Funke baut Mediengruppe nach Grotkamp-Übernahme um – Schoo und Wüller gehen.

Frische Funken: Das Medienhaus verkündet nach der Erlaubnis der österreichischen Kartellbehörden zur Komplett-Übernahme durch Verlegerin Julia Becker und die Grotkamp-Familie große Umbaupläne. Die bisherigen Geschäftsführer Andreas Schoo und Michael Wüller sowie Zeitschriftenchef Michael Geringer verlassen Funke erwartungsgemäß. Das neue Führungsteam bilden Christoph Rüth als Konzernchef mit Verantwortung für Regionalmedien und Digitales, Andrea Glock und Simone Kasik werden Konzern-Geschäftsführerinnen; Glock für "Unternehmensentwicklung und Services", Kasik für Finanzen. Bianca Pohlmann und Jochen Beckmann starten als Verantwortliche für Zeitschriften (Foto von links). Insgesamt wird die Führungsetage also deutlich weiblicher.

Die neuen Eigentümer wollen Funke zudem in den nächsten zwei Jahren eine "Spartenstruktur mit schlanker Holding" verpassen. Als Sparten geplant sind Regionalmedien, Zeitschriften und Digitales. In einem "Center of Excellence" sollen u.a. IT oder Recht angesiedelt sein. "Die Sparten und das Center of Excellence sollen jeweils unternehmerisch weitgehend unabhängig und für Partnerschaften mit anderen Medienhäusern anschlussfähig sein", teilt Funke mit. Mit "Unabhängigkeit" ist auch gemeint: Sind die Sparten erst einmal aufgebaut, sollen diese nur noch die dortigen Geschäftsführerinnen lenken – und nicht mehr jene auf Konzernebene.

Es dauert noch eine Weile, bis an Julia Becker, ihre Mutter Petra Grotkamp und die Geschwister Nora Marx und Niklas Wilcke alle Funke-Anteile übergehen, nämlich bis 2024. Die Führung übernehmen die künftigen Komplett-Eigentümer durch die Neuaufstellung an der Funke-Spitze aber schon jetzt: Die Grotkamps können jetzt "durchregieren", schreibt etwa Roland Pimpl bei "Horizont". Auch Gregory Lipinski sieht in der umgestellten Führungsstruktur für die Familie einen "Befreiungsschlag". Er spricht in "Meedia" vom Anbruch einer "neuen Ära".
presseportal.de, meedia.de (Paid), horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Niederländischer Reporter Peter R. de Vries stirbt nach Attentat.

Peter R. de Vries, 64, ist tot. Der niederländische Kriminalreporter starb an den Verletzungen durch ein Attentat. "Peter hat bis zum Ende gekämpft, konnte den Kampf aber nicht gewinnen. Er ist umgeben von den Menschen, die ihn lieben, gestorben", heißt es in einer Mitteilung seiner Familie. Der Journalismus verliere "einen engagierten, mutigen Kollegen, der Licht ins Dunkel krimineller Machenschaften gebracht hat und dafür mit dem Leben bezahlen musste", schreibt der DJV. De Vries war am 6. Juli in Amsterdam vor dem Studio des TV-Senders RTL angeschossen worden. Er hatte dort an einer Livesendung über einen Banden-Prozess teilgenommen.

Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen. Das organisierte Verbrechen könnte hinter dem Anschlag stecken. De Vries war Vertrauensperson eines Kronzeugen im Prozess gegen einen Bandenführer. Er ermittelte seit Jahren im Milieu und hatte viele Feinde.
spiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Facebook startet Facebook News – so sieht das neue Nachrichten-Angebot aus.


Fast alle an Bord: "Facebook News ist keine Antwort auf das Leistungsschutzrecht", sagt Jesper Doub im Video-Interview mit turi2.tv zum neuen Bereich für Qualitätsinhalte im sozialen Netzwerk. Ab heute rollt Facebook die neue Funktion aus, "es wird mehrere Wochen dauern, bis Facebook News für alle Nutzer verfügbar ist", erklärt Doub und zeigt im Video, wie der Dienst aussehen wird. Bei News affinen Anwenderinnen werde sich der Tab mit dem Zeitungs-Piktogramm in der Navigation etablieren – immer zu finden sei er über die sogenannten Bookmarks. Doub freut sich, dass Facebook neben den bereits bekannten Partner nun auch Springer und die Südwestdeutsche Medienholding u.a. mit der "Süddeutschen Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" an Bord hat. Insgesamt zählt die Partner-Liste aktuell 35 Medienuntermehmen mit weiteren sei Facebook im Gespräch.

Wie funktioniert Facebook News? Das Netzwerk sammelt automatisch alle von Medienhäusern auf der Plattform geteilten Links und spielt sie auch bei Facebook News aus. Dazu müssen Nachrichtenseiten als solche registriert sein und sich an die Community-Richtlinien halten. Eine News-Partnerschaft braucht es dafür nicht. Partnerverlage erhalten für Inhalte, die sie darüber hinaus zur Verfügung stellen, eine Vergütung in ungenannter Höhe. Dabei kann es sich um Pay-Inhalte handeln, muss es aber nicht.

Der Großteil des Nachrichten-Feeds wird durch den Algorithmus zusammengestellt, erklärt Doub. Die ersten paar Meldungen, die die Top-Storys des Tages darstellen, sind allerdings von Menschenhand kuratiert – nämlich vom Springer-Unternehmen Upday. Doub betont im Video-Interview, dass die Auswahl nichts mit der gleichnamigen News-App zu tun hat, die Springer auf Samsung-Handys betreibt, und dass Facebook die Richtlinien für die Auswahl vorgibt.

Als Antwort auf ein kommendes Leistungsschutzrecht will Doub Facebook News nicht verstanden sehen. Das Angebot sei in den USA und in Großbritannien gestartet – "dort gibt es kein Leistungsschutzrecht". Und in Frankreich, wo das LSR schon in nationales Recht umgesetzt ist, "sind wir rechtskonform unterwegs".
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube)

Gruner + Jahr stoppt Neubau und sucht neuen Standort in Hamburg.


Gruner am Gleis: Peter Turi und die damalige G+J-Chefin Julia Jäkel begehen im Herbst 2018 den Baugrund zwischen Bahnstrecke und "Spiegel"-Haus. (Foto: Johannes Arlt für turi2)

Planänderung: Gruner + Jahr beerdigt sein ehrgeiziges Neubauprojekt in Hamburg. "Das Bauprojekt am Lohsepark lag bereits mehr als drei Jahre hinter dem Zeitplan, wir können und möchten hier nun nicht länger warten", lässt sich Geschäftsführer Oliver Radtke in der Pressemitteilung zitieren. Der Verlag suche nun – gemeinsam mit der Stadt Hamburg – einen neuen Standort in der Hansestadt. Nach dem ursprünglichen Zeitplan wollte der Verlag bereits in diesem Sommer das neue Gebäude beziehen. Auf dem Weg ist es aber zu Verzögerungen gekommen, zuletzt war eine seltene Falterart auf der Brachfläche entdeckt worden. Nun setzt Gruner + Jahr auf eine neue, womöglich bereits vorhandene Immobilie.

Für die Suche gebe es keine Zeitplan, sagt eine Verlagssprecherin zu turi2. Der Verlag will auch nach Corona die Gleichwertigkeit von Home Office und Büro aufrecht erhalten, dadurch ergeben sich neue Anforderungen an die Immobilie. In seiner Mitteilung spricht sich der Verlag deutlich für den Standort Hamburg aus: "Die Hansestadt mit ihren attraktiven Arbeits-, Wohn- und Lebensbedingungen bleibt auch in Zukunft die Heimat für den Verlag und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Oliver Radtke äußert sich "sehr zuversichtlich, dass wir eine andere passende Immobilie in Hamburg finden".
turi2 – eigene Infos, horizont.net, meedia.de, turi2.tv (3-Min-Video, Gruner + Jahr stellt Neubauprojekt vor)

Aus dem Archiv von turi2.tv (9/2018): Gruner + Jahr stellt ehrgeizige Neubaupläne am Standort Hamburg vor.



Mitarbeit: Markus Trantow

Chefredakteurin Barbara Hans verlässt den “Spiegel”.


Hans nicht im Glück: Barbara Hans verlässt die Chefredaktion des "Spiegel", wie der Verlag an ihrem Geburtstag mitteilt. Laut Pressemeldung haben sie und der Vorsitzende der Chefredaktion, Steffen Klusmann, dies "gemeinsam und im besten gegenseitigen Einvernehmen entschieden". Hans selbst lässt sich mit den Worten zitieren: "Es war ein Privileg, mit so vielen klugen Menschen aus allen Teilen des Hauses daran zu arbeiten, den 'Spiegel' publizistisch weiterzuentwickeln und die Redaktionen zu fusionieren." Sie blicke mit "Freude und Stolz" auf die vergangenen 16 Jahre. Steffen Klusmann sagt, Hans habe "viele Kolleginnen und Kollegen inspiriert". Der "Spiegel" habe "ihr viel zu verdanken und wird sie vermissen".

Bereits im Januar hatte Roland Pimpl über Pläne des "Spiegel" berichtet, die Chefredaktion umzubauen und in diesem Zuge auf Hans zu verzichten. Als Gründe nannte Pimpl mangelnde Harmonie im Führungsteam. Außerdem habe Hans "ihre Rolle" in der fusionierten Redaktion nicht richtig gefunden, ihre Aufgaben seien unklar. Hans ist seit 2019 Teil der Chefredaktion des Magazins. Zuvor war sie seit 2016 bereits Chefredakteurin von Spiegel Online. Insgesamt hat sie 16 Jahre für den "Spiegel" gearbeitet. Der Chefredaktion gehören nach ihrem Abgang noch Steffen Klusmann als Vorsitzender und Clemens Höges an.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Barbara Hans – Spiegel Online setzt auf zwei neue Podcasts (07/2017)

Julia Jäkel verlässt Gruner + Jahr, Stephan Schäfer folgt.


Gruner + Jahr kriegt einen neuen Boss: Julia Jäkel, seit 2013 Chefin von Gruner + Jahr, verlässt den Verlag und Bertelsmann "freundschaftlich und auf eigenen Wunsch". Ihr folgt als neuer CEO von Gruner + Jahr Stephan Schäfer. Neben Schäfer bleibt Oliver Radtke als COO an Bord, die beiden bilden das verbliebene Führungsduo von Gruner + Jahr. Beide gehören seit 2013 der Geschäftsführung an. Schäfer bleibt zudem Geschäftsführer Inhalte & Marken der Mediengruppe RTL Deutschland. Er rückt außerdem für Jäkel in das sogenannte Group Management Committee von Bertelsmann. Bernd Reichart, CEO der Mediengruppe RTL Deutschland, übernimmt für Jäkel die Bertelsmann Content Alliance zusätzlich zu seinen bisherigen Funktionen. Arne Wolter, Digitalchef bei Gruner + Jahr, verlässt den Verlag ebenfalls.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagt: "Ich bedauere die Entscheidung von Julia Jäkel, ihre Funktionen bei Gruner + Jahr und Bertelsmann niederzulegen. Sie hat G+J in den vergangenen Jahren von einem klassischen Zeitschriftenverlag in ein modernes, digitales Medienunternehmen transformiert und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitgenommen." Julia Jäkel schreibt in einem auf Linked-in veröffentlichten Brief an die Mitarbeiterinnen: "Mein Schritt, G+J zu verlassen, ist eine ganz persönliche Lebensentscheidung. Das vergangene Jahr hat auch bei mir Gedanken darüber ausgelöst, was das Leben noch mit einem anstellen kann. Diesen Gedanken möchte ich nun mehr Raum geben." Sie verlasse das Unternehmen "voller Dankbarkeit".

Mit Schäfer an der Spitze wachsen RTL und Gruner + Jahr weiter zusammen. Vor rund einem Monat hat Bertelsmann-Boss Rabe im "Spiegel" bereits angekündigt, dass eine Fusion von Gruner + Jahr und RTL möglich sei. Darüber sei "noch nicht entschieden", Rabe hielt es auch für denkbar "nur einige Geschäftsbereiche zu vereinen".
guj.de, presseportal.de, linkedin.com, turi2.de (Background)

Springer: Julian Reichelt bleibt “Bild”-Chef, Alexandra Würzbach wird ihm gleichberechtigt zur Seite gestellt.


Freispruch für Reichelt: Julian Reichelt bleibt Chef der "Bild", teilt Springer mit. Der Vorstand habe auf Basis des Untersuchungsbericht des Compliance-Verfahrens beschlossen, "dass Julian Reichelt seine Arbeit fortsetzt und die am 12. März 2021 auf Wunsch von Julian Reichelt erfolgte Freistellung mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird". Gleichzeitig stellt "Bild" seine Führung neu auf. Alexandra Würzbach, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" und während Reichels Freistellung Interims-Chefin, wird gleichberechtigte Vorsitzende der "Bild"-Chefredaktionen. In der neuen Position soll sie sich schwerpunktmäßig um "das übergreifende Personal- und Redaktionsmanagement" kümmern – also explizit den Bereich, in dem es Kritik an Reichelt gab. Auch die "Bild am Sonntag" verantwortet sie weiter. Reichelt hingegen soll seine Schwerpunkte künftig auf die "Bild" in Bewegtbild, Digitalformaten und Print legen. Zu den gegen Reichelt erhobenen Vorwürfen schreibt Springer: "Julian Reichelt hat die Vermischung von beruflichen und privaten Beziehungen eingeräumt". Entgegen der in einigen Medien kolportierten Darstellung habe es keine Vorwürfe und auch im Untersuchungsverfahren keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung gegeben.

Springer-Chef Mathias Döpfner sagt: "Wir sind nach gründlicher Abwägung zur Überzeugung gelangt, dass es richtig ist, dass Julian Reichelt nun in einer Doppelspitze mit Alexandra Würzbach seine Arbeit fortsetzen kann. Er hat Fehler gemacht." Eine Trennung wäre aber "unangemessen" gewesen. Döpfner sagt: "Auch wenn es keinen rechtlichen Handlungsbedarf gibt, besteht Änderungsbedarf bei der Führungskultur in der Redaktion." Julian Reichelt selbst lässt sich zitieren mit den Worten: "Ich weiß, ich habe im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen Fehler gemacht und kann und will das nicht schönreden. Was ich mir vor allem vorwerfe ist, dass ich Menschen, für die ich verantwortlich bin, verletzt habe. Das tut mir sehr leid." Er sei froh, wieder in die Redaktion zurückkehren zu können und wolle künftig gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern "eine neue Unternehmenskultur" schaffen.
axelspringer.com,
spiegel.de, faz.net, tagesschau.de, taz.de, turi2.de (Background)

Springer stellt Julian Reichelt auf dessen Bitte hin frei.


Freigestellt: Springer entbindet "Bild"-Chef Julian Reichelt bis auf Weiteres von seinen Aufgaben. Das teilt der Verlag mit. Die Freistellung erfolge auf Bitte von Reichelt, "um eine ungestörte Aufklärung sicherzustellen und die Arbeit der Redaktion nicht weiter zu belasten". Die Redaktion übernimmt zunächst Alexandra Würzbach, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag". T-Online und der "Spiegel" zitieren aus einer Stellungnahme von Reichelt in einem Slack-Kanal zu den Vorwürfen gegen ihn: "Die Vorwürfe sind falsch. Ich werde mich gegen die wehren, die mich vernichten wollen, weil ihnen 'Bild' und alles, wofür wir stehen, nicht gefällt. Die über mich schreiben, ohne mich vorher anzuhören, weil meine Antworten ihnen noch nie gepasst haben." Seine Freistellung solle "dazu beizutragen, unangreifbare Aufklärung zu betreiben". Reichelt schreibt dazu: "Ich habe immer alles dafür getan, dass es 'Bild', dass es uns gut geht und das tue ich auch heute, auch wenn es mir unendlich schwerfällt."

Springer betont, dass die Untersuchungen gegen Reichelt noch nicht abgeschlossen sind und schreibt in der Stellungnahme: "Wenn aus Hinweisen Beweise werden, handelt der Vorstand. Diese Beweise gibt es bisher nicht." Gegen den "Bild"-Chef läuft derzeit ein Compliance-Verfahren, weil ihm mehrere Mitarbeiterinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen u.a. Machtmissbrauch und das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen vorwerfen. Am Freitag hatte der "Spiegel" berichtet, dass mehrere potenzielle Zeuginnen im Verfahren auf Raten ihrer Anwältinnen nicht aussagen wollen, solange Reichelt nicht freigestellt ist.
axelspringer.com, t-online.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Co-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron verlässt den “Tagesspiegel”.


Bye-Bye, Blumencron: Nach drei Jahren beim "Tagesspiegel" setzt Co-Chefredakteur und Regatta-Fan Mathias Müller von Blumencron, 60, die Segel neu und verlässt Berlin (das somit wieder alleiniges Nautik-Gebiet eines anderen Schiffers ist), schreibt Ulrike Simon. Lorenz Maroldt, 58, bleibt Chefredakteur und bildet künftig eine Doppelspitze mit Christian Tretbar, 42, der bisher Vize-Chefredakteur und Mitglied der Geschäftsleitung ist. Mit Tretbars Berufung wird laut Verlag "die strategische Fokussierung der Tagesspiegelgruppe auf eine konsequente Subscription-Strategie" vorangetrieben.

Blumencron wechselte 2018 von der "FAZ" zum "Tagesspiegel", er war Digitalchef der Zeitung. Herausgeber Sebastian Turner soll ihn persönlich berufen haben. Er verließ die Zeitung allerdings 2020, und widmet sich nun ganz seinem Medien-Startup Trafo. Verleger Dieter von Holtzbrinck wünscht "dem immer neue Ufer Suchenden" von Blumencron in der Pressemeldung "weiterhin das Glück des Tüchtigen."
horizont.net, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

“stern”, “Capital” und “Business Punk” fusionieren Hauptstadtbüro unter Leitung von Horst von Buttlar.


Punkiger Capital-Stern: Gruner + Jahr gründet ein gemeinsames Hauptstadtbüro für seine Magazine "stern", "Capital" und "Business Punk". Die Leitung des Teams, das im März mit 35 Journalist*innen für Print und Online die Arbeit aufnimmt, übernimmt "Capital"-Chefredakteur Horst von Buttlar. Er wird gleichzeitig Mitglied der "stern"-Chefredaktion. Unter von Buttlars Führung entsteht künftig die gesamte Berichterstattung über die deutsche Politik und Wirtschaft für "stern", "Capital" und "Business Punk".

Das neue Hauptstadt-Team besteht aus den bisherigen Mitarbeitenden des Berliner Büros des "stern" sowie Reporter*innen von "Capital". Die Politik- und Wirtschafts-Journalist*innen des "stern", die derzeit in Hamburg arbeiten, sollen "zum Großteil" andere Aufgaben beim Magazin erhalten. Gruner + Jahr schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus, sie "sollen weitestgehend vermieden werden".
guj.de, horizont.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.de: Wie geht's dem Kapital, Horst von Buttlar? (04/2020):

Brexit-Deal: EU und Großbritannien einigen sich.

In letzter Minute: Die EU und Großbritannien starten mit einem Handelsabkommen ins neue Jahr. Die Einigung kommt kurz vor Ablauf der Frist zum Jahreswechsel zustande und kann nicht mehr rechtzeitig ratifiziert werden. Sofern alle EU-Staaten zustimmen, wird es aber vorläufig angewendet. Ein sogenannter "Hard Brexit" ist damit vom Tisch. Streitpunkte waren bis zuletzt das Wettbewerbsrecht und die Fischerei.
sueddeutsche.de, faz.net, welt.de

BVerfG lehnt vorläufige Erhöhung des Rundfunkbeitrags per Eilantrag ab.


Für eine Handvoll Euro: ARD, ZDF und Deutschlandradio scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihren Eilanträgen, mit denen sie die Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent zum Jahreswechsel vorläufig anordnen lassen wollten. Die Richter*innen bemängeln, die Rundfunkanstalten hätten nicht ausreichend begründet, dass ihnen vor der endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren schwere Nachteile entstehen. Die Sender hatten argumentiert, dass sich ohne die geplante Erhöhung der Gebühren ab Januar ihr Angebot verschlechtern werde, was die Rundfunkfreiheit verletzte. Die Entscheidung bezieht sich nur auf das Eilverfahren. Die reguläre Klage der Anstalten ist erst später Verhandlungsgegenstand.

Im Hauptverfahren wird das Gericht darüber entscheiden, ob die Weigerung Sachsen-Anhalts, den neuen Rundfunkstaatsvertrag zu ratifizieren, die Rundfunkfreiheit verletzt. Die Kläger argumentieren, dass eine bedarfsgerechte Finanzierung sichergestellt sein muss. Das Deutschlandradio will nun zunächst kurzfristige Sparmaßnahmen umsetzen. Der Bedarf wurde durch die unabhängige Kommission KEF errechnet. Medienpolitische Fragen dürften bei der Festsetzung des Beitrags keine Rolle spielen, so die Kläger.
tagesschau.de, spiegel.de, spiegel.de (Sparmaßnahmen), turi2.de (Background)

Uwe Vorkötter und Volker Schütz verlassen “Horizont”-Chefredaktion, Eva-Maria Schmidt übernimmt.


Neuer Stern am "Horizont": Der Deutsche Fachverlag vollzieht beim Marketing-Fachblatt Horizont den Generationswechsel. Uwe Vorkötter (Foto rechts), 67, Chefredakteur der Print-Ausgabe, gibt seinen Posten nach sieben Jahren ab, auch Volker Schütz (Foto links) seit 30 Jahren in der Redaktion, seit 20 Jahren als Online-Chef, verlässt die Chefredaktion. Künftig verantwortet Eva-Maria Schmidt (Foto Mitte), 53, Online und Print als alleinige Chefredakteurin.

Schmidt ist seit mehr als 20 Jahren bei "Horizont", seit 2004 in Führungsaufgaben, außerdem ist sie eine profilierte Event-Moderatorin. Seit 2019 wirkt sie außerdem als Vize-Chefredakteurin. Vorkötter soll künftig weiter als Autor für "Horizont" schreiben, repräsentative Aufgaben übernehmen und die Geschäftsführung des dfv beraten. Volker Schütz hat sich in den vergangenen Monaten als eifriger Video-Interviewer der Marketing-Branche verdient gemacht und soll nun passenderweise "bereichsübergreifende Contentformate" für Online und Events entwickeln. (Fotos: "Horizont", dpa)
horizont.net

Mehr von Uwe Vorkötter bei turi2.tv: Nachhaltigkeit und Verantwortung – Uwe Vorkötter über das Ende der Werbelügen. (6/2019)


Rundfunkgebühr: Reiner Haseloff verhindert Abstimmung über den Staatsvertrag.

Rundfunkgebühr: Die geplante Erhöhung ist vorerst gestoppt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verhindert eine Abstimmung über den neuen Rundfunkstaatsvertrag, meldet der "Spiegel". Damit gibt es eine vorläufige Entscheidung im Koalitionsstreit zwischen CDU, SPD und Grünen. Während Haseloffs CDU - wie die oppositionelle AfD - den Staatsvertrag wegen der Erhöhung der Gebühren ablehnt, sind SPD und Grüne dafür. Der Vertrag wird ohne die Zustimmung des Bundeslandes damit nicht ratifiziert. Den Anstalten steht nun der Rechtsweg offen. Die Sender haben bereits angekündigt, diesen bestreiten zu wollen. Auch andere Bundesländer erwägen Klagen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer bekommt Notfallzulassung in Großbritannien.

Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erhält in Großbritannien eine temporäre Notfallzulassung. Es ist das erste Land der Welt, das dem Impfstoff grünes Licht gibt. Rund 10 Mio Impfdosen sollen in Kürze verfügbar sein, die ersten schon in "einigen Tagen". Insgesamt hat sich Großbritannien 40 Mio Impfdosen gesichert. Weitere Zulassungsanträge u.a in der EU und den USA laufen noch.
faz.net, bbc.com

Ex-“Spiegel”-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer soll MDR-Programmdirektor werden.

Von New York nach LE: Der MDR holt Ex-"Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer als Programmchef nach Leipzig, berichtet zuerst Ulrike Simon bei "Horizont". Eine Sendersprecherin bestätigt auch dem "Spiegel", dass Intendantin Karola Wille Brinkbäumer für den Posten vorschlagen will. Entscheiden muss der Rundfunkrat, der am Montag tagt. Sollte Brinkbäumer gewählt werden, wovon Simon ausgeht, werde er seinen neuen Job bereits am 15. Januar 2021 antreten. Er folgt auf Wolf-Dieter Jacobi, der den MDR im Sommer überraschend verlassen hat. Auch Leitung der Programmdirektion in Halle wird neu besetzt: Die bisherige MDR-Fernsehspielchefin Jana Brandt übernimmt für Katja Wildermuth, die Intendantin des Bayerischen Rundfunks wird.

Mit Brinkbäumer holt sich Wille "ein Renommee und eine publizistische Kraft" ins Haus, "die kaum einer dem MDR je zugetraut hätte", schreibt Simon. Nach seiner Demission als "Spiegel"-Chefredakteur 2018 hat Brinkbäumer gut zwei Jahre in den USA gelebt, erst Ende September ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Spuren in der ARD hat er zuletzt als Co-Autor der TV-Doku Im Wahn – Trump und die Amerikanische Katastrophe hinterlassen, die er zusammen mit Stephan Lamby produziert hat. In Folge war Brinkbäumer als USA-Experte regelmäßiger Gast in Talkshows und Hörfunksendungen. (Foto: Eventpress / Picture Alliance)
horizont.net (Paid), spiegel.de

“Spiegel”: Sachsen-Anhalt stimmt nicht über Rundfunkbeitrag ab.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will die für Mitte Dezember geplante Abstimmung über die Erhöhung im Landtag absagen, berichtet der "Spiegel". Stattdessen wolle Haseloff den Rundfunkstaatsvertrag nachverhandeln und sich dafür in der Rundfunkkommission der Länder stark machen. Ein entsprechender Antragsbeschluss der Staatskanzlei soll am Mittwoch vor den Medienausschuss gebracht werden. Stimmt dieser zu, entfällt die Abstimmung.

Obwohl Sachsen-Anhalt den Vertrag somit nicht abgelehnt hätte, wäre er auch nicht ratifiziert, geben die Grünen laut "Spiegel" zu bedenken. Sie halten stattdessen auch ein Durchwinken des Vertrags mit Stimmen der Linkspartei und Teilen der CDU-Fraktion für denkbar. Der Streit um die Beitragserhöhung hat sich zu einer Zerreißprobe für die Kenia-Koalition im Bundesland entwickelt. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Landtag gibt es aber keine Alternativen ohne AfD-Beteiligung.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Bertelsmann übernimmt den US-Buchverlag Simon & Schuster.


König der Buchwelt: Markus Dohle kann einen weiteren, wolkenkratzerhohen Erfolg verbuchen – Bertelsmann shoppt den US-Buchverlag Simon & Schuster, bisher in der Auslage des Medienkonzerns Viacom CBS. Gütersloh legt stolze 2,175 Mrd Dollar in bar für die vollständige Übernahme auf den Tisch und integriert den Verlag als eigene Einheit unter dem Dach von Penguin Random House, dem Reich von Dohle. Bertelsmanns Buch-König ist ein Überzeugungstäter, im großen Interview mit turi2 sagte er 2019: "Leute, die sagen, das Buch ist tot, schauen nicht auf die Daten und Fakten." Den Beweis, dass sich mit Büchern Millionen verdienen lassen, trat Dohle nicht zuletzt mit den Bestsellern von Michelle und Barack Obama an.

Die Führung von Simon & Schuster lässt Bertelsmann zunächst, wie sie ist: Jonathan Karp bleibt Chef, Dennis Eulau verantwortet die Finanzen. Der Verlag macht 85 % seiner Umsätze in den USA. 2019 erwirtschafteten rund 1.500 Mitarbeitende 814 Mio Dollar Umsatz. Zu den Star-Autor*innen von Simon & Schuster zählen Hillary Clinton, John Irving, Stephen King und Bob Woodward. Bereits Ende September hatte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe der "FAZ" gesagt, dass sein Konzern eine Übernahme von Simon & Schuster erwäge. Nun nennt er die Übernahme einen "strategischen Meilenstein" zur Stärkung der globalen Inhaltegeschäfte. "Das Buchgeschäft ist für Bertelsmann identitätsstiftend", so Rabe. (Foto: Johannes Arlt)
handelsblatt.com (Paid), buchmarkt.de, turi2.de (Background), turi2.de/edition/dohle (großes Interview, 2019)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Markus Dohle im Erfolgs-Fragebogen (05/2019)

“Handelsblatt”: Sven Afhüppe geht, Sebastian Matthes wird neuer Chefredakteur.


So wendet sich das "Handelsblatt": Chefredakteur Sven Afhüppe (rechts) verlässt das "Handelsblatt". Er geht zum Jahreswechsel wegen "unterschiedlicher Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung des 'Handelsblatts'", wie der Verlag mitteilt. Er wirkt seit 2006 bei der Wirtschaftszeitung und stieg 2015 – noch unter Gabor Steingart – zu deren Chefredakteur auf. Nun will er sich nicht näher genannten "neuen Aufgaben" außerhalb der Handelsblatt Media Group widmen. Afhüppes Erbe tritt Digitalchef Sebastian Matthes (links) an.

Der Neu-Chefredakteur bekommt mit Dienstantritt einen Herausgeberbeirat zur Seite gestellt. Ihm vorstehen wird Bert Rürup, der bereits das Handelsblatt Research Institut führt. Zudem sollen dem Beirat weitere "Persönlichkeiten aus Publizistik und Wirtschaft mit unterschiedlichen Professionen und Perspektiven angehören". Matthes kam 2017 von Burdas inzwischen beerdigter Huffington Post nach Düsseldorf.
handelsblattgroup.com, turi2.de/koepfe (Profil Afhüppe), turi2.de/koepfe (Profil Matthes)

Schauspieler und Komiker Karl Dall, 79, ist tot.


Knall auf Dall: Karl Dall, 79, ist tot. Der Schauspieler und Komiker ist am Montag in Folge eines Schlaganfalls gestorben, von dem er sich nicht wieder erholt hat, teilt seine Familie der dpa mit. Noch Anfang November stand in der ARD-Vorabendserie "Rote Rosen" in Lüneburg vor der Kamera. Am 11.November erlitt er einen Schlaganfall und kam ins Krankenhaus. Die Produktion wurde unterbrochen, die Drehbücher umgeschrieben. Bekannt wurde Karl Dall u.a durch Sketche in Verstehen Sie Spaß?, seine RTL-Blödel-Show Dall-As sowie den Sat.1-Nachfolger Jux und Dallerei. Für ein Jahr war Dall auch Ensemble-Mitglied bei 7 Tage, 7 Köpfe. Dalls Markenzeichen war sein hängendes rechtes Auge, die Folge einer angeborenen Lidmuskelschwäche. Auge zu und durch nannte er folglich seine Autobiografie.

Bei Twitter verabschiedet sich Komiker Wigald Boning mit den Worten: "Karl war einer der angenehmsten Anarchisten, denen ich in meinem Leben begegnen durfte". Parodist Oliver Kalkofe nennt Dall einen "Gott des kauzigen Kalauers & lässigen TrashHumors. Vor allem aber ein absolutes Unikat." Männchen-Maler Peter Bulo Böhling erinnert sich an einen "der coolsten, entspanntesten Interviewpartner, den ich je hatte". In dem "sehr humorvollen Gespräch über seinen Tod" sagte Dall 2016, er wolle auf See über Bord gekippt werden: "Vermutlich bin ich das lustigste Fischfutter des 21. Jahrhunderts!" Und "Zeit-Magazin" Christoph Amend kommentiert: "Gott muss sich jetzt ein paar Sprüche anhören."
(Archivfoto von einem Auftritt im März 2019 in Görlitz: Matthias Wehnert/ Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
bild.de, t-online.de, ndr.de, rnd.de, stern.de (Nachruf)




DWDL: Tanit Koch verlässt RTL nach weniger als zwei Jahren wieder.


Das Inhalteherz kocht nicht mehr: Die Mediengruppe RTL und Tanit Koch, Geschäftsführerin von n-tv und Chefredakteurin des zentralen RTL-Newsrooms, gehen getrennte Wege, berichtet zuerst DWDL. Auch Meedia und die dpa berichten von dem Abgang. Koch werde die Sender­gruppe weniger als zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt in Köln verlassen. Aus Köln-Deutz hört DWDL-Chef Thomas Lückerath, es habe offenbar "unterschiedliche Auffassungen über den Führungsstil" gegeben. Die Trennung kommt überraschend: Noch am Sonntagmittag saß Koch als Vertreterin von RTL und n-tv im "ARD-Presseclub". Erst vor zwei Wochen wurde sie als zweite Moderatorin des Podcasts Die Stunde Null der Bertelsmann-Audio-Alliance vorgestellt.

Anfang 2021 vereint die Mediengruppe RTL ihre Tochter InfoNetwork, die Nachrichten und Magazin-Sendungen im TV produziert, mit Teilen der bisherigen Digital-Tochter RTL Interactive unter dem Dach der RTL News GmbH. Dieses "Inhalteherz", wie RTL es stets blumig umschrieb, um den Negativ-Begriff "Zentralredaktion" zu umschiffen, sollte Koch eigentlich leiten. Nun geht sie von Bord, bevor es richtig losgeht.
dwdl.de, meedia.de, rnd.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Tanit Koch über ihren Job bei RTL. (10/2019)

Star-Friseur Udo Walz, 76, ist tot.


Ade Udo: Star Friseur Udo Walz, 76, ist tot. Das teilte sein Ehemann Carsten Thamm-Walz der "Bild" mit. Nach einem Diabetes-Schock war Udo Walz ins Koma gefallen und um die Mittagszeit gestorben. Er galt als Deutschlands bekanntester Promi-Friseur, betreute Stars wie Marlene Dietrich und Claudia Schiffer. Auch Angela Merkel nahm regelmäßig bei ihm Platz. In Berlin betrieb er mehrere Salons, in denen er bis zuletzt noch eigenhändig tätig war. Zudem vertrieb er eine eigene Produktlinie mit Haarpflegemitteln.

Walz war neben seiner Tätigkeit als Unternehmer auch Buchautor und eine profilierte Person des öffentlichen Lebens. So hatte er eine eigene Rubrik in der mittlerweile eingestellten Sendung "Circus HalliGalli", deren Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt sich auf Twitter von ihrem “Begleiter und Freund” verabschiedeten. Auch TV-Parodist Oliver Kalkofe, der Walz häufig verkörpert hatte, bedankte sich "für alle die herrlichen Vorlagen" und seine selbstironische Art. Zudem war Walz Gast in TV-Shows und hatte kleine Rollen in Sendungen wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" oder "Pastewka".
bild.de, rtl.de

“Schöner Wohnen”-Chefredakteurin Bettina Billerbeck verlässt Gruner + Jahr.

Wohnung frei: Bettina Billerbeck, Chefredakteurin bei "Schöner Wohnen", verlässt Gruner + Jahr zum Jahresende, um sich "beruflich neu" zu orientieren, wie der Verlag schreibt. Über die Nachfolge will G+J "in den kommenden Tagen" informieren. Billerbeck ist seit 2013 Chefredakteurin beim Einrichtungsmagazin. Zuvor war sie zwei Jahre Chefredakteurin von "Living at home". Von 2009 bis 2011 führte sie für Bauer die "Maxi".
presseportal, turi2.de/koepfe (Profil Billerbeck)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bettina Billerbeck, Chefredakteurin “Schöner Wohnen”, findet bei Ikea immer was. (11/2016)

Hannah Suppa wird neue Chefredakteurin der “Leipziger Volkszeitung”.

Madsack macht Hannah Suppa, 37, zur Chefredakteurin der "Leipziger Volkszeitung". Ihr Vorgänger Jan Emendörfer, 57, wechselt konzernintern in die Hauptstadtredaktion des Redaktionsnetzwerks Deutschland, wo er als Chefkorrespondent für Osteuropa und Russland wirken soll. Suppa ist derzeit Chefredakteurin Digitale Transformation und Innovation im Regionalen bei Madsack und wird diese Funktion auch weiter ausführen. Zuvor war sie Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".
madsack.de

EU-Vertrag mit Biontech steht vor dem Abschluss.

Corona-Impfstoff: Die EU sichert sich 200 Mio Impfdosen des Corona-Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer sowie die Option auf weitere 100 Mio, berichtet "Bild". Der Vertrag sei "ausgehandelt und fertig" und soll morgen abgeschlossen werden. Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, sagt im Interview mit Phoenix, die Verträge würde "in den nächsten Stunden unterschrieben" und morgen durch Kommissionsbeschlüsse "rechtlich verankert".
bild.de, tagesschau.de, phoenix.de (7-Min-Video)

“Süddeutsche”-Gesellschafterin Anneliese Friedmann, 93, ist tot.

Anneliese Friedmann, 93, ist tot. Die Gesellschafterin der "Süddeutschen Zeitung" und langjährige Verlegerin der Münchner "Abendzeitung" ist am Samstag in München gestorben. Anneliese Friedmann war ab 19848 erst Volontärin und später Redakteurin bei "Süddeutschen", heiratete Chefredakteur Werner Friedmann und wechselte nach dessen Tod 1969 in den Kreis der Gesellschafter. Bundesweit bekannt wurde sie in den 1960er-Jahren als Kolumnistin "Sibylle" im "stern".
sueddeutsche.de

Joe Biden und Kamala Harris gewinnen Wahl – Trump verliert Rückhalt.

Presidents elect: Joe Biden und Kamala Harris haben die Wahl in den USA gewonnen. Durch den Sieg im Bundesstaat Pennsylvania können sie mehr als die nötigen 270 Wahlleute auf sich vereinigen. Harris wird damit erste Vizepräsidentin der US-Geschichte. In ihrer Ansprache am Samstagabend in Wilmington, Delaware, sagt die Juristin vor jubelndem Live-Publikum, sie werde nicht die letzte bleiben: "Weil jedes kleine Mädchen, das heute Abend zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist." Sie zitiert den verstorbenen Bürgerrechtler und Kongressabgeordneten John Lewis mit den Worten: "Demokratie ist kein Staat, sie ist ein Akt." Die Wähler*innen hätten sich für Wissenschaft und Wahrheit entschieden. Biden gestaltet seine Rede weniger mitreißend als seine Amtskollegin. Von seinen 77 Jahren versucht er abzulenken, indem er zum Rednerpult joggt. Inhaltlich reicht er wie erwartet den Trump-Anhänger*innen die Hand und ruft dazu auf, wieder zusammen zu finden. "Es war eine Rede, wie sie das Land in vier Jahren nicht mehr mit so mächtiger Stimme gehört hat", schreibt Carsten Luther in der "Zeit". Biden habe "staatsmännisch, klar, versöhnlich" gesprochen. Tausende Menschen auf den Straßen der USA feiern den Biden-Sieg – nicht immer Corona-konform.

Indes verliert der künftige Ex-Präsident Donald Trump allmählich jeden Rückhalt. Selbst die "Bild" nennt Trumps Gehabe einen "Abgang ohne Anstand" und schreibt, er könnte als "schlechtester Verlierer in die Geschichte Amerikas eingehen". (Foto: UPI Photo / Imago Images)
npr.org (Rede Biden, 16-Min-Audio), abcnews.com (Rede Harris, 11-Min-Video), zeit.de (Analyse Biden-Antritt), welt.de (Paid), bild.de (Trump), theguardian.com (So berichten Medien weltweit)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Thomas Oppermann, 66, ist tot.

Thomas Oppermann, 66, ist tot. Der SPD-Politiker und Bundestags-Vizepräsident starb überraschend am Sonntag. Zuvor war er in Göttingen kurz vor einer Live-Schaltung in die ZDF-Sendung "Berlin direkt" zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Thomas Oppermann war seit 2005 Mitglied des Bundestags, Ende August kündigte er an, 2021 nicht erneut zu kandidieren. Oppermann hinterlässt seine Ehefrau und vier Kinder.
rtl.de, bild.de, presseportal.de (ZDF-Mitteilung)

Bauer: Finanzchef Harald Jessen und Kommunikationschef Arnd Wagner gehen.

Bauer und Finanzchef Harald Jessen (Foto) sowie Kommunikationschef Arnd Wagner gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer schreibt an die Belegschaft: "Es ist immer bedauerlich festzustellen, dass die individuellen Wünsche einzelner Mitarbeiter*innen und die aktuellen Bedürfnisse des Unternehmens nicht mehr zusammenpassen." Sie dankt den beiden Führungskräften für ihre Einsätze. Die Bauer-Pressestelle betont den freundschaftlichen Abschied. Für Wagner hatte Bauer vor zwei Jahren den Posten des globalen Kommunikationschefs geschaffen, Harald Jessen war seit 2016 der erste CFO des Verlags. Für beide suche Bauer Nachfolger*innen, einstweilen übernimmt Personalchefin Andrea Mohnsame die Rolle von Kommunikator Wagner, für Jessen springt Sarah Vickery, Finanz- und Strategie-Chefin in Großbritannien, ein.
wuv.de

Burda baut um – und bündelt das Verlagsgeschäft.


Zurück zu den Wurzeln: Burda stellt sich zum Jahreswechsel neu auf und unterscheidet künftig nur noch zwischen dem Verlagsgeschäft und der Digital-Einheit BurdaForward. Die bisherigen Profit-Center BurdaStyle, BurdaNews, BurdaHome, Burda Life und BurdaStudios gehen im neuen Burda Verlag auf. Im Vorstand sollen sich CEO Paul-Bernhard Kallen, Schwerpunkt BurdaForward, und Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte (Foto Mitte), Schwerpunkt Verlag, gemeinsam um das publizistische Geschäft kümmern. Die verantwortlichen Köpfe in der Ebene darunter bleiben die gleichen wie bisher, allerdings mit zum Teil neuen Aufgaben: Manuela Kampp-Wirtz (Foto: 4.v.l.) verantwortet als Chief Publishing Officer Fashion, Lifestyle, News, Food und die TV-Magazine. Sie kümmert sich auch um News, die bisher Burkhard Graßmann (Foto: 1.v.l.) verantwortete. Graßmann kümmert sich als CMO um die Vermarktung und Innovation. Kay Labinsky (1.v.r) wirkt als Chief Publishing Officer für Entertainment, Women, Living, Garten und Gesundheit. Elisabeth Varn verantwortet als Chief Financial Officer und Chief Operations Officer technische Themen, den Vertrieb und Kaufmännisches.

Das Unternehmen erhofft sich Synergien durch die Bündelung im neuen Verlag, den "gezielten Ausbau bestehender Geschäfte" und "die Erschließung neuer Geschäftsfelder". Burda-Vorstand Philipp Welte nennt den Schritt einen "neuen Verlag für eine neue Zeit". Um eine Restrukturierungsmaßnahme mit dem Ziel des Stellenabbaus handele es sich nicht. Die Standorte in Offenburg und München bleiben. Einzelne Stellenstreichungen seien unvermeidbar.

Die Online-Arme von "Bunte", "TV Spielfilm" und "Fit for Fun" wandern zur Digitaltochter Burda Forward. Sie agiert weiter eigenständig, verändert aber die Struktur und bildet "crossfunktionale Teams". Die Websites sollen weiter konsequent auf Reichweilte setzen. (Foto: Burda)
clap-club.de, meedia.de, burda.com

Aus dem turi2.tv-Archiv (02/2019): "Print wird leider unterschätzt" – Burkhard Graßmann im Strategie-Gespräch.



Aus dem turi2.tv-Archiv (04/2018): Burda-Vorstand Philipp Welte redet mit allen über alles.



Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): Manuela Kampp-Wirtz: "Unsere Influencer sitzen in der Redaktion."

Jens Spahn positiv auf Corona getestet.

Gesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, gibt sein Ministerium bekannt. Er habe sich in häusliche Isolation begeben und zeige bisher nur Erkältungssysmptome. Kontaktpersonen würden informiert. Weil Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten worden seien, muss das Bundeskabinett  nicht gesammelt in Quarantäne, sagt ein Regierungssprecher.
spiegel.de, sueddeutsche.de

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania sind Corona-positiv.

Viral Office: US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania sind positiv auf Corona getestet worden, teilt Trump bei Twitter mit. Zuvor war Trumps enge Mitarbeiterin Hope Hicks positiv getestet worden. Sie war am Dienstag mit Trump im Präsidenten-Flugzeug Air Force One unterwegs. Mittlerweile heißt es, Trump zeige bislang nur milde Symptome. Vizepräsident Mike Pence wurde indes negativ getestet.
spiegel.de, cnbc.com, cnn.com, spiegel.de (Pence), turi2.de (Background)

Funke lässt Sprecher der Geschäftsführung “rollieren”.


Sprecher wechsel dich: Die Funke Mediengruppe macht ihre drei Geschäftsführer Andreas Schoo (Bild, Mitte), Michael Wüller (Bild, rechts) und Neuzugang Christoph Rüth (Bild, links) künftig abwechselnd zu "Sprechern der Geschäftsführung", berichtet zuerst Ulrike Simon bei Horizont.net. Inzwischen hat Funke das neue Prinzip bestätigt und den Abgang von Zeitungs-Geschäftsführer Ove Saffe, sowie den Eintritt seines Nachfolgers Rüth offiziell gemacht. Unklar ist, wie lange jeder Chef den Sprecher-Hut tragen soll. Geklärt ist dagegen, dass Andreas Schoo beginnt.

Auch die Zuständigkeiten der Geschäftsführer stehen nun fest: Christoph Rüth, der am 1. Oktober in Essen anfängt, übernimmt wie Vorgänger Ove Saffe die Zeitungen und deren Online-Angebote sowie die Vermarktung. Bei Andreas Schoo liegen künftig noch die Zeitschriften und die Reichweiten-Portale (u.a. derwesten.de) sowie Teile der Vermarktung. Michael Wüller verantwortet Logistik, Druck, Personal und Recht.

Laut Pressemitteilung geht Saffe in Essen "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Verlegerin Julia Becker verabschiedet den scheidenden Manager mit warmen Worten: Er habe "die Regionalzeitungen unseres Verlages behutsam und immer mit einem Blick auf die Belange der Redaktionen umstrukturiert". Der Verlag sei ihm "zu großem Dank verpflichtet". Saffe war 2015 zu Funke gekommen, zunächst als Geschäftsführer von "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost". 2018 stieg er in die Konzerngeschäftsführung auf.
horizont.net (Paid), meedia.de, funkemedien.de

Türkisches Gericht verurteilt Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.


Urteil in Abwesenheit: Ein Gericht in Istanbul verurteilt den "Welt"-Journalisten und früheren Türkei-Korrespondenten Deniz Yücel zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Propaganda für die Gülen-Bewegung ist er dagegen freigesprochen worden. Yücel selbst war bei der Verkündung des Urteils nicht anwesend. Von Februar 2017 bis Februar 2018 saß er insgesamt 367 Tage ohne Anklage in türkischer Haft. Seine Inhaftierung hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet. Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich im direkten Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für Yücels Freilassung eingesetzt.

Erst nach seiner Freilassung und der Ausreise nach Deutschland hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Yücel erhoben. Als Belege dienten Artikel von ihm in der "Welt", darunter ein Witz über das Verhältnis von Kurden und Türken. In einem Kommentar bei Welt.de nennt Yücel die Entscheidung "ein politisches Urteil, wie die ganze Geschichte meiner Verhaftung politisch motiviert war". Dass die Richter sich entschieden hätten, "lieber das Verfassungsgericht bloßzustellen als den Staatspräsidenten" zeige einmal mehr, "wie es um die Rechtsstaatlichkeit in diesem Land bestellt ist: erbärmlich".

Der DJV spricht von einem "Willkürurteil, das kritische und unabhängige Berichterstattung dauerhaft kriminalisiert". Der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fordert das Auswärtige Amt zu diplomatischen Konsequenzen gegenüber der Türkei auf. Die Bundesvorsitzende der DJU in Verdi, Tina Groll, sieht in der Entscheidung einen "Abgesang auf die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei". Der Geschäftsführer der Organisation Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, kommentiert: "Dass die türkische Justiz an dem absurden Vorwurf der Terrorpropaganda festhält und Yücel zu fast drei Jahren Haft verurteilt, zeigt, wie politisiert und willkürlich diese ist." (Foto: picture alliance / Sven Simon)
sueddeutsche.de, spiegel.de, welt.de (Kommentar Yücel), djv.de, dju.verdi.de, reporter-ohne-grenzen.de

Dmexco findet 2020 doch nur digital statt.


Die Messe ist gelesen: 2020 wird es keine klassische Dmexco geben. Die Organisatoren teilen mit, dass die für den 23. und 24. September geplante Messe nur digital stattfinden wird. "Viele Aussteller sind aus Sorge um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Kunden und angesichts der Reiserestriktionen einzelner Länder und Unternehmen noch nicht bereit für eine Messe vor Ort", begründet Christoph Werner von der Koelnmesse die Absage und den Kurswechsel. Auch die aktuellen Nachrichten um neue Infektionsfälle in Nordrhein-Westfalen hätten eine Rolle gespielt. Neben der Dmecxo sagt die Koelnmesse auch alle weiteren eigenen Veranstaltungen bis Ende Oktober ab. Das betrifft die Gartenmesse spoga+gafa, die Messe für Baybausstattung Kind + Jugend, die Arbeitswelten-Messe Orgatec und die Kaffee-Messe Euvend & Coffeena.

Erst vergangene Woche hatten die Verantwortlichen ihr Hygienekonzept für die Durchführung der Messe vorgestellt. Das Konzept sah unter anderem eine angepasste Hallenplanung mit gezielter Wegeführung vor. Außerdem sollte ein Großteil des Programms und der Ausstellungen auch oder nur digital stattfinden. Dieser als "Dmexco @home" bezeichnete Part bleibt nun als einziges von der diesjährigen Dmexco übrig.
wuv.de, koelnmesse.de, turi2.de

Seehofer verzichtet auf Strafanzeige gegen “taz”-Autor*in.


Reden statt klagen: Innenminister Horst Seehofer verzichtet nun doch auf eine Strafanzeige gegen "taz"-Autor*in Hengameh Yaghoobifarah. Stattdessen will der Politiker die Chefredaktion der Zeitung um ein Gespräch bitten, schreibt Seehofer in einer Pressemitteilung. Zudem will sich der Minister an den Presserat wenden. Es gehe ihm nicht um die "Strafverfolgung einer Person und schon gar nicht um einen Eingriff in die Pressefreiheit", sondern um eine Diskussion darüber "wie wir in dieser Gesellschaft miteinander umgehen und wo die Grenzen einer Auseinandersetzung sind". Seehofer glaubt, dass durch die "menschenverachtende Wortwahl" in Yaghoobifarahs Text "auch Straftatbestände erfüllt werden". Diese würden durch bereits vorliegende Strafanzeigen von der Staatsanwaltschaft geprüft.

In ihrer Polizei-Satire hatte Yaghoobifarah laut darüber nachgedacht, die Polizei auf der Müllhalde entsorgen zu wollen. Der Text hatte für scharfe Kritik u.a. der Polizeigewerkschaft gesorgt, die auch Strafanzeige stellte. "taz"-Chefredakteurin Barbara Junge hatte sich öffentlich für den Text entschuldigt. Seehofers Absicht, Yaghoobifarah anzuzeigen wurde ebenfalls scharf kritisiert, u.a. von Jan Böhmermann und BuzzFeed-Chefredakteur Daniel Drepper.
spiegel.de, bmi.bund.de, turi2.de (Böhmermann, Drepper) turi2.de (Junge)

DFL erlöst mit Medienrechten ab der Saison 2021/22 erstmals weniger als bisher.


Corona-K(n)ick: Die DFL vergibt die Übertragungsrechte für die Bundesliga neu und erlöst damit umgerechnet 1,1 Mrd Euro pro Saison - ein Rückgang um 60 Mio Euro pro Spielzeit. Den Gesamterlös für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 beziffert die DFL auf 4,4 Mrd Euro. Zum Vergleich: Der Gesamterlös für die vier Spielzeiten von 2017/18 bis 2020/21 betrug Höhe 4,64 Mrd Euro, also durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Die Pay-Rechte sichern sich Sky und Dazn. Sky überträgt alle Einzelspiele am Samstag, das Top-Spiel und die Konferenz ebenso wie alle Begegnungen der 2. Bundesliga. Streamingdienst Dazn bekommt die Rechte für die Freitags- und Sonntagsspiele. Ein überraschendes Platz-Comeback feiert Sat.1. Der Sender kauft Free-TV-Rechte für insgesamt neun Spiele, darunter die Auftaktmatches der 1. und 2. Bundesliga, den Supercup und die Relegation. Sport1 zeigt die neu am Samstagabend um 20:30 Uhr angesetzten Begegnungen in der 2. Liga.

Bei den Zusammenfassungsrechten schlagen wie bisher ARD und ZDF zu. Die ARD bekommt die Rechte diesmal auch für die Zusammenfassung der Freitags- und Sonntagsspiele der 2. Bundesliga; dieses Material will sie voraussichtlich beim Sender One vermarkten. Auch Axel Springer mischt mit: Der Medienkonzern erwirbt die Pay-Rechte, direkt nach Abpfiff alle Begegnungen beider Ligen zusammenzufassen. Zudem kauft Springer das zum ersten Mal ausgeschriebene "Out-of-Home"-Paket. Es berechtigt dazu, Bewegtbilder der Spiele auf Flächen für Außenwerbung zu nutzen.
dfl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Kontaktbeschränkungen werden bis zum 5. Juni verlängert, aber leicht abgeschwächt.


Lockdown-Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben zunächst bis zum 5. Juni bestehen, legen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs in ihrem Corona-Kabinett fest. Künftig dürfen sich jedoch auch Angehörige von zwei Haushalten treffen. Für weitere Lockerungen sollen die einzelnen Bundesländer die Verantwortung übernehmen. Steigt die Zahl der Neuinfektionen über 50 pro 100.000 in Landkreisen oder kreisfreien Städten, müssen die Einschränkungen wieder verstärkt werden.

Zur Unterstützung von Restaurants und Cafés soll ab 1. Juli für ein Jahr der Mehrwertsteuersatz für Speisen von 19 auf 7 % reduziert werden. Außerdem werden Zuschüsse, mit denen Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken, größtenteils steuerfrei. Das Finanzministerium kalkuliert für 2020 und 2021 rund 2,7 Mrd Euro weniger Steuereinnahmen.
rtl.de

Früherer Arbeitsminister Norbert Blüm, 84, ist tot.

Norbert Blüm, 84, ist tot, Details nennt die Familie nicht. Seit 2019 war er nach einer Blutvergiftung an Armen und Beinen gelähmt. Norbert Blüm war von 1982 bis 1998 Bundesarbeits- und Sozialminister. 1995 führte er die Pflegeversicherung ein. In Erinnerung bleibt Blüms Spruch "Die Rente ist sicher", basierend auf einer Werbe-Slogan der Bundesregierung, der eigentlich lautete: "Denn eins ist sicher – die Rente".
zeit.de, sueddeutsche.de

Deutschland-Verlagschef Sven Dams verlässt Bauer.

Bauer und Deutschland-Verlagschef Sven Dams (Foto) gehen getrennte Wege. Dams, der den Job als Leiter der Business Unit Publishing Deutschland erst Anfang 2019 angetreten hat, geht "auf eigenen Wunsch". Der bisherige Vize Ingo Klinge übernimmt. Dams' Posten als Co-Chef für die weltweiten Publishing-Aktivitäten wird nicht nachbesetzt, Rob Munro-Hall ist künftig als "Präsident" allein verantwortlich. Außerdem "pausiert" Bauer die "Business Development-Aktivitäten im Bereich Publishing" als Folge der Corona-Krise. Leiterin Stefanie Hauer verlässt Bauer aber nicht nur vorübergehend.
horizont.net

ProSiebenSat.1: Max Conze muss gehen, Finanzvorstand Rainer Beaujean übernimmt.


Flaute in Unterföhring: ProSiebenSat.1 trennt sich von Vorstandschef Max Conze (Foto, links) nach nicht mal zwei Jahren. Conze verlasse das Unternehmen "mit sofortiger Wirkung", teilt der Konzern zu später Stunde am Donnerstagabend mit. Finanzvorstand Rainer Beaujean wirkt nun zusätzlich als Sprecher des Vorstandes, er war 2019 vom Verpackungshersteller Gerresheimer zu dem TV-Konzern gewechselt. Neu im Vorstand sind Wolfgang Link, Chef der deutschen P7S1-Sender, und Personalchefin Christine Scheffler.

Conze war 2018 vom Staubsauger-Hersteller Dyson nach Unterföhring gewechselt und hatte die gesamte Konzernspitze ausgetauscht. Zuletzt musste Vize-Chef Conrad Albert gehen. Zuvor hatte er das Personalkarussell im Konzern kritisiert. Conze stand wegen seines Führungsstils vielfach in der Kritik. Schon 2019 schrieb das "manager magazin" von "Auflösungserscheinungen". In seinem Abschiedsstatement bedankt sich Aufsichtsratschef Werner Brandt für Conzes Einsatz in "einer schwierigen Zeit" und unterstreicht sein Vertrauen in den neuen Vorstand.

Unter der neuen Führung soll sich der Konzern wieder mehr auf das Unterhaltungsgeschäft konzentrieren – mit einem Schwerpunkt auf Lokalem und Live-Formaten. Die Digital-Geschäfte neben dem TV unter dem Dach von NuCom sollen fit für den Verkauf gemacht werden. Damit suchen u.a. die Kuppel-Plattform Parship, das Vergleichs-Portal Verivox, der Event-Vermittler Jochen Schweizer und der Parfum-Shop Flaconi neue Besitzer.
presseportal.de

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem turi2.tv-Archiv: Wolfgang Link erfindet ProSiebenSat.1 neu (Archiv Oktober 2019):

Japan will die Olympischen Spiele auf 2021 verschieben.

Olympia 2021: Japan will die Olympischen Sommerspiele 2020 um ein Jahr verschieben. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagt dem Sender NHK, er habe IOC-Präsident Thomas Bach in einem Telefonat gebeten, das Sport-Event auf den Sommer 2021 zu verlegen. Der Schritt sei angesichts der Corona-Pandemie unvermeidlich, da die Wettkämpfe unter den gegebenen Umständen nicht vollständig ausgetragen werden könnten.

Zuletzt hatte das IOC am Termin im Sommer 2020 festgehalten und wollte erst nach einer vierwöchigen Bedenkzeit entscheiden. Von Athleten und nationalen Sport-Verbänden kam zunehmend Kritik. Am Montag hatte Abe nach langem Hinhalten erstmals von einer möglichen Verschiebung gesprochen. Es ist die erste Verschiebung Olympischer Spiele nach dem Zweiten Weltkrieg.
spiegel.de, welt.de, tokio.sportschau.de turi2.de (Background)

Joe Kaeser geht zu Siemens Energy, Siemens-Vizechef Roland Busch wird Nachfolger.


Altersteilzeit: Siemens beendet die monatelangen Diskussionen um Konzernchef Joe Kaeser, 62, und befördert dessen Vize und Cochef Roland Busch (rechts) spätestens ab Februar 2021 zum Nachfolger. Kaeser, seit August 2013 CEO von Siemens und als twitternder, politisierender Chef nicht unumstritten, bleibt aber im Konzern. Er wird Aufsichtsratschef der von ihm selbst geschaffenen Abspaltung Siemens Energy. Kaeser liegt im Clinch mit Energy-CEO Michael Sen, weshalb der mitsamt Finanzvorstand Klaus Patzak das Haus verlässt. Nachfolger von Sen bei Siemens Energy wird Christian Bruch, der von Linde kommt.

Kaeser habe den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er keine Verlängerung seines bis Anfang 2021 laufenden Mandates anstrebt. Busch, seit Oktober 2019 Kaesers Vize, ist seit 2011 im Siemens-Vorstand und verantwortet u.a. die Bereiche Technologie und Unternehmensentwicklung. Im Hintergrund schwelt ein Streit über die weitere Strategie, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Sen habe für die Zeit nach dem geplanten Börsengang ein möglichst eigenständiges Energieunternehmen angestrebt.
spiegel.de, dgap.de (Pressemitteilung), faz.net, "Süddeutsche Zeitung", S. 15 (Paid)

Mitarbeit: Peter Turi

Aus dem turi2.tv-Archiv: Joe Kaeser spricht im Juni 2019 über seine AfD-Kritik:

Uefa verschiebt die Fußball-EM auf Sommer 2021, turi2 edition #11 Fußball kommt pünktlich.


Spielverlagerung: Die Uefa sagt erwartungsgemäß die Fußball-EM für 2020 ab und verschiebt das Turnier wegen der Corona-Pandemie auf Sommer 2021. Die EM soll vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 stattfinden, schreibt zuerst der norwegische Fußball-Verband bei Twitter. Die Verschiebung verschafft den Vereinen in der Bundesliga Luft bis zum 30. Juni, um die aktuell ausgesetzte Saison doch noch zu Ende zu spielen. DFL-Chef Christian Seifert hatte am Montag gesagt, dass nur eine Bundesliga mit Geisterspielen Vereine vor dem Ruin retten könne.

Die turi2 edition #11 über Fußball als Spielfeld für Medien und Marken wird trotz erschwerter Bedingungen am 15. Mai erscheinen. Das Buch will mit 10.000 individualisierten Ausgaben unter dem Motto #TeamHoffnung ein Zeichen dafür setzen, dass das Leben in Sport, Medien und Marketing trotz der Krise weitergeht.
zeit.de, bild.de, horizont.net, turi2.de (Background), turi2.de/edition11

Mitarbeit: Peter Turi

Kurt Kister verlässt die “Süddeutsche Zeitung” – Judith Wittwer wird neue Co-Chefredakteurin.


Friedensmaßnahme? Die "Süddeutsche Zeitung" und Chefredakteur Kurt Kister gehen getrennte Wege, meldet Kress.de. Kister gehe "auf eigenen Wunsch", wie der Verlag mitteilt. Er war seit 1983 bei der "SZ" in unterschiedlichen Rollen, seit zehn Jahren als Chefredakteur, gemeinsam mit Wolfgang Krach. Kister soll noch als Autor bleiben. Für ihn übernimmt Judith Wittwer, die vom Schweizer "Tages-Anzeiger" zur "Süddeutschen" wechselt. Bei dem Tamedia-Blatt wirkt Wittwer mit Unterbrechungen seit 2002, seit 2018 ist sie Chefredakteurin. Gemeinsam mit dem bisherigen Co-Chefredakteur Krach soll sie Online- und Print-Redaktion "integriert" führen. Die Zusammenarbeit von Print und Online war in den vergangenen Jahren die große Sollbruchstelle in der Redaktion. Zuletzt hatte Online-Chefin Julia Bönisch das Blatt im Streit verlassen.
kress.de, meedia.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (05/2018): SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen.

Bascha Mika verlässt die “Frankfurter Rundschau” “altersbedingt”.


Virtueller Abschied: Bascha Mika, 66, seit sechs Jahren Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", verlässt das Ippen-Blatt "altersbedingt", berichtet Ulrike Simon bei Horizont.net. Mika hat ihrem Team den Abschied am Dienstag in einer Video-Schaltkonferenz mitgeteilt – Corona-bedingt. Sie war 2014 in schweren Zeiten zu der Zeitung gekommen, die von der Frankfurter Societät gerade vor der Insolvenz gerettet worden war. Mika hat das Layout der Zeitung umgebaut und viele beachtete Serien ins Blatt gehoben und das Wochenend-Magazin "FR7" gestartet. Geführt hat sie die "FR" immer in Doppelspitze, erst mit Arnd Festerling, seit einem Jahr gemeinsam mit Thomas Kaspar, der nun alleiniger Chefredakteur wird.

Mikas Position wird direkt nicht nachbesetzt. An Kaspars Seite wirken künftig zwei Vize-Chefs: Michael Bayer, bisher Mitglied der Chefredaktion, und Karin Dalka, Leiterin des Politikressorts, steigen auf. Bascha Mika soll dem Blatt als Autorin erhalten bleiben.
horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Bascha Mika im Porträt von Silke Burmester. (12/2015)