“Wenn der Hype vorbei ist, wird es spannend.” Wie geht’s weiter mit Clubhouse?


Ernüchterung und Euphorie: "Die Clubhouse-Macher haben keine Idee, wie sie Social Audio aufs nächste Level heben können", resümiert Mark Heywinkel von Zeit Online die Probleme der einstiegen Hype-App. Der Frankfurter PresseClub hat am Montagabend über die Zukunft von Clubhouse diskutiert – turi2 veröffentlicht die Runde mit Heywinkel, Alina Fichter von der Deutschen Welle, Felix Kovac von Antenne Bayern und turi2-Gründer Peter Turi als Podcast. Radio-Mann Kovac erinnert sich gerne an die ersten Wochen mit der Audio-App und kann sich nicht erklären, warum die Clubhouse-Macher es zugelassen haben, dass der Hype so schnell wieder abflaut. Wenn es nach ihm geht, müsste ein Teil der "vielen Milliarden", die die App Wert ist, in guten Content fließen. Als Beispiel dienen ihm Netzwerke die Linked-in, die ganze Redaktionen betreiben.

Alina Fichter von der Deutschen Welle ist sich nicht sicher, ob der Clubhouse-Hype hierzulande über die Medienbranche hinaus gereicht hat. Wer nicht zur Journalisten-Blase gehört, habe von der App vielleicht mal in der Zeitung gelesen. Sie will den Blick über Clubhouse hinaus weiten und glaubt, dass Social Audio in etablierteren sozialen Netzwerken mehr Menschen erreichen kann. Mit Blick auf den Wahlkampf und die Berichterstattung spielt Clubhouse kaum eine Rolle: Mark Heywinkel hat mit der Morgenkonferenz von Zeit Online wochenlang jeden Tag den Clubhouse-Nutzerinnen den Puls gefühlt. Inzwischen ermittelt die "Zeit" die Stimmung im Land durch das repräsentativ zusammengestellte Panel Die 49.

Auch Peter Turi kann die Enttäuschung über Clubhouse verstehen: Er ist der Meinung, dass wer bei Clubhouse erfolgreich sein will, seine eigene Community mitbringen muss. Für ein Fachpublikum gehe das, bei einem Massenmedium werde das schwierig. Turi beobachtet aber auch, dass die Gesprächs-Räume von Twitter Spaces nicht voller sind, als beim Original.

Bei der Anschluss-Diskussion auf Clubhouse melden sich vor allem diejenigen zu Wort, die Clubhouse auch heute noch intensiv nutzen. Radioszene-Chef Ulrich Koering etwa genießt die Runden mit wenigen Zuhörerinnen, weil die Gespräche dann intensiver sind und sogar Freundschaften entstehen. Auch Schauspielerin Alexandra Kamp lobt den Netzwerkeffekt der kleinen Runden und die Kontakte, die sich daraus ergeben. Sängerin und TV-Produzentin Tine Wittler sagt, dass alle Künstlerinnen das Sommerloch kennen. Sie hofft darauf, dass die Clubhouse-Nutzung im Herbst wieder anzieht.
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Text: Markus Trantow

Schröders Podcast & Baerbocks Chancen – so lief das Clubfrühstück mit Béla Anda und Ina Tenz.


Hören und wählen: "Der Wahlkampf wird vor allem digital", sagt Béla Anda, früher Regierungssprecher von Gerhard Schröder und heute Politik- und Kommunikations-Berater, im turi2 Clubraum. Beim Clubfrühstück am Sonntag haben Anda, die frühere Antenne-Bayern-Chefin Ina Tenz sowie turi2-Clubhouse-Redakteurin Tess Kadiri und Peter Turi über die Rolle von Audio-Formaten im kommenden Bundestagswahlkampf und die Chancen des Bewerbertrios gesprochen. Weiteres Thema des Talks ist der Podcast "Die Agenda" von Gerhard Schröder, den Tenz und Anda gemeinsam erfunden haben und der ein wachsendes Publikum findet. Tenz, in Andas Agentur ABC Communikation Audio-Chefin, freut sich über mehr als 250.000 Abonnentinnen und fast genauso viele regelmäßige Hörerinnen – "die Konvertierungsrate ist unglaublich".

Aber warum macht ein Altkanzler überhaupt einen Podcast? Für Anda ist das Format ein guter Weg zu zeigen, dass Gerhard Schröder für mehr steht als die Themen Putin, Nord Stream und Russland. Der These, dass Schröder mit seinen publizistischen Aktivitäten seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern verändern will, widerspricht Anda dagegen. Anders als Helmut Kohl habe Schröder daran kein Interesse. Dass die Schröder-Podcasts als Zeitzeugnisse irgendwann mal für die Wissenschaft interessant werden könnten, kann Anda sich dagegen schon vorstellen. Tenz, die von Haus aus eher konservativ geprägt ist, interessiert sich für Schröders Blick auf die aktuelle Politik und gesteht: "Langsam werde ich zum Schröder-Fan."

"Ich glaube, dass sich die Audiowelt im Moment sehr stark verändert", sagt Ina Tenz. Sie beobachtet, dass neben dem Massenmedium Radio die Nischen blühen und wichtiger werden, sei es durch Podcasts, Nischensender oder Streamingdienste. Beide Expertinnen sehen viel Potential für Audio-Formate, auch im aktuellen Wahlkampf, aber nicht für jeden Politiker. So kann sich Anda einen Podcast mit Robert Habeck sehr gut vorstellen, Armin Laschet und Olaf Scholz findet er sperriger. Am Ende der Diskussion sind sich beide einig, dass aktuell Annalena Baerbock die größten Chancen aufs Kanzleramt hat, weil die Popularität der Grünen und die der Kandidatin zusammenkommen. Olaf Scholz würde den Direktvergleich mit Laschet und Baerbock zwar jeweils gewinnen, die Schwäche der SPD bremse den Kandidaten aber aus.
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Text: Markus Trantow

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Clickbaiting und Sensationsjournalismus - wie viel Mitschuld tragen Werbungstreibende? Und wie könnten sie Teil der Lösung werden? Mediaplus & turi2 laden ein zum Infosnack zur Mittagszeit. Peter Turi und Christian Faltin diskutieren mit den Kommunikationschefs Jörg Howe (Daimler) und Thomas Voigt (Otto) sowie Wolfgang Bscheid (Mediascale) und Lisa-Charlotte Wolter (University of Florida).
Mittwoch, 28. April 2021, 12 - 13 Uhr im turi2 Clubraum bei Clubhouse.
joinclubhouse.com (Kalenderlink)

Wie Digitalisierung in deutschen Schulen funktionieren kann – So lief der Open Innovation Live Podcast #7.


Hefte raus, (digitale) Klassenarbeit: "Momentan ist das ungenutzte Potential ein Notstand", fasst Lehrer Oliver Kracke den Stand der Digitalisierung in deutschen Schulen im Open Innovation Live Podcast zusammen. Der "Lehrer mit Digitalisierungshintergrund", wie er sich selbst nennt, erzählt am Donnerstagabend von Lehrkräften Mitte 30, bei denen die Digitalisierung bei E-Mails aufhört. Das hält er für problematisch, da sie dann nicht einschätzen könnten, warum TikTok für Achtjährige so wichtig ist. Grundschullehrerin Charley Camejo muss sich selbst ständig mit neuen Plattformen auseinandersetzen und wünscht sich, dass es für Schülerinnen nicht nur einen Fahrrad-, sondern auch einen Internet-Führerschein geben sollte. Moderatorin Tess Kadiri erinnert sich, dass Social Media bei ihr im Unterricht nie angesprochen wurde – dabei ist ihr Abitur gerade einmal zwei Jahre her.

Überrascht war Richard Gutjahr vom Stundenplan seiner Tochter in Israel: Bereits in der 1. Klasse stehen dort Fächer wie iPad-Unterricht auf dem Plan. Charley Cameo gefällt das Konzept, in Deutschland stehe aber oft der Lehrplan, der abgearbeitet werden muss. "Digitale Bildung" im Lehrplan wünscht sich auch Anna-Katharina Meßmer, Projektleiterin für Digitale Nachrichten- und Informationskompetenz bei der Stiftung Neue Verantwortung. Die Ergebnisse ihrer Studie zur Einordnung von Nachrichten nennt sie "überraschend": Von 30 möglichen Punkten erreichen die Teilnehmerinnen über 18 Jahren im Schnitt nur 13,3 Punkte. An Medienkompetenz mangele es nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Meßmer hofft, dass die Generationen in Zukunft stärker voneinander lernen.
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Können Familien-Firmen Nachhaltigkeit besser als Konzerne? So lief der Media-Talk bei Clubhouse.

Senf dazu: “Der durchschnittliche CEO hat eine Halbwertszeit von drei Jahren.” Michael Durach, Chef des Senf- und Ketchup-Herstellers Develey, ist überzeugt, dass Familienunternehmen grundsätzlich langfristiger denken als Konzerne, da u.a. keine Quartalsziele erreicht werden müssen. Im Mittwoch-Media-Talk bei Clubhouse sind sich er und Wolfgang Bscheid einig, dass Familien-Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit die Nase vorn haben. Am Mittwochmittag haben sie gemeinsam mit Christian Faltin von Cocodibu und turi2-Clubchef Peter Turi eine gute Stunde lang diskutiert. Wolfgang Bscheid von Mediascale gibt zu, dass das Thema Nachhaltigkeit in seiner Mediaagentur anfangs "schwer zu greifen" war. Gerade für jüngere Kolleginnen sei Nachhaltigkeit im Job ein Anspruch und nicht nur ein "Zusatzprojekt".

Mit der Green GRP-Initiative sollen Unternehmen bei der Serviceplan-Tochter Werbung künftig klimaneutralisiert buchen können. Bscheid plädiert für einen offenen Umgang mit Konsumentinnen, wenn nicht alles auf Anhieb funktioniert. Michael Durach ergänzt: "Der Verbraucher sieht selbst, dass nicht alles von heute auf morgen möglich ist." Er findet, dass seine Firma ihre Nachhaltigkeits-Aktivitäten bisher womöglich nicht gut genug kommuniziert hat. So sei der Senf des 1845 gegründeten Familienunternehmens inzwischen klimaneutral, am nachhaltigen Ketchup arbeite die Firma gerade.
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Peter Limbourg, wir müssen reden!
Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, im Gespräch mit Peter Turi: Zwei alte, hoffentlich weise Männer sprechen über Verantwortung, Haltung und die Veränderungen im Journalismus und in der globalisierten Welt. Am Mittwoch, 14. April, 19 Uhr live bei Clubhouse – und ab Donnerstag als Podcast abrufbar.
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Peter Limbourg im Chefgespräch.

Chefgespräch #5: Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, im Gespräch mit Peter Turi. Zwei alte, hoffentlich weise Männer sprechen über Verantwortung, Haltung und die Veränderungen im Journalismus und in der globalisierten Welt. In der Audio-App Clubhouse, am Mittwoch, 14. April, 19 Uhr. Ab Donnerstag hier als Podcast abrufbar.
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“Veränderung muss nicht per se negativ sein” – so lief das Clubfrühstück mit Quang Paasch und Wolfgang Bscheid.


Wohlstand neu gedacht: "Veränderung muss nicht per se negativ sein", sagt Klima-Aktivist Quang Paasch von Fridays For Future beim Clubfrühstück zur Klimakrise im turi2 Clubraum. "Jede Ebene unseres Lebens muss neu gedacht, reflektiert und transformiert werden." Das Überdenken der eigenen Lebensweise müsse jedoch nicht zwangsweise Verzicht bedeuten. Als Beispiel führt er an, statt vielen kurzen Reisen lieber eine längere zu machen. Zustimmung erhält Paasch von Wolfgang Bscheid, der sich bei Mediascale für Nachhaltigkeit in der Werbeplanung einsetzt: Marken und Werbung müssten es Konsumentinnen "leichter machen", indem sie "hochattraktive und sozial-akzeptierte Lebenswelten bauen", die es ermöglichen, einen hohen Lebensstandard zu haben, "der versucht, so wenig Schaden wie möglich anzurichten".

Bscheid appelliert: "Bitte unterschätzt mir nicht den enormen Einfluss, den der Konsument mit seiner kleinen Entscheidung am Regal auf die ganz großen Marken hat." Die Kaufentscheidungen seien der Treiber dafür, dass Gütesiegel und Aussagen zur Nachhaltigkeit in der Kommunikation an Bedeutung gewinnen. Die Mediascale-Mutter Serviceplan bietet Werbekunden nun an, die CO2-Emissionen ihrer Kampagnen auszugleichen. Klima-Aktivist Paasch warnt aber davor, sich mit Indivudal-Entscheidungen zu begnügen: "Dass Gefährliche ist, dass wir denken: 'Ich lebe jetzt vegan, ich habe mich gegen diese Reise entscheiden und habe ein nachhaltiges Produkt gekauft. Jetzt bin ich eine bessere Person, jetzt muss ich gar keine politischen Forderungen mehr stellen.'"
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Clubfrühstück #7: Lass uns über die Klimakrise reden!
Trotz, während und nach Corona: Welche Verbündete findet Fridays for Future im Kampf gegen die drohende Menschheitskatastrophe? Was kann Kommunikation bewirken? Darüber diskutieren wir am HEUTE ab 9:30 Uhr (Sommerzeit!) im turi2 Clubraum mit Klima-Aktivist Quang Paasch von Fridays For Future und Wolfgang Bscheid, der bei Mediascale für Nachhaltigkeit in der Werbeplanung streitet.
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“Dummheit als Geschäftsmodell” – so lief das Clubfrühstück mit Henning Beck und Alexander Leinhos.


Algorithmen an der Macht: "Im Netz nichts Neues", diese Erkenntnis, formuliert von Vodafone-Kommunikationschef Alexander Leinhos, steht am Ende des turi2 Clubfrühstücks am Sonntag. Zuvor hatte Hirnforscher und Wissenschaftserklärer Henning Beck u.a. berichtet, dass Google-Mitarbeiterinnen ihm bei der Recherche zu seinem neusten Buch davon abgeraten haben, bei Google nach Informationen zu suchen, wenn er wirklich zu neuen Erkenntnissen kommen will. Als Problem identifiziert die Talk-Runde um Tessniem Kadiri und Peter Turi die Algorithmen von Google, Facebook, Netflix & Co, die jeder Nutzerin auf sie zugeschnittene Inhalte zeigen und den Menschen in gewisser Weise das Denken abnehmen: Die Dummheit der Menschen werde in den sozialen Netzwerken zum Geschäftsmodell, sagt Beck. Er sieht unsere Gesellschaft in einer ähnlichen Situation wie zu Zeiten Immanuel Kants vor 230 Jahren.

Beck wünscht sich denn auch "eine neue Form von Mündigkeit und Aufklärung" in Sachen Facebook und Social Media. Die Menschen sollten die Mechanismen der Netzwerke kennen und sich bewusst machen, dass jeder Post für jede individuell optimiert ist. Er verdammt die Netzwerke nicht, sondern plädiert für eine bewusste und kritische Nutzung, etwa gezielte Auszeiten. Denn dem Reiz der Plattformen kann sich auch unser Podium nicht entziehen: Alexander Leinhos sagt, dass er zuletzt TikTok exzessiv erkundet hat, Henning Beck verliert sich gerne mal bei Twitter und Peter Turi gibt zu, zuletzt Clubhouse fast suchtmäßig genutzt zu haben.
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Clubhouse-Tipp: Reporterfabrik und turi2 fragen: “Wie ist es, für ‘Bild’ zu arbeiten”?

bildlogoClubhouse-Tipp: Zur gemeinsamen Gesprächsreihe
"Redaktions-Check" laden die Reporterfabrik und turi2 ein. Thema des ersten gemeinsamen Events am Freitag um 17 Uhr: "Wie ist es, die 'Bild' zu machen?" Moderiert von Cordt Schnibben und Tess Kadiri diskutieren u.a. Günter Wallraff, Miriam Hollstein, Daniel Bouhs, Hatice Akyün, Georg Streiter, Pia Siber und Uwe Vorkötter.
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Im Führerhaus statt im letzten Wagen: So lief das turi2-Chefingespräch mit Patricia Schlesinger.


Menschen und Moneten: "Wir müssen bestimmte Dinge sein lassen, damit wir neue Dinge tun können", sagt RBB-Intendantin Patricia Schlesinger im Chefingespräch mit Peter Turi im turi2 Clubraum. Unter "sein lassen" fällt die Streichung zweier Formate, 75 freie Mitarbeiterinnen sollen nicht mehr im bisherigen Umfang beschäftigt werden. Ein Sender muss die Möglichkeiten haben, sich zu verändern, erklärt Schlesinger. Das gelte auch für die Diversität in den Redaktionen: Bei Arbeiter- und Migrantenkindern "sind wir noch nicht gut genug", gibt sie zu. Auch mit sprachlichem Wandel geht Schlesinger offen um: Mit dem Gendersternchen konnte sie sich anfangs nur schwer anfreunden, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass sich die Schreibweise durchsetzen wird.

Patricia Schlesinger plädiert dafür, Menschen dort zu erreichen, wo sie sind: im Netz und im klassischen Radio und TV. Für den Sender bedeute das, mit weniger Geld und weniger Menschen mehr Programm zu machen. Dass dieser Wandel den Menschen im RBB einiges abverlangt, ist Schlesinger bewusst. Wenn der Zug abfährt, steige sie aber "lieber ins Führerhaus anstatt in den letzten Wagon". Vorne könne man nämlich noch mitentscheiden, welche Weiche man nimmt.
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Freund oder Feind der Redaktion? So lief die turi2-Montagsrunde über Clubhouse und Social Media.


Es ist kompliziert: Clubhouse könnte ein guter Freund für Redaktionen werden, darüber sind sich die Teilnehmerinnen der Montagsrunde im turi2 Clubraum einig. Doch zu welchem Preis? "Hype hin oder her: Es ist so, dass man sich grämt, dass man es nicht selbst erfunden hat", gesteht Lorenz Maroldt, "Tagesspiegel"-Chef seit 2004. Ein Stichwort zieht sich trotz des Lobs für die App durch die Clubhouse-Runde: Kapazitätsprobleme. "Wofür ein Talk, der nur 50 oder 100 Leute erreicht?", fragt Swen Thissen, Social-Media-Manager bei stern.de. Jörg Rheinländer vom Hessischen Rundfunk ergänzt: "Sinn macht es nur, wenn wir in einer Community Qualitätsvolles mitnehmen können." Wichtig im Social-Media-Alltag über Clubhouse hinaus: "Leidenschaft und Neugier haben, um neue Plattformen auszuprobieren", sagt Enita Ramaj, Cosmopolitan.de-Chefin. Dennoch müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis bedacht werden. Clubhouse sei für Bauer eher Business- als Reichweiten-Plattform.

"Ich erkenne noch nicht, wie gut der Freund werden könnte und zu welchem Zwecke", sagt Rheinländer. Bisher sei Clubhouse eher der Feind aufgrund des Aufwands. Und wie ist allgemein der Beziehungsstatus zwischen Redaktionsalltag und Social Media? Thissen: "In jeder Beziehung gibt es Stress und man muss nicht alles wunderbar finden." Für ihn überwiegen die Chancen der sozialen Netzwerke. "Wir begreifen das als Tool - entweder man setzt das Ding richtig an oder es knickt ab", ergänzt Lorenz Maroldt.
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“‘Konservativer Knochen’ trifft nur einen Teil meiner Person.” So lief das Clubfrühstück mit Sigmund Gottlieb.


Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden.

Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.
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Clubhouse als Tor zur Welt – so lief der Open Innovation Live Podcast #5.


Der Traum vom Tellerrand: "Wozu taugt dieses Clubhouse eigentlich?", fragt Peter Turi im turi2 Clubraum am Donnerstagabend. Im Kern der Runde steht auch die Frage, was die App nach dem anfänglichen Hype zukünftig noch leisten kann. Journalist Jaafar Abdul Karim gibt an, Clubhouse als Recherche-Tool zu nutzen. Er sieht die Plattform auch als politischen Ort, an dem sich Menschen austauschen können, die in autoritären Regimen leben und sonst keinerlei Chance dazu haben. In China wurde Clubhouse jedoch beispielsweise bereits gesperrt. Student Pablo Cienfuegos Klein weist auf antisemitische und rassistische Räume hin. Dort gehe er bewusst auf die Bühnen und versuche, sachliche Gegenargumente hervorzubringen: "Es hören 100, 200 Personen zu und das macht was mit denen."

Welche Motive verfolgen die Menschen noch im Clubhouse? Während Mobility-Netzwerkerin Katja Diehl "ein bisschen die Welt verbessern und Menschen Wissen vermitteln" möchte, will Cordt Schnibben in seinem "Writers Pub" mit Autorin Doris Dörrie Zuhörerinnen dazu ermuntern, selbst zum Stift zu greifen. Auch Finanzen sind ein Thema: Karrierebibel-Journalist Jochen Mai berichtet von Personen, die sich längst ein Clubhouse-Geschäftsmodell aufgebaut haben. Die sogenannte Moderatorinnen-Elite werde gut dafür bezahlt, Räume professionell zu moderieren. TV-Moderatorin Carola Ferstl sieht in Clubhouse eine Art Telegram-Fortsetzung – in ihren Räumen gebe sie u.a. Aktien-Neulingen Tipps. Fast-Auswanderer Nicolas Kreutter glaubt trotz der stark abgeflachten Hype-Kurve seit Januar, dass in der App noch einiges passieren wird. Werden Moderatorinnen dann die neuen Influencerinnen? Nicht ganz: Die neuen "Stars" sind, zumindest laut Jochen Mai, die Gastgeberinnen, die mit Themenschwerpunkten und spannenden Gästen auf sich aufmerksam machen.
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Über Gender-Sternchen und Einsamkeit – so lief das turi2 Clubfrühstück mit Diana Kinnert.



Frühstück zum Hören: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tessniem Kadiri am Sonntagmorgen mit CDU-Politikerin und Autorin Diana Kinnert. Erstmals gibt es die Sonntagsrunde auch als Podcast und als Video bei turi2.tv. Inhaltlich geht es um Alternativen zum Gender-Sternchen und das Thema Einsamkeit, über das Kinnert gerade ein Buch geschrieben hat. Peter Turi findet, "das Gendersternchen nervt". Sein Vorschlag: BinnenGroßschreibung oder ein Generisches Femininum. Tessniem Kadiri bevorzugt statt * lieber den Doppelpunkt, der auch für Blinde besser lesbar ist, sagt aber auch: "Wenn Leute das Gender-Sternchen kritisieren, dann sind sie auch nicht offen für einen Doppelpunkt." Kinnert sieht die Notwendigkeit einer diversen Ansprache, findet "alle Lösungen aber nur so halbelegant". Im Gesprochenen favorisiert sie eine Doppelansprache wie "Bürgerinnen und Bürger", wohl wissend, "dass ich auch damit viele Menschen gar nicht adressiere oder einige ausschließe".

Der zweite Punkt auf der Agenda: Einsamkeit. "Kaum ein Thema ist schambehafteter", sagt Diana Kinnert, die für ihr Buch Die neue Einsamkeit mit vielen Psychiater*innen gesprochen hat. Ursprünglich wollte sie über ältere, verwitwete Frauen ohne Internetzugang auf dem Land schreiben. Im Laufe ihrer Recherchen hat sie aber festgestellt, dass Einsamkeit auch in der Generation Z und bei Millennials ein gravierendes, gesundheitliches Problem darstellt – vor allem in Großstädten, bei denen, die als besonders flexibel und vernetzt gelten. Tessniem Kadiri kennt das Tabu-Thema Einsamkeit, gerade in der Pandemie: "Ich habe das Gefühl, dass man sich mit Einsamkeit irgendwie Schwäche eingesteht. Und ich persönlich will mir nicht Schwäche eingestehen." Interaktion mit anderen Menschen in sozialen Medien könne echte Begegnungen nicht ersetzen: "Das ist für mich nicht echt. Instagram und Twitter konsumiere ich irgendwie mit anderen Menschen, aber das wäre für mich nie soziale Interaktion." Den anfänglichen Clubhouse-Hype schreibt Diana Kinnert der Möglichkeit zu, "in einem Raum von Kontaktvermeidung und Sterilität" von anderen Leuten unmittelbar die Stimme zu hören. "Ich glaube, dass im Vordergrund gar nicht die politischen Inhalte standen, sondern der soziale Austausch."
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Die Top 5 der Podcasts und Videos bei turi2 im Februar 2021.


Hausbesuch beim Hausmeister: Der turi2 Clubabend mit Kai Diekmann steht an der Spitze der meistgenutzten Videos und Podcasts bei turi2 im Februar. 1.875 Nutzer*innen sehen und hören, was Diekmann über seine Agentur Storymachine erzählt, bei der er nach eigenen Angaben nur der Hausmeister ist, und wie er live per Video durchs Berliner Büro führt. Auf Platz 2 rangiert mit mehr als 900 Abrufen die Premiere des Chefgesprächs mit Otto-Chef Alexander Birken im turi2 Clubraum bei Clubhouse. Das Debüt unserer Clubraum-Montagsrunde über Clubhouse als Hoffnungsträger der Kommunikationswelt erzielt rund 700 Video- und Podcast-Abrufe.
zur Top 5 auf turi2.de, turi2.tv (die Top 5 in einer Playlist)

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Clubfrühstück #4: Lass uns über Kommunikation reden!
Sonntag von 9 bis 10 Uhr im turi2 Clubraum – 3 Themen, 60 Minuten, u.a. mit Tessniem Kadiri, Diana Kinnert und Peter Turi.
- Wir wollen das Gendersternchen * wieder abschaffen – aber wie?
- Einsamkeit im Netz: Führen Social Networks zur Vereinsamung?
- Ambiguitätstoleranz: Wie lernen wir Widersprüche – auch in uns selbst – auszuhalten?
joinclubhouse.com (Termin-Link für den iPhone-Kalender)

Ein (grandios gescheiterter) Versuch, die Blase zu verlassen – so lief der OILP #4.


Schöner scheitern: Der "Open Innovation Live Podcast", OILP #4, will die Zuhörer*innen im turi2 Clubraum am Donnerstagabend auf eine Reise in unbekannte Hörwelten mitnehmen - doch der Versuch, die eigene Filterblase zu durchstechen, scheitert grandios. Aber der Reihe nach.

Für 20 Minuten schwärmen um 19.20 Uhr rund 25 OILP-Teilnehmer*innen in andere Clubhouse-Räume aus, um dann zu berichten: Volocopter-Miterfinder Alexander Zosel aus einem Raum mit Schamanen und Geisterbeschwörern. Journalist Marko Schlichting entdeckt einen Raum, in dem die sonst so verschwiegenen Freimaurer für sich werben. Die blinde Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff berichtet von einem Spiele-Raum, der mithilfe von Instagram möglich wird. „In diesem Raum habe ich das erste Mal nicht offen über meine Blindheit gesprochen", sagt sie, das habe da einfach keine Rolle gespielt.

Doch der Versuch, gemeinsam die Freimaurerloge zu entern scheitert gegen 20.00 Uhr komplett - der Raum ist verschwunden. Ob die Freimaurer gewarnt sind oder einfach am Ende ihrer Sitzung angelangt - unklar.

Am Donnerstag, 11.März, versucht das zerknirschte OILP-Team wieder auf die Erfolgsspur zu kommen: „Clever & smart - von Clubhouse-Profis lernen“, heißt dann die Devise. Wir stellen engagierte, erfolgreiche und originelle Stimmen und Räume aus dem Clubhouse vor. Tipps und Bewerbungen bitte an die Mailadresse club@turi2.de.
turi2.tv (65-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, joinclubhouse.com (Terminlink OILP #5)

Werbenachwuchs wanted: So lief jobs@turi2 bei Serviceplan.


Werbung im Wandel: Glanz, Glamour und Ausschweifungen aller Art – das war vielleicht früher mal üblich in der Werbebranche. Heute ist das anders: Bei jobs@turi2, der Partnerbörse der Kreativwirtschaft, präsentiert sich Serviceplan, Europas größte inhabergeführte Agenturgruppe, vor allem als auf Nachhaltigkeit bedachter Arbeitgeber. Geschäftsführer und Gesellschafter Ronald Focken berichtet, dass die Agentur ihren Mitarbeiter*innen für Wege in der Münchner Innenstadt Fahrräder zur Verfügung stellt, Papier möglichst beidseitig bedruckt und im Rahmen einer Nachhaltigkeits-Initiative mehr als 1.000 Flüge gespart hat. "Wir sehen uns als Multiplikatoren", sagt Focken, der selbst meist mit dem Fahrrad ins Büro kommt. Sein Kollege Felix Bartels, Head of Business Developement, bestätigt, dass das Prinzip Vorbild funktioniert und auch viele Werbekunden nach nachhaltigen Kampagnen fragen. Auch für Nachhaltigkeitchefin Julia Nicolaisen gehören Werbung und Nachhaltigkeit unter einen Hut. Sie findet das Genre "superspannend, um das Konsumverhalten der Menschen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen".

Dass Serviceplan vor diesem Hintergrund nicht jeden Werbe-Job annimmt, betont Focken: Eine Anfrage des Rüstungskonzerns Rheinmetall habe er abgelehnt. Grundsätzlich überlässt er es aber den einzelnen Einheiten, welche Aufträge sie annehmen, bzw. auf welche Etats sie sich bewerben. Wie fast alle Agenturen sucht auch Serviceplan Mitarbeiter*innen in allen Bereichen – rund 700 Menschen stellt die Gruppe pro Jahr ein, berichtet Recruiting-Chefin Julia Schweizer. Wer Interesse an Serviceplan habe, der solle "einfach mit uns ins Gespräch kommen", oft hätten sich erst aus dem Austausch Job-Optionen und -Positionen ergeben. Studierenden in der Kommunikationsbranche ruft sie zu, neben der Uni schon möglichst viel Erfahrungen im echten Berufsleben zu sammeln, etwa über Praktika. Und auch eine Altersgrenze sieht sie nicht: Ein- oder umsteigen könne man eigentlich immer.
turi2.tv (65-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

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jobs@turi2 – Klappe, die Zweite: Heute mit Serviceplan – wie tickt die internationale Agentur in Sachen Jobs, Diversity und Nachhaltigkeit? Und sonst so? Stellt Eure Fragen an jobs@turi2.de oder kommt heute Abend ab 19 Uhr zu uns in den turi2 Clubraum. Mit dabei sind u.a. Geschäftsführer Ronald Focken und Sustainability-Expertin Julia Nicolaisen. Wir hören uns!
joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

Freiwilligkeit hilft nicht: So lief der Diversitäts-Talk im turi2 Clubraum.


Abbild der Realität: Talks wie dieser sollten 2031 lange überflüssig sein, darauf hoffen alle Teilnehmer*innen der Runde im turi2 Clubraum am Montagabend. Das Plenum diskutiert darin den Weg zu mehr Diversität in der Kommunikationsbranche – und der darf für Kémi Fatoba, freie Journalistin und Daddy-Magazin-Gründerin, nicht an vielfältigeren Führungsetagen in Medienhäusern vorbeiführen. Menschenrechtsaktivist Raúl Krauthausen fordert Journalist*innen dazu auf, Menschen mit Behinderung auch in ihrer Rolle als Chirurg*innen oder Linguist*innen anzusprechen. Er glaubt, dass Firmen ihr Recruiting auch deshalb lieber auf People of Color oder LGBTQ-Talente ausrichten, weil sie Kosten für Rampen oder Braille-Tastaturen scheuen. Dabei braucht es genau diese vielen verschiedenen Blickwinkel, um Medien und Gesellschaft voranzubringen, meint Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf. Die "FAZ"-Aufsichtsrätin mahnt gleichzeitig, nicht zu spitz zu diskutieren, um mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten: "Wir kriegen das Sichtbarmachen ja nicht mal bei den Frauen hin."

Auch Generationsbotschafterin Ulrike Krämer wünscht sich in Sachen Diversität mehr gesetzliche Verpflichtungen für Firmen und sagt: "Wir profitieren alle davon, wenn die Gesellschaft abgebildet ist." Ganz konkret wird es, als RTL-Social-Redakteurin Nora Pfützenreuter verspricht, den Impuls der blinden Ex-RTL-Mitarbeiterin Andrea Eberl mit zu ihrem Arbeitgeber zu nehmen, Sender und Medienhaus auch hinter den Kulissen barrierefreier zu gestalten. Nachholbedarf auf dem Bildschirm gibt es diesbezüglich im internationalen Vergleich übrigens bei allen privaten TV-Sendern, sagt Podcaster Ralf Podszus ganz zum Schluss – und fragt sich, warum Gebärdensprache nicht längst mediale Realität auf allen Kanälen ist. Das tun wir an dieser Stelle auch. Und freuen uns schon auf den nächsten großen RTL-Blockbuster mit eingeblendeter Gebärdensprach-Dolemtscher*in.
turi2.tv (66-Min-Video), turi2.de/podcast (66-Min-Audio)

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Wie wird die Kommunikationsbranche divers? Wie kriegen wir neue Sichtweisen in Journalismus und Medien? Und wie können wir von Schneckentempo auf Turbo schalten? Darüber diskutieren wir heute Abend um 19 Uhr im turi2 Clubraum bei Clubhouse mit Katarzyna Mol-Wolf, Raúl Krauthausen, Kémi Fatoba, Nora Pfützenreuter und Ulrike Krämer. Tessniem Kadiri und Elisabeth Neuhaus moderieren die Runde. Wir hören uns!
turi2.de/clubraum, joinclubhouse.com (Link für den iPhone-Kalender)

Zum Nachlesen: Das Transkript zum Open Innovation Live Podcast.

Inklusion bei Clubhouse: Wie nutzen blinde und gehörlose Menschen soziale Audio-Räume wie Clubhouse? Mit dieser Frage hat sich der Open Innovation Live Podcast am Donnerstag auseinandergesetzt. Das Experiment mit der blinden Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff, dem blinden Journalisten Marko Schlichting und der tauben Julia Probst (Foto) hat gezeigt, dass sie mit Hilfsmitteln sogar miteinander ins Gespräch kommen können.
turi2.de (21-Seiten-Transkript), turi2.tv (83-Min-Mitschnitt mit Untertiteln)

Ein Abend für Inklusion – so lief der Open Innovation Live Podcast #3 bei Clubhouse.


Mit allen Sinnen: Zuhören, wie blinde und gehörlose Menschen leben und Social Media nutzen, steht im Mittelpunkt der dritten Ausgabe des Open Innovation Live Podcasts von Richard Gutjahr und Peter Turi im turi2 Clubraum. Bloggerin und Drehbuchautorin Julia Probst, bei Twitter bekannt als @EinAugenschmaus, ist gehörlos, kann über eine Live-Transkription und ihren Gebärdensprache-Dolmetscher aber dennoch an der Diskussion teilnehmen. "Ich war total überrascht, wie viele tolle Themen es hier bei Clubhouse gibt. Das hat die Angst in mir geschürt, Dinge zu verpassen", sagt sie. Die blinde Kinderbuch-Autorin und Microsoft-Mitarbeiterin Franziska Sgoff schätzt an Clubhouse die Möglichkeit, mit der Stimme zu überzeugen: "Hier kann der Mensch einfach sein, wie er ist." Online-Journalist Marko Schlichting, ebenfalls blind, lobt, dass sich die Clubhouse-Entwickler sehr darum bemühen, die App für Blinde nutzbar zu machen: "Das ist für mich gelebte Inklusion."

Innerlich zum Köcheln bringt ihn dagegen die häufige Frage zu seiner Blindheit: "Kann man da denn gar nichts machen?" In eine ähnlich Kerbe schlägt Julia Probst, die oft gefragt wird, ob sie nicht gerne hören würde: "Das ist so eine nervige Frage! Das einzige, was ich nicht kann, ist hören. Den Rest kriege ich doch wunderbar hin." Franziska Sgoff wünscht sich, dass Menschen mit und ohne Behinderung mehr miteinander in den Austausch kommen, "um sich gegenseitig besser kennenzulernen und die Lebenserfahrungen des Gegenübers besser zu verstehen". Marko Schlichting warnt jedoch vor ungefragter und ungewollter Hilfe, etwa beim Überqueren der Straße.

Außerdem geht es um Cripping up, die Situation, dass Schauspieler*innen ohne Behinderung in Filmen Menschen mit Behinderung spielen. Für Julia Probst völlig unverständlich: "Es gibt ganz viele gehörlose Schauspieler*innen, die eine Glanzleistung vollbringen, aber trotzdem nicht angenommen werden." Sie merke, wenn die Behinderung nur gespielt ist, sagt Probst: "Ich habe den Eindruck, dass man da manchmal für doof verkauft wird." Marko Schlichting sagt, behinderte Menschen sollten im Berufsleben ihre Fähigkeiten nicht unter den Scheffel stellen, sondern als Vorteil präsentieren: Er selbst kann bestens in der Nacht arbeiten, weil ihm egal ist, ob es draußen hell oder dunkel ist. Julia Probst ergänzt, Gehörlosen mache in Großraumbüros die Geräuschkulisse nichts aus.

Am kommenden Donnerstag will der Open Innovation Live Podcast die eigene Filterblase überwinden und in andere Räume reinhören, "von denen wir am wenigsten Ahnung haben", schlägt Peter Turi zum Schluss vor.
turi2.tv (83-Min-Video), turi2.de/podcast (83-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

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Das Live-Experiment: Der Open-Innovation-Live-Podcast, gestartet vor zwei Wochen als Podcast ohne Namen und Konzept, versucht heute, inklusiv zu sein: Wir hören Franzi Sgoff und Marko Schlichting zu, die beide blind sind und aus ihrem Leben und von ihrer Social-Media-Nutzung erzählen. Und sprechen über einen Gebärdendolmetscher mit Julia Probst, die gehörlos ist und auf Twitter als lippenlesende Userin "EinAugenschmaus" bekannt wurde.
Heute, 19-20.30 Uhr im turi2 Clubraum bei Clubhouse.
joinclubhouse.com (Termin-Link für den iPhone-Kalender)

Aufstieg eines Fitness-Lauchs: So lief der turi2 Clubabend mit Philipp Westermeyer.


Philipp, der Schlaue: OMR-Chef Philipp Westermeyer präsentiert sich beim Clubabend mit der turi2-Community am Mittwochabend als Unternehmer mit feiner Trendnase. Westermeyer berichtet, dass sein Team in der Pandemie ein neues Betätigungsfeld gefunden hat: Als diskreter Dienstleister unterstützt das OMR-Team das große Impfzentren in Hamburg, hat dafür personell sogar auf 500, meist freie Mitarbeiter aufgestockt. Vor Ort übernehmen seine Leute "alles, was nicht medizinisch ist", zum Beispiel die Datenerfassung. Ein bis zwei Millionen Euro habe das gecancelte OMR-Festival ihn 2020 gekostet. "Allerspätestens im Mai 2022" soll es die Flaggschiff-Veranstaltung wieder geben – die Chancen stehen gut, dass das Durchschnittsalter der Gäste dann deutlich unter dem im Impfzentrum derzeit liegt.

Seinen unternehmerischen Erfolg erklärt Westermeyer mit dem "Fitnessstudio-Effekt": Angefangen habe er – wie einst im Sporti – als "dünner Typ", als „Fitness-Lauch“, der null Klimmzüge geschafft hat. "Am Anfang hast du auch als Unternehmer keine Ahnung, weißt noch nicht mal, wie man eine Rechnung schreibt. Dieser Muskel wird aber mit jedem Tag und jedem Monat stärker." Gepumpt hat Westermeyer offenbar auch in Sachen VIP-Akquise für seinen Podcast, darauf weist Ex-"t3n"-Digitalchefredakteur Stephan Dörner im Clubraum hin. Den Grundstein für die Promitisierung habe Talk-Gast Dieter Bohlen gelegt, sagt Westermeyer: "Als ich den Verdacht hatte, das könnte was sein, haben wir weitergemacht."

Der Marketing-Mann kündigt außerdem eine Nachfolge-Doku zur Middelhoff-Produktion an, outet sich als E-Mail-Sekretär seiner Mitarbeiter*innen und gibt Tipps fürs Körbe-Verteilen. Dann tritt mit einem überraschenden Gruß aus der Küche noch Podstars-Mitmischer Tim Mälzer ans Mikrofon und fragt schimpfend, was 300 Leute nach Feierabend in einer Audio-App zu suchen haben.
turi2.tv (65-Min-Audio), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de (Background)

Zum Nachlesen: Das Transkript zur Premiere von jobs@turi2 Clubraum.

Premiere mit FischerAppelt: Die erste jobs@turi2-Runde im turi2 Clubraum über den Werdegang der Hamburger Agentur-Gruppe können Sie jetzt als Transkript nachlesen. Co-Gründer Andreas Fischer-Appelt und Geschäftsführerin Eugenia Lagemann suchen darin neue Leute, die "digital ticken" und erzählen von ihren Lieblingsprojekten. Auch andere Agentur-Menschen nutzen das Podium, um ihre offenen Stellen zu bewerben, darunter Lars Cords von Scholz & Friends.
turi2.de (15-Seiten-Transkript), turi2.tv (60-Min-Mitschnitt mit Untertiteln)

Kommunikationsnachwuchs verzweifelt gesucht – so lief der turi2 Clubabend bei FischerAppelt.


Klein anfangen, groß rauskommen: Mehr Konkurrenz als Bewerberinnen stehen am Ende im turi2 Clubraum beim neuen Format jobs@turi2 auf der Bühne – und der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs wird greifbar. Co-Gründer Andreas Fischer-Appelt lüftet das Geheimnis um den Doppelnamen der Agentur FischerAppelt, Geschäftsführerin Eugenia Lagemann wirbt mit warmen Worten um junge Leute, "die digital ticken" und für ihr Trainee-Programm. Die Kommunikations-Branche ist "längst kein Sammelbecken für Journalist*innen mehr", betont Andreas Fischer-Appelt. In seiner Agentur hätten nur 50 der insgesamt 700 Mitarbeitenden Wurzeln im Journalismus. Auch der Netzwerker und Fachjournalist Nico Kunkel glaubt, dass die PR mehr Gewerke als den Journalismus braucht. Er wünscht sich mehr Quereinsteiger*innen, etwa Menschen mit Wirtschaftsstudium.

Wo eine große, deutsche Kommunikations-Agentur für sich als Arbeitgeber trommelt, ist die Konkurrenz nicht weit: Aus dem Kreis der 150 Zuhörer*innen entern zwei Konkurrenten das Podium: Lars Cords von Scholz & Friends berichtet von seiner Vergangenheit bei FischerAppelt, sucht aber selbst Nachwuchs-Talente. Eine ähnliche Guerilla-Taktik verfolgt Tilo Bonow von Piabo-PR: Auch er hat offene Stellen und via Social Media und Clubhouse bereits einige Bewerber*innen gefunden. Die Suche bei jobs@turi2 geht weiter – am kommenden Dienstag ist Europas größte inhabergeführte Agentur Serviceplan Gastgeber der neuen Job-Plattform.
turi2.tv (60-Min-Mitschnitt), turi2.de/podcast (60-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de (15-Seiten-Transkript)

Audio-Formate in der PR: Das Transkript zur Talk-Runde im turi2 Clubraum.

Gesprochenes Wort: Die Runde im turi2 Clubraum über die Bedeutung von Audio-Formaten in der PR können Sie jetzt auch als Transkript nachlesen. Julia Krittian (Foto) vom MDR, Lothar Lambertz von der RWE, Marketerin Kerstin Deixler, Coca-Cola-Mann Patrick Kammerer, Lina Brinkschulte von der Telekom und VW-Flüsterer Michael Manske diskutieren darin u.a. den Stellenwert von Podcasts für die interne und externe Kommunikation. Zudem gibt's einen charmanten Gastauftritt von Waldemar Hartmann.
turi2.de (16-Seiten-Transkript), turi2.tv (60-Min-Mitschnitt mit Untertiteln)
turi2.tv (60-Min-Video)

turi2 eröffnet im Clubhouse jobs@turi2.de, die Partnerbörse der Kreativwirtschaft.


In Villabajo prüft noch der Justitiar, ob abgespült werden darf, Villarriba feiert schon die nächste Party: turi2 startet in der Audio-App Clubhouse am Dienstag um 19 Uhr jobs@turi2, die Partnerbörse der Kreativwirtschaft. Zur Premiere erzählt Gastgeber und Gründer Andreas Fischer-Appelt vom Aufstieg der Agentur FischerAppelt vom Zwei-Mann-Studentenprojekt zur führenden Content-Marketing-Agentur mit über 700 Mitarbeiter*innen. Eugenia Lagemann, Geschäftsführerin bei FischerAppelt Relations, spricht über die Job-Anforderungen der Agentur. Im Gespräch mit den Gästen, darunter Berater*innen, Moderator*innen und Stimmtrainer*innen mit Clubhouse-Expertise, werden Chancen der Kooperation ausgelotet.

jobs@turi2 bringt jeden Dienstag von 19-20 Uhr im turi2 Clubraum auf Clubhouse Unternehmen & Kreative der Branche zusammen. Ab März bietet auch die Website turi2.de/jobs einen Marktplatz für Jobs, Stellen & Projekte der Kommunikations- und Kreativwirtschaft. Fragen, Anregungen, Bewerbungen (auch als Gastgeber) bitte per Mail an jobs@turi2.de. turi2 hat damit fürs Clubhouse jeweils ein tägliches Event an fünf Tagen pro Woche geschaffen - von Sonntag bis Donnerstag. Und dafür 1,5 neue Arbeitsstellen geschaffen.
joinclubhouse.com (Link zum Event)

Welches Social Network inspiriert dich? Was nervt? Der Social-Media-Talk auf Clubhouse.


Der Mix macht's: Social Media zwischen Inspiration und Nerv-Faktor, darüber hat am Montagabend eine Runde aus Journalistinnen und PR-Frauen im turi2 Clubraum bei Clubhouse diskutiert. Einig sind sich Stephanie Tönjes, Content-Strategin der Telekom, Kristin Dolgner, Operativ-Chefin der PR-Agentur hypr, und die Journalistinnen Nalan Sipar, Tess Kadiri und Yasmine M'Barek darüber, dass es ohne soziale Netzwerke nicht geht. Die Schwerpunkte der Diskussions-Teilnehmerinnen unterscheiden sich aber zum Teil erheblich. Stephanie Tönjes etwa schwört auf Linked-in und "Personal Branding" – für sie ist das mehr als Selbstbeweihräucherung, es gehe um Persönlichkeitsentwicklung und die Frage "Wofür möchte ich stehen?". Diese Frage beschäftigt auch Kristin Dolgner, wenn sie PR für Unternehmen macht: "Die Communitys wünschen sich von den Unternehmen eine Haltung, es geht nicht mehr nur um Glossy Fotos und Kampagnen."

Für die Journalistinnen Tess Kadiri, Nalan Sipar und Yasmine M’Barek sind Filterblasen in den Netzwerken ein großes Thema. Die deutsch-türkische Journalistin Nalan Sipar hat Angst vor einer gespaltenen Gesellschaft, wie sie sie in der Türkei erlebt, dort gebe es keine öffentliche Debatte mehr. Sie folge in Social Media bewusst Menschen, über deren Beiträge sie sich ärgert, um ihre eigene Filterblase zu durchbrechen. Für Tess Kadiri ist Input, der von außerhalb der sozialen Medien kommt, deswegen so wichtig: Sie begegnet anderen Meinungen und Weltanschauungen im Radio, Fernsehen oder im persönlichen Gespräch und merkt, "aus den Filterblasen muss man raus". Yasmine M’Barek nutzt alle relevanten sozialen Netzwerke: Auf TikTok erfährt sie, wie die ganz jungen Leute ticken, bei Twitter erlebt sie die Journalist*innen-Blase, die sie als "fern der Lebensrealität" bewertet, und auf Instagram sei "alles soft gewaschen" – "der Mix daraus ist für mich persönlich ganz gut".
turi2.tv (62-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de