Disney meldet Nettoverlust und wirbt mit “Mulan” für den Streamingdienst.


Der Zauber ist verflogen: Disney fährt im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 4,7 Mrd Dollar. Der Umsatz sinkt um 42 % auf 11,8 Mrd Dollar. Besonders drastisch betroffen ist das normalerweise lukrative Geschäft mit Freizeitparks, Kreuzfahrtschiffe und Ladengeschäften, die in der Pandemie geschlossen hatten oder im Hafen lagen. In diesem Segment fiel der Umsatz um 85 % von 6,6 Mrd auf nur noch 983 Mio Dollar.

Auch geschlossene Kinos weltweit verhageln Disney die Bilanz, der Umsatz der Filmsparte fällt um mehr als 50 %. Viele Produktionen wurden verschoben oder abgesagt. Als Notnagel bringt Disney seine Neuverfilmung des Trickfilms "Mulan" ohne Umweg übers Kino ins Heimkino. Ab dem 4. September soll die 200 Mio Dollar teure Produktion in den USA sowie in einigen europäischen Märkten auf über den eigenen Streaming-Dienst Disney+ abrufbar sein. Jedoch nicht im Rahmen des Abos, sondern für rund 30 Dollar Aufpreis.
faz.net, spiegel.de, hollywoodreporter.com (Mulan)

Constantin Film verkauft “Black Beauty” an Disney+.

Constantin Film reitet mit der Neuverfilmung des Pferde-Romans Black Beauty am Kino vorbei direkt zu Disney+. Der Streamingdienst kauft die internationalen Rechte an der Co-Produktion von Constantin und JB Pictures von Jeremy Bolt. Der bereits fertige Film soll Ende des Jahres laufen. Die Stimme des schwarzen Pferdes spricht in der englischen Fassung Schauspielerin Kate Winslet.
presseportal.de, hollywoodreporter.com, cnet.com (Winslet)

Disney integriert die Fox Networks Group Germany in seine Deutschland-Tochter.

Disney schluckt wie erwartet auch die deutsche Tochter von Fox, schreibt "Clap". Die bisherige Fox Networks Group Germany ist Ende Juni vollständig in die deutsche Disney-Tochter aufgegangen. Die Mitarbeiter*innen sollen in Kürze vom ehemaligen Fox-Büro innerhalb Münchens unter das Dach von Disney umziehen. In Deutschland betreibt Fox unter anderem den Serien-Sender Fox Channel sowie den Doku-Kanal National Geographic und dessen Ableger.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Disney-Parks in Kalifornien öffnen später als geplant.

Disney Logo 150Disney verschiebt die Wiedereröffnung seiner Freizeitparks in Kalifornien auf unbestimmte Zeit. Der geplante Termin am 17. Juli ist Makulatur, weil Kalifornien Richtlinien für die Öffnung frühestens am 4. Juli veröffentlicht. Danach brauche Disney Zeit für die Umsetzung. Die Disney-Parks in Florida sollen am 11. Juli wieder öffnen, die in Shanghai und Hongkong sind bereits offen.
eu.usatoday.com, cnbc.com

Zahl des Tages: Rund 36 % schauen Netflix und Co, sagt die AGF.

Zahl des Tages: Rund 36 % der Personen ab 14 in Deutschland streamen über kostenpflichtige Dienste wie Netflix oder Amazon Prime, zeigt eine AGF-Studie. Bei der letzten Befragung im Herbst 2019 waren es noch rund 32 %. Unter den Top 5 der Bezahl-Anbieter sind außerdem Dazn, Sky Ticket und Disney Plus. Die Zahlen belegten, "dass sich der Markt für Video-Streaming weiterhin entwickelt“, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf.
horizont.net, agf.de (PM Studie)

Aus dem Archiv: Quoten-Expertin Kerstin Niederauer-Kopf erzählt, wie oft sie netflixt (10/2019)

Disney leiht sich 11 Mrd Dollar.

Disney Logo 150Disney rüstet sich mit frischem Geld für die Corona-Krise und hat seit Beginn der Pandemie Anleihen im Wert von 17 Mrd Dollar aufgenommen. Am Dienstag hat der Konzern der Börsenaufsicht die Aufnahme von 11 Mrd Dollar aufgeteilt auf sechs Anleihen gemeldet. Die mit der längsten Laufzeit wird erst im Mai 2060 fällig. Disney sagt, das Geld sei für "allgemeine Geschäftszwecke" gedacht.
meedia.de, variety.com

Disneyland Shanghai öffnet wieder mit Corona-Auflagen.

Disney Logo 150Disney öffnet nach Monaten der Schließung wieder seinen Freizeitpark in Shanghai. Ein Video gibt einen Einblick, wie Corona den Park-Besuch verändert. Besucher*innen müssen ihre Tickets online kaufen, ihre Gesundheit mittels aktuellem Health-QR-Code auf dem Smartphone bestätigen und werden von Wärmebildkameras auf Fieber gescannt. Außer beim Essen besteht im ganzen Park Maskenpflicht. In Wartschlangen gilt das Abstandsgebot, in Fahrgeschäften bleibt zwischen Gruppen jeweils ein Platz frei. Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park, will am 29. Mai wieder öffnen.
cnet.com, youtube.com (3-Min-Video)

Disneys Gewinn bricht im 1. Quartal um 90 % ein.

Disney Logo 150Disney erleidet durch die Corona-Pandemie im 1. Quartal einen Gewinneinbruch um 90 % auf 460 Mio Dollar. Die Umsätze steigen dank TV- und Streaming-Angeboten zwar um 21 % auf 18 Mrd Dollar. Doch der Inhalte-Nachschub verursacht hohe Kosten, das Minus der Sparte verdoppelt sich auf 812 Mio Dollar. Disneys lukratives Geschäft mit Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffen liegt derzeit komplett brach.
horizont.net

Meinung: Disney und Co verscherzen es sich in der Krise mit Kinobetreibern.

Disney muss kreativ sein, um trotz Krise seinen Streamingdienst mit Inhalten zu füllen, beobachten Catrin Bialek und Alexander Demling – die Animatoren produzieren von zu Hause aus Kurz-Clips und Making-of-Dokus. Filme, die für die Kinos geplant waren und keine teuren Blockbuster sind, etwa "Artemis Fowl", wandern direkt zu Disney+. Der ohnehin angeknacksten Beziehung zu den Kinobetreibern bekomme das schlecht, die Krise könnte "die Machtbalance zwischen Streamingdiensten, Filmstudios und Kinobetreibern dauerhaft verschieben".
handelsblatt.com

50 Mio Nutzer abonnieren Disney+ in den ersten fünf Monaten.

Disney+ hat seit seiner Einführung im November 50 Mio Abonnenten gewonnen, fast ein Drittel der Abo-Zahlen von Konkurrent Netflix. Die Abonnentenzahlen sind besonders schnell gewachsen, seit Disney den Dienst in Indien, Deutschland, Italien, Österreich und Co eingeführt hat. Der Micky-Maus-Konzern plante ursprünglich mit 60 bis 90 Mio in den ersten fünf Jahren.
theverge.com, adweek.com

Disney will Ex-Herzogin Meghan für weitere Synchronjobs engagieren.

Markle-kante Stimme: Disney verpflichtet die frisch entroyalisierte Meghan Markle als Sprecherin für drei weitere Dokus - seit Freitag ist sie bereits als Erzählerin in der Doku Elefanten zu hören. Pro Film erhalte sie knapp 450.000 Euro. Zusätzlich habe sie einen Fahrdienst zum Disney-Konzern sowie einen Mietzuschuss ausgehandelt. In Disneys Glitzerwelt bekommt Meghan so vielleicht die Chance, die Prinzessinnen-Rolle auszuleben, die ihr in Harrys Familie immer verwehrt blieb.
"Bild am Sonntag", S. 48 (Paid), rtl.de (Background "Elefanten")

Bob Chapek löst Bob Iger an der Spitze von Disney ab.

Happy End im Disneyland? Disney-Chef Bob Iger (Foto links) tritt als Chief Executive Officer zurück, Nachfolger wird Disneys bisheriger Themenpark-Manager Bob Chapek. Iger bleibt bis 2021 als Executive Chairman im Konzern. Mit dem Start des Streamingdienstes Disney+ und der "bereits erfolgten Integration von 21st Century Fox" sei für den 69-Jährigen die "perfekte Zeit gekommen", zu einem neuen CEO überzugehen, erklärt Iger seinen Rückzug.

Als Executive Chairman soll Iger zunächst weiterhin in kreative Entscheidungen involviert bleiben. Iger wurde 2005 zum CEO von Disney ernannt. In seiner Amtszeit übernahm Disney die Konzerne Pixar, Lucasfilm, Marvel sowie große Teile von 21st Century Fox. 2021, dem Jahr seines geplanten Vertragsendes, wird Iger 70 Jahre alt. (Foto: The Walt Disney Company)
sueddeutsche.de, edition.cnn.com, thewaltdisneycompany.com

Streamingdienst Disney+ zählt nach drei Monaten schon 28,6 Mio Abonnenten.

Disney gewinnt für seinen Streaming-Dienst Disney+ innerhalb der ersten drei Monate 28,6 Mio Abonnenten. Der Höhenflug kostet Geld: Im 4. Quartal 2019, für Disney das erste im Geschäftsjahr 2020, steigen die Umsätze um 36 % auf 20,9 Mrd Dollar, unterm Strich sinkt der Gewinn aber um 23 % auf 2,1 Mrd Dollar. Mit den Quartalszahlen kündigt Disney-Chef Bob Iger an, Hulu, den zweiten Streaming-Dienst des Konzerns, "womöglich" 2021 auch international zu starten. Priorität habe jedoch Disney+.
theverge.com, meedia.de, cnet.com (Hulu)

Disney bringt abgefilmtes “Hamilton”-Musical ins Kino.

Disney bringt das Erfolgsmusical Hamilton auf die Leinwand. Für 75 Mio Dollar hat der Micky-Maus-Konzern die weltweiten Rechte gekauft, inklusive Ausspielung bei Disney+, und zeigt in den USA ab dem 15. Oktober 2021 eine Aufzeichnung der Broadway-Show von 2016. Das Hip-Hop-Musical erzählt die Geschichte des amerikanischen Gründervaters Alexander Hamilton.
hollywoodreporter.com, theverge.com

Sky will Disney+ bei Sky Q einbinden.

Sky und Disney verhandeln über eine enge Kooperation bei ihren Streaming-Angeboten. Laut dem "Telegraph" könnte Disney+ künftig als eigene App bei Sky Q eingebunden sein. Ähnlich wie Sky es bereits mit Netflix macht würden Abonnenten die Inhalte beider Anbieter dann gleichberechtigt nebeneinander sehen ohne dass sie die Anwendung wechseln müssten.
quotenmeter.de, telegraph.co.uk

Disney+ kommt eine Woche früher als geplant nach Deutschland.

Disney zieht den Deutschland-Start seines Streaming-Dienstes Disney+ um eine Woche auf den 24. März vor. Parallel startet Disney+ auch in Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und der Schweiz. Wie bereits in den Niederlanden startet Disney auch in Deutschland mit dem Kampfpreis von 6,99 Euro im Monat bzw. 69,99 Euro im Jahr.
presseportal.de, dwdl.de, inside-digital.de

Disney streicht den Namensbestandteil “Fox” aus 20th Century Fox.

Disney kappt die namentliche Verbindung zu Murdochs Fox Corporation und streicht den Namensbestandteil "Fox" aus den Filmstudios 20th Century Fox und Fox Searchlight. Beide firmieren künftig als 20th Century Studios und Searchlight Pictures. Ende 2017 hatte Disney beide Studios und andere Bestandteile aus Murdochs Medien-Imperium abgekauft.
nytimes.com
turi2.de (Background)

turi2 edition #9: Kinder-TV – so jung und treu.


Treue Seelen: Auf linear-loyale Zuschauer kann sich kein Fernsehmacher mehr verlassen. Außer im Kinderprogramm. Anne Fischer beschreibt für die turi2 edition #9 die erstaunlich konservativen Sehgewohnheiten der Jüngsten. Weil sie keine alleinige Macht über die Fernbedienung haben und Eltern ihre Kinder lieber beflimmern als im Internet surfen lassen. Lesen Sie jetzt den ganzen Artikel kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

Zugänge für Disney+ werden illegal in Untergrundforen gehandelt.

Disney+: Tausende Benutzerkonten der Streaming-Plattform werden in Untergrundforen illegal zum Kauf angeboten, meldet das US-Portal zdnet.com. Einige Nutzer hätten keinen Zugriff mehr auf Disney+, da Unbekannte ihre Zugangsdaten geändert haben. Möglicherweise wurden einige Passwörter durch Sorglosigkeit verbreitet, Disney+ gewährt bis zu sieben Profile.
zdnet.com, heise.de

Zahl des Tages: Disney+ zählt bereits über 10 Mio Abonnenten.

Zahl des Tages: Über 10 Mio Abonnenten zählt die neue Streaming-Plattform Disney+ wenige Stunden nach der Markteinführung. Am Dienstag ist die Plattform zunächst mit technischen Problemen in den USA gestartet. Zum Vergleich: Platzhirsch Netflix zählt im 3. Quartal insgesamt 60 Mio zahlende Kunden in den USA und über 97 Mio Abonnenten weltweit.
cnbc.com

Video-Tipp: Philipp Walulis beäugt den Start von Disney+.

Video-Tipp: Philipp Walulis schaut zum Start von Disney+ in den USA, Kanada und den Niederlanden auf das Potenzial des neuen Streaminigdienstes. Der große Vorteil des Micky-Maus-Konzerns gegenüber Netflix und Co: "Disney gehört ungefähr alles auf dem Markt." Außerdem biete Disney+ im Vergleich zu Netflix bedeutend mehr für weniger Geld.
youtube.com (8-Min-Video)

Laut einer Kundenbefragung muss Netflix Disney und Apple nicht fürchten.

Netflix braucht keine Wechselwelle seiner Kunden zu neuen Konkurrenten fürchten, behauptet die Investmentbank Piper Jaffray, Einer Befragung von Netflix-Kunden im September zufolge planen nur 28 %, Disney+ zu abonnieren. 23 % ziehen ein Abo von Apples Streaming-Dienst in Betracht. Von den Nutzern, die sich für die neuen Konkurrenten interessieren, tendierten zudem die meisten dazu, die neuen Angebote zusätzlich zu nutzen.
cnbc.com

Analyse: Deutsche Medienkonzerne sind im internationalen Vergleich Zwerge.

Medienzwerge: Die zehn größten deutschen Medienkonzerne setzen zusammen weniger um als Facebook, sagt eine Auswertung von "Horizont". 2018 machte Facebook rund 47 Mrd Dollar Umsatz und rangiert auf Platz 5 der weltweit größten Medienkonzerne. An der Spitze überholt AT&T Google-Mutter Alphabet, dahinter Comcast und Disney. Bertelsmann rangiert als mit Abstand größter deutscher Medienkonzern auf Platz 16.
horizont.net (Paid)