Sigrid Osterrieth wird Mitteleuropa-Kommunikatorin für Meta.

Liefert ab: Kommunikations­chefin Sigrid Osterrieth wechselt von Delivery Hero zu Meta. Als Director Communications Central Europe wird sie für den Tech-Konzern künftig die Kommunikation in den mittel­europäischen Ländern betreuen. Sie folgt auf Tina Kulow, die im Sommer zu SAP gewechselt ist. Vor ihrer Tätigkeit bei Delivery Hero hat Osterrieth u.a. auch für Zalando und Trivago gearbeitet.
kom.de , turi2.de (Background)

Facebook erzielt vorläufige Einigung im Datenmissbrauchs-Prozess.

Facebook will den Rechtsstreit im Cambridge-Analytica-Skandal mit einer "Grundsatzeinigung" beilegen. Bei einem Gericht in San Francisco habe der Meta-Konzern einen solchen Entwurf sowie einen Antrag auf die Aussetzung des Verfahrens für 60 Tage eingereicht, um die Vereinbarung schriftlich auszuarbeiten. Aus den Unterlagen geht keine Entschädigungssumme hervor. 2018 hatten User Facebook wegen der Weitergabe von 87 Mio Nutzerdaten verklagt.
spiegel.de

Meistgeklickter Kopf nach Schlesinger war gestern Julia Reuss.

Meistgeklickter Kopf nach Patricia Schlesinger war gestern Julia Reuss, oberste Lobbyistin in Europa von Meta. Ein "Bunte"-Interview von Reuss und ihrem Ehemann, dem Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer, hatte am Mittwoch die Runde gemacht. Der geschasste Co-CEO von RTL Deutschland, Stephan Schäfer, ist auf Platz 3.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 17.8.2022)

Lese-Tipp: Die Hooligans gegen Satzbau lassen die Masken fallen.

Lese-Tipp: Seit zwölf Jahren schießen die Hooligans gegen Satzbau online gegen Nazi­parolen und rechte Hass- und Hetz­kampagnen – bisher immer anonym. Nun legen Kiki Klugscheißer und ihr Ehemann Grafikhool die Masken ab und gleichzeitig ihre Marke ad acta. Melanie Skurt hat die beiden für das Magazin "Veto" besucht, die kritisieren: "Heute kannst du kaum noch einen Witz machen, ohne dass er komplett seziert wird."
veto-mag.de via bildblog.de

Meta startet den Podcast “Net New” zum Thema Internet.

Meta startet den Podcast "Net New – der Meta-Podcast" rund um das Thema Internet. Moderatorin ist Schauspielerin Jana Riva, alle zwei Wochen spricht sie mit Expertinnen zu Netz-Themen. Auf dem Plan stehen u.a. Folgen zum Metaversum, der Post-Cookie-Ära und der Revolution des Shoppings. In den Wochen zwischen den einzelnen Ausgaben sind vertiefende "Deep Dives" geplant.
about.fb.com

Debatte: Sascha Lobo hofft auf eine westliche TikTok-Kopie.

TikTokisierung: "Spiegel"-Kolumnist Sascha Lobo wünscht sich, dass es Facebook, YouTube und Co gelingt, wie TikTok zu werden. Die Kurzvideo-App passe ihre Inhalte "weltweit den Maßstäben der chinesischen Diktatur" an, im Zweifel werde die chinesische Regierung ihre "mittelbare TikTok-Macht radikal missbrauchen". In liberalen Demokratien seien die Probleme der sozialen Netzwerke dagegen "mittelfristig bewältigbar".
spiegel.de

Basta: Neue Meta-KI hat gemischte Gefühle für Mark Zuckerberg.

Kesse KI: Der neue Chatbot von Meta, "BlenderBot 3", ist sich offenbar noch nicht ganz sicher darüber, was er von seinem Schöpfer Mark Zuckerberg halten soll. Fragt man den Bot nach ihm, bekommen User z.B. als Antwort, dass Zuckerberg "ein toller Typ sei", aber auch, dass er "unheimlich und manipulativ" sei. Anders als viele Facebook-User muss der Bot wohl noch lernen, was es heißt, eine eindeutige Meinung zu haben.
businessinsider.de

Debatte: Soziale Netzwerke als “Entdeckungsmaschinen” schaden dem Influencer-Marketing.

Algorithmus-Allmacht: Für Influencerinnen ist es ein Nachteil, dass Facebook und Instagram TikTok ähnlicher werden und vor allem algorithmus-basierte Inhalte zeigen wollen, schreibt Philipp Bovermann in der "Süddeutschen". Die Followerzahl als einst "harte Währung" verkomme damit "zu nur einem Faktor unter vielen". Die Unverwechselbarkeit der jeweiligen Beiträge werde wichtiger als die Unverwechselbarkeit des Ich als Marke. "Das ist Turbokapitalismus und gleichzeitig Turbo-Planwirtschaft im Reich der Ideen", schreibt Bovermann. Jeder könne Aufmerksamkeit bekommen, aber die KI werde zur Zentralinstanz.
sueddeutsche.de

Debatte: Meta steht vor der Herausforderung, junge Generationen zu erobern und ältere zu halten.

Schlechte Kopie? Bei dem Versuch, die Gen Z zu erobern, darf Meta die älteren Generationen nicht vergraulen, schreibt "Süddeutsche Zeitung"-Journalist Simon Hurtz. Millennials, Gen X und Boomer würden keinen TikTok-Klon wollen, sondern lieber "das gute, alte Instagram. Ihnen sei eine App wichtig, "die sie kennen und verstehen".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Meta erstmals ohne Umsatz-Wachstum seit dem Börsengang 2012.


Daumen runter: Facebook-Mutter Meta erleidet im 2. Quartal den ersten Umsatzeinbruch seit dem Börsengang 2012 – wenngleich der Verlust moderat ausfällt. Um 1 % auf 28,8 Mrd Dollar fallen die Erlöse, Analysten hatten mit 28,9 Mrd gerechnet. Größer ist das Minus beim Gewinn, hier geht es um 36 % auf 6,7 Mrd Dollar runter. Schuld daran seien vor allem höhere Personalkosten. Für das laufende Quartal erwartet Meta Umsätze zwischen 26 bis 28,5 Mrd Dollar, Anleger hatte eine Umsatzprognose von 30,3 Mrd Dollar erwartet. Zur Einordnung: Im 3. Quartal 2021 waren knapp 28,3 Mrd Dollar Umsatz drin.

Auf die User-Zahlen kann Meta dagegen teilweise positiver blicken: Die Zahl der weltweit täglich aktiven Nutzer liegt bei 1,97 Mrd, also leicht über den erwarteten 1,95 Mrd. Rund 2,93 Mrd Menschen nutzen Facebook mindestens einmal im Monat, bei 2,95 Mrd lag die Analysteneinschätzung.

Darüber hinaus hat Meta derzeit Ärger mit der FTC: Die Handelsbehörde will dem Konzern von Mark Zuckerberg den Kauf der VR-Firma Within Unlimited verbieten. Mit der Übernahme könnten weniger Wettbewerb und höhere Preise einhergehen, argumentiert die FTC. Meta kritisiert, die Klage bestehe aus "Ideologie und Spekulationen" statt aus Fakten.
handelsblatt.com, deraktionaer.de, cnbc.com

Facebook beteiligt Video-Creator an Musiklizenz-Einnahmen.

Moneten mit Musik: Facebook startet das neue Monetarisierungs-Feature "Music Revenue Sharing", mit dem Video-Ersteller künftig 20 % der Einnahmen aus Musiklizenzen erhalten. Voraussetzung ist, dass das Musikstück 60 Sekunden oder länger im Clip zum Einsatz kommt. Weitere, von Meta nicht näher definierte, Anteile gehen an die jeweiligen Musik-Rechteinhaber und den Konzern selbst.
about.fb.com, deraktionaer.de

Debatte: Das EU-Digitalgesetz “vernichtet die Pressefreiheit im Internet”.

Zensur-Angst: Der beschlossene Digital Services Act der EU "vernichtet die Pressefreiheit im Internet", befürchtet Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik des MVFP, in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Plattformen dürften legale Presse dann mit Blick auf AGB-Verstöße "nach ihren eigenen Maßstäben verbieten"; die Internet-Giganten würden somit "endgültig die Kontrolle über die freie Meinungsbildung" übernehmen.
zeitung.faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Mit Facebook lässt sich noch Reichweite generieren, sagt Andreas Rickmann.

Hör-Tipp: Der erste Satz eines Facebook-Postings ist unheimlich wichtig, sagt Journalist und Social-Media-Berater Andreas Rickmann im "Horizont"-Podcast "Newsfluence!". Diesen brillant und präzise zu schreiben, lohne sich für Redaktionen, da Facebook weiterhin relevant für die Reichweite und der "direkte Eintritt zur Marke" sei. Wichtig sei jedoch, die eigene Seite regelmäßig zu bespielen und die Insights zu analysieren. Rickmann rät, nicht auf die Relevanz der Plattform in fünf Jahren zu setzen, sondern "mit Facebook im Hier und Jetzt" zu leben.
horizont.net (32-Min-Audio)

Zitat: Meta und Google kopieren “die schlimmsten Praktiken von TikTok”.

"Genauso gut könnte man auch Crack in Kitas und auf dem Pausenhof verteilen."

Digitalexperte Richard Gutjahr kritisiert auf seinem Blog, dass u.a. Meta neuerdings "die schlimmsten Praktiken von TikTok" kopiert und auf Dauerschleifen-Videos auf der Startseite setzt: Das sei "extrem suchtgefährdend, vor allem bei psychisch labilen Menschen und bei Jugendlichen".
gutjahr.biz, turi2.de (Background)

Basta: Facebook verpasst sich neuen Anstrich nach TikTok-Vorbild.

Silver-Dancer: Facebook modelt seine Startseite um. Der Home-Tab zeigt jetzt nicht mehr nur Inhalte von Freunden, sondern auch vom Algorithmus empfohlene Inhalte und Dauerschleifen-Videos von Seiten, denen man nicht folgt – wie bei TikTok. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Best Ager lasziv dreinblickend im Fahrstuhl stehen, ihre Hüften zu angesagten Hits schwingen oder keck auf Besen reiten.
about.fb.com, t3n.de

Zahl des Tages: Facebook und Co können 52 % der Internet-Aktivitäten verfolgen.

Zahl des Tages: Bis zu 52 % der Surf-Aktivitäten aller Internetnutzer könnten Social-Media-Plattformen wie Facebook technisch nachvollziehen und speichern, sagt eine Studie des DIW Berlin. Das entspreche rund 40 % der von den Menschen im Internet verbrachten Zeit. Möglich machen das sogenannte Tracker, welche die Anbieter über Like-, Share- oder Login-Buttons laden.
diw.de via heise.de

Lese-Tipp: Welchen Einfluss TikTok auf die Social-Media-Welt hat.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" beschreibt, wie es durch TikTok zu einem "großen Umbruch in der Social-Media-Welt" kommt. Die Kurzvideo-App zwinge Google und Meta zu Veränderungen, u.a. weil sich das Nutzerverhalten ändert. Social-Media-Berater Matt Navarra prognostiziert eine "Tiktok-ifizierung der sozialen Medien und von Apps im Allgemeinen": Kurze Videos und vertikales Scrollen würden zum Standard werden.
handelsblatt.com

Facebook muss in den USA sein System zur Personalisierung von Wohnungsanzeigen ändern.

Meta muss nach einer Diskriminierungs­klage der US-Regierung sein System zur Personalisierung von Wohnungs­anzeigen auf Facebook ändern und eine Strafe von rund 115.000 Dollar zahlen. Dem liegt der Vorwurf zugrunde, Menschen mit bestimmter Hautfarbe, Religion oder Herkunft hätten auf der Plattform jahrelang bestimmte Immobilien­anzeigen nicht angezeigt bekommen.
spiegel.de

Video-Tipp: Philipp Walulis beleuchtet den Metaverse-Hype.

Video-Tipp: Philipp Walulis katapultiert sich ins "Waluverse", um das Metaverse von Mark Zuckerberg zu erklären – und aufzuzeigen, welche Schattenseiten die virtuelle Welt hat. Erste Userinnen berichten z.B. von Cybermobbing und sexueller Belästigung; durch die VR-Brille fühle sich die Situation für die Opfer echt an, während die Täter anonym bleiben. Neu ist die Idee des Metaverse nicht, erste Anleihen davon sehe man bereits in Computerspielen, sagt Netzjournalist Richard Gutjahr.
youtube.com (11-Min-Video)

Mann zahlt 2.500 Euro Strafe für Hass-Post gegen Claudia Roth.

Haters gonna hate: Ein Mann aus Ober­bayern zahlt für einen Hasspost gegen Kultur­staats­ministerin Claudia Roth 2.500 Euro an Prozess­kosten, urteilt das Land­gericht München II. Außerdem darf er die Ministerin in Zukunft nicht mehr beleidigen. Der Mann hatte bei Facebook einen Kommentar mit einem Foto Roths gepostet, versehen mit "Ausdrücken aus der Fäkal­sprache und einer sexualisierten Abwertung".
focus.de

Meta stellt Funktion zum Abhängen im Metaversum vor.

Couchclimbing: Der Facebook-Konzern Meta erweitert seine Virtual-Reality-Welt um eine Funktion, mit der sich Nutzer zu gemeinsamen Aktivitäten im Metaversum verabreden können. Mark Zuckerberg trifft sich in einem 360-Grad-Vorführvideo als Avatar mit dem Bergsteiger Alex Honnold zur gemeinsamen Kletterpartie in den Dolomiten und schießt sich anschließend bodenständig wie eh und je ins Weltall.
theverge.com

Bayerns Justizminister wirft Facebook “unzureichende Kooperation” bei Hass-Bekämpfung vor.

Kein Kooperationswille? Der bayerische Justiz­minister Georg Eisenreich beklagt in einem Brief an die deutsche Facebook-Niederlassung die "unzureichende Kooperation" bei der Bekämpfung von Hetze im Internet, berichtet der "Spiegel". Eisenreich führt exemplarisch drei Fälle aus Bayern auf, in denen Verfahren eingestellt werden mussten, weil Facebook die nötigen Daten nicht herausgerückt habe. Facebook widerspricht dem Vorwurf und gibt an, "eng mit deutschen Straf­verfolgungs­behörden" zusammen­zuarbeiten.
"Spiegel" 23/2022, S. 20 (Vorabmeldung)

Meta: Operativchefin Sheryl Sandberg nimmt ihren Hut.


Daumen runter: Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg verlässt den Facebook-Konzern Meta im Herbst nach 14 Jahren. Künftig wolle sie sich mehr um ihre Wohltätigkeits-Aktivitäten kümmern, schreibt sie in einem Facebook-Posting. Wohin es sie beruflich ziehe, sei noch nicht klar. Jahrelang war Sandberg die Nummer Zwei hinter Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der in einem Posting von einem "Ende einer Ära" schreibt. Javier Olivan, seit 2007 dabei, soll neuer operativer Chef werden. Sandberg bleibt im Verwaltungsrat von Meta, dem Aufsichtsgremium des Unternehmens.

Die Börse reagiert verunsichert auf die Nachricht, der Meta-Aktienkurs fällt um rund 4 %. Zuckerberg sei sich nicht sicher, ob Sandberg in der bestehenden Firmenstruktur ersetzt werden könne: "Sie ist ein Superstar, der die Rolle des COO auf seine ganz eigene Art und Weise definiert hat." Zuckerberg nimmt das zum Anlass, um über eine neue Firmenstruktur nachzudenken, die eine engere Verbindung von Produkt- und Geschäftsgruppen vorsieht. Bisher hatte sich Sandberg aufs Geschäftliche fokussiert, während Zuckerberg die Produkte im Blick hatte.
zeit.de, tagesschau.de, handelsblatt.com (Paid), facebook.com (Post Sandberg)

turi2 edition #18: 10 Influencerinnen die uns durch die Geld-Welt begleiten.


Finfluenced: In Kurzvideos auf TikTok, kompakten Instagram-Posts, ausführlichen Blog-Beiträgen und YouTube-Videos erklären diese zehn Influencer die Finanzwelt. Die einen spezialisieren sich auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, die anderen greifen komplizierte Themen mit Humor auf oder bieten Tipps und monatliche Challenges zum Thema.
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Debatte: Redaktionen sollten von Facebook Abschied nehmen, meint Gilda Horvath.

Dislike: Redaktionen sollten mit Facebook Schluss machen, fordert DW-Autorin Gilda Horvath. Junge Journalistinnen würden statt journalistischer Arbeitsweisen von Anfang an lernen, wie sie die "Storytelling-Regeln" der Plattform bedienen können: "Wir verabschieden uns im selben Moment von unserer journalistischen Integrität." Der Preis für mehr Reichweite sei die Abgabe der Entscheidungshoheit an Meta, "was die Menschen als wahr empfinden".
dw.com

Washingtoner Generalstaatsanwalt verklagt Mark Zuckerberg persönlich wegen Cambridge Analytica.

Nachspiel: Der Generalstaatsanwalt von Washington D.C., Karl Racine, reicht eine Klage gegen Mark Zuckerberg persönlich ein. Er wirft dem Facebook-Gründer vor, "direkt" in Entscheidungen eingebunden gewesen zu sein, die den Datenmissbrauch von Cambridge Analytica ermöglicht hatten. "Zuckerberg hat persönlich eine Rolle in Facebooks Versagen gespielt, die Privatsphäre und die Daten von Nutzern zu schützen", sagt er.

2018 hatte der Anwalt bereits eine Klage gegen Facebook eingereicht. Er wollte Zuckerberg als zusätzlichen Beklagten hinzufügen, doch das hat ein Richter mit der Begründung abgelehnt, er habe damit zu lange gewartet. Daher klagt Racine nun separat. In einer Mitteilung sagt er, die Klage sende eine Botschaft, dass "Unternehmenslenker für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen werden."
theverge.com, faz.net, turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Angelika Gifford.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Angelika Gifford verantwortet bei Facebook-Mutter Meta die Regionen Europa, den Nahen Osten und Afrika. Bei ihrem Besuch im turi2 Club­raum hebt sie den Wert der Meinungs­freiheit und der transparenten Kommunikation hervor. Gifford ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Gifford)

WhatsApp öffnet sich für die Kundenkommunikation zwischen Unternehmen und Nutzerinnen.


Neue Cashcow: Der Facebook-Konzern Meta öffnet den Chatdienst WhatsApp für Unternehmen. Firmen können über das Programm WhatsApp Cloud API den Messengerdienst als Kanal zur Kundenkommunikation nutzen. Der Dienst soll kostenpflichtig sein, geplant ist eine Abrechnung anhand der Zahl der Kundenchats. Es soll aber auch eine kostenlose, eingeschränkte Version für kleine Unternehmen geben, wie Meta-CEO Mark Zuckerberg bei einer Veranstaltung am Donnerstag ankündigte.

Meta geht mit der Ankündigung des Dienstes acht Jahre nach der milliardenschweren Übernahme von WhatsApp einen wichtigen Schritt in Richtung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Für die neue Dienstleistung hatte WhatsApp vergangenes Jahr seine Nutzungsbedingungen geändert und damit für großen Unmut bei Nutzerinnen und Datenschutzbedenken gesorgt.
adweek.com, handelsblatt.com, techcrunch.com

Hör-Tipp: Die Mitarbeiterüberwachung bei Meta wächst, glaubt Niklas Steenfatt.

Hör-Tipp: Die interne Überwachung bei Meta hat "stark zugenommen", glaubt Ex-Facebook-Dateningenieur Niklas Steenfatt. Bei "Handelsblatt Disrupt" erzählt er, die innerbetriebliche Polizei sei "rigoros" gegen seinen YouTube-Kanal vorgegangen, auf dem er u.a. Videos über Tech-Trends teilt. Man habe "viel Energie aufgebracht, um mich wochenlang zu beobachten", erzählt Steenfatt.
handelsblatt.com (53-Min-Audio)

Ex-Kryptochef von Facebook gründet eigenes Startup.

Will Krypto zum Mainstream verhelfen: Der ehemalige Facebook-Kryptochef David Marcus gründet ein eigenes Startup. Das Unternehmen namens Lightspark stellt Unternehmen, Entwicklern und Händlern die Infrastruktur für kostengünstige Krypto-Transaktionen bereit. Marcus wechselte 2014 von PayPal zu Facebook und war als Chef maßgeblich an der Entwicklung der Digitalwährung Diem beteiligt. Ende vergangenes Jahres verließ Marcus den Meta-Konzern, um eine eigene Firma zu starten.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 16: Revue/Bulletin.


26. Januar 2021: Twitter kauft Revue, Social Networks entdecken das Trendthema Newsletter.

Twitter kauft das niederländische Unternehmen Revue, deren Newsletter-Service einfach zu bedienen ist und jede Autorin und Journalistin im Handumdrehen zu Newsletter-Betreibern macht. Mit nur einem Klick lassen sich seitdem bei Twitter Revue-Newsletter abonnieren.

Auch Facebook startet zur Jahresmitte ein ähnliches Tool: Bulletin ermöglicht einen kostenlosen Newsletter-Versand. Zum Start heuert Facebook gleich ein paar prominente US-Autorinnen für den neuen Service an. In den USA und später auch in Deutschland wird der eigene Newsletter zur neuen "Ich-habe-jetzt-auch-eine-Homepage".

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

“Wir müssen transparenter kommunizieren” – Angelika Gifford über Meta und Meinungsfreiheit.



IT-Angie: Soziale Medien sind "ein Spiegel der Gesellschaft und da passieren nicht immer nur gute Sachen", sagt Angelika Gifford im turi2 Clubraum. Die Vize-Präsidentin für EMEA bei der Facebook-Mutter Meta sagt im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow, dass Meinungsfreiheit für den US-Konzern "ein hohes Gut" ist. Menschen eine Stimme zu geben, sei "nicht bloß ein Poster", sondern ein "Wert, den wir Tag für Tag leben". Dabei gelte es stets, den Spagat zwischen Redefreiheit und Hate-Speech oder Fake-News zu schaffen. Zu beachten sei dabei auch der kulturelle Hintergrund: Was in Holland als schlechter Witz durchgehe, könne in Deutschland als Hassrede wahrgenommen werden. Um damit in Zukunft noch besser umzugehen, müsse Meta vor allem "transparenter kommunizieren, was wir eigentlich tun".

Gifford, die zuvor Führungspositionen u.a. bei Microsoft und HP innehatte, erzählt, dass sie 2020 vor allem wegen der "gesellschaftlichen Relevanz" des Unternehmens zu Meta gegangen ist. Auch gefalle ihr, was ihr Arbeitgeber in Sachen Metaverse und KI auf den Weg bringe: "Ich liebe Innovation". Eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen zu sein, habe sie nie geplant. "Ich hatte aber nie Angst, in zu große Schuhe zu schlüpfen", sagt Gifford. Anderen Frauen möchte sie damit gern als Vorbild dienen. In den 30 Jahren, die sie in der Tech-Branche unterwegs ist, "sind immer viel zu wenige Frauen im Raum". Da sei es schon mal vorgekommen, "dass ich zur Sekretärin degradiert wurde".

Für Aufmerksamkeit sorgt in Meetings häufig auch Giffords Herkunft aus Deutschland, das Kolleginnen gerne als "Fax-Republik" abstempeln. Das halte sie zwar für "nicht richtig", dennoch "müssen wir mutiger, schneller und geländegängier im Denken sein". Ein "Herzensprojekt" ist daher das Buch Die Digitale Dekade – Wie wir unsere Wirtschaft transformieren können, das Gifford im April herausgebracht hat. Auf 232 Seiten schreiben Autorinnen wie Sigrid Nikutta, Florian Haller, Achim Berg oder Brigitte Zypries ihre Ideen und Wünsche zur Digitalisierung auf. Gifford lernt daraus u.a., dass die "transformative Kraft" der Technologie auch für Nachhaltigkeit – ihr "zweites Herzensthema" – nutzbar ist.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Chefredakteur von T-Online, Florian Harms, zu Gast.
turi2.tv (45-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Heute im turi2 Clubraum: Angelika Gifford über Plattform-Ökonomie und Print.


Meta-Ebene: Angelika Gifford ist die wichtigste Managerin von Facebook-Mutter Meta in Europa, dem Nahen Osten und Afrika – im turi2 Clubraum zeigt die Digital-Denkerin heute Mittag, dass sie auch ein Herz für Gedrucktes hat und stellt ihr Buch Die Digitale Dekade vor. Auf über 200 Seiten legen Gifford und 20 weitere kluge Köpfe der deutschen Wirtschaft ihre Visionen für die Digitalisierung vor. Mit Aline von Drateln und Markus Trantow spricht sie auch über ihren Weg ins Top-Management, der sie u.a. über Microsoft und Hewlett-Packard zu Meta führte, und über ihren Umgang mit Kritik an den Meta-Aktivitäten. Außerdem diskutiert das Trio die Themen der Woche, darunter die Causa Stephan Mayer und der Trend zum Offenen Brief.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren Peter Schwierz, Chef des E-Mobility-Dienstes Electrive, Investigativ-Journalistin Isabell Beer und Independent-Verleger Oliver Wurm zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

Debatte: Das Metaverse könnte ein Zufluchtsort für Arbeitslose werden, glaubt Richard David Precht.

Virtual Reality: Das Metaverse könnte eine Art Ausflucht aus der trostlosen Realität für die Arbeitslosen der Zukunft werden, sagt Philosoph Richard David Precht im OMR-Podcast. Im "digitalen Nirvana" könnten sie sich dann die Anerkennung holen, die sie im echten Berufsleben nicht mehr bekommen, etwa weil Routine-Jobs durch Maschinen wegfallen. "Ich denke schon, dass es Menschen gibt, die sagen: Das könnte einen sehr nützlichen Dienst dafür tun, dass die Menschen nicht rebellisch werden."
omr.com (62-Min-Audio)

“The Economist”: Die finanzielle Lage der Tech-Giganten ist fragil.


Big Tech, big money: Die finanzielle Lage von Alphabet, Amazon, Apple und Meta ist verwundbarer, "als es ihre vermeintliche Allmacht vermuten lässt", ergeben Recherchen von "The Economist". Das Nachrichten­magazin hat einen Blick auf Gerichts­dokumente, interne E-Mails, Analysen und durchgesickerte Dateien der Tech-Titanen geworfen und mehrere Schwächen in ihrem Geldfluss ausgemacht: hohe Gewinn­konzentration, schwindende Kunden­loyalität und schiere Summen, die durch Kartell­verfahren auf dem Spiel stehen.

Apples größter Profitmotor ist und bleibt laut Analyse das iPhone. Bei Amazon ist es das Cloud Computing, bei Alphabet und Meta ist es Online-Werbung – bei der Facebook-Mutter machen Werbegelder ganze 97 % der Einnahmen aus. Hier sorgen die oberen 5 bis 10 % der Werbetreibenden für mehr als 90 % der Einnahmen – eine "starke Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gewinn­generatoren". Die größten Gewinnquellen von Apple und Alphabet sind ihre App-Stores, da die Firmen eine Provision auf alle In-App-Käufe bekommen.

Die Konzerne erzielen in Europa zusammen einen Umsatz von 267 Mrd US-Dollar, etwa ein Fünftel ihrer Gesamtsumme. Der Digital Markets Act, das EU-Regelwerk zur Eindämmung der Macht der Tech-Konzerne, könnte 40 % der europäischen Verkäufe der vier Unternehmen gefährden, berechnet "The Economist". Alphabet, die Google-Mutter, sei am stärksten durch das neue Gesetz gefährdet: "Fast 90 % der europäischen Einnahmen sind in Gefahr."

Da auch in den USA "Tech-Bashing-Bemühungen" anlaufen, stünden somit rund 330 Mrd Dollar an Einnahmen auf dem Spiel, etwa ein Viertel der Gesamtsumme von Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Allerdings: "Es ist unwahrscheinlich, dass dieser katastrophale Fall für Big Tech eintritt", bilanziert das Magazin. Realistisch betrachtet werde nur "die Ernte verwässert".
economist.com (Paid), manager-magazin.de (Paid)

Video-Tipp: “Aspekte” beleuchtet die Macht der Tech-Riesen Meta & Co.

Video-Tipp: "Aspekte" geht der Frage nach, ob Plattformen wie Facebook und Twitter zerschlagen werden müssen, um den Hass im Netz zu beenden. Constanze Osei (Foto), bei Meta Leiterin des Bereichs Innovation und Gesellschaft, beteuert, "wir können natürlich keine Menschen steuern". Whistleblowerin Frances Haugen vermutet, Meta will sich in Zukunft mit dem Metaverse aus der Verantwortung ziehen, weil der Konzern nur die Infrastruktur zur Verfügung stellt und bei Problemen sagen kann: "Ich bin nicht verantwortlich".
zdf.de (43-Min-Video)

Meta: Umsatzwachstum im 1. Quartal so schwach wie seit 2012 nicht mehr.

Meta wächst im 1. Quartal so schwach wie seit dem Börsengang 2012 nicht mehr. Um nur 7 % auf 27,9 Mrd Dollar steigt der Umsatz. Als Grund nennt der Facebook-Konzern Apples neue Datenschutzregeln und schwächere Werbebudgets. Der Gewinn fällt wegen höherer Kosten um rund ein Fünftel auf 7,5 Mrd Dollar. Die Zahl der monatlich aktiven Userinnen steigt dagegen um 6 % auf 3,6 Mrd.
handelsblatt.com (Paid), faz.net

“WSJ”: Meta-COO Sheryl Sandberg soll unliebsame Berichterstattung gegen Ex-Freund verhindert haben.

Nachrichtensperre: Meta-COO Sheryl Sandberg soll unliebsame Berichterstattung über ihren damaligen Freund Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick verhindert haben, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach habe die mächtige Facebook-Managerin der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail" gedroht, dass eine Story über eine einstweilige Verfügung von Koticks Ex-Freundin gegen ihn die Beziehungen zu Facebook schwer belasten würden. Kotick und Meta bestreiten die Darstellungen.
theverge.com, wsj.com (Paid)

Meta schluckt das KI-Startup Presize aus “Die Höhle der Löwen”.

Meta kauft das aus der Höhle der Löwen bekannte KI-Startup Presize, Anbieter von digitalen Größenberater für Onlineshops, berichtet Gründerszene. Die Marke Presize soll vom Markt verschwinden, der Facebook-Konzern möchte die Technologie für eigene Produkte nutzen. Ende 2020 hatte Carsten Maschmeyer 650.000 Euro für 15 % der Firmenanteile investiert.
businessinsider.de

Zahl des Tages: Meta investiert rund 27 Mio Dollar in Zuckerbergs Sicherheit.

Zahl des Tages: Genau 26.823.060 Dollar hat Meta im Jahr 2021 für die Sicherheit des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg ausgegeben. Das Geld floss u.a. in Sicherheitspersonal und Privatjets. Damit werde die persönliche Sicherheit des CEOs an dessen "Wohnsitzen und bei persönlichen Reisen" gewährleistet, so das Unternehmen.
spiegel.de

WDR, NDR und “Süddeutsche”: Russische Propaganda erzielt immer größere Reichweiten bei Facebook.


Fakebook: Viele Facebook-Postings, die russische Desinformation enthalten, legen teils deutlich an Reichweite zu und werden nicht gekennzeichnet oder gelöscht, recherchieren WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung". Zu finden seien z.B. hunderttausendfach geklickte Videoclips vom eigentlich geblockten Propaganda-Sender RT, die private Userinnen neu hochladen. Zudem würden viele kleinere Accounts aus dem verschwörungsideologischen Millieu "plötzlich stark wachsen". Nach Kriegsbeginn hätten sich die Follower-Zahlen solcher Kanäle teils innerhalb einer Woche verzehnfacht. Auch die Facebook-Seite der russischen Botschaft, in der das Butscha-Massaker als ukrainische Inszenierung bezeichnet wird, verzeichne hunderttausende Interaktionen.

Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen wirft Facebook vor, zu wenig gegen Fake-News zu tun. Bots würden die Propaganda-Posts "künstlich pushen und damit verbreiten". Die Algorithmen würden den "extremsten Positionen die größte Reichweite" geben. Mit Faktenchecks versucht Facebook seit einiger Zeit, Falschinformationen entgegenzuwirken. Wenn unabhängige Prüferinnen Beiträge als "falsch" einstufen, werden diese entsprechend gekennzeichnet und in ihrer Reichweite eingeschränkt.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid)

Gericht nimmt Facebook bei Kopien von Hasskommentaren in die Pflicht.

No Hate: Das Landgericht Frankfurt am Main urteilt, dass Facebook nicht nur gemeldete Hasskommentare löschen, sondern auch aktiv nach allen weiteren vorhandenen "identischen" und "kerngleichen" Kopien eines verfälschten Postings suchen und diese entfernen muss. Es entscheidet damit zugunsten von Renate Künast, die gegen Anfeindungen im Netz seit Jahren juristisch vorgeht.
spiegel.de

Debatte: Social-Media-Plattformen unternehmen nicht genug gegen russische Propaganda, sagt Felix Kartte.

Ungenügend: Social-Media-Plattformen unternehmen zu wenig gegen die Propaganda der russischen Regierung, kritisiert Felix Kartte im Gespräch mit der "FAZ". Er ist Mitglied des "Disinformation Situation Center", das die russische Kriegs­propaganda analysiert. Kartte beobachtet, dass Facebook & Co Verschwörungs­narrative "weiterhin mit neuen Inhalten versorgen", statt gegen Falsch­informationen vorzugehen.
faz.net

Lese-Tipp: Nicht der Algorithmus an sich ist schuld an Hass und Desinformation, erklärt Simon Hurtz.

Lese-Tipp: "Süddeutsche"-Autor Simon Hurtz will mit dem Missverständnis aufräumen, dass einzig Algorithmen schuld an Hass und Desinformation in sozialen Netzwerken sind. Problematisch seien vielmehr "die Metriken, für welche die Plattformen ihre Systeme optimieren". Mit Likes und Kommentaren würden den Algorithmen signalisiert, mehr von demselben anzuzeigen: "Die Plattformen liefern, ohne über die Konsequenzen nachzudenken."
sueddeutsche.de (Paid)