Gesetzentwurf: Bundesregierung will Huawei bei 5G nicht pauschal ausschließen.

5G-Ausrüstung: Ein Gesetzentwurf der Bundes­regierung sieht keinen pauschalen Ausschluss umstrittener Anbieter wie Huawei und ZTE vor, setzt aber hohe Hürden, schreibt das "Handelsblatt". Ein Prüfungs­verfahren soll sowohl die technische Verlässlichkeit als auch die politische Vertrauens­würdigkeit der Hersteller bewerten. Die Netz­ausrüster sollen garantieren, dass ihre Technologie keine Hintertüren für Cyber­angreifer offen lässt. Das Kabinett könnte das Gesetz noch im Dezember auf den Weg bringen.
"Handelsblatt", S. 11 (Paid)

China stoppt den Börsengang von Jack Mas Ant Group.

China legt den Börsengang der Alibaba-Tochter Ant Group auf Eis, offiziell, weil das Fintech seine Offenlegungspflichten nicht erfüllt habe. Tatsächlich dürfte eine Rede eine Rolle spielen, die Gründer Jack Ma kürzlich gehalten und darin das chinesische Bankensystem als ich zukunftsfähig und pfandhausartig beschrieben hat. Die Ant Group gewährt vor allem Mittelständlern und Konsument*innen Darlehen und ist das am höchsten bewertete Fintech der Welt.
rnd.de, handelsblatt.com

“Welt am Sonntag”: Huawei lässt Mitarbeiter*innen ohne Arbeitserlaubnis arbeiten.

Huawei unterhält nahe seiner Deutschlandzentrale in Düsseldorf in einem zweiten Bürohaus eine "Visitors Area", in der chinesische und indische Mitarbeiter*innen ohne gültige Arbeitserlaubnis arbeiten, schreibt die "Welt am Sonntag". Huawei streitet das ab. Mehrere Ex-Angestellte von Huawei bestätigen den Verdacht und beschreiben, dass bei kurzfristigen Aufträgen IT-Fachkräfte aus der chinesischen Konzernzentrale oder aus Indien eingeflogen oder aus Großbritannien oder Frankreich abgezogen würden. Bis zu 50 Personen seien zeitweise in der Visitor Area tätig gewesen. Laut "Welt am Sonntag" können die deutschen Behörden nur schwer dagegen vorgehen, weil sie kaum beweisen können, dass die Mitarbeiter*innen zum Arbeiten eingeteilt sind.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Londoner Investmentfirma Centricus bietet für TikTok.


London is calling: Die Investmentfirma Centricus will TikTok vom Mutterkonzern ByteDance übernehmen, schreibt das "Wall Street Journal". Das Londoner Unternehmen habe in den letzten Wochen mehrfach das Angebot überarbeitet und wolle sich als Alternative zum Übernahme-Deal von Oracle positionieren. Der US-Konzern gilt bisher als neue Heimat der Social-Media-App.

Centricus steht im Kontakt mit Zhang Yiming, CEO der TikTok-Muttergesellschaft ByteDance, schreibt das "Wall Street Journal". Die USA und China ringen um die App, welche laut US-Regierung ein Sicherheitsrisiko darstelle. Details vom Centricus-Angebot sind unbekannt.
wsj.com, turi2.de (Background)

“Welt am Sonntag”: Huawei will in Deutschland eine Redaktion aufbauen.

Von Chinas Gnaden? Der chinesische Tech-Konzern Huawei plant offenbar den Aufbau einer Redaktion in Deutschland. Die "Welt am Sonntag" zitiert aus einer nicht öffentlichen Stellenausschreibung, wonach die Huawei-Tochter Aspiegel aus Dublin einen "Chefredakteur in Berlin" sucht. Aufgaben sind demnach u.a. der Aufbau eines Redaktionsteams, eine "Strategie zur Erstellung von Inhalten" und die Auswahl "qualitativ hochwertiger Content-Partner". Kritik an dem Plan kommt u.a. von Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen: "Gegenüber Huawei besteht ein hohes Misstrauen, denn zwischen der chinesischen Staatsführung und der Pressefreiheit besteht ein Grundkonflikt."
welt.de

Facebook löscht zwei Propaganda-Netzwerke.

Facebook-LogoFacebook verbannt zwei Netzwerke mit zahlreichen Fake Accounts, die Regierungspropaganda verbreitet haben. Ein Netzwerk stammte von den Philippinen, das andere aus China. Zusammen umfassten die Netzwerke 212 Accounts, 42 Seiten, neun Gruppen und 27 Instagram-Konten. Das chinesische Netzwerk nutze für seine Fake-Profile KI-generierte Profilbilder
techcrunch.com

Thalia: Chinesische Propaganda-Bücher sollen “anderen Blickwinkel” zeigen.


Was zwischen den Zeilen steht: Thalia verteidigt den Verkauf chinesischer Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, auf "Spiegel"-Anfrage als "anderen Blickwinkel". Die Buchhandelskette wolle thematisieren, "dass man Sachverhalte und Personen auch aus anderen Perspektiven sehen kann". Thalia bietet in drei Filialen in Hamburg, Berlin und Wien Werke chinesischer Staatsverlage an. Darunter sind zum Beispiel Propagandaschriften des chinesischen Präsidenten Xi Jingping. Thalia nennt "wachsendes Interesse einer an China interessierten Community in Deutschland" als Grund für die Kooperation. Das Projekt sei ein Test, über dessen Erfolg die Kund*innen entscheiden würden. Wie viel Geld Thalia für die Kooperation bekommt, verschweigt das Unternehmen – die Regale machen sie inzwischen aber immerhin transparent.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Chinesische Landwirte verkaufen Produkte per Livestream.

Video-Tipp: In China vermarkten Landwirte ihre Waren per Livestream und treiben ihren Absatz damit in die Höhe, berichtet Tamara Anthony im "ARD-Weltspiegel". In Schulungen geben TikTok, Alibaba und der E-Commerce-Gigant JD Nachhilfe in Sachen Direkt-Vertrieb, Influencer*innen helfen bei der Präsentation. Für eine Provision von 1 % des Umsatzes übernehmen die Plattformen auch Logistik und Transport.
daserste.de (6-Min-Video), daserste.de (Textfassung)

US-Bezirksrichterin kippt das von Trump verordnete WeChat-Verbot.

WeChat darf in den USA in den Appstores von Apple und Google bleiben, die kalifornische Richterin Laurel Beeler hat Trumps Verbot per einstweiliger Verfügung ausgesetzt. Die beschränkte Redefreiheit, die das Verbot mit sich bringe, sei schwerwiegender als die Sorge der Regierung um die nationalen Sicherheit. Laut Reuters hat Beeler gegen den Willen des US-Justizministeriums gehandelt.
spiegel.de, t3n.de, reuters.com, turi2.de (Background)

China wehrt sich gegen anstehendes TikTok- und WeChat-Verbot der USA.


Nächste Runde Machtgerangel: China zieht im TikTok-Streit nach und setzt einen Mechanismus für Strafmaßnahmen gegen ausländische Unternehmen in Kraft, wenn sie "die nationale Sicherheit" bedrohen. Auslöser können auch Verstöße gegen "international anerkannte Wirtschafts- und Handelsregeln" sein. Als Strafe sieht China Geldstrafen, Im- und Exportbeschränkungen und Investitions- und Einreiseverbote vor.

ByteDance und TikTok haben selbst Beschwerde beim Bundesgericht in Washington eingereicht, um die Downloadsperre abzuwenden. Darin führt die TikTok-Mutter an, Trump gehe es nicht um die US-Sicherheit, sondern politische Gründe, damit überschreite er seine Befugnisse. Das von Trump verhängte Download-Verbot gegen TikTok und WeChat gilt eigentlich ab morgen.
tagesschau.de, manager-magazin.de (China), bloomberg.com (ByteDance), turi2.de (Background)

Chinesisches Staatsunternehmen bestückt Bücher-Regale von Thalia.

Thalia bewirbt chinesische Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, berichtet das ZDF. Neben Sprachführern chinesischer Autor*innen listet die Buchhandelskette auch Werke chinesischer Staatsverlage. Diese publizieren u.a., "dass der Marxismus funktioniert". Thalia spricht von einem "Service für die wachsende chinesische Community in Deutschland".
zdf.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Thalia-Chef Michael Busch erklärt im November 2018 seine Anti-Amazon-Strategie.

H&M reagiert auf Vorwürfe zu Uiguren-Zwangsarbeit.

H&M beendet seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Garn-Produzenten Huafu innerhalb der kommenden zwölf Monate. Außerdem will der schwedische Modekonzern keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Provinz Xinjiang nutzen. Damit reagiert H&M auf öffentlichen Druck und den im März durch das Australian Strategic Policy Institute (Aspi) erhobene Vorwurf, H&M und zahlreiche andere ausländische Unternehmen würden von Zwangsarbeit von Uiguren profitieren.
faz.net

Orcale soll US-Partner von TikTok werden, Microsoft ist raus.


Das Orakel von TikTok: Microsoft ist aus dem Rennen um die Übernahme des US-Geschäfts der Kurzvideo-App TikTok. Der US-Software-Konzern teilt mit, TikToks chinesische Mutterfirma Bytedance habe sein Angebot abgelehnt. Stattdessen soll der kalifornische Software- und Cloud-Anbieter Oracle US-Partner von TikTok werden, berichten mehre US-Media, u.a. die Washington Post und das Wall Street Journal. Statt eines direkten Verkaufs gehe es um eine "Technologie-Partnerschaft". Eine mögliche Option sei, dass TikTok nur das Daten-Management an ein US-Unternehmen auslagert, aber Eigentümer bleibt, eine andere, dass Bytedance seinen Hauptsitz aus China in ein anderes Land verlagert, um Sicherheitsbedenken zu zerstreuen.

Im August hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, TikTok in den USA zu verbieten, sollte das US-Geschäft und die Daten amerikanischer US-Nutzer*innen nicht in die Obhut eines US-Unternehmens kommen. Die Partnerschaft mit Orcale muss von den Regierungen in Washington und Peking noch abgesegnet werden, sagt ein Insider. Jedoch gilt Oracle-Mitgründer Larry Ellison als einer der wenigen hochrangigen Manager eines Technologiekonzerns, der Trump offen unterstützt. Microsoft gibt sich dagegen zerknirscht: "Wir sind zuversichtlich, dass unser Vorschlag gut für die Nutzer der Plattform gewesen wäre und gleichzeitig die nationalen Sicherheitsinteressen geschützt hätte", teilt der Konzern mit.
sueddeutsche.de, spiegel.de, washingtonpost.com, techcrunch.com

Huawei will eigenes Betriebssystem auf Smartphones bringen.

Huawei will sein eigenes Betriebssystem Harmony OS ab 2021 auch auf Huawei-Smartphones laufen lassen, kündigt Manager Richard Yu an. Es soll die Open-Source-Version von Android ersetzen, die das Unternehmen aktuell für seine Smartphones verwendet. Die eigentlichen Google-Dienste darf Huawei nicht mehr nutzen: Weil die USA dem chinesischen Huawei Spionage vorwerfen, hat das Land Sanktionen gegen den Konzern verhängt.
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Amsterdamer Unis und Huawei entwickeln Suchmaschinen-Technologie.

Huawei kooperiert mit der Freien Universität Amsterdam und der Universität von Amsterdam, der chinesische Konzern investiert 3,5 Mio Euro in technische Grundlagenforschung für eine KI-Suchmaschine, schreibt die "FAZ". Sie soll Sprach- und Schrifteingabe sowie verschiedene Sprachen verstehen. Der Vertrag zwischen Huawei und den Unis läuft mehr als vier Jahre, der Konzern liefert neben Geld auch Daten.
"FAZ", S. 28 (Paid)

Walmart und Microsoft wollen TikTok gemeinsam kaufen.


Allianz der Großen: Walmart und Microsoft verbünden sich, um TikTok in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu kaufen, berichtet CNBC. Walmart verspricht sich Wachstum für seinen Onlineshop und ist laut eines Sprechers "zuversichtlich, dass eine Partnerschaft sowohl die Erwartungen der TikTok-User in den USA erfüllen als auch die Anliegen der staatlichen Regulierer befriedigen würde". Microsoft werde den Deal mit TikTok in den nächsten zwei Tagen in Sack und Tüten haben. Der Kaufpreis wird auf 20 bis 30 Mrd Dollar geschätzt.

Walmart liebäugelt schon länger mit TikTok: CNBC berichtet, dass der Einzelhändler zuvor mit Softbank und der Google-Mutter Alphabet verbündet war, um die App zu übernehmen. Weil die US-Regierung ein Veto einlegte und darauf bestand, dass ein Tech-Konzern das Käufer-Konsortium anführt, platze das Vorhaben. Auch Microsoft-Konkurrent Oracle will TikTok übernehmen.

TikTok hat laut eigenen Angaben monatlich fast 100 Mio aktive US-Nutzer*innen. Walmart verfolgt die Übernahme zu einer Zeit, in der es versucht, besser mit Amazon zu konkurrieren. Walmart wiederum versucht, sich stärker gegen Amazon zu behaupten und plant ein Aboprogramm namens Walmart+.
cbnc.com, manager-magazin.de, cnbc.com (Walmart, Alphabet)

TikTok will gegen Trump klagen.


Gegenangriff: Die TikTok-Mutter ByteDance kündigt an, gegen die US-Regierung zu klagen. Damit wehrt sich die Betreiberin der chinesischen Video-Plattform gegen einen Trump-Erlass, der ByteDance zum Verkauf des US-Geschäfts oder dessen Einstellung zwingen will. Die US-Regierung habe bei ihrem Erlass "nicht auf Fakten geachtet" und "versucht, sich in die Verhandlungen privater Unternehmen einzumischen".

Geht es nach der Regierung, ist TikTok am 12. November vom US-Markt verschwunden. Trump hat US-Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu TikTok verboten und sich dabei auf den Datenschutz berufen. TikTok muss außerdem innerhalb von drei Monaten alle US-Nutzer-Daten löschen. Parallel verhandelt Microsoft mit ByteDance über die Übernahme von Teilen des TikTok-Geschäfts.
independent.co.uk, adweek.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Meinung: Oracle bietet auf TikTok, um Daten für seine Cloud zu sammeln.

Oracle, Mitbieter im US-Rennen um TikTok, will die App vermutlich zum Datensammeln für seine eigene Cloud nutzen, schreiben Jannis Brühl und Helmut-Martin Jung. Oracle, das eher auf Geschäftskunden denn auf Teenies spezialisiert ist, schwächelt in Sachen Cloud; könnte sein System aber per Zukauf reformieren und etwa Facebook Konkurrenz machen. Trumps Segen hat das Unternehmen bereits: Er bezeichnet Oracle-Chef Larry Ellison als "tollen Typ".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

USA: TikTok-Verbot tritt erst in 90 Tagen in Kraft.

Frist verlängert: US-Präsident Donald Trump gibt der TikTok-Mutter ByteDance nun 90 statt bisher 45 Tage Zeit, um ihre Geschäfte in den USA zu verkaufen oder zu beenden. Ab 12. November dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit dem chinesischen Konzern hinter der Kurzvideo-App machen. ByteDance wehrt sich gegen das Verbot juristisch, gleichzeitig ist von Verkaufsgesprächen u.a. mit Twitter und Microsoft die Rede.
theverge.com, turi2.de (Background)

Hongkong reagiert mit Trotz auf die Verhaftung von Jimmy Lai.

Protest mit dem Portmonee: Am Tag nach der Festnahme des chinakritischen Medienmanagers Jimmy Lai ist dessen Zeitung Apple Daily in Hongkong vielerorts vergriffen - offenbar kauften viele Einwohner*innen das Blatt aus Protest. Die Zeitung titelt heute: "Apple Daily muss weiter kämpfen". Auch an der Börse erhält Jimmy Lai Rückendeckung: Der Aktienkurs seines Konzerns Next Digital legt zeitweise um 300 % zu.
zdf.de, turi2.de

“WSJ”: Twitter verhandelt mit Bytedance über eine mögliche TikTok-Übernahme.

Twitter hat Interesse an TikTok angemeldet, berichtet das "Wall Street Journal". Der Kurznachrichtendienst habe "Vorgespräche" mit TikTok-Mutter Bytedance geführt. Unklar sei jedoch, ob Twitter den Favoriten Microsoft im Rennen um die Video-Plattform ausstechen und die nötigen finanziellen Mittel aufbringen könnte.
wsj.com (Paid), businessinsider.de, zeit.de

Donald Trump verbietet Geschäfte mit TikTok und WeChat per Dekret.

USA: Donald Trump verbietet US-Bürger*innen per Dekret, "Geschäfte" mit TikTok-Mutter Bytedance und der App WeChat zu machen. Die Verfügung soll in 45 Tagen in Kraft treten. Die Begründung: Beide Apps würden eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, weil China die gesammelten Nutzerdaten zum Ausspionieren nutzen könnte. TikTok-Mutter ByteDance kündigt rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.
techcrunch.com, manager-magazin.de, spiegel.de (Reaktion)

Meinung: Microsoft könnte mit TikTok-Kauf Facebooks Rivale werden.

Microsoft könnte mit der Übernahme von TikTok "aus dem Stand zu einem ernsthaften Rivalen von Facebook" werden, beobachten Roland Lindner, Hendrik Ankenbrand und Gustav Theile in der "FAZ". Gelingt der Deal, wäre dies "ein Paukenschlag". Dass Tiktok bisher einem chinesischen Konzern gehört, sei den meisten Nutzer*innen egal. Es sei kaum argumentierbar, dass in den USA Waffen erlaubt sind, die App aber nicht.
faz.net (Paid)

Reuters: ByteDance übergibt das US-Geschäft von TikTok an Microsoft.


MicroTok: ByteDance, der chinesische Mutterkonzern hinter TikTok, und Microsoft haben sich auf einen Deal geeinigt, berichtet Reuters. Demnach würde Microsoft das US-Geschäft der App übernehmen und ByteDance als Gesellschafter dort aussteigen. Microsoft wäre dann auch für alle Nutzerdaten in den USA verantwortlich. Einige in den USA ansässige Investoren können dem Bericht zufolge weiter einen Minderheitsanteil halten. Auch ByteDance hatte dies ursprünglich vor. Der Plan ist jedoch wohl vom Tisch, weil er keine Zustimmung durch die US-Regierung bekommen hätte. Finanzielle Eckpunkte des Deals sind bislang nicht bekannt, ebensowenig ob Trump dem Deal zustimmen wird.

Mit dem Handel versucht ByteDance, TikTok in den USA zu retten. Erst Freitag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die App in den USA zu verbieten. Seine Administration wirft TikTok vor, Nutzerdaten an chinesische Geheimdienste weiterzuleiten. TikTok selbst wendet sich mit einer Botschaft an seine Nutzer und sagt, der Dienst habe nicht vor, zu verschwinden.
reuters.com, turi2.de (Background)

Deutschland liefert vorerst niemanden mehr nach Hongkong aus.

Völkerrecht: Die Bundesregierung setzt das Auslieferungsabkommen mit Hongkong bis auf weiteres aus. Deutschland folgt damit dem Beispiel von Großbritannien und den USA. Hintergrund sind die verschobenen Wahlen in Hongkong und das zuletzt erlassene Sicherheitsgesetzt, das der Volksrepublik China ermöglicht, zahlreiche Freiheitsrechte in Hongkong einzuschränken.
tagesschau.de

Zahl des Tages: Huawei überholt Samsung als Smartphone-Marktführer.

Zahl des Tages: Mit weltweit 55,8 Mio verkauften Smartphones ist Huawei im 2. Quartal trotz US-Sanktionen erstmals die Nummer 1, berechnet der Marktforscher Canalys. Huawei profitiert von der Schwäche des bisherigen Marktführers Samsung, dessen Absatz weltweit um 30 % auf 53,7 Mio Geräte einbricht. Außerhalb Chinas verkauft zwar auch Huawei 27 % weniger Smartphones, im Heimatmarkt dafür 8 % mehr.
t-online.de, digitalfernsehen.de, canalys.com

TikTok startet europaweiten Fonds und will Influencer*innen mit 60 Mio Euro fördern.


Es regnet chinesisches Geld: TikTok unterstützt über einen Kreativitäts-Fonds Inhalte-Ersteller*innen in Europa mit 60 Mio Euro. Nähere Details zur Bewerbung will die Plattform in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Deutschland ist einer der Kernmärkte von TikTok, der Fonds richtet sich aber auch an Influencer*innen in Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Er soll innerhalb von drei Jahren auf insgesamt rund 255 Mio Eurowachsen.

TikTok hat kürzlich angekündigt, seine Algorithmen, Datenströme und Moderationsregeln in einem "Transparency and Accountability Center" offenzulegen, um zu beweisen, dass es seiner Verantwortung nachkomme und sich an das jeweils geltende Recht halte. Wer genau in diesem Center Einblicke erhalten wird, ist aber nicht klar. CEO Kevin Mayer forderte Unternehmen wie Facebook auf, es TikTok gleichzutun.
horizont.net, presseportal.de, t3n.de (Algorithmus), turi2.de (US-Fonds)

Instagram versucht, erfolgreiche TikTok-User für Reels abzuwerben.

Instagram versucht, erfolgreiche TikTok-User*innen für seine Kurzvideo-Funktion Reels abzuwerben. Die Plattform soll mehreren Nutzer*innen teils hunderttausende Dollar geboten haben, um sie von TikTok zu Instagram Reels zu locken. Das "Wall Street Journal" spricht von einer "Eskalation" des Wettbewerbs zwischen der Facebook-Tochter Instagram und TikTok, das zum chinesischen Unternehmen ByteDance gehört.
wsj.com (Paid) via businessinsider.com, turi2.de (Background)

TikTok erwägt, sein gobales Hauptquartier nach London zu verlegen.

TikTok führt Gespräche mit der britischen Regierung, um seinen Hauptsitz mit rund 3.000 Mitarbeitern in London anzusiedeln und sich so von seinem Heimatland China zu distanzieren, schreibt Reuters. ByteDance ziehe neben Großbritannien weitere Standorte in Betracht. Die "Sunday Times" berichtet hingegen, TikTok habe die Verhandlungen mit Großbritannien abgebrochen.
reuters.com, thetimes.co

Netzagentur-Chef Jochen Homann will Huawei bei 5G nicht pauschal ausschließen.

Huawei sollte beim 5G-Netz nicht von vorneherein ausgeschlossen werden, fordert Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, im "FAZ"-Interview und spricht von einer politischen Entscheidung: "Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, damit nur vertrauenswürdige Technik verbaut wird." Die Auflagen der LTE-Frequenzauktion von 2015 haben die Mobilfunk-Konzerne "immer noch nicht vollständig" erfüllt.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Karl-Theodor zu Guttenbergs Beraterfirma betrieb Lobbyarbeit für Wirecard.

Wirecard beauftragte Spitzberg Partners, das Unternehmen des Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, um die China-Geschäft voranzutreiben, schreibt der "Spiegel". 2019 habe es dazu Gespräche mit der Bundesregierung gegeben. Es seien "Möglichkeiten wohlwollender Begleitung im bilateralen Verhältnis mit China" eruiert worden. Wirecard hat "uns alle getäuscht", sagt zu Guttenberg nach dem Insolvenzantrag Wirecards - zwei Tage zuvor habe seine Firma das Beratungsverhältnis beendet.
spiegel.de (Paid)