Alibaba macht mit dem Singles Day 38,4 Mrd Dollar Tagesumsatz.

Alibaba erwirtschaftet mit dem Singles Day einen Tagesumsatz von 38,4 Mrd Dollar – er übersteigt den vergangenen Quartalsumsatz von Amazon. Nutzer haben am "Anti-Valentinstag" besonders Produkte von L'Oreal und Nestle gekauft, das beliebteste Importprodukt waren laut Alibaba Nahrungsergänzungsmittel. Der Amazon-Rivale heizt den Aktionstag mit Kampagnen, Live-Shows und TV-Übertragungen an.
manager-magazin.de

China lässt nun auch Langnasen mobil bezahlen.

Alipay, Chinas Digital-Brieftaschen-Primus, startet eine Bezahlfunktion für ausländische Touristen. Es ist die erste Öffnung des chinesischen Mobile-Payment-Marktes für Ausländer ohne chinesisches Konto und ohne chinesische Mobilfunknummer. Das Prepaid-Produkt namens Tour Pass erlaubt für 90 Tage, in China so modern zu bezahlen wie ein Einheimischer. China hatte 2018 rund 30 Mio ausländische Besucher.
scmp.com

TikTok will Drittanbieter enger an sich binden, startet Smartphone-Verkauf.

TikTok will seinen Einfluss auf Drittanbieter ausbauen und kündigt ein neues Entwickler-Programm an, mit denen sie z.B. Inhalte bearbeiten und direkt in TikTok teilen können. Zum Start ist u.a. Adobe mit seiner mobilen Videobearbeitungs-App dabei. In China ist außerdem gerade das TikTok-Smartphone Jianguo Pro 3 auf den Markt gekommen. Mutterkonzern ByteDance hat es unter der Marke Smartisan entwickelt, es kostet rund 412 US-Dollar.
techcrunch.com (Drittanbieter), theverge.com (Smartphone)

Apple beantragt die Befreiung von US-Strafzöllen für China-Importe.

An Apple keeps Zoll away? Apple beantragt bei der US-Regierung eine Befreiung von den China-Zöllen. Der Tech-Konzern befürchtet durch die zusätzliche Abgabe von 15 % Wettbewerbsnachteile. Apple-Chef Tim Cook sieht andernfalls "bedeutende wirtschaftliche Schaden". Der Tech-Konzern stehe im Wettbewerb mit dem südkoreanischen Konkurrenten Samsung, der von den Abgaben nicht betroffen ist.

Die Ausnahmegenehmigung soll für elf Produkte gelten, u.a. für die Apple Watch sowie für Bauteile von iPhone, iMac und Airpods. Die US-Regierung sei mit der chinesischen Regierung in Verhandlung, die Strafzölle künftig abzubauen. Diese gelten seit dem 1. September.
handelsblatt.com

Alibaba überrascht mit deutlichem Umsatz-Plus.

Alibaba meldet für sein zweites Geschäftsquartal Umsätze von umgerechnet 14,5 Mrd Euro. Die chinesische Online-Handelsblattform steigert sich damit um 40 % und wächst vor allem in seinen Kerngeschäften E-Commerce und Cloud Computing. Alibaba übertrifft die Erwartungen der Analysten. Die guten Zahlen lassen einen Börsengang des Unternehmens Ende November in Hongkong wahrscheinlicher erscheinen.
handelsblatt.com

Huawei erhält von der CDU eine Absage für den Parteitag.

CDU lädt Huawei von ihrem Parteitag am 22. und 23.11. in Leipzig wieder aus, berichtet "Bild". Die Partei habe dem chinesischen Konzern mitgeteilt, dass eine Teilnahme als Sponsor "aus organisatorischen Gründen" nicht möglich sei. Beim letzten CDU-Parteitag und beim Deutschlandtag der Jungen Union war Huwei noch mit großem Infostand vertreten, beim Parteitag der CSU sponserten die Chinesen einen Imbiss-Stand. Inzwischen geht die Politik auf Abstand.
bild.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: China testet Journalisten per Gesinnungs-App auf Loyalität.

Video-Tipp: China prüft Journalisten per App auf ihre Loyalität. Die Medienmacher müssen die Gedankenwelt von Präsident Xi studieren und via App eine Prüfung absolvieren. Wer durchfällt, verliert seinen Job. Mit dem Test will die Partei ihre Macht demonstrieren und Angst verbreiten, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
twitter.com/ZDFheute (2-Min-Video), zdf.de (Textfassung)

Meinung: China ist KI-Vorbild trotz Überwachungs-Praxis.

Internet: China ist Digitalisierungs-Vorbild, obwohl es seine Bürger per Gesichtserkennung überwacht, argumentiert Informatik-Professor Christoph Meinel im "Süddeutsche"-Interview. Deutsche sollten nicht alle Entwicklungen verteufeln, sondern selbst erproben und dann einen Umgang damit entwickeln, der "den Werten unserer Gesellschaft entspricht". Das gelte besonders für KI-Anwendungen. Wichtige Fortschritte könne es nur durch Analyse vollständig anonymisierter Daten geben.
sueddeutsche.de

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wirbt vor dem US-Kongress für Libra.

Digitalwährung: Facebook-Chef Mark Zuckerberg wirbt mit seiner Aussage vor dem US-Kongress bei US-Finanzminister Jerome Powell und US-Notenbankchef Steven Mnuchin um Libra, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die bisherigen Skeptiker seien "gar nicht mehr so abgeneigt". Libra stärkt die US-Vormachtstellung in Finanzfragen, argumentiert Zuckerberg.
sueddeutsche.de

Zitat: Huawei-Chef Xu will US-Präsident Trump lieber nicht kommentieren.

"Ich möchte Sie nicht belügen darüber, was ich wirklich denke über ihn. Die chinesische Kultur ist anders als die amerikanische, wo man ihn sogar verfluchen könnte, ohne Probleme zu bekommen."

Huawei-Chef Eric Xu sagt im "Bilanz"-Interview, dass es ihm als Chinese "nicht zustehe", US-Präsident Donald Trump, Fürsprecher der US-Sanktionen, zu kommentieren.
"Bilanz" 10/2019, S. 18-19 (Paid)

Bild des Tages: Polizei schießt Demonstrant in Hongkong an.


Vom Winde verweht: Der Regenschirm eines Demonstranten liegt verlassen auf einer Straße in Hongkong. Im Hintergrund schirmen Polizisten sie Straße ab. Bei den Protesten kam es heute erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Dabei wurde ein junger Mann von einem Polizisten angeschossen, während in Peking die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik laufen. (Foto: Vincent Yu / AP / Picture Alliance)

TikTok enthält verdächtig wenig Videos zu den Protesten in Hongkong.

TikTok enthält, anders als Social Networks westlichen Ursprungs, eher wenige Beiträge zu den Protesten in Hongkong, beobachten Drew Harwell und Tony Romm. Der Suchterm "Hong Kong Protest" zeigt unverfängliche Inhalte, erst unter Hashtags wie #hongkongprotest und #freehongkong findet sich eine Handvoll Videos von den Demonstrationen. Unklar bleibt, ob die Plattform des chinesischen Techkonzerns ByteDance aktiv zensiert oder ob sich die Hongkonger Protestierenden in Selbstzensur üben, um den chinesischen Sicherheitsbehörden nicht aufzufallen.
washingtonpost.com

Huawei bietet komplettes 5G-Patentportfolio zum Kauf an.

Huawei bietet westlichen Interessenten an, vollen Zugang zu den 5G-Patenten des chinesischen Mobilfunk-Konzerns zu erhalten. Der Käufer könne auch den Quellcode von Software begutachten und verändern das soll westliche Ängste entkräften, chinesische Spione könnten Huawei-Produkte als Hintertür in westliche Mobilfunknetze nutzen. Damit würde sich Huawei zwar einen Rivalen schaffen, in Staaten wie Australien kann das Unternehmen aber ohnehin nicht mehr tätig werden. Außerdem braucht die Firma Geld, um die durch die US-Sanktionen ausgefallenen Lieferketten zu ersetzen.
economist.com

Chinesische Botschaft sperrt “Bild” aus.

Bild erhält keinen Zutritt zu einer Pressekonferenz der chinesischen Botschaft in Berlin. Die Zeitung hatte zuvor den Hongkonger Aktivisten Joshua Wong eingeladen. Vor dem absehbaren Ausschluss hatte Chefredakteur Julian Reichelt nach einem Ersatz-Reporter gesucht – und ihn nebenan bei "Welt" gefunden, die rein durften.
bild.de

China schließt Korrespondenten von Merkel-PK aus.

China verweigert Korrespondenten den Zugang zur Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und Premier Li Keqiang. Nur die aus Deutschland mitgereisten Journalisten durften dabei sein - angeblich, weil die Große Halle des Volkes zu klein sei. Nach Protesten erhielten vier deutsche Korrespondenten Zugang, internationale Journalisten mussten draußen bleiben.
rnd.de, derstandard.at

Meinung: Ein Ausschluss vom US-Markt würde Huawei nicht gefährden, beschwört Chef Eric Xu.

Huawei wächst in Europa langsamer seit dem Handelsstreit mit den USA, sagt Chef Eric Xu im "Handelsblatt"-Interview. Durch die mediale Aufmerksamkeit müsse der chinesische Techkonzern jedoch weniger in Werbung investieren. Die Produktion erfolge inzwischen unabhängig von US-Zulieferern, die Zukunft Huaweis sei bei einem Ausschluss vom US-Markt nicht gefährdet.
"Handelsblatt", S. 16-17 (Paid)

China verbannt einen Journalisten des “Wall Street Journal”.

China verlängert die Akkreditierung des "Wall Street Journal"-Journalisten Chun Han Wong nicht. Der Reporter mit Staatsbürgerschaft aus Singapur hatte vor einem Monat einen Bericht über Glücksspiel- und Finanzgeschäfte eines Cousins von Chinas Staatschef Xi Jinping veröffentlicht. Chinesische Offizielle hatten die Zeitung im Vorfeld gewarnt, dass der Artikel Folgen haben würde.
washingtonpost.com

Zahl des Tages: Smartspeaker-Markt wächst im 2. Quartal weltweit um 55,4 %.

Zahl des Tages: Um künstlich intelligente 55,4 % wächst der Smartspeaker-Markt im 2. Quartal weltweit auf 26,1 Mio Stück, errechnet Canalys. Amazon bleibt Marktführer mit 6,6 Mio versendeten Lauschsprechern. Google fällt mit 4,3 Mio Stück auf Platz drei zurück. Der chinesische Marktführer Baidu schnappt sich mit 4,5 Mio verkauften Lautsprechern und einem Wachstum um 3.700 % Platz zwei.
techcrunch.com

Amazon-Konkurrent AliExpress eröffnet ersten Laden in Europa.

Alibaba eröffnet den ersten stationären Laden seiner Online-Plattform AliExpress in Europa. Der chinesische Amazon-Konkurrent verkauft nahe Madrid nun Elektronikartikel. Die Plattform öffnet sich in Spanien, Russland, Türkei und Italien für Produkte lokaler Hersteller. In Spanien ist AliExpress bereits die Nummer 2 im Online-Handel hinter Amazon.
handelsblatt.com

Twitter reagiert auf chinesische Kampagne gegen Hongkong-Proteste.

China: Twitter und Facebook haben Accounts gesperrt, die kampagnenartig im Sinne der chinesischen Staatsführung die Proteste in Hongkong diskreditierten. Twitter schaltet zudem seine Werbetools für Staatsmedien ab, allerdings nicht für unabhängige, gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Medien. Twitter hat nach eigenen Angaben 936 aktive und rund 200.000 noch nicht eingesetzte Accounts gesperrt. Facebook hat fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen gelöscht.
spiegel.de, twitter.com (Staatsmedien), twitter.com (gesperrte Accounts), turi2.de (Background)

Huawei präsentiert Betriebssystem Harmony OS.

Huawei stellt seine Android-Alternative Harmony OS vor. Das Betriebssystem soll auf Smartphones, Computern, Tablets und Uhren laufen. Huawei wird voraussichtlich den Zugang zum Google-System Android verlieren, nachdem Präsident Trump die chinesische Firma zum Staatsfeind erklärt hat. Harmony OS soll quelloffen sein und auch auf Geräten anderer Hersteller laufen können. Setzt es sich durch, müssten Anbieter von Apps neben iOS und Android eine dritte Version entwickeln.
manager-magazin.de, turi2.de (Background)

USA: Trump verbannt Geräte von chinesischen Tech-Firmen aus den Staatsbehörden.


Verbannt: US-Präsident Donald Trump macht ernst und verbietet US-Bundesbehörden ab dem 13. August, Telekommunikations- und Videoüberwachungsgeräte sowie Dienstleistungen direkt bei chinesischen Tech-Konzernen zu kaufen. Betroffen sind die Firmen Huawei, ZTE sowie Hytera und Hikvision, die als nationale Sicherheitsbedrohung eingestuft werden. Die USA befürchtet Spionage für die chinesische Regierung durch die Techkonzerne.

Vereinzelt sollen bei Bundesbehörden Ausnahmen beantragen werden können – wenn die Beteiligten nicht davon ausgehen, dass ihre Zusammenarbeit mit den jeweiligen Unternehmen eine Sicherheitsbedrohung darstellt. Präsident Trump hatte im Mai per Dekret den Notstand in der Telekommunikation ausgerufen – der Schritt galt als weiterer Schlag gegen das chinesische Huawei.
techcrunch.com, cnbc.com, turi2.de (Background)

The Information: Huawei musste Google-basierten Smartspeaker einstampfen.


Zwangsscheidung: Google und Huawei haben vor der Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China gemeinsam an einem Smartspeaker gearbeitet, berichtet The Information. Der geplante Huawei-Sprachassistent sollte im September auf der Ifa in Berlin vorgestellt werden, das Projekt für das gemeinsame Gerät musste jedoch im Mai eingestampft werden.

Geplant war ein Huawei Sprachassistent, der auf Basis des Google Assistants hätte laufen sollen. Der smarte Speaker sollte weltweit auf den Markt kommen und auch in den USA online verkauft werden. Der Bann vom US-Markt hat Huawei bereits dazu gezwungen, die offene Android-Version für seine Smartphones zu verwenden. In der Open-Source-Variante von Android fehlen offizielle Google-Updates sowie u.a. die YouTube- und Gmail-Apps.
theinformation.com, techcrunch.com, theverge.com

TikTok-Mutter ByteDance bestätigt Smartphone-Pläne.


Telefon-Joker: TikTok-Mutter ByteDance kooperiert mit dem Gerätehersteller Smartisan Technology und bringt ein Smartphone auf den Markt. Smartisan habe schon vor der Zusammenarbeit entsprechende Pläne vorangetrieben, die Entwicklung läuft seit sieben Monaten. Das Smartphone soll auf die Ansprüche der Zielgruppe abgestimmt sein – was das konkret heißt, ist noch nicht klar, gute Video-Funktionen dürfen aber als gesetzt gelten.

ByteDance hat sich durch den Erfolg von TikTok – trotz Kritik wegen Datenmissbrauchs und unzulänglichem Jugendschutz – und der chinesischen Schwester-App Douyin in die Liga der Tech-Konzerne Baidu und Tencent Holdings vorgearbeitet. Seit einiger Zeit investiert ByteDance auch außerhalb der Social-Media-Branche, u.a. in AI.
reuters.com, turi2.de (Background)

Alibaba lässt US-Verkäufer auf seine Großhandels-Plattform.


Angriff im Amazon-Land: Der chinesische Gigant Alibaba öffnet seine Großhandels-Plattform für Verkäufer aus den USA. Sie können ihre Produkte nun über alibaba.com an Millionen Kunden verkaufen. Als erste kommen Frischwaren-Händler Robinson und Büroausstatter Office Depot auf die Plattform. Die Öffnung der 1999 gestarteten Plattform richtet sich auch gegen Amazon, das sich mit Business-Angeboten als Freund der Einkaufsabteilungen positioniert hat.

Alibaba sendet mit den ersten US-Verkäufern nicht nur das Signal, weiter international expandieren zu wollen. Es macht auch ein Angebot an die US-amerikanische Politik im fortlaufenden Handelskonflikt mit China. Alibaba könnte eine Erlösquelle für Firmen aus den USA werden, die bislang nur bestellen konnten. Das Portal Alibaba.com ist dabei nur ein Teil des Alibaba-Konzerns, das auch Alipay, das Auktionshaus Taobao und den Shop Tmall betreibt. (Foto: Da Qing / Imaginechina / Picture Alliance)
bloomberg.com

“Öko-Test”: Verantwortliche sollen 1,2 Mio Euro in China veruntreut haben.

Öko-Test: Laut interner Dokumente sind bei der Tochter der SPD-Medienholding 1,2 Mio Euro in Asien verschwunden, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die Verantwortlichen hätten sie bei gescheiterten China-Geschäften veruntreut. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Das Amtsgericht Frankfurt hat eine Durchsuchung angeordnet.
"Süddeutsche Zeitung", S. 12 (Paid)

Huawei streicht offenbar Jobs in den USA.

Huawei will Mitarbeiter in den USA entlassen, schreibt das "Wall Street Journal". Betroffen seien Angestellte der auf Entwicklung spezialisierten Tochterfirma Futurewei Technologies, wofür bisher 850 Mitarbeiter in mehreren US-Städten arbeiten. Zwischen China und den USA tobt ein Handelskonflikt. Huawei hat die Einsparungen bisher nicht bestätigt.
handelsblatt.com, wsj.com, turi2.de (Background)