Zitat: Jakob Augstein verabschiedet sich von Twitter und Facebook.

"Man kann bei Twitter ein großes Rad drehen, aber es ist eben eines, das sich dauernd durch die Scheiße dreht."

Verleger Jakob Augstein erklärt im Medieninsider-Interview von Marvin Schade, warum er sich aus den sozialen Netzwerken verabschiedet hat. Die "Die Mischung aus Dummheit, Aggression und Mangel an Fantasie" in der Corona-Krise habe ihm den Rest gegeben.
medieninsider.de (Paid), news.gaborsteingart.com (Auszüge)

Facebook sperrt Steve Bannon nicht, der “Enthauptung” von Anthony Fauci fordert.

Facebook löscht die Podcastfolge, in der Ex-Trump-Berater Steve Bannon (Foto) die "Enthauptung" von US-Immunologe Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher Wray fordert, Bannons Konto allerdings bleibt. Laut Facebooks Richtlinien dürfte es das nicht. In einer virtuellen Senatsanhörung sagt Mark Zuckerberg dazu, das Löschen des Kontos entspräche nicht "dem üblichen Vorgehen". Twitter hingegen sperrte Bannons Account.
businessinsider.com

Zitat: Plattformen müssen strenger reguliert werden, sagt Thierry Breton.

"Die großen Plattformen sind inzwischen 'too big to care', zu groß, um ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen."

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industriepolitik, sagt im Interview mit der "Welt am Sonntag", die EU brauche strengere Regeln für Plattformen, weil sie inzwischen systemrelevant sind, aber nicht genug auf gesellschaftliche Konsequenzen achten.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Facebook lässt gemeldete Beiträge nun von der KI vorsortieren.

Facebook-LogoFacebook setzt bei der Moderation von Inhalten ab sofort noch stärker auf künstliche Intelligenz. Künftig sortiert die KI alle automatisch gefilterten und alle gemeldeten Beiträge in eine Reihenfolge, bevor sie den Moderationsteams angezeigt werden. Dadurch soll zum Beispiel Terror-Propaganda schneller gefiltert werden. Bisher lief die Moderation weitestgehend chronologisch ab. Welche Kriterien genau für die Sortierung herangezogen werden, verrät Facebook nicht.
theverge.com

Facebook führt bei Messenger und Instagram einen Verschwinde-Modus ein.

Selbstzerstörend: Facebook führt bei seinem Messenger sowie bei Instagram einen Vanish-Mode ein, bei dem Nachrichten nach einmaligem Lesen aus dem Chat-Verlauf verschwinden. Macht jemand einen Screenshot der Mitteilung, bekommt der andere einen Hinweis. Das neue Feature ist - wie schon häufiger bei Facebook - der Klon einer der Kernfunktionen von Snapchat.
mashable.com, techcrunch.com, messengernews.fb.com

Google, Amazon und Facebook wachsen in der Krise, nur Apple enttäuscht.

Tech-Konzerne kommen gut durch die Krise: Google-Mutter Alphabet steigert ihren Umsatz im 3. Quartal um 14 % auf 46,2 Mrd Dollar. Wachstumstreiber ist vor allem Werbung bei YouTube. Der Gewinn wächst um mehr als ein Fünftel auf 11,2 Mrd Dollar. Bei Amazon steigt der Umsatz um 37 % auf 96,1 Mrd Dollar, der Gewinn verdreifacht sich auf 6,3 Mrd Dollar. Facebook profitiert von den US-Wahlen: Der Umsatz klettert um 22 % auf fast 21,5 Mrd Dollar, der Gewinn wächst um 29 % auf rund 7,85 Mrd Dollar. Nur Apple enttäuscht: Der Umsatz des iPhone-Konzerns sackt um 20,7 % auf 26,4 Mrd Dollar ein, der Gewinn geht um 7,4 % auf knapp 12,7 Mrd Dollar zurück.
handelsblatt.com, spiegel.de

Hör-Tipp: Facebook startet den neuen Podcast “Facebook Briefing”.

Hör-Tipp: Mit dem "Facebook Briefing" startet Facebook einen neuen deutschsprachigen Podcast, der Fragen zu Technologie und Facebooks Verantwortung geben soll. Hendrik Wieduwilt moderiert. In der ersten Folge mit dem Thema "Umgang mit Verschwörungstheorien" erklärt Psychologin Pia Lamberty, wie Verschwörungstheorien entstehen. Johannes Baldauf von Facebook wirbt u.a. für das Factchecking-Programm von Facebook.
facebook.com, podigee.io (47-Min-Audio)

Studie: Unternehmen investieren wieder mehr in Social-Media-Werbung.

Facebook-LogoOnline-Marketing: Die Ausgaben für Werbung in sozialen Netzwerken sind im 3. Quartal um mehr als 56 % gestiegen und somit wieder auf Vor-Corona-Niveau. Laut der internationalen Studie von Socialbakers liegt das vor allem an mehr Werbeschaltungen im E-Commerce-Bereich. Besonders gut funktioniert haben demnach u.a. Facebook Live sowie Karussell-Posts bei Instagram.
horizont.net (Paid), meedia.de

Freibrief für Digital-Plattformen wird in den USA zum Politikum.

Netz-Zensur: Die Chefs von Facebook, Google und Twitter verteidigen vor dem US-Senat die als Section 230 bekannte Regelung, die ihre Plattformen von der Verantwortung für Inhalte ihrer Nutzer*innen freispricht. Facebook-Boss Mark Zuckerberg argumentiert, ohne diesen Freibrief würden sie wohl mehr zensieren, gibt sich aber offen für eine Reform. Die US-Demokraten fordern härteres Vorgehen gegen Hass und Lügen, die Republikaner wünschen sich eine Verpflichtung zur "Neutralität".
sueddeutsche.de, stern.de, futurezone.at, handelsblatt.com

Facebook startet Gratis-Angebote für Cloud-Gaming.

Facebook wagt sich ins Cloud-Gaming-Geschäft: Das soziale Netzwerk konzentriert sich dabei auf kostenlose und mobile Spiele - anders als etwa Amazon, Google oder Microsoft, die gegen Gebühr Desktop- und Konsolenspiele anbieten. Abrufbar sind die Spiele am Computer über die Facebook-Gaming-Seite sowie mobil über eine Android-App. Auf iOS-Geräten ist der Dienst vorerst nicht verfügbar, weil Facebook bei Apple jedes Spiel einzeln einreichen müsste.
theverge.com, cnet.com

Facebook legt sich mit Forscher*innen der NYU an.

Facebook-LogoFacebook rüffelt Forscher*innen der New York University, die für ein Forschungsprojekt Daten mit einer Browser-Erweiterung sammeln. Es soll zeigen, wie politische Akteure Wahl-Werbegelder bei Facebook investieren und welche Wähler*innen sie ansprechen. Facebook ist dieser externe Detailblick nicht lieb: Das Netzwerk beruft sich auf seine AGB, die die Sammlung von Massendaten ausschließen, und droht mit "Durchsetzungsmaßnahmen", wenn das Projekt nicht eingestellt wird.
mashable.com

Microsoft verlängert Home Office bis Juli 2021.

Microsoft 150Microsoft kündigt an, seine Mitarbeiter*innen bis 6. Juli kommenden Jahres im Home Office zu belassen. Bisher galt die Maßgabe nur bis zum Januar. Andere Tech-Giganten wie Google, Amazon und Facebook peilen ebenfalls den Sommer für eine Rückkehr der Belegschaft an. Twitter und Dropbox werden ihre Angestellten gar nicht mehr in die Büros zurückbitten. Apple-CEO Tim Cook deutete zuletzt ähnliches für sein Unternehmen an.
zdnet.com, businessinsider.com

Facebook startet seine Dating-Funktion in Deutschland.


Gefällst mir: Facebook schaltet seine Dating-Funktionen heute in Deutschland und fast allen anderen europäischen Ländern frei. Facebook Dating ist ein separater Bereich innerhalb der Facebook-App, bei der Nutzer*innen ein Dating-Profil erstellen können. Liebessuchende können hier Storys teilen, sich zu Videochats verabreden oder bei Veranstaltungen gleichgesinnte suchen. Eine "heimlicher Schwarm"-Option ermöglicht es, heimlich Interesse an Facebook-Kontakten zu bekunden. Beide Seiten werden nur bei beidseitigem Interesse informiert.

Die Funktionen waren bisher bereits in 20 Regionen, allen voran den USA, aktiv. Laut Facebook wurden weltweit bisher bereits über 1,5 Mrd Matches erzielt. Ursprünglich hatte Facebook der Start seiner Datingangebote in Deutschland bereits zum Valentinstag, also dem 14. Februar, geplant. Wegen Problemen hatte Facebook den Start dann aber kurzfristig auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben. (Foto: Rafael Henrique / Zuma Press / Imago Images)
per Mail

Meinung: Soziale Netzwerke zersetzen US-Demokratie.

Twitter, Facebook und Co sind in den USA zur "rea­len Ge­fahr für die de­mo­kra­ti­schen Pro­zes­se und In­sti­tu­tio­nen" ge­wor­den, bilanzieren Patrick Beuth, Guido Mingels und Roland Nelles. Die drei zeichnen die Twitter-Karriere eines falschen Gerüchts über einen angeblich linken Polizistenmord in Oakland nach. Der Unterschied zwischen den Wahlen 2016 und 2020 sei, dass heute nicht mehr nur ausländische Kräfte, sondern vor allem US-Amerikaner*innen selbst auf den Plattformen mit Schmutz um sich schmissen.
"Spiegel" 43/2020, S. 68-72 (Paid)

Twitter untersagt das Leugnen des Holocausts.

Twitter verbietet die Holocaust-Leugnung. Das Netzwerk will dafür keine neuen Regeln einführen und verweist auf eine bestehende Richtlinie, die Glorifizierung und Leugnung von Gewalt verbietet und die Twitter nun entsprechend auslegt. Die Aussagen können als Reaktion auf Facebooks Ankündigung gelten, ein Verbot der Holocaust-Leugnung einzuführen.
bloomberg.com, turi2.de (Background)

Meinung: Instagram mausert sich zur Verschwörungs-Plattform.

Instagram ist alles andere als ein harmloses Wohlfühlnetzwerk, analysieren Amna Franzke und Lisa Hegemann. Auch in der dort "perfekt inszenierten Welt" machen sich immer mehr Verschwörungstheorien breit. Ideologen haben auf Instagram vor allem junge Menschen im Visier, Influencer*innen mit entsprechenden Posts wirken besonders authentisch und realistisch.
zeit.de

Facebook verbietet Holocaust-Leugnung weltweit.

Facebook-LogoFacebook verbietet "angesichts des aktuellen Zustands der Welt" alle Beiträge, die den Holocaust leugnen. Bisher sperrte das Soziale Netzwerk entsprechende Posts nur in Ländern, in denen das Leugnen des Holocaust illegal ist - etwa in Deutschland. Die Entscheidung gilt auch für Instagram; wann Facebook sie konkret umsetzt, ist noch unklar.
facebook.com (Statement Zuckerberg), spiegel.de

Meinung: Amerikas Tech-Konzerne fürchten sich vor einem Wahlsieg Bidens.

Silicon Valley drückt Donald Trump insgeheim die Daumen, schreibt Thomas Jahn im "Handelsblatt". Trumps Attacken auf die Unternehmen seien oft rein verbal und wenig systematisch. Bei einem Biden-Wahlsieg "müssen Amazon, Facebook & Co mit einem fundamentaleren Angriff aus Washington rechnen", sagt Jahn. Der demokratisch geprägte Rechtsausschuss im US-Repräsentantenhaus wirft den Tech-Konzernen u.a. vor, Monopole zu bilden und die amerikanische Wirtschaft und Demokratie zu gefährden.
handelsblatt.com

US-Politiker*innen wollen Macht von Google, Facebook & Co einschränken.

Mehr Regeln: Der Wettbewerbs-Unterausschuss im US-Repräsentantenhaus findet, dass Amazon, Apple, Facebook und Google zu mächtig geworden sind und ihre Marktmacht missbrauchen. Das sagt ein in der Nacht veröffentlichter Untersuchungsbericht. Die Parlamentarier*innen empfehlen u.a. ein Verbot, eigene Produkte zu bevorzugen und bei künftigen Übernahmen kartellrechtlich früher einzuschreiten.
spiegel.de

Facebook entfernt Verschwörungstheorie-Inhalte rund um QAnon.

Facebook will Nutzerkonten, Gruppen und Instagram-Profile entfernen, die im Bezug zur Verschwörungstheorie-Bewegung QAnon stehen. Künftig sind auch Seiten betroffen, die keine gewalttätigen Inhalte veröffentlichen. Im August hatte Facebook bereits Mitglieder*innen gesperrt, die sich über potentielle Gewalttaten austauschen.
zeit.de, about.fb.com, turi2.de (Background)

Facebook löscht Anzeige von Donald Trump.

Facebook-LogoFacebook entfernt Wahlwerbung von Donald Trump. In den Spots hieß es, Joe Biden sei "gefährlich für Amerika", weil er Flüchtlinge ins Land lassen wolle. Das Trump-Team stellte dabei einen Bezug zu Terror und Corona her. Facebook begründet die Löschung damit, dass das Unternehmen nicht erlaube, dass Menschen wegen ihrer Herkunft als Bedrohung für Sicherheit oder Gesundheit anderer dargestellt werden.
spiegel.de

Lobbycontrol legt Beschwerde gegen Facebook und Co bei EU-Lobbyregister ein.

Undurchsichtig: Die US-Tech-Riesen Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft kennzeichnen ihre inhaltliche und finanzielle Lobbyarbeit in Europa teils nicht transparent, das Mitwirken an sogenannten Think Tanks bleibt etwa bei Facebook unerwähnt, findet Lobbycontrol heraus. Die Organisation hat deshalb Beschwerde beim zuständigen EU-Lobbyregister eingereicht.
lobbycontrol.de via spiegel.de

Facebook löscht zwei Propaganda-Netzwerke.

Facebook-LogoFacebook verbannt zwei Netzwerke mit zahlreichen Fake Accounts, die Regierungspropaganda verbreitet haben. Ein Netzwerk stammte von den Philippinen, das andere aus China. Zusammen umfassten die Netzwerke 212 Accounts, 42 Seiten, neun Gruppen und 27 Instagram-Konten. Das chinesische Netzwerk nutze für seine Fake-Profile KI-generierte Profilbilder
techcrunch.com

EU plant strengere Regeln für marktberrschende Tech-Riesen.

EU-Kommission plant verschärfte Regeln für US-Tech-Riesen zur Wahrung des fairen Wettbewerbs, schreibt die "Financial Times". Sie will Branchengrößen notfalls zerschlagen oder zwingen, europäische Ableger zu verkaufen, wenn sie den Markt zu stark dominieren. EU-Kommissar Thierry Breton plädiert im Extremfall auch für die Möglichkeit, große Tech-Konzerne komplett vom europäischen Markt auszuschließen. Das Regelwerk zum Digital Services Act soll bis Ende 2020 vorliegen.
ft.com (Paid), faz.net

Facebook verpasst Gruppen strengere Regeln.


Gruppenhaft: Facebook zieht die digitalen Daumenschrauben im Kampf gegen Hassbotschaften etwas enger. Künftig gelten für Gruppen und deren Mitglieder strengere Regeln. Löscht Facebook eine Gruppe, dürfen künftig nicht nur die Admins, sondern auch die Moderator*innen für 30 Tage keine neue Gruppe gründen. Versuchen sie im Anschluss eine andere Gruppe zu gründen, die gegen Regeln verstößt, verlängert sich diese Frist erneut um 30 Tage. Gruppenmitglieder, die in einer Gruppe gegen die Richtlinien verstoßen haben, müssen für 30 Tage alle ihre Posts von Moderator*innen freischalten lassen. Genehmigen diese verletzende Postings, wird die Gruppe ganz gelöscht.

Facebook will zudem Gruppen ohne aktive Administratoren ausfindig machen. Hier sucht das Netzwerk proaktiv nach Mitgliedern, die diese Rolle ausfüllen können. Bleibt die Suche ergebnislos, wandert die Gruppe ins Archiv. Gruppen zu Gesundheitsthemen schlägt Facebook seinen Nutzer*innen künftig nicht mehr vor, über die Suche sind sie aber weiter auffindbar.

Facebook versucht mit den neuen Maßnahmen Herr über Verschwörungstheorien, Fake News und Hassbotschaften zu werden, für die das Netzwerk wiederholt in die Kritik geraten ist. Ob die Maßnahmen dafür ausreichen, bleibt jedoch fraglich. Erst Mitte August hat Facebook rund 900 Gruppen und Seiten der QAnon-Bewegung verbannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Zitat: Kim Kardashian ruft zum Boykott von Instagram und Facebook auf – für einen Tag.

"Ich kann nicht zusehen und still bleiben, während diese Plattformen es weiterhin erlauben, Hass, Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten."

Reality-Star Kim Kardashian boykottiert für einen Tag Instagram und Facebook. Sie schließt sich damit dem Aufruf der Aktion #StopHateForProfit an, dem u.a. auch Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence folgen.
instagram.com via spiegel.de, zeit.de

Facebook reagiert auf Vorwürfe, Manipulationen ignoriert zu haben.

Facebook-LogoFacebook reagiert mit Floskeln auf die Vorwürfe von Ex-Mitarbeiterin Sophie Zhang, Manipulationsversuche ignoriert und verschwiegen zu haben. Ein Sprecher verweist auf Facebook-Teams, die Fake-Accounts und einen Missbrauch der Plattform bekämpfen: "Wir untersuchen jede Angelegenheit gewissenhaft, einschließlich der von Frau Zhang genannten, bevor wir aktiv werden oder als Unternehmen an die Öffentlichkeit gehen." Ein geleaktes internes Memo von Zhang hatte Facebook in Erklärungsnot gebracht.
Quelle: Stellungnahme per Mail, turi2.de (Background)

Statement im Wortlaut:

"We’ve built specialized teams, working with leading experts, to stop bad actors from abusing our systems, resulting in the removal of more than 100 networks for coordinated inauthentic behavior. It’s highly involved work that these teams do as their full-time remit. Working against coordinated inauthentic behavior is our priority, but we’re also addressing the problems of spam and fake engagement. We investigate each issue carefully, including those that Ms. Zhang raises, before we take action or go out and make claims publicly as a company."

Geleaktes Memo: Facebook soll globale politische Manipulation ignoriert haben.


Nichts gesehen? Nichts gesehen? Facebook-Chef Mark Zuckerberg und andere Führungskräfte des Konzerns sollen tatenlos zugesehen haben, wie führende Politiker*innen weltweit über Facebook Bürger*innen manipulieren. Die gefeuerte Facebook-Daten­wissen­schaftlerin Sophie Zhang schreibt in einem geleakten, internen Memo: "Ich habe mehrere eklatante Versuche ausländischer Regierungen erlebt, unsere Plattform zu missbrauchen, um ihre eigenen Bürger in die Irre zu führen. Ich habe persönlich Entscheidungen, die nationale Präsidenten betrafen, ohne Aufsicht getroffen." Facebook ignoriere Beweise, dass Fake-Konten und Bots Wahlen und die öffentliche Meinung manipulieren.

Zhang habe etwa in Indien, der Ukraine, Spanien, Brasilien, Bolivien und Ecuador Beweise für koordinierte Kampagnen gefunden. Fake-Konten, die Zhang und weitere Facebook-Mitarbeiter*innen löschten, waren "innerhalb von zwei Wochen wieder da und hatten wieder ähnliche Benutzerzahlen". Ein Jahr, nachdem das Netzwerk angekündigt hat, rigoros gegen Fake-Konten vorzugehen, seien die noch immer "lebhaft und erfolgreich" aktiv. Die Lösch-Kolonnen seien angesichts riesiger Netzwerke gefälschter Konten überfordert. Facebook verschweige der Öffentlichkeit die meisten Fälle.
buzzfeednews.com, theverge.com, turi2.de (Reaktion Facebook)

Zitat: Google und Facebook sind Sklaven ihrer Geschäftsmodelle, sagt Tech-Kritiker Tristan Harris.

"Sie sind wie Geiseln in einem Video von Geiselnehmern, reden sinnloses Zeug. Denn außerhalb der Kamera steht jemand mit einer Waffe und zielt auf ihren Kopf. Die Waffe ist das Geschäftsmodell."

Tristan Harris, Ex-Designethiker bei Google, dann Mitbegründer des Center for Humane Technology, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", Google- und Facebook-Manager*innen sähen Plattformen "ausschließlich unter Effizienz-Gesichtspunkten".
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Unser Vertrauen in Informationen kollabiert. Das ist viel wichtiger als die Frage nach Farben und Benachrichtigungen auf unseren Handys."

"Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. 'Gratis' ist das teuerste Geschäftsmodell."

"Facebook ist eine Maschine, die die Demokratie tötet. Und dagegen tut der Konzern nichts, es ist ja sein Geschäftsmodell. Er müsste den Nachrichten-Feed oder die Werbung für längere Zeit abschalten, zumindest während Wahlkämpfen."

Facebook startet reines Uni-Netzwerk.

Back to the roots: Facebook, einst als reine Uni-Plattform gestartet, verpasst sich einen Uni-Ableger namens "Facebook Campus". Student*innen können sich mit ihrer Studi-Mail-Adresse anmelden und sollen nur Infos im Newsfeed sehen, die für ihre jeweilige Hochschule relevant sind. Das Netzwerk verspricht sich davon ein Wiedersehen mit jungen Leuten, die kaum noch auf Facebook angemeldet sind.
mashable.com, techcrunch.com, about.fb.com

Irische Datenschützer wollen Facebook Daten­austausch zwischen EU und USA verbieten.

Facebook-LogoFacebook muss womöglich seinen Umgang mit den Daten europäischer Nutzer*innen überarbeiten. Die irische Daten­schutz­behörde ordnet in einem vorläufigen Erlass an, dass Facebook Nutzer-Daten aus der EU künftig nicht mehr in die USA übertragen darf. Eine finale Entscheidung soll Ende 2020 fallen. Facebook warnt vor weitreichenden Auswirkungen für trans­atlantische Geschäfte.
politico.eu, wsj.com (Paid), reuters.com, nytimes.com, fb.com

BGH: Angehörige haben Anspruch auf Facebook-Zugang von Verstorbenen.


Digitaler Nachlass: Facebook muss den Hinterbliebenen von Verstorbenen direkten Zugriff auf deren Facebook-Konto geben, entscheidet der Bundesgerichtshof. Ein unstrukturiertes Datenpaket reicht nicht, berichten ARD und dpa. Geklagt hatte die Familie einer 15-Jährigen, die 2012 von einer U-Bahn erfasst und dabei getötet wurde. Die Angehörigen erhoffen sich aus Chat-Nachrichten Hinweise darauf, ob es sich um einen Suizid gehandelt hat. Schon 2018 hatte der BGH entschieden, dass das soziale Netzwerk das digitale Erbe des Mädchens an die Eltern übergeben muss. Facebook hatte der Familie aber lediglich einen USB-Stick mit einen 14.000-seitigen PDF-Dokument überreicht.

Nach Ansicht der Richter, muss Facebook den Eltern Zugang zum vollständigen Benutzerkonto gewähren, mit der Möglichkeit, "vom Konto und dessen Inhalt auf dieselbe Art und Weise Kenntnis nehmen zu können", wie dies die Verstorbene habe tun können. Dabei komme es nicht darauf an, dass die Eltern das Konto theoretisch auch aktiv nutzen könnten, wofür es aber keine Anhaltspunkte gibt. Im Urteil von 2018 hatte der BGH klargestellt, dass digitale Inhalte aus erbrechtlicher Sicht genauso zu behandeln sind wie Tagebücher und persönliche Briefe. (Foto: Timm Schamberger / dpa / Picture Alliance)
tagesschau.de, sueddeutsche.de

Dritte Partnerin: AFP prüft für Facebook Fakten in Deutschland.

AFP prüft für Facebook künftig Fakten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dafür will die Nachrichten­agentur ein eigenes Büro mit Journa­list*innen in Berlin aufbauen. Das Recherche-Netzwerk Correctiv und die dpa helfen Facebook seit 2017 beziehungsweise 2019 beim Aufspüren von Fake News.
about.fb.com, turi2.de (dpa und Facebook), turi2.de (Correctiv und Facebook)

Facebook erlaubt eine Woche vor der US-Wahl keine neuen Polit-Anzeigen mehr.


Wake me up when election ends: Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigt an, dass sein Netzwerk ab dem siebten Tag vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November keine neuen politischen Anzeigen mehr ausspielen wird. Das soll Falschinformationen eindämmen, die bis zur Wahl womöglich nicht mehr richtiggestellt werden könnten. Anzeigen, die vorher gebucht und bereits einmal ausgespielt wurden, dürfen aber weiter laufen, so Zuckerberg. In einem Post schreibt der CEO, dass er ein erhöhtes Risiko von Unruhen fürchte, da das Land gespalten sei und es möglicherweise Tage oder Wochen dauern könnte, bis das Wahlergebnis endgültig feststeht.

Zuckerberg verweist in seinem Post außerdem auf die Zusammenarbeit mit Reuters. Geplant sei, die Posts von Kandidat*innen oder Parteien, die vor der endgültigen Auszählung der Stimmen einen Sieg verkündeten, mit korrigierenden Hinweisen zu versehen. Außerdem würden Beiträge gelöscht, die einen Zusammenhang mit erhöhter Corona-Ansteckungsgefahr bei der Wahl herstellten.

Facebook will es anscheinend besser machen als noch 2016 und sich diesmal mit einem ganzen Maßnahmenpaket vor dem Vorwurf schützen, nicht ausreichend gegen Falschinformationen und Wahl-Beeinflussung vorzugehen.
spiegel.de, theverge.com, facebook.com (Post Zuckerberg), edition.cnn.com, nytimes.com, turi2.de (Background)

Facebook stoppt deutschlandweit den Verkauf von Oculus-VR-Brillen.

Facebook-LogoFacebook nimmt seine Oculus-VR-Brillen in Deutschland aus dem Handel. Grund ist eine Änderung der Nutzungsbedingungen, schreibt die "Welt". Ab Oktober sollen Neukund*innen die Brillen nur noch mit einem Facebook-Account benutzen können. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar ist skeptisch - er will das Thema an die Irische Datenschutzkommission weiterleiten, die auf europäischer Ebene zuständig ist.
welt.de

Facebook sperrt Accounts von “Compact”.

Facebook sperrt Accounts des rechten Magazins Compact, weil es "gegen das interne Regelwerk verstoßen" habe. Sowohl die Facebook-Seite als auch der Instagram-Kanal der Zeitschrift sind nicht mehr zugänglich. Grund sind laut Facebook nicht die jüngsten Forderungen, das Unternehmen müsse konsequenter gegen Hass im Netz vorgehen, sondern ein "langwieriger interner Prüfprozess."
tagesschau.de