Springer stellt “Welt Kompakt” und “Bilanz” ein und spart bei “B.Z.” und weiteren Titeln.


Springer spart: Springer stellt sein erwartetes Sparprogramm vor. Der Verlag stellt die Werktags-Ausgabe der "Welt kompakt" ein, ebenso den Hamburger Regionalteil der "Welt". Auch das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" verschwindet. Bei "Auto Bild" und "Computer Bild" soll es nur noch die Haupttitel sowie Spezialmagazine geben. In Berlin verteil Springer die Aufgaben seiner Boulevard-Titel: Die "B.Z." ist für die regionalen Inhalte zuständig, die sie auch der "Bild" liefert, andersherum steuert die "Bild"-Redaktion die überregionalen Geschichten für die "B.Z." bei. Wie bereits bekannt sollen zudem "Bild" und "Bild am Sonntag" zusammenwachsen. Insgesamt will Springer bei seinen deutschen Nachrichtenmedien 50 Mio Euro sparen.

Die Einsparungen gehen wie erwartet einher mit einem nicht genau bezifferten Personalabbau in Verlag, Redaktion sowie der Vermarktung. Neben Vorruhestandsregelungen will Springer freiwillige Abspringer durch Abfindungs-Angebote finden. Neben den Sparmaßnahmen gibt es auch Investitionen: In den kommenden drei Jahren will Springer insgesamt 100 Mio Euro investieren, insbesondere in Live-Videos.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Horizont.net: Reichelt fusioniert “Bild” und “Bild am Sonntag”, Horn geht wohl.


Bild Dir Deine "BamS": Springer beendet die Eigenständigkeit von "Bild" und "Bild am Sonntag". Die beiden Marken fusionieren unter der Führung von Gesamt-Chefredakteur Julian Reichelt (links), berichtet Ulrike Simon bei Horizont.net. Es liegt nahe, so Simon, dass "BamS"-Chefin Marion Horn geht. Bereits am Mittwoch twitterte sie "Heute vor sechs Jahren, am 25.9.2013, bin ich bei 'Bild am Sonntag' als Chefredakteurin gestartet. Danke für sechs Jahre harte Arbeit und sechs Jahre extrem viel Spaß". Simon sieht das nicht nur als Jubiläums-, sondern auch als Abschieds-Tweet. Horn verhandle dem Vernehmen nach bereits mit dem Vorstand über ihr Ausscheiden.

Am Montag will der Verlag umfangreiche Sparmaßnahmen verkünden, schreibt Horizont.net. Die Einschnitte bei "Bild" werden die gravierendsten sein. Springer wolle in Wachstum investieren, im schrumpfenden Print-Bereich aber Personal abbauen. Das betreffe auch die Strukturen bei "Bild" mit ihren zahlreichen Stellvertretern und Vize-Chefredakteuren. Die "BamS" solle zwar weiter unterscheidbar bleiben, wäre aber – ähnlich wie bei "Welt" und "WamS" – darauf angewiesen, was die "Bild"-Redaktion beisteuern könne.
horizont.net, twitter.com (Horn-Tweet), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

DuMont verkauft Berliner Verlag an Silke und Holger Friedrich.


Raus aus Berlin: DuMont findet einen Exit aus Berlin. Die Kölner verkaufen ihren Berliner Verlag mit "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" an die Holding der Berliner Geschäftsleute Silke und Holger Friedrich. Neu-Verleger Holger Friedrich hat 2003 seine Software-Firma an SAP verkauft und als Partner bei McKinsey gearbeitet. Seit 2009 ist der Gründer und Managing Director der Core SE, einem Technologie-Think-Tank. Friedrichs Ehefrau Silke leitet die private Berlin Metropolitan School und steht hinter der Veranstaltungs-Location E-Werk in Berlin.

"Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern", zitiert die DuMont-Pressemitteilung Holger Friedrich. "Wir freuen uns, den Verlag jetzt in die Hände von Berlinern zu übergeben", sagt DuMont-Aufsichtsratschef Christian DuMont Schütte. Zum Kaufpreis sagen die Beteiligten nichts, der Deal muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

DuMont sucht seit Jahresbeginn einen Exit aus dem Zeitungsgeschäft. In Berlin sind die Kölner nun fündig geworden, an anderen Standorten herrscht weiter Unsicherheit. In Hamburg etwa fürchtet der Betriebsrat der "Morgenpost" eine Einstellung der Print-Ausgabe, sollte DuMont keinen Käufer für das Boulevardblatt finden.
dumont.de, meedia.de (Hamburg), horizont.net

Urteil: EuGH verbietet deutsches Leistungsschutzrecht.


EuGH erbringt Rechtsstutzleistung: Der Europäische Gerichtshof beurteilt das deutsche Leistungsschutzrecht als nicht anwendbar. Da es sich um eine "technische Vorschrift" handele, hätte die Bundesregierung die EU vorab informieren müssen. BDZV, VDZ und VDL, die deutschen Lobbyverbände der Zeitungen, Zeitschriften und Lokalzeitungen, fordern nun eine schnelle Umsetzung in deutsches Recht des europäischen Leistungsschutzrechts, auch bekannt als Artikel 11 der EU-Urheberrechtsreform.

Die VG Media verlangt basierend auf der Regelung zum deutschen Leistungsschutzrecht von Google rückwirkend von August 2013 bis Ende 2018 1,24 Mrd Euro - die nun wohl hinfällig sind. Die IT-Lobby Bitkom jubiliert über die Abfuhr für den "Bremsklotz für den freien Informationsfluss und die Medienvielfalt im Internet". Der VG Media, dem Verwerter der Verlage für das Leistungsschutzrecht, drohen nun Prozesskosten in Höhe von rund 10 Mio Euro.
tagesspiegel.de, wuv.de

“Horizont”: Funke trennt sich von Zeitungsgeschäft-Chef Ove Saffe.

Funke trennt sich von Geschäftsführer Ove Saffe, schreibt Roland Pimpl. Statt eines Dementis lässt Gesellschafterin und Aufsichtsratschefin Julia Becker ausrichten, Funke wolle "auf jeden Fall den Vertrag von Herrn Saffe erfüllen".

Als Grund vermutet Pimpl Kompetenz-Überschneidungen im Management und "miserable Zahlen im Zeitungsgeschäft". Andreas Schoo, ohnehin der maßgebliche Geschäftsführer bei Funke, sei angesichts der Situation "eher pragmatisch als übertrieben gefühlig", Saffe dagegen eher geduldig und besonnen – und deshalb nun offenbar nicht mehr gefragt.
horizont.net

G+J stellt Joko-Magazin “JWD” ein.


Jetzt wirklich definitiv: Gruner + Jahr wird zu Jokos Yoko und beendet das Männer-Maskottchen-Magazin "JWD" mit Joko Winterscheidt, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia. Das Heft, 2018 als eine Art männliche "Barbara" gestartet, habe zuletzt rund 50.000 Exemplare verkauft.

Gruner-Sprecher Frank Thomsen verkauft das Aus im Interview als "Staffelfinale". Gruner + Jahr lasse sich die Option offen, das Heft später zu exhumieren, schreibt Lipinski.
meedia.de

Burda übernimmt NetDoktor.de von Holtzbrinck.


Gesundes Wachstum: Burda schluckt das Gesundheitsportal NetDoktor.de von Holtzbrinck Digital – und unterstreicht damit seine Ambitionen im Gesundheitsmarkt. NetDoktor bezeichnet sich als reichweitenstärkstes Online-Gesundheitsportal im deutschsprachigen Raum, die Seite meldet 21 Mio Visits und 40 Mio Page Impressions. Burda macht mit der Übernahme insbesondere Druck auf die traditionsreiche "Apotheken Umschau".

Burdas Konkurrenz-Blatt "My Life" liegt seit April in tausenden Apotheken aus. NetDoktor soll Teil dieser Initiative mit der Apotheker-Genossenschaft Noweda werden. BurdaLife-Chef Kay Labinsky spricht die Konkurrenz direkt an und sagt, NetDoktor "lässt die direkten Mitbewerber von Apotheken Umschau Online und Onmeda.de weit hinter sich". Burda verfolgt weitere digitale Ambitionen im Gesundheitsmarkt und investiert gerade auch in die Ärzte-Plattform Jameda.
burda.com

Burda löst Redaktion der TV-Zeitschriften auf – Funke übernimmt Produktion.


Film-Riss: Burda trennt sich von den Redaktionen seiner Programmzeitschriften. Der Verlag behält zwar die redaktionelle Verantwortung, lagert die Produktion der Hefte "TV Spielfilm", "TV Today" und "TV Schlau" aber an Funke aus. Die Redaktion in Hamburg mit 53 Mitarbeitern wird aufgelöst, auch Chefredakteur Lutz Carstens (Foto) geht, er leitet das Blatt seit 1999. Für ihn übernimmt Philipp Schulze, Chefredakteur von "Cinema".

Grund für den Einschnitt ist wohl die wirtschaftliche Lage. Horizont.net zitiert Burkhard Graßmann, Chef von BurdaNews, mit den Worten: "Es muss gelingen, qualitativ hochwertige Magazine auch unter völlig veränderten Marktbedingungen marktwirtschaftlich zu produzieren ... Deshalb haben wir uns entschieden, im TV-Segment mit Funke neue Wege in der Zusammenarbeit zu gehen." Graßmann bedauere aufrichtig, "dass damit im Fall von 'TV Spielfilm' der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist".

Zuletzt hatte es Gerüchte über einen Verkauf der Programmies an Funke gegeben. Mit der Auslagerung der Produktion umgeht Burda eine Kartellprüfung, die ein solcher Deal wohl nicht überstanden hätte. Burdas Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte beklagt heute im "Tagesspiegel" die Erosion des "marktwirtschaftlichen Fundaments für freien und unabhängigen Journalismus". Das Überleben sei für Verlage "keine Selbstverständlichkeit mehr". (Foto: Burda, dpa, Montage: turi2)
horizont.net, tagesspiegel.de (Background Welte)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Fernsehen wird wieder besser." Lutz Carstens und Philipp Schulze blättern durch ihr "Serien Magazin". (April 2018)

Kommunikationschef Christian Garrels verlässt den ADAC.


Umparken beim Autoclub: Der ADAC stellt seine Kommunikation neu auf. Nach der Zeitschrift "Motorwelt" verlässt auch Kommunikationschef Christian Garrels die Zentrale. Der Marken-, Marketing- und Kommunikationsleiter habe um die Auflösung seines bestehenden Vertrags gebeten. Garrels kam 2012 aus der Springer-Kommunikation zum ADAC.

Beim ADAC ist kommunikativ viel in Bewegung: Das Magazin "Motorwelt" entsteht künftig in deutlich kleinerer Auflage bei Burda, die externe Agentur Storyboard übernimmt die Redaktion. Der Club selbst konzentriert sich auf die Onlineangebote. Garrels will "nach erfolgreichem Abschluss des strategischen und strukturellen Umbaus" der ADAC-Kommunikation "neue berufliche Herausforderungen" suchen.
presseportal.de, turi2.de (Background "Motorwelt")

Chefredakteur Jochen Kalka verlässt “W&V”, Holger Schellkopf übernimmt.


Wechseln & Verlaufen: Das Fachblatt "Werben & Verkaufen" verliert seinen langjährigen Chefredakteur Jochen Kalka (Foto links). Die Trennung erfolge "in freundschaftlichem Einvernehmen". Digital-Chefredakteur Holger Schellkopf übernimmt von Kalka, in der Redaktion entstehen neben "W&V" auch Lead Digital und der inzwischen ausschließlich digitale "Kontakter". Teil der neuen Chefredaktion werden die Redaktionsmitglieder Verena Gründel, Stefan Lara Torres und Rolf Schröter.

Der Verlag Werben & Verkaufen ist Teil des Süddeutschen Verlages und mitten in einem Umbruch: Die Zeitschrift "W&V" erscheint seit 2019 15 mal im Jahr statt wöchentlich, online startete das Paid-Content-Modell W&V+. Anfang des Jahres verabschiedete sich bereits Online-Redaktionsleiter Frank Zimmer in die Selbstständigkeit. Unter der journalistischen Führung von Schellkopf sollen nun Produkt- und Content-Teams entstehen – der Verlag will sich besonders dem Audience Development und Audience Engagement widmen. Ob die neue Chefredaktion eine Dauerlösung ist, bleibt angesichts der vielen Veränderungen im Haus abzuwarten.
wuv.de

Renner: “Spiegel” beerdigt die Marke “Spiegel Online”, Judith Mohr wird Creative Director.


"Spiegel" ohne Online: Spiegel Online hat als Marke ab 2020 ausgedient – nach 25 Jahren, schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner Funke-Medienkolumne. Zum Jahreswechsel will das Nachrichten-Magazin gedruckt wie digital unter der Marke "Der Spiegel" auftreten und damit die Integration von Print und Digital auch nach außen zeigen. Eine externe Agentur entwickelt aktuell einen neuen, einheitlichen Look.

Schon im Herbst bekommt der "Spiegel" wieder einen Art Director: Steffen Klusmann holt seine Weggefährtin Judith Mohr (Foto), derzeit Creative Directorin beim "manager magazin", in die gleiche Position beim "Spiegel". Die beiden haben bereits von 2008 bis 2012 bei der "Financial Times Deutschland" zusammengearbeitet.
abendblatt.de

Burda produziert künftig die “ADAC Motorwelt”.


Vorfahrt Burda: Burda erhält vom ADAC den Zuschlag für den Millionen-Auftrag für die "ADAC-Motowelt". Ab 2020 übernimmt die Burda-Tochter BCN als Generalunternehmer Produktion, Druck, Redaktion, Vermarktung, Marketing und Distribution der Zeitschrift des Automobilclubs. Martin Kunz bleibt Chefredakteur. Um den Auftrag – Berichten zufolge bis zu 20 Mio Euro schwer – hatte sich auch Springer beworben.

Wie bereits berichtet soll die Zeitschrift künftig quartalsweise erscheinen und regionale Supplements erhalten. Erhältlich sein wird das Magazin in ADAC-Standorten sowie bei Edeka- und Netto-Märkten. Bisher bekamen Mitglieder das Magazin zugeschickt.
burda.com, turi2.de (Background)

Aus der turi2 edition3: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes:

Laura Himmelreich verlässt Vice, Felix Dachsel wird Chefredakteur.


Vice verliert Chefredakteurin Laura Himmelreich. Nach drei Jahren sei für sie ein guter Zeitpunkt, um weiterzuziehen, sagt die frühere "stern"-Journalistin in einer Mitteilung. Ihr Amt für Deutschland, Österreich und Schweiz übernimmt Felix Dachsel, der schon Online-Chef ist. Diesen Job hatte er damals schon von Himmelreich geerbt, als die deutschsprachigen Vice-Redaktionen zusammengelegt wurden. Das Unternehmen musste zuletzt sparen.

Dachsel kam 2018, wie zuvor Himmelreich, von einer etablierten Medienmarke: Dachsel hatte bei der "Zeit" das Ressort "Z" mit entwickelt. Seine Ausbildung absolvierte er an der Henri-Nannen-Schule. Dachsel will einen politisch-kritischen Kurs einschlagen und den momentanen Aufruhr junger Menschen begleiten. Es gebe "eine hochpolitische Jugend, die ihre Zukunft von Ignoranz und Bräsigkeit bedroht sieht". (Fotos: Vice, Montage: turi2)
per Mail, facebook.com (Posting von Himmelreich), meedia.de (Interview mit Dachsel)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Laura Himmelreich kämpft gegen Sexismus in den Medien.

Deniz Yücel kehrt als Ostdeutschland-Reporter zur “Welt” zurück.


Comeback im Krisengebiet: Deniz Yücel schreibt ab Juli wieder für die "Welt". Er soll von Dresden aus über die Landtagswahlen in Ostdeutschland berichten, schreibt Chefredakteur Ulf Poschardt mit Hashtag #BesteComebackWoGibt. Sachsen und Brandenburg wählen am 1. September, Thüringen am 27. Oktober. In Sachsen und Brandenburg könnte die AfD, laut Umfragen, stärkste Kraft werden.

Yücel saß ein Jahr in türkischer Haft und kam im Februar 2018 frei. Seine Inhaftierung hatte bundesweit für Aufmerksamkeit und für Proteste gegen die türkische Führung gesorgt. Yücel zog sich nach seiner Freilassung zurück, erhob im Mai jedoch öffentlich Folter-Vorwürfe gegen die türkische Justiz. (Foto: Michael Kappeler / dpa)
twitter.com, turi2.de (Background)

Burda trennt sich vom “Playboy” – Myriam Karsch und Florian Boitin übernehmen.


Neue Potenz für Playboy? Burda trennt sich nach 17 Jahren von der deutschen "Playboy"-Lizenz. Verlagsleiterin Myriam Karsch und Chefredakteur Florian Boitin werden durch einen Management-Buy-Out neue Herausgeber – und wollen das zuletzt laut IVW etwas lendenauflagenlahme Männermagazin aus der Midlife-Crisis führen. "Playboy" erscheint ab der Ausgabe vom 5. Dezember 2019 in einer eigenen GmbH. Betroffen sind 21 Burda-Mitarbeiter. Sie können sich bei Boitin und Karsch bewerben – oder müssen auf einen anderen Job bei Burda hoffen.

BurdaNews-Chef Burkhard Graßmann lässt sich mit Dank zitieren: Die Marke "Playboy" habe sich trotz "schwieriger Marktbedingungen" in den vergangenen Jahren "gut entwickelt". Doch gut ist offenbar nicht gut genug für eine Fortführung der Burda-"Playboy"-Ehe. Darum probieren Boitin und Karsch ihr Glück auf eigene Faust. Dass dies kein Himmelfahrtskommando ist, zeigen andere Beispiele, notiert David Hein: 2009 übernahm Katarzyna Mol-Wolf "Emotion" von Gruner + Jahr, 2013 Nikolaus Förster die "Impulse". 2015 wurde Chefredakteur Christoph Schwennicke zugleich "Cicero"-Verleger. Alle stemmen sich mit Events und Networking-Angeboten gegen das rückläufige Printgeschäft.
burda.com, horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: Florian Boitin arbeitet in seinem Traumjob (November 2016)

Gerrit Schumann und Oliver Voigt führen künftig Handelsblatt Media Group.


Handelsblatt Media Group wird künftig von Gerrit Schumann (Foto, links) und Oliver Voigt geführt. Die Geschäftsführer übernehmen in Doppelspitze die bisherige Führungsrolle von Frank Dopheide (Mitte), der zum 1. Juli die Geschäftsführung und Ende 2019 das Unternehmen verlässt. Schumann war Anfang 2017 als Digital-Chef in die Handelsblatt-Geschäftsführung gekommen, Voigt folgte Anfang dieses Jahres.

Die Neuaufstellung nutzt die Mediengruppe für weitere Reformen. Die Vermarktung soll sich auf zwei Säulen aufteilen: Die IQ Media Marketing kümmert sich um Agenturvermarktung, die HMG Solutions soll direkt mit Kunden spezifische Konzepte entwicklen. IQ-Media-Geschäftsführer Stefan Knieß geht, ergänzt Roland Pimpl – der Umbau komme einer Dezimierung gleich. "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" sollen redaktionell verstärkt "zielgruppenspezifische Produkte" entwickeln, etwa Briefings per E-Mail, Podcasts und Themen-Portale. Außerdem sollen die digitalen Produkte mehr Funktionen zur Personalisierung bekommen. (Foto: HMG, Montage: turi2)
per Mail, horizont.net (Pimpl), turi2.de (Background)

Geschäftsführer Frank Dopheide verlässt die Handelsblatt Media Group.


Steingarts letzte Spuren: Frank Dopheide, Sprecher der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group, verlässt das Unternehmen Ende des Jahres "auf eigenen Wunsch", schreibt die "Rheinische Post". Hintergrund sind wohl Differenzen mit dem Aufsichtsrat über die Ausrichtung des Verlags. Die "Rheinische Post" zitiert aus einer E-Mail Dopheides an Kollegen, in der er schreibt, er wolle "wieder selbständiger werden".

Dopheide war vor einem Jahr – unmittelbar nach Gabor Steingarts Abgang – zum Sprecher der Geschäftsführung aufgestiegen. Er verantwortete Redaktion, Veranstaltungen und Kommunikation. Dopheide war das letzte Mitglied des ehemaligen Führungstrios, zu dem noch Gabor Steingart und Finanzchef Ingo Rieper gehörten. In der Redaktion haben noch viele Vertraute von Steingart das Sagen: Sven Afhüppe wurde von ihm zum "Handelsblatt"-Chefredakteur gemacht, Beat Balzli und Miriam Meckel kamen durch Steingart zur "Wirtschaftwoche".
rp-online.de

Korrektur: Sven Afhüppe wurde nicht - wie ursprünglich in diesem Text geschrieben - von Gabor Steingart zum "Handelsblatt" geholt, er war schon da, als Steingart vom "Spiegel" kam. Steingart hat Afhüppe zum "Handelsblatt"-Chefredakteur gemacht.

Aus dem turi2.tv-Archiv: Frank Dopheide über die Zukunft des "Handelsblatts".

“Süddeutsche Zeitung” stellt ihr Familien-Magazin ein.

Süddeutscher Verlag stellt das Magazin Süddeutsche Zeitung Familie ein. Die letzte Ausgabe erscheint am 15. Oktober. Grund sei die "aufwendige Herstellung". Trotz "stetig wachsender Abonnentenzahlen" sieht der Verlag keine Perspektive. Das 2017 gestartete Familien-Heft erscheint sechs Mal im Jahr mit 80.000 Auflage zum Einzelpreis von 7,90 Euro. Familien-Themen sollen verstärkt in der "SZ" stattfinden. Zu den Auswirkungen für Mitarbeiter äußert sich der Verlag nicht. Redaktion und Verlag diskutieren nach eigenen Angaben über Ideen, "Süddeutsche Zeitung Familie" digital fortzuführen. Erst vor einer Woche kündigte Gruner + Jahr an, das Elternmagazin "Nido" einzustellen.
turi2 - eigene Infos, turi2.de ("Nido")

Springer schließt Deal mit KKR, Investor bietet 12 % Aufschlag.


Der Deal steht: Der Investor KKR startet die Übernahme der börsengelisteten Springer-Aktien. KKRs Fonds-Vehikel Traviata bietet Springer-Aktionären 63 Euro pro Aktie. Zum Börsenschluss am Dienstag waren die Papiere je 56 Euro wert, ein Aufschlag von 12 %. Springers Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen den "strategischen und finanziellen" Partner. Springer hatte die Gespräche mit KKR Ende Mai bestätigt. Der Medienkonzern erhofft sich davon frisches Geld für das "langfristige Wachstum und die Investitionsstrategie". Springer "möchte ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und digitalen Rubrikenangeboten werden" - und muss Beobachtern zufolge vor allem die digitalen Rubrikenangebote gegen die Konkurrenz der Tech-Plattformen positionieren, etwa durch weitere Zukäufe.

Die Beteiligungsgesellschaften von Verlagserbin Friede Springer und Verlagsboss Mathias Döpfner behalten ihre Anteile. Friede Springer (42,6 %) und Mathias Döpfner (2,8 %) besitzen zusammen nur 45,4 %. Deshalb regelt der Deal mit KKR, dass "keine Entscheidungen auf Gesellschafterebene ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden können".

Kritiker sehen Risiken für das Geschäft mit gedruckten Zeitungen, Digital-Versteher Sven Schmidt sieht Vorteile vor allem für Döpfner, etwa durch höhere Boni. Er fände einen Spinoff des Rubrikengeschäfts zielführender.
presseportal.de, turi2.de (Zeitungen), turi2.de (Sven Schmidt)

Gruner + Jahr steigt bei Motor Presse Stuttgart aus.


Weniger sportlich: Gruner + Jahr verkauft seine Anteile an der Motor Presse Stuttgart. Die Mehrheitsanteile am Stuttgarter Medienhaus, in dem u.a. auto motor und sport, "Men's Health" und "Runner's World" erscheinen, gehen an Patricia Scholten und Peter-Paul Pietsch, die Nachfolger der Gründerfamilie Pietsch. Die Motor Presse stehe vor "zum Teil deutlich anderen Herausforderungen", begründet G+J in der Pressemitteilung. Die Eigner wollen mit G+J "bei jeder passenden Gelegenheit partnerschaftlich zusammenarbeiten", sagt Patricia Scholten.

Die neuen Eigentumsverhältnisse bringen auch Neuerungen in der Geschäftsführung mit sich: Nils Oberschelp verlasse den Chefposten der Motor Presse, die Eigentümer-Familien wollen einen neuen Geschäftsführer einsetzen. Gruner + Jahr hatte 2005 59,9 % der Anteile der Stuttgarter übernommen. Die restlichen 40,1 % verblieben bei den Gründerfamilien, 25,1 % bei Familie Pietsch sowie 15 % bei Hermann Dietrich-Troeltsch. Die österreichischen Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Der "millionenschwere Deal" sei bereits am Freitag unterzeichnet worden, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia.
presseportal.de, meedia.de (Lipinski)

Mitarbeit: Dirk Stascheit

“Neue Post”: Chefredakteur Roland Hag verlässt Bauer – Eike Lange übernimmt.


Klatsch-König dankt ab: Bauer und Roland Hag, (Foto, links) 55, seit 2014 Chefredakteur der "Neuen Post", gehen getrennte Wege. Laut Pressemitteilung verlässt Hag den Verlag "auf eigenen Wunsch". Ingo Klinge, Mitglied des Publishung Boards, drückt sein Bedauern über den Abgang aus. Für Hag übernimmt – bereits ab Juni – Eike Lange (Foto, rechts). Er wirkt seit 2009 bei Bauers Yellows in unterschiedlichen Positionen und übernimmt den Job zusätzlich zu seinen Aufgaben als Chefredakteur der monatlichen Klatschblätter.

Die "Neue Post" adressiert Frauen über 50. Das Magazin verliert - wie fast alle Hefte am Markt - Auflage. Vor drei Jahren setzte der Verlag noch rund 600.000 Hefte pro Woche ab, im 1. Quartal 2019 sind es knapp 500.000.
kress.de

“Spiegel” stellt drei Print-Ableger ein und startet “Spiegel Bestseller”.


Portfoliobereinigung bei Print: Der "Spiegel" stellt den Ableger "Literatur Spiegel" ein. Auch "Wohl" und "Spiegel Biografie" werden nicht mehr erscheinen, ergänzt "Horizont". Statt dem Literatur-Heft kommt künftig viermal im Jahr das populär angelegte Kulturmagazin "Spiegel Bestseller", in dem es auch um Film und Musik gehen soll. Der "Literatur Spiegel" hieß bis 2015 etwas allgemeiner "Kultur Spiegel", 2018 drosselte der Verlag von zehn auf vier Ausgaben im Jahr. Die 2016 gestartete Biografie-Reihe und das 2017 hinzu gekommene Gesundheitsheft "Wohl" haben nicht genug Geld verdient.

Geschäftsführer Thomas Hass beklagt bezüglich "Wohl", dass Werbekunden aus dem Pharmabereich hier auch redaktionell immer wieder mitmischen wollten – was der Verlag nicht zuließ. Unterm Strich verbucht Hass für 2018 einen um 3 % gesunkenen Außenumsatz von 261 Mio Euro und dank Kostenkürzungen einen nahezu stabilen Überschuss von 30,7 Mio Euro. Die Anzeigenumsätze bei Print sinken spürbar, steigen Online aber um knapp 13 %. Die Vertriebserlöse Print und Digital sinken von rund 122 auf 117 Mio Euro.
horizont.net, spiegelgruppe.de (Bestseller)

Burda macht “TV Spielfilm Live” dicht – Zattoo übernimmt.


Sendeschluss: Burda zieht bei seinem TV-Streaming-Angebot TV Spielfilm Live nach vier Jahren den Stecker, meldet zuerst Ulrike Simon bei Horizont.net. Inzwischen hat der Verlag die Einstellung bestätigt. Burda will sich die Lizenz-Gebühren an die Sender sparen und leitet die Abonnenten künftig aus dem elektronischen Programmführer der Zeitschrift direkt ins Angebot von Zattoo um. Burda arbeitet bereits seit dem Start mit dem Schweizer Unternehmen zusammen – das Backend des Service basiert auf Zattoo-Technologie.

"TV Spielfilm" will sich künftig – ganz klassisch – auf TV-, Mediatheken-, sowie VoD-Empfehlungen konzentrieren und den eigenen Dienst für die Nutzung über Sprachassistenten weiterentwickeln. "TV Spielfilm Live" war 2015 gestartet, seit Ende 2018 war der Dienst nur noch für zahlende Kunden abrufbar, zuvor gab es ein kostenloses Basis-Angebot. "TV Spielfilm Live" hatte zuletzt laut Verlagsangaben mehr als 2,5 Mio registrierte Nutzer.
horizont.net, burda.com (Pressemitteilung), turi2.de (Background)

CSU stellt den gedruckten “Bayernkurier” nach 69 Jahren ein.


Digital First Only: Die CSU stellt die Printausgabe ihrer Parteizeitung "Bayernkurier" noch dieses Jahr ein. Nach knapp 69 Jahren soll sich die Kommunikation voll aufs Digitale fokussieren. Die CSU wolle in sozialen Medien weiter wachsen und hierzu "wirklich den Schalter umlegen", sagt Generalsekretär Markus Blume. Die CSU könne sich kein Hochglanzmagazin leisten, während im Digitalen noch Gehhilfen nötig seien.

Der Abschied vom Papier-Kurier begann Schritt für Schritt: Vor vier Jahren wurde aus der Wochenzeitung, einst gegründet von Franz-Josef Strauß, ein neu gestaltetes Monatsmagazin. Zeitgleich starteten die Digitalangebote, 2016 zog die Redaktion in die neue CSU-Zentrale. Der "Bayernkurier" erscheint nach eigenen Angaben mit 50.000 Auflage, davon 20.000 Print-Exemplare und 30.000 E-Paper.
faz.net

SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

Nach “Spiegel”- und “SZ”-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Springers PR-Chefin Edda Fels tritt ab.


Raus aus der Brandung: Edda Fels, 60, gibt zum Jahresende ihren Posten als PR-Chefin bei Springer "aus persönlichen Gründen" ab. Ihr Nachfolger wird Malte Wienker, 37, der aktuell Referent von Springer-Chef Mathias Döpfner ist. Wienker wechselt bereits im Juni in die PR-Abteilung, in der zudem Anne Uhlemann, 38, zusätzliche, stellvertretende Leiterin wird.

Fels leitet die Springer-PR seit 1996. Insgesamt ist sie seit 1992 für den Verlag tätig. Wienker war einige Jahre lang als Anwalt für Springer aktiv und betrieb seit 2017 Lobbyarbeit für den Verlag bei Verbänden und in Parlamenten. 2018 wechselte er ins Büro von Mathias Döpfner.
axelspringer.com

Chefredakteur Georg Altrogge verlässt Meedia.

Der Kapitän verlässt das schwankende Schiff: Meedia und Chefredakteur Georg Altrogge gehen getrennte Wege. Er habe beim Medien-Branchendienst gekündigt, berichtet kress.de. Timo Busch, der Meedia im Februar der Handelsblatt Media Group abgenommen hat, habe Altrogge Ende April von seiner Funktion als Geschäftsführer abberufen. Altrogge hat Meedia mit kurzer Unterbrechung seit der Gründung 2007 geleitet. 2013 machte er einen Kurzausflug zu G+J Corporate Editors, kehrte aber noch im gleichen Jahr zu Meedia zurück.
kress.de, turi2.de (Background)

Springer steigt bei Firma von Gabor Steingart ein.


Schiff Ahoi! Springer verbündet sich mit Gabor Steingart und erwirbt 36 % an Steingarts Firma Media Pioneer Publishing. Als Hauptquartier dient der Firma ab Frühjahr 2020 ein 40 Meter langes und 7 Meter breites Redaktionsschiff inklusive Newsroom, Tonstudio und Event-Bereich. Mit Elektroantrieb soll die "Pioneer One" täglich auf der Spree im Berliner Regierungsviertel umherschippern.

Mit an Bord ist als Chefredakteur Michael Bröcker (2. von links im Bild), derzeit noch Chefredakteur der "Rheinischen Post", dessen Wechsel zu Steingart bereits bekannt ist. Ingo Rieper (links), zuletzt Finanzchef der Handelsblatt Media Group, agiert als Vorstandsvorsitzender, Steingart selbst konzentriert sich als Herausgeber auf den Ausbau des journalistischen Angebots.

Ziel der Firma ist es, wie Gabor Steingart jüngst bereits im Podcast-Gespräch mit Peter Turi ankündigte, ein profitables Geschäftsmodell für neue Medienangebote zu etablieren, das auf Werbeerlöse verzichtet und inhaltlich sowie wirtschaftlich auf Leser-Beteiligung setzt. Auf das Gerücht, zur Experimentier-Abteilung von Springer zu werden, sagte Steingart im turi2 podcast: "Wir sind kein Labor. Wir sind eine Firma, die produzieren möchte, am Ende auch Gewinne machen wird und natürlich offen ist für Partnerschaften, aber nicht als Experimentierlabor."
axelspringer.com

Springer will sich vom Bereich Marketing Media trennen.

Springer plant, sich "mittel- bis langfristig" vom Geschäftsbereich Marketing Media zu trennen, kündigt Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Hauptversammlung an. Zum Bereich zählt etwa das Preis- und Produktvergleich-Portal Idealo. Ein Sprecher erläutert, Trennung bedeute nicht Verkauf – einzelne Töchter könnten beispielsweise anderen Bereichen zugeordnet werden. Ein Verkauf von Idealo sei nicht geplant. Springer will sich laut Döpfner auf die beiden anderen Säulen digitaler Journalismus und digitale Rubriken konzentrieren und darin nichts weniger werden als "Weltmarktführer". In das Rubrikengeschäft mit Job-, Immobilien- und Autoportalen will Springer dieses Jahr einen "mittleren zweistelligen Mio-Euro-Betrag" investieren.
de.reuters.com

Hinweis: In einer früheren Version war von einem Verkauf des Bereichs Marketing Media die Rede. Laut Springer solle der Bereich jedoch nicht verkauft, sondern aufgelöst und die enthaltenden Unternehmen z.B. neu zugeordnet werden.

“Spiegel” holt Clemens Höges in die Chefredaktion.


Blattmacher wird Boss: "Spiegel" beruft Clemens Höges in die Chefredaktion – neben Steffen Klusmann und Barbara Hans. Sein Amt als Blattmacher wird Höges behalten. Er scheidet jedoch aus der Kommission aus, die die internen Verfehlungen rund um den Relotius-Skandal untersucht. Der Verlag betont, dass sich die Fertigstellung des Abschlussberichts dadurch nicht verzögere. Der Bericht werde "in Kürze" an Klusmann und Geschäftsführer Thomas Hass übergeben.

Mit Höges' Berufung endet ein Vakuum an der Spitze des Magazins, ausgelöst durch den Fall Relotius. Ullrich Fichtner und Matthias Geyer ließen ihre Ämter als Co-Chefredakteur bzw. Blattmacher zunächst ruhen – und wurden dann auf Posten mit "besonderen Aufgaben" weggelobt. Fichtner und Geyer waren als Förderer und Ressortchef von Relotius für die Chefredaktion verbrannt. Die Lücke füllte Höges zunächst übergangsweise als Blattmacher, ab sofort offiziell als Teil der Chefredaktion. Höges ist seit 1990 beim "Spiegel", leitete früher Deutschland- und Auslandsressort. Unter Wolfgang Büchner wurde er 2014 schon einmal stellvertretender Chefredakteur. (Foto: Fotoraum Reinhold / Der Spiegel, Montage_ turi2)
spiegelgruppe.de

Aktuell bei turi2.tv: Clemens Höges spricht am vergangenen Freitag über die Relotius-Aufklärung.

Chefredakteur Jan-Eric Peters verlässt Springers Samsung-News-App Upday.


Updayte fürs Leben: Upday, Springers News-App für Samsung-Smartphones, und Chefredakteur Jan-Eric Peters gehen getrennte Wege. Er verabschiedet sich bis Juni 2020 in ein Sabbatical und werde dann eine neue Aufgabe bei Springer übernehmen. Einen direkten Nachfolger soll es nicht geben, stattdessen will Springer die redaktionelle Leitung "rotierend" besetzen. Die Leiter der acht nationalen Upday-Redaktionsteams sollen abwechselnd die übergeordnete redaktionelle Verantwortung übernehmen.

Peters schreibt in einer Mail an das Team, Upday sei bei "Null gestartet und heute die Nummer 1, die beliebteste News-App in Europa". Damit sei sein "Auftrag bei Upday erfüllt". Nach 35 Jahren in der Medienbranche wolle er eine Pause "für so manches, das ich schon immer mal machen wollte". Peters hat Upday seit 2015 aufgebaut, inzwischen ist die News-App in 16 Ländern aktiv. Vor seinem Job bei Upday war Peters zehn Jahre Chefredakteur der "Welt"-Gruppe. (Foto: Michael Kappeler/dpa)
meedia.de, horizont.net, facebook.com


Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe wird auch CEO der RTL Group, Bert Habets geht.


Gütersloh übernimmt: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe (Foto, links) wird zusätzlich CEO der RTL Group – überraschend und mit sofortiger Wirkung. Der bisherige Chef Bert Habets legt sein Amt ebenso überraschend aus "persönlichen Erwägungen" nieder. Vom "besten gegenseitigen Einvernehmen" ist nicht die Rede und legt nahe, dass es Streit gegeben hat. Habets selbst kommt in der Pressemitteilung nicht zu Wort, Rabe dankt ihm aber "für mehr als 20 Jahre in unterschiedlichen Führungsfunktionen bei der RTL Group".

Aus RTL-Kreisen ist zu hören, dass Habets mit Lebensmittelpunkt und Familie in Amsterdam aus privaten Gründen nicht so viel Zeit wie vorgesehen in Luxemburg verbracht hat. Der Niederländer arbeitete seit 1999 für die RTL Group und gilt laut "Handelsblatt" als Experte fürs Streaming-Geschäft. Die RTL Group ist gemessen an Umsatz und Ergebnis der wichtigste Unternehmensbereich des Bertelsmann-Konzerns. Thomas Rabe will die vielfältigen Geschäfte des Gütersloher Medienriesen besser untereinander vernetzen – etwa den Verlag Gruner + Jahr mit RTL in Deutschland. Bei der übergeordneten RTL Group könnte der oberste Strippenzieher Rabe jetzt die Vernetzung selbst in die Hand nehmen.
bertelsmann.de, dwdl.de, handelsblatt.com, reuters.com

Mitarbeit: Markus Trantow

EU-Parlament stimmt für die Urheberrechtsreform.


EUrheberrecht: Das Europäische Parlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts mehrheitlich ohne Änderungen zugestimmt. 348 Abgeordnete votierten dafür, 274 dagegen. Damit machen die Abgeordneten den Weg für eine schnelle Umsetzung frei – auch für den umstrittenen Artikel 13 und damit verbundene Upload-Filter. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen das Ergebnis der Abstimmung noch einmal bestätigen.

Die Verleger-Verbände VDZ und BDZV nennen die Reform eine "wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära". Der Verband Deutscher Lokalzeitungen erwartet sich von der Reform ein "ausgewogeneres Verhältnis zwischen Inhalteproduzenten und Digitalmonopolisten". Der Bundesverband Musikindustrie sagt, der europäische Gesetzgeber sende damit "ein klares Signal in die Welt". Der DJV spricht von einem "Sieg für die Urheber". Verbandschef Frank Überall sieht "genügend Spielraum, berechtigte Kritik zu berücksichtigen".

Piraten-Politikerin Julia Reda, schärfste Kritikerin der Reform, twittert dagegen, heute sei "ein schwarzer Tag für die Netzfreiheit". Der SPD-Europapolitiker Tiemo Wölken kritisiert: "Die Parlamentsmehrheit ignoriert die Stimmen hunderttausender junger Menschen." Bundesjustizministerin Katarina Barley sagt, sie "bedaure sehr", dass das Europäische Parlament sich nicht gegen Uploadfilter positioniert habe. "Sie sind der falsche Weg."
welt.de, vdz.de, musikindustrie.de, djv.de

Mitarbeiter: Björn Czieslik

“Spiegel”: Ullrich Fichtner und Matthias Geyer werden nicht Co-Chefredakteur und Blattmacher.


"Besondere Aufgaben": Der "Spiegel" zieht personelle Konsequenzen aus dem Fall Relotius und macht Ullrich Fichtner (Bild, links) nicht wie angedacht zum Co-Chefredakteur und Matthias Geyer (Bild, rechts) nicht zum Blattmacher. Geyer gibt zudem die Leitung des Gesellschaft-Ressorts ab. Gleichzeitig schreibt der Verlag, die interne Untersuchung habe ergeben, "dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft". Fichtner und Geyer bleiben beim "Spiegel". Fichtner wird "Reporter mit besonderen Aufgaben" und soll Titelgeschichten konzipieren und verfassen sowie Großprojekte betreuen. Geyer soll mit dem Titel "Redakteur für besondere Aufgaben" die Textqualität betreuen – im Auftrag der Blattmacher statt als Blattmacher.

Beide sollten ihre Positionen eigentlich zum Jahreswechsel antreten, ließen die Posten jedoch zunächst ruhen. Wer an ihrer Stelle nun die vakanten Posten übernehmen soll, will der "Spiegel" in den kommenden Wochen entscheiden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der bisherigen Vize Özlem Gezer geführt.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background)

Jessica Peppel-Schulz wird Chefin von Condé Nast Deutschland.

Condé Nast holt Jessica Peppel-Schulz als Chefin für Condé Nast Deutschland. Peppel-Schulz war zuletzt fünf Jahre Boss der Digitalagentur UDG. Condé Nasts International-Chef Wolfgang Blau lobt Peppel-Schulz für ihre "weitreichende Führungserfahrung in verschiedenen Sparten des Mediengeschäfts". Ex-Deutschandchef Moritz von Laffert ging zum Jahreswechsel nach fast zehn Jahren.
new-business.de, turi2.de (Background)

Wolfgang Büchner verlässt Madsack – Hannah Suppa und Marco Fenske übernehmen.


Tschüss, Hannover: Die Mediengruppe Madsack und Wolfgang Büchner, zuletzt Geschäftsführer des Redaktionsnetzwerks Deutschland und Entwicklungs-Chefredakteur beim Regionalzeitungs-Riesen, gehen getrennte Wege. Büchner war vor gut zwei Jahren von Ringier zu Madsack gewechselt. Er soll den Verlag weiter beraten, schreibt Madsack in seiner Pressemitteilung. Mit Büchners Abgang steigen Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" und Marco Fenske, Chefredakteur des RND, weiter auf und übernehmen auch die Geschäftsführung der Zentralredaktion.

Büchner war 2017 bei Madsack zunächst als Chief Content Officer angetreten. Ende 2018 hatte der Verlag Büchners Rückzug aus der redaktionellen Verantwortung bekannt gegeben – zugunsten von Fenskes Aufstieg vom Sportchef zum Chefredakteur. Hannah Suppa wirkt seit Juli 2017 als Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", wer ihr in Potsdam nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
madsack.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne. (10/2017)

Gruner + Jahr und Bauer gründen gemeinsamen Vertrieb.


Elefantenhochzeit: Gruner + Jahr und Bauer starten eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit dem Namen "Der Medienvertrieb (DMV)". Die Verlage wollten damit "den veränderten Anforderungen des Marktes" begegnen. Im neuen Unternehmen wollen beide Seiten "alle Vertriebsaufgaben im Einzelvertrieb für Verlagskunden zusammenführen". Das schließe auch das Mandantengeschäft der Partner ein, also von Seiten von Gruner + Jahr unter anderem auch "Spiegel" und "Zeit". Den Abonnementvertrieb und den digitalen Vertrieb wollen beide Seiten weiter eigenständig führen. Mark Schrader, Geschäftsleiter bei Bauers Vertriebsdienstleister VU Verlagsunion, und Marco Graffitti, Geschäftsführer der G+J-Vertriebstochter DPV, sollen das Joint-Venture gleichberechtigt führen.

Die genauen Gesellschafteranteile seien noch offen, schreibt "Horizont", vermutlich werde Bauer jedoch eine Mehrheit halten. Über einen Dienstleistungsvertrag sei zudem gesichert, dass Bauers Vertriebsparte die operativen Aufgaben übernehme. Die Kartellbehörden müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen. Wie viele der Angestellten der beiden jetzigen Vertriebszweige übernommen werden, sei noch unklar.
horizont.net, bauermedia.com,

Media Impact: Chef Hans Hamer gibt an Carsten Schwecke ab.

Media Impact steht vor einem Führungswechsel. Geschäftsführer Hans Hamer (Foto), 55, verlässt den gemeinsamen Vermarkter von Springer und Funke am 1. März "auf eigenen Wunsch". Ihm folgt Carsten Schwecke, 43, zurzeit Geschäftsführer für die Digitalvermarktung bei Media Impact. Hamer leitet seit Oktober 2017 die Geschäfte von Media Impact. Zuvor war er 15 Jahre lang Verlagsgeschäftsführer der Auto-, Computer- und Sport-Gruppe Springers.
axelspringer.com

Aus dem Archiv von turi2.tv: Media-Impact-Chef Hans Hamer: Vermarkter müssen kreativer denken (11/2018)

DuMont plant, sich von den Zeitungen zu trennen.


Unter Druck: DuMont plant, sich von sämtlichen Regionalmedien zu trennen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Sie berichtet aus einem Verkaufsprospekt der Beratung Goetzpartners für DuMont. DuMont bestätigt eine "mögliche Veräußerung von Teilen des Portfolios" als Option, will aber noch keine Entscheidungen getroffen haben.

Den Unterlagen zufolge plant DuMont, sich vom "Kölner Stadt-Anzeiger", dem "Express", der "Berliner Zeitung", dem "Berliner Kurier", der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Hamburger Morgenpost" sowie allen Druckereien und Anzeigenblättern zu trennen. Mögliche Käufer sollen die Offerte zum Jahresbeginn erhalten haben. Neben einem Gebot sollen die Interessenten auch einzelne Bestandteile bewerten - eventuell könnten also auch einzelne Titel an einzelne Käufer gehen.
horizont.net (Paid), twitter.com/epdmedien (DuMont-Statement)

Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an den Investor KKR.


Klappe fällt: Herbert Kloiber verkauft die Tele München Gruppe an US-Investor KKR. Bei KKR soll Fred Kogel, Ex-Chef bei Constantin Medien, die TMG führen. Der Investor will die Gruppe laut Pressemitteilung zu einer Plattform ausbauen, "die vom Filmset bis ins Kino und zur TV-Auswertung die komplette Wertschöpfungskette" abdeckt und dafür weitere Firmen zukaufen.

Kloiber Senior soll bei TMG Mitglied des Beirates werden. Kloibers Sohn, Herbert L. Kloiber, bleibt Geschäftsführer der Kerngesellschaften. Zu dem Medienunternehmen gehören u.a. der gemeinsam mit Disney gehaltene Drittelanteil an RTL2, rund 85% von Odeon Film und zahlreiche TMG-Töchter, z.B. der Concorde Filmverleih und der Privatsender Tele 5.

Kloiber Senior hat die TMG 1977 übernommen, danach die Cinemaxx Gruppe gekauft und mit Medienunternehmen wie Burda, Bauer, Silvio Berlusconis Fininvest und Disney kooperiert. Vor zwei Jahren verkaufte TMG ihre Beteiligung am verlustreichen österreichischen Privatsender ATV an den Österreich-Ableger von ProSiebenSat.1.
presseportal.de, dwdl.de

Tanit Koch wird n-tv-Chefin und Chefredakteurin Zentralredaktion der Mediengruppe RTL.

Kampfansage aus Köln: Die Mediengruppe RTL holt die frühere "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch an Bord. Koch, 41, beerbt Hans Demmel, 63, als n-tv-Geschäftsführerin. Zugleich baut sie als Chefredakteurin eine Zentralredaktion innerhalb der Mediengruppe auf. Koch soll n-tv, die RTL-Redaktionen und RTL.de zu einer Einheit vernetzen – laut RTL zusammen 700 Journalisten. Tanit Koch arbeitet zusammen mit n-tv-Chefredakteurin Sonja Schwetje, RTL-Chefredakteur Michael Wulf und RTL-Interactive-Chefredakteur Jan Rudolph unter dem Digital- und News-Geschäftsführer Jan Wachtel.

Erst im Dezember startete RTL.de als Boulevard-Portal neu und steht thematisch in Konkurrenz zu Bild.de. Koch wird in ihrer neuen Funktion also ihrem Ex-Arbeitgeber Springer auf die Pelle rücken. Dafür wird sie sowohl Managerin als auch Chefredakteurin. Vorgänger Hans Demmel verabschiedet sich nach 26 Jahren aus der Mediengruppe, bleibt aber Chef der Privatsender-Lobby Vaunet. (Foto: Andreas Gebert / Picture Alliance, Montage: turi2)
per Mail, dwdl.de, horizont.net

Karl Lagerfeld ist tot.

In Memoriam Modezar: Karl Lagerfeld ist tot. Laut französischen Medien starb er am Dienstagmorgen in einem Pariser Krankenhaus. Über Lagerfelds Alter gibt es verschiedene Angaben – laut Lagerfeld selbst wurde er 1935 geboren, Klassenkameraden und das kirchliche Taufregister Hamburgs nennen hingegen 1933 als Geburtsjahr.

Lagerfeld war im Januar erstmals nicht bei der Chanel-Schau aufgetreten. Sorgen um seine Gesundheit hatte er dementiert und sich per Video gemeldet. Lagerfeld war seit 1983 Kreativdirektor beim französischen Modehaus Chanel, außerdem entwarf er auch für die italienische Modemarke Fendi und sein eigenes Label.
n-tv.de, bild.de

Handelsblatt-Gruppe streicht 20 bis 30 Stellen, beerdigt Global Edition.


Orange blutet rot: Die Handelsblatt Media Group hat 2018 ihre Finanzziele nicht erreicht und will deshalb den Rotstift ansetzen, sagt Geschäftsführer Frank Dopheide zu "Horizont". Der Umsatz habe 2018 stagniert, das Ergebnis sei gesunken. Bis Ende 2021 will die Handelsblatt-Gruppe laut "Horizont" mehrere Mio Euro sparen: Die Personalkosten sollen um 3 % sinken, was 20 bis 30 Stellen weniger bedeutet. Sie sollen über Vorruhestände entfallen, Kündigungen kommen wohl dazu. Die englischsprachige Digitalausgabe "Handelsblatt Today" bekommt der Verlag "auf absehbare Zeit nicht profitabel" und stellt sie deshalb ein.

Dopheide sagt zu "Horizont": "Wir müssen genügend Finanz- und Managementkraft aufbringen, um unsere Transformation schnell genug umsetzen zu können. Die Ressourcen zum Investieren in neue Produkte und in Technologie müssen wir freischaufeln und steigern." Der Verlag wolle sich künftig auf reine Wirtschaftsthemen fokussieren und habe deshalb auch Meedia verkauft. Damit enden nach dem Abgang Gabor Steingarts auch zwei seiner Projekte: Er hatte Meedia gekauft und die Global Edition des "Handelsblatts" gegründet.
horizont.net

Aus dem turi2.tv-Archiv: Handelsblatt wird zum Bildungs-Unternehmen: Das große Interview mit Frank Dopheide.

Die EU einigt sich auf Leistungsschutzrecht und Uploadfilter.


Hyperlinks-Ruck: Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben sich am Mittwoch auf eine Reform des EU-Urheberrechts geeinigt, die ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger beinhaltet, berichtet die dpa. Künftig sollen Portale wie Google News für die Anzeige von Artikel-Ausschnitten Geld an die Verlage zahlen. Links und kurze Textausschnitte seien demnach weiter erlaubt, Überschriften oder ganze Sätze jedoch nicht.

Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen den Reformvorschlag noch bestätigen. Dies gilt als wahrscheinlich, aber nicht sicher. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in ihrem nationalen Recht festzulegen. In Deutschland existiert bereits ein Leistungsschutzrecht, die Verlage beklagen jedoch, dieses kaum durchsetzen zu können. Auch die umstrittenen Uploadfilter sind Teil des Deals. Bei Twitter trendet der Protest-Hashtag "#NieMehrCDU".
welt.de, heise.de, netzpolitik.org, turi2.de (Background)

Funke strukturiert um und streicht eine dreistellige Zahl von Stellen.

Funke entfacht Sparflamme: Die Funke-Mediengruppe streicht eine dreistellige Zahl von Stellen und will Kosten in Höhe eines zweistelligen Mio-Betrags einsparen, schreibt Ulrike Simon. Dafür werde die Druckerei in Essen mit 120 Mitarbeitern geschlossen. Funke verlagert den Druck der Printtitel komplett an den Standort Hagen und investiert hier einen niedrigen zweistelligen Mio-Betrag.

Auch die Berliner Zentralredaktion ist von den Streichungen betroffen. Der Rotstift wird hier in erster Linie bei den individuellen Anpassungen für die jeweiligen Printtitel angesetzt. Die Serviceredaktion lagert Funke an Tochter Raufeld Medien aus. In der Hauptstadt streicht Funke die Printausgabe "Berliner Morgenpost Kompakt", in NRW werde die Warsteiner Lokalausgabe der "Westfalenpost" wegfallen. In Hamburg plante Funke eine eine zentrale Redaktion für alle Wochenblätter. Die erhofften Synergien aus dem Springer-Funke-Deal mit dem Kauf der Springer-Regionalzeitungen hätten sich bisher nicht eingestellt, schreibt Ulrike Simon.
horizont.net (Paid), funkemedien.de, turi2.de (Background)

Handelsblatt Media Group trennt sich von Branchendienst Meedia, Busch Group übernimmt.


Was im Busch: Die Handelsblatt Media Group verkauft den Branchendienst Meedia an die Busch Group, die u.a. bereits "Blickpunkt:Film" und die "MusikWoche" herausgibt. Das Meedia-Team um Gründungschefredakteur Georg Altrogge (Foto) wechselt damit unter das Dach des Verlegers Timo Busch, der die Marke "weiter ausbauen" will. "Handelsblatt"-Geschäftsführer Frank Dopheide sagt: "Wir sind eine Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstands. Das steht im Mittelpunkt unseres Zukunftsstrategie." Darum habe sich der Verlag entschieden, "Meedia in andere Hände zu geben".

Die Gerüchte um die Verkaufsabsichten kursierten schon eine Weile – weil Meedia die einst erhofften Synergieeffekte zur "Absatzwirtschaft" nicht gebracht habe. Diese wechselt verlagsintern zu Planet C, unter Leitung von Andrea Wasmuth.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (10/2018): Frank Dopheide über die neue Strategie der Handelsblatt Media Group.