Blockierte Erhöhung des Rundfunkbeitrags: Deutschlandradio kündigt Tarifverträge.

Deutschlandradio kündigt die laufenden Tarifverträge. Diese hätten normalerweise noch bis 2022 Gültigkeit. Eine tariflich vereinbarte Lohnerhöhung für die Mitarbeiter*innen fällt damit vorerst aus. Laut Intendant Stefan Raue reagiert der Sender damit auf die durch Sachsen-Anhalt verhinderte Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent. DJV-Chef Frank Überall warnt vor einem "Flächenbrand".
zeit.de, handelsblatt.com

“WamS”: Debatte um Rundfunkbeitrag sorgt für Riss in der Union.

Rundfunkbeitrag spaltet die Union, analysiert die "Welt am Sonntag". Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion würde ARD, ZDF und Deutschlandradio am liebsten fusionieren, Unterhaltung und Sport aus dem Programm streichen. Ein entsprechendes Positions-Papier sei womöglich "von oben" gestoppt worden. Andere Kreise der Partei, etwa um Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und den früheren Fraktionschef Volker Kauder, stehen zu ARD und ZDF.
welt.de (Paid)

BVerfG lehnt vorläufige Erhöhung des Rundfunkbeitrags per Eilantrag ab.


Für eine Handvoll Euro: ARD, ZDF und Deutschlandradio scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihren Eilanträgen, mit denen sie die Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent zum Jahreswechsel vorläufig anordnen lassen wollten. Die Richter*innen bemängeln, die Rundfunkanstalten hätten nicht ausreichend begründet, dass ihnen vor der endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren schwere Nachteile entstehen. Die Sender hatten argumentiert, dass sich ohne die geplante Erhöhung der Gebühren ab Januar ihr Angebot verschlechtern werde, was die Rundfunkfreiheit verletzte. Die Entscheidung bezieht sich nur auf das Eilverfahren. Die reguläre Klage der Anstalten ist erst später Verhandlungsgegenstand.

Im Hauptverfahren wird das Gericht darüber entscheiden, ob die Weigerung Sachsen-Anhalts, den neuen Rundfunkstaatsvertrag zu ratifizieren, die Rundfunkfreiheit verletzt. Die Kläger argumentieren, dass eine bedarfsgerechte Finanzierung sichergestellt sein muss. Das Deutschlandradio will nun zunächst kurzfristige Sparmaßnahmen umsetzen. Der Bedarf wurde durch die unabhängige Kommission KEF errechnet. Medienpolitische Fragen dürften bei der Festsetzung des Beitrags keine Rolle spielen, so die Kläger.
tagesschau.de, spiegel.de, spiegel.de (Sparmaßnahmen), turi2.de (Background)

Antisemitismus-Beauftragter Klein kritisiert Deutschlandradio-Journalisten.

Anti-Israel? Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter des Bundes, wirft Deutschlandradio-Chefkorrespondent Stephan Detjen parteiische Berichterstattung vor. Hintergrund sind Äußerungen Detjens – auch – in der Berichterstattung, in denen er sich gegen einen Beschluss des Bundestags positioniert, der finanzielle Unterstützung für Israel-boykottierende Organisationen ausschließt. "Hier liegt eine nicht unproblematische Rollenvermischung vor", meint Klein.
Focus 52/2020, S. 20 (Paid), juedische-allgemeine.de

Vorschlag fürs Wahlprogramm: CDU will ARD und ZDF privatisieren.

Privatisierter Rundfunk: Der CDU-Wirtschafts­ausschuss schlägt in einem Papier für das Wahl­programm zur Bundes­tags­wahl vor, ARD, ZDF und Deutschland­radio "langfristig" und "schrittweise" zu privatisieren, berichtet der "Spiegel". Mit den Erlösen der Privatisierung will die CDU einen Medien­fonds speisen, der künftig einzelne Programm­inhalte finanziert, aber keine ganzen Sender. Bis zur Umsetzung sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur noch Aufgaben übernehmen, "die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewähr­leisten können", etwa Information, Bildung und Kultur.
spiegel.de

Zitat: Er mag die Definition von Medien als vierter Gewalt nicht, sagt Stefan Raue.

"Man darf sich als Medium auch nicht überheben. Ich bin kein Freund der Definition, dass Medien die vierte Gewalt sind."

Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios, sagt im RND-Interview, Radio habe im engeren Sinne keine Verantwortung für das Gemeinwesen, müsse aber helfen, "dass ein kritischer Diskurs in zivilisierter Form stattfindet".
rnd.de

Rundfunkbeitrag: Das Deutschlandradio strebt Klage im Eilverfahren an.


Eilverfahren statt Eilmeldung: Das Deutschlandradio will im Streit um den von Sachsen-Anhalt nicht ratifizierten Rundfunkstaatsvertrag vor dem Bundesverfassungsgericht auch ein Eilverfahren anstoßen. Ein solches Eilverfahren wäre dem Hauptverfahren vorgeschaltet und böte bei Erfolg die Möglichkeit, dass der Rundfunkbeitrag doch noch zum 1. Januar 2021 - zumindest vorläufig - um 86 Cent steigt.

Außerdem erklären Bremen und das Saarland vor dem Bundes­verfassungss­gericht eine eigene Stellungnahme zu den Klagen von ARD, ZDF und Deutschlandradio abzugeben. Darin wollen sie auf die besondere finanzielle Situation des Saarländischen Rundfunks und von Radio Bremen aufmerksam machen. Eine eigene Klage streben die Bundesländer aber nicht an. (Bild: Bildagentur-online / Schoening / Picture Alliance)
rnd.de (Eilverfahren), deutschlandfunk.de (Stellungnahme Bremen und Saarland), turi2.de (Background)

ARD, ZDF und Deutschlandradio reichen Verfassungsbeschwerde ein.

Rundfunkstaatsvertrag: Das Deutschlandradio macht als Erstes ernst und reicht eine Verfassungsbeschwerde ein. Die Anstalt teilt mit, durch die Entscheidung des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt, den Vertrag nicht zur Abstimmung zu bringen, sei die "die bedarfsgerechte Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ab 2021 nicht mehr gesichert". Auch die ARD-Anstalten und das ZDF wollen klagen. Für das ZDF sagt Intendant Thomas Bellut mit Hinblick auf die Entscheidung in Sachsen-Anhalt: "Damit bleibt leider keine andere Möglichkeit, als das Bundesverfassungsgericht anzurufen."
presseportal.de (ZDF), presseportal.de (ARD)

Jona Teichmann wird neue Programmdirektorin beim Deutschlandradio.

Deutschlandradio gewinnt Jona Teichmann als neue Programmdirektorin. Sie kommt vom WDR, wo sie als Chefredakteurin Hörfunk die Informationswelle WDR 5 leitet und die Informationsprogramme der anderen Landesrundfunkanstalten koordiniert. Ihr Vorgänger Andreas Weber verlässt 2021 den Deutschlandfunk nach zehn Jahren "auf eigenen Wunsch".
deutschlandradio.de, turi2.de (Background Weber)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas-Peter Weber experimentiert beim Deutschlandradio. (11/2015)

Rundfunkbeitrag: CDU und AfD in Sachsen-Anhalt blockieren die Erhöhung.

Rundfunkbeitrag: Eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum Jahreswechsel wird unwahrscheinlicher. Nach Medienberichten werden CDU und AfD in Sachsen-Anhalt den Aufschlag von 86 Cent pro Monat ablehnen. Am 2. Dezember gibt der zuständige Ausschuss eine Empfehlung an den Landtag ab, der Mitte Dezember entscheiden soll. In Sachsen-Anhalt regieren CDU, SPD und Grüne miteinander – die Koalitionspartner zeigen sich vom Verhalten der CDU irritiert.
n-tv.de

Deutschlandradio will unterschiedlichen Positionen mehr Platz geben.

Deutschlandradio will "vielfältige Meinungen" im Programm darstellen, "mehrheitsfähige und andere", sagt Intendant Stefan Raue im Interview mit Medienpolitik.net. Die Grenze sei dabei das Grund­gesetz. Dann dürften Hörer*innen manche Meinungen auch für "schwer erträglich halten" und kritisieren. "Das müssen wiederum wir aushalten", sagt Raue.
medienpolitik.net

Story-Podcast von DLF Nova kehrt mit Moderatorin Alice Hasters zurück.

Storytelling: Journalistin Alice Hasters moderiert ab heute das Audio-Format Einhundert bei Deutschlandfunk Nova, das damit aus der seit April andauernden Corona-Pause zurückkehrt. Jede Woche präsentiert Hasters darin eine Geschichte mit Menschen, die etwas Besonderes erlebt und zu erzählen haben. Die Sendung läuft sonntags von 16 bis 17 Uhr im linearen Programm und ist als Podcast abrufbar.
deutschlandradio.de, deutschlandfunknova.de (Podcast)

Meinung: Populistische Kritik an ARD und ZDF wird Teil des politischen Geschäfts.

Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Social Media lautstark und oft auch populistisch anzuzweifeln, ist "Teil des politischen Geschäfts geworden", beobachtet Claudia Tieschky. Politiker*innen bewegten sich damit "nah am Markenkern der Konkurrenz von rechts" und spekulierten auf Chancen bei AfD-Wähler*innen. ARD und ZDF seien gezwungen, sich dem Publikum zu erklären und ihren Nutzen nachzuweisen, was dem Rundfunk gut tue.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Stefan Raue erklärt die Absetzung von “Was mit Medien”.

Video-Tipp: Im Gespräch mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs rechtfertigt der Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue die Trennung von "Was mit Medien": Grund seien Budget-Restriktionen sowie der Erfolg von @mediasres. Die Deutschlandfunk-Sendung wird ab September als Podcast produziert, erklärt Sandro Schroeder, der beim DRadio die Podcast-Entwicklung und Audio-Drittplattformen verantwortet.
youtube.com (48-Min-Video), turi2.de (Background zur Sendereihe)

Podcast über Achtsamkeit ersetzt bei DLF Nova “Was mit Medien”.


Was mit weniger Stress: Deutschlandfunk Nova ersetzt Was mit Medien, das gestern nach acht Jahren zum letzten Mal im Radio lief, durch den Podcast Achtsam. Ab dem 20. August sollen Psychologin Main Huong Nguyen (Foto, links) und Moderatorin Diane Hielscher auf dem bisherigen Sendeplatz des Medienmagazins wöchentlich donnerstags um 20.00 Uhr Tipps für einen bewussteren Alltag geben. Am Ende jeder Folge soll eine Achtsamkeits­übung stehen. Spannender Nebenaspekt: In seiner Kommunikation spricht DLF Nova von einem Podcast, der ins Radioprogramm kommt – nicht von einer Radiosendung, die es auch als Podcast gibt. "Was mit Medien" soll als reiner Podcast und nicht mehr im linearen Programm weiterlaufen.

DLF Nova springt mit "Achtsam" auf einen Trend auf, der sich auch an Kiosken als überraschend erfolgreich erwiesen hat: Magazine wie "Hygge" aus dem Hause Gruner + Jahr oder "Happinez" von Bauer wollen ihre Leser*innen mit Grünzeug und Yogakissen zu mehr Entschleunigung und Gemütlichkeit ermutigen. Chefredakteurin Sinja Schütte" macht für "Flow" den Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein. In Deutschland hat sich außerdem etwa die Mediations-App 7Mind einen eigenen Podcast zugelegt. Moderator René Träder unterhält sich darin mit wechselnden Gesprächspartner*innen etwa über die Philosophie hinter Zen.
deutschlandradio.de, radioszene.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Renner: Rundfunkanstalten haben doch keine Auflösung des IRT beschossen.

Funkstille: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben ihr Institut für Rundfunktechnik überraschend doch nicht eingestampft, räumt Kai-Hinrich Renner ein. Der Rückzug des ZDF aus dem Gesellschafterkreis ist schon länger bekannt, ARD, Deutschlandradio, Deutsche Welle, ORF und SRG sollen folgen. Wie es danach für das IRT weitergeht, ist noch offen. Hintergrund ist ein Betrugsskandal: Ein für das Institut tätiger Patentanwalt soll sich 200 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
berliner-zeitung.de, rnd.de, sueddeutsche.de (Background)

Früherer “Sonntagsrätsel”-Moderator Christian Bienert, 72, ist tot.

Christian Bienert, 72, ist tot. Der langjährige Moderator des Sonntagsrätsels bei Deutschlandfunk Kultur starb bereits am 7. Juli. Christian Bienert moderierte die von Hans Rosenthal erfundene Sendung von 1987, damals noch bei Rias, bis zu seinem Ruhestand 2012. Er hatte eine große Fangemeinde in Ost und West und bekam viele Zuschriften aus beiden Teilen Deutschlands.
t-online.de, deutschlandfunkkultur.de, sueddeutsche.de (Porträt von 2006)

Beitragsservice nimmt 2019 rund 8 Mrd Euro Rundfunkbeitrag ein.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2019 insgesamt 8,068 Mrd Euro eingenommen, ein Anstieg um 0,7 % zu 2018. Den Löwenanteil des Geldes, nämlich 5,68 Mrd Euro, erhalten die ARD-Anstalten. Das ZDF bekommt 2,01 Mrd, das Deutschlandradio 230 Mio Euro. An die Landesmedienanstalten, die die Privatsender beaufsichtigen, gehen 152 Mio Euro. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen ist um 0,9 % auf 39,9 Mio gestiegen, die Zahl der beitragsbefreiten Personen ist um 12,3 % auf 2,7 Mio zurückgegangen.
rnd.de, presseportal.de

Regierungschefs unterschreiben heute Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsident*innen unterschreiben heute den Staats­vertrag, der eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab 2021 vorsieht. Sachsen-Anhalts Regierungs­chef Reiner Haseloff will seine Unterschrift mit einer Protokoll­notiz versehen, dass er für eine Zustimmung keine parlamentarische Mehrheit hat. Auch in Sachsen und Thüringen ist eine Zustimmung der Landtage nicht sicher, ohne diese wären die Unterschriften Makulatur.
faz.net, medienpolitik.net

ARD startet gemeinsames Kulturangebot ohne den BR.

ARDARD startet ihr gemeinsames, digitales Kulturangebot 2021, der MDR wird es federführend betreuen. Die Redaktion soll Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturerlebnisse aus den einzelnen Sendegebieten bündeln und neue Inhalte entwickeln. Alle ARD-Anstalten finanzieren gemeinsam den Etat von 5 Mio Euro jährlich. Der BR klinkt sich nach Streit um die Gebühren-Erhöhung über die Verknüpfung der Zustimmung Sachsen-Anhalts zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags mit der Standortfrage für die Gemeinschaftseinrichtung komplett aus dem Angebot aus. Die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio wollen ihre Kulturangebote künftig gegenseitig verlinken.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Sachsen-Anhalt-Deal soll Landtag von Erhöhung des Rundfunkbeitrags überzeugen.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (Foto) will den Landtag von einer Erhöhung der Abgabe überzeugen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Dazu rufe Haseloff ARD, ZDF und Deutschlandradio per Brief zu mehr Sparsamkeit auf und fordere eine öffentlich-rechtliche Gemeinschaftseinrichtung in Sachsen-Anhalt. Den Zuschlag soll es offenbar für die von der ARD geplante Online-Kulturplattform geben.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Kulturplattform), turi2.de (Erhöhung Rundfunkbeitrag)

Kommunikationschef Jörg Schumacher verlässt das Deutschlandradio, Christian Sülz übernimmt.

Deutschlandradio und Jörg Schumacher, Leiter Kommunikation und Marketing, trennen sich nach drei Jahren. Schumacher geht zurück zum Goethe-Institut, wo er zuvor bereits Pressesprecher war, und übernimmt die Leitung des Goethe-Instituts in New York. Beim Deutschlandradio rückt Christian Sülz auf, der bereits seit 16 Jahren beim Deutschlandradio ist.
per Mail, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Welt am Sonntag” beleuchtet die “teuerste Maus der Welt”.

Lese-Tipp: Die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen mehr "Empfängerbewusstsein", schreibt die "Welt am Sonntag" in einer mehrseitigen Titelgeschichte über die geplante Erhöhung der Rundfunkgebühr. Laut Staatsrechtler hätten die Länder, die der Erhöhung zustimmen müssen, nur die "Rolle der Abnicker" für die "teuerste Maus der Welt". Die "Strukturdebatten" innerhalb der Anstalten hätten keine Folgen.
"Welt am Sonntag", S. 15-18 (Paid)

Rundfunkbeitrag: Kef legt sich auf Vorschlag von 18,36 Euro pro Monat fest.

Rundfunkbeitrag soll ab 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro pro Monat steigen, empfiehlt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (Kef) den Bundesländern. Die müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Damit bleibt die Kef bei der Erhöhung, die sie bereits im November vor der Anhörung der Sender in ihrem Entwurf festgehalten hatte.
bild.de, turi2.de (Background)

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt Umverteilung zum ZDF und Deutschlandradio.


Wilhelms Wünsche: BR-Intendant Ulrich Wilhelm, bis Jahresende noch ARD-Vorsitzender, will mit der Gebühren-Kommission Kef über deren Vorschlag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro nachverhandeln. Vor den Gesprächen am Mittwoch sagt Wilhelm im "FAZ"-Interview, er sei "freilich nicht mit allen Aspekten des Kef-Berichts glücklich", der Vorschlag bleibe unter der Teuerungsrate. Für nicht nachvollziehbar hält er die vorgeschlagene "nicht unbedeutende Umverteilung von der ARD zum ZDF und Deutschlandradio". Damit würden nationalen Angebote zulasten der regionalen gestärkt. "Wir brauchen aber beides", sagt Wilhelm. Auch den verwehrten Wechsel auf ein Index-Modell bedauert Wilhelm.

Er sei "natürlich froh" über die erste "moderate Beitragssteigerung" seit zwölf Jahren und respektiere die Rolle der Kef, dennoch bestünden "Differenzen zu unseren Einschätzungen in einer Reihe von Punkten". "Bitter" sei insbesondere, "dass wir zu wenig junge Menschen einstellen können, mit neuen Berufsbildern". Die Politik müsse sich entscheiden, "welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft ausfüllen soll, ob sein Angebot also kleiner werden soll oder nicht".
faz.net (Paid), dwdl.de

Michael Krüßel leitet Beitragsservice von ARD, ZDF und DRadio.

Schon GEFunden: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat einen neuen Chef, Michael Krüßel, 51. Er arbeitet bislang und seit 2014 als Finanzchef beim WDR, vorher für die Mediengruppe RTL und die Handelsblatt-Gruppe. Der WDR-Verwaltungsrat muss noch zustimmen. Vorgänger Stefan Wolf ging zuvor auf eigenen Wunsch.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Warum der Deutschlandfunk den Namen des betrügenden Reporters nicht nennt.

"Wir haben einen Schutzwall um ihn herumgezogen, um ihn für die Zukunft nicht verbrennen zu lassen."

Birgit Wentzien, Chefredakteurin des Deutschlandfunks, erklärt im Interview mit dem hauseigenen Medienmagazin "Mediasres", warum sie den Namen des Reporters nicht nennt, der fremde Aufnahmen als die eigenen ausgegeben hat.
deutschlandfunk.de (mit 6-Min-Audio)

Übermedien: Deutschlandradio trennt sich nach gefälschten Reportagen von Mitarbeiter.

Radio Relotius: Deutschlandradio trennt sich von einem Mitarbeiter, der vermeintliche Vor-Ort-Reportagen lieferte, obwohl er selbst nie vor Ort war, berichtet Daniel Bouhs. Der Deutschlandradio-Reporter habe im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet, die er selbst nicht geholt hat, was er aber nicht kennzeichnete. Das Material stamme aus anderen Medien. Mit atmosphärischen Elementen habe er den Eindruck erweckt, er wäre persönlich vor Ort. Deutschlandradio und der inzwischen gekündigte Journalist bestätigen auf Anfrage von Übermedien den Fall.

"Der Fall ist kein zweiter Relotius", betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien bei Übermedien. Der Journalist habe keine Geschichten erfunden, die Fakten stimmten. Der Reporter berichtete knapp zwei Jahrzehnte für Deutschlandradio, zuletzt aus dem europäischen Ausland. Der Journalist sagt, er habe aus einer "persönlichen Notlage" gehandelt, "aber das entschuldigt nichts". Aus "persönlichen Gründen" habe er seinen Wohnort für Reportage-Reisen nicht verlassen können. Der Sender hat die Zusammenarbeit beendet.
uebermedien.de (Paid)

Zitat: DRadio-Intendant Stefan Raue plädiert für Transparenz durch Erklärung.

"Wir haben lange geglaubt, uns nicht erklären zu müssen. Wir müssen aus unserem Turm raus und erklären, was wir warum tun."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sagt im "FAZ"-Interview, dass Transparenz mehr ist als Fehlerkultur. "Unebenheiten" in Beiträgen sollten erklärt statt "poliert" werden.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Über Podcast vs. Radio:

"Podcasts müssen sehr schnell an den Hörer gebracht werden. Man muss rasch auf den Punkt kommen. Wir duzen die Hörer auch, nicht weil wir sie ankumpeln wollen, sondern weil die Menschen gerne direkt und persönlich angesprochen werden. Ich habe den Kopfhörer auf, und da spricht jemand direkt mit mir. Das ist ein ganz persönlicher Zugang, nicht das klassische Radio."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen. (12/2017)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag steigen 2018 leicht auf 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2018 insgesamt 8,009 Mrd Euro eingenommen. Das ist ein minimales Plus von 0,43 %, jedoch das erste seit 2014. Die Zahl der Wohnungen, deren Bewohner Rundfunkbeitrag zahlen, stieg um 1 % auf 39,5 Mio, u.a. durch einen Meldedatenabgleich.
handelsblatt.com, presseportal.de

Rundfunkanstalten wollen 3 Mrd Euro mehr für die Zeit von 2021 bis 2024.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschland­radio fordern für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 rund 3 Mrd Euro mehr, schreibt die "Medienkorrespondenz". Das wären rein rechnerisch 1,70 Euro mehr pro Monat. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die KEF das zusätzliche Geld in voller Höhe genehmigt. Die Anstalten hatten ihren Finanzbedarf im April angemeldet, aus den öffentlichen Mitteilungen ging jedoch kein konkreter Betrag hervor.
medienkorrespondenz.de

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Hör-Tipp: Neue Online-Regeln der öffentlich-rechtlichen Sender stärken US-Plattformen.

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Deutschlandfunk-Moderator Tim Wiese sprechen über die Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, der ARD, ZDF und Deutschlandradio bei Facebook oder YouTube mehr Online-Inhalte einräumt - wovon die US-Plattformen profitierten. Da Personal für die Bespielung der Drittplattformen fehle, sparten die öffentlich-rechtlichen Sender bei Texten.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

Besetzung der Schlichtungsstelle von ARD, ZDF und Verlagen steht fest.

Schlichtungsstelle von Öffentlich-Rechtlichen und Verlagen kann ab 1. Mai angerufen werden. Das Gremium soll laut Epd nur anlassbezogen zusammentreten. Die ARD entsendet ihren Vorsitzenden Ulrich Wilhelm, Stellvertreterin Karola Wille und den Intendanten der jeweiligen Anstalt. Beim ZDF werden Intendant Thomas Bellut, Justitiar Peter Weber und Eckart Gaddum, Leiter der Hauptredaktion Neue Medien, im Gremium sitzen. Der BDZV schickt Präsident Mathias Döpfner und einen seiner vier Stellvertreter sowie ein Vertreter des Verlags, von dem die Beschwerde ausging.
"FAZ", S. 15 (Paid), turi2.de (Background)

Rundfunkbeitrag wird 17,98 Euro nicht übersteigen, sagt Staatsminister Rainer Robra.

Rundfunkbeitrag stößt bei 17,98 Euro an eine Grenze, sagt Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra. In seinem Bundesland sei dies die Schallmauer. Robra mahnt Einsparungen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten an und sieht noch Verbesserungsbedarf in der Berichterstattung über den Osten.
tagesspiegel.de

Bewerberzahlen bei ARD-Anstalten sinken, beobachtet Annika Schneider.

ARD: 30 bis 50 % weniger Bewerbungen trudeln bei einigen ARD-Anstalten aktuell ein, recherchiert Annika Schneider. Guido Schulenberg, Volo-Beauftragter bei Radio Bremen, glaubt, das könne an der öffentlichen Spardiskussion und den guten Gehältern in der Privatwirtschaft liegen. Öffentlich-Rechtliche hätten allerdings den Trumpf der hochwertigen Ausbildung. Beim NDR ist die Nachfrage ungebrochen hoch, sagt Diana Dlugosch, Leiterin der Volo-Ausbildung. Sie glaubt, das liege u.a. an modernen Seminaren mit Videodreh per Smartphone und Datenjournalismus sowie Ausschreibungen, die sich an Bewerber ohne Studium richten.
deutschlandfunk.de

Studie: Freie fühlen sich bei Öffentlich-Rechtlichen benachteiligt.

Freie Mitarbeiter fühlen sich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft benachteiligt, sagt eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 66 % der knapp 1.900 Befragten bekommen laut ihrer Aussage für die gleiche Arbeit weniger Geld. 70 % wären lieber festangestellt. Bei den Öffentlich-Rechtlichen arbeiten rund 25.500 Festangestellte, laut Studie rund 19.100 arbeitnehmerähnliche Freie und Freie, deren Anzahl "nicht zu ermitteln" ist.
taz.de

EuGH: Deutscher Rundfunkbeitrag ist rechtmäßig.

Rundfunkbeitrag nach deutscher Ausprägung ist rechtmäßig, entscheidet der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Der Umbau der Abgabe von der früheren, personengebundenen GEZ-Gebühr zum heutigen Rundfunkbeitrag, der sich pro Haushalt bemisst, stelle keine erhebliche Änderung der Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland dar, urteilen die Richter. Auch die Zwangsvollstreckung rückständiger Beiträge durch die Sender statt durch Gerichte widerspricht nicht dem EU-Recht. Das Landgericht Tübingen hatte beim EuGH Fragen eingereicht. Nun müssen deutsche Richter im Sinne der EuGH-Entscheidung urteilen.

"Klarer hätte die Entscheidung des EuGH nicht ausfallen können," kommentiert der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm das Urteil in einer Pressemitteilung. ZDF-Intendant Thomas Bellut freut sich im Sender-Statement über "Rechtssicherheit auf allen Ebenen".
bild.de, sueddeutsche.de, presseportal.de (ARD), presseportal.de (ZDF)

“Scheichlösung”: Rundfunkgebühr darf nicht von Benzinpreisen abhängen, findet Joachim Huber.

Rundfunkbeiträge an die Inflationsrate zu koppeln ist eine "Scheichlösung", kommentiert Joachim Huber. Die Höhe des Beitrages müsse auch von der Leistung der Sender abhängig sein. Kostentreiber wie Benzin hätten keine direkte Auswirkung auf rundfunkspezifische Teuerungsraten.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Länderchefs vertagen die Entscheidung über den Rundfunkbeitrag.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsidenten konnten sich nicht auf eine neue Berechnung einigen. Im Gespräch ist z.B., die Beitragshöhe an die Inflationsrate zu koppeln, eine Mehrheit gibt es dafür aber nicht. Im Januar wollen die Länderchefs mit den Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio sprechen und sich wissenschaftliche Experten ins Boot holen.
t-online.de

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur podcastet “Lakonisch Elegant”.

Hör-Tipp: Deutschlandfunk Kultur streamt ab morgen den Podcast "Lakonisch Elegant" aufs Handy. Zeitsouverän und einmal pro Woche will das Format Debatten in Popkultur, Film und Literatur weitererzählen. Am Mikro sind die Deutschlandfunk-Stimmen Christine Watty, Julius Stucke und Johannes Nichelmann sowie Podcasterin Katrin Rönicke.
deutschlandfunkkultur.de

Zitat: Rainer Robra sieht eine Indexierung des Rundfunkbeitrags kritisch.

"Bei so einem Gerangel möchte ich nicht dabei sein."

Rainer Robra, Medienminister von Sachsen-Anhalt, fürchtet eine Entpolitisierung der Rundfunkgesetzgebung, sollte der Rundfunkbeitrag indexiert werden. Das könne für die Akzeptanz der öffentlich-rechtlichen Anstalten gefährlich werden, sagt er im "promedia"-Interview.
medienpolitik.net