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Frederike Probert, CEO von Mission Female und Board Member der Deutschen Digitalen Beiräte, sagt im turi2 Clubraum, dass Frauen häufig das "stärkende Netzwerk" fehlt. Weil "bestehende Männernetzwerke nicht sehr inklusiv sind", haben sie "nicht das Gefühl, in alteingesessenen Buddy-Clubs willkommen zu sein". 

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Frederike Probert, CEO von Mission Female und Board Member der Deutschen Digitalen Beiräte, findet, dass erfolgreiche Frauen eine "Strickleiter von oben nach unten" reichen müssen, um anderen Frauen auf ihrem Karriereweg zu helfen. Im turi2 Clubraum erzählt sie Aline von Drateln und Björn Czieslik, wie sie genau das mit Mission Female zu erreichen versucht.
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Heute im turi2 Clubraum: Frederike Probert über netzwerkende Frauen.


Outgesourctes Networking: Frederike Probert hat mehr als 20 Jahre im Ad-Tech-Geschäft gearbeitet – und war dabei oft die einzige Frau. Bei einem Camping-Trip durch Europa fasst sie 2018 den Entschluss, daran etwas zu ändern und ihre Mission zum Fulltime-Job zu machen. 2019 gründet Probert das Frauen-Business-Netzwerk Mission Female, das im Job erfolgreiche Frauen zusammenbringt und Gründerinnen unterstützt. Im turi2 Clubraum, dem Live-Podcast mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, spricht sie u.a. über ihre Erfahrung, dass bei erfolgreichen Frauen das Netzwerken oft zu kurz kommt. Außerdem diskutiert das Trio über die von der EU beschlossenen verbindlichen Geschlechter­quoten für Vorstände und Aufsichtsräte.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren Christoph Amend, Editorial Director des "Zeit-Magazins, Ex-Medienjournalist Daniel Bouhs und Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

“Die Queen ist einfach nur beeindruckend” – Christoph Amend über Elisabeth II. und Editorials.


Queen-Fanboy: Als das "Zeit-Magazin" zuerst über einen eigenen Newsletter nachgedacht hat, "waren wir der Meinung, dass wir keinen brauchen", sagt Christoph Amend im turi2 Clubraum. Mittlerweile schreibt der Editorial Director des "Zeit"-Supplements seit fünf Jahren den täglichen Newsletter Was für ein Tag. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow erklärt er, dass er das nur mit einem gut entwickelten System und Co-Autorinnen schafft. Denn neben seinem täglichen Editorial schreibt Amend Bücher und ist Host der Podcasts Und was machst du am Wochenende und Alles gesagt?. Trotz anfänglicher Skepsis kann Amend den Erfolg von Newslettern mittlerweile erklären: "Wenn ich mich für bestimmte Themenbereich interessiere, abonniere ich einen Newsletter, der mir das am besten liefert." Hinzu komme, dass die Leserinnen "auf angenehme Art und Weise Nachrichten bekommen", ohne danach suchen zu müssen.

Wichtig ist laut Amend, das Format immer weiterzuentwickeln. Er selbst habe die Erfahrung gemacht, den ein oder anderen Newsletter abzubestellen, "weil man irgendwann merkt, dass man sie ewig nicht geöffnet hat". Seine Aufgabe als Autor sei daher, "immer mal etwas neues zu entwickeln, damit es nicht langweilig wird". Im Zuge des Kriegs in der Ukraine etwa, vermerkt sein Newsletter ganz am Anfang, der wievielte Tag seit der russischen Invasion vergangen ist. Das diene als "tägliche Erinnerung" an die Geschehnisse, "selbst wenn an bestimmten Tagen keine fundamentalen Nachrichten aus Russland oder der Ukraine kommen". Zwar spielt die tägliche Nachrichtenlage in seinem Newsletter eine Rolle, auf aktuelle Debatten wie der "Welt"-Artikel über die angebliche Sexualisierung und Umerziehung von Kinder bei ZDF und ARD springt das "Zeit-Magazin" jedoch nicht auf. Amends Redaktion würde beim Thema Transsexualität "eher in die Tiefe gehen und eine Langzeitrecherche machen, um dem Thema auf den Grund zu gehen".

Als es bei den Themen der Woche um das 70-jähriges Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. geht, enttarnt sich Amend als Fanboy: "Wenn man sich ihr ganzes Leben anschaut, wie sie mit politischen Veränderungen umgegangen ist und Kontenance bewahrt hat, ist sie einfach beeindruckend." Sie habe gezeigt, Fehler korrigieren zu können, "wenn es darauf ankommt", etwa beim Umgang mit dem Tod von Lady Diana. Eine solche Person würde auch Deutschland gut tun, findet von Drateln und schlägt Hape Kerkeling vor. "Die Engländer haben die Queen, wir haben Steinmeier", meint Amend.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Frederike Probert zu Gast. Sie ist CEO von Mission Female und Board Member der Deutschen Digitalen Beiräte.
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“Nicht mit der Kladde durchs Funkhaus laufen”: Daniel Bouhs über neue Projekte und alte Unbefangenheit.



Familiäre Vorbelastung: "Meine erste Fest­anstellung gekündigt zu haben, war rückblickend das Beste, was ich im Job gemacht habe", sagt Daniel Bouhs im turi2 Clubraum. Der langjährige Medienjournalist und frischgebackene Redakteur mit besonderen Aufgaben des SWR, erzählt im Gespräch mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, dass sein Weg in den Medien­journalismus schnell ein "Selbstläufer" geworden ist. Da sein Vater ZDF-Journalist war, habe er nie Berührungs­ängste mit den Medien gehabt. Seine Zeit als freischaffender Journalist, u.a. im ARD-Radio, dem Deutschlandfunk und bei "Zapp", haben ihm "Entwicklungen ermöglicht, die ich in diesem Tempo in dieser Vielfältigkeit nicht gehabt hätte". Im Live-Podcast diskutiert das Trio auch über Diversität in den Medien, den Ansturm aufs 9-Euro-Ticket und die Kommunikation von Robert Habeck.

Den SWR-Job in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig hat Bouhs angenommen, weil er "sehr bereit war, mal etwas Neues zu machen". Im Sender habe es "schon Fragezeichen, auch was den Stellenzuschnitt angeht", gegeben, weil er auch für journalistische Qualitäts­sicherung zuständig ist. Bouhs habe jedoch vermittelt: "Es gibt kein Qualitätsproblem", sondern nur die Herausforderung, die Qualität zu halten. Zudem befasst sich Bouhs mit digitalen Entwicklungen und will den "unbefangenen Blick" des Ex-Medien­kritikers in den eigenen Reihen einbringen. Ein weiteres Ziel sei, die "heimliche Medien­haupt­stadt Mainz" stärker zu profilieren.

Künftig kann sich Bouhs gut vorstellen, Aufgaben im Rahmen des nahenden ARD-Vorsitzes des SWR zu übernehmen. Das könnte "eine interessante Perspektive" sein, auch wenn er die ARD-Chefs nicht beneidet: "ARD-Vorsitz ist glaub ich ein irres Brett. Das geht an die Substanz." In vergangenen Gesprächen mit ARD-Chefs habe er gelernt, dass "sich einige gefreut haben, wenn die zwei Jahre auch wieder vorbei waren". Die ARD-Vorsitzende könne nicht wie im Konzern "durchregieren", sondern müsse "neun Anstalten auf einen Nenner bringen, die ja aus guten Gründen autarke Medienhäuser sind".

Dass bezüglich seines Wechsels, auch im Verbund mit der Personalie Kai-Hinrich Renner, von einem "Niedergang des Medien­journalismus" geschrieben wurde, hält er für übertrieben. Einerseits sei Medienjournalismus zwar "immer gefährdet", andererseits gebe es auch in Häusern wieder Bedarf, die ihre Aktivitäten auf dem Feld zwischenzeitlich stark heruntergefahren haben. Schuld daran sei auch die Herausforderung, "den Widerstand gegenüber Desinformation" zu leisten und Qualitäts­journalismus abzuliefern.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Editorial Director des "Zeit Magazins" Christoph Amend zu Gast.
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Heute im turi2 Clubraum: Daniel Bouhs über seinen Abschied vom Medienjournalismus.


Vom Kritiker zum Macher: Daniel Bouhs hat 15 Jahre lang kritisch über den Medienbetrieb berichtet – u.a. im ARD-Radio, dem Deutschlandfunk und bei "Zapp" – seit zwei Monaten steht er auf der anderen Seite. Beim SWR in Mainz ist er "Redakteur mit besonderen Aufgaben" und macht nun mehr Management als Journalismus. Im turi2 Clubraum, dem Live-Podcast mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, spricht er über den neuen Job und seinen Blick auf den Medienjournalismus. Außerdem diskutiert das Trio über den Ansturm auf das 9-Euro-Ticket und das Werben der Medienbranche um diversen Nachwuchs.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken, Angelika Gifford, EMEA-Chefin von Meta und Peter Schwierz, Chef des E-Mobility-Dienstes Electrive zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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Keine Angst vor dem Shitstorm: Ronald Focken über Werbung in Filterblasen.


Chief Emotional Officer: "Als Unternehmen musst du Haltung beziehen, Ecken & Kanten haben", sagt Ronald Focken im turi2 Clubraum. Der Geschäftsführer der Agentur-Gruppe Serviceplan erklärt im Gespräch mit Aline von Drateln und Pauline Stahl, dass Kommunikation dann hängen bleibt, wenn sie "gegen den Strom" formuliert wird. Angst vor Shitstorms will Focken seinen Kunden nehmen. Er erklärt etwa, wie seine Agentur einer Fast-Food-Kette geholfen hat, unberechtigte Rassismus-Vorwürfe abzuwenden. Außerdem sagt er, dass er die Arbeit von Kai Diekmann und seiner Social-Media-Agentur Storymachine "langweilig" findet und blickt in die wilden Werbezeiten früherer Jahrzehnte.

Im schnellen Kreuzverhör verrät Focken u.a., dass er sich gerne an die Ravensburger-Werbung aus seiner Kindheit erinnert, weil sie ihm dabei geholfen hat, seinen Wunschzettel für Weihnachten zu füllen. Außerdem lobt er die Werbe-Kampagnen von O2 und Mercedes und sagt, dass er für seine Mitarbeitenden als Geschäftsführer der Chief Emotional Officer sein, Vertrauen geben, motivieren und im Team vorangehen will. Und Focken verrät, dass Serviceplan sich vor Jahren dagegen entschieden hat, Werbung für die Rüstungsindustrie zu machen. Heute, angesichts des Ukraine-Krieges, würde er sich womöglich anders entscheiden – vorausgesetzt, sein Team würde die Aufgabe übernehmen wollen.

"Der Job ist viel ernsthafter, viel effizienzgetriebener geworden", sagt Ronald Focken über den Wandel der Agentur-Branche, der seiner Meinung nach schon in den 1990er Jahren angefangen hat. In seiner Anfangszeit, habe er wilde Partys noch ein bisschen mitbekommen. Damals sei es vor allem um TV-Kampagnen gegangen, aus denen sich alle anderen Werbe-Maßnahmen abgeleitet haben. Später, mit Beginn der Digitalisierung, haben sich die Aufgaben fragmentiert, sagt Focken. Heute beschäftige Serviceplan 120 unterschiedliche Berufsbilder – ganz klassische Kreativ-Köfpe aber auch Daten-Analystinnen.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Journalist Daniel Bouhs zu Gast. Der langjährige Medienjournalist arbeitet seit diesem Jahr als Redakteur mit besonderen Aufgaben in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz des SWR.
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“Wir müssen transparenter kommunizieren” – Angelika Gifford über Meta und Meinungsfreiheit.



IT-Angie: Soziale Medien sind "ein Spiegel der Gesellschaft und da passieren nicht immer nur gute Sachen", sagt Angelika Gifford im turi2 Clubraum. Die Vize-Präsidentin für EMEA bei der Facebook-Mutter Meta sagt im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow, dass Meinungsfreiheit für den US-Konzern "ein hohes Gut" ist. Menschen eine Stimme zu geben, sei "nicht bloß ein Poster", sondern ein "Wert, den wir Tag für Tag leben". Dabei gelte es stets, den Spagat zwischen Redefreiheit und Hate-Speech oder Fake-News zu schaffen. Zu beachten sei dabei auch der kulturelle Hintergrund: Was in Holland als schlechter Witz durchgehe, könne in Deutschland als Hassrede wahrgenommen werden. Um damit in Zukunft noch besser umzugehen, müsse Meta vor allem "transparenter kommunizieren, was wir eigentlich tun".

Gifford, die zuvor Führungspositionen u.a. bei Microsoft und HP innehatte, erzählt, dass sie 2020 vor allem wegen der "gesellschaftlichen Relevanz" des Unternehmens zu Meta gegangen ist. Auch gefalle ihr, was ihr Arbeitgeber in Sachen Metaverse und KI auf den Weg bringe: "Ich liebe Innovation". Eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen zu sein, habe sie nie geplant. "Ich hatte aber nie Angst, in zu große Schuhe zu schlüpfen", sagt Gifford. Anderen Frauen möchte sie damit gern als Vorbild dienen. In den 30 Jahren, die sie in der Tech-Branche unterwegs ist, "sind immer viel zu wenige Frauen im Raum". Da sei es schon mal vorgekommen, "dass ich zur Sekretärin degradiert wurde".

Für Aufmerksamkeit sorgt in Meetings häufig auch Giffords Herkunft aus Deutschland, das Kolleginnen gerne als "Fax-Republik" abstempeln. Das halte sie zwar für "nicht richtig", dennoch "müssen wir mutiger, schneller und geländegängier im Denken sein". Ein "Herzensprojekt" ist daher das Buch Die Digitale Dekade – Wie wir unsere Wirtschaft transformieren können, das Gifford im April herausgebracht hat. Auf 232 Seiten schreiben Autorinnen wie Sigrid Nikutta, Florian Haller, Achim Berg oder Brigitte Zypries ihre Ideen und Wünsche zur Digitalisierung auf. Gifford lernt daraus u.a., dass die "transformative Kraft" der Technologie auch für Nachhaltigkeit – ihr "zweites Herzensthema" – nutzbar ist.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Chefredakteur von T-Online, Florian Harms, zu Gast.
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“Stück für Stück das Baby entwickeln” – Peter Schwierz über Neid und Newsletter.


Elektrisierend: "Konzentriere dich auf dein Produkt", empfiehlt Peter Schwierz jeder Gründerin. Unter anderem mit dieser simplen Formel hat der ehemalige turi2-Mitarbeiter aus einem Morgen-Newsletter für E-Mobilität einen Digitalverlag mit 20 Beschäftigten und Millionen-Umsatz geschaffen. Im turi2 Clubraum bespricht der Gründer des E-Auto-Branchendienstes Electrive mit Moderatorin Aline von Drateln die Themen der Woche und schwelgt mit turi2-Verleger Peter Turi anlässlich des 15-jährigen Newsletter-Jubiläums in Erinnerungen. Schwierz war nämlich als einer der ersten Mitarbeiter dabei, als der turi2-Newsletter noch in den Kinderschuhen steckte. Damit, dass es das Format 15 Jahre später noch immer geben wird, habe keiner von beiden gerechnet. "Wir hatten viel Angst, dass der Newsletter auf Dauer nicht funktioniert", erinnert sich Turi. Mittlerweile sind sich Turi und Schwierz einig, dass sie nicht wissen, was den Newsletter ablösen sollte. Schließlich sei das der "direkte Kanal zu jeder Leserin und jedem Leser", meint Schwierz.

Trotz anfänglicher Zweifel beschließt er, sein eigenes Ding zu machen und versendet einen Newsletter für E-Mobilität. Dabei sei nicht einmal klar gewesen, "ob überhaupt das technologische Thema der Elektromobilität kommt". Während er weiterhin bei turi2 arbeitet, investiert Schwierz "mit allem, was rein kam", baut Personal auf und lässt sein Geschäft wachsen. Sein Tipp: "Mit Beharrlichkeit anfangen und Stück für Stück das Baby entwickeln." Sobald "gutes Personal" und ein "funktionierendes Team" da waren, habe er Loslassen müssen. "Da habe ich eine Weile für gebraucht", gibt Schwierz zu. Doch nur so könne er sich wieder mehr auf das Produkt und "Dinge rechts und links davon" kümmern.

Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung weiterer Formate, etwa eine monatliche Online-Konferenz zu bestimmten Themen der E-Mobilität. Von einem eigenen Podcast kann Turi ihn allerdings nicht überzeugen – ein Medium, mit dem Schwierz bisher "nicht warm geworden" ist. Mit einem Print-Produkt liebäugelt er hingegen schon und gibt zu, etwas "neidisch" auf die "schönen Print-Editionen" von Peter Turi zu sein.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche kommt Angelika Gifford, die Europa-Chefin bei Facebook und seit 2021 EMEA-Vizepräsidentin von Meta ist.
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“Diversität bedeutet auch, Menschen ohne Studium in der Redaktion zu haben” – Isabell Beer über investigativen und inklusiven Journalismus.


Jung und gar nicht naiv: "Du bist sehr jung", "du bist ne Frau", "geh doch erst mal studieren" – diese Argumente hat Isabell Beer schon häufig gehört. Im turi2 Clubraum mit Markus Trantow und Annkathrin Weis erzählt sie von ihrem mitunter steinigen Weg in den Investigativjournalismus. Ähnlich wie ihr Vorbild Günter Wallraff recherchiert sie undercover, aber nicht in Fabrikhallen, sondern im Netz: Unter falschem Profil begegnet sie Voyeuristen, bekennenden Vergewaltigern, Drogenkonsumenten – und ist auch schon bedroht worden. "Während Recherchen kann es sein, dass ich auch mal paranoid werde", gibt sie zu. Noch heute kontrolliert sie Hotelzimmer und öffentliche Toiletten auf Kameras und überlegt, wo sie sich in der Bahn hinsetzt.

Auf den Journalismus kommt sie erst mit 18 Jahren, davor wollte sie Schreinerin werden. Sie beginnt mit Praktika und freier Mitarbeit bei den "Nürnberger Nachrichten" und macht ein Volontariat bei der Boulevard-Zeitung "Berliner Kurier". Heute arbeitet sie in einem Investigativteam für das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerk funk. Dass sie nie studiert hat, haben Arbeitgeber ihr immer wieder vorgehalten. "Einfach nur falsch", findet das Beer. Diversität bedeute auch, Menschen ohne Studium in der Redaktion zu haben – schließlich wollten Medien auch "nicht nur Menschen erreichen, die aus einem akedemisierten Umfeld stammen".

Dazu fordert Beer auch eine andere Sprache. "Wir sollten Journalismus in einfacher Sprache nicht Leuten wie der 'Bild'-Zeitung überlassen", ist ihre These, der auch Trantow und Weis zustimmen. Der turi2-Chefredakteur beobachtet, dass es gerade jungen Journalistinnen mitunter schwer fällt, einfache Sätze zu schreiben, sie seien oft "zu verkopft". "Die Beschäftigung mit Boulevardzeitungen kann hilfreich sein", rät Beer mit Blick auf ihre Volo-Erfahrung.

Investigativer Journalismus ist aus Beers Sicht leider der Teil der Branche, der immer noch am wenigsten divers ist. Frauen sind in der Unterzahl und vielen Teams gar nicht vertreten. Nicht, weil sie keine Lust dazu haben, sondern weil der Einstieg schwer ist, so ihre Erfahrung. Dabei lobt sie, was Frauen in den Journalismus eingebracht haben: Eine neue Fehlerkultur, die Aufarbeitung struktureller Probleme wie in der #metoo-Debatte und einen sensiblen Umgang mit Traumatisierten.

Dazu gehöre es auch, Menschen nicht aufgrund ihres Aussehens Eigenschaften zuzuschreiben. Beer hat wegen ihrer Piercings, Tattoos und Sitecut früher immer mal wieder Ablehnung erfahren. Vorgesetzte rieten ihr etwa, für Politiker-Interviews den Piercing rauszunehmen. "In den letzten Jahren hat sich da viel verändert", sagt Beer. Geholfen habe, dass viele junge Journalistinnen öffentlich gemacht haben, was zu ihnen gesagt wurde. Kommentare über ihr Aussehen sind Beer jedoch, wie sie sagt, egal – homophobe Äußerungen treffen die queere Journalistin schon eher.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche sind es anlässlich der turi2-Newsletter-Wochen turi2-Gründer Peter Turi und Peter Schwierz, Digital-Verleger des E-Mobility-Branchendienstes Electrive.
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Das "Grundgesetz als Magazin" herauszubringen, hat sich trotz eines sechsstelligen Kredits gelohnt, und zwar nicht nur finanziell, sagt Independent-Verleger Oliver Wurm im turi2 Clubraum. "Auch, wenn die meisten daran gezweifelt haben". Im Podcast spricht er mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und turi2-Redakteurin Pauline Stahl über geringes Vertrauen in große Ideen.
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Das Grundgesetz als Magazin herauszubringen, war definitiv die verrückteste Idee, die Independent-Verleger Oliver Wurm jemals hatte, erzählt er Pauline Stahl und Markus Trantow im turi2 Clubraum. Das Trio spricht über ungewöhnliche Hefte, streitbare Inspirationen und die Themen der Woche.
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“Der schönste Text, den ich jemals bearbeiten durfte” – Oliver Wurm über das Grundgesetz und Gedichte.


Druck von allen Seiten: Das Grundgesetz als Magazin herauszubringen, war definitiv die verrückteste Idee, die Independent-Verleger Oliver Wurm jemals hatte, erzählt er Pauline Stahl und Markus Trantow im turi2 Clubraum. "Diejenigen, die damals gesagt haben, 'das wird funktionieren', kann ich an einer Hand abzählen – und da bin ich selbst viermal dabei." Das Risiko, dafür einen sechsstelligen Kredit aufzunehmen, habe sich allein deshalb schon gelohnt, weil das Grundgesetz "der schönste Text ist, den ich jemals bearbeiten durfte" – und am Ende wartete auch noch das Bundesverdienstkreuz auf den Verleger. Ein "derzeit großer Flop" in seinem Sortiment ist hingegen die Bibel, die er als Neues Testament als Magazin an die Kioske gebracht hat.

Der Erfolg seiner Hefte sei eben oftmals abhängig von Krisen und Skandalen, erzählt Wurm im Podcast. Als die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona starb, war das zwar gut für die Verkaufszahlen des Biographie-Magazins, aber erschütternd für den Fußball-Fan. Mit dem Sammelbildchen-Anbieter Panini produziert er seit Jahren regionale Stickeralben. Das Geschäft mit den Sticker-Alben zur Fußball-EM in Deutschland haben die Italiener an Topps aus den USA verloren. Doch Wurm ist sich sicher: "Der Kult um Panini ist auch durch den Rechteverlust unkaputtbar". Dem können seine Gesprächspartner Pauline Stahl und Markus Trantow zustimmen – auch, wenn sie selber keine Fußball-Fans sind.

Zu einer seiner jüngsten Ideen, dem Magazin Dreizehn +13 Gedichte, wurde Wurm von Gerhard Schröder inspiriert – "auch, wenn es schlecht gealtert ist", dies zu erzählen. Dessen Frau Soyeon Schröder-Kim hatte im zweiten Lockdown ein Instagram-Video hochgeladen, in dem der Altkanzler Rainer Maria Rilkes Gedicht "Herbsttag" rezitiert. Es habe ihn "regelrecht angemacht", wie passend und aktuell dieses Gedicht auf die heutige Zeit passt, erzählt Wurm – und deshalb 13 klassische Werke und ebenso viele zeitgenössische Gedichte in ein Heft gepackt.

Wurm vereint mit seinen Magazinen viele Leidenschaften. "Ich arbeite zu viel, ich arbeite zu hart, und brauche dringend eine Pause, sonst frisst mich die Arbeit auf", wird ihm immer wieder bewusst. Ausgleich findet er im Meditieren, Wandern und in der Familien-Chat-Gruppe, die ihn immer mit dem besten Klatsch aus seinem Heimatdorf versorgt.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche macht der Podcast Oster-Pause, in zwei Wochen ist dann die Investigativjournalistin Isabell Beer zu Gast. Sie spricht über ihre Arbeit und die Themen der Woche mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und seiner Co-Hostin Annkathrin Weis, die man aus dem "Journalist"-Podcast "Druckausgleich" kennt.
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Philipp Jessen empfindet seine Agentur Storymachine als "selbstreinigenden Organismus", der die Leute wieder ausspuckt, die nicht dazupassen. Er befürchtet einen "Leistungsabfall", wenn seine Angestellten überhaupt nicht mehr ins Berliner Büro kommen wollen, sagt er im turi2 Clubraum mit Aline von Drateln und Markus Trantow. Das Trio spricht außerdem über Ohrfeigen, Egos und Kritik an der geheimniskrämerischen Agentur.
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Gute PR ist "wahrhaftig", sagt der Co-Gründer und Geschäftsführer von Storymachine, Philipp Jessen, im turi2 Clubraum. Das funktioniert aber nur, wenn der PR-Profi das Produkt oder den Kunden nicht "total ätzend" findet. Mit Aline von Drateln und Markus Trantow spricht er über Narzissten, kreative Löcher im Home Office und Aufreger-Tweets.
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“Storymachine ist ein selbstreinigender Organismus” – Philipp Jessen über Ohrfeigen und Home-Office-Ohnmacht.


Wahrhaft authentisch: Um bei der PR-Agentur Storymachine arbeiten zu können, "musst du speziell sein, aus diversen Gründen“, sagt Co-Gründer und Geschäftsführer Philipp Jessen im turi2 Clubraum mit Aline von Drateln und Markus Trantow. Die Agentur, die er zusammen mit Kai Diekmann und Michael Mronz führt, gibt sich fünf Jahre nach ihrer Gründung noch immer ziemlich geheimniskrämerisch. Nur selten dringt der Name eines Kunden an die Öffentlichkeit. Der frühere Chefredakteur von "Bravo", gala.de und stern.de kann es aber gut verkraften, seine Erfolge im Stillen zu feiern. "Ich empfinde mein Ego nicht als übergroß", sagt Jessen – auch auf die Gefahr hin, dass seine Kolleginnen bei dieser Aussage "lachend vom Stuhl fallen".

Erfolgreiche PR-Arbeit fängt für ihn schon vorm Abschluss eines Vertrags an. "Ich kann nicht für jemanden arbeiten, wenn ich das Produkt oder die Person total ätzend finde." Und natürlich muss er als Chef dafür auch die richtigen Angestellten nach Berlin holen. Seine Agentur empfindet er als "selbstreinigenden Organismus", der die Leute wieder ausspuckt, die nicht dazupassen. Wenn es passt, dann entstehen die besten Ideen immer noch bei "vor Kreativität überlaufenden Teammeetings" – und die gebe es nunmal nicht im Homeoffice. Jessen befürchtet einen "Leistungsabfall", wenn Agentur-Mitarbeitende gar nicht mehr ins Büro zurückkehren. Moderatorin Aline von Drateln, die wegen Corona zurzeit an den heimischen Schreibtisch gefesselt ist, würde sogar Geld dafür zahlen, "um dieser Home-Office-Hölle zu entkommen".

Der Erfolg der Agentur ist für Jessen nicht selbstverständlich. "Ich werde fast Will-Smith-aggressiv, wenn Leute sagen: 'War klar, dass das mit Storymachine funktioniert.'" Nach seinem Abschied von Gruner + Jahr habe er zunächst alleine in einem Co-Working-Space am Görlitzer Park gesessen, in einem Büro, in dem es dank verstopfter Rohre nicht wirklich appetitlich gerochen hat. Bis heute sei "jeder Tag ein Kampf".

Apropos Will Smith: Dem ohrfeigenden Schauspieler würde er dringend raten, seinen Oscar selbst zurückzugeben, bevor er dazu aufgefordert wird. turi2-Chefredakteur Trantow findet, die Academy hätte ihm den Preis an dem Abend gar nicht erst geben dürfen. In Smiths Dankesrede erkennt Jessen Anzeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Aline von Drateln sieht in dessen Verhalten typisch toxisches Männlichkeits-Gehabe, das im schlimmsten Fall zu Gewalt gegen die eigene Ehefrau führt.

Apropos toxische Männlichkeit: Das Trio spricht im Podcast außerdem über die "Zwangsmaus"-Debatte um Julian Reichelt, kritische Berichterstattung über Storymachine und über Authentizität als Schlüssel für gute PR-Arbeit – oder wie Philipp Jessen sagen würde, "Wahrhaftigkeit". "Ich hasse das Wort 'authentisch'. Wenn ich zu Hause in Boxershorts 'Love Island' gucke und Schoko-Crossies esse, ist das auch authentisch. Aber das interessiert keinen.“

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Oliver Wurm zu Gast, Verleger des Grundgesetz-Magazins und Träger des Bundesverdienstkreuzes.
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Heute im turi2 Clubraum: Philipp Jessen über PR und Home Office.


Im Story-Maschinenraum: Philipp Jessen war Chefredakteur von "Bravo", gala.de und stern.de – seit 2017 ist der Journalismus für ihn "durchgespielt". Gemeinsam mit Kai Diekmann und Michael Mronz steht er an der Spitze der PR-Agentur Storymachine, heute Mittag nimmt er im turi2 Clubraum Moderatorin Aline von Drateln und Chefredakteur Markus Trantow mit in den Maschinenraum. Das Trio spricht über Jessens Blick auf die Medien-Welt und diskutiert über die Themen der Woche, u.a. über den Wert von Home Office, über Zwangsenten und prominente Ohrfeigen.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa "W&V"-Chefredakteurin Verena Gründel, Marktforscherin Judith Barbolini und Journalist und "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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Haltung in der Werbung wird immer wichtiger, sagt "W&V"-Chefredakteurin Verena Gründel im turi2 Clubraum. Das Branchenmagazin hat sich aber bewusst gegen ein Logo in den Farben der Ukraine entschieden, um nicht einfach nur auf den "Zug des Aktionismus" aufzuspringen. Darüber und über viele weitere Themen spricht Gründel mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und Philadelphia-Engel Aline von Drateln.
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Das Vertrauen in die sozialen Medien ist so gering, dass es irgendwann an der "Brand Safety" von Marken nagt, die auf den Plattformen werben. Das ist die These von Verena Gründel, der Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben & Verkaufen", im turi2 Clubraum. Darüber und über weitere Themen diskutiert sie mit Aline von Drateln und Markus Trantow.
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“Ich bin ein Marketing-Opfer” – Verena Gründel über Gummibärchen und gelb-blaue Logos.


Werben & Vertrauen: Unternehmen werden künftig wieder weniger Geld in Social-Media-Werbung stecken, weil sich das geringe Vertrauen in die Plattformen negativ auf ihre "Brand Safety" auswirkt, sagt Verena Gründel im turi2 Clubraum. Die Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben & Verkaufen" erläutert im Gespräch mit Aline von Drateln und Markus Trantow, dass für Marken "Effektivität" ein wichtiger Key-Performance-Indicator ist – und der sei umso geringer, je schlechter das Image des Werbeumfelds ist. Deswegen würden Marketing-Abteilungen langfristig wieder mehr Budget für klassische Medien aufbringen. Trantow würde Gründel gerne zustimmen, befürchtet aber, dass am Ende nur "die Zahlen zählen".

Aline von Drateln, die im Podcast ihre Vergangenheit als Philadelphia-Engel enthüllt, will von Gründel wissen, wie sich die Branche in den vergangenen Jahren verändert hat. "Werbung ist immer demokratischer geworden", so die "W&V"-Chefredakteurin. "Die Kunden können mit ihrem Feedback direkt Einfluss nehmen." Marken können mit Haltung punkten, indem sie "die Rolle des Identitätsgebers" übernehmen in einer immer komplexer werdenden Welt. Anders als die Konkurrenz hat sich "W&V" aber aktuell bewusst dagegen entschieden, das Logo in den Farben der Ukraine einzufärben. "Wenn wir unser Logo gelb-blau anstreichen, machen wir die Welt nicht besser."

"Grenzwertig" findet Gründel Werbung, die sich direkt an Kinder richtet, sagt sie im Clubraum. Trotzdem zählt eine Werbung des Gummibärchen-Herstellers Haribo zu ihren Lieblingsspots. Sie sei eben auch nur ein "kleines Marketing-Opfer".

Das Trio spricht im Podcast auch über Fridays For Future, die diese Woche die Musikerin Ronja Maltzahn von einer Veranstaltung in Hannover ausgeladen haben, weil sie als weiße Sängerin Dreadlocks trägt. turi2-Chefredakteur Markus Trantow begrüßt zwar den sensiblen Umgang mit anderen Kulturen, vor allem solchen, die von Unterdrückung betroffen sind. Er würde aber eine Linie zwischen "kulturellem Austausch" und kultureller Aneignung ziehen. Aline von Drateln weist daraufhin, dass die Runde als Nicht-Betroffene keine Bewertung vornehmen sollte. Werbeexpertin Gründel kann aber aus Marketing-Sicht resümieren: "Die Marke Fridays For Future hat sich mit dieser Diskussion keinen Gefallen getan."

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Philipp_Jessen zu Gast, Co-Gründer und Geschäftsführer der PR-Agentur Storymachine.
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Heute im turi2-Clubraum: “W&V”-Chefredakteurin Verena Gründel über Werbung und Wandel.


Werben & Verändern: Verena Gründel ist Chefredakteurin des Werbe-Fachblatts "Werben & Verkaufen" – im turi2 Clubraum spricht sie heute darüber, wohin die Branche steuert, auch angesichts von Corona und Krieg. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow geht es außerdem um den Relaunch von "Werben & Verkaufen", das sich unter dem Dach der neuen Eigentümerin Ebner Media Group neu aufstellt – und um die Themen der Woche. Das Trio spricht etwa über Werbung und Vertrauen, die Dreadlocks-Absage von Fridays for Future und sportliche Großereignisse in Schurkenstaaten.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa Marktforscherin Judith Barbolini, Journalist und "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter und Jens Schröder, der Graf Zahl der Medienbranche, zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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Viele Männer fühlen sich vom Gendern getriggert, weil sie befürchten, "aus ihren Rollen gedrängt" zu werden, beobachtet Judith Barbolini vom Marktforschungsinstitut Rheingold. Im turi2 Clubraum spricht sie mit Aline von Drateln und Markus Trantow über Polarisierung und positive Nachrichten.
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“Gendern kann nerven und zugleich sinnvoll sein” – Judith Barbolini über Polarisierung und positive Nachrichten.


Aufreger-Sterne: Gendern triggert viele Menschen, weil es gesellschaftliche Probleme an die Oberfläche bringt, sagt Judith Barbolini vom Rheingold-Institut im turi2 Clubraum. Sie hat vor Kurzem eine Studie geleitet, die gezeigt hat, dass mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland von Sternchen, Unterstrichen und der Debatte im Allgemeinen genervt ist. Geschlechtergerechte Sprache führe einen "Stellvertreterkrieg" gegen Probleme wie Rassismus oder Sexismus, sagt die Studienleiterin. Zudem können vor allem Männer die Bedeutung des Genderns noch nicht richtig einschätzen. Sie fühlen sich dadurch "in ihren Domains beschnitten" und haben das Gefühl, "aus ihren Rollen gedrängt" zu werden.

Barbolini fühle sich seit der Untersuchung vom generischen Maskulinum nicht mehr angesprochen, erzählt sie Aline von Drateln und Markus Trantow. Über manche Worte stolpere die Studienleiterin allerdings noch, beispielsweise über "Gästin". Es höre sich in ihren Ohren noch "falsch" an und sei damit eher "ein Störer als ein Zeichen für Toleranz". Sollten Medien und Unternehmen nun gendern oder nicht, fragt der Chefredakteur von turi2. "Es kommt drauf an", entgegnet Barbolini. Bei dem Thema gebe es keine klare Handlungsanweisung, da das Gendern selbst noch keine klaren Regeln hat. Allerdings komme geschlechtergerechte Sprache bei jungen Menschen prinzipiell gut an: "Auch wenn es einen nervt und ärgert, heißt das nicht, dass man es nicht als sinnvoll erachten kann." Vor allem im Jobkontext gehöre es mittlerweile "zum guten Ton".

Das Trio spricht im Podcast auch über die aktuelle Nachrichtenlage, in der fast ausschließlich negative Schlagzeilen dominieren. Das verstärkt die "Lähmungserscheinungen" der Pandemie, weil wir das Gefühl haben, "dass wir uns gar nicht mehr freuen dürfen", sagt Barbolini. Trantow bestätigt, dass er sich in einer dauerhaften "Alarmstimmung" befindet. Moderatorin Aline von Drateln sieht das Grundproblem in der Journalistenausbildung, in der der Leitspruch "only bad news are good news" vermittelt wurde. Alle sind sich einig, dass Medien Handlungsanweisungen geben müssen, um positiv durch die Krise zu kommen.

Ähnlich sieht es beim Umgang mit der russischen Bevölkerung aus. Trantow findet, die Sanktionen gegen Russland dürften sich nicht gegen die Kultur und das Volk selbst wenden. "Wir sollten die Tore zur russischen Zivilgesellschaft weit öffnen", damit ein Austausch stattfinden kann. Er findet es falsch, wenn beispielsweise russische Künstlerinnnen oder Komponisten aus Orchestern verbannt werden. Drateln stimmt zu, sagt aber: Bei einem Auftritt der Sopranistin und Putin-Anhängerin Anna Netrebko könnte sie nicht "mit gutem Gewissen in der Pause Piccolo schlürfen".

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Kommende Woche ist Verena Gründel zu Gast, die Chefredakteurin des Branchenmagazins "Werben und Verkaufen".
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Heute im turi2-Clubraum: Judith Barbolini über den Krieg der Gender-Sterne.


Sterne des Anstoßes: Das Rheingold-Institut in Köln hat vor Kurzem eine Studie über den Stand der Gender-Sprache bei Menschen unter 35 vorgelegt – im turi2 Clubraum erklärt Studienleiterin Judith Barbolini heute, welche Konsequenzen Medien und Unternehmen daraus ziehen können, dass auch viele junge Menschen die Gender-Lücke als störend empfinden. Barbolini ist Mitglied der Geschäftsführung des Rheingold-Instituts und selbst erst der Zielgruppe entwachsen. Mit Aline von Drateln und Markus Trantow diskutiert die Meinungsforscherin außerdem über die Themen der Woche, darunter den möglicherweise überfälligen Generationswechsel in der Medienbranche und den Umgang mit der russischen Zivilgesellschaft angesichts des Krieges.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa Journalist und "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter, Jens Schröder, der Graf Zahl der Medienbranche, und die "Zeit"-Kolumnistin Katja Berlin zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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“Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, ist falsch” – Uwe Vorkötter über Haltungsmarketing und Zeitungs-Zukunft.


Haltung zeigen: "Junge Medien­schaffende können besser und einfacher eine Reichweite aufbauen", sagt "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter im turi2 Clubraum. Im Live-Podcast mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow bescheinigt der langjährige Zeitungs-Chefredakteur jungen Journalistinnen ein besseres Gefühl für "zeitgeistige Themen", kritisiert aber, dass heute "Präzision in der Recherche" fehle. Eine gewisse "Tunnelblick-Recherche" bezeichnet Vorkötter als "einer der gravierendsten Fehlentwicklungen im Journalismus". Dass es vielen Zeitungen heute schlechter geht als noch vor 20 Jahren habe jedoch woanders seine Wurzeln. Wer heute noch eine Print­zeitung mache, müsse sie "nochmal ganz neu denken". Stattdessen werden die meisten Zeitungen noch genau so gemacht, "wie vor 20 Jahren".

Vorkötter kritisiert auch andere Entwicklungen in der Medien­branche, etwa die Abschaltung von Russia Today und Sputnik im Zuge des Kriegs in der Ukraine. Er habe für die Sperrung der russischen Propaganda "emotional" zwar Verständnis, finde es aber trotzdem "falsch und unnötig". Artikel 5 im Grundgesetz ist "nicht teilbar", sagt Vorkötter. "Da steht, eine Zensur findet nicht statt – das Verbot von Medien ist Zensur." Schwieriger findet er die Debatte zur deutschen Bericht­erstattung über den Krieg. Trantows These, Journalismus dürfe auch im Krieg "die Welt nicht in Gut und Böse teilen", stimmt Vorkötter nur bedingt zu. Zwar sei es sein Job als Journalist kritisch zu sein, in diesem Fall könne er aber keine "Schein­objektivität einnehmen, weil Gut und Böse so offensichtlich sind".

Stellung zu dem Angriffskrieg zu beziehen, findet der Journalist auch für große Unternehmen legitim. Haltungs­marketing ist nichts neues, sagt Vorkötter. Die "richtig großen Marken­geschichten" hatten etwas mit Politik oder wichtigen "Zeitgeist-Phänomenen" zu tun, etwa die Schockfoto-Kampagne von Benetton. Entscheidend sei, ob eine Marke eine Haltung hat und die für ihr Marketing nutzt oder umgekehrt. Klassische Kampagnen auf den Krieg aufzubauen, "ist jedoch der falsche Weg".

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Judith Barbolini, Geschäfts­führerin des Markt­forschungs­instituts Rheingold, zu Gast.
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Jens Schröder, Zahlen-Zampano von Meedia.de, beobachtet, dass nach einer Woche Ukraine-Krieg in sozialen Medien "die erste große Panik gewichen" ist und inzwischen Nebenaspekte trenden. Im turi2 Clubraum diskutiert er mit Aline von Drateln und Markus Trantow auch den Ukraine-Einsatz von Paul Ronzheimer und das Ende des linearen Privatfernsehens.
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“Die erste große Panik ist gewichen” – Jens Schröder über Social Media und den Ukraine-Krieg.


Graf Zahl emotional: "Wenn sich die Leute darüber aufregen, dass Wodka weggekippt wird, scheint es ihnen so schlecht doch noch nicht zu gehen", sagt Jens Schröder, Zahlen-Zampano und Daten-Dompteur bei Meedia.de, im turi2 Clubraum. Nach einer Woche Ukraine-Krieg ist in sozialen Medien "die erste große Panik gewichen", beobachtet Schröder, inzwischen trenden wieder Nebenaspekte: Etwa dass Bars weltweit russischen Wodka in den Abfluss schütten. Fast vier Jahre lang hat Schröder täglich den beliebten Trending-Newsletter geschrieben, inzwischen nur noch wöchentlich, in dem er das Social-Media-Geschehen aus Zahlensicht angeht. "Am besten funktioniert alles, was emotional ist": leidende Tiere, verschwundene Kinder, hitzige Polit-Debatten und Fußball.

In der Diskussion der Themen der Woche mit Aline von Drateln und Markus Trantow stimmt Schröder Trantows These zu, dass das EU-Verbot der russischen Sender RT und Sputnik falsch ist: "Wenn man Propaganda-Sender verbietet, kann man nicht einschätzen, wie viel besser journalistische Medien sind als solche Propaganda-Medien." RT und Sputnik würden zwar Lügen verbreiten, "aber das muss eine Demokratie wie unsere aushalten", sagt Schröder. In der Diskussion um den Ukraine-Einsatz von "Bild"-Vize Paul Ronzheimer, findet es Schröder "sehr beachtlich", dass Ronzheimer in jedes Krisengebiet reist, um zu berichten. "Reporter, die in solche Kriegs­gebiete reisen, müssen verrückt sein, anders geht es nicht", sagt Schröder anerkennend. Besonders beeindruckt ihn derzeit ARD-Moskau-Korrespondent Demian von Osten, der zwar nicht in der Ukraine vor Ort ist, aber "von dem ich mich sehr, sehr gut informiert fühle". Um gut berichten zu können, müsse man nicht "mitten in den Schießereien sein".

Keine rosige Zukunft sieh Schröder für das Geschäftsmodell des Privatfernsehens: Die aktuelle Kriegs­situation zeige, dass lineare TV-Sender vor allem mit aktuellen Nachrichten und Sonder­sendungen punkten können, dazu Shows und eigene Events. Aber: "Alles, womit das Privatfernsehen großgeworden ist, Serien und Filme, das guckt kein Mensch mehr im linearen Fernsehen." Auch für Ältere würden Streaming­dienste und Mediatheken zunehmend die erste Anlauf­stelle für alles, was nicht live ist.

Seine Liebe zu Zahlen hat Schröder schon als Kind entdeckt, als er sich eigne Bundesliga-Tabellen errechnet hat. Damals wollte er noch Sportreporter werden. Anfangs war er in der Schule auch in Mathe gut: "Als es dann nicht mehr ums Rechnen ging, sondern um Kurvendiskussionen, da ließ es nach." Die Zahlen-Verliebtheit der Medienbranche erklärt Schröder damit, dass der Erfolg von Zahlen abhängt. "Deswegen sind Zahlen etwas Fundamentales für die gesamte Medienbranche." Ein baldiges Ende sozialer Netzwerke sieht Schröder nicht, erwartet jedoch, dass sich Diskussionen mehr ins Private verlagern, etwa in WhatsApp- oder Telegram-Chats, und die Timeline wieder "menschlicher" und weniger durch Algorithmen bestimmt wird.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter zu Gast.
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Heute im turi2 Clubraum: Zahlen-Spiele mit Mathe-Meister Jens Schröder.


Vermessung der Medienwelt: Auflagen-Arithmetik, Radio-Reichweiten, Social-Media-Stürme – wenn Journalist Jens Schröder die Gewinne und Verluste von Medien-Marken analysiert, hängt die ganze Branche an seinen Zeilen. Im turi2 Clubraum mit Aline von Drateln und Markus Trantow spricht der Daten-Dompteur von "Meedia" über seine Liebe zu den Zahlen und erklärt, warum er seinen täglichen Social-Media-Newsletter "Trending" nach fast vier Jahren von täglich auf wöchentlich reduziert hat. Außerdem diskutiert der Clubraum die wichtigsten Themen der Woche, darunter das Verbot der russischen Propaganda-Programme RT und Sputnik und den Ukraine-Einsatz von "Bild"-Vize Paul Ronzheimer. Die Sendung läuft ab 12 Uhr live bei Clubhouse und erscheint gegen 18 Uhr als Podcast.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa die "Zeit"-Kolumnistin Katja Berlin, der Social-Audio-Pionier Holger Kahnt und der Comedy-Autor Peter Wittkamp zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

“Die Welt ist viel komplexer als jedes Torten-Diagramm” – Katja Berlin über Twitter-Kritik und Gerhard Schröder.


Helle Kerzen auf der Torte: Ihre Torten über gendergerechte Sprache sind ein "Reizthema" und sorgen "fast immer für Aufruhr", sagt Katja Berlin im turi2 Clubraum. Mit ihrer "Zeit"-Kolumne "Torten der Wahrheit" greift Berlin jede Woche das gesellschaftliche Geschehen in einem Torten-Diagramm auf. Positives Feedback bekommt sie vor allem für feministische Torten, erzählt sie Clubraum-Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow. Dass das Thema in sozialen Medien so beliebt ist, findet Berlin grundsätzlich gut. Dadurch sind "viele Diskussionen losgetreten worden". Allerdings sollten Nutzerinnen aufpassen, denn "nicht alles, wo Feminismus drauf steht, ist Feminismus". Um Frauen geht es auch im Podcast Fix und Vierzig, in dem Berlin gemeinsam mit Gunda Windmüller über das Leben ab 40 spricht.

Berlin weiß, dass all diese Themen und "die Welt viel komplexer als jedes Tortendiagramm" sind. Gerade damit erklärt sie sich aber auch die Beliebtheit ihrer Kolumne. Es sei ein "schöner visueller Kommentar, den man in zwei Sekunden anguckt und dann weiterleitet". In Zeiten, in denen "man komplexe Analysen lesen sollte", sei das "ganz erleichternd". Die Kehrseite der Medaille: Häufig werden Berlins Torten in sozialen Medien geteilt, oft ohne Quellenangabe. Hinzu kommen Hater, die sie "sofort blockiert". Nur so sei es für sie noch möglich, Twitter zu öffnen,"ohne mir komplett den Tag zu versauen".

Kritik findet Berlin auch für den Umgang mit Gerhard Schröder. Gerade in der aktuellen Lage sei es wichtig, den Altkanzler in den Medien als das zu bezeichnen, was er ist: "Nicht nur Gas- sondern Russland-Lobbyist". In Deutschland schützen ihrer Meinung nach Ämter viel zu sehr vor Kritik oder Sanktionen. Strengere Maßnahmen wünscht sie sich auch im Falle des ARD-Boykotts der Eisschnell-Läuferin Claudia Pechstein. Nicht nur hätten die anderen Pressevertreter mehr Solidarität zeigen müssen, sondern "vielleicht sollten wir in diesem Jahr gar keine Sportler mehr interviewen". So würde man sich auch den "Worldcup of shame" in Katar im Winter sparen.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Meedia-Journalist und Daten-Dompteur Jens Schröder zu Gast.
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Heute im Clubraum: Katja Berlin serviert die “Torten der Wahrheit”.


Torten-Schlacht: Die Torten-Grafiken von Katja Berlin sagen mehr als tausend Worte – mit ihrer Grafik-Kolumne in der "Zeit" bringt sie jede Woche das gesellschaftliche Geschehen auf den Punkt. Außerdem ist sie Autorin mehrerer Bücher, zählt auf Twitter mehr als 100.000 Follower und neuerdings podcastet sie auch. Im turi2 Clubraum spricht Berlin heute ab 12 Uhr mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow über ihre Projekte und die Themen der Woche. So geht es u.a. um die Schlappe, die Altkanzler Gerhard Schröder gegen seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf einstecken musste, das Trio diskutiert außerdem den Zoff im BDZV und den Ärger zwischen der ARD und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Die Sendung läuft heute Mittag live bei Clubhouse und erscheint gegen 18 Uhr als Podcast.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa der Social-Audio-Pionier Holger Kahnt, der Comedy-Autor Peter Wittkamp und die "Playboy"-Verlegerin Myriam Karsch zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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“Nicht jede Instagram-Influencer*in kann Social Audio” – Camao-Chef Holger Kahnt über Social Audio im Business.


You’re the voice: Social-Audio-Pionier Holger Kahnt hat bei Clubhouse noch "niemanden kennengelernt, der im echten Leben doof war", erzählt der Chef der Digital-Agentur Camao im turi2 Clubraum mit Tess Kadiri und Markus Trantow. Für ihn erschaffen Audio-Räume eine "Wohlfühlatmosphäre", die er von Plattformen wie Linked-in oder von Veranstaltungen wie Kongressen so nicht kennt. Der Hype sei vor einem Jahr auch deshalb so schnell abgeebbt, weil es kein funktionierendes Monetarisierungsmodell für Creators gebe. In der Hochphase habe kaum jemand Geld mit der App verdient, anders als bei TikTok beispielsweise. Und: "Influencer*innen, die von Instagram kommen, sind nicht automatisch erfolgreich auf Social Audio." Kahnt glaubt daran, dass sich Audio-Formate auch für Unternehmen eignen, denn "wir sprechen doch sowieso den ganzen Tag".

Der Wecker von Kahnt klingelt morgens um 6.45 Uhr, damit er pünktlich um 7 Uhr mit Kaffee und in Jogginghose vor seiner "platonischen Liebe" Clubhouse sitzen kann. Seit Kurzem zählt er außerdem zu den weltweit wenigen Beta-Testern von Linked-in Audio, weshalb der turi2 Clubraum erstmals dort stattgefunden hat.

Die Runde spricht außerdem über Regeln für private Social-Media-Profile, wie sie der WDR ursprünglich für seine Angestellten umsetzen wollte. Journalistinnen sollten ihre privaten Interessen nicht verstecken müssen, findet Moderatorin Kadiri. "Ein Like auf Instagram darf nicht reguliert werden." turi2-Chefredakteur Trantow folgt bei Twitter zwar unterschiedlichen Meinungsspektren, hält sich selbst aber lieber zurück. Das sei gut für die journalistische Arbeit.

Camao-Chef Kahnt berichtet im Clubraum außerdem vom New-Work-Modell in seiner Agentur mit flexiblen Arbeitszeiten und Home Office. Trantow merkt an, dass bei solchen Modellen Flexibilität zur Entgrenzung führen könne. Kahnt sieht es in der "Eigenverantwortlichkeit jedes Mitarbeiters, Arbeit und Privates nicht zu sehr zu vermischen". Aus seiner Sicht trifft das Vorurteil "viel arbeiten, schlechte Bezahlung" bei Agenturen heute nicht mehr zu.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Am kommenden Freitag ist Autorin und Podcasterin Katja Berlin zu Gast, die die Grafik-Kolumne "Torten der Wahrheit" in der "Zeit" verantwortet.
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Heute im turi2 Clubraum: Was bleibt vom Social-Audio-Boom, Holger Kahnt?


Clubhouse? War da was? Wer mal auf Clubhouse unterwegs war, kennt auch Holger Kahnt. Der Chef der Agentur Camao hat sich mit dem Clubhouse-Hype vor einem Jahr als Social-Audio-Pionier profiliert und ist – anders als die Mehrzahl der Clubhouse-Einwohnerinnen 2021 – noch immer regelmäßig auf Sendung. Mehr noch: Neuerdings testet er als einer der ersten die Audio-Funktion von Microsofts Business-Netzwerk Linked-in, wo sich der turi2 Clubraum heute Mittag erstmals trifft. Tess Kadiri und Markus Trantow gehen im Live-Podcast mit Kahnt der Frage nach, was vom Social-Audio-Boom bleibt und wie Audio-Formate sich ins Geschäftsleben einordnen könnten. Außerdem spricht das Trio u.a. über die Lage der Agentur-Branche und das Hin- und Her bei den Social-Media-Regeln im WDR.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa der Comedy-Autor Peter Wittkamp, die "Playboy"-Verlegerin Myriam Karsch und die Podcasterin Yasmin Polat zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
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“Diversity-Training bei Springer ist der Horror-Job der Woche.” – Peter Wittkamp über Springer, Twitter und Witze mit Haltung.


Nicht käuflich: "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich der Öffentlichkeit am Tag drei Scherze schuldig bin", sagt Autor und Gag-Schreiber Peter Wittkamp im turi2 Clubraum. Der Hauptautor der Online-Ausgabe der "heute show" erzählt im Live-Podcast mit Aline von Drateln und Markus Trantow: "Bei Twitter und Instagram mache ich nur Sachen, die mir Spaß machen, wo ich auch Lust zu habe." Zwar empfehle er bei Instagram auch Produkte, die ihm gefallen, manchmal bekomme er auch Geld dafür, räumt aber ein: "Auf dieses dauerhafte Werben hätte ich keine Lust." Selbst für viel Geld käme er sich als Werber z.B. für Joghurt "total dämlich vor".

Stattdessen nutzt Wittkamp seine Reichweite, um Haltung zu zeigen und sich etwa fürs Impfen auszusprechen: "Ich versuche, nicht zu krass zu sein und den Leuten die ganze Zeit meine Meinung aufzuzwingen." Bei Sachen, die ihm wichtig sind, mache er das aber gerne. Dabei erlebt er auch, dass nicht alle Menschen seine gewitzten, teils übertriebenen Botschaften "mit größter Dankbarkeit entgegennehmen". Manchmal erhalte er "auch Nachrichten, wo man ein Ego haben muss, das das auch abkönnen muss".

Die Runde diskutiert auch die Themen der Woche, u.a. die jüngste Entwicklung der Causa Reichelt bei Springer. Trantow stellt die These auf, Mathias Döpfner sollte als Springer-Boss deshalb im Amt bleiben, weil "noch nie irgendwas gutes" daraus geworden sei, "wenn sich reiche Männer mit großem Ego und Sendungs­bewusstsein gecancelt fühlen und in der Schmoll­ecke sitzen". Wittkamp widerspricht: "Döpfner ist zu sehr in feinen Kreisen unterwegs, dass er sich es leisten kann, ein Tichy 2.0 zu werden." Das angekündigte "Diversity und Inklusions-Training" für alle Führungskräfte bei Springer hält Wittkamp für den "Horror-Job der Woche".

Auch mit der These von Aline von Drateln kann sich Wittkamp nur bedingt anfreunden: Sie fordert anlässlich der Diskussion um #diesejungedame, Twitter sollte die Likes wieder abschaffen, damit der Tweet im Vordergrund steht und nicht die Clique rund um die Verfasserin. Ohne Likes verliere Twitter jedoch "ein bisschen die Spannung", meint Wittkamp. "Man schaut ja viele Sachen besonders dann gerne, wenn es schlimm wird: Stichwort 'Bachelor"." Der Twitter-Stream ist für ihn der "'Bachelor' für Intellektuelle".

In zwei Wochen startet Peter Wittkamp bei Steady einen Newsletter mit dem Arbeitstitel "Wittkamps Woche". Geplant ist eine Kolumne im Newsletter-Format, mit drei Ausgaben im Monat, von denen zwei kostenlos sind. Die Dritte bekommt, wer ihn mit rund 5 Euro im Monat unterstützt. Das Medium Newsletter findet er "als Format schon immer total unterschätzt", weil es in Zeiten von Algorithmen eine "wahnsinnig zuverlässige Quelle ist, um Leute zu erreichen". Wittkamp findet es total wichtig, "seine eigene Bubble ein bisschen zu sprengen", indem er z.B. mal eine Zeitung anliest, die er sonst nicht liest.

Im turi2 Clubraum diskutieren im Wechsel Tess Kadiri und Aline von Drateln jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und sprechen über Leben und Werk des Gastes. Am kommenden Freitag ist Social-Audio-Pionier Holger Kahnt zu Gast, Managing Director der Camao AG.
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Heute im turi2 Clubraum: Peter Wittkamp spricht über Witze und Zwangsstörungen.


Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Peter Wittkamp ist Head-Autor bei "heute-show"-Online und einer der kreativen Köpfe hinter der Werbung der Berliner Verkehrsbetriebe. Im turi2 Clubraum spricht er heute um 12 Uhr mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow über seine Arbeit und seinen offenen Umgang mit seinen Zwangsstörungen. Außerdem geht es um die wichtigsten Debatten der Woche, etwa um die neuen Recherchen in der Causa Reichelt und die Lagerbildung bei Twitter, die sich diese Woche unter dem Hashtag #diesejungeDame beobachten ließ. Die Sendung läuft heute Mittag live bei Clubhouse und erscheint gegen 18 Uhr als Podcast.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren etwa die "Playboy"-Verlegerin Myriam Karsch, die Podcasterin Yasmin Polat und die Chefredakteurin der "Apotheken Umschau", Julia Rotherbl, zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.