Zahl des Tages: Corint Media schätzt Facebook-News-Vergütung auf 3 bis 10 % des “angemessenen” Betrags.

Facebook-LogoZahl des Tages: Nur 3 bis 10 % dessen, "was als angemessene Vergütung nach den üblichen Usancen des Urheberrechts für die Verwertung von Rechten dieser Art zu zahlen wäre", bekommen Medien, die bei Facebook News mitmachen, schätzt und kritisiert die Verwertungsgesellschaft Corint Media in einem internen Schreiben. Wer mit Facebook paktiere, schade "damit auch dem Gesellschaftszweck der VG Media".
medieninsider.de, turi2.de (Background)

Facebook News startet im Mai in Deutschland.


Blaue Neuigkeiten: Facebook News startet im Mai mit rund 30 Medien-Partnern in Deutschland, dem zweiten europäischen Markt nach Großbritannien (Screenshot). Mit dabei sind Dickschiffe wie "Spiegel", "FAZ", "Zeit" und "Handelsblatt". Aus dem Zeitschiften-Segment nehmen Gruner + Jahr, die Motor Presse und Condé Nast teil, aus dem Regionalen u.a. Ippen, Funke und die "Rheinische Post". Facebook zahlt den beteiligten Verlagen Geld dafür, damit sie ihre Beiträge "um zusätzliche Inhalte ergänzen". Das können auch Inhalte sein, die ansonsten hinter der Paywall stehen, die Entscheidung liegt bei den Verlagen. Auffällig: Springer, Burda, Bauer und die "Süddeutsche Zeitung" sind zum Start nicht dabei.

Facebook hofft offensichtlich, in Zukunft noch mehr deutsche Verlage zur Kooperation bewegen zu können – im Laufe des Jahres sollen weitere Partner bekannt gegeben werden. Schmackhaft macht Zuckerbergs Konzern den Deal u.a. mit internationalen Zahlen: So habe Facebooks News Feed weltweit 188 Mrd Klicks für Verlage generiert. Die Verlagshäuser erhoffen sich laut verschiedener Statements vor allem die Erschließung neuer Zielgruppen. So interessiert sich etwa Stefan Ottlitz vom "Spiegel" dafür, "wie wir gerade angesichts des Erfolgs unserer Abomodelle neue Interessierte für unsere Marken begeistern können."
about.fb.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Tatjana Kerschbaumer

Facebook zahlt 1,6 Mio Nutzer*innen insgesamt 650 Mio Dollar Entschädigung.


Vergleichsweise teuer: Facebook zahlt insgesamt 650 Mio Dollar Entschädigungen, um einen Rechtsstreit über millionenfache Verletzung der Privatsphäre beizulegen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Konkret geht es um ein Verfahren im US-Bundesstaat Illinois, das seit 2015 andauert. Die Staatsanwaltschaft wirft Facebook vor, ohne Wissen der Nutzer*innen biometrische Daten zur Gesichtserkennung gesammelt zu haben. Insgesamt 1,6 Mio Nutzer*innen erhalten nun jeweils mindestens 345 Dollar.

Im Januar hatte Facebook bereits die Zahlung von 550 Mio Dollar zugesagt. Der zuständige Richter lehnte die Summe aber als unzureichend ab. Erst vor wenigen Tagen hat auch TikTok ein Verfahren in Illinois gegen die Zahlung eines Vergleichs beendet. TikTok muss jedoch nur 92 Mio Dollar zahlen.
spiegel.de. turi2.de (Background)

Facebook launcht Rap-App “Bars”.

Musik drin: Facebook startet den nächsten Angriff auf TikTok und stellt die Beta-Version seiner Rap-App Bars in den US-AppStore. Mit dem Programm können Rapper*innen zu fertig, professionell produzierten Beats rappen, Videos produzieren und teilen. Es ist der zweite Musik-Vorstoß von Facebook – zuletzt hatten die Entwickler*innen die Band-App Collab gestartet.
techcrunch.com, apps.apple.com (Preview)

Facebook schließt erste Verträge mit australischen Verlagen.

Australien: Facebook einigt sich mit den ersten Verlagen im Hinblick auf das neue, nachgebesserte Leistungs­schutz­recht. Der Konzern schließt Verträge mit Private Media, Schwartz Media und Solstice Media. Künftig sollen u.a. auch bisher kosten­pflichtige Inhalte auf Facebook verfügbar sein.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook kündigt großes Investment in seinen Newsbereich an.

Facebook will in den kommenden drei Jahren 1 Mrd Dollar in sein Nachrichtenangebot "Facebook News" investieren. Seit 2018 habe das Unternehmen dafür bereits 600 Mio Dollar in die Hand genommen, schreibt Chefkommunikator Nick Clegg in seinem Blogpost. Dessen Aufhänger ist erneut der Streit um das australische Leistungsschutzgesetz.
fb.com via theverge.com, turi2.de (Background)

Australien: Facebook hebt Sperrung von Newsmedien auf, Regierung will Gesetz ändern.

Facebook-LogoFacebook hebt in Australien die Sperre journalistischer Medien wieder auf. Der Tech-Konzern einigt sich mit der australischen Regierung auf einen Kompromiss im Streit um die Zahlung für Medien-Inhalte. Die Regierung kündigt an, "Änderungen" am Gesetzes­text vorzu­nehmen, die "mehr Klarheit" über die Anwendung des Gesetzes schaffen und dazu führen sollen, das Medienbetriebe "fair entlohnt werden".
zeit.de, bbc.com, mashable.com, turi2.de (Background)

Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen.

Microsoft 150Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen gegen Google und Facebook und will gemeinsam mit ihnen ein System für kostenpflichtige Netz-Inhalte entwickeln. Ziel sei es, marktbeherrschende "Gatekeeper" zum Zahlen für die Nutzung von Inhalten zu verpflichten. Der Vorstoß orientiert sich an den Plänen Australiens: Dort sollen Plattformbetreiber bilaterale Verhandlungen mit Medienunternehmen führen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Regierung von Australien streicht Anzeigen bei Facebook.

Facebook-LogoFacebook und die Politik in Australien streiten weiter. Finanzminister Simon Birmingham kündigt an, die Regierung werde bei Facebook geplante Anzeigen zurückziehen. Laut dem Sender ABC könnte der Umsatzverlust bei bis zu 6,8 Mio Euro liegen. Vergangene Woche hat Facebook in Australien im Streit um ein Leistungsschutzrecht sämtliche Inhalte von Nachrichtenseiten von seiner Plattform genommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Neue WhatsApp-Richtlinien: Wer nicht zustimmt, kann noch passiv nutzen.

Offene Hintertür: WhatsApp sperrt Usern, die den neuen Nutzungsbedingungen bis 15. Mai nicht zustimmen, doch nicht alle Funktionen. Die neuen AGB verraten, dass Anrufe und Benachrichtigungen zunächst weiter funktionieren. Nachrichten können in der App aber weder gelesen noch geschrieben werden. TechCrunch berichtet, diese Übergangregelung gelte für "einige Wochen".
techcrunch.com via spiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook sperrt die Seite von Myanmars Militär.

Facebook löscht die Seite des Militärs von Myanmar, weil sie zur Gewalt angestiftet habe. Bei Protesten sind am Samstag mindestens zwei Demonstrierende getötet worden. Seit mehr als zwei Wochen gehen Menschen gegen den Putsch vom 1. Februar auf die Straße, der die Regierung von Staatschefin Aung San Suu Kyi entmachtet hat. Die Militärjunta hat ihrerseits schon kurz nach der Machtübernahme Facebook-Dienste blockiert.
reuters.com, turi2.de (Background)

Zitat: Facebook ist ein Werkzeug zur Verhaltensmanipulation, sagt Rappler-Chefin Maria Ressa.

"Facebook zersetzt unsere Gesellschaft und lässt Lügen als Tatsachen erscheinen."

Investigativjournalistin Maria Ressa sagt in der "Süddeutschen Zeitung", dass soziale Netzwerke mit "idealistischen Ansichten über die Stärkung der Bürger" begonnen hätten, jetzt aber "Werkzeuge für den Aufbau faschistischer Regierungen" seien.
sueddeutsche.de (Paid)

Kanada will Facebook, Google und Co nach dem Vorbild Australiens zügeln.

Facebook-LogoKanada nimmt sich ein Beispiel an Australiens Mediengesetz und will Tech-Plattformen wie Facebook und Google ebenfalls zwingen, Werbeeinnahmen aus Nachrichteninhalten mit den Publisher*innen zu teilen. Der kanadische Kulturminister Steven Guilbeault kündigt ein entsprechendes Gesetz an. In Australien unterbindet Facebook im Zuge des Steits mit der Regierung das Teilen von Nachrichteninhalten.
spiegel.de, horizont.net, turi2.de (Background)

Facebook lässt “Almans”-Hasskommentare löschen, Penis-Minarette aber stehen.

Facebook-LogoFacebook lässt Hasskommentare über "verfickte Almans" und "typisch dämlich deutsch" löschen, liest der "Spiegel" in internen Schulungsunterlagen. Ein Facebook-Post mit einer Zeichnung, die ein Minarett mit der Form eines Penis gleichsetzt, darf hingegen bleiben, "wenn in dem Beitrag nicht explizit gesagt wird, dass sich das Bild gegen Muslime oder den Islam richtet". Beobachter*innen kritisieren, dass die Lösch-Regeln nicht nachvollziehbar und konsistent sind.
"Spiegel" 8/2021, S. 42 (Paid)

Datenschützer Johannes Caspar nennt Facebooks Blockade “globales Alarmsignal”.

Obacht: Facebooks Nachrichten-Blockade in Australien ist ein "globales Alarmsignal", findet der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar. Jede*r Politiker*in und jede öffentliche Stelle, die Facebook zur Reichweitengewinnung nutzt, sollte sich den Fall "genau anschauen". Nicht nur das "Erpressungspotential" werde mit jedem Like größer, die Abhängigkeit "führt am Ende zu einer Erodierung der öffentlichen Meinungsbildung". Unternehmen wie Facebook dürften nicht "die Meta-Ebene beherrschen".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook unterbindet das Teilen von Nachrichteninhalten in Australien.

Facebook verbietet seinen australischen Nutzer*innen das Teilen von Nachrichtenartikeln. Hintergrund ist das neue Leistungsschutzrecht, das das Unternehmen verpflichtet, Lizenzgebühren für Medieninhalte auf seinen Seiten zu zahlen. Facebooks Australien-Chef William Easton schreibt, dass das Gesetz "die Beziehung zwischen unserer Plattform und den Verlagen missversteht". Google hat sich hingegen nach Rückzugsdrohungen dazu entschlossen, Deals mit den Verlagen einzugehen.
theverge.com, faz.net, fb.com (Blogpost Easton), turi2.de (Background)

Facebook rollt seine Journalisten-Registrierung auch in Deutschland aus.

Facebook-LogoFacebook rollt seine Journalisten-Registrierung auch in Deutschland aus. Festangestellte und freie Medienschaffende können sich anmelden, um sich auf Facebook und Instagram besser gegen Hacking und Online-Belästigung zu schützen. Berechtigte erhalten zudem Zugang zum Analysetool Crowdtangle und die Möglichkeit, ein blaues "Verifizierungslogo" zu beantragen.
facebook.com, meedia.de

Meinung: Clubhouse gerät in die Todeszone.

Clubhouse gerät in die Startup-Todeszone, schreibt Thomas Heuzeroth. Die App sei so erfolgreich, dass sie entweder gekauft werde oder von den "Großen" nachgemacht werde - Facebook und Twitter sind bereits in das Klon-Rennen eingestiegen. Insbesondere Facebook, das "in der Todeszone sehr aktiv sei", könnte für Clubhouse zu einer ernsten Bedrohung werden.
edition.welt.de (Paid), turi2.de (Background Facebook)

Facebook entwickelt Clubhouse-Klon.

Copyhouse: Facebook arbeitet an einem Clubhouse-Imitat, berichtet die "New York Times" unter Bezug auf zwei unternehmensnahe Quellen. Diese berichten, dass sich das Produkt in der Frühphase seiner Entwicklung befindet. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte erst kürzlich selbst einen Auftritt auf Clubhouse. Sein Unternehmen will sich zu der Nachricht nicht äußern. Konkurrent Twitter hat bereits einen eigenen Clubhouse-Klon am Start.
nytimes.com, theverge.com, turi2.de (Background Twitter)

Julia Reuss wechselt vom Digitalministerium zu Facebook.

Vom Kanzleramt zu Facebook: Politikwissenschaftlerin Julia Reuss, 37, aktuell Büroleiterin von Dorothee Bär im Bundeskanzleramt, wechselt als Lobbyistin zu Facebook. Als Public Policy Director soll sie für Zentraleuropa die Zusammenarbeit zwischen dem US-Konzern und politischen Entscheidungsträger*innen sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen vorantreiben. Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im Bundestag, nennt den Wechsel "problematisch". Das Büro von Bär sagt, Reuss habe keine Themen betreut, "die ihren neuen Arbeitgeber betreffen".
handelsblatt.com, businessinsider.de

Korrektur: Das erste Bild dieser Meldung zeigte die falsche Julia Reuß. Wir haben den Fehler behoben und entschuldigen uns.

Zitat: Facebooks Deutschland-Chef Tino Krause hat seinen Führungsstil angepasst.

"Die Leute wollen spüren, dass Führungskräfte in dieser Ausnahmesituation ebenso manchmal unsicher sind und nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort haben."

Facebooks Deutschlandchef Tino Krause sagt im W&V-Interview, dass es als Manager aktuell nicht mehr nur darum gehe, Stärke zu zeigen. Die "menschliche Komponente, die Authentizität" sei in der Führung besonders gefragt.
wuv.de (Paid)

Myanmar: Militärjunta sperrt Facebook.

Geputscht und zensiert: Die Militärjunta blockiert nach dem Putsch in Myanmar Facebook sowie dessen Dienste Messenger, Instagram und WhatsApp, schreiben die Netz-Watchdogs von Netblocks. Die Einschränkungen gehen demnach u.a. vom staatlichen Anbieter MPT aus. Facebook gilt in Myanmar als "zentrale Protestplattform" gegen den Putsch.
netblocks.com via cnet.com, twitter.com, deutschlandfunk.de (Background)

Uwe Vorkötter hält den Brandbrief von Mathias Döpfner für überzogen.

Mit gespaltener Zunge: Mathias Döpfner schießt in seinen Brief an Ursula von der Leyen über das Ziel hinaus, kommentiert Uwe Vorkötter in seiner ersten Ausgabe der Kolumne "Bold" bei Horizont Online. Döpfner wolle "die Werbung des 21. Jahrhunderts verbieten", obwohl auch Springer mit Targeting und Datenspeicherung arbeite. Sinnvolle wäre es, "den Plattformen wettbewerbsrechtlich Grenzen" aufzuerlegen und sie zu angemessenen Steuerzahlungen zu zwingen.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Apple-Streit: Facebook kündigt Datenschutz-Einblendungen an.

Facebook plant großflächige Datenschutz-Hinweise auf Apple-Geräten. Sie sollen an Nutzer*innen appellieren, das Daten-Sammeln für personalisierte Werbung zu erlauben. Apple zwingt App-Anbieter ab Frühjahr dazu, seine Nutzer*innen um Erlaubnis zur Datensammlung zu fragen. Facebook sieht darin sein Geschäftsmodell gefährdet.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook: Aufsichtsgremium sammelt Meinungen zur Trump-Sperre.

Viel Spaß beim Sortieren: Facebooks Aufsichtsgremium sammelt Feedback von Nutzer*innen zur Sperrung von Donald Trump. So wolle das Board "unterschiedliche Perspektiven" einbeziehen. Die Sammelstelle ist zehn Tage geöffnet, eine Entscheidung soll binnen 90 Tagen (ab 21. Januar) getroffen werden.
techcrunch.com, oversightboard.secure.force.com (Aufruf), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Springer-Chef Döpfner kritisiert “Überwachungskapitalismus” der Plattformen.

Video-Tipp: Springer-Chef Mathias Döpfner sorgt sich im ZDF-Interview über die immer größer werdende Marktmacht von Tech-Konzernen wie Google oder Facebook – und kritisiert das Daten-Tracking der "übermächtigen Plattformen". Anders als die Verlage würden diese zu sehr in die Privatsphäre der Nutzer*innen eindringen: "Diese Form des Überwachungskapitalismus wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem".
zdf.de (5-Min-Video)

Facebook arbeitet an neuem Werbe-Tool.

Facebook-LogoFacebook testet ein neues Tool, mit dem Werbende bestimmte Themen im Umfeld ihrer Werbeanzeige ausblenden können. Kinder-Spielzeughersteller könnten etwa die Kategorie "Verbrechen und Tragödien" ausschließen. Damit reagiert Facebook auf Boykott-Aufrufe vom Sommer. Marken wie Coca-Cola oder Starbucks hatten Facebook vorgeworfen, zu wenig gegen Hass-Inhalte zu tun und zogen ihre Anzeigen zwischenzeitlich zurück.
wuv.de, wsj.com

Facebook sieht Apple als einen seiner größten Wettbewerber.

Tech-Knatsch: Apple ist inzwischen einer der größten Wettbewerber von Facebook, sagt Mark Zuckerberg. Änderungen im Apple-Betriebssystem iOS 14 könnten dem Werbe-Geschäftsmodell von Facebook schaden. Apple zwingt App-Anbieter ab Frühjahr, Nutzer*innen zu fragen, welche Daten sie preisgeben wollen. Facebook wettert daher z.B. in Zeitungsanzeigen oder Internet-Blogs gegen Apple und gibt sich als "Verteidiger der kleinen Unternehmen", denen eine effiziente Form der Werbung genommen werde.
welt.de, faz.net (Paid)

Facebook-Gremium widerruft vier von fünf Beitrags-Sperrungen.

Facebook-LogoGekippt: Facebook muss vier von fünf Sperrungen rückgängig machen, entscheidet das eigene, unabhängige Aufsichtsgremium. Betroffen sind u.a. ein Instagram-Posting mit Brustwarzen-Bildern, das auf Brustkrebs aufmerksam gemacht hatte sowie ein Beitrag mit einem Satz, den Facebook irrtümlich Joseph Goebbels zugeordnet hatte. Die Entscheidungen sind für das Unternehmen bindend, selbst Mark Zuckerberg hat kein Veto-Recht. Demnächst entscheidet das Gremium auch über die Rechtmäßigkeit der Konto-Sperre von Donald Trump.
spiegel.de, oversightboard.com (Details zu den Entscheidungen), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Facebook ist ein Umschlagplatz für illegale antike Kunst.

Facebook-LogoLese-Tipp: Facebook fungiert als Umschlagplatz für illegal erworbene oder geraubte antike Kunst, schreibt Marcus Woeller. Das Athar Project hat 120 entsprechende Gruppen identifiziert, die insgesamt 2,2 Mio Nutzer*innen haben - auch wenn der Handel mit gestohlenen Kulturgütern auf Facebook offiziell verboten ist. Weiteres Problem: Facebook könnte künftig etwa Fotos von Ausgrabungsstätten oder Objekten löschen, die oft die einzigen Beweise für Straftaten sind.
edition.welt.de (Paid)

Facebook News startet in Großbritannien.

Facebook-LogoFacebook rollt seinen News-Bereich in Großbritannien aus. Zu den Partnern zählen unter anderem Channel 4, die "Daily Mail", der "Telegraph" und die "Financial Times". Vor einiger Zeit hatte Facebook bereits "Economist", "Guardian" und weitere Medien, darunter auch "GQ" und "Vogue" als Partner vorgestellt. Facebook teilt mit, dass Deutschland und Frankreich zu den nächsten Ländern gehören, in denen Facebook News startet.
fb.com, turi2.de (Background)

Telefonnummern von Facebook-Nutzer*innen stehen bei Telegram zum Verkauf.

Facebook-LogoFacebook: Beim Messenger-Dienst Telegram bietet ein Nutzer die Telefonnummern von angeblich 500 Mio Facebook-Nutzer*innen zum Kauf an, berichtet Motherboard. Pro Anfrage verlangt das Tool bis zu 20 Dollar. Die Daten stammen aus einer Sicherheitslücke, die Facebook 2019 geschlossen hat. Unklar ist, wie Telegram auf den Datenhandel reagiert.
vice.com, theverge.com

Facebook sperrt Israels Impfwerbung.


Gestoppter Überzeugungstäter: Facebook sperrt den Chat-Bot von Israels Premier Benjamin Netanyahu, mit dem er für Corona-Impfungen wirbt, sowie ein Video, in dem er dazu aufruft, ihm Telefonnummern von zweifelnden Bekannten zu schicken, damit er überzeugende "Überraschungsanrufe" machen kann. Die Art und Weise entspreche nicht den Facebook-Richtlinien, sagt eine Sprecherin, deshalb habe man die Aktion gestoppt.

Das Teilen oder Erfragen von Gesundheitsinformationen ist bei Facebook verboten. Israel verfolgt eine rigorose Impfpolitik und kommt deshalb mit seinem Impfplan konkurrenzlos schnell voran. Je 1.000 Einwohner*innen sind bereits 442 Menschen geimpft – in Deutschland 21, in den USA 66.
spiegel.de

Google und Facebook drohen Australien mit Rückzug.

Australien: Google droht der Regierung, seine Suchfunktion im Land nicht mehr anzubieten, sollte das geplante Leistungsschutzrecht wirklich angewandt werden. Zuletzt hat das Unternehmen bereits einige Medien aus seinen Suchergebnissen entfernt. Auch Facebook kündigt Konsequenzen an. Es sei denkbar, dass der Konzern in Australien das Teilen von Links zu Nachrichtenartikeln künftig ausschließt. Die Regierung gibt sich von den Drohungen unbeeindruckt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Facebook lässt Trump-Sperre prüfen.

Facebook-LogoFacebook lässt die Konto-Sperre von Donald Trump von seinem 2020 selbst eingerichteten Aufsichtsgremium prüfen – und verspricht, das Urteil bindend anzunehmen. Das Gremium, bestehend aus Poltiker*innen, Akademiker*innen und Menschenrechtler*innen, prüft u.a., ob die Sperrung gegen das Recht auf Meinungsfreiheit verstößt und ob Trump gegen Nutzerregeln verstoßen hat. Bis zur Klärung bleibt der Ex-Präsident vom sozialen Netzwerk ausgesperrt.
faz.net

EU sollte auf Tech-Lizenzen setzen, meint Stefan Winners.

Digitale EU: Ex-Burda-Vorstand Stefan Winners überlegt im Interview mit dem "Aktionär", wie die EU den Tech-Markt regulieren kann: Denkbar wäre laut Winners, das "chinesische Modell" zu etablieren. Firmen müssten dann Lizenzen kaufen, um in bestimmten Sektoren in Europa tätig werden zu dürfen. US-Firmen müssten ihr Europageschäft abspalten, um einen EU-Sitz zu haben. Er plädiert außerdem für "Liberalisierung", bei der etwa Google seine Such-Schnittstelle auch anderen Anbietern zugänglich machen muss.
deraktionaer.de

Facebook sperrt bis zur Amtseinführung Veranstaltungsfunktion in der Nähe des Weißen Hauses.

Facebook lässt bis zur Amtseinführung von Joe Biden keine Veranstaltungen mehr anlegen, die in der Nähe des Weißen Hauses und des Kapitols stattfinden sollen. Der Konzern will verhindern, dass die Plattform genutzt wird, um gewalttätige Veranstaltungen zu organisieren und führt auch eine "sekundäre Überprüfung" aller Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Einweihung durch.
theverge.com

Meinung: Politik muss stärker gegen Daten-Sammelwut von Plattformen vorgehen.

Datenkraken: Die Politik sollte entschiedener gegen das Datensammeln von Google, Facebook und Co. vorgehen, schreibt Helmut Martin-Jung. Nationale Regelungen wie im jüngst angepassten GWB seien zwar gut, "aber wenn es um international agierende Konzerne geht, oft nur bedingt wirksam." Es brauche daher europaweite Gesetze.
sueddeutsche.de

Meinung: Großen Tech-Konzernen fehlen Führungskräfte mit Haltung.

Meinung: Im Silicon Valley "mangelt es bereits seit Jahren an Führungskräften mit Rückgrat und intaktem Moralempfinden", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Er glaubt Facebook, Twitter & Co. hätten auch mit konsequenterem Vorgehen gegen gefährliche Inhalte in der Vergangenheit profitabel sein können. Ihr zaghafter Kurs gefährde nun ihr Geschäftsmodell.
manager-magazin.de

WhatsApp führt Datenaustausch mit Facebook ein – jedoch nicht für EU-Nutzer*innen.

WhatsApp führt per Aktualisierung der Datenschutzrichtlinie den Datenaustausch mit Mutter-Konzern Facebook ein. Auch das Weiterreichen der Daten an dessen Werbekunden wird möglich. Die Europäische Union sei allerdings davon ausgenommen, ließ Facebook nachträglich wissen. Die Ankündigung hatte zuvor Diskussionen ausgelöst, auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar zeigte sich überrascht.
welt.de

Facebook sperrt Accounts von Donald Trump für mindestens zwei Wochen.

Facebook-LogoFacebook verlängert die Sperrung der Accounts von Donald Trump bei Facebook und Instagram um mindestens zwei Wochen bis zur Amtsübergabe an Joe Biden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schreibt in einem Post, Trump nutze die Plattform, "um gewaltsame Aufstände gegen eine demokratisch gewählte Regierung anzuregen". Das Risiko, Trump die Nutzung weiterhin zu erlauben, sei "einfach zu groß". Twitter bestätigt derweil, dass Trump drei blockierte Tweets selbst gelöscht hat. Dadurch wird sein Account nach zwölf Stunden reaktiviert - bisher hat Trump noch nichts Neues getwittert.
bild.de, techcrunch.com (Facebook), techcrunch.com (Twitter)

Twitter und Facebook blockieren Trumps Accounts – zunächst nur temporär.

Genug gewarnt: Twitter sperrt den Account von Donald Trump wegen dreier Tweets, die gegen die Nutzungsregeln verstoßen. Sobald er diese Nachrichten gelöscht hat, bleibt sein Account für weitere 12 Stunden gesperrt. Künftige Regelverstöße werde der Dienst mit der dauerhaften Suspendierung des Accounts ahnden. Facebook hält Schritt und sperrt Trump ebenfalls - zunächst für 24 Stunden. Zu den drei von Twitter monierten Tweets gehört auch die Videobotschaft des Präsidenten zu den Protesten in Washington, die Facebook und YouTube zuvor ebenfalls von ihren Plattformen gelöscht haben.
twitter.com, theverge.com

Lese-Tipp: Das Browsergame Farmville prägt das Internet bis heute.

Lese-Tipp: Das am Donnerstag abgeschaltete Browsergame Farmville hat das Internet nachhaltig verändert und Facebook zu einem Ort des zeitintensiven Verweilens gemacht, schreibt Daniel Victor in der "New York Times". Farmvilles Spielen mit der Aufmerksamkeit und Interaktionsschleifen findet sich heute von Instagram bis Qanon wieder, sagt Gamedesigner Ian Bogost. Das Spiel hatte zu seinen Höhepunkt vor etwa zehn Jahren 85 Mio aktive Nutzer*innen.
nytimes.com