DFL vergibt am Montag Bundesliga-Rechte, Amazon hat gute Karten.

DFL verkündet am Montag, wer ab der Saison 2021/22 die Spiele der Bundesliga übertragen darf. Amazon dürfte zum Zuge kommen, sollte der US-Konzern "nur ein halbwegs konkurrenzfähiges Angebot" abgeben, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der DFL soll besonders gefallen, das Amazon Prime mit monatlich 7,99 Euro von vielen gar nicht als Bezahl­fernsehen wahrgenommen wird. Aus Branchen­kreisen hört Renner, Sky habe bereits einen Plan B und wolle seine Aktivitäten in Deutschland erheblich reduzieren, sollte der Pay-TV-Sender leer ausgehen. Sky dementiert das.
berliner-zeitung.de

Übertragungsrechte: Die Bundesliga verliert durch die Krise 150 Mio Euro.

DFL rechnet bei den nationalen Übertragungsrechten der Saison 2020/21 mit nur noch Einnahmen von 1,2 Mrd Euro - 150 Mio Euro weniger als vor der Pandemie, zitiert der "kicker" aus einem Schreiben an die Proficlubs der Kommission Finanzen. Ende April sind bereits 51 Mio Euro ausgeschüttet worden, nach dem Ende der Saison sollen weitere 200 Mio Euro folgen - vorbehaltlich des "Zahlungsverhaltens der Partner".
kicker.de

Die DFL will das Hygienekonzept lockern und mehr Medien akkreditieren.

FussballDFL will künftig mehr Journalist*innen (derzeit zehn) und Fotograf*innen (derzeit drei) im Stadion zulassen, zitiert der "kicker" aus einem Schreiben an die 36 Profivereine. Die DFL plant zudem die Maskenpflicht für Ersatzspieler auf der Tribüne zu lockern, sofern der Mindestabstand eingehalten wird. In der neuen Saison erwägt die DFL in Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium "schrittweise Zuschauer zu den Spielen beider Ligen zuzulassen".
kicker.de, turi2.de (Background)

“Clap”: Springer will um Bundesliga-Rechte mitbieten.

Bundesliga-Rechte: Springer und ProSiebenSat.1 wollen um Bewegtbild-Pakete mitbieten, schreibt "Clap". Springer interessiere sich für das Paket K, das zum Beispiel Bild TV erlauben würde, sonntagsmorgens Szenen aus den Spielen der 1. und 2. Bundesliga vom Freitag und Samstag zu zeigen. ProSiebenSat.1 interessiere sich für ein Paket, das der Gruppe Rechte ab Montag einbringen würde - bisher von RTL-Sender Nitro genutzt.
clap-club.de

DFB findet Anti-Rassismus-Proteste “vertretbar und zeitgemäß”.

DFB hält die Rassismus-Proteste vom vergangenen Spieltag für "vertretbar und zeitgemäß", entscheidet der Kontrollausschuss. Sie stünden im Einklang mit den in der Satzung verankerten Werten des Fußballs. Die Bundesliga-Spieler McKennie, Sancho, Hakimi, Thuram und Anthony Modeste hatten auf dem Platz ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt gesetzt. Politische Statements sind laut DFB-Regelwerk nicht erlaubt.
spiegel.de, dfb.de, twitter.com

Sky-Sportsbars müssen ab Juni wieder für Sport-Übertragungen bezahlen.

Sky bittet Gastronomen für Sport-Übertragungen ab Juni wieder zur Kasse, schreibt DWDL. Bis September soll eine "faire, ansteigende Preis­staffel" gelten, die eine "schrittweise Erholung des Geschäfts berücksichtigt", sagt ein Sprecher. Ab Oktober wird der volle Preis fällig. Der Gastro-Verband Dehogo wünscht sich längere Rabatte. Seit Mitte März hatte Sky Sportsbars die Gebühren erlassen.
dwdl.de

Sky erzielt mit Bundesliga-Konferenz erneut Traumquoten.

Bundesliga beschert Sky auch am zweiten Spieltag nach dem Wiederanpfiff Traumquoten deutlich über dem Senderschnitt: Die Konferenz im Pay- und Free-TV verfolgen 3,08 Mio Zuschauer*innen, ein Marktanteil von 20,5 % - so viel wie kein anderer Sender am Samstag­nachmittag. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind es sogar 28,6 %. Ab dem kommenden Spieltag zeigt Sky die Bundesliga nur noch im Pay-TV.
dwdl.de

Auch Amazon zeigt Montagsspiel der Bundesliga.

Amazon zeigt heute kurzfristig und überraschend das Montagsspiel der Fußball-Bundesliga. Prime-Mitglieder können die Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen ab 20.00 Uhr ohne Zusatzkosten anschauen. Mit Matthias Stach leistet sich Amazon einen eigenen Kommentator. Bereits gestern hatte Dazn angekündigt, das Spiel ebenfalls zu übertragen. Über weitere Montags- und Freitagsspiele herrscht noch keine Einigung.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background Dazn)

Meinung: DFL-Konzept wackelt wegen Quarantäne von Dynamo Dresden.

Fußball: Die Komplett-Quarantäne des Teams von Dynamo Dresden zeigt die Schwachstellen des DFL-Konzepts zum Neustart der Profiligen, schreibt Johannes Aumüller. Der Zeitplan werde, zumal wenn es weitere Infizierte in anderen Clubs gebe, extrem eng, was "Diskussionen um Wettbewerbsverzerrung" hervorrufen werde, etwa wegen englischer Wochen. Die DFL plant in ihrem Konzept außerdem bei Krankheitsfällen nicht mit Quarantäne für die ganze Gruppe, die Entscheidung liegt aber bei den lokalen Gesundheitsämtern. Wenn das Beispiel Dresden Schule mache, gerate der Spielbetrieb in "gehörige Turbulenzen" oder werde komplett unmöglich.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Dynamo Dresden: Komplette Mannschaft muss zwei Wochen in Quarantäne.

Dynamo Dresden schickt seinen kompletten Kader samt Trainer- und Betreuerstab für zwei Wochen in Quarantäne. Eine dritte Testreihe hatte zwei weitere Corona-Fälle ergeben, bereits beim ersten Test wurde ein Spieler positiv getestet. Der Zweitligist teilt der DFL mit, dass der Verein für die nächsten 14 Tage nicht am Spielbetrieb teilnehmen kann. Eigentlich hätte Dynamo nach dem Wiederanpfiff der Bundesliga am 17. Mai bei Hannover 96 spielen sollen. DFL-Chef Christian Seifert sieht den Saison-Abschluss nicht gefährdet, es seien genug Puffer eingeplant. Im "Aktuellen Sportstudio" sagt Seifert: "Wir ändern nicht das Ziel, sondern die Pläne."
sportschau.de, zdf.de (23-Min-Video Seifert)

Bundesliga darf ab “Mitte Mai” wieder spielen.

Bundesliga bekommt von Bund und Ländern die Genehmigung zum Wiederanpfiff "ab Mitte Mai". Über den genauen Starttermin soll die DFL selbst entscheiden. Möglich wäre somit ein Start zum 15. Mai. DFL-Chef Christian Seifert nennt die Entscheidung "eine gute Nachricht" und appelliert an die Vereine, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben "diszipliniert umzusetzen". Der DJV kritisiert die Beschränkung auf dri Fotografen pro Geisterspiel und fordert, "eine ausreichende Zahl von Bildjournalisten" zuzulassen.
sueddeutsche.de, bild.de, spiegel.de, dfl.de (Reaktion DFL), djv.de (Kritik Fotografen)

Horst Seehofer befürwortet Bundesliga-Wiederanpfiff, aber ohne Privilegien.

Bundesliga darf beim Corona-Schutz "keine Privilegien" bekommen, fordert Innen­minister Horst Seehofer im Interview der "Bild am Sonntag". Er unterstütze einen Wieder­anpfiff im Mai, es könne aber nicht sein, "dass Profi-Spieler öfter getestet werden als Ärzte, Pfleger oder Polizisten". Sollte es in einer Mannschaft einen Corona-Fall geben, müsse der gesamte Club 14 Tage in Quarantäne, ggf. auch die gegnerische Mannschaft.
bild.de (Paid), tagesschau.de (Zusammenfassung)

Sportminister und Arbeitsministerium geben Bundesliga-Wiederanpfiff grünes Licht.

Sportminister halten die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga ab Mitte bis Ende Mai, auch zur "Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens", für "vertretbar", berichtet die "Rheinische Post". Auch der Sport- und Trainingsbetrieb im Breitensport solle schrittweise wieder erlaubt werden. Derweil gibt das Bundes­arbeits­ministerium dem Hygiene­konzept der DFL in Sachen Arbeits­schutz grünes Licht, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.
rp-online.de (Paid) via sportschau.de (Sportminister), rnd.de (Arbeitsschutz)

“Sport Bild”: Bundesliga könnte Freitagsspiele neu vergeben, wenn Eurosport nicht zahlt.

Bundesliga: Sollte Eurosport die letzte Rate weiterhin nicht zahlen, dürfte auch Sub-Lizenznehmer Dazn die Freitagsspiele nicht zeigen, berichtet "Sport Bild". Die DFL rechne zeitnah mit einer außerordentlich Kündigung und könnte die Rechte ohne Ausschreibung direkt an Dazn oder einen anderen Sender vergeben, außer an Sky.
sportbild.bild.de, bild.de (Paid)

DFL-Chef Christian Seifert sieht Protz-Fußballer kritisch.

Bundesliga hat mit astronomischen Spieler­gehältern und Ablösesummen sowie "schamlos zur Schau gestelltem Reichtum" ein Bild von sich erzeugt, "das ein Teil der Menschen nicht akzeptieren kann", sagt DFL-Chef Christian Seifert im "FAZ"-Interview. Er selbst habe "genügend Dinge gesehen, erlebt und gehört, die mich nicht unbedingt begeistern". Sponsoren könnten ihre Mio-Zahlungen an Spieler "auch an soziale Verhaltensregeln knüpfen", regt Seifert an. Die Deckelung von Spieler- und Beratergehältern sieht er als europäische Aufgabe.
faz.net (Paid), kicker.de (Zusammenfassung)

“Kicker”: DFL kämpft um Einigung bei Bundesliga-Fernsehgeldern.

Bundesliga: Nur die Politik und nicht die virtuelle Ligaversammlung kann über einen Restart der Bundesliga entscheiden, schreibt der "Kicker". Der Beginn am 9. Mai sei unwahrscheinlich. Die DFL kämpfe um eine "einvernehmliche Lösung mit den Medienpartnern" über die Zahlung noch ausstehender Fernsehgelder an die 36 Profiklubs. Laut "Kicker" habe Dazn die Zahlung der vierten und letzten Saison-Rate noch nicht zugesagt.
kicker.de

“Bild”: Sky überweist noch im April Geld für Bundesliga-Rechte.

Sky sichert der Bundesliga die Liquidität: Noch im April werde der Bezahlkanal der DFL die vierte Rate der TV-Gelder überweisen, berichtet "Bild". Regulär wären das rund 225 Mio Euro, jedoch zahle Sky "etwas weniger" als vereinbart, dafür aber zügig - ohne die Gewissheit, wann es wieder losgeht. Ohne das Geld drohe 13 Klubs der Konkurs. Auch ARD und ZDF seien bereit, ihre nächste Rate von zusammen etwa 40 Mio Euro zu zahlen. Schwieriger seien die Verhandlungen mit dem Sport-Streamer Dazn, der den Vereinen noch etwa 20 Mio Euro schuldet.
bild.de

Politik will erst am 30. April über Bundesliga-Geisterspiele entscheiden.


Hängepartie: Die Fußball-Bundesliga muss weiter bangen, wann sie wieder spielen darf - selbst ohne Zuschauer. Das Thema Geisterspiele haben die Bundesregierung und die Länderchefs bei ihren Beratungen zu Lockerungen der Corona-Beschränkungen ausgeklammert, erst bei ihrer nächsten Sitzung am 30. April wollen sie sich damit befassen. Damit steht die DFL bei ihrer extra auf den 23. April verschobenen Mitgliederversammlung ohne politische Entscheidungsgrundlage da. Die aktuell gültigen Kontaktsperren und Versammlungsverbote gelten bis mindestens zum 3. Mai, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wäre somit frühestens am 8. Mai möglich. Großveranstaltungen sollen gar bis zum 31. August verboten sein, das Stadion-Erlebnis bleibt Fußballfans somit noch über Monate verwehrt.

Auch finanziell herrscht Ungewissheit: Die vierte und letzte Rate der TV-Gelder hätte eigentlich schon am 10. April bei der DFL eingehen sollen, doch bisher hätten die Rechteinhaber kein Geld überwiesen, berichtet der "Kicker". Als neuer Zahltag sei nun der 2. Mai vereinbart worden. Einziger Lichtblick: Für Normalbürger bleiben Sportplätze und Fitness-Studios zwar vorerst geschlossen, die Stadien und Trainingsplätze der Klubs gelten jedoch als Betriebsstätten. Somit können die Bundesligisten zumindest trainieren - wenn auch nur mit Abstand.
sportschau.de, bild.de, sport1.de, sueddeutsche.de, kicker.de (TV-Gelder)

Die DFL hat noch keinen Spielplan für die Zeit nach der Corona-Krise.

DFL dementiert einen Bericht vom "Kicker", wonach es bereits einen Spielplan für den Rest der laufenden Saison der 1. und 2. Bundesliga gäbe. Der "Kicker" geht von englischen Wochen und einem Ende der Spielpause mit Geisterspielen im Mai aus. Die DFL findet detaillierte Planungen angesichts der Corona-Pandemie "realitätsfern", die DFL erhebe keinen Anspruch auf eine "Sonderrolle".
twitter.com, kicker.de

Bayern-Boss Rummenigge fordert Bundesliga-Abschluss egal wann.


Abbruch ausgeschlossen: Die Fußball-Bundesliga sollte die laufende Saison "unbedingt zu Ende spielen", auch "egal wann", sagt FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge im "FAZ"-Interview. Neben Gründen der sportlichen Fairness gehe es darum, "den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten". Selbst eine Fortsetzung erst im September und eine Verschiebung der nächsten Saison auf den Winter seien kein Tabu: "Wenn das unter den Aspekten von Gesundheit und politischer Einschätzung nicht anders möglich wäre, müsste man sich mit diesem Szenario gegebenenfalls auseinandersetzen". Auch der Saisonabschluss von Champions und Europa League haben für Rummenigge höchste Priorität: "Erstens spielen wir hier um sportliche Meriten und zweitens auch um wichtige Einnahmen." Allein die ungewisse Aussicht auf einen Abbruchs bringe "Verunsicherung in den Fußballmarkt".

Um die Liquidität der Klubs zu sichern, bringt Rummenigge die Idee ins Spiel, TV-Rechteinhaber Sky könnte die anstehenden April-Zahlungen leisten, ohne Gewissheit, wann der Spielbetrieb weitergeht. Im Gegenzug könnte die DFL Sky in der nächsten Saison einen Discount einräumen. Auf dem Transfermarkt erwartet Rummenigge im Sommer "Bremsspuren". Durch die wirtschaftlichen Not einige Klubs würde ein relativ großes Angebot an Spielern einer überschaubaren Nachfrage gegenüberstehen. Erstmals seit 25 Jahren könnten die Preise auf dem Transfermarkt sinken. "Das könnte dazu führen, dass wieder etwas mehr Rationalität ins Geschäft kommt." Der FC Bayern als finanzstarker Verein wolle aber "nicht die Not anderer Klubs zu unserem Vorteil ausnutzen", sagt Rummenigge. (Archivfoto: picture alliance / Norbert Schmidt)
"FAZ", S. 27 (Paid), sport1.de (Zusammenfassung)

DFL-Chef Christian Seifert will Bundesliga-Rechte nicht nur an Streaminganbieter vergeben.

Köder für ARD und ZDF: Die DFL erlaubt den Erwerbern von Free-TV-Rechten an der Bundesliga, ab der Saison 2020/21 ihre Berichte ab Sonntagnacht in ihren Videotheken zu zeigen. Die Relegationsspiele der ersten Liga wandern wieder ins Free-TV. Eine Vergabe nur an Streamingdienste schließt DFL-Chef Christian Seifert "mit an Sicherheit grenzender Wahscheinlichkeit" aus.
turi2 – eigene Infos, tagesspiegel.de (Streamingdienste), new-business.de

Wir graturilieren: Thomas Markert wird 52.

Wir graturilieren: Thomas Markert, als Kreativdirektor verantwortlich für das Design der Fußball-Bundesliga, feiert heute seinen 52. Geburtstag – bei einem leckeren Cocktail in der Nomad Bar in New York. Das Beste am abgelaufenen Jahr waren für Markert tolle Stadionbesuche und spannende Projekte mit dem Visual-Design-Team der DFL. Für das kommende Lebensjahr wünscht er sich verantwortungsbewusstere Tech-Riesen und weniger Hysterie in Social-Media-Kanälen. Über Gratulationen freut sich Markert bei LinkedIn und per E-Mail.

Hör-Tipp: DFL-Digitalchef Andreas Heyden orientiert sich an Netflix und Amazon Prime.

Hör-Tipp: Andreas Heyden, Digitalchef der Deutschen Fußball Liga, sieht die DFL im "Horizont"-Podcast auf Augenhöhe mit der spanischen La Liga und der englischen Premier League. Die DFL-Tochter Sportcast als Produzent der Medienangebote könne Innovationen schnell umsetzen und sei nicht von externen Dienstleistern abhängig. Heyden denkt neue Produkte vom Endkunden und orientiert sich an Netflix und Amazon Prime. Mit ihrer Medien-Strategie richtet sich die DFL vor allem an Fans außerhalb Deutschlands und will keine Konkurrenz zu "Kicker" oder "Bild" sein,
horizont.net, soundcloud.com (38-Min-Audio)



Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie Andreas Heyden Fans für die Fußball-Bundesliga fängt. (03/2017)

DFL steigt bei Startup zur Überwachung von Content-Piraterie ein.


Ball Ahoi! Die Deutsche Fußball Liga hisst die Kriegsflagge im Kampf gegen Piraterie. Gemeinsam mit der Kölner Contentschutz-Firma Athletia gründet der Ligaverband das Startup Ryghts, das illegal verbreitete Bundesliga-Inhalte und Spielübertragungen finden und unterbinden soll. Die DFL hält 15 % an dem Joint-Venture und garantiert für sechs Spielzeiten einen jährlichen Auftrag in Höhe von rund einer Mio Euro.

Bereits seit 2015 spürt Athletia im Auftrag der DFL bei YouTube und Facebook unrechtmäßig verbreitete Bundesliga-Videos auf und lässt sie löschen. Die Erfolgsquote liegt laut "Handelsblatt" bei 90 %. Die Dienstleister, die für die DFL bisher illegale Livestreams im Web-TV überwachen, hätten eine schlechtere Trefferquote. Ab sofort übernimmt Ryghts daher die gesamte internationale Piraterie-Überwachung der Bundesliga. (Foto: nordphoto / Straubmeier / Picture Alliance; Montage: turi2)
dfl.de, handelsblatt.com

Bundesliga verzeichnet zweithöchsten Ticket-Absatz ihrer Geschichte.

Fußball-Bundesliga verbucht in der Saison 2018/19 mit 18.885.620 Eintrittskarten, inklusive Ehren- und Freikarten, den zweithöchsten Ticket-Absatz ihrer Geschichte. Nur 2016/17 waren es mit 19.049.362 Tickets noch mehr. In der 1. Liga ging der Ticket-Absatz um 2,6 % zurück, in der 2. Liga stieg er um 8,6 %. Wie viele der abgesetzten Tickets bezahlt waren, sagt die DFL nicht.
dlf.de

DFL ordnet Fernseh-Rechte für die Fußball-Bundesliga neu.


Das kommt gerade recht: Die Fußball-Bundesliga könnte ab 2021 wieder komplett bei einem Sender laufen, folgert das Fachmagazin "Sponsors" aus einem Konzept der DFL. Die Liga-Organisatoren planen nur noch vier Rechte-Pakete für den Zeitraum 2021 bis 2025. Sofern das Kartellamt Ja sagt, könnte ein Käufer alle vier Pay-Pakete kaufen – die No-Single-Buyer-Rule wäre Geschichte. Neu ist, dass der Alles-Käufer nur zwei Pakete exklusiv hätte und zwei weitere im Online-Stream bei der Konkurrenz laufen müssten.

Die geplanten Änderungen spielen laut "Sponsors" Sky in die Karten, das derzeit nicht mehr alle Spiele zeigen kann. Auch Eurosport überträgt. "Bild" leitet aus den vorliegenden Plänen ab: Sky könnte alle vier Rechte-Pakete kaufen und die Samstags-Konferenz und die Samstags-Top-Spiele um 18.30 Uhr exklusiv behalten. Nicht mehr exklusiv wären dann die Freitags- und Sonntagsspiele, die etwa Dazn zeigen könnte. Und bei Amazon könnten die einzelnen Samstagsspiele um 15.30 Uhr laufen. Der endgültige Bieter-Wettstreit soll im 2. Quartal 2020 stattfinden.
sponsors.de (Übersicht), sponsors.de (Ausschreibung im Detail), sponsors.de (Folgen für Medien), bild.de

Aufsichtsbehörden drohen dem DFB aufgrund Werbedeals mit Sportwettenanbietern.

Glücksspielwerbung: Der DFB soll nicht für illegales Glücksspiel werben, warnt das Innenministerium von Baden-Württemberg gemeinsam mit Glücksspielaufsichten der Länder. Der Brief liegt dem NDR und der "Süddeutschen Zeitung" vor. Zuletzt hatte der DFB eine Partnerschaft mit Bwin öffentlich gemacht. Es bestehe die Gefahr, dass "die Werbung von Bwin insgesamt untersagt wird".
presseportal.de, tagesschau.de

Zahlen-Spiel: DFL findet die Bundesliga sportlich Spitze.

Beifall-Liga: Während in der Champions League den deutschen Bundesligisten bereits im Achtelfinale gegen englische Clubs der totale Germanexit droht, sieht die DFL die Bundesliga sportlich auf höchster Ebene - und versucht, das mit Zahlen zu belegen. Deshalb hat sie heute in Frankfurt erstmals den DFL Sportreport vorgestellt. Wichtigste Botschaft: Pro Bundesligaspiel fallen im Schnitt 3,1 Tore - deutlich mehr als in den anderen Topligen in Europa. Weiteres Argument für die Bundesliga: Der Kampf um den Meistertitel ist - zumindest derzeit - deutlich spannender als in Frankreich, Italien und Spanien.

Ansgar Schwenken, DFL-Direktor für Fußball & Fans, macht klar: Die Fußball-Bundesliga ist nicht nur spaß- und geldgetrieben, sondern auch datenbefeuert. Im Big-Data-Game will die DFL-Tochter Sportec Solutions punkten, sie erhebt mit digitalen Mitteln und bis zu fünf Mitarbeitern pro Spiel Daten zu Laufleistung, Sprinttempo - und neuerdings auch Erfolgs-Wahrscheinlichkeit bei jedem Torschuss.

Dass die Bundesliga nicht die Bodenhaftung verloren hat, soll folgende Zahl zeigen: Von 552 Spielern der 1. Bundesliga wurden 319 in Deutschland ausgebildet, 122 sogar in dem Club, in dem sie heute noch - oder wieder - spielen. Mit 42.217 abgesetzten Karten pro Spiel liegt die 1. Bundesliga deutlich vor England (37.980) und Spanien (27.234). Knapp 10 % der Kartenkäufer bleiben trotz gekaufter und bezahlter Karte zuhause.

Ein Fußballspiel dauert netto in der Bundesliga übrigens nicht 90, sondern laut DFL aktuell 57 Minuten und 46 Sekunden. Pro Spiel gehen also mehr als 30 Minuten für Ballholen, Schauspielerei, Meckern und Stutzenrichten verloren - wie sich das genau verteilt, können oder wollen die Big-Data-Spezialisten der DFL nicht verraten. Die Nettospielzeit ist zuletzt aber leicht gestiegen, nicht trotz, sondern wegen des umstrittenen Videobeweises: Der hat dazu geführt, dass die Spieler weniger mit dem Schiri diskutieren.
turi2 vor Ort

Fußball verdient gut, Rummenigge sorgt sich ums Sponsoring.


Geldströme ausbalancieren: Die Champions League soll künftig wieder im Free-TV laufen, fordert Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandschef des FC Bayern München will "bei der Uefa alles in die Waagschale legen", damit ab 2021 mindestens ein Spiel pro Spieltag nicht hinter der Bezahlschranke läuft, um die Sponsoring-Erlöse nicht zu gefährden.

Die Champions League hat laut "Sport Bild" 84 % Zuschauer in Deutschland verloren, seit sich Sky und DAZN die Rechte teilen. Die Einnahmen durch die Verträge mit Bezahlsendern seien zwar die größten in der Fernsehvermarktung, den Clubs würden jedoch Einbußen im Sponsoring drohen. Bei einem solch drastischen Schwund an Zuschauern würden diese aber "nicht mehr ausreichend bedient".

Die DFL Deutsche Fußball Liga unterstreicht mit ihrem Wirtschaftsreport für die Saison 2017/2018 den Stellenwert des Sponsorings. Die mediale Verwertung mit Einnahmen aus der Vermarktung von Medienrechten ist mit 1,25 Mrd Euro, also einem Anteil am Gesamtertrag in Höhe von 32,7 %, deutlicher Spitzenreiter. Direkt gefolgt wird dieser Posten mit 22,9 % und 871,7 Mio Euro von Werbeeinnahmen, die sich u.a. durch Verträge mit Haupt- und Trikotsponsoren zusammensetzen.
sportbild.bild.de, dfl.de

Mitarbeit: Maria Gramsch

DFL eröffnet eine Botschaft in New York.

Deutsche Fußball-Liga expandiert in die USA und eröffnet am 16. Oktober eine Außenstelle in New York. Die DFL betreibt damit neben Singapur ihre zweite internationale Dependance, die ebenfalls von Tochter Bundesliga International geführt wird. Der Verband wolle so "Sichtbarkeit und Strahlkraft der Bundesliga" weiter verbreiten, sagt DFL-Chef Christian Seifert.
welt.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: DFL startet ein On-Demand-Angebot für Fußball-Romantiker.

Forscher: Deut­sche Fuß­ball-Li­ga schönt Zuschauer-Zahlen.

Fußball-Bundesliga hat weniger Stadionbesucher als bekannt, sagt der Wissenschaftler Do­mi­nik Schrey­er von der Otto Beisheim School of Management der "FAS". Die Auslastung liege nur bei 82,3 % statt der offiziellen 91,3 %. Grund sei, dass die Deut­sche Fuß­ball-Li­ga nicht zwi­schen Ti­cket­be­sit­zern und wirklichen Zu­schau­ern unterscheide. So könnten DFL und die Vereine ihre Bilanzen schönen. Die Zahl der Fans, die trotz gültiger Karten nicht zum Spiel gehen, nehme zu.
"FAS", S. 1 und 39 (Paid)

Meinung: Die Zerteilung der Bundesliga-Spieltage muss überdacht werden.

Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga waren eine schlechte Entscheidung, meint Horst Heldt, Sport­di­rek­tor des Klubs Han­no­ver 96. Nie­mand habe darauf Lust. Die Zer­tei­lung der Spiel­ta­ge müss­e über­dacht wer­den, sonst verliere der Fußball seine Basis. Heldt hält eine Grundsatzdebatte mit der DFL und den Fans über die Zukunft des Fußballs für nötig.
"FAS", S. 43 (Paid)

Lese-Tipp: DFL-Chef Christian Seifert will sich international nicht abhängen lassen.

Lese-Tipp: DFL-Chef Christian Seifert ist vom Vorwurf genervt, er mache aus dem Fußball eine Kommerzveranstaltung, schreibt Cathrin Gilbert in einem großen Porträt. Der Bundesliga-Chef sei schlagfertig und teile gerne aus, mit dem Einstecken tue er sich aber schwer. Seifert will sich bei den TV-Rechten nicht im Wettbewerb von den internationalen Ligen abhängen lassen. Er meint, lokale Fußball-Helden könnten eine Liga nicht tragen, nötig seien globale Stars wie Lionel Messi oder Neymar.
"Zeit", S. 22 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Interview mit Christian Seifert.

Eurosport erwartet weitere Zersplitterung der Bundesliga im TV.

Bundesliga im TV wird in Zukunft noch weiter zersplittert, prognostizieren Eurosport-Chef Peter Hutton und Discovery-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews im "Bild"-Interview, das "kein Fußball-Fan gerne liest". Aigner-Drews sieht darin aber "auch mehr Flexibilität" für den Zuschauer. Zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea will Eurosport stark in Technik investieren und die TV-Zuschauer mit Analysetools und Daten-Journalismus überraschen.
"Bild", S. 11 (Paid)

Studie: Bundesliga dominiert chinesische Digital-Medien.

Bundesliga-Logo 150Bundesliga ist in chinesischen Digital-Medien der Spitzenreiter unter den europäischen Fußball-Ligen, sagt eine Studie der Mailman Group. Dahinter rangieren die englische Premier League sowie die Top-Ligen aus Spanien und Italien. Die Bundesliga habe eine "umfassende Content-Strategie" für den chinesischen Markt und als einzige europäische Liga eine chinesische Website.
bundesliga.de, mailmangroup.com

Sport 1 verzichtet auf Interviews mit TSV 1860 München.

Sport1-Logo-150Sport 1 boykottiert die Münchner Löwen, weil der TSV 1860 vorerst keine Interviews mehr geben will und Journalisten Hausverbot erteilt hat. Der Verein will zwar den "medienrelevanten Verpflichtungen" der DFL nachkommen, zu denen auch Interviews in der Mixed Zone gehören, daran hatte Sport 1 nach dem Spiel bei Eintracht Braunschweig aber kein Interesse.
sport1.de, turi2.de (Background)