Deutschlandradio gründet Meinungs-Redaktion.

Dialogbereit: Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur gründen die gemeinsame Redaktion "Meinung und Diskurs". Unter Leitung von Sina Fröhndrich arbeiten die Teams von sieben Sendungen künftig standortübergreifend in Berlin und Köln zusammen. Die neue Redaktion soll den Dialog mit den Hörerinnen weiter intensivieren und neue Diskussionsformate entwickeln.
presseportal.de

ARD kontert offenen Brief von Audio-Autorinnen mit Vorwürfen.

Gegenwind: Die ARD kontert einen offenen Brief von Audio-Autorinnen und Regisseurinnen und wirft ihnen stilloses Verhalten, falsche Behauptungen und überzogene Erwartungen vor. Vergütungsregeln und Tarifverträge würden "in Misskredit" gebracht, heißt es in dem ARD-Schreiben, aus dem die "Süddeutsche" zitiert. Gleichzeitig bietet der Sender den Autorinnen Gespräche an. Hunderte Kreative hatten in dem Schreiben vor einer Woche eine angemessene Bezahlung gefordert.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Audio-Autorinnen kritisieren die ARD und Deutschlandradio für prekäre Bezahlung.

Erhöhen Lautstärke: Hunderte Autorinnen und Regisseurinnen von Audiobeiträgen fordern eine angemessene Bezahlung vom Deutschlandradio und der ARD. In einem Offenen Brief werfen sie den Sendern vor, "zunehmend kulturvergessen" zu werden, während "Kunst und Vertiefung" auf der Strecke blieben. Die Honorarbedingungen seien "aus einem anderen Zeitalter", weshalb sich Unterzeichnende wie etwa Karl Bruckmaier (Foto) in ihrer Existenz bedroht fühlen. Vor Audiotheken hätten Hörspiele u.a. durch Ersthonorare und Wiederholungen rund 20.000 Euro eingebracht, heute belaufe sich die Summe nur noch auf 12.000 Euro, schreibt die "Süddeutsche". Die Verfasserinnen fordern die ARD zur "Neuauflage der Verhandlungen" auf.
sueddeutsche.de, hans-flesch-gesellschaft.de (Offener Brief)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag bleiben 2020 stabil bei rund 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2020 insgesamt 8,1 Mrd Euro eingenommen. Das ist halbes Prozent mehr als 2019, obwohl rund 1.400 Betriebsstätten wegen coronabedingter Schließung von der Beitragszahlung freigestellt wurden. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen sinkt um ein halbes Prozent auf 39,7 Mio. Die Zahl der Menschen, die aus sozialen Gründen betragsfreiet sind, sinkt um rund 2,3 &% auf knapp 2,6 Mio.
presse.rundfunkbeitrag.de, sueddeutsche.de

ZDF-Intendant Thomas Bellut will keine gemeinsame Plattform mit der ARD.

Unabhängig vernetzt: ZDF-Intendant Thomas Bellut will keine gemeinsame Plattform mit der ARD, sagt er im Interview mit der "FAZ". Die öffentlich-rechtlichen Sender bräuchten auch in Zukunft "eigene Adressen" – obwohl einer "sehr engen Zusammenarbeit" nichts im Weg stünde. Eine langfristige Fusion von ARD, ZDF und Deutschlandradio hält Bellut für falsch: Die "Informationsmacht" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollte nicht "in einer Hand gebündelt" werden.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Zitat: Stefan Raue findet, Radio ist mehr als nur ein Ausspielweg für Content.

"Die Vorstellung von manch engagierten namenlosen Unternehmensberatern, journalistische Inhalte könnten in einer Art moderner Fabrikhalle Stück für Stück losgelöst von einem Gesamtkonzept und hocharbeitsteilig produziert werden, um dann als Video, Audio oder Text in alle Welt verschickt zu werden, führt zu Programmen, die keiner nutzen, hören und sehen will."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue plädiert in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" für mehr Anerkennung des Radios – das Medium sei mehr als ein bloßer Ausspielweg für Inhalte.
sueddeutsche.de (Paid)

ARD, ZDF und Deutschlandradio sehen sich “nicht mehr bedarfsgerecht finanziert”.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschlandradio legen ihre Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2024 vor und sehen sich "im Wesentlichen" darin bestätigt, dass der Rundfunkbeitrag eigentlich bei 18,36 Euro liegen müsste. Da Sachsen-Anhalt die Erhöhung nicht ratifiziert hat, sei "der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr bedarfsgerecht finanziert". Sollte es bei 17,50 Euro im Monat bleiben, ließen sich "spätestens 2022 Auswirkungen auf das Programm nicht mehr vermeiden".
dwdl.de, tagesspiegel.de, presseportal.de

Florian Kellermann wird Russland-Korrespondent vom Deutschlandradio.

Deutschlandradio: Florian Kellermann, 48, bisher Osteuropa-Korrespondent in Warschau, berichtet für die Deutschlandfunk-Sender künftig aus Moskau. Kellermann folgt auf Thielko Grieß, der als Moderator und Redakteur ins Kölner Funkhaus zurückkehrt. Zum Berichts­gebiet gehören neben Russland auch Belarus, Georgien, Armenien, Aserbeidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien.
presseportal.de

Vaunet-Vorständin Annette Kümmel fordert strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen.


Dualer Donnerschlag: Annette Kümmel, Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien Vaunet, fordert in einem "FAZ"-Gastbeitrag strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen, die im Zuge der Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio umgesetzt werden müssten. Kümmel warnt die Anstalten etwa davor, Bildungs-, Kultur- und Informationsinhalte ins Internet auszulagern: "Der Verweis der Rund­funk­an­stal­ten auf verän­der­te Nutzungs­ge­wohn­hei­ten sollte nicht als Blan­ko­scheck dienen, nach Belie­ben Program­me und Ange­bots­tei­le hin und her zu schie­ben." Die Öffentlich-Rechtlichen müssten diese "Kernelemente" über alle Verbreitungswege verfügbar machen. Mit Besorgnis nimmt Kümmel das Verschwinden bzw. Auslagern einzelner Kulturinhalte wahr: "Das Eintre­ten für Kultur­ver­ständ­nis wird online only nicht erfolg­reich sein."

Zudem fordert Kümmel, der "unge­brems­ten Expan­si­on der Anstal­ten vor allem im Online-Bereich" Grenzen zu setzen. Im Zuge der Modernisierung sollte dabei auch "ein Mehr an Ange­bo­ten und Kosten ausge­schlos­sen" werden. Kümmel übt auch Kritik an Filmen und Serien, die öffentlich-rechtliche Anstalten für amerikanische Streamingdienste produzieren: Vaunet halte "eine Entkom­mer­zia­li­sie­rung und Über­prü­fung der wach­sen­den Präsenz des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks auf solchen Platt­for­men für gebo­ten." Beide Seiten des dualen Systems – also öffentlich-rechtlicher sowie privater Rundfunk – sollten Kümmels Vorstellung zufolge am besten eine "Task­force" gründen, um gemeinsam über die Zukunft deutscher TV- und Radioanstalten zu beraten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Meinung: ARD, ZDF und Deutschlandradio sollen den Vorschlag der Vereinigung nicht abschmettern.

All in one? Peter Voß, Ex-Intendant des SWR, appelliert per "FAZ"-Beitrag an ARD, ZDF und Deutschlandradio, den Vorstoß der Mittelstandsunion nach nur einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht sofort abzuschmettern. Die Anstalten seien "gut beraten", das Positionspapier auf "akzeptable oder zumindest diskutable Ansätze" abzuklopfen. Trotzdem sieht Voß eine Programm-Zusammenlegung kontraproduktiv: Sie zerstöre den bewährten Austausch zwischen Hauptprogramm und dritten Fernsehsendern.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel”: Fragwürdige Äußerungen von Mitarbeiter irritieren SWR und Deutschlandradio.

Rechts abgebogen: Der freie SWR- und Deutschlandradio-Mitarbeiter Burkhard Müller-Ullrich wirft Kolleg*innen im Interview mit der rechtskonservativen "Jungen Freiheit" "Dummheit und Charakter­losigkeit" vor, beobachtet der "Spiegel". ARD und ZDF sieht Ullrich als "Panikschleudern in Sachen Corona", Rundfunkräte hält er für "zunehmend gleichgeschaltet". Der SWR, wo Müller-Ullrich seit über 30 Jahren das SWR2 Forum moderiert, geht vorsichtig auf Distanz: Es gebe "keinen Anlass, an der journalistischen Integrität von Müller-Ullrich zu zweifeln", allerdings entsprächen die "Suggestionen" des Interviews nicht den Sender-Standards. Auch das Deutschlandradio vermisst einen "respektvollen Umgang" in den Äußerungen.
"Spiegel" 6/2021 (Vorabmeldung per Mail)

Blockierte Erhöhung des Rundfunkbeitrags: Deutschlandradio kündigt Tarifverträge.

Deutschlandradio kündigt die laufenden Tarifverträge. Diese hätten normalerweise noch bis 2022 Gültigkeit. Eine tariflich vereinbarte Lohnerhöhung für die Mitarbeiter*innen fällt damit vorerst aus. Laut Intendant Stefan Raue reagiert der Sender damit auf die durch Sachsen-Anhalt verhinderte Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent. DJV-Chef Frank Überall warnt vor einem "Flächenbrand".
zeit.de, handelsblatt.com

“WamS”: Debatte um Rundfunkbeitrag sorgt für Riss in der Union.

Rundfunkbeitrag spaltet die Union, analysiert die "Welt am Sonntag". Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion würde ARD, ZDF und Deutschlandradio am liebsten fusionieren, Unterhaltung und Sport aus dem Programm streichen. Ein entsprechendes Positions-Papier sei womöglich "von oben" gestoppt worden. Andere Kreise der Partei, etwa um Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und den früheren Fraktionschef Volker Kauder, stehen zu ARD und ZDF.
welt.de (Paid)

BVerfG lehnt vorläufige Erhöhung des Rundfunkbeitrags per Eilantrag ab.


Für eine Handvoll Euro: ARD, ZDF und Deutschlandradio scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihren Eilanträgen, mit denen sie die Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent zum Jahreswechsel vorläufig anordnen lassen wollten. Die Richter*innen bemängeln, die Rundfunkanstalten hätten nicht ausreichend begründet, dass ihnen vor der endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren schwere Nachteile entstehen. Die Sender hatten argumentiert, dass sich ohne die geplante Erhöhung der Gebühren ab Januar ihr Angebot verschlechtern werde, was die Rundfunkfreiheit verletzte. Die Entscheidung bezieht sich nur auf das Eilverfahren. Die reguläre Klage der Anstalten ist erst später Verhandlungsgegenstand.

Im Hauptverfahren wird das Gericht darüber entscheiden, ob die Weigerung Sachsen-Anhalts, den neuen Rundfunkstaatsvertrag zu ratifizieren, die Rundfunkfreiheit verletzt. Die Kläger argumentieren, dass eine bedarfsgerechte Finanzierung sichergestellt sein muss. Das Deutschlandradio will nun zunächst kurzfristige Sparmaßnahmen umsetzen. Der Bedarf wurde durch die unabhängige Kommission KEF errechnet. Medienpolitische Fragen dürften bei der Festsetzung des Beitrags keine Rolle spielen, so die Kläger.
tagesschau.de, spiegel.de, spiegel.de (Sparmaßnahmen), turi2.de (Background)

Antisemitismus-Beauftragter Klein kritisiert Deutschlandradio-Journalisten.

Anti-Israel? Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter des Bundes, wirft Deutschlandradio-Chefkorrespondent Stephan Detjen parteiische Berichterstattung vor. Hintergrund sind Äußerungen Detjens – auch – in der Berichterstattung, in denen er sich gegen einen Beschluss des Bundestags positioniert, der finanzielle Unterstützung für Israel-boykottierende Organisationen ausschließt. "Hier liegt eine nicht unproblematische Rollenvermischung vor", meint Klein.
Focus 52/2020, S. 20 (Paid), juedische-allgemeine.de

Vorschlag fürs Wahlprogramm: CDU will ARD und ZDF privatisieren.

Privatisierter Rundfunk: Der CDU-Wirtschafts­ausschuss schlägt in einem Papier für das Wahl­programm zur Bundes­tags­wahl vor, ARD, ZDF und Deutschland­radio "langfristig" und "schrittweise" zu privatisieren, berichtet der "Spiegel". Mit den Erlösen der Privatisierung will die CDU einen Medien­fonds speisen, der künftig einzelne Programm­inhalte finanziert, aber keine ganzen Sender. Bis zur Umsetzung sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur noch Aufgaben übernehmen, "die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewähr­leisten können", etwa Information, Bildung und Kultur.
spiegel.de

Zitat: Er mag die Definition von Medien als vierter Gewalt nicht, sagt Stefan Raue.

"Man darf sich als Medium auch nicht überheben. Ich bin kein Freund der Definition, dass Medien die vierte Gewalt sind."

Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios, sagt im RND-Interview, Radio habe im engeren Sinne keine Verantwortung für das Gemeinwesen, müsse aber helfen, "dass ein kritischer Diskurs in zivilisierter Form stattfindet".
rnd.de

Rundfunkbeitrag: Das Deutschlandradio strebt Klage im Eilverfahren an.


Eilverfahren statt Eilmeldung: Das Deutschlandradio will im Streit um den von Sachsen-Anhalt nicht ratifizierten Rundfunkstaatsvertrag vor dem Bundesverfassungsgericht auch ein Eilverfahren anstoßen. Ein solches Eilverfahren wäre dem Hauptverfahren vorgeschaltet und böte bei Erfolg die Möglichkeit, dass der Rundfunkbeitrag doch noch zum 1. Januar 2021 - zumindest vorläufig - um 86 Cent steigt.

Außerdem erklären Bremen und das Saarland vor dem Bundes­verfassungss­gericht eine eigene Stellungnahme zu den Klagen von ARD, ZDF und Deutschlandradio abzugeben. Darin wollen sie auf die besondere finanzielle Situation des Saarländischen Rundfunks und von Radio Bremen aufmerksam machen. Eine eigene Klage streben die Bundesländer aber nicht an. (Bild: Bildagentur-online / Schoening / Picture Alliance)
rnd.de (Eilverfahren), deutschlandfunk.de (Stellungnahme Bremen und Saarland), turi2.de (Background)

ARD, ZDF und Deutschlandradio reichen Verfassungsbeschwerde ein.

Rundfunkstaatsvertrag: Das Deutschlandradio macht als Erstes ernst und reicht eine Verfassungsbeschwerde ein. Die Anstalt teilt mit, durch die Entscheidung des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt, den Vertrag nicht zur Abstimmung zu bringen, sei die "die bedarfsgerechte Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ab 2021 nicht mehr gesichert". Auch die ARD-Anstalten und das ZDF wollen klagen. Für das ZDF sagt Intendant Thomas Bellut mit Hinblick auf die Entscheidung in Sachsen-Anhalt: "Damit bleibt leider keine andere Möglichkeit, als das Bundesverfassungsgericht anzurufen."
presseportal.de (ZDF), presseportal.de (ARD)

Jona Teichmann wird neue Programmdirektorin beim Deutschlandradio.

Deutschlandradio gewinnt Jona Teichmann als neue Programmdirektorin. Sie kommt vom WDR, wo sie als Chefredakteurin Hörfunk die Informationswelle WDR 5 leitet und die Informationsprogramme der anderen Landesrundfunkanstalten koordiniert. Ihr Vorgänger Andreas Weber verlässt 2021 den Deutschlandfunk nach zehn Jahren "auf eigenen Wunsch".
deutschlandradio.de, turi2.de (Background Weber)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Andreas-Peter Weber experimentiert beim Deutschlandradio. (11/2015)

Rundfunkbeitrag: CDU und AfD in Sachsen-Anhalt blockieren die Erhöhung.

Rundfunkbeitrag: Eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum Jahreswechsel wird unwahrscheinlicher. Nach Medienberichten werden CDU und AfD in Sachsen-Anhalt den Aufschlag von 86 Cent pro Monat ablehnen. Am 2. Dezember gibt der zuständige Ausschuss eine Empfehlung an den Landtag ab, der Mitte Dezember entscheiden soll. In Sachsen-Anhalt regieren CDU, SPD und Grüne miteinander – die Koalitionspartner zeigen sich vom Verhalten der CDU irritiert.
n-tv.de

Deutschlandradio will unterschiedlichen Positionen mehr Platz geben.

Deutschlandradio will "vielfältige Meinungen" im Programm darstellen, "mehrheitsfähige und andere", sagt Intendant Stefan Raue im Interview mit Medienpolitik.net. Die Grenze sei dabei das Grund­gesetz. Dann dürften Hörer*innen manche Meinungen auch für "schwer erträglich halten" und kritisieren. "Das müssen wiederum wir aushalten", sagt Raue.
medienpolitik.net

Story-Podcast von DLF Nova kehrt mit Moderatorin Alice Hasters zurück.

Storytelling: Journalistin Alice Hasters moderiert ab heute das Audio-Format Einhundert bei Deutschlandfunk Nova, das damit aus der seit April andauernden Corona-Pause zurückkehrt. Jede Woche präsentiert Hasters darin eine Geschichte mit Menschen, die etwas Besonderes erlebt und zu erzählen haben. Die Sendung läuft sonntags von 16 bis 17 Uhr im linearen Programm und ist als Podcast abrufbar.
deutschlandradio.de, deutschlandfunknova.de (Podcast)

Meinung: Populistische Kritik an ARD und ZDF wird Teil des politischen Geschäfts.

Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Social Media lautstark und oft auch populistisch anzuzweifeln, ist "Teil des politischen Geschäfts geworden", beobachtet Claudia Tieschky. Politiker*innen bewegten sich damit "nah am Markenkern der Konkurrenz von rechts" und spekulierten auf Chancen bei AfD-Wähler*innen. ARD und ZDF seien gezwungen, sich dem Publikum zu erklären und ihren Nutzen nachzuweisen, was dem Rundfunk gut tue.
sueddeutsche.de

Video-Tipp: Stefan Raue erklärt die Absetzung von “Was mit Medien”.

Video-Tipp: Im Gespräch mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs rechtfertigt der Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue die Trennung von "Was mit Medien": Grund seien Budget-Restriktionen sowie der Erfolg von @mediasres. Die Deutschlandfunk-Sendung wird ab September als Podcast produziert, erklärt Sandro Schroeder, der beim DRadio die Podcast-Entwicklung und Audio-Drittplattformen verantwortet.
youtube.com (48-Min-Video), turi2.de (Background zur Sendereihe)

Podcast über Achtsamkeit ersetzt bei DLF Nova “Was mit Medien”.


Was mit weniger Stress: Deutschlandfunk Nova ersetzt Was mit Medien, das gestern nach acht Jahren zum letzten Mal im Radio lief, durch den Podcast Achtsam. Ab dem 20. August sollen Psychologin Main Huong Nguyen (Foto, links) und Moderatorin Diane Hielscher auf dem bisherigen Sendeplatz des Medienmagazins wöchentlich donnerstags um 20.00 Uhr Tipps für einen bewussteren Alltag geben. Am Ende jeder Folge soll eine Achtsamkeits­übung stehen. Spannender Nebenaspekt: In seiner Kommunikation spricht DLF Nova von einem Podcast, der ins Radioprogramm kommt – nicht von einer Radiosendung, die es auch als Podcast gibt. "Was mit Medien" soll als reiner Podcast und nicht mehr im linearen Programm weiterlaufen.

DLF Nova springt mit "Achtsam" auf einen Trend auf, der sich auch an Kiosken als überraschend erfolgreich erwiesen hat: Magazine wie "Hygge" aus dem Hause Gruner + Jahr oder "Happinez" von Bauer wollen ihre Leser*innen mit Grünzeug und Yogakissen zu mehr Entschleunigung und Gemütlichkeit ermutigen. Chefredakteurin Sinja Schütte" macht für "Flow" den Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein. In Deutschland hat sich außerdem etwa die Mediations-App 7Mind einen eigenen Podcast zugelegt. Moderator René Träder unterhält sich darin mit wechselnden Gesprächspartner*innen etwa über die Philosophie hinter Zen.
deutschlandradio.de, radioszene.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Renner: Rundfunkanstalten haben doch keine Auflösung des IRT beschossen.

Funkstille: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben ihr Institut für Rundfunktechnik überraschend doch nicht eingestampft, räumt Kai-Hinrich Renner ein. Der Rückzug des ZDF aus dem Gesellschafterkreis ist schon länger bekannt, ARD, Deutschlandradio, Deutsche Welle, ORF und SRG sollen folgen. Wie es danach für das IRT weitergeht, ist noch offen. Hintergrund ist ein Betrugsskandal: Ein für das Institut tätiger Patentanwalt soll sich 200 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
berliner-zeitung.de, rnd.de, sueddeutsche.de (Background)

Früherer “Sonntagsrätsel”-Moderator Christian Bienert, 72, ist tot.

Christian Bienert, 72, ist tot. Der langjährige Moderator des Sonntagsrätsels bei Deutschlandfunk Kultur starb bereits am 7. Juli. Christian Bienert moderierte die von Hans Rosenthal erfundene Sendung von 1987, damals noch bei Rias, bis zu seinem Ruhestand 2012. Er hatte eine große Fangemeinde in Ost und West und bekam viele Zuschriften aus beiden Teilen Deutschlands.
t-online.de, deutschlandfunkkultur.de, sueddeutsche.de (Porträt von 2006)

Beitragsservice nimmt 2019 rund 8 Mrd Euro Rundfunkbeitrag ein.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2019 insgesamt 8,068 Mrd Euro eingenommen, ein Anstieg um 0,7 % zu 2018. Den Löwenanteil des Geldes, nämlich 5,68 Mrd Euro, erhalten die ARD-Anstalten. Das ZDF bekommt 2,01 Mrd, das Deutschlandradio 230 Mio Euro. An die Landesmedienanstalten, die die Privatsender beaufsichtigen, gehen 152 Mio Euro. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen ist um 0,9 % auf 39,9 Mio gestiegen, die Zahl der beitragsbefreiten Personen ist um 12,3 % auf 2,7 Mio zurückgegangen.
rnd.de, presseportal.de

Regierungschefs unterschreiben heute Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsident*innen unterschreiben heute den Staats­vertrag, der eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab 2021 vorsieht. Sachsen-Anhalts Regierungs­chef Reiner Haseloff will seine Unterschrift mit einer Protokoll­notiz versehen, dass er für eine Zustimmung keine parlamentarische Mehrheit hat. Auch in Sachsen und Thüringen ist eine Zustimmung der Landtage nicht sicher, ohne diese wären die Unterschriften Makulatur.
faz.net, medienpolitik.net

ARD startet gemeinsames Kulturangebot ohne den BR.

ARDARD startet ihr gemeinsames, digitales Kulturangebot 2021, der MDR wird es federführend betreuen. Die Redaktion soll Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturerlebnisse aus den einzelnen Sendegebieten bündeln und neue Inhalte entwickeln. Alle ARD-Anstalten finanzieren gemeinsam den Etat von 5 Mio Euro jährlich. Der BR klinkt sich nach Streit um die Gebühren-Erhöhung über die Verknüpfung der Zustimmung Sachsen-Anhalts zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags mit der Standortfrage für die Gemeinschaftseinrichtung komplett aus dem Angebot aus. Die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio wollen ihre Kulturangebote künftig gegenseitig verlinken.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Sachsen-Anhalt-Deal soll Landtag von Erhöhung des Rundfunkbeitrags überzeugen.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (Foto) will den Landtag von einer Erhöhung der Abgabe überzeugen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Dazu rufe Haseloff ARD, ZDF und Deutschlandradio per Brief zu mehr Sparsamkeit auf und fordere eine öffentlich-rechtliche Gemeinschaftseinrichtung in Sachsen-Anhalt. Den Zuschlag soll es offenbar für die von der ARD geplante Online-Kulturplattform geben.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Kulturplattform), turi2.de (Erhöhung Rundfunkbeitrag)

Kommunikationschef Jörg Schumacher verlässt das Deutschlandradio, Christian Sülz übernimmt.

Deutschlandradio und Jörg Schumacher, Leiter Kommunikation und Marketing, trennen sich nach drei Jahren. Schumacher geht zurück zum Goethe-Institut, wo er zuvor bereits Pressesprecher war, und übernimmt die Leitung des Goethe-Instituts in New York. Beim Deutschlandradio rückt Christian Sülz auf, der bereits seit 16 Jahren beim Deutschlandradio ist.
per Mail, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Welt am Sonntag” beleuchtet die “teuerste Maus der Welt”.

Lese-Tipp: Die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen mehr "Empfängerbewusstsein", schreibt die "Welt am Sonntag" in einer mehrseitigen Titelgeschichte über die geplante Erhöhung der Rundfunkgebühr. Laut Staatsrechtler hätten die Länder, die der Erhöhung zustimmen müssen, nur die "Rolle der Abnicker" für die "teuerste Maus der Welt". Die "Strukturdebatten" innerhalb der Anstalten hätten keine Folgen.
"Welt am Sonntag", S. 15-18 (Paid)

Rundfunkbeitrag: Kef legt sich auf Vorschlag von 18,36 Euro pro Monat fest.

Rundfunkbeitrag soll ab 2021 um 86 Cent auf 18,36 Euro pro Monat steigen, empfiehlt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (Kef) den Bundesländern. Die müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Damit bleibt die Kef bei der Erhöhung, die sie bereits im November vor der Anhörung der Sender in ihrem Entwurf festgehalten hatte.
bild.de, turi2.de (Background)

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt Umverteilung zum ZDF und Deutschlandradio.


Wilhelms Wünsche: BR-Intendant Ulrich Wilhelm, bis Jahresende noch ARD-Vorsitzender, will mit der Gebühren-Kommission Kef über deren Vorschlag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro nachverhandeln. Vor den Gesprächen am Mittwoch sagt Wilhelm im "FAZ"-Interview, er sei "freilich nicht mit allen Aspekten des Kef-Berichts glücklich", der Vorschlag bleibe unter der Teuerungsrate. Für nicht nachvollziehbar hält er die vorgeschlagene "nicht unbedeutende Umverteilung von der ARD zum ZDF und Deutschlandradio". Damit würden nationalen Angebote zulasten der regionalen gestärkt. "Wir brauchen aber beides", sagt Wilhelm. Auch den verwehrten Wechsel auf ein Index-Modell bedauert Wilhelm.

Er sei "natürlich froh" über die erste "moderate Beitragssteigerung" seit zwölf Jahren und respektiere die Rolle der Kef, dennoch bestünden "Differenzen zu unseren Einschätzungen in einer Reihe von Punkten". "Bitter" sei insbesondere, "dass wir zu wenig junge Menschen einstellen können, mit neuen Berufsbildern". Die Politik müsse sich entscheiden, "welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft ausfüllen soll, ob sein Angebot also kleiner werden soll oder nicht".
faz.net (Paid), dwdl.de

Michael Krüßel leitet Beitragsservice von ARD, ZDF und DRadio.

Schon GEFunden: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat einen neuen Chef, Michael Krüßel, 51. Er arbeitet bislang und seit 2014 als Finanzchef beim WDR, vorher für die Mediengruppe RTL und die Handelsblatt-Gruppe. Der WDR-Verwaltungsrat muss noch zustimmen. Vorgänger Stefan Wolf ging zuvor auf eigenen Wunsch.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Zitat: Warum der Deutschlandfunk den Namen des betrügenden Reporters nicht nennt.

"Wir haben einen Schutzwall um ihn herumgezogen, um ihn für die Zukunft nicht verbrennen zu lassen."

Birgit Wentzien, Chefredakteurin des Deutschlandfunks, erklärt im Interview mit dem hauseigenen Medienmagazin "Mediasres", warum sie den Namen des Reporters nicht nennt, der fremde Aufnahmen als die eigenen ausgegeben hat.
deutschlandfunk.de (mit 6-Min-Audio)

Übermedien: Deutschlandradio trennt sich nach gefälschten Reportagen von Mitarbeiter.

Radio Relotius: Deutschlandradio trennt sich von einem Mitarbeiter, der vermeintliche Vor-Ort-Reportagen lieferte, obwohl er selbst nie vor Ort war, berichtet Daniel Bouhs. Der Deutschlandradio-Reporter habe im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet, die er selbst nicht geholt hat, was er aber nicht kennzeichnete. Das Material stamme aus anderen Medien. Mit atmosphärischen Elementen habe er den Eindruck erweckt, er wäre persönlich vor Ort. Deutschlandradio und der inzwischen gekündigte Journalist bestätigen auf Anfrage von Übermedien den Fall.

"Der Fall ist kein zweiter Relotius", betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien bei Übermedien. Der Journalist habe keine Geschichten erfunden, die Fakten stimmten. Der Reporter berichtete knapp zwei Jahrzehnte für Deutschlandradio, zuletzt aus dem europäischen Ausland. Der Journalist sagt, er habe aus einer "persönlichen Notlage" gehandelt, "aber das entschuldigt nichts". Aus "persönlichen Gründen" habe er seinen Wohnort für Reportage-Reisen nicht verlassen können. Der Sender hat die Zusammenarbeit beendet.
uebermedien.de (Paid)

Zitat: DRadio-Intendant Stefan Raue plädiert für Transparenz durch Erklärung.

"Wir haben lange geglaubt, uns nicht erklären zu müssen. Wir müssen aus unserem Turm raus und erklären, was wir warum tun."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue sagt im "FAZ"-Interview, dass Transparenz mehr ist als Fehlerkultur. "Unebenheiten" in Beiträgen sollten erklärt statt "poliert" werden.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Über Podcast vs. Radio:

"Podcasts müssen sehr schnell an den Hörer gebracht werden. Man muss rasch auf den Punkt kommen. Wir duzen die Hörer auch, nicht weil wir sie ankumpeln wollen, sondern weil die Menschen gerne direkt und persönlich angesprochen werden. Ich habe den Kopfhörer auf, und da spricht jemand direkt mit mir. Das ist ein ganz persönlicher Zugang, nicht das klassische Radio."

Aus dem Archiv von turi2.tv: Stefan Raue will sich den Text im Netz nicht gänzlich verbieten lassen. (12/2017)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag steigen 2018 leicht auf 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2018 insgesamt 8,009 Mrd Euro eingenommen. Das ist ein minimales Plus von 0,43 %, jedoch das erste seit 2014. Die Zahl der Wohnungen, deren Bewohner Rundfunkbeitrag zahlen, stieg um 1 % auf 39,5 Mio, u.a. durch einen Meldedatenabgleich.
handelsblatt.com, presseportal.de