ARD und ZDF entlasten Flut-Opfer beim Rundfunkbeitrag.

Flut-Katastrophe: ARD und ZDF entlasten Opfer beim Rundfunkbeitrag. Betroffene können ihre Wohnstätten, Geschäfte oder Autos temporär abmelden, sofern sie derzeit nicht nutzbar sind. Sind sie zerstört, können sie das Beitragskonto auch löschen. Zudem seien Zahlungserleichterungen möglich, genauere Infos dazu würden zeitnah veröffentlicht.
rnd.de, bild.de

Hör-Tipp: Claus Kleber findet Katastrophenschutz drängender als Debatten über den Klimawandel.

Hör-Tipp: Medien müssen aufklären, welche Versäumnisse es seitens der Politik bei der Flutkatastrophe gab, sagt Claus Kleber im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Frage nach dem Katastrophenschutz sei jetzt drängender als "philosophische Debatten über den Klimawandel". Es sei nicht Aufgabe des Journalismus, die Menschen zu klimabewusstem Handeln zu erziehen.
deutschlandfunk.de, ondemand-mp3.dradio.de (10-Min-Audio)

Presserat versäumt Kontrolle der “Apotheken Umschau”.

Risiken und Nebenwirkungen: Der Presserat fühlt sich bisher nicht für Beschwerden über die "Apotheken Umschau" zuständig, berichtet der Deutschlandfunk. Anlass ist die Beschwerde eines DLF-Hörers, die beim Presserat abgeblitzt ist. Das Kontrollgremium hat die auflagenstärkste deutsche Zeitschrift offenbar bisher nicht als unabhängige journalistische Publikation betrachtet, sondern als ein Magazin, das einer "besonderen Interessenssteuerung" unterliegt. Dem widerspricht Chefredakteur Dennis Ballwieser.

Er ist bis jetzt davon ausgegangen, dass der Presserat zuständig ist, auch wenn er in seiner fünfjährigen Amtszeit nie eine Beschwerde erhalten hat. Im Zuge der Recherche des Deutschlandfunks rudert der Presserat zurück und teilt mit, er sei wohl doch zuständig. Er wolle sich aber erst äußern, wenn die Gremien beraten haben. Wie viele Beschwerden der Presserat gegen die "Apotheken Umschau" bisher abgewiesen hat, ist unklar. Erst seit 2018 dokumentiert der Presserat abgewiesene Beschwerden.
deutschlandfunk.de

Deutschlandradio gründet Meinungs-Redaktion.

Dialogbereit: Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur gründen die gemeinsame Redaktion "Meinung und Diskurs". Unter Leitung von Sina Fröhndrich arbeiten die Teams von sieben Sendungen künftig standortübergreifend in Berlin und Köln zusammen. Die neue Redaktion soll den Dialog mit den Hörerinnen weiter intensivieren und neue Diskussionsformate entwickeln.
presseportal.de

FDP schreibt sich Beschneidung von ARD und ZDF ins Wahlprogramm.

Wollen weniger: Die FDP will das Programm und die Finanzierung von ARD und ZDF beschneiden. Ein entsprechender Änderungsantrag für das Wahl­programm ist mit der knappen Mehrheit von 185 zu 179 Stimmen auf dem Parteitag am Samstag angenommen worden. Darin heißt es u.a., die Anstalten sollen sich auf "Nachrichten, Kultur, politische Bildung und Dokumentationen konzentrieren", die Senderanzahl reduzieren und im Internet nur Bereiche bespielen, die dem klassischen Rundfunk nahestehen.
digitalfernsehen.de

Öffentlich-Rechtliche Journalistinnen fordern Sicherheit auf Veranstaltungen und im Netz.

Offener Brief: Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse (Agra) fordert, Journalistinnen auf Veranstaltungen und im Netz besser zu schützen. In einem offenen Brief an die Politik plädieren sie für ein entsprechendes Konzept, damit Medienschaffende ihrer Arbeit ungehindert nachgehen können. Beleidigungen und konkrete Drohungen sollen durch "Gesetze und konsequente Strafverfolgung" unterbunden werden.
agra-rundfunk.de

Analyse: Wie Querdenker gegen die Presse schießen.

Querulanten: Teilnehmerinnen von Querdenker-Demos pochen zwar stets auf das Grundgesetz, versuchen jedoch zunehmend, die Pressefreiheit einzuschränken, berichtet Annika Schneider im Deutschlandfunk. Für Journalistinnen stelle sich die Frage, wie viel Raum sie Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmerinnen geben. Zeigen Medien u.a. Fotos von Demo-Plakaten, geben sie auch falschen Tatsachenbehauptungen und Verschwörungsmythen eine Bühne, so Schneider.
deutschlandfunk.de

Hör-Tipp: Nikolaus Blome spricht über Merkel-Interviews.

Hör-Tipp: Das Gespräch zwischen Angela Merkel und Anne Will ist eine "innovationsarme Diskussion" gewesen, sagt RTL-Politikchef Nikolaus Blome dem Medienmagazin "Medias Res". Die Kanzlerin sei derzeit in TV-Gesprächen nicht so kontrolliert wie sonst. Aus Journalismus- und Publikumssicht hält er Interviews für das beste Format der Interaktion mit der Regierungschefin.
deutschlandfunk.de (7-Min-Audio)

Lese-Tipp: DLF und Initiative listen “vergessene Nachrichten” auf.

Lese-Tipp: Deutschlandfunk und die Initiative Nachrichtenaufklärung veröffentlichen eine Top-Ten-Liste über Themen, die in den letzten zwölf Monaten zu kurz gekommen sind in der medialen Berichterstattung. Darunter: Die Schwachstellen im neuen Netzwerkdurchsuchungsgesetz, die Armutsgefahr junger Menschen sowie Rassismus und Kolonialismus im Schulunterricht.
deutschlandfunk.de

Hör-Tipp: ARD-Korrespondentin Anne Demmer berichtet von den Gefahren für Journalist*innen in Mexiko.

Hör-Tipp: ARD-Mexiko-Korrespondentin Anne Demmer erzählt im Deutschlandfunk-Kultur-Magazin "Breitband" von einem Klima der Gewalt und Einschüchterung, in dem mexikanische Journalist*innen arbeiten müssen. Seit 2000 sind über 200 Reporter*innen umgebracht worden, in 99 % der Fälle gibt es kein Strafurteil. Der amtierende Präsident López Obrador diskreditiere zudem journalistisches Arbeiten. Als deutsche Reporterin fühle sie sich persönlich sicher, besonders gefährdet seien investigativ arbeitende Lokaljournalist*innen.
deutschlandfunkkultur.de, podcast-mp3.dradio.de (14-Min-Audio-Download)

Radio-Tipp: Christian Drosten spricht über seinen Lebensweg.

Radio-Tipp: Christian Drosten ist heute um 13.30 Uhr zu Gast in der Sendung "Zwischentöne" im Deutschlandfunk. Drosten spricht über seinen Weg vom Rettungssanitäter bis zum Leiter der Virologie der Charité in Berlin. Drosten sagt, dass er eigentlich nicht gerne Chef ist. Musikalisch fasziniert ihn Barock-Musik. Zudem mag er düstere Musik, weil sie die Realität spiegelt.
deutschlandradio.de

Zitat: Ex-NDR-Intendant Jobst Plog rät den Öffentlich-Rechtlichen zu klagen.

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seine Freiheit immer mit den Gerichten und gegen die Politik erstritten - nicht mit Konzessionen an die Politik."

Jobst Plog, von 1991 bis 2008 Intendant des NDR, rät im aktuellen "Journalist" den Öffentlich-Rechtlichen zum Gang vor das Bundes­verfassungs­gericht, sollte die CDU in Sachsen-Anhalt die Erhöhung des Rundfunkbeitrags ablehenen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Der Deutschlandfunk spendiert “Medias Res” den Podcast “Nach Redaktionsschluss”.

Deutschlandfunk startet am 4. September den wöchentlichen Podcast "Nach Redaktionsschluss". Darin diskutiert die Redaktion des Medienmagazins "Medias Res" wöchentlich mit Hörer*innen über Themen der Sendung wie gendergerechte Sprache oder Haltung und Aktionismus. Die Sendung "Was mit Medien" auf DFL Nova hat der Deutschlandfunk gerade eingestellt. Sie existiert als eigenständiger Podcast weiter.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Podcast über Achtsamkeit ersetzt bei DLF Nova “Was mit Medien”.


Was mit weniger Stress: Deutschlandfunk Nova ersetzt Was mit Medien, das gestern nach acht Jahren zum letzten Mal im Radio lief, durch den Podcast Achtsam. Ab dem 20. August sollen Psychologin Main Huong Nguyen (Foto, links) und Moderatorin Diane Hielscher auf dem bisherigen Sendeplatz des Medienmagazins wöchentlich donnerstags um 20.00 Uhr Tipps für einen bewussteren Alltag geben. Am Ende jeder Folge soll eine Achtsamkeits­übung stehen. Spannender Nebenaspekt: In seiner Kommunikation spricht DLF Nova von einem Podcast, der ins Radioprogramm kommt – nicht von einer Radiosendung, die es auch als Podcast gibt. "Was mit Medien" soll als reiner Podcast und nicht mehr im linearen Programm weiterlaufen.

DLF Nova springt mit "Achtsam" auf einen Trend auf, der sich auch an Kiosken als überraschend erfolgreich erwiesen hat: Magazine wie "Hygge" aus dem Hause Gruner + Jahr oder "Happinez" von Bauer wollen ihre Leser*innen mit Grünzeug und Yogakissen zu mehr Entschleunigung und Gemütlichkeit ermutigen. Chefredakteurin Sinja Schütte" macht für "Flow" den Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein. In Deutschland hat sich außerdem etwa die Mediations-App 7Mind einen eigenen Podcast zugelegt. Moderator René Träder unterhält sich darin mit wechselnden Gesprächspartner*innen etwa über die Philosophie hinter Zen.
deutschlandradio.de, radioszene.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Hör-Tipp: Lukaschenko-Gegner*innen koordinieren sich per Telegram.

Hör-Tipp: Per Telegram organisieren sich in Belarus die Gegner*innen von Präsident Alexander Lukaschenko, berichtet Korrespondent Florian Kellermann. Auf dem redaktionell unterstützten Kanal "Nexta Live" mit 1,7 Mio Abonnent*innen werde zu Demos aufgerufen und Fotos, etwa von Polizeigewalt, geteilt. "Nexta Live" habe sich zum wichtigsten Informations- und Koordinationsmedium für die Protestbewegung entwickelt.
deutschlandfunk.de (7-Min-Audio und Transkript)

Früherer “Sonntagsrätsel”-Moderator Christian Bienert, 72, ist tot.

Christian Bienert, 72, ist tot. Der langjährige Moderator des Sonntagsrätsels bei Deutschlandfunk Kultur starb bereits am 7. Juli. Christian Bienert moderierte die von Hans Rosenthal erfundene Sendung von 1987, damals noch bei Rias, bis zu seinem Ruhestand 2012. Er hatte eine große Fangemeinde in Ost und West und bekam viele Zuschriften aus beiden Teilen Deutschlands.
t-online.de, deutschlandfunkkultur.de, sueddeutsche.de (Porträt von 2006)

Meinung: Dirk Ippen fährt mit Kaufmann-Genen als Verleger gut.

Verleger Dirk Ippen fährt dank Kaufmann-Genen auch im Zeitungsgeschäft gut, analysiert Brigitte Baetz für den Deutschlandfunk. Vor allem Ippens radikale Fokussierung aufs Lokale sichere ihm und seinen Produkten treue Leser - obwohl in Ippens Redaktionen bis heute "wenig Edelfedern zu finden sind". Ippen, inzwischen 79, sieht die Zeitung in Zukunft eher als Nischenmarkt: Wer zu klein sei, werde geschluckt.
deutschlandfunk.de

“FAZ”: Indexmodell beim Rundfunkbeitrag kommt vorerst nicht.

Rundfunkbeitrag: Die Bundesländer können sich nicht auf ein neues Modell einigen, wonach dem der Beitrag an einen Index gebunden automatisch steigt, berichtet die "FAZ". Laut Oliver Schenk, Leiter der sächsischen Staatskanzlei, seien zwar "alle Länder grundsätzlich für Reformen", die Zeit für ein Index-Modell jedoch "noch nicht reif." In den nächsten Tagen werde die Kef ihre Empfehlung für den künftigen Beitrag abgeben. Unabhängig davon rechne Schenk für die nächste Gebührenperiode Abgaben in Höhe von "18 Euro + X".
per Mail, turi2.de (Background)

Befreiung der Rundfunkbeitragspflicht für Nebenwohnung ist künftig einfacher.

Rundfunkbeitrag: Künftig können auch Ehepartner und eingetragene Lebenspartner eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht für eine Nebenwohnung beantragen. Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat das Befreiungsverfahren geändert und reagiert damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
dwdl.de

Übermedien: Deutschlandradio trennt sich nach gefälschten Reportagen von Mitarbeiter.

Radio Relotius: Deutschlandradio trennt sich von einem Mitarbeiter, der vermeintliche Vor-Ort-Reportagen lieferte, obwohl er selbst nie vor Ort war, berichtet Daniel Bouhs. Der Deutschlandradio-Reporter habe im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet, die er selbst nicht geholt hat, was er aber nicht kennzeichnete. Das Material stamme aus anderen Medien. Mit atmosphärischen Elementen habe er den Eindruck erweckt, er wäre persönlich vor Ort. Deutschlandradio und der inzwischen gekündigte Journalist bestätigen auf Anfrage von Übermedien den Fall.

"Der Fall ist kein zweiter Relotius", betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien bei Übermedien. Der Journalist habe keine Geschichten erfunden, die Fakten stimmten. Der Reporter berichtete knapp zwei Jahrzehnte für Deutschlandradio, zuletzt aus dem europäischen Ausland. Der Journalist sagt, er habe aus einer "persönlichen Notlage" gehandelt, "aber das entschuldigt nichts". Aus "persönlichen Gründen" habe er seinen Wohnort für Reportage-Reisen nicht verlassen können. Der Sender hat die Zusammenarbeit beendet.
uebermedien.de (Paid)

Zitat: DRadio-Intendant Stefan Raue plädiert für Transparenz durch Erklärung.

"Wir haben lange geglaubt, uns nicht erklären zu müssen. Wir müssen aus unserem Turm raus und erklären, was wir warum tun."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sagt im "FAZ"-Interview, dass Transparenz mehr ist als Fehlerkultur. "Unebenheiten" in Beiträgen sollten erklärt statt "poliert" werden.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Über Podcast vs. Radio:

"Podcasts müssen sehr schnell an den Hörer gebracht werden. Man muss rasch auf den Punkt kommen. Wir duzen die Hörer auch, nicht weil wir sie ankumpeln wollen, sondern weil die Menschen gerne direkt und persönlich angesprochen werden. Ich habe den Kopfhörer auf, und da spricht jemand direkt mit mir. Das ist ein ganz persönlicher Zugang, nicht das klassische Radio."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen. (12/2017)

Kameraleute werden bei Leichtathletik-WM in der Berichterstattung behindert.

Pressefreiheit: Kameraleute sind bei der Leichtathletik-WM in Katar bedrängt worden, schreibt "Spiegel" über Beobachtungen von Deutschlandfunk und ARD. Die Berichterstatter wollten die in der Hitze kollabierenden Athletinnen filmen. Beim Wettbewerb in Doha herrschte über 32 Grad, nur 40 der 68 Starterinnen kamen ins Ziel.
spiegel.de, twitter.com

“SZ”-Autor Johannes Kuhn wechselt zum Deutschlandfunk.

Süddeutsche Zeitung: Johannes Kuhn, Autor und Ex-US-Korrespondent für Tech- und Wirtschaftsthemen, wechselt im August als Korrespondent in das Hauptstadtstudio von Deutschlandfunk, verkündigt der Journalist bei Twitter. Künftiger Schwerpunkt sei die Digitalpolitik. Kuhn arbeitete knapp zehn Jahre für die "Süddeutsche Zeitung".
twitter.com

Bloggerin erfindet Holocaust-Opfer, täuscht Zeit Online und Deutschlandfunk.


Schauriger Schein: Bloggerin Marie Sophie Hingst hat über Jahre Leser und Medien mit erfundenen Holocaust-Opfern getäuscht, berichtet Martin Doerry im "Spiegel". Hingst veröffentlichte eine weitere Fake-Story über ihre angebliche Flüchtlings-Hilfe unter anderem Namen bei Zeit Online und berichtete bei Deutschlandfunk Nova. Die Goldenen Blogger ehrten sie als Bloggerin des Jahres 2017 für die Fantasie-Geschichten ihres Blogs Read on My Dear, Read on.

Demnach erfand Hingst mehrere Familienmitglieder, die in Auschwitz getötet worden seien oder das KZ überlebten. Tatsächlich stammt Hingst aus einer evangelischen Familie. Ihr Drang zum Geschichten-Erfinden sei so weit gegangen, dass sie Dokumente zu erfundenen Familienmitgliedern bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einreichte, berichtet der "Spiegel". Mit den Täuschungen konfrontiert, entschuldigt sich Hingst, ihre Texte nähmen ein "erhebliches Maß an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch". Auch Zeit Online recherchiert ihr hinterher. Hingst habe daraufhin die Identität einer verstorbenen Person benutzt, um in deren Namen E-Mails an die Redaktion zu schreiben. (Foto: obs / Die Goldenen Blogger / Henrik Andree, Montage: turi2)
"Spiegel" 23/2019, S. 112-115 (Paid), spiegel.de, zeit.de

Hör-Tipp: Neue Online-Regeln der öffentlich-rechtlichen Sender stärken US-Plattformen.

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Deutschlandfunk-Moderator Tim Wiese sprechen über die Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, der ARD, ZDF und Deutschlandradio bei Facebook oder YouTube mehr Online-Inhalte einräumt - wovon die US-Plattformen profitierten. Da Personal für die Bespielung der Drittplattformen fehle, sparten die öffentlich-rechtlichen Sender bei Texten.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

Video-Tipp: Konferenz “Subscribe10” liefert Tipps für Podcaster.

Video-Tipp: Beim Deutschlandfunk hat am Wochenende die Podcaster-Konferenz Subscribe 10 stattgefunden. Die Themen reichten von Minderheiten-Podcasts über Software- und Technik-Tipps bis hin zu Social Media und Datenschutz für Podcaster. U.a. gaben Spiegel Online und die "Süddeutsche" Einblicke in ihre Arbeit. Die Mitschnitte der fast 40 Vorträgen und Diskussionsrunden stehen als YouTube-Playlist bereit.
youtube.com (Playlist)

Deutschlandfunk: DFB besteht auf “Abnahme” und “Vetorecht” bei Berichten aus Video-Keller.


Runde Sache? Medienjournalist Daniel Bouhs veröffentlicht im Deutschlandfunk einen weiteren Fall von fragwürdiger Pressearbeit des DFB – nach dem Interview-Abbruch durch Verbandsboss Reinhard Grindel (Foto) bei der Deutschen Welle. Im Rahmen der Berichterstattung über die Video-Schiedsrichter der Liga verlangte der DFB "bei der Abnahme des Hörfunkstücks als Ganzes dabei" zu sein und ein "Vetorecht". "Bild" und Der WDR-Hörfunk spielten mit, der Deutschlandfunk lehnte ab.

Die DFB-Pressestelle erklärt, die Kontrolle der redaktionellen Arbeit sei wichtig, um Irritationen bei der Spielleitung zu vermeiden. Die Schiedsrichter sollten sich auf ihre Arbeit konzentrieren und nicht über eine mögliche Berichterstattung nachdenken.

Bouhs kritisiert das Schweigen des DFB-Bosses auch grundsätzlich: Der Sportredaktion des Deutschlandfunks verweigere Grindel seit Jahren ein ausführliches Interview, auch das WDR-Magazin "Sport Inside" kassiere laufend Absagen und bekomme stattdessen nur schriftliche Antworten oder Verweise auf allgemeine Statements des Verbandes.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Ergänzung 18.32019, 18.05 Uhr: Ein "Bild"-Sprecher teilt mit, es habe bei der Berichterstattung "keine Einschränkungen" gegeben habe. "Bild" habe "ausschließlich Zitate des Schiedsrichters zu Spielern außerhalb des Videobeweises dem DFB zur Autorisierung vorgelegt".

Lokalradios sollten Themen nicht zu lokal wählen, findet Hans Hoff.

Lokalradios verfestigen ein Hörer-Weltbild, das jenseits der Stadtgrenze unscharf wird, wenn sie nur Lokales erzählen, glaubt Hans Hoff. Das "krampfhafte Herunterbrechen von internationalen Themen aufs Lokale" nervt ihn. Er bricht eine Lanze für Deutschlandfunk Kultur: Der Sender erweitere "beinahe beiläufig" seinen Horizont und spiele guten Pop.
dwdl.de

Bayerns Ministerpräsident Söder will Rundfunkbeitrag an die Inflation koppeln.

Rundfunkbeitrag : Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert im "Spiegel", die Entwicklung des Rundfunkbeitrags an die Inflation zu koppeln. Den Anstalten solle außerdem ein Budget zugewiesen werden, über das sie eigenverantwortlich entscheiden können. Für eine Steigerung des aktuellen Beitrags von 17,50 Euro auf mehr als 18 Euro schließt Söder aus.
"Spiegel" 10/2019, S. 63 (Paid)

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

Zitat: Ralf Müller-Schmid sieht DLF Nova als Vorreiter des guten Geschmacks.

"Mainstream kann sicher auch Spaß machen, aber dazu werden wir nicht gebraucht."

Ralf Müller-Schmid, Programmchef von Deutschlandfunk Nova, sieht seinen Sender als "Entdecker von Interpreten und Titeln". Das könne der Sender nur leisten, weil er generell und "auch von Werbeeinnahmen" unabhängig sei, sagt er im Interview mit Radioszene.
radioszene.de

Hör-Tipp: “Babylon Berlin” erzählt mehr über die Gegenwart als über die 1920er.

Hör-Tipp: Die Serie "Babylon Berlin" verrät mehr über unsere Gegenwart als über die 1920er Jahre, sagt Hanno Hochmuth im "Hörsaal" von Deutschlandfunk Nova. Der Historiker stellt zehn Thesen auf zum Mythos der "Goldenen Zwanziger". Wichtig für den Erfolg der Co-Produktion von ARD und Sky sei die Vermarktung Berlins als Party-Metropole. Genau wie damals sei die Demokratie auch heute von rechts bedroht.
deutschlandfunknova.de (47-Min-Audio)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Sky-Kommunikator Ralph Fürther erklärt die Kooperation zwischen ARD und Sky. (9/2018)

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur podcastet “Lakonisch Elegant”.

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur streamt ab morgen den Podcast "Lakonisch Elegant" aufs Handy. Zeitsouverän und einmal pro Woche will das Format Debatten in Popkultur, Film und Literatur weitererzählen. Am Mikro sind die Deutschlandfunk-Stimmen Christine Watty, Julius Stucke und Johannes Nichelmann sowie Podcasterin Katrin Rönicke.
deutschlandfunkkultur.de

Lese-Tipp: “Journalist” veröffentlicht Interviews zur Zukunft der Öffentlich-rechtlichen.

Lese-Tipp: Der "Journalist" veröffentlicht eine Interviewreihe zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Gespräche entstanden zusammen mit Studenten der HMKW Köln. Antworten geben unter anderem Comedian Ralf Kabelka, SWR-Justiziar Hermann Eicher und ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler.
journalist-magazin.de

“Horizont”: Verleger und Intendanten einigen sich auf Neuordnung öffentlich-rechtlicher Online-Angebote.


Was lange währt: Die Verleger und Vertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio machen den Weg frei für einen neuen Telemedienauftrag. Es sieht vor, dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig das Verbot der Presseähnlichkeit in ihren Online-Angeboten akzeptieren, berichtet Ulrike Simon. Das sei das Ergebnis eines Treffens zwischen BDZV-Präsident Mathias Döpfner, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Stefan Raue vom Deutschlandradio und ARD-Vertreterin Karola Wille.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote künftig auf längere Texte ohne Bezug zu einer Sendung verzichten. Websites und Apps von ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich damit komplett auf audiovisuelle Inhalte konzentrieren und dürfen mit Texten nur noch anteasern. Sollte es Streit geben, entscheidet eine gemeinsame Schiedsstelle. Wie dies rechtssicher im neuen Telemediengesetz formuliert wird, müssen die Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Der juristische Streit zwischen den Verlegern und den Öffentlich-Rechtlichen schwelt seit Jahren – unter anderem beschäftigen sich Gerichte mit der Tagesschau-App. Eine Einigung könnte diese Verfahren nun auflösen. Das neue Telemediengesetz bietet aber auch Zuckerstückchen für die Öffentlich-Rechtlichen: So sollen Inhalte künftig länger in Mediatheken online bleiben dürfen. Auch der Rundfunkbeitrag könnte künftig an die Inflation gekoppelt werden – was mehr Geld in die Kassen der Sender spülen würde.
horizont.net

Mehrheit der Deutschen gegen Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen.

Öffentliche-rechtlicher Rundfunk in Deutschland soll nicht abgeschafft werden, sagen 55 % der Befragten in einer Civey-Befragung im Auftrag des "Hamburger Abendblatts". 39 % sagen "nein, auf keinen Fall", 16 % "eher nein". Dem stehen 29 % gegenüber, die ARD und ZDF "auf jeden Fall" abschaffen wollen. Die Ablehnung der Öffentlich-Rechtlichen ist im Osten größer als im Westen. Männer befürworten ARD und Co. häufiger als Frauen.
abendblatt.de

Deutschlandfunk Nova sendet ab März auch aus Berlin.

Deutschlandradio baut das digitale Programm des jungen Formats Deutschlandfunk Nova aus und sendet ab März auch aus Berlin. Der Sender produziert bislang überwiegend in Köln und ergänzt das Programm durch das neue Format "Ab 21". Mit dem Schritt in die Hauptstadt will Deutschlandfunk "mehr kreativen Freiraum" für die Themen der Zielgruppe schaffen, so Programmdirektor Andreas-Peter Weber.
presseportal.de

Zitat: Ex-Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof plädiert gegen Werbung bei ARD und ZDF.

"Ich wäre dafür gewesen, den Rundfunkbeitrag nicht um 48 Cent auf 17,50 Euro zu senken. Diese Ersparnis beeindruckt den Bürger nicht."

Ex-Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof sagt im "Welt"-Interview ein werbefreier öffentlich-rechtlicher Rundfunk würde mehr Zustimmung erhalten als ein günstigerer.
welt.de (Paid)

Zitat: Christian Ulmen findet es schwierig, eine eigene Meinung zu vertreten.

Christian Ulmen-150 Foto dpa"Ich bin wie eine Qualle, ein Wesen ohne Rückgrat. Ich find mal das richtig und mal das."

Produzent Christian Ulmen findet es "wahnsinnig schwierig", eine eigene Meinung zu finden und beendet deshalb seine Deutschlandfunk-Medienkolumne. Ulmen verabschiedet sich mit einem Katzenfoto von Deutschlandfunk Nova.
deutschlandfunk.de (3-Min-Audio), turi2.de (Background)