Umfrage: China erschwert Arbeitsbedingungen für ausländische Journalist*innen.

China erschwert laut einer Umfrage des Auslandskorrespondentenclubs die Arbeitsbedingungen für ausländische Journalist*innen massiv. Keine*r der Befragten habe angegeben, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessert hätten. Peking nutze auch die Corona-Pandemie dazu, um etwa Einreisebeschränkungen und -verbote zu erlassen.
derstandard.at

Zensur in China wird schlimmer, beobachtet Georg Fahrion.

China macht die westliche Presse mundtot und drangsaliert Korrespondent*innen, beobachtet Georg Fahrion. Die jüngst verbotene BBC sei nur ein Opfer von vielen. Auf dem Spiel steht "die globale Verfügbarkeit von unabhängigen, vor Ort recherchierten Informationen über China", gleichzeitig können Chines*innen nahezu keine westlichen Nachrichtenseiten nutzen. Laut Klub der Auslandskorrespondenten in China hat sich die Lage im letzten Jahr deutlich verschlechtert.
spiegel.de (Paid)

Verleger Jimmy Lai verliert vor Gericht und bleibt inhaftiert.

Widerstandsstimme: Medienmogul Jimmy Lai darf nicht auf Kaution freikommen, entscheidet ein Hongkonger Gericht am Dienstag. Ihm wird die "Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften" vorgeworfen. Hendrik Ankenbrand blickt auf den Werdegang des 72-Jährigen, der in seiner Jugend als blinder Passagier nach Hongkong gekommen ist. Der Milliardär verlegt seit mehr als 30 Jahren China-kritische Medien, sein Boulevardblatt "Apple Daily" ist bis heute die meistgelesene Zeitung Hongkongs.
faz.net, turi2.de (Background)

China blockt Zugang zu Clubhouse.


Tür zu Clubhouse verschlossen: China macht der kurzen Phase der freien Meinungsäußerung via Clubhouse ein jähes Ende. Seit heute ist der Zugriff auf die Gesprächs-App in China gesperrt. Vorausgegangen ist ein Wochenende, an dem die App in China einen Boom erlebte und Chinesen in zahlreichen Räumen zu kritischen Themen diskutiert haben wie dem Umgang mit den Uiguren, das Verhältnis zu Hongkong und Taiwan oder das Massaker auf dem Tiananmen-Platz. Auch vor der Sperre war der Zugriff auf Clubhouse nur für iPhone-Besitzer*innen möglich, deren Apple-ID außerhalb Chinas registriert ist. Zusätzlich benötigten Interessierte einen Einladungscode. Entsprechende Codes wurden online zwischenzeitlich für bis zu 40 Euro verkauft.

Die Kontrolle des Internets ist in China streng. Politisch aus Sicht der Parteiführung heikle Themen werden zensiert. Beiträge und Diskussionen in Textform lassen sich dabei jedoch deutlich besser kontrollieren als gesprochenes Wort, sodass das Ende von Clubhouse in China von vielen bereits erwartet worden. Einige erwarten bereits eine chinesische Kopie, die mit Zensursoftware dafür sorgt, dass unerwünschte Themen nicht vorkommen.
faz.net, heise.de, techcrunch.com

China verstärkt Kontrolle von Journalist*innen.

Pressefreiheit: China prüft vor Ausstellung oder Verlängerung eines Presseausweises neuerdings auch Profile von Journalist*innen auf Social Media. Das ist deswegen problematisch, weil viele Redaktionen in den letzten Jahren kritische Recherchen in den sozialen Netzwerken veröffentlichen. Damit wird "eine letzte Nische der chinesischen Meinungsfreiheit weiter eingeschränkt", schreibt Fabian Kretschmer.
taz.de

Britische TV-Aufsicht entzieht chinesischem Newssender die Lizenz.

TV-Streit: Die britische Medienaufsicht Ofcom entzieht dem China Global Television Network die Sendelizenz. Eine Untersuchung habe ergeben, dass der Newssender und sein Mutterkonzern Star China Media Limited von der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert werden. Das chinesische Außenministerium kontert mit "Fake News"-Vorwürfen gegen die BBC wegen ihrer Berichterstattung über das Corona-Virus in China.
ofcom.org, derstandard.at

Chinesische Staatsmedien zeigen Video von Alibaba-Gründer Jack Ma.

Aufgetaucht: Alibaba-Gründer Jack Ma tritt erstmals seit Oktober öffentlich in Erscheinung. Chinesische Staatsmedien verbreiten eine Videobotschaft des Unternehmers, in der er sich an rund 100 Lehrer*innen im ländlichen Raum richtet. Im Video sagt er, er wolle sich stärker als bisher für karitative Zwecke einsetzen. Ma war nicht mehr öffentlich aufgetreten, seit er im Herbst das chinesische Finanzsystem kritisiert hat.
faz.net, turi2.de (Background)

Alibaba-Gründer Jack Ma ist veschwunden.

Ausgeflogen: Seit Ende Oktober ist Alibaba-Gründer Jack Ma laut Berichten aus der Öffentlichkeit verschwunden. Der 56-jährige Tech-Milliardär wurde in seiner Castingshow "Africa's Business Heroes" ersetzt und twittert auch nicht mehr. Im Herbst hatte er das chinesische Finanzsystem kritisiert und den Unmut des von Staatschef Xi Jinping auf sich gezogen. Aktuell geht der Staat gegen Alibaba und Tochterunternehmen Ant Group vor, unter anderem mit einer Anti-Monopol-Untersuchung.
bild.de, businessinsider.de

Hongkong: Medienunternehmer Jimmy Lai muss zurück in Untersuchungshaft.

Rolle rückwärts: Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai muss zurück in Untersuchungshaft. Am 23. Dezember durfte der 73-jährige Demokratie-Aktivist auf Kaution in den Hausarrest gehen, nun hat ein Berufungsgericht die Entscheidung gekippt. Lai ist wegen Betrugs und Verstößen gegen das umstrittene Hongkonger Sicherheitsgesetz angeklagt.
zeit.de

China: Journalistin nach kritischen Corona-Berichten zu vier Jahren Haft verurteilt.

Pressefreiheit: Die Journalistin Zhang Zhan ist in China zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die 37-Jährige wird für schuldig befunden, "Streit geschürt und Unruhe gestiftet" zu haben. Sie hatte kritisch über die Ausbreitung des Corona-Virus in Wuhan und die Reaktionen der Behörden darauf berichtet. Zhan war im Mai festgenommen worden und trat später in den Hungerstreik.
faz.net, edition.cnn.com

Zitat: Deutschland hat im Wettlauf um die Zukunft den Anschluss verpasst, sagt Kai Diekmann.

"Ich fürchte, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland noch zu gut ist, als dass man die Notwendigkeit der Digitalisierung erkennen würde."

Storymachine-Gründer Kai Diekmann sagt im "Aktionär"-Interview, Europa habe im Wettkampf um die digitale Zukunft "nichts, außer dass wir Daten liefern und dadurch selbst zum Produkt geworden sind".
"Einfach Börse", S. 30 (Paid)

Burda investiert in Asia-Lieferdienst Hungry Panda.

Burda füttert hungrige Pandas: BurdaPrincipal Investments beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde über insgesamt 70 Mio Dollar am Lieferdienst Hungry Panda. Die Firma mit Hauptsitz in London liefert authentisches asiatisches Essen und richtet sich an Chines*innen, die im Ausland leben. Die Bestellt-Plattform ist in 47 Städten in Australien, Kanada und Frankreich, Neuseeland, Großbritannien und den USA aktiv.
burda.com

Gesetzentwurf: Bundesregierung will Huawei bei 5G nicht pauschal ausschließen.

5G-Ausrüstung: Ein Gesetzentwurf der Bundes­regierung sieht keinen pauschalen Ausschluss umstrittener Anbieter wie Huawei und ZTE vor, setzt aber hohe Hürden, schreibt das "Handelsblatt". Ein Prüfungs­verfahren soll sowohl die technische Verlässlichkeit als auch die politische Vertrauens­würdigkeit der Hersteller bewerten. Die Netz­ausrüster sollen garantieren, dass ihre Technologie keine Hintertüren für Cyber­angreifer offen lässt. Das Kabinett könnte das Gesetz noch im Dezember auf den Weg bringen.
"Handelsblatt", S. 11 (Paid)

China stoppt den Börsengang von Jack Mas Ant Group.

China legt den Börsengang der Alibaba-Tochter Ant Group auf Eis, offiziell, weil das Fintech seine Offenlegungspflichten nicht erfüllt habe. Tatsächlich dürfte eine Rede eine Rolle spielen, die Gründer Jack Ma kürzlich gehalten und darin das chinesische Bankensystem als ich zukunftsfähig und pfandhausartig beschrieben hat. Die Ant Group gewährt vor allem Mittelständlern und Konsument*innen Darlehen und ist das am höchsten bewertete Fintech der Welt.
rnd.de, handelsblatt.com

“Welt am Sonntag”: Huawei lässt Mitarbeiter*innen ohne Arbeitserlaubnis arbeiten.

Huawei unterhält nahe seiner Deutschlandzentrale in Düsseldorf in einem zweiten Bürohaus eine "Visitors Area", in der chinesische und indische Mitarbeiter*innen ohne gültige Arbeitserlaubnis arbeiten, schreibt die "Welt am Sonntag". Huawei streitet das ab. Mehrere Ex-Angestellte von Huawei bestätigen den Verdacht und beschreiben, dass bei kurzfristigen Aufträgen IT-Fachkräfte aus der chinesischen Konzernzentrale oder aus Indien eingeflogen oder aus Großbritannien oder Frankreich abgezogen würden. Bis zu 50 Personen seien zeitweise in der Visitor Area tätig gewesen. Laut "Welt am Sonntag" können die deutschen Behörden nur schwer dagegen vorgehen, weil sie kaum beweisen können, dass die Mitarbeiter*innen zum Arbeiten eingeteilt sind.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Londoner Investmentfirma Centricus bietet für TikTok.


London is calling: Die Investmentfirma Centricus will TikTok vom Mutterkonzern ByteDance übernehmen, schreibt das "Wall Street Journal". Das Londoner Unternehmen habe in den letzten Wochen mehrfach das Angebot überarbeitet und wolle sich als Alternative zum Übernahme-Deal von Oracle positionieren. Der US-Konzern gilt bisher als neue Heimat der Social-Media-App.

Centricus steht im Kontakt mit Zhang Yiming, CEO der TikTok-Muttergesellschaft ByteDance, schreibt das "Wall Street Journal". Die USA und China ringen um die App, welche laut US-Regierung ein Sicherheitsrisiko darstelle. Details vom Centricus-Angebot sind unbekannt.
wsj.com, turi2.de (Background)

“Welt am Sonntag”: Huawei will in Deutschland eine Redaktion aufbauen.

Von Chinas Gnaden? Der chinesische Tech-Konzern Huawei plant offenbar den Aufbau einer Redaktion in Deutschland. Die "Welt am Sonntag" zitiert aus einer nicht öffentlichen Stellenausschreibung, wonach die Huawei-Tochter Aspiegel aus Dublin einen "Chefredakteur in Berlin" sucht. Aufgaben sind demnach u.a. der Aufbau eines Redaktionsteams, eine "Strategie zur Erstellung von Inhalten" und die Auswahl "qualitativ hochwertiger Content-Partner". Kritik an dem Plan kommt u.a. von Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen: "Gegenüber Huawei besteht ein hohes Misstrauen, denn zwischen der chinesischen Staatsführung und der Pressefreiheit besteht ein Grundkonflikt."
welt.de

Facebook löscht zwei Propaganda-Netzwerke.

Facebook-LogoFacebook verbannt zwei Netzwerke mit zahlreichen Fake Accounts, die Regierungspropaganda verbreitet haben. Ein Netzwerk stammte von den Philippinen, das andere aus China. Zusammen umfassten die Netzwerke 212 Accounts, 42 Seiten, neun Gruppen und 27 Instagram-Konten. Das chinesische Netzwerk nutze für seine Fake-Profile KI-generierte Profilbilder
techcrunch.com

Thalia: Chinesische Propaganda-Bücher sollen “anderen Blickwinkel” zeigen.


Was zwischen den Zeilen steht: Thalia verteidigt den Verkauf chinesischer Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, auf "Spiegel"-Anfrage als "anderen Blickwinkel". Die Buchhandelskette wolle thematisieren, "dass man Sachverhalte und Personen auch aus anderen Perspektiven sehen kann". Thalia bietet in drei Filialen in Hamburg, Berlin und Wien Werke chinesischer Staatsverlage an. Darunter sind zum Beispiel Propagandaschriften des chinesischen Präsidenten Xi Jingping. Thalia nennt "wachsendes Interesse einer an China interessierten Community in Deutschland" als Grund für die Kooperation. Das Projekt sei ein Test, über dessen Erfolg die Kund*innen entscheiden würden. Wie viel Geld Thalia für die Kooperation bekommt, verschweigt das Unternehmen – die Regale machen sie inzwischen aber immerhin transparent.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Chinesische Landwirte verkaufen Produkte per Livestream.

Video-Tipp: In China vermarkten Landwirte ihre Waren per Livestream und treiben ihren Absatz damit in die Höhe, berichtet Tamara Anthony im "ARD-Weltspiegel". In Schulungen geben TikTok, Alibaba und der E-Commerce-Gigant JD Nachhilfe in Sachen Direkt-Vertrieb, Influencer*innen helfen bei der Präsentation. Für eine Provision von 1 % des Umsatzes übernehmen die Plattformen auch Logistik und Transport.
daserste.de (6-Min-Video), daserste.de (Textfassung)

US-Bezirksrichterin kippt das von Trump verordnete WeChat-Verbot.

WeChat darf in den USA in den Appstores von Apple und Google bleiben, die kalifornische Richterin Laurel Beeler hat Trumps Verbot per einstweiliger Verfügung ausgesetzt. Die beschränkte Redefreiheit, die das Verbot mit sich bringe, sei schwerwiegender als die Sorge der Regierung um die nationalen Sicherheit. Laut Reuters hat Beeler gegen den Willen des US-Justizministeriums gehandelt.
spiegel.de, t3n.de, reuters.com, turi2.de (Background)

China wehrt sich gegen anstehendes TikTok- und WeChat-Verbot der USA.


Nächste Runde Machtgerangel: China zieht im TikTok-Streit nach und setzt einen Mechanismus für Strafmaßnahmen gegen ausländische Unternehmen in Kraft, wenn sie "die nationale Sicherheit" bedrohen. Auslöser können auch Verstöße gegen "international anerkannte Wirtschafts- und Handelsregeln" sein. Als Strafe sieht China Geldstrafen, Im- und Exportbeschränkungen und Investitions- und Einreiseverbote vor.

ByteDance und TikTok haben selbst Beschwerde beim Bundesgericht in Washington eingereicht, um die Downloadsperre abzuwenden. Darin führt die TikTok-Mutter an, Trump gehe es nicht um die US-Sicherheit, sondern politische Gründe, damit überschreite er seine Befugnisse. Das von Trump verhängte Download-Verbot gegen TikTok und WeChat gilt eigentlich ab morgen.
tagesschau.de, manager-magazin.de (China), bloomberg.com (ByteDance), turi2.de (Background)

Chinesisches Staatsunternehmen bestückt Bücher-Regale von Thalia.

Thalia bewirbt chinesische Bücher, die Staatspropaganda verbreiten, berichtet das ZDF. Neben Sprachführern chinesischer Autor*innen listet die Buchhandelskette auch Werke chinesischer Staatsverlage. Diese publizieren u.a., "dass der Marxismus funktioniert". Thalia spricht von einem "Service für die wachsende chinesische Community in Deutschland".
zdf.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Thalia-Chef Michael Busch erklärt im November 2018 seine Anti-Amazon-Strategie.

H&M reagiert auf Vorwürfe zu Uiguren-Zwangsarbeit.

H&M beendet seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Garn-Produzenten Huafu innerhalb der kommenden zwölf Monate. Außerdem will der schwedische Modekonzern keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Provinz Xinjiang nutzen. Damit reagiert H&M auf öffentlichen Druck und den im März durch das Australian Strategic Policy Institute (Aspi) erhobene Vorwurf, H&M und zahlreiche andere ausländische Unternehmen würden von Zwangsarbeit von Uiguren profitieren.
faz.net

Orcale soll US-Partner von TikTok werden, Microsoft ist raus.


Das Orakel von TikTok: Microsoft ist aus dem Rennen um die Übernahme des US-Geschäfts der Kurzvideo-App TikTok. Der US-Software-Konzern teilt mit, TikToks chinesische Mutterfirma Bytedance habe sein Angebot abgelehnt. Stattdessen soll der kalifornische Software- und Cloud-Anbieter Oracle US-Partner von TikTok werden, berichten mehre US-Media, u.a. die Washington Post und das Wall Street Journal. Statt eines direkten Verkaufs gehe es um eine "Technologie-Partnerschaft". Eine mögliche Option sei, dass TikTok nur das Daten-Management an ein US-Unternehmen auslagert, aber Eigentümer bleibt, eine andere, dass Bytedance seinen Hauptsitz aus China in ein anderes Land verlagert, um Sicherheitsbedenken zu zerstreuen.

Im August hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, TikTok in den USA zu verbieten, sollte das US-Geschäft und die Daten amerikanischer US-Nutzer*innen nicht in die Obhut eines US-Unternehmens kommen. Die Partnerschaft mit Orcale muss von den Regierungen in Washington und Peking noch abgesegnet werden, sagt ein Insider. Jedoch gilt Oracle-Mitgründer Larry Ellison als einer der wenigen hochrangigen Manager eines Technologiekonzerns, der Trump offen unterstützt. Microsoft gibt sich dagegen zerknirscht: "Wir sind zuversichtlich, dass unser Vorschlag gut für die Nutzer der Plattform gewesen wäre und gleichzeitig die nationalen Sicherheitsinteressen geschützt hätte", teilt der Konzern mit.
sueddeutsche.de, spiegel.de, washingtonpost.com, techcrunch.com

Huawei will eigenes Betriebssystem auf Smartphones bringen.

Huawei will sein eigenes Betriebssystem Harmony OS ab 2021 auch auf Huawei-Smartphones laufen lassen, kündigt Manager Richard Yu an. Es soll die Open-Source-Version von Android ersetzen, die das Unternehmen aktuell für seine Smartphones verwendet. Die eigentlichen Google-Dienste darf Huawei nicht mehr nutzen: Weil die USA dem chinesischen Huawei Spionage vorwerfen, hat das Land Sanktionen gegen den Konzern verhängt.
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Amsterdamer Unis und Huawei entwickeln Suchmaschinen-Technologie.

Huawei kooperiert mit der Freien Universität Amsterdam und der Universität von Amsterdam, der chinesische Konzern investiert 3,5 Mio Euro in technische Grundlagenforschung für eine KI-Suchmaschine, schreibt die "FAZ". Sie soll Sprach- und Schrifteingabe sowie verschiedene Sprachen verstehen. Der Vertrag zwischen Huawei und den Unis läuft mehr als vier Jahre, der Konzern liefert neben Geld auch Daten.
"FAZ", S. 28 (Paid)

Walmart und Microsoft wollen TikTok gemeinsam kaufen.


Allianz der Großen: Walmart und Microsoft verbünden sich, um TikTok in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu kaufen, berichtet CNBC. Walmart verspricht sich Wachstum für seinen Onlineshop und ist laut eines Sprechers "zuversichtlich, dass eine Partnerschaft sowohl die Erwartungen der TikTok-User in den USA erfüllen als auch die Anliegen der staatlichen Regulierer befriedigen würde". Microsoft werde den Deal mit TikTok in den nächsten zwei Tagen in Sack und Tüten haben. Der Kaufpreis wird auf 20 bis 30 Mrd Dollar geschätzt.

Walmart liebäugelt schon länger mit TikTok: CNBC berichtet, dass der Einzelhändler zuvor mit Softbank und der Google-Mutter Alphabet verbündet war, um die App zu übernehmen. Weil die US-Regierung ein Veto einlegte und darauf bestand, dass ein Tech-Konzern das Käufer-Konsortium anführt, platze das Vorhaben. Auch Microsoft-Konkurrent Oracle will TikTok übernehmen.

TikTok hat laut eigenen Angaben monatlich fast 100 Mio aktive US-Nutzer*innen. Walmart verfolgt die Übernahme zu einer Zeit, in der es versucht, besser mit Amazon zu konkurrieren. Walmart wiederum versucht, sich stärker gegen Amazon zu behaupten und plant ein Aboprogramm namens Walmart+.
cbnc.com, manager-magazin.de, cnbc.com (Walmart, Alphabet)

TikTok will gegen Trump klagen.


Gegenangriff: Die TikTok-Mutter ByteDance kündigt an, gegen die US-Regierung zu klagen. Damit wehrt sich die Betreiberin der chinesischen Video-Plattform gegen einen Trump-Erlass, der ByteDance zum Verkauf des US-Geschäfts oder dessen Einstellung zwingen will. Die US-Regierung habe bei ihrem Erlass "nicht auf Fakten geachtet" und "versucht, sich in die Verhandlungen privater Unternehmen einzumischen".

Geht es nach der Regierung, ist TikTok am 12. November vom US-Markt verschwunden. Trump hat US-Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu TikTok verboten und sich dabei auf den Datenschutz berufen. TikTok muss außerdem innerhalb von drei Monaten alle US-Nutzer-Daten löschen. Parallel verhandelt Microsoft mit ByteDance über die Übernahme von Teilen des TikTok-Geschäfts.
independent.co.uk, adweek.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Meinung: Oracle bietet auf TikTok, um Daten für seine Cloud zu sammeln.

Oracle, Mitbieter im US-Rennen um TikTok, will die App vermutlich zum Datensammeln für seine eigene Cloud nutzen, schreiben Jannis Brühl und Helmut-Martin Jung. Oracle, das eher auf Geschäftskunden denn auf Teenies spezialisiert ist, schwächelt in Sachen Cloud; könnte sein System aber per Zukauf reformieren und etwa Facebook Konkurrenz machen. Trumps Segen hat das Unternehmen bereits: Er bezeichnet Oracle-Chef Larry Ellison als "tollen Typ".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

USA: TikTok-Verbot tritt erst in 90 Tagen in Kraft.

Frist verlängert: US-Präsident Donald Trump gibt der TikTok-Mutter ByteDance nun 90 statt bisher 45 Tage Zeit, um ihre Geschäfte in den USA zu verkaufen oder zu beenden. Ab 12. November dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit dem chinesischen Konzern hinter der Kurzvideo-App machen. ByteDance wehrt sich gegen das Verbot juristisch, gleichzeitig ist von Verkaufsgesprächen u.a. mit Twitter und Microsoft die Rede.
theverge.com, turi2.de (Background)

Hongkong reagiert mit Trotz auf die Verhaftung von Jimmy Lai.

Protest mit dem Portmonee: Am Tag nach der Festnahme des chinakritischen Medienmanagers Jimmy Lai ist dessen Zeitung Apple Daily in Hongkong vielerorts vergriffen - offenbar kauften viele Einwohner*innen das Blatt aus Protest. Die Zeitung titelt heute: "Apple Daily muss weiter kämpfen". Auch an der Börse erhält Jimmy Lai Rückendeckung: Der Aktienkurs seines Konzerns Next Digital legt zeitweise um 300 % zu.
zdf.de, turi2.de