EU plant strengere Regeln für marktberrschende Tech-Riesen.

EU-Kommission plant verschärfte Regeln für US-Tech-Riesen zur Wahrung des fairen Wettbewerbs, schreibt die "Financial Times". Sie will Branchengrößen notfalls zerschlagen oder zwingen, europäische Ableger zu verkaufen, wenn sie den Markt zu stark dominieren. EU-Kommissar Thierry Breton plädiert im Extremfall auch für die Möglichkeit, große Tech-Konzerne komplett vom europäischen Markt auszuschließen. Das Regelwerk zum Digital Services Act soll bis Ende 2020 vorliegen.
ft.com (Paid), faz.net

Facebook verpasst Gruppen strengere Regeln.


Gruppenhaft: Facebook zieht die digitalen Daumenschrauben im Kampf gegen Hassbotschaften etwas enger. Künftig gelten für Gruppen und deren Mitglieder strengere Regeln. Löscht Facebook eine Gruppe, dürfen künftig nicht nur die Admins, sondern auch die Moderator*innen für 30 Tage keine neue Gruppe gründen. Versuchen sie im Anschluss eine andere Gruppe zu gründen, die gegen Regeln verstößt, verlängert sich diese Frist erneut um 30 Tage. Gruppenmitglieder, die in einer Gruppe gegen die Richtlinien verstoßen haben, müssen für 30 Tage alle ihre Posts von Moderator*innen freischalten lassen. Genehmigen diese verletzende Postings, wird die Gruppe ganz gelöscht.

Facebook will zudem Gruppen ohne aktive Administratoren ausfindig machen. Hier sucht das Netzwerk proaktiv nach Mitgliedern, die diese Rolle ausfüllen können. Bleibt die Suche ergebnislos, wandert die Gruppe ins Archiv. Gruppen zu Gesundheitsthemen schlägt Facebook seinen Nutzer*innen künftig nicht mehr vor, über die Suche sind sie aber weiter auffindbar.

Facebook versucht mit den neuen Maßnahmen Herr über Verschwörungstheorien, Fake News und Hassbotschaften zu werden, für die das Netzwerk wiederholt in die Kritik geraten ist. Ob die Maßnahmen dafür ausreichen, bleibt jedoch fraglich. Erst Mitte August hat Facebook rund 900 Gruppen und Seiten der QAnon-Bewegung verbannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Zitat: Kim Kardashian ruft zum Boykott von Instagram und Facebook auf – für einen Tag.

"Ich kann nicht zusehen und still bleiben, während diese Plattformen es weiterhin erlauben, Hass, Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten."

Reality-Star Kim Kardashian boykottiert für einen Tag Instagram und Facebook. Sie schließt sich damit dem Aufruf der Aktion #StopHateForProfit an, dem u.a. auch Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence folgen.
instagram.com via spiegel.de, zeit.de

Facebook reagiert auf Vorwürfe, Manipulationen ignoriert zu haben.

Facebook-LogoFacebook reagiert mit Floskeln auf die Vorwürfe von Ex-Mitarbeiterin Sophie Zhang, Manipulationsversuche ignoriert und verschwiegen zu haben. Ein Sprecher verweist auf Facebook-Teams, die Fake-Accounts und einen Missbrauch der Plattform bekämpfen: "Wir untersuchen jede Angelegenheit gewissenhaft, einschließlich der von Frau Zhang genannten, bevor wir aktiv werden oder als Unternehmen an die Öffentlichkeit gehen." Ein geleaktes internes Memo von Zhang hatte Facebook in Erklärungsnot gebracht.
Quelle: Stellungnahme per Mail, turi2.de (Background)

Statement im Wortlaut:

"We’ve built specialized teams, working with leading experts, to stop bad actors from abusing our systems, resulting in the removal of more than 100 networks for coordinated inauthentic behavior. It’s highly involved work that these teams do as their full-time remit. Working against coordinated inauthentic behavior is our priority, but we’re also addressing the problems of spam and fake engagement. We investigate each issue carefully, including those that Ms. Zhang raises, before we take action or go out and make claims publicly as a company."

Geleaktes Memo: Facebook soll globale politische Manipulation ignoriert haben.


Nichts gesehen? Nichts gesehen? Facebook-Chef Mark Zuckerberg und andere Führungskräfte des Konzerns sollen tatenlos zugesehen haben, wie führende Politiker*innen weltweit über Facebook Bürger*innen manipulieren. Die gefeuerte Facebook-Daten­wissen­schaftlerin Sophie Zhang schreibt in einem geleakten, internen Memo: "Ich habe mehrere eklatante Versuche ausländischer Regierungen erlebt, unsere Plattform zu missbrauchen, um ihre eigenen Bürger in die Irre zu führen. Ich habe persönlich Entscheidungen, die nationale Präsidenten betrafen, ohne Aufsicht getroffen." Facebook ignoriere Beweise, dass Fake-Konten und Bots Wahlen und die öffentliche Meinung manipulieren.

Zhang habe etwa in Indien, der Ukraine, Spanien, Brasilien, Bolivien und Ecuador Beweise für koordinierte Kampagnen gefunden. Fake-Konten, die Zhang und weitere Facebook-Mitarbeiter*innen löschten, waren "innerhalb von zwei Wochen wieder da und hatten wieder ähnliche Benutzerzahlen". Ein Jahr, nachdem das Netzwerk angekündigt hat, rigoros gegen Fake-Konten vorzugehen, seien die noch immer "lebhaft und erfolgreich" aktiv. Die Lösch-Kolonnen seien angesichts riesiger Netzwerke gefälschter Konten überfordert. Facebook verschweige der Öffentlichkeit die meisten Fälle.
buzzfeednews.com, theverge.com, turi2.de (Reaktion Facebook)

Zitat: Google und Facebook sind Sklaven ihrer Geschäftsmodelle, sagt Tech-Kritiker Tristan Harris.

"Sie sind wie Geiseln in einem Video von Geiselnehmern, reden sinnloses Zeug. Denn außerhalb der Kamera steht jemand mit einer Waffe und zielt auf ihren Kopf. Die Waffe ist das Geschäftsmodell."

Tristan Harris, Ex-Designethiker bei Google, dann Mitbegründer des Center for Humane Technology, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", Google- und Facebook-Manager*innen sähen Plattformen "ausschließlich unter Effizienz-Gesichtspunkten".
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Unser Vertrauen in Informationen kollabiert. Das ist viel wichtiger als die Frage nach Farben und Benachrichtigungen auf unseren Handys."

"Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. 'Gratis' ist das teuerste Geschäftsmodell."

"Facebook ist eine Maschine, die die Demokratie tötet. Und dagegen tut der Konzern nichts, es ist ja sein Geschäftsmodell. Er müsste den Nachrichten-Feed oder die Werbung für längere Zeit abschalten, zumindest während Wahlkämpfen."

Facebook startet reines Uni-Netzwerk.

Back to the roots: Facebook, einst als reine Uni-Plattform gestartet, verpasst sich einen Uni-Ableger namens "Facebook Campus". Student*innen können sich mit ihrer Studi-Mail-Adresse anmelden und sollen nur Infos im Newsfeed sehen, die für ihre jeweilige Hochschule relevant sind. Das Netzwerk verspricht sich davon ein Wiedersehen mit jungen Leuten, die kaum noch auf Facebook angemeldet sind.
mashable.com, techcrunch.com, about.fb.com

Irische Datenschützer wollen Facebook Daten­austausch zwischen EU und USA verbieten.

Facebook-LogoFacebook muss womöglich seinen Umgang mit den Daten europäischer Nutzer*innen überarbeiten. Die irische Daten­schutz­behörde ordnet in einem vorläufigen Erlass an, dass Facebook Nutzer-Daten aus der EU künftig nicht mehr in die USA übertragen darf. Eine finale Entscheidung soll Ende 2020 fallen. Facebook warnt vor weitreichenden Auswirkungen für trans­atlantische Geschäfte.
politico.eu, wsj.com (Paid), reuters.com, nytimes.com, fb.com

BGH: Angehörige haben Anspruch auf Facebook-Zugang von Verstorbenen.


Digitaler Nachlass: Facebook muss den Hinterbliebenen von Verstorbenen direkten Zugriff auf deren Facebook-Konto geben, entscheidet der Bundesgerichtshof. Ein unstrukturiertes Datenpaket reicht nicht, berichten ARD und dpa. Geklagt hatte die Familie einer 15-Jährigen, die 2012 von einer U-Bahn erfasst und dabei getötet wurde. Die Angehörigen erhoffen sich aus Chat-Nachrichten Hinweise darauf, ob es sich um einen Suizid gehandelt hat. Schon 2018 hatte der BGH entschieden, dass das soziale Netzwerk das digitale Erbe des Mädchens an die Eltern übergeben muss. Facebook hatte der Familie aber lediglich einen USB-Stick mit einen 14.000-seitigen PDF-Dokument überreicht.

Nach Ansicht der Richter, muss Facebook den Eltern Zugang zum vollständigen Benutzerkonto gewähren, mit der Möglichkeit, "vom Konto und dessen Inhalt auf dieselbe Art und Weise Kenntnis nehmen zu können", wie dies die Verstorbene habe tun können. Dabei komme es nicht darauf an, dass die Eltern das Konto theoretisch auch aktiv nutzen könnten, wofür es aber keine Anhaltspunkte gibt. Im Urteil von 2018 hatte der BGH klargestellt, dass digitale Inhalte aus erbrechtlicher Sicht genauso zu behandeln sind wie Tagebücher und persönliche Briefe. (Foto: Timm Schamberger / dpa / Picture Alliance)
tagesschau.de, sueddeutsche.de

Dritte Partnerin: AFP prüft für Facebook Fakten in Deutschland.

AFP prüft für Facebook künftig Fakten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dafür will die Nachrichten­agentur ein eigenes Büro mit Journa­list*innen in Berlin aufbauen. Das Recherche-Netzwerk Correctiv und die dpa helfen Facebook seit 2017 beziehungsweise 2019 beim Aufspüren von Fake News.
about.fb.com, turi2.de (dpa und Facebook), turi2.de (Correctiv und Facebook)

Facebook erlaubt eine Woche vor der US-Wahl keine neuen Polit-Anzeigen mehr.


Wake me up when election ends: Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigt an, dass sein Netzwerk ab dem siebten Tag vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November keine neuen politischen Anzeigen mehr ausspielen wird. Das soll Falschinformationen eindämmen, die bis zur Wahl womöglich nicht mehr richtiggestellt werden könnten. Anzeigen, die vorher gebucht und bereits einmal ausgespielt wurden, dürfen aber weiter laufen, so Zuckerberg. In einem Post schreibt der CEO, dass er ein erhöhtes Risiko von Unruhen fürchte, da das Land gespalten sei und es möglicherweise Tage oder Wochen dauern könnte, bis das Wahlergebnis endgültig feststeht.

Zuckerberg verweist in seinem Post außerdem auf die Zusammenarbeit mit Reuters. Geplant sei, die Posts von Kandidat*innen oder Parteien, die vor der endgültigen Auszählung der Stimmen einen Sieg verkündeten, mit korrigierenden Hinweisen zu versehen. Außerdem würden Beiträge gelöscht, die einen Zusammenhang mit erhöhter Corona-Ansteckungsgefahr bei der Wahl herstellten.

Facebook will es anscheinend besser machen als noch 2016 und sich diesmal mit einem ganzen Maßnahmenpaket vor dem Vorwurf schützen, nicht ausreichend gegen Falschinformationen und Wahl-Beeinflussung vorzugehen.
spiegel.de, theverge.com, facebook.com (Post Zuckerberg), edition.cnn.com, nytimes.com, turi2.de (Background)

Facebook stoppt deutschlandweit den Verkauf von Oculus-VR-Brillen.

Facebook-LogoFacebook nimmt seine Oculus-VR-Brillen in Deutschland aus dem Handel. Grund ist eine Änderung der Nutzungsbedingungen, schreibt die "Welt". Ab Oktober sollen Neukund*innen die Brillen nur noch mit einem Facebook-Account benutzen können. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar ist skeptisch - er will das Thema an die Irische Datenschutzkommission weiterleiten, die auf europäischer Ebene zuständig ist.
welt.de

Facebook sperrt Accounts von “Compact”.

Facebook sperrt Accounts des rechten Magazins Compact, weil es "gegen das interne Regelwerk verstoßen" habe. Sowohl die Facebook-Seite als auch der Instagram-Kanal der Zeitschrift sind nicht mehr zugänglich. Grund sind laut Facebook nicht die jüngsten Forderungen, das Unternehmen müsse konsequenter gegen Hass im Netz vorgehen, sondern ein "langwieriger interner Prüfprozess."
tagesschau.de

Meinung: Facebook News ist umstritten und intransparent.

Facebook News, eigener Bereich für journalistische Inhalte auf der Plattform, ist umstritten, weil unklar ist, nach welchen Standards Facebook die Medien auswählt und welche journalistischen Angebote in Deutschland freigeschaltet werden, schreibt Simon Hurtz. Am Algorithmus, der die Inhalte des Newsfeeds auswählt, kann Facebook willkürlich schrauben, die Zugriffe auf Videos von Verlagen hat das Netzwerk in den USA falsch ausgewiesen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Instagram ermöglicht Anzeigenschaltung ohne Facebook-Konto.

Instagram ermöglicht es Unternehmen, Anzeigen zu schalten, ohne dass ihr Account mit einem Facebook-Werbekonto verbunden ist. Das Feature soll schrittweise in "ausgewählten Ländern" ausgerollt werden. Sinn macht es nur für Firmen, die zum ersten Mal einen Beitrag auf Instagram hervorheben wollen - ist das in der Vergangenheit bereits passiert, sind die Konten in der Regel bereits verknüpft.
horizont.net

Facebook bringt sein News-Angebot schneller als geplant auch nach Deutschland.

Facebook-LogoFacebook News kommt "innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate" nach Deutschland und damit "schneller als bislang geplant", teilt der Konzern mit. Auch Großbritannien, Frankreich, Indien und Brasilien stehen auf der Expansionsliste. In den USA ist das Nachrichten-Angebot, das Verlage für ihre Inhalte bezahlt, seit Oktober 2019 online.
about.fb.com, meedia.de

Facebook schließt 900 Gruppen und Seiten der QAnon-Bewegung, verbannt auch deren Anzeigen.

Social Shutdown: Facebook schließt rund 900 Gruppen und Seiten, die der Verschwörungstheorie-Bewegung QAnon nahestehen, berichtet NBC. Auch 1.500 Anzeigen der Bewegung seien gelöscht worden. Die Reichweite von 2.000 weiteren Facebook-Gruppen sowie 10.000 Instagram-Accounts, die ebenfalls Verschwörungstheorien verbreiten, wurde begrenzt. Facebooks neue Hauspolitik sieht vor, entsprechende Gruppen und Seiten künftig sofort zu sperren, sollten sich Mitglieder dort über potentielle Gewalttaten austauschen. QAnon war in der Vergangenheit mehrfach mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht worden, u.a. mit Kidnapping und sogar mit Mord.

Zusätzlich will Facebook QAnon-Gruppen sowie weitere militante und anarchistische Seiten im News Feed und den hauseigenen Suchoptionen downranken. Das Spendensammeln über Hashtags, die derartigen Gruppen zugeordnet werden, wird verboten. Facebook gibt an, die Aktion weiterführen zu wollen und seine Strategie im Umgang mit Verschwörungstheoretikern auszubauen.
nbcnews.com, theguardian.com, spiegel.de

Studie: Facebook empfiehlt Holocaust-Leugner*innen passende Inhalte.

Das könnte Ihnen auch gefallen: Facebooks Algorithmus versorgt Holocaust-Leugner*innen aktiv mit Inhalts-Empfehlungen, die in ihr Weltbild passen, sagt eine Studie des britischen Think Tanks ISD. Demnach gibt es vergleichbare Inhalte auch auf Plattformen wie Twitter und YouTube, Facebook sei aber das einzige Netzwerk, dass aktiv neue, ins krude Weltbild passende Inhalte anbietet.
businessinsider.com, isdglobal.org (13-Seiten-PDF)

Facebook schließt sich der Fortnite-Kritik an Apple an.

Facebook-LogoFacebook schießt bei der Präsentation einer neuen Funktion gegen Apple: Nutzer*innen können auf Facebook künftig kostenpflichtige Veranstaltungen organisieren. Das Netzwerk verspricht den Anbietern, sie würden 100 % der Einnahmen bekommen, betont jedoch, dass dies nicht bei Nutzer*innen von Apple-Mobilgeräten gilt. Apple habe abgelehnt, auf eine Provision im App-Store zu verzichten oder Facebook Pay zu erlauben, sodass "die kleinen und mittleren Unternehmen nur 70 Prozent von ihren hart verdienten Erlösen bekommen werden". Damit schließt sich Facebook der Kritik des Spieleherstellers Epic Games an, der Apple im Streit um die Provision beim Spiel Fortnite verklagt.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook löscht große QAnon-Gruppe.

Facebook-LogoFacebook hat eine Gruppe der QAnon-Bewegung mit rund 200.000 Mitgliedern gelöscht. Zuvor seien mehrere Einzel-Postings gelöscht worden, in denen Mobbing, Belästigung oder Hassrede vorkamen. Facebook erklärt, es überwache derzeit weitere QAnon-Gruppen in seinem Netzwerk. Die QAnon-Bewegung hängt verschiedenen Verschwörungstheorien an. Zuletzt haben sich mehrere Attentäter mit ihren Ideen identifiziert.
spiegel.de

BuzzFeed: Facebook hat Faktenchecks bei Entscheidungen zu rechten Medien ignoriert.


Fragwürdiger Fakten-Check: Facebook hat die Entscheidungen, die unabhängige Faktenchecker*innen bei Posts rechter US-Medien wie Breitbart getroffen haben, ignoriert, berichtet BuzzFeed. Die Mitarbeiter*innen haben offenbar Beweise dafür gesammelt, dass Facebook Rechtsextreme entgegen seiner Richtlinien bei Fake News nicht genug abstrafe. Facebook habe die Dokumente aber verschwinden lassen und einen der beteiligten Mitarbeiter gefeuert. Unternehmensintern sei außerdem eine Debatte darüber entbrannt, ob Facebook garantieren könne, die Wahlen nicht zu beeinflussen und Fehlinformationen wirklich zu unterbinden. Gegenüber des Teams habe Mark Zuckerberg keine klare Antwort darauf gehabt, was das Unternehmen tun würde, sollte Trump die Wahlergebnisse für ungültig erklären.

Facebook weist Seiten mit großer Reichweite und Werbebudgets meist Partnermanager zu. Sie sollen den Unternehmen eigentlich nur helfen, Facebook effizient zu nutzen. In den gesammelten Fällen haben sie aber offenbar versucht, die Faktenprüfer*innen zu beeinflussen oder deren Ergebnisse verschwinden zu lassen.
buzzfeednews.com

Meinung: Microsoft könnte mit TikTok-Kauf Facebooks Rivale werden.

Microsoft könnte mit der Übernahme von TikTok "aus dem Stand zu einem ernsthaften Rivalen von Facebook" werden, beobachten Roland Lindner, Hendrik Ankenbrand und Gustav Theile in der "FAZ". Gelingt der Deal, wäre dies "ein Paukenschlag". Dass Tiktok bisher einem chinesischen Konzern gehört, sei den meisten Nutzer*innen egal. Es sei kaum argumentierbar, dass in den USA Waffen erlaubt sind, die App aber nicht.
faz.net (Paid)

Werbe-Boykott ist eher ein Warnschuss als ein Problem für Facebook.

Facebook-Logo#StopHateForProfit: Der Boykott von über 1.000 Werbenden trifft Facebook eher in der Reputation, als finanziell, schreiben Tiffany Hsu und Eleanor Lutz. Zwar seien die Werbeeinnahmen durch die Top-Spender zurückgegangen, viele Unternehmen planen aber eine Rückkehr. Zudem wachsen Facebook Werbeeinnahmen insgesamt weiter. Die Protestaktion könnte Facebook aber dennoch gefährden, weil sie das Image des Konzerns verschlechtert.
nytimes.com, turi2.de (Background)

“Spiegel”: Bei deutschen Marken bröckelt die Motivation zum Facebook-Werbeboykott.

Facebook-LogoFacebook-Boykott: Mehrere deutsche Unternehmen, darunter Beiersdorf und Puma, wollen wieder Werbung bei Facebook schalten, berichtet der "Spiegel". Laut Puma habe der bisherige Boykott "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt". Auch VW, Adidas, Bayer, Siemens und Henkel denken "laut Spiegel" über ein Ende des Boykotts nach. Vaude, Fritz-Kola, Fresenius und SAP hingegen ziehen ihn weiter durch. Laut SAP seien die von Facebook skizzierten Maßnahmen "nicht ausreichend, um eine wirklich kategorische Ablehnung von Online-Hass und Rassismus zu erreichen".
"Spiegel" 32/2020, S. 60, turi2.de (Background)

US-Tech-Konzerne schlagen sich in der Corona-Krise besser als erwartet.


Krisenimmunität: Die Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon scheinen weitgehend immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise und schneiden im 2. Quartal besser ab als erwartet. Vor allem Amazon profitiert vom Boom beim Online-Shopping während der Krise und steigert seinen Umsatz um 40 % auf knapp 89 Mrd Dollar. Der Versandriese vermeldet mit 5,2 Mrd Dollar zudem den höchsten Nettogewinn der Konzerngeschichte, der sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Für Apple ging es im 2. Quartal seit Langem auch bei den iPhones wieder bergauf – der Smartphone-Umsatz des Konzerns stieg um 2 % auf 26,4 Mrd Dollar. Insgesamt kommt Apple beim Umsatz auf 59,7 Mrd Dollar, ein Plus von 11 %. Der Konzern hat außerdem einen Aktien-Split im Verhältnis eins zu vier angekündigt. So soll die Aktie laut Konzern für eine "breitere Basis von Investor*innen" zugänglich sein.

Facebooks Wachstum ist im 2. Quartal zwar abgeflacht, der Umsatz wächst aber dennoch um 11 % auf 18,7 Mrd Dollar. Der weltweite Werbeboykott kann dem sozialen Netzwerk offenbar nicht viel anhaben – laut Konzernangaben sind die Werbeumsätze in den ersten drei Juli-Wochen um 10 % gestiegen.

Nur Google-Mutter Alphabet schwächelt – der Konzern muss erstmals in seiner börsennotierten Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dieser schrumpft um 2 % auf 38,3 Mrd Dollar, Analyst*innen waren von 4 % ausgegangen. Alphabet leidet unter den Rückgängen im traditionellen Kerngeschäft der Suchmaschinen-Werbung, da viele Werbungtreibende ihre Ausgaben in der Krise zurückgefahren haben. YouTube entwickelt sich hingegen positiv und auch das Cloud-Geschäft kann beim Umsatz um 43 % auf 3 Mrd Dollar zulegen.
faz.net, golem.de (Google), turi2.de (deutsche Wirtschaft)

Google, Apple, Facebook und Amazon reden sich vor dem US-Kongress klein.


Strategische Bescheidenheit: Die Chefs von Google, Apple, Facebook und Amazon haben sich bei einer Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwochabend große Mühe gegeben, ihre Marktdominanz kleinzureden. Der Vorsitzende des Kongress-Ausschusses, der Demokrat David Cicilline, wirft den Konzernen vor, "zu viel Macht" zu haben. Die vier Tech-Bosse, die alle per Video zugeschaltet sind, nennt er die "Kaiser der Online-Wirtschaft". Die sehen sich schon in ihren Eingangs-Statements gar nicht in kaiserlicher Rolle: Google-Chef Sundar Pichai etwa argumentiert, "Googles fortgesetzter Erfolg ist nicht garantiert". Apple-Chef Tim Cook spricht von einem "Straßenkampf um Marktanteile", in dem sich sein Konzern befinde. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lässt die Abgeordneten wissen, dass Facebook in vielen Bereichen hinter seinen Konkurrenten liege: "Die größte Messaging-App ist iMessage, die am schnellsten wachsende Plattform ist TikTok", sagte Zuckerberg. Und auch Amazon-Boss Jeff Bezos sieht sich als Winzling – gemessen am globalen Einzelhandelsmarkt, an dem Amazon weniger als 1 % ausmache.

Zuckerberg appelliert, seinen Konzern nicht allein aufgrund seiner Größe zu beurteilen: "So wie ich unsere Gesetze verstehe, sind Unternehmen nicht schlecht, nur weil sie groß sind." Alle vier verbreiten Patriotismus: "Die Tech-Industrie ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte", sagt Zuckerberg. Bezos lässt wissen, es sei kein Zufall, dass Amazon hier entstanden sei, "diese großartige Nation" unterstütze risikofreudige Unternehmer. Gleich zu Beginn der Anhörung meldet sich per Twitter US-Präsident Donald Trump zu Wort: Wenn der Kongress die Tech-Konzerne nicht zur "Gerechtigkeit" zwinge, werde er dies mit Regierungsdekreten tun, so Trump. (Foto: Mandel Ngan/Pool AP / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Paid), edition.cnn.com, theguardian.com

Instagram versucht, erfolgreiche TikTok-User für Reels abzuwerben.

Instagram versucht, erfolgreiche TikTok-User*innen für seine Kurzvideo-Funktion Reels abzuwerben. Die Plattform soll mehreren Nutzer*innen teils hunderttausende Dollar geboten haben, um sie von TikTok zu Instagram Reels zu locken. Das "Wall Street Journal" spricht von einer "Eskalation" des Wettbewerbs zwischen der Facebook-Tochter Instagram und TikTok, das zum chinesischen Unternehmen ByteDance gehört.
wsj.com (Paid) via businessinsider.com, turi2.de (Background)

Meinung: Mark Zuckerberg hat ein Interesse an der Wiederwahl Donald Trumps.

Facebook: Mark Zuckerberg (Foto) hat kein Interesse an einem Machtwechsel im Weißen Haus, sagt Yaël Eisenstat, Ex-Mitarbeiterin von Facebook und frühere CIA-Offizierin, im "Guardian"-Interview: "Ich möchte nicht implizieren, dass er absichtlich versucht, Donald Trump wiedergewählt zu bekommen", erklärt Eisenstat. Doch mit einer neuen Regierung, steige die Gefahr einer stärkeren Regulierung von Facebook, u.a. im Kampf gegen Hasskommentare.
theguardian.com

Instagram rollt persönliche Spendenfunktion aus.

Instagram erlaubt seinen Nutzer*innen in den USA, Großbritannien und Irland künftig, Spenden für sich selbst über die Profileinstellungen zu sammeln. Die neue Funktion ist nur für User ab 18 Jahren zugänglich und durchläuft einen Review-Prozess, um nicht ausgenutzt zu werden. Spendenaufrufe bleiben 30 Tage lang bestehen, können aber auch verlängert werden.
heise.de, theverge.com

Philipp Amthor verspricht nach Lobbyismus-Vorwürfen “fleißige Sacharbeit”.

Ohne Fleiß kein Preis: CDU-Politiker Philipp Amthor will das angekratzte Vertrauen durch "fleißige Sacharbeit im Parlament" für seinen Wahlkreis zurückgewinnen, schreibt der Bundestagsabgeordnete bei Facebook. Amthor meldet sich erstmals nach den Lobbyismus-Vorwürfen durch seine Nebentätigkeit bei Augustus Intelligence öffentlich zu Wort.
rnd.de, turi2.de (Background)

Facebook will offizielle Musikvideos veröffentlichen.


Hier spielt die Musik: Facebook will ab August in den USA offiziell lizenzierte Musikvideos veröffentlichen und YouTube damit eindeutige Töne vorträllern, berichtet Techcrunch. Künstler*innen können eine entsprechende, separate Seite mit Musik-Videos selbst anlegen, ab August generiert Facebook diese automatisch, wenn sie es nicht selbst tun. Die Seite kombiniert deren eigene offizielle Videos mit solchen, in denen sie zu sehen sind. Laut Bloomberg hat Facebook Ende 2019 mit Universal Media Group, Sony Music und Warner Music Group über Rechte an Musikvideos verhandelt. Alle drei Plattenfirmen seien an einer Alternative zu YouTube interessiert gewesen. Bisher können Künstler*innen der großen Labels wegen der Lizenzrechte keine vollständigen Musikvideos, sondern nur kurze Vorschau-Clips veröffentlichen.
techcrunch.com

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)

Studie: Facebook-Werbung wirkt schwächer als TV-Werbung.

Facebook-LogoFacebook-Werbung wirkt laut einer Screenforce-Studie deutlich schwächer als TV-Werbung. So soll etwa ein Spot im linearen Fernsehen Nutzer*innen deutlich besser im Gedächtnis bleiben als der identische Spot auf Facebook, YouTube oder Instagram. Die Ergebnisse sind nicht unumstritten: Screenforce ist die Organisation der TV-Vermarkter, die ein Interesse daran hat, das Fernsehen für Bewegtbild-Werbung attraktiv zu machen.
horizont.net

Nach Digitalsteuer: USA beschließen Zölle gegen Frankreich.

Digitalsteuer: Die USA wollen zusätzliche Zölle von 25 % auf französische Waren wie Kosmetik oder Handtaschen erheben. Zuvor hatte Frankreichs Regierung eine Digitalsteuer von 3 % beschlossen, die Internetkonzerne wie Facebook trifft. Die US-Maßnahme wird zunächst 180 Tage ausgesetzt, um eine Einigung auszuhandeln.
tagesschau.de

Bloomberg: Facebook denkt über Stopp für Polit-Werbung vor der Wahl nach.

Facebook erwägt, in den Tagen vor der US-Wahl im November keine politischen Anzeigen zu erlauben, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen. Facebook ist in Bezug auf politische Werbung bereits mehrfach in die Kritik geraten, etwa weil der Konzern auch Lügen in den Anzeigen zulässt.
bloomberg.com