Vice: Neonazis verbreiten rechtsradikale Musik auf Telegram.

Telegram entwickelt sich zu einem Marktplatz für rechtsextreme Musik, berichtet Vice. In 57 Gruppen und Channels des Messengers würden verbotene Musik geteilt, über Konzerte informiert sowie CDs und T-Shirts verkauft. Neonazis träfen sich bei dem von einem Russen gegründeten Dienst mit Sitz in Dubai, weil dieser im Gegensatz zu Facebook nicht gegen die Rechtsextremisten vorgeht.
vice.com

EU-Kommission: Facebooks Regulierungspläne springen zu kurz.


Zu langsam, zu wenig: Mark Zuckerberg beißt mit seinen Regulierungsideen für seine Branche in Brüssel auf Granit, berichtet die "Financial Times". Auf einer Kuscheltour hat er ein 13-seitiges Ideenpapier vorgestellt, demzufolge es globale Regeln geben soll und Plattformen nicht für illegale Inhalte haften sollten. Stattdessen sollten sie daran gemessen werden, ob sie Standards und Abläufe definiert haben, um mit unerwünschten Inhalten umzugehen.

Datenstrategie-Kommissar Thierry Breton sagt nach einem Treffen mit Zuckerberg, Facebook bewege sich zu langsam und warnte, die EU sei bereit, zu handeln. Die Firma müsse auch die eigene Marktdominanz thematisieren. Vera Jourova, Kommissarin für Werte und Transparenz, sagte nach einem Treffen mit Zuckerberg, Facebook solle Algorithmen für Audits durch Dritte, etwa Forscher, öffnen und insgesamt mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen - und sich beim Verteidigen der Demokratie mehr Mühe geben.
ft.com (Paid)

Facebook will externe Prüfung gelöschter Inhalte einführen.

Facebook arbeitet an einer externen Überprüfungsmöglichkeit für gelöschte Inhalte, schreibt Mark Zuckerberg in der "Financial Times". Nähere Details nennt er darin nicht. Er fordert auch mehr Regulierung seitens der Politik. Facebooks Löschpraxis ist umstritten. Das Netzwerk führt deshalb aktuell auch ein unabhängiges Gremium ein, bei sich Nutzer über gelöschte Beiträge beschweren können.
ft.com via marbacher-zeitung.de

Zitat: Facebook ist rechnerisch der weltgrößte Staat, sagt MSC-Chef Wolfgang Ischinger.

"Wäre Facebook ein Staat, wäre es mit seinen global 2,7 Mrd Nutzern das größte Land der Welt."

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, begrüßt auf der Sicherheitstagung den eingeladenen Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit Superlativen. In seiner Rede erklärt sich der Facebook-Chef bereit, künftig mehr Steuern in unterschiedlichen Ländern zu zahlen.
handelsblatt.com

Bayerns Justizminister fordert von Facebook den Zugriff auf den digitalen Nachlass.

Facebook: Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) will für Erben einen uneingeschränkten Zugang zum Profil der Verstorbenen durchsetzen, schreibt der "Spiegel". In einem Brief an Facebook fordert Eisenreich national geltendes Recht, "ohne Wenn und Aber". In Facebooks "Gedenkzustand" können Erben keine Nachrichten der Verstorbenen lesen.
"Spiegel" 8/2020, S. 21 (Paid)

Plattformen wie Facebook müssen künftig womöglich die Identität ihrer Nutzer prüfen.

Digitalpolitik: Soziale Netzwerke wie Facebook sollen von ihren Nutzern künftig womöglich Name, Anschrift und Geburtsdatum abfragen, schlagen die Länder Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern im Bundesrat vor. Die Angaben könnten mit Ausweisdaten überprüft und von Behörden für die Strafverfolgung abgefragt werden - z.B. bei Hasskommentaren.
spiegel.de

Reuters checkt Fakten für Facebook.

Reuters geht unter die Facebook-Faktenchecker im US-Markt und bestätigt, dass Facebook dafür bezahlt. Eine neu gegründete Redaktion mit zunächst vier Mitarbeitern prüft nun bei Facebook und Instagram gepostete Inhalte auf Englisch und Spanisch auf falsche oder irreführende Behauptungen und gefälschte Fotos, Audios und Videos. Die Ergebnisse veröffentlicht die Agentur in einem Blog.
techcrunch.com

Social Media: Medienanstalten finden die Selbstregulierung der Plattformen uneffektiv.

Social Media: Facebook, Twitter und Google halten ihre eigenen Selbstverpflichtungen, u.a. im Kampf gegen Fake-Accounts, nicht ein, zitieren der NDR und WDR aus einem von der EU beauftragten Gutachten. Die Selbstregulierung der Plattformen sei "weder effektiv noch verhältnismäßig". Das Gutachten stammt von den Medienanstalten Bayern, Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
tagesschau.de

Facebooks Twitter-Account wurde zeitweise gehackt.

Social Media: Hacker haben am Freitag zeitweise die Kontrolle über Facebooks Twitter-Account erlangt, schreibt Business Insider. Es kam zu einigen geposteten und wieder gelöschten Tweets. Hinter dem Angriff soll eine Gruppe stecken, die zuvor auch Accounts von NFL-Teams gehackt hatte. Laut Twitter erfolgte der Angriff über eine Plattform eines Drittanbieters.
businessinsider.de, twitter.com

“Diskussionen als Chance begreifen” – Facebook-Manager Jin Choi über Brand Safety und Transparenz.


Versuch und Irrtum: Facebook hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, sagt Facebook-Manager Jin Choi im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des Deutschen Medienkongresses. So habe Facebook massiv in Sicherheit und Technologie investiert – nicht nur, um die Daten der Nutzer besser zu schützen, sondern auch um die Brand Safety für Werbekunden zu erhöhen. Die größten Prioritäten von Facebook seien in diesem Jahr Sicherheit, Transparenz und das Wohlempfinden der Nutzer. Dafür habe der Konzern 3,7 Mrd Dollar in Sicherheit und Technologie investiert.

Dem Eindruck, dass Facebook nicht zu den Konzernen gehört, die eine über Plattformen hinweg vergleichbare Video-Währung vorantreiben, widerspricht Jin Choi: "Wir stehen im konstanten Dialog mit der AGF und der OWM und versuchen gemeinsame Standards zu evaluieren." Das Anliegen von Facebook sei dabei, dass keine crossmediale Diskriminierung zwischen den Werbeformen entsteht – vom Bild über Videos bis hin zu VR.
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Zahl des Tages: Instagram macht 2019 satte 20 Mrd Dollar Werbe-Umsatz.

Zahl des Tages: Fotogene 20 Mrd Dollar Werbe-Umsatz erzielt Instagram im Jahr 2019, berichtet Bloomberg. Damit erwirtschaftet das Bilder-Netzwerk mehr als ein Viertel des Umsatzes vom Mutterkonzern Facebook, der seine Umsätze bisher nicht getrennt ausweist, und übertrumpft auch YouTube deutlich.
bloomberg.com via theverge.com, turi2.de (Background YouTube)

Facebook gibt Eltern mehr Kontrolle über den Kinder-Messenger.


Erweiterte Kommandozentrale: Facebook gibt Eltern neue Funktionen, um das Treiben des Nachwuchs beim Messenger Kids zu durchleuchten. Sie bekommen Einblick in die Chat-Historie, können gesendete und empfangene Bilder sehen und nachschauen, wen ihr Kind blockiert hat. Der Zugriff erfolgt über das Parent Dashboard. Eltern können ihre Kinder auch von anderen Geräten ausloggen. Facebook hat den Nachwuchs-Messenger 2017 eingeführt und seitdem viel Kritik bekommen, etwa für den Datenschutz und weil Kinder, anders als vom Konzern beworben, mit Nutzern chatten konnten, die ihre Eltern nicht als Kontakte zugelassen hatten. Das ist noch immer so, laut Facebook warnt die App nun aber, wenn gesperrte Kontakte an einem Gruppenchat beteiligt sind.
theverge.com, techcrunch.com, about.fb.com

Zitat: Investor Roger McNamee wirft Tech-Konzernen Unwillen vor, verantwortungsvoll zu handeln.

"Mark Zuckerberg ist eine ausgeruhte Nacht von der Erleuchtung entfernt, dass er der Held seiner eigenen Geschichte sein könnte. Er könnte so viel mehr Gutes tun dadurch, das Geschäftsmodell von Facebook zu reformieren, als mit 1.000 Stiftungen."

Tech-Investor Roger McNamee war einer der ersten Geldgeber von Facebook und früherer Mentor von Gründer Mark Zuckerberg, heute ist er einer der schärfsten Kritiker des Konzerns. Im "FAZ"-Interview vermisst er den Willen großer Tech-Konzerne, verantwortungsvoll zu handeln.
"FAZ", S. 26 (Paid)

Mark Zuckerberg würde heute nicht mehr im Silicon Valley gründen.

Facebook: CEO Mark Zuckerberg würde heute kein Startup mehr im Silicon Valley gründen, sagt er auf einem Event in Utah, über das Business Insider schreibt. "Der Aufbau eines Unternehmens, das sich nicht in einer solchen Monokultur befindet, hat viele Vorteile", sagt Zuckerberg. Die großen Tech-Konzerne trieben die Wohnungspreise in die Höhe, Startups würden heute auch woanders Investoren finden.
businessinsider.com

Facebook will strikt gegen Falschinformationen zum Corona-Virus vorgehen.

Facebook will Nutzer nicht mit Falschinformationen zum Wuhan-Corona-Virus infizieren und kündigt an, Fake News und Verschwörungstheorien zum Virus, die Menschen schaden könnten, von Facebook und Instagram zu verbannen. Dazu zählen unter anderen falsche Behandlungstipps oder unwirksame Präventionsmaßnahmen. Auch Hashtags, über die Falschinformationen verbreitet werden, will das Netzwerk blockieren.
theverge.com

Meinung: Die Definition von Werbekontakten sollte neu diskutiert werden.

Vermarktung: Facebook und YouTube funktionieren in der Werbewirkung anders als lineares Fernsehen, sagen Guido Modenbach (Foto) und Gerald Neumüller vom ProSiebenSat.1-Vermarkter Seven One Media im "Horizont"-Interview. Bewegtbildwerbung brauche neben dem Fernsehen auch "komplementäre" digitale Plattformen, wofür es künftig eine "sinnvolle Definition von Werbekontakten" geben sollte.
"Horizont" 5/2020, S. 18-19 (Paid)

Facebook legt eine zweite Runde seines Accelerator-Programms in Deutschland auf.

Facebook führt sein Accelerator-Programm für Medien in Deutschland fort. Der Social-Media-Gigant will erneut bei Zeitungshäusern Schönwetter in der Cloud machen und ihnen helfen, digitale Abonnements zu vermarkten. Zum Auftakt gibt es ein mehrwöchiges Workshop-Programm und eigene Projektbudgets für die Teilnehmer in Höhe von jeweils 50.000 Euro. 2019 kündigte Facebook insgesamt Ausgaben von 2 Mio Höhe an, wie hoch das Budget für 2020 ist, schreibt der Konzern nicht.
about.fb.com, turi2.de (Background)

Europa wird Kontinent des Tech-Widerstands, schreibt Christian Meier.

Europa, "Kontinent der Bedenkenträger" entwickelt sich zum "gelobten Land des Widerstands gegen die Allmacht der Digitalkonzerne", schreibt Christian Meier. Bewunderung habe sich innerhalb einer Dekade in Regulierungsforderungen gewandelt. Google, Amazon, Facebook und Co hätten noch nie mehr unter Druck gestanden, dennoch könne scheinbar kein Skandal ihnen schaden. Deshalb brauche es für echten Wandel "die Politik, die von Technologie eigentlich nie allzu viel verstanden hat".
welt.de

Lese-Tipp: Hans-Bredow-Instiut erforscht Facebooks Kommunikationsregeln.

Facebook-LogoLese-Tipp: Forscher des Hans-Bredow-Instiuts beleuchten, wie Facebook seine Community-Standards entwickelt. Anders als kritisiert sei der Prozess keine Black Box, die der Willkür unterliegt. Facebook versuche, "die staatliche Ordnung zu imitieren". Die Forscher empfehlen für das Prüfen von Fake News u.a. Fachleute mit nichtwestlichen Hintergründen.
"FAZ", S. 13 (Paid), lifepr.de

WhatsApp weist die Schuld am Hackerangriff auf Jeff Bezos zurück.

Hackerangriff: Nick Clegg ist "sehr, sehr zuversichtlich", dass Jeff Bezos nicht über WhatsApp gehackt wurde, verteidigt Facebooks Chefkommunikator die App-Tochter bei der BBC. Die Technologie der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei sicher. Die Sicherheitslücke liege im "Betriebssystem", gibt Clegg indirekt Apple die Schuld.
twitter.com, mashable.com, turi2.de (Background)

Facebook löscht hunderte Fake-Profile, die Politiker und Journalisten ausspähen sollten.

Facebook-LogoFacebook löscht nach einer Recherche des "Spiegel" und des Digital Forensic Research Lab ein seit mindestens 2011 in über 30 Ländern aktives Netzwerk von mehreren Hundert Fake-Profilen. Die Profile täuschten vor, Personen aus der Tourismus-, Luftfahrt- oder Modeindustrie zu sein und knüpften Kontakte zu zehntausenden echten Akteuren aus Politik, Militär, Polizei und den Medien. Ziele des Netzwerkes, dessen Spuren nach Chile führen, waren offenbar die Verbreitung von Fake-News und das Ausspionieren der geknüpften Kontakte.
"Spiegel“ 05/2020", S. 26 (Paid)

Facebooks Chefkommunikator Nick Clegg fordert mehr Regularien beim Datenschutz.

Social Media: Nutzer sollten künftig ihre Daten zu einem "konkurrierenden Dienst" mitzunehmen können, fordert Facebooks Chefkommunikator Nick Clegg in der "Süddeutschen Zeitung". Probleme wie Hasspostings oder die Einmischung in Wahlen würden nicht gelöst, wenn Facebook zerschlagen werde. Clegg will "neue Verkehrsregeln beim Datenschutz, bei Wahlen, bei Inhalten und echten Wettbewerb".
sueddeutsche.de

Roger McNamee fordert Algorithmen-Verbot für Facebook.

Facebook-LogoFacebook-Regulierung: Roger McNamee, früher Investor von Zuckerbergs Netzwerk, sagt auf dem DLD, die einzige Lösung sei, bestimmte Algorithmen zu verbieten, die Wahl-Manipulation und Hass gegen Minderheiten möglich machen. Damit werde auch das Geschäftsmodell von Facebook getroffen. McNamee appelliert an Zuckerberg, drei Monate vor den US-Wahlen auf Microtargeting und die Amplifizierung von Nachrichten zu verzichten.
heise.de

Zahl des Tages: TikTok erreicht 2019 über 738 Mio Downloads.

Zahl des Tages: Über 738 Mio neue Nutzer haben 2019 die Kurzvideo-App TikTok weltweit installiert - so viele wie nie zuvor, beobachtet die Analyse-Plattform Sensor Tower. TikTok überholte bei den häufigsten Downloads 2019 Facebook und belegt im App-Ranking den 2. Rang hinter WhatsApp.
techcrunch.com (TikTok-Downloads), onlinemarketing.de (App-Ranking 2019)

Microsoft will eine positive Klimabilanz erreichen.

Microsoft will bis 2030 "CO2-negativ" werden. Der Ausstoß soll um mehr als die Hälfte gesenkt werden, zusätzliche Ausgleichsprogramme sollen eine noch größere Menge aus der Atmosphäre entfernen. Auch Tech-Konzerne wie Facebook, Apple oder Amazon wollen klimanegativ werden, sind es bisher aber nicht. Google ist nach eigenen Angaben seit 2007 klimaneutral. Mit ihren Rechenzentren verursacht die Digitalbranche rund 4 % der weltweiten CO2-Emissionen.
handelsblatt.com

Instagram testet Direct Messages über den Browser.

Instagram bringt seine Direktnachrichten in den Webbrowser. Bisher konnten Nutzer nur über die App Nachrichten verschicken und empfangen. Zunächst bekommt eine "kleine Prozentzahl" der weltweiten Nutzer Zugriff auf die neue Funktion, die sich u.a. an Firmen und Influencer richtet, die sehr viele Direktnachrichten erhalten.
theverge.com, techcrunch.com, cnet.com

Hass im Netz: Bisher wurden rund 1.300 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Hass, Du bist umzingelt: Wegen Mängeln bei der Umsetzung des Gesetzes gegen Hasskommentare im Internet hat das Bundesamt für Justiz bisher rund 1.300 Bußgeldverfahren gegen Anbieter sozialer Netzwerke eingeleitet, zitiert das "Handelsblatt" aus der Antwort der Bundesregierung an die FDP-Bundestagsfraktion. Ausgesprochen wurde bisher nur ein Bußgeld: Facebook muss wegen mangelnder Transparenz im Umgang mit Hasskommentaren 2 Mio Euro zahlen. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig.

Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google müssen gemäß NetzDG ein einfaches und ständig verfügbares Verfahren zur Übermittlung von Nutzerbeschwerden über rechtswidrige Inhalte zur Verfügung stellen. Allein in diesem Bereich sind seit Januar 2018 insgesamt 1.167 Bußgeldverfahren eingeleitet worden – mehr als die Bundesregierung erwartet hatte. Die Regierung war zunächst nur von 500 Verfahren pro Jahr ausgegangen.
handelsblatt.com

“Focus”: Die Bundesregierung zahlte 2019 über 350.000 Euro für Facebook-Werbung.

Facebook: Die Bundesregierung hat 2019 mehr als 350.000 Euro für Werbeanzeigen auf Facebook ausgegeben, zitiert der "Focus" eine Auswertung der Werbebibliothek des sozialen Netzwerks. Unter den Ministerien investierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 103.107 Euro die höchste Summe, gefolgt vom Justizministerium (46.442 Euro) und Familienministerium (13.500 Euro).
focus.de

Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über politische Anzeigen geben.

Facebook kündigt an, seinen Nutzern bei Facebook und Instagram ab dem Sommer mehr Einfluss auf die Menge der politischen Anzeigen zu geben. Nutzer sollen dann auswählen können, dass sie weniger Werbung zu politischen oder gesellschaftlichen Themen angezeigt bekommen. Ganz deaktivieren lassen sich die Anzeigen jedoch nicht. Fernern kündigt Facebook an, mehr Informationen zu den gebuchten Anzeigen zu zeigen, zum Beispiel welche Reichweite der Werbende anvisiert.
theverge.com

“Teen Vogue” eiert bei Kennzeichnung eines unkritischen Facebook-Artikels rum.

Teen Vogue, früheres US-Print- und inzwischen reines Online-Magazin von Condé Nast, kann sich nicht entscheiden, ob ein unkritischer Artikel über Facebooks Maßnahmen gegen Wahl-Beeinflussung bezahlt war oder nicht. Der Beitrag erscheint erst als regulärer Artikel. Nach Kritik bei Twitter ergänzt "Teen Vogue" den Hinweis auf "gesponserten redaktionellen Inhalt". Facebook dementiert, für den Beitrag bezahlt zu haben, woraufhin erst der Hinweis und später der ganze Text verschwindet.
businessinsider.de, cnet.com, theguardian.com

Facebook-Manager sieht Mitschuld für Trumps Wahlsieg.

Facebook räumt eine Mitschuld an der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ein. Facebook-Manager Andrew Bosworth schreibt in einem internen Memo, Trump wurde nicht durch Einfluss aus dem Russland zum Präsidenten, sondern weil sein Team Facebooks Tools am besten genutzt habe. So wenig er sich eine Wiederwahl Trumps wünsche, appelliert Bosworth an seine Kollegen zur Neutralität, um das Wahlergebnis nicht zu beeinflussen.
nytimes.com, buzzfeednews.com, meedia.de

Facebook verbannt Deepfake-Videos von seiner Plattform.


How deep is your fake? Facebook will künftig Videos von seiner Plattform löschen, die durch technische Manipulation den Eindruck erwecken, eine Person hätte etwas gesagt, was sie nicht gesagt hat – sogenannte Deepfakes. Satire und Parodien sollen von der Regel ausgenommen bleiben. Auch technisch weniger ausgeprägte Fälschungen fallen nicht unter die neue Regel.

Im Sommer ging ein manipuliertes Video mit Nancy Pelosi viral. Facebook hatte sich damals geweigert, das Video zu entfernen. Unter anderem von Pelosi kommt nun Kritik, die neuen Regeln würden nicht weit genug gehen und so Lücken lassen. Das eigentliche Problem seien nicht Deepfakes, sondern Facebooks Weigerung, die Verbreitung von Desinformationen zu stoppen, so die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses.
nytimes.com, about.fb.com, businessinsider.com (Kritik)

Datenschützer fordert von Aufsichtsbehörde härteres Vorgehen gegen Facebook.

Facebook: Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar wirft der irischen Datenschutzaufsichtsbehörde im "Handelsblatt" Untätigkeit im Umgang mit Tech-Konzernen vor. Bei der Durchsetzung der DSGVO gebe es "erhebliche Defizite". Das "Ausbleiben von aufsichtsbehördlichen Maßnahmen" begünstige "marktbeherrschende Unternehmen". Die irische Datenschutzbehörde ist europaweit u.a. für Facebook zuständig, da der Konzern dort seine EU-Niederlassung hat.
handelsblatt.com

Meinung: Facebook ist keine Sucht.

Facebook ist keine Sucht, sagt Informatiker und Autor Nir Eyal im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Bei einer Sucht gibt es einen Dealer, den Betroffene verantwortlich machen könnten. "Würde Mark Zuckerberg Facebook abschalten, glauben Sie, dass dann alle anfangen, Shakespeare zu lesen?", fragt der Autor rhetorisch. Nutzer seien gegen Ablenkungen nicht hilflos.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)

Meinung: TikTok ist als App oft älter als die minderjährigen Nutzer.

TikTok: Die noch junge App ist oft älter als die meist minderjährigen Nutzer, beklagt Grundschullehrer und Influencer Basti im "Spiegel"-Interview. Viele Kinder verwendeten TikTok schon mit sechs Jahren und damit früher als Plattformen wie Facebook. Eltern rät der Lehrer einen gemeinsamen Account anzulegen, um die Aktivitäten des Nachwuchses nachverfolgen zu können.
spiegel.de