Wer ist Anja Hermanni? Der krasse Fail der turi2 edition #8.


Voll verkackt: Die turi2 edition #8 landet heute auf zehntausend Schreibtischen der Branche. Ganz groß auf dem Cover beim "Großen Buch vom Erfolg": Anja Hermanni. Wie hat es die dänische Pädagogin, die keine Zeile fürs Buch geschrieben hat, auf den Titel geschafft?

Nun ja: Anja ist die Lebensgefährtin von Uwe C. Beyer, dem Creative Director der turi2 edition. Uwe setzte Anja als Platzhalter für 8.000 Namen der Branche ein, die ein personalisiertes Buch bekommen sollten. Leider ging der Platzhalter in Druck, ohne dass ihn jemand austauschte. Und so wurde Anja Hermanni ohne eigenes Zutun zur vielgelesenen Erfolgs-Autorin und Teil der Fail-Liste turi2.de/misserfolg.

Übrigens: Die 8.000 Branchenpromis können ihren eigenen Namen ganz dezent auf dem Buchrücken lesen.
turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Die Post fasst Bücher- und Warensendungen zusammen und erhöht deren Porto.

Büchersendungen werden ab dem 1. Juli teurer: Die Deutsche Post fasst ihre bislang zwei Tarife für Büchersendungen und vier Tarife für Warensendungen zu zwei Portoklassen zusammen. Künftig kosten Sendungen bis 500 Gramm 1,90 Euro, Sendungen bis zu 1 Kilo kosten 2,20 Euro. Zuletzt hatte die Post die Preise für Büchersendungen vor einem Jahr auf 1,20 Euro beziehungsweise 1,70 Euro erhöht.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Pons darf mit Langenscheidt fusionieren.

Klett darf über seine Tochter Pons Konkurrent Langenscheidt übernehmen, entscheidet das Kartellamt. Klett hatte eine entsprechende Prüfung im März beantragt. Das Kartellamt erklärt, dass beide Wörterbuch-Marken zusammen zwar teilweise Marktanteile von über 40 % erreichen würden, es sich aber um Bagatellmärkte handle, da der Umsatz insgesamt nicht hoch sei. Außerdem stünden die Verlage in Konkurrenz mit digitalen Angeboten anderer Unternehmen.
faz.net, turi2.de (Background)

Studie: 20 Mio Konsumenten kaufen Lektüre im Internet.

E-Commerce: Rund 20 Mio Menschen in Deutschland kaufen laut dem Statistischen Bundesamt im Internet analogen oder digitalen Lesestoff. Laut der Studie zur privaten IT-Nutzung in Deutschland 2018 waren von den Käufern 2 Mio unter 24 Jahre alt, 13 Mio zwischen 24 und 55 Jahre alt sowie 5 Mio über 55 Jahre alt.
destatis.de (Pressemitteilung), destatis.de (Studie, PDF)

Lese-Tipp: Verbands-Chef Torsten Löffler spricht über Bahnhofsbuchhändler.

Lese-Tipp: Torsten Löffler, gerade zum Vorsitzenden des Verbands Deutscher Bahnhofsbuchhändler gewählt, spricht in der "FAZ" mit Michael Hanfeld. Er erklärt, wie die Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften in den Läden ohne Anbindung an Presse-Grossisten zustande kommt. In der Branche habe gerade eine "gravierende Marktkonsolidierung" stattgefunden. Von günstigen Online-Flatrates hält Löffler nichts: Sie würden den Markt kaputt machen.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Verlage kriegen zügig wieder Cash von der VG Wort, glaubt Christian Rath.

Verlage könnten noch vor Umsetzung des neuen EU-Urheberrechts in Deutschland wieder an Einnahmen der VG Wort beteiligt werden, glaubt Rechtsexperte Christian Rath. Die Verlegerbeteiligung könne zügig in einem separaten Gesetz gelöst werden. Wird sie wieder eingeführt, erhalten Journalisten und Autoren weniger Geld von der VG Wort – diese Folge des neuen Urheberrechts sei von der Debatte um Uploadfilter überdeckt worden.
taz.de, turi2.de (Background)

Buch-Boom: Markus Dohle erklärt, wie der Buchmarkt von Netflix & Co profitiert.


Altes Medium, neue Gewinne: Markus Dohle, Buch-Vorstand von Bertelsmann und als Chef von Penguin Random House wichtigster Buch-Verleger der Welt, versprüht auf der Bilanz-Pressekonferenz des Medienriesen Print-Optimismus. Im Video-Interview von turi2.tv jubelt Dohle, "die Endverbraucher-Ausgaben für Bücher steigen jedes Jahr", auch angefeuert von Netflix, Amazon Prime und Co. Hollywood braucht gute Stoffe und verfilmt mehr Bücher des Riesen-Verlags, viele Film- und Serien-Fans greifen hinterher zum gedruckten Original, sagt Dohle.

Also alles in Butter im Buch-Business? Dohle gibt zu, dass die Zahl der Buch-Leser gerade in Deutschland sinkt: "20 % der Menschen sind für 80 % des Buch-Umsatzes verantwortlich". Damit dem Verleger die Leser nicht doch irgendwann ausgehen, setzt Dohle auf spannende Kinderbücher und freut sich auch hier über Wachstum. "Seit 'Harry Potter' vor 20 Jahren sind Kinder- und Jugendbücher die am schnellsten wachsende Buch-Kategorie."
turi2.tv (5-Min-Video)

Mehr über Markus Dohle lesen Sie auch in der turi2 edition #8, die am 9. Mai erscheint.

Mitarbeit: Jens Twiehaus

Zitat: “Verwerter” ist nur rechtlich ein guter Begriff, sagt Verleger Jonathan Beck.

"'Verwerter' klingt, als verdienten wir uns mit den Werken naiver Autoren eine goldene Nase, weshalb es dem 'freien Internet' obliegt, die Autoren und ihre Werke aus unserem Joch zu holen."

Jonathan Beck, Leiter des C.-H.-Beck-Verlags, sagt im Urheberrechtsreform-Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", Verleger kümmerten sich für Autoren "eben auch um vieles, was mit Geld und rechtlichen Aspekten" zu tun habe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)

Video-Tipp: Sophie Paßmann auf dem blauen Sofa bei der Leipziger Buchmesse.

Video-Tipp: Jo Schück empfängt Autorin Sophie Paßmann auf dem blauen Sofa bei der Leipziger Buchmesse mit ihrem Buch "Alte weiße Männer", für das sie u.a. Kai Diekmann, Marcel Reif und Peter Tauber interviewt hat. Den Begriff Feminismus würden viele Männer mit zu viel Samthandschuh anpacken: "Männer nehmen uns den ganzen Tag Ressourcen weg – Rederaum, Geld, Anteile der Macht, die wir verdient haben – wenn es um den Begriff Feminismus geht, sind das dann Männer, die die großen sanften spielen und sagen 'Nein, das ist eures, das dürft ihr behalten'".
zdf.de (25-Min-Video)

GfK Entertainment erstellt ab Ende April keine Bestsellerlisten mehr.

Buchmarkt: GfK Entertainment stellt ihr Handelspanel Buch und damit auch ihre aktuellen Bestsellerlisten Ende April ein. Als Grund nennt das Unternehmen den zunehmenden Umfang von Händlerexklusivitäten. Grundsätzlich wolle die GfK im Buchmarkt weiter aktiv bleiben. Mit dem Ende der Bestsellerlisten durch die GfK ist Media Control künftig der einzige Anbieter im deutschen Mark.
boersenblatt.net

Zitat: Thomas Gottschalk hat keine Hoffnung, dass Lesen zu retten.

"Ich habe die Samstagabend-Unterhaltung nicht gerettet, von der ich sehr viel verstanden habe. Also werde ich auch das Lesen nicht retten, von dem ich relativ wenig verstehe."

Thomas Gottschalk debütiert im BR heute Abend als Literatur-Kritiker. Gottschalk liest macht er auch, um selbst einen Grund zum Lesen zu haben sagt er der "Augsburger Allgemeinen".
augsburger-allgemeine.de via stern.de

Lese-Tipp: Buchbranchen-Akteure sprechen über ihre Zukunft.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" fragt Branchenleute, welche Zukunft das Buch hat. Kerstin Gleba (Foto), Verlegerin von Kiepenheuer & Witsch, glaubt, Frauen spielen eine wichtige Rolle, als Leserinnen sowie Autorinnen. Thomas Rathnow von der Verlagsgruppe Random House glaubt nicht an "das Untergangsszenario" und blickt optimistisch in die Zukunft. Thalia-Chef Michael Busch glaubt, die Branche muss eine Allianz gegen Amazon bilden.
"Spiegel" 12/2019, S. 116 – 122 (Paid)

“Cicero”-Journalist und AfD-Chefin schreiben unterschiedliche Bücher mit selbem Titel.

Beef ums Buch: "Cicero"-Ressortchef Alexander Kissler und AfD-Fraktionschefin Alice Weidel haben je ein Buch geschrieben – aber unter dem selben Titel. Der Gütersloher Verlag von Kissler prüft rechtliche Schritte gegen "Widerworte", um seine frisch erschienenen "Widerworte" zu schützen. Der Plassen Verlag von Weidel ist sich seiner sicher und verkauft das Buch ab Montag.
spiegel.de

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Katrin Wilkens, Autorin und Coach, hat ein neues Buch geschrieben: über den gelungenen und passgenauen Wiedereinstieg in den Beruf für Frauen zwischen 35 und 50. "Mutter schafft! Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt." Westend Verlag, 224 Seiten, 18 Euro. Hier oder hier bestellen.

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Zitat: Schriftsteller Martin Suter will kein “Eigenverleger” sein.

"Ein Verleger bin ich nicht,
Darauf leg ich viel Gewicht.
Ich schreib weiter jeden Tag
Für den Diogenes Verlag."


Martin Suter will trotz eigenem Paid-Content-Angebot kein "Eigenverleger" sein. turi2 hatte den Schriftsteller in einer Meldung von Mittwochabend so bezeichnet.
twitter.com, turi2.de (Background)


Schriftsteller Martin Suter wird Eigenverleger mit Paid Content.

Martin Suter geht mit 70 unter die digitalen Eigenverleger: Der Bestseller-Autor reaktiviert seine Kolumne "Business Class" für die eigene Website. Für 5 Euro pro Monat gibt es zwei Kolumnen und weitere, teils ältere, Texte. Marketing macht Suter via Twitter. Den Schritt in die Selbstständigkeit wählt Suter, weil der Buchmarkt rückläufig ist und er ein verändertes Nutzungsverhalten beobachtet.
"Handelsblatt", S. 44 (Paid), martin-suter.com

Update 28.2., 10.15 Uhr: Martin Suter widerspricht bei Twitter in Versform der Bezeichnung "Verleger".
turi2.de

Insolvenzverwalter von KNV bittet Verlage um Nachschub.

Bücher Buch Bücherstapel 150KNV: Tobias Wahl, Insolvenzverwalter des größten deutschen Buchzwischenhändlers, bittet die Verlage um Vertrauen – und Nachschub. Nur wenn KNV weiter beliefert werde, könne er die Betriebsfortführung sichern. KNV hat nach eigenen Angaben 590.000 Titel von mehr als 5.000 Verlagen auf Lager, von denen ein Großteil noch nicht bezahlt sein könnte. Der Zwischenhändler hat kürzlich Insolvenz angemeldet.
zeit.de, turi2.de (Background)

Stefanie Penck wird Chefredakteurin der “Marco Polo”-Sparte von MairDumont.

MairDumont macht Stefanie Penck (Foto) zur Chefredakteurin der Reiseführer-Marke Marco Polo. Sie folgt auf Marion Zorn, die den Verlag verlassen hat. Penck übernimmt auch die Führung des E-Book-Teams und soll verlagsübergreifend Publishing 4.0 und digitales Innovationsmanagement voranbringen. Sie kam im Herbst 2017 zu MairDumont und war vorher Programmleiterin bei GeraNova Bruckmann. Kristin Wittemann wird Vize-Chefredakteurin von "Marco Polo". Christine Brisch leitet die MairDumont-Presse.
buchmarkt.de, turi2.de (turi2 edition #7: Stephanie Mair-Huydts im Porträt)

Zwischenbuchhändler KNV meldet Insolvenz an.

Bücher Buch Bücherstapel 150KNV meldet Insolvenz an. Der Zwischenbuchhändler, der insgesamt 5.600 Buchhandlungsfilialen beliefert, teilt mit, die Verhandlungen mit einem Investor für die ganze Unternehmensgruppe seien "überraschend gescheitert". KNV gehe aber davon aus, dass der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb fortsetzen und den Verkauf an einen Investor weiterverfolgen werde. 2016 wies das Unternehmen in seinem Abschluss einen Fehlbetrag von 17,9 Mio Euro aus und rechnete ab 2019 wieder mit Gewinn. Die zur Gruppe gehörende Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft ist als einzige nicht von der Insolvenz betroffen.
buchmarkt.de, boersenblatt.net