“Spiegel”: Viele Facebook-Kommentatoren unter AfD-Beiträgen sind Fakes.


Digitaler Scheinriese: Rund ein Drittel der Top-Kommentatoren auf Facebook-Seiten der AfD sind höchst­wahrscheinlich Fakes oder "unauthentische Nutzer", ergibt eine Analyse des "Spiegels". Die Profile sind demnach "Teil einer Phantomtruppe", die der Partei "einen unfairen Vorteil" im sozialen Netzwerk verschafft, schreiben Maik Baumgärtner, Roman Höfner, Ariane Fries und Ann-Katrin Müller. Das Magazin hat gemeinsam mit der Initiative Reset Daten von über 700 Facebook-Seiten der AfD gesammelt und daraus stichprobenartig 150 Profile untersucht. Viele von ihnen posten und kommentieren "zu viel und zu schnell", was auf eine Software oder eine Firma im Hintergrund hinweist. Auch seien die Namen der Accounts oftmals nicht auf reale Personen zurückzuführen, oder sie sitzen im Ausland.

Der Facebook-Algorithmus belohnt Beiträge mit vielen Kommentaren mit mehr Sichtbarkeit. Die Fake-Profile beeinflussen demnach den "politischen Diskurs der Plattform". Eine Facebook-Sprecherin sagt, das Unternehmen lösche Fake Accounts, wenn die Mitarbeiterinnen "darauf aufmerksam werden". Ob die AfD gesondert vom Netzwerk geprüft werde, beantwortet sie nicht. Die AfD selbst entgegnet, die Recherche entbehre "jeglicher Grundlage", gibt aber gleichzeitig zu, dass auf ihren Kanälen auch Menschen "mit einem Phantasienamen" kommunizieren. (Foto: Thomas Trutschel / Photothek / Picture Alliance)
"Spiegel", S. 36 (Paid)

dpa übernimmt die Kuratierung von Facebook News.

Facebook-Updayte: Die Deutsche Presse-Agentur kuratiert ab 1. April die Inhalte für Facebook News. Wie Meta mitteilt, ist dies das Ergebnis eines Auswahlverfahrens, nachdem der bisherige Kurator, Springers Upday, seinen Rückzug angekündigt hatte. Die Nachrichtenagentur sei durch ihre Unabhängigkeit “prädestiniert” für Facebook News, sagt Geschäftsführer Peter Kropsch. Die Leitung des neuen dpa-Teams übernimmt Christian Röwekamp (Foto), der bisher noch Leiter der Themendienst-Redaktion ist. Er und seine Kolleginnen werden Inhalte von deutschen Medienhäusern veröffentlichen, die nach journalistischen Kriterien ausgewählt werden. Da sie gleichzeitig den Facebook-Richtlinien entsprechen müssen, stellt Meta ihnen ein Team zur Seite.

Seit dem Deutschland-Start im Mai 2021 lag die Themen-Auswahl bei Upday. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hatte seinen Präsidenten und Springer-Chef Mathias Döpfner dafür kritisiert. Der Verband befürchtete, dass Upday hauseigene Titel wie "Bild" und "Welt" bevorzugen würde. Im September 2021 zog Döpfner das Mandat von Upday zurück und erklärte, er wolle mit dem Schritt "weitere Irritationen" vermeiden.

Facebook News bietet persönlich zugeschnittene Inhalte aus aktuellen Nachrichten und Vorschlägen, die auf dem Verhalten der Nutzerinnen basieren. Bereits seit Ende März 2019 arbeitet die dpa mit Facebook zusammen, um gegen Fake News auf der Plattform vorzugehen. (Foto: dpa / Dominic Lipinski / PA Wire / Picture Alliance, Montage: turi2)
presseportal.de, about.fb.com, turi2.de (Background)

Corona-Desinformationen machen in sozialen Medien die Runde.

Aus dem Kontext gerissen: Facebook-User teilen das Bild einer gefälschten Schlagzeile von tagesschau.de, in der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die aktuelle Situation als "Diktatur Light" bezeichnet, berichtet das Recherche-Netzwerk Correctiv. Außerdem verbreiten User auf Twitter mit den Hashtags #Lauterbachluegt und #lauterbachmussweg einen Clip, der eine Rede des Gesundheits­ministers Karl Lauterbach aus dem Kontext reißt, schreibt der Anti-Fake-News-Blog Volksverpetzer. Dadurch enstehe der Eindruck, als würde die Regierung ein Ende der Pandemie verhindern wollen. Im abgeschnittenen Satz sagt Lauterbach jedoch, er wolle verhindern, dass sich alle Ungeimpften gleichzeitig anstecken.

Derweil spricht Lauterbach in einem RTL Direkt-Interview mit Pinar Atalay gestern Abend über persönliche Angriffe und Morddrohungen, die er regelmäßig erhalte. Es habe ein "Maß angenommen, dass es unangenehm ist". Normalerweise würde er diese immer weiterleiten und anzeigen. Das habe er gestern zum ersten Mal "einfach nicht gemacht". Eine Entwarnung sei das allerdings nicht: "Vielleicht hat es mein Team gemacht". (Foto: picture alliance/dpa/Jens Büttner/Screenshot Twitter)
correctiv.org (Steinmeier), volksverpetzer.de (Lauterbach), ntv.de

US-Staaten werfen Google und Meta Marktmanipulation vor.


Allianz der Riesen: Mehrere US-Bundesstaaten werfen Google und dem Facebook-Mutterkonzern Meta vor, an illegalen Absprachen für eine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung beteiligt gewesen zu sein. Google-CEO Sundar Pichai (Foto links) und Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Foto rechts) sollen von dem Deal gewusst haben, auch Pichais Stellvertreter Philipp Schindler sowie Meta-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sein beteiligt gewesen. Ein Google-Sprecher wider­spricht: Pichai habe die Vereinbarung weder freigegeben, noch hätte er sie freigeben müssen. Die Beschwerde sei "voller Ungenauigkeiten" und habe "keine rechtliche Grundlage". Meta spricht gegenüber AFP von einer "nicht exklusiven Bieter-Vereinbarung mit Google". Ähnliche Vereinbarungen habe es mit anderen Plattformen gegeben.

Google soll die Versteigerung von Online-Werbung manipuliert haben, indem es die Preise für Anzeigen für Marken überhöht und damit den Wettbewerb durch andere Werbebörsen unterdrückt hat. Die beiden Internet-Konzerne haben offenbar im September 2018 eine Vereinbarung getroffen, damit Facebook auf einen bestimmten Prozentsatz der Anzeigen bietet und gewinnt. Bei den Versteigerungen entscheidet sich, welche Werbeanzeigen auf Grundlage anonymer User-Profile auf Webseiten erscheinen. (Foto: Jose Luis Magana / AP / Picture Alliance)
n-tv.de, wsj.com (Paid), theguardian.com

Korrektur: In einer früheren Fassung hieß es, Google hätte sich nicht geäußert.

Termin des Tages: Meta-Lobbyistin Julia Reuss kommt in den turi2 Clubraum.

termine2-logoTermin des Tages: Ein Gespräch auf der Meta-Ebene steht heute Mittag im turi2 Clubraum auf dem Programm. Julia Reuss, Lobbyistin bei Meta, dem Mutter­konzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, stellt sich im Live-Podcast bei Clubhouse ab 12 Uhr den Fragen von Tess Kadiri und turi2-Chefredakteur Markus Trantow. Zum Nachhören gibt es das Gespräch ab Freitagabend als Podcast.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Schweiz will ab 2024 Mindeststeuer für Großkonzerne erheben.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Steueroase trocknet aus: Die Schweiz will 2024 die von 136 Staaten beschlossene Mindeststeuer für Großunternehmen einführen. Internationale Konzerne mit einem Jahresumsatz über 750 Mio Euro sollen dann mindestens 15 Prozent abführen. Die Schweiz gilt selbst als Steueroase. Ursprünglich wollte die internationale Staatengemeinschaft die Pläne schon 2023 umsetzen.
wiwo.de, turi2.de (Background)

US-Richter lässt Kartell­klage gegen Facebook im zweiten Anlauf zu.

Im zweiten Anlauf: Die Kartell­klage der US-Regierung gegen Facebook ist von einem Gericht in Washington zugelassen worden. Ziel der Staats­macht ist eine Zerschlagung des Konzerns, indem die Übernahmen von WhatsApp und Instagram rückgängig gemacht werden, da Facebook eine Monopol­stellung innehabe. Der zuständige Richter James Boasberg hatte die Argumentation dieses Vorwurfs beim ersten Einreichen der Klage im Sommer als unzureichend abgetan. Nun hat die Federal Trade Commission ihre Klage nachgebessert.
spiegel.de

Zahl des Tages: “GTA”-Entwickler schluckt für fast 13 Mrd Dollar die “FarmVille”-Firma.

Zahl des Tages: Für 12,7 Mrd Dollar kauft der Grand-Theft-Auto-Entwickler Take Two das Spielestudio Zynga, die Firma hinter FarmVille. Bis Ende Juni soll der Deal abgewickelt sein. "FarmVille" war bis Ende 2020 in Facebook integriert, Userinnen konnten darin ihren eigenen virtuellen Bauernhof anlegen und pflegen. In seinen Glanzzeiten hatte das Online-Spiel vor gut einem Jahrzehnt bis zu 85 Mio Spielerinnen. Zynga schrieb zuletzt hohe Verluste.
wuv.de, spiegel.de

Zahl des Tages: Trump-Anhänger heizten mit 650.000 Posts Kapitol-Protest an.

Zahl des Tages: In rund 650.000 Facebook-Posts haben Trump-Anhänger den Ausgang der US-Präsidenten­wahl angezweifelt und damit den Kapitol-Aufstand am 6. Januar 2021 angeheizt, sagt eine Unter­suchung von ProPublica und "The Washington Post". Facebooks Algorithmus habe eine "übergroße Rolle bei der Schürung der Wut" gespielt, indem er die Reichweite von Fake News und aufrührerischen Beiträgen in Gruppen erhöht.
washingtonpost.com (Paid), cnet.com

“WSJ”: Facebook fuhr Kampagne gegen Whistleblowerin.

Zurück­gepfiffen: Facebook hat versucht, den Ruf der Whistle­blowerin Frances Haugen unter US-Politikerinnen zu diskreditieren, schreibt das "Wall Street Journal". Nach Haugens erstem TV-Auftritt im Oktober haben demnach Lobbyistinnen und PR-Mitarbeitende von Facebook unter Republikanerinnen und konservativen Medien die Nachricht verbreitet, Haugen haben "parteiische Motive" und versuche, "den Demokraten zu helfen". Meta äußert sich nicht zu dem Bericht.
wsj.com (Paid), businessinsider.com

Zahl des Tages: Apple will Top-Talente mit Aktien-Prämien ans sich binden.

Zahl des Tages: Einen Bonus von bis zu 180.000 Dollar in Form von Aktien zahlt Apple Top-Talenten, um sie an den Konzern zu binden und einen Wechsel zur Facebook-Mutter Meta zu verhindern, berichtet Bloomberg. Die Prämie kommt überraschend. Zuletzt war der Wechsel zwischen beiden Tech-Giganten rege.
bloomberg.com via businessinsider.de

Nach #noafd-Posting: Hessisches Ministerium gibt Unterlassungserklärung ab.

No #noafd: Im Rechtsstreit um einen inzwischen gelöschten Facebook-Post mit dem Hashtag "#noafd" hat das hessische Umweltministerium eine Unterlassungserklärung gegenüber dem AfD-Landesverband unterschrieben. Das Ministerium übernimmt auch die Anwaltskosten der Gegenseite in Höhe von 1.000 Euro. AfD-Landessprecher Robert Lambrou hatte den Beitrag als "Verstoß gegen die staatliche Neutralitätspflicht" bezeichnet.
t-online.de, welt.de

Facebook verweigert Zahlung an Corint Media.

Daumen nach unten: Die Meta-Tochter Facebook will die von Corint Media im Rahmen des Leistungs­schutzrechts geforderten 190 Mio Euro nicht zahlen. Es gebe ein "fundamentales Missverständnis" darüber, wie der Dienst arbeite, schreibt Jesper Doub, Director of News Partnerships bei Meta. Der Konzern ist der Ansicht, dass es nicht unter das Leistungs­schutzrecht falle, wenn Verlage Artikel auf der Plattform hochladen oder Privatpersonen diese teilen. Facebook "glaubt erneut, die Regeln selber setzen zu können", schreiben die Geschäftsführer der Verwertungs­gesellschaft, Markus Runde und Christoph Schwennicke.

Im Oktober hatte sich Facebook mit der französischen Verlegerorganisation Alliance de la Presse auf eine Zahlung für Nutzungsrechte geeinigt. Google hat die von Corint Media geforderten 420 Mio Euro Lizenzgebühren ebenfalls zurückgewiesen.
pressebox.de, turi2.de (Background)

“SZ”: Facebook verschärft nach Kritik Werberegeln.

Anti-Targeting-Pille: Facebooks Mutter­konzern Meta schränkt ab 19. Januar die Zielgruppen­analyse für Werbe­kundinnen ein, schreibt die "Süddeutsche". Anzeigen sollen Nutzerinnen nicht mehr aufgrund ihrer Gesundheit, Religion, politischer Einstellung oder sexueller Orientierung ausgespielt werden. Pharmakonzerne nutzen bislang sensible Informationen für zielgenaue Werbung bei Facebook, was für Kritik sorgt.
sueddeutsche.de (Paid)

Brite gründet selbsternannte Alternative zu Facebook.

SupernovaFaires Facebook? Der ehemalige Saatchi&Saatchi-Mitarbeiter Dominic O'Meara hat als Alternative zu Facebook und Instagram die App Supernova gegründet. Nutzer können darin Fotos, Videos, Nachrichten und Kommentare austauschen. 60 % der Werbeeinnahmen kommen sozialen Zwecken zugute. Ziel sei ein Netzwerk "ohne Hass, Rassismus, Homophobie und extreme Politik", so O'Meara.
techcrunch.com via wuv.de

Debatte: Facebook könnte dasselbe Schicksal wie einst die Tabakindustrie erleben.

Keine rosigen Aussichten: 2022 dürfte für Meta und die gesamte Tech-Branche zum Wendepunkt werden, prognostiziert Kevin Knitterscheidt im "Handelsblatt". Das Großprojekt Metaverse könne durch die zu erwartenden Regulierungsvorhaben des US-Kongress, z.B. beim Algorithmus, überschattet werden. US-Senatoren vergleichen Facebook und Co bereits mit der Tabakindustrie, dort habe man sich ebenfalls "lange wider besseren Wissens um die gesundheitlichen Risiken des Rauchens gegen strengere Regeln gewehrt".
handelsblatt.com (Paid)

Hör-Tipp: Metas EMEA-Chefin Angelika Gifford über Kritik und Böhmermann.

Hör-Tipp: "Das hat mich sehr, sehr berührt, das war kein schöner Freitagabend", sagt Metas EMEA-Chefin Angelika Gifford im Podcast mit Simone Menne zur Facebook-Abrechnung von Jan Böhmermann im "ZDF Magazin Royale". Es sei "nicht alles, was in den Medien steht, komplett falsch", aber es sei eine "sehr einseitige Darstellungsweise" – auch von Whistleblowerin Frances Haugen. Für Meta sei wichtig, aus kritischen Berichten die Lehren heraus­zufiltern. "Wir haben und werden nicht den Profit über die Sicherheit stellen", lässt sie verlauten. Früher habe sie fälschlicherweise viele "kleine Angies" angestellt, heute glaubt sie: "Exzellenz braucht Vielfalt."
stern.de (62-Min-Audio), turi2.de (Background)

Facebook-Mutter Meta warnt 50.000 User vor Spionage – und geht gegen Cybersöldner-Firmen vor.

Ausspioniert: Facebook-Konzern Meta verbannt 1.500 Konten auf Facebook und Instagram, die in Verbindung mit sogenannten Cybersöldner-Firmen stehen – also Unternehmen, die gegen Geld Internet-Nutzer ausspionieren. Insgesamt rund 50.000 Menschen in mehr als 100 Ländern hat Meta darüber informiert, möglicherweise ins Visier der Cybersöldner geraten zu sein. Vorausgegangen war eine monatelange interne Untersuchung bei Meta. Vier der sieben aufgespürten Spähfirmen kommen aus Israel, die restlichen aus Indien, Nordmazedonien und China. Unter den Spionage-Opfern seien hauptsächlich Journalistinnen, Menschenrechtsaktivistinnen und Kritikerinnen autoritärer Regime – auch wenn entsprechende Firmen offiziell gerne behaupten würden, es nur auf Kriminelle abgesehen zu haben, gibt Facebook-Sicherheitschef Nathaniel Gleicher zu Protokoll.

Demnach sammeln die Firmen zunächst öffentlich abrufbare Informationen über ihre Zielperson, ehe sie in einem zweiten Schritt unter falscher Identität Kontakt aufbauen – und Opfer dazu verleiten, auf Links mit Spionage-Software zu klicken. Danach würden persönliche Daten gestohlen und sich Zugriff auf Kameras, Mikrofone und Standort verschafft.
spiegel.de, theguardian.com, about.fb.com, about.fb.com (17-seitiger Gefahrenbericht)

Video-Tipp: Jan Böhmermann fordert musikalisch die Zerschlagung von Facebook.

Video-Tipp: Jan Böhmermann befasst sich im letzten "ZDF Magazin Royale" vor der Winterpause mit Facebook, der "blauen Hölle des Internets" – und wiederholt seine schon in der Vergangenheit geäußerte Forderung, das soziale Netzwerk zu enteignen. "Socialize the Social Network, for the sake of all", singt ein Gospel-Chor um Böhmermann. Passend dazu hat die Redaktion eine Website eingerichtet, auf der u.a. ein ungeschnittenes Interview mit Whistleblowerin Frances Haugen verlinkt ist.
youtube.com (3-Min-Clip), zdf.de (36-Min-Video, ganze Sendung), enteignetfacebook.global

Debatte: Facebook dient als Marktplatz für Menschenschmuggler.

Unsoziales Netzwerk: Schleuser nutzen Facebook als Plattform "für die Bewerbung und Koordination des Menschenschmuggels von Belarus in die EU", sagt Monika Richter. Der Konzern handelt verantwortungslos, weil er kaum darauf reagiert, so die Sicherheitsanalystin. Das zeige, dass großen Tech-Unternehmen "im Hinblick auf ihre Selbstverpflichtung nicht zu trauen ist".
faz.net (Paid)

Geflüchtete Rohingya verklagen Facebook auf 150 Mrd Dollar Schadenersatz.

Facebook: Geflüchtete Rohingya aus Myanmar verklagen den Konzern in den USA auf 150 Mrd Dollar Schadenersatz, weil die Plattform Hassrede und Desinformation fördere und damit Gewalt gegen die muslimische Volksgruppe befeuert habe. Rohingya sind in Myanmar seit langem Diskriminierung ausgesetzt, 2017 flüchteten Hunderttausende in das Nachbarland Bangladesch.
bbc.com, zsz.ch

Luisa Neubauer gewinnt Klage gegen rechten Autor.

Erfolg gegen digitalen Hass: Klimaaktivistin Luisa Neubauer gewinnt eine Klage gegen Akif Pirinçci. Der rechtspopulistischen Autor muss 6.000 Euro an Neubauer zahlen, weil er sie auf Facebook mit sexistischen und erniedrigenden Kommentaren angegriffen hat. Neubauer spendet das Geld an die Organisation Hate Aid, die sie schon in zahlreichen Onlinehetze-Verfahren unterstützt hat.
spiegel.de

CNN: Facebook lässt Anzeigen zu, die Impfungen mit dem Holocaust vergleichen.

Meta: CNN entdeckt bei Facebook Anzeigen, die Impfungen mit dem Holocaust und Nazi-Deutschland vergleichen. Der Konzern habe die Anzeigen erst entfernt, nachdem der Sender ihn darauf hingewiesen hat, sagt Journalist Donie O'Sullivan. Facebooks Geschäftsmodell sei darauf angelegt, Probleme erst zu lösen, wenn sie auftauchen, sagt Frances Haugen.
edition.cnn.com (mit 4-Min-Video)

Corint Media fordert 190 Mio Euro von Facebook.

Leistungsschutzrecht: Corint Media fordert für 2022 rund 190 Mio Euro von Facebook für die Nutzung von Presseinhalten. Die Verwertungsgesellschaft habe dazu die "relevanten Umsätze" der Meta-Tochter zugrunde gelegt. Ein Statement von Facebook steht noch aus. Im Oktober hatte Corint Media von Google 420 Mio Euro fürs kommende Jahr verlangt, der Konzern wies die Forderung jedoch als "haltlos" zurück.
pressebox.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Verbraucherschützer dürfen auch ohne Auftrag klagen.

Klagen ohne Auftrag: Verbraucher­schützer können Internet­konzerne wie Facebook wegen Daten­schutz­verstößen verklagen, entscheidet der Europäische Gerichtshof. Das gilt auch, wenn keine offiziellen Aufträge von Betroffenen vorliegen. Zwar besteht diese Regelung in Deutschland schon, fraglich war jedoch, ob die europäische DSGVO dem im Wege steht.
t-online.de

Facebooks Krypto-Chef David Marcus verlässt den Konzern.

Freundschaft beendet: Facebooks oberster Krypto­währungs-Experte David Marcus verlässt den Konzern zum Jahres­ende, um eine eigene Firma zu starten. Der Leiter der Krypto-Einheit Novi kam 2014 von Paypal zu Facebook. Unter seiner Federführung hat der Konzern die Digital-Währung Libra entwickelt, die inzwischen Diem heißt. Sein Abgang ist nicht der erste in letzter Zeit: Zuletzt hatte im September CTO Mike Scroepfer dem Konzern nach 13 Jahren den Rücken gekehrt.
wiwo.de, techcrunch.com, theverge.com

Meta darf Giphy nicht übernehmen.

Meta darf die Gif-Plattform Giphy nicht übernehmen, urteilt die britische Kartellbehörde. Die Wettbewerbs­hüter befürchten, dass Konkurrenten wie Twitter andernfalls beim Nutzen von Giphy mehr Daten teilen müssen oder Meta den Zugang zu dem Dienst sogar grundsätzlich erschwert. Zudem würden britische Nutzerinnen bereits 73 % ihrer Zeit in sozialen Medien bei den Meta-Diensten Facebook, Instagram und WhatsApp verbringen. Meta nennt das Urteil "unfair" und erwägt Widerspruch einzulegen.
spiegel.de , turi2.de (Background)

Telekom und Co fordern Geld von Internet-Konzernen für Netzausbau.

Datenbau-Beitrag: 13 Tele­kommunikations-Unternehmen wie Telekom, Vodafone und Telefonica fordern große US-Tech-Konzerne auf, sich an den Kosten für den Netz­ausbau in Europa zu beteiligen. Google, Facebook, Netflix und Co generieren und monetarisieren "einen großen und wachsenden Teil des Netzwerk­verkehrs", weshalb sie einen "fairen Beitrag" leisten sollen, heißt es in der Begründung.
spiegel.de

Lese-Tipp: Joachim Steinhöfel ist der Mann, der Facebook kleinkriegen will.

Lese-Tipp: Die "Welt" porträtiert den Anwalt Joachim Steinhöfel als den Mann, "der Facebook kleinkriegen will". Für seine Gegner sei er ein "rechtspopulistischer Zündler", seine Fans verehren ihn als "Freiheitskämpfer", schreibt Tina Kaiser. Steinhöfel könne "sauer und ausfallend werden", wenn er als rechts bezeichnet werde. Er habe zuletzt die FDP gewählt – die AfD sei für ihn unwählbar, solange Nazis wie Björn Höcke "eine nicht nur völlig untergeordnete Rolle spielen".
welt.de (Paid)

Lese-Tipp: Correctiv entlarvt falsches Zitat von Michael Jackson.

Lese-Tipp: Glaubt man der Schwurbler-Blase auf Facebook, war Michael Jackson einer von ihnen. Ein Zitat über manipulierende Medien, gefälschte Geschichts­bücher und Macht­eliten macht als Sharepic die Runde. Correctiv deckt auf, dass der Sänger durchaus medien­kritisch war – aber das angebliche Zitat "teilweise gefälscht und aus dem Kontext gerissenen" ist.
correctiv.org

Zitat: Für Julia Reuss ist Polarisierung eine Frage der Erziehung.

"Ich wundere mich schon manchmal über die Verrohung unserer Kommunikation; das scheint mir jedoch mehr eine Frage der Erziehung und des Anstands."

Facebook-Lobbyistin Julia Reuss äußert sich im Interview mit turi2-Chef Peter Turi zur verrohten Debattenkultur. Erwartungsgemäß sieht sie die Schuld nicht bei den sozialen Medien – diese bilden lediglich "Diskussionen und Auseinandersetzungen" ab, die "wir doch alle aus unserer Familie" kennen.
turi2.de

“Einige Behauptungen sind schlicht falsch” – Facebook-Lobbyistin Julia Reuss im Interview.


Meta-Diskussion: Facebook-Lobbyistin Julia Reuss hat fürs Verkehrsministerium gearbeitet und das Büro von Digital-Ministerin Doro Bär geleitet – im Interview mit Peter Turi spricht sie über ihren Seiten-Wechsel in die Politik-Lobby und nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen den Social-Media-Konzern Meta. Sie habe “Diskussionen und Entscheidungsprozesse fundamental anders erlebt”, als von Whistleblowerin Frances Haugen beschrieben. Zudem gibt Reuss Einblicke in die VR-Pläne von Meta und beschreibt am Beispiel von Horizon Workrooms, wie sich unsere Meeting-Kultur durch virtuelle Realität verändern könnte. Am 14. Januar begrüßt Tess Kadiri Reuss auch als Gast im turi2 Clubraum, dem neuen Live-Podcast. Weiterlesen >>>

Hör-Tipp: Für Zukunftsforscher Tristan Horx ist Facebook ein “asoziales Medium”.

Hör-Tipp: "Wir haben das gesellschaftliche Kommunizieren total verlernt", sagt Tristan Horx bei "Wir. Der Mutmach-Podcast". Der Wiener Zukunfts­forscher betrachtet Facebook als "asoziales Medium", dessen Algorithmus "auf stumpfen Kapitalismus" aufbaut und Erzürnung "bis der Arzt kommt" produziert. Die mangelnde Corona-Impfbereitschaft sei "neo-trivialen Tendenzen" und "Kreiswichserei" in den Facebook-Gruppen geschuldet.
morgenpost.de (47-Min-Audio)

Kosmetik-Hersteller Lush legt alle Social-Media-Konten auf Eis.

Wäscht sich rein: Der britische Kosmetik­hersteller Lush löscht weltweit seine Konten bei Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok, "bis die Social-Media-Sites die Benutzer besser vor schädlichen Inhalten schützen". Chief Digital Officer Jack Constantine sagt, man wolle die Kundinnen nicht mehr bitten, "uns in einer dunklen und gefährlichen Gasse zu treffen". Das Unternehmen, das mehr als 400 Filialen in 48 Ländern besitzt, will vorerst auf Twitter und YouTube bleiben.
theguardian.com

Hör-Tipp: Facebook-Kommunikator Klaus Gorny sieht Leaks als Beleg für offene Firmenkultur.

Hör-Tipp: Die geleakten Facebook-Files von Whistle­blowerin Frances Haugen sieht Klaus Gorny als Beleg für die "unglaublich offene, transparente" Firmenkultur des Konzerns. Der Meta-Kommunikations­chef für den deutsch­sprachigen Raum sagt im "Was mit Medien"-Interview mit Daniel Fiene, die Beschäftigten könnten über alles diskutieren. Wenn davon etwas an die Öffentlichkeit dringt, das den Eindruck schlechter Stimmung erwecke, sei das nur eine "Moment­aufnahme". Als Kommunikator ist es Gorny wichtig, nicht nur auf Facebook-Themen in der Berichterstattung zu reagieren, sondern proaktiv eigene Themen zu setzen.
wasmitmedien.de

Debatte: Das Metaversum kann das Selbstbild negativ beeinflussen.

Absehbare Probleme: Im Metaversum "könnten verletzliche Menschen noch mehr Druck verspüren, ihr Aussehen anzupassen", schreibt Tanya Basu bei Heise Online. Die etwa von Meta und Microsoft verfolgte Technologie müsse der Identität der Menschen gerecht werden, aber ihre psychische Gsundheit schützen. Die Bedeutung digitaler Avatare werde stark zunehmen und etwa in Bewerbungs­gesprächen eine wichtige Rolle spielen.
heise.de

Facebook verschiebt Start der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Messenger.

Facebook verschiebt den Start der angekündigten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Sprach- und Videoanrufen im Messenger und bei Instagram auf das Jahr 2023. Bisher hieß es, die Verschlüsselung beginne frühestens 2022. Der Sicherheitschef bei Meta, Antigone Davis, begründet die Verzögerung mit Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Nutzerinnen.
golem.de , turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Facebook-DACH-Chef Tino Krause hat Respekt vor der Bandbreite der Meinungen auf Facebook.

Hör-Tipp: "Es gibt keine hundert­prozentige Sicherheit", lässt Facebooks DACH-Chef Tino Krause im Podcast "Morning Briefing" wissen. Die große Bandbreite an Meinungen, die er in seinem Job sehe, mache es "immer wieder auch schwer, mich selbst zu verorten". Der Großteil der Inhalte auf Facebook sei positiv. Von 10.000 Impressionen auf Facebook hätten 3 einen "Hatespeech-Bezug". Ihm sei die Berichterstattung zu sozialen Medien "manchmal zu einseitig". Das Metaversum solle reale Erlebnisse "in keinster Weise ersetzen", sondern Dinge "virtuell erlebbar zu machen", die in der realen Welt nicht möglich sind. Die Umbenennung des Konzern in Meta sei ein "Commitment in die Zukunft".
thepioneer.de (39-Min-Audio, ab 7-Min, Paid)

Gefahren für Kinder? US-Bundesstaaten ermitteln gegen Instagram.

Instagram: Acht US-Bundesstaaten leiten Untersuchungen zu möglichen schädlichen Auswirkungen der Foto-App auf Kinder und Jugendliche ein. Die Plattform habe Kinder "im Interesse des eigenen Profits ausgebeutet", sagt Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts. Dabei habe Facebook, jetzt Meta, von den Risiken gewusst. Jetzt soll geprüft werden, ob der Konzern damit gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat. Whistleblowerin Frances Haugen ging vor kurzem mit schweren Vorwürfen gegen Facebook an die Öffentlichkeit.
reuters.com, stern.de, turi2.de (Background)

Messenger-App Threads wird eingestellt.

Sendeschluss: Instagram schaltet die Messenger-App Threads Ende 2021 ab. Fehler und schlechte Benutzerführung hatten eine erfolgreiche Etablierung verhindert. Eine Überarbeitung 2020 brachte keine Verbesserung. Ohnehin verändert Meta derzeit seine Nachrichtenfunktionen mit Fokus auf die plattformübergreifende Nutzung von Instagram, Facebook und WhatsApp.
techcrunch.com

Basta: Der Lauscher liegt auf dem Gabentisch.

Santa hört mit: Bei vielen Weihnachts­geschenken von Amazon, Samsung und Facebook landet das Datenschutz-Leck mit auf dem Gaben­tisch, bescheinigt die Mozilla-Stiftung. Sie hat 151 Produkte wie Smart-Speaker, Fitness-Tracker und E-Books untersucht. 46 Produkte bekommen einen Warn­hinweis. Geschenk­papier schützt eben nicht vor Lauschangriffen.
foundation.mozilla.org via sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Metaverse bedroht mentale Autonomie.

Lese-Tipp: Das Metaverse mit Avatar-Funktion von Mark Zuckerberg könnte eine "dramatische Erweiterung" unserer Lebenswelt werden, glaubt Philosophie-Professor Thomas Metzinger. Gemeinwohlorientiert sei es nicht. Die von US-Milliardären bestimmten Spielregeln könnten moralische Entscheidungen ersticken und den Verlust digitaler Souveränität sowie geistiger Autonomie bedeuten.
taz.de

Deutscher Werbemarkt wächst 2021 um rund 5 %.

The ads are back in town: Der deutsche Werbemarkt wächst 2021 um rund 5 % auf 47 Mrd Euro, prognostiziert der ZAW – ein Plus von 2 Mrd Euro gegenüber dem Krisenjahr 2020. TV- und Außenreklame legen wieder zu, während Print-Anzeigen weiterhin schwächeln. Digitale Werbung wächst zweistellig, das größte Plus geht aber an die Big Player Google, Facebook, Amazon und Apple.
handelsblatt.com, horizont.net (Paid)

Instagram rollt eine Pausen-Funktion aus.

Es gibt nichts zu sehen: Instagram will noch diesen Dezember eine Pausen-Funktion ausrollen, die Userinnen nach 10 bis 30 Minuten dazu auffordert, das Gucken und Herzchen-Verteilen zu unterbrechen. Nutzerinnen müssen der Unterbrechung per Opt-In zustimmen. Die Insta-Pause ist auch eine Reaktion auf die Enthüllungen von Whistleblowerin Frances Haugen, die offenlegte, dass die App negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche hat.
twitter.com (1-Min-Video Adam Mosseri, Head of Instagram) via techcrunch.com