in der katholischen Kirche den Rücktritt von Wolf gefordert.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Politikerinnen fordern Rücktritt von Lorenz Wolf als Vorsitzender des BR-Rundfunkrats.

Missbrauchs­gutachten: Wegen seines umstrittenen Vorgehens beim Aufarbeiten von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche fordern Politikerinnen den Rücktritt von Lorenz Wolf als Vorsitzender des BR-Rundfunkrats. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" sagt die grüne Landtags-Abgeordnete und Mitglied des Rundfunkrats Sanne Kurz, "er dürfte nicht mal mehr die nächste Rundfunk­rats­sitzung leiten". "Focus"-Gründer Helmut Markwort stimmt der Forderung für die FDP-Fraktion im bayrischen Landtag zu: Wolf habe sich "durch seine jahrelange Vertuschungs­arbeit für diese Aufgabe disqualifiziert". Die Vorsitzende des BR-Verwaltungsrats Ilse Aigner wolle sich mit dem Gutachten "noch genauer befassen", bevor sie sich festlege. Sie kenne Wolf als "reflektierten Menschen" und habe seinen Rat immer geschätzt.

Wolf selbst äußert sich auf Nachfrage des Deutschlandfunks nicht zu den Rücktritts­forderungen. Die Geschäfts­stelle des BR-Rundfunkrats betont, dass es sich bei dem Gutachten um einen "bestehenden (Anfangs-)Verdacht handelt". Wolfs Amtszeit endet demnächst automatisch, im Mai wird sich ein neuer Rundfunkrat des BR konstituieren. Dem Geistlichen wurde demnach empfohlen, in den BR-Verwaltungsrat zu wechseln. Aus Sicht von Sanne Kurz gehöre Wolf aufgrund seiner "mangelnden Integrität" auch nicht in dieses Gremium.

Im Missbrauchs­gutachten zum Münchner Erzbistum werfen die Gutachter Wolf vor, "die Interessen der beschuldigten Priester und der Kirche über die der Betroffenen" gestellt zu haben. Wolf weist die Vorwürfe zurück. (Foto: Peter Kneffel / dpa / Picture Alliance)
sueddeutsche.de, deutschlandfunk.de

“Bild”: BR-Volos sollten Gründe für den Rundfunkbeitrag nennen.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing: Angehende BR-Volos sollten beim schriftlichen Wissenstest 2020 des Senders Gründe dafür nennen, warum der erhöhte Rundfunkbeitrag "nicht zu viel Geld" und "gut angelegt" sei, berichtet "Bild". Die noch einsehbaren, empfohlenen Antworten der Prüfungskommission seien "ausschließlich positiv" bezüglich der Gebühren gewesen – was die "Bild" einen "Gesinnungs-" statt Eignungstest vermuten lässt.
bild.de, br.de (Fragebogen)

turi2 edition #16: Wenn man den Bayerischen Rundfunk 2022 neu bauen würde, wie müsste er aussehen, Katja Wildermuth?


Im Wandel: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Medienlandschaft stark verändert – auch der Bayerische Rundfunk. Kurz vor seinem 75. Jubiläum muss sich der Sender neuen Herausforderungen stellen und einer vielfältigeren Gesellschaft anpassen, schreibt BR-Intendantin Katja Wildermuth in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #16 zum Thema Nachhaltigkeit. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

BR-Rundfunkrat beruft Björn Wilhelm als neuen Programmdirektor und segnet Wirtschaftsplan ab.

Keine Überraschung: Der BR-Rundfunkrat beruft wie erwartet Björn Wilhelm zum Programmdirektor Kultur des Senders. Er folgt auf Reinhard Scolik, dess Vertrag vorzeitig aufgelöst wird. Wilhelm kommt vom NDR, wo er Leiter der Hauptabteilung Programm- und Portfolio­management ist. Zudem genehmigt der Rat den Wirtschaftsplan des BR. Dieser weist bei Ausgaben von 1,2 Mrd Euro einen Fehlbetrag von 127 Mio Euro auf.
br.de (Wilhelm), br.de (Wirtschaftsplan), turi2.de (Background)

Katja Wildermuth sieht Kulturplattform als “Tür” zu Inhalten.

Türsteherin: BR-Intendantin Intendantin Katja Wildermuth will mit der geplanten ARD-Kultur­plattform eine "Tür bieten", damit Nutzerinnen nicht an verschiedenen Orten suchen müssen. Im Interview mit der "Süddeutschen" sagt sie, es brauche im linearen Programm wie im Digitalen "Ausrufezeichen", um auf Inhalte aufmerksam zu machen. Einen Abschied von der eigenen BR-Mediathek schaue sie sich "in Ruhe an" – auch aus Sorge, "bestimmte Stärken" des BR könnten in der ARD-Mediathek zu kurz kommen.
sueddeutsche.de (Paid)

“Handelsblatt”: Björn Wilhelm könnte neuer BR-Programmdirektor werden.

Bayerischer Rundfunk handelt Björn Wilhelm, 46, als Nachfolger für Programmdirektor Reinhard Scolik, berichtet das "Handelsblatt". Im Oktober war bekannt geworden, dass Scoliks Vertrag vorzeitig aufgelöst wird und er den Sender Ende des Jahres verlässt. Wilhelm leitet derzeit beim NDR den Programmbereich Fernsehen und Koordination. Der BR will den Bericht nicht kommentieren, die Entscheidungshoheit über die Personalie läge beim Rundfunkrat und werde "zu gegebener Zeit veröffentlicht". Die nächste Sitzung des Rundfunkrats findet am 16. Dezember statt.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

BR: AfD-Politiker schreiben über Umsturzpläne in Chat-Gruppe.

Rechtes Telegram: In einer Chat-Gruppe sollen laut BR AfD-Politikerinnen aus Bayern und Bundes­tags­abgeordnete extremistische Positionen ausgetauscht haben, darunter Revolutions­fantasien und die Ablehnung von Wahlen. Administrator der Telegram-Gruppe ist der bayrische Landes­vorsitzende Stephan Protschka. Dieser verweist auf Meinungs­freiheit und die "freiheitlich demokratischen Grundordnung".
br.de

BR startet Quiz-Show zu Fake News.

Wahrheitssucher: Der BR macht Fake News zum Thema einer Quiz-Show. In "Fakt oder Fake" sollen ab März 2022 Promis erraten, welche Meldungen ausgedacht sind und welche wahr. Moderiert wird die zunächst sechsteilige Sendung von Sebastian Meinberg. Zu den Rate-Promis gehören u.a. Kabarettistin Lisa Fitz, Musiker Patrick Lindner und TV-Koch Alexander Herrmann.
br.de

BR 24 beteiligt sich an vernetztem europäischem News-Projekt.


Lernt teilen: BR24 ist zur Klimakonferenz Teil eines Pilotprojekts zum Austausch von News mit europäischen Partnern. Unter dem Titel "Europäische Perspektiven" bündelt die Europäischen Rundfunkunion Inhalte von länderübergreifender Bedeutung aus öffentlich-rechtlichen Medien. Die Artikel, Videos und Audio-Inhalte des Projektes erhalten verifizierte Übersetzungen, um Sprach­barrieren abzubauen. Der Content wird online in Empfehlungs-Boxen ausgestellt (s. Bild).

Bei großen Themen wie der Klima­krise kündigt BR24 an, die Themen-Boxen laufend zu aktualisieren. Ist bei anderen News der internationale Vergleich interessant, werde eine neue Box zusammengestellt. Partner-Sender sind u.a. Arte, Rai aus Italien sowie RTVE aus Spanien. Erklärtes Ziel ist es "vertrauenswürdigen Nachrichten aus anderen europäischen Ländern zu bekommen".
br.de

“Spiegel” und BR: Gutachten bringt Daimler im Abgas-Skandal in Bedrängnis.


Unsauber: Ein Gutachten soll belegen, dass Daimler in seinen Diesel-Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat, berichten "Spiegel" und BR. Demnach hat der von einer US-Anwaltsfirma beauftragte Software-Entwickler Felix Domke in einer E-Klasse acht Abschalteinrichtungen entdeckt, die u.a. den Verbrauch des Harnstoffs AdBlue drosseln, der die Abgase reinigt. Dies sei die "dreisteste Abschalteinrichtung, die ich kenne", sagt Abgasexperte Kai Borgeest. Daimler weist die Vorwürfe zurück.

Der Autobauer hat stets bestritten, in seinen Diesel-Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen zu verwenden und Beschwerde gegen das Kraftfahrt-Bundesamt eingelegt, das mehrere Modelle von Daimler zurückgerufen hat. Schadensersatz-Klagen gegen Daimler scheiterten bis jetzt häufig daran, dass Klägerinnen nicht nachweisen konnten, wie die Manipulation abläuft.
spiegel.de (Paid), br.de

BLM-Chef wünscht sich mehr Kooperationen zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen.

Teamwork: BLM-Chef Thorsten Schmiege spricht sich im dpa-Interview für mehr Zusammenarbeit zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten aus. Der Schulterschluss zwischen den Anbietern bringe "alle voran". Publizistischer Wettbewerb sei zwar gut und wichtig, vor allem in den Bereichen Technik und Ausbildung seien aber mehr Kooperationen möglich. Als Positiv-Beispiel nennt Schmiege eine "sehr gute Kooperation" mit dem BR beim Übertragungs-Standard DAB Plus.
digitalfernsehen.de

Programmdirektor Reinhard Scolik verlässt den BR.

Sag zum Abschied leise Servus: Programmdirektor Reinhard Scolik, 63, und der Bayerische Rundfunk gehen Ende des Jahres getrennte Wege. Scolik war 2016 vom ORF nach München gewechselt, damals noch als Fernsehdirektor. Im vergangenen Jahr wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert, jetzt aber vorzeitig aufgelöst. Über die Gründe seines Abgangs schweigt sich der Sender aus, wer Scoliks Nachfolgerin wird, ist noch unklar.
kurier.at, dwdl.de

BR führt Ökostrom ein und kündigt “nachhaltige” Fiction-Produktionen an.

Grün im Blau: Der BR will seine Klimabilanz verbessern und dazu u.a. "systematisch" den eigenen CO2-Ausstoß messen. Fiction-Aufträge sollen ab 2022 "nachhaltig" sein, später auch Eigen- und Auftragsproduktionen in anderen Programmbereichen. Beschlossen sei auch der Wechsel zu Ökostrom. Für die ARD hat der BR unter Intendantin Katja Wildermuth gerade erst die Koordination des neuen "Boards Ökologische Nach­haltig­keit" übernommen.
br.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Ex-BR-Intendant Albert Scharf, 86, ist tot.

Albert Scharf, 86, ist tot. Der Jurist war von 1990 bis Ende 2001 Intendant des Bayerischen Rundfunks. Unter seiner Leitung baute der Sender u.a. eine Online-Präsenz auf und startete BR-alpha. Von 1995 bis Ende 1996 war Albert Scharf zusätzlich ARD-Vorsitzender. Beim BR war er seit 1966, zunächst als Juristischer Direktor, später als Vize-Intendant. Intendantin Katja Wildermuth bezeichnet Scharf als "Visionär". Er habe im Amt "Weitsicht und Mut bewiesen" und den BR auf "einen neuen Weg" geführt.
br.de

Hör-Tipp: Fred Kogel gibt Einblicke in seinen Karrierestart.

Hör-Tipp: Medienmanager und Leonine-Gründer Fred Kogel gibt im OMR-Podcast Einblicke in seinen Karrierestart. Während eines Ferienjobs "in einer Kartonagen-Fabrik an der Telefonzentrale" stolperte Jung-DJ Kogel über eine Annonce des Bayerischen Rundfunks, in der ein Nachfolger für Moderator Thomas Gottschalk gesucht wurde: "Da habe ich mich mit meinem Kassettenrekorder beworben, wie 400 andere auch". Kogel gewann und moderierte am 2. Januar 1981 seine erste BR-Hörfunksendung – Gage: 150 D-Mark.
omr.com (80-Min-Podcast)

Video-Tipp: “Zapp” nimmt “Ich bin Sophie Scholl” kritisch unter die Lupe.

Video-Tipp: "Zapp" wirft einen kritischen Blick auf den Instagram-Kanal Ich bin Sophie Scholl von SWR und BR. Schauspielerin Luna Wedler stellt darin die letzten Wochen von Sophie Scholl nach. Kritikerinnen bemängeln den oftmals fehlenden Kontext zu Kriegsereignissen. SWR-Redaktionsleiter Ulrich Herrmann erklärt, die Zustimmung für das Format sei dennoch "überwältigend".
youtube.com (14-Min-Video)

Video-Tipp: Judith Rakers erzählt, wie sie angetrunken die Tagesschau moderiert hat.

Video-Tipp: Judith Rakers plaudert in der BR-Talkshow "Ringlstetter" darüber, wie sie sich einmal im Dienstplan vertan und angeschickert die "Tagesschau" moderiert hat. Sie sei von einem Restaurant über "dunkelgelbe, orange Ampeln" ins Studio gerast. "Du wirst ungeschminkt, lallend und unvorbereitet dastehen", habe sie gedacht. Das Adrenalin habe sie aber übermenschlich gemacht. Trotzdem hatte sie ein schlechtes Gewissen: "Es tat mit so leid".
ardmediathek.de (45-Min-Video) via bild.de

BR macht Faktenchecks bis zur Bundestagswahl mehrsprachig.

BR veröffentlicht seine Faktencheck-Artikel auf BR24 ab sofort zeitlich begrenzt auch auf Englisch, Rumänisch, Türkisch, Arabisch und Bosnisch/Serbisch/Kroatisch. Den #Faktenfuchs als multilinguales Angebot soll es zunächst bis zur Bundestagswahl geben. Eine ähnliche Aktion hatte der Sender schon 2020 mit Corona-Schwerpunkt gestartet. Zielgruppe sind laut BR "Menschen, die zugewandert sind und Deutsch nicht als Muttersprache haben".
br.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: KI kann helfen, Archive zu verbessern.

Hör-Tipp: Christina Elmer vom "Spiegel" und Ulrike Köppen vom BR sprechen bei OMR Media mit Pia Frey über Nutzen und Grenzen für den Einsatz von KI im Journalismus. KI könne mit Zusammenfassungen etwa helfen, audio-visuelle Archive besser zu verschlagworten und daraus neue Produkte zu erstellen. Dagegen sollte eine KI nie selbstständig und unredigiert Texte veröffentlichen oder unterschiedliche Preise z.B. bei Paywalls veranschlagen.
omrmedia.podigee.io (54-Min-Audio)

turi2 edition #14: Wie prägt Social Media die nächste Generation, Maya Götz?

Lese-Tipp: Die Mobile Natives "haben sich mehr als jede andere Generation selbst fotografiert und die Bilder dank Filter dem inneren Idealbild angepasst", beschreibt Maya Götz in ihrem Gast­beitrag für die turi2 edition #14. Das werde dann zum Problem, wenn die Filter-Fakes die Realität beeinflussen. Die Medien­wissen­schaftlerin beim BR beobachtet aber auch eine Gegen­bewegung.
issuu.com (kostenloses E-Paper), turi2.de (künftige E-Paper bestellen)

Protest-Aktionen beim BR, MDR und SWR: Klima-Aktivistinnen fordern mehr Klima-Berichterstattung.


Klima-Klagen: Aktivistinnen der Klima-Bewegung Extinction Rebellion haben am Donnerstag vor mehreren Medienhäusern unter dem Motto "Klimakrise auf die Titelseiten" gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Klima-Berichterstattung protestiert. Beim BR haben sich drei Menschen im Eingangsbereich an einen Tisch angekettet, zwei Männer haben jeweils eine ihrer Hände mit Sekundenkleber am Empfangstresen festgeklebt. Ein Sprecher des Senders sagt, man habe in persönlichen Gesprächen vor Ort deutlich gemacht, dass man das Anliegen der Protestierenden ernst nehme.

Vor dem Gebäude des MDR ist in Leipzig ein verhülltes Denkmal aufgestellt worden, auch vor dem SWR in Stuttgart sind laut Senderangaben "rund ein Dutzend" Anhängerinnen der Bewegung zusammengekommen. In Hamburg haben Aktivistinnen mit freiem Oberkörper vor den Verlagshäusern von Gruner + Jahr und dem "Spiegel" sowie dem Hamburger ZDF-Büro demonstriert, vor der Bauer Media Group haben sich oberkörperfreie Demonstrantinnen an die Backsteinfassade geklebt. In München sollen zudem einige Zeitungsverkaufskästen mit Plakaten überklebt worden sein.
br.de, swr.de, tz.de, welt.de, mopo.de, Foto: picture alliance/dpa, Sven Hoppe

Ulrich Wilhelm kritisiert politische Kommunikation in der Corona-Pandemie.


Zu uneindeutig: Ex-BR-Intendant Ulrich Wilhelm vermisst die klare Kommunikation der Politik in der Corona-Pandemie, sagt er im "FAZ"-Interview. Es sei angesichts der sich verändernden wissenschaftlichen Erkenntnisse schwierig, eindeutige Aussagen zu treffen. Zudem beförderten soziale Medien "leicht Missverständnisse und Überzeichnungen". Das Geschäftsmodell von Plattformen wie YouTube und Facebook habe "keinerlei Sensibilität für die Erfordernisse der demokratischen Meinungsbildung" und sei ein "Störfaktor ersten Ranges für unser politisches Modell".

Nicht zum ersten Mal fordert Wilhelm eine eigene digitale Infrastruktur für Europa, "analog zum öffentlichen Straßennetz, das allen offensteht". Der Kontinent sei zu abhängig von amerikanischen und chinesischen Anbietern. Er befürchtet, dass die "Vorherrschaft der Plattformgiganten" akzeptiert werde, anstatt "in die technologische Tiefe zu gehen". Wilhelm vermisst "Gesprächspartner in der Politik, die sich um so langfristige Dinge kümmern" und glaubt, dass die Politik stärker durch die digitale Revolution verändert werde als der Journalismus. Zwar sei die Finanzierung der Medien teils weggebrochen, aber ihre Bedeutung habe "gar nicht so sehr gelitten".
zeitung.faz.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018):

Bis Ende Mai: BR stellt einzelne Produktionen zurück.

Bayerischer Rundfunk stellt wegen der aktuellen Corona-Situation bis Ende Mai einen Teil seiner TV- und Radio-Produktionen zurück. Die Fernsehsendungen Jetzt red i und Schlachthof verschiebt der Sender, Konzerte der BR-Klangkörper sowie "mehrere Musikproduktionen in der Unterhaltung" sind dagegen ganz abgesagt. Man wolle mit der Maßnahme die Gesundheit der Mitarbeitenden schützen, aber auch "die Sendefähigkeit speziell mit Blick auf die aktuelle Berichterstattung" gewährleisten.
br.de, dwdl.de

Blackfacing: BR nimmt Satire-Figur vom Schirm.

Bayerischer Rundfunk wird keine weiteren Auftritte der Kunstfigur "Maxwell Strauß" von Kabarettist Helmut Schleich zeigen. BR-Intendantin Katja Wildermuth hat im Rundfunkrat eine interne Wertediskussion angekündigt, dazu werde eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Der Sender habe die Verantwortung, "gegen Stereotype und Herabwürdigungen zu wirken". Schleich hatte einen afrikanischen Diktator mit schwarz angemaltem Gesicht gemimt und damit heftige Kritik ausgelöst.
rnd.de, turi2.de (Background)

BR nutzt Blackfacing in Satiresendung “SchleichFernsehen”.

Bayerischer Rundfunk sendet in der Satireshow "SchleichFernsehen" eine fragwürdige Parodie: Satiriker Helmut Schleich mimt mit schwarz angemaltem Gesicht einen afrikanischen Diktator, der Deutschland Tipps im Umgang mit der Pandemie gibt. Blackfacing ist rassistisch – eine Sprecherin des BR teilt mit, die "damit verbundene Problematik" seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld intensiv mit Schleich diskutiert worden. In einem Satireformat müsse dem Künstler "Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden".
spiegel.de, faz.net, sueddeutsche.de

Milchlobby bringt Bayern 3 zum Löschen seiner Klimaschutz-Tipps.

Eingeknickt: Die BR-Popwelle Bayern 3 hat nach einem Shitstorm der Milchlobby einen Facebook-Post gelöscht, der u.a. klimafreundliche Milchalternativen im Kaffee empfiehlt. Der Sender entschuldigt sich sogar: Er habe "die wertvolle Arbeit, die in der Landwirtschaft geleistet wird" nicht kritisieren wollen. Jan Hegenburg vom Blog Volksverpetzer schreibt verärgert: "Bayern 3 hat sich bei der Milchindustrie dafür entschuldigt, Fakten genannt zu haben". Der Verband der Milcherzeuger Bayern bilanziert: "Protest lohnt sich".
volksverpetzer.de via twitter.com, milcherzeugerverband-bayern.de

“‘Konservativer Knochen’ trifft nur einen Teil meiner Person.” So lief das Clubfrühstück mit Sigmund Gottlieb.


Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden.

Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.
turi2.tv (65-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de/clubraum (weiteres Programm)