Meinung: Das Löschen von Querdenker-Konten bei Facebook stärkt die Bewegung zusätzlich.

Schlag ins Leere: Mit dem Löschen von 150 Konten, Seiten und Gruppen des Querdenker-Netzwerks übernimmt Facebook Verantwortung für die Inhalte, kommentiert Joachim Huber beim "Tagesspiegel". Gleichzeitig würde die Szene dadurch "Bestätigung gewinnen und ihre vermeintlichen Argumente der Meinungszensur schärfen". Das Netzwerk bei Facebook zu löschen sei schnell gemacht, doch "Beschimpfungen, Hetze und Verleumdung werden das Ventil finden, das sie brauchen" – dann eben bei Telegram.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook entfernt ein “schädliches Netzwerk” der Querdenken-Bewegung.

Klar gedacht: Facebook löscht auf seiner Plattform und auf Instagram rund 150 Konten und Gruppen, die mit der Querdenken-Bewegung in Verbindung stehen sollen. Die Kanäle hätten "wiederholt gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook" verstoßen, u.a. wegen der "Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt". Auch Verlinkungen zu Querdenken-Websites hat Facebook gelöscht. Facebook spricht von einem "schädlichen Netzwerk", das für eine "koordinierte Schädigung der Gesellschaft" verantwortlich sei. Die entsprechenden Inhalte würden das Potenzial bergen, "in reale Gewalt umzuschlagen und auch in anderer Form gesellschaftlichen Schaden anzurichten". So sei es den Nutzenden der nun gelöschten Seiten vor allem darum gegangen, die Verschwörungstheorie der "Corona-Diktatur" zu verbreiten.

Grundsätzlich wolle das soziale Netzwerk aber keinen Querdenken-Content verbieten. Vielmehr gehe es darum, die "missbräuchliche Verwendung" der eigenen Plattform zu unterbinden und die Nutzenden so besser schützen, schreibt Facebook in einem Blogpost. Der ebenfalls zur Facebook dazu gehörende Chat-Dienst WhatsApp ist von der Maßnahme nicht betroffen. Auch Accounts von "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg sind von nun an nicht mehr abrufbar, Ballweg kündigt rechtliche Schritte gegen die Löschung an.
about.fb.com, tagesschau.de, spiegel.de

Klick-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” analysiert die Rolle des Instagram-Algorithmus im Wahlkampf.

Klick-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" untersucht zusammen mit der NGO Algorithmwatch, wie der Instagram-Algorithmus im Wahlkampf funktioniert. Inhalte populistischer Parteien wie der AfD werden demnach deutlich prominenter im Newsfeed platziert als die anderer Parteien, obwohl inhaltliche Faktoren laut Facebook eigentlich keine Rolle spielen sollten. Doch plakative, kontroverse Themen wie Kriminalität oder Wohnen landen häufiger im Blickfeld der User. Im Rahmen des Projekts #wahlfilter wurden über 6000 Beiträge von mehr als 100 Accounts von Politikerinnen und Parteien untersucht.
sz.de/wahlfilter

Facebook und Ray-Ban bringen smarte Kamera-Brille heraus.

Durch die blaue Brille: Facebook stellt zusammen mit dem Brillen-Hersteller Ray-Ban die smarte Kamera-Brille Ray-Ban Stories vor. Die Trägerinnen können sprach­gesteuert Fotos und Videos aufnehmen, Musik hören oder Telefonate führen. Es gibt 20 Varianten, sowohl Sonnen- als auch Korrektions­brillen, der Preis beginnt bei 299 Dollar. Mashable urteilt: "Nur ein über­teuertes Influencer Spielzeug."
buzzfeednews.com, cnbc.com, about.fb.com, mashable.com (3-Min-Video-Review)

Hör-Tipp: Was Facebook News für Verlage und die Pressefreiheit bedeutet.

Hör-Tipp: Zeit-Online-Geschäftsführer Enrique Tarragona ist die "kleine Zensur" bei Facebook News "ein Dorn im Auge", sagt er im Podcast "Das Facebook Briefing" mit Blick auf die Regeln der Plattform zu anstößigen Inhalten und deren Auswirkung auf die Pressefreiheit. Gar keine Form der Zensur wäre aber im Endeffekt schädlicher. Verlage, die gegen die Regeln verstoßen, müssen damit rechnen, blockiert zu werden, sagt Guido Bülow, Head of News Partnerships Central Europe bei Facebook.
open.spotify.com (45-Min-Audio)

Statista: Mehrheit vertraut großen Tech-Konzernen beim Datenschutz nicht.

Nicht sicher: Tech-Konzerne wie Google, Amazon und Facebook genießen nur wenig Vertrauen, wenn es um Datenschutz geht, sagt einen Studie von Statista. Das höchste Zutrauen sprechen die Befragten in Deutschland noch Amazon (42 %) zu, darauf folgen Google (30 %), Apple (26 %) und Microsoft (22 %). Schlusslicht ist Facebook mit 20 %.
de.statista.com

Basta: Bolsonaro will die Verbreitung von Fake News per Gesetz erlauben.

Lizenz zum Schwurbeln: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro will per Dekret verbieten lassen, dass Plattformen wie Facebook Inhalte löschen. Damit will der Impfgegner offenbar verhindern, dass von ihm verbreitete Fake News blockiert werden. Der Kongress muss noch zustimmen. Applaus von anderer Seite dürfte ihm längst sicher sein: Donald Trump, Bolsonaros Guru, fragt sich mit Blick auf seinen gesperrten Twitter-Account, warum er die Idee nicht früher hatte.
spiegel.de

Studie: Die meisten Fake-News gibt es über Annalena Baerbock.

Gift gegen Grün: 71 % der Falschmeldungen über die Kanzlerkandidatinnen entfallen auf Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock, sagt eine Studie der NGO Avaaz. Mit großem Abstand folgt Unions-Spitzenmann Armin Laschet mit 29 %. SPD-Kandidat Olaf Scholz kommt sogar ungeschoren davon, ihn treffe kein Desinformationsnarrativ. Grundlage für die Untersuchung sind Daten der Faktencheck-Redaktionen von dpa, AFP und des Recherche-Netzwerks Correctiv. Von Januar bis Ende August seien insgesamt 25 % aller rund 800 untersuchten Fake-News auf Baerbock entfallen – so viel wie auf keine andere Politikerin. Zum Vergleich: Angela Merkel liegt mit 13 % auf Platz zwei, darauf folgt Armin Laschet mit 10 %.

Laut Avaaz sei bei Facebook u.a. das Gerücht umgegangen, Baerbock wolle Haustiere verbieten lassen – diese Falschmeldung hätten dann sogar seriöse Tageszeitungen übernommen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Fernsehen und traditionelle Medien "zu einem großen Teil zur Verbreitung der Falschnachrichten" beitragen. Kritik äußern die Expertinnen von Avaaz auch an Facebook, mehr als 50 % der falschen Posts über Baerbock seien ohne Warnhinweise online abrufbar. Auch die Rolle von RT DE sieht die Studie kritisch: Demnach soll der russische Propaganda-Sender im ersten Halbjahr 2021 mehr Interaktionen auf Facebook erzeugt haben als klassische Medien, meistens soll es in den Beiträgen um Impf-Themen gegangen sein.
welt.de, tagesschau.de, zeit.de, secure.avaaz.org (Studie)

Basta: Facebook-Algorithmus verwechselt schwarze Menschen mit Primaten.

Zum Affen gemacht: Die Gesichtserkennung von Facebook hat einen Knick in der Optik und dem Konzern einen handfesten Rassismus-Skandal eingebrockt. Facebook-Nutzerinnen, die sich ein Video über einen rassistischen Vorfall gegen Afroamerikaner in den USA angesehen hatten, wurden weitere "Videos über Primaten" vorgeschlagen. Die verantwortliche Software ist zwar vom Netz genommen, doch die künstliche Unintelligenz wirft Fragen auf.
spiegel.de

Zahl des Tages: Facebook hat 5 Mio Euro Strafen wegen NetzDG-Verstößen gezahlt.

Zahl des Tages: Insgesamt 5 Mio Euro Bußgeld hat Facebook nahezu unbemerkt wegen Verstößen gegen das NetzDG gezahlt, berichtet der "Tagesspiegel"-Newsletter "Background Digitalisierung & KI". 3 Mio Euro hat Facebook blechen müssen, weil das Beschwerdeverfahren für rechtswidrige Inhalte nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprach, weitere 2 Mio wegen fehlenden Angaben im Transparenzbericht. Gegen letztere Strafe hatte Facebook zunächst im Juli 2019 geklagt – und inzwischen freiwillig klein beigegeben.
background.tagesspiegel.de (Paid), presseportal.de

Facebook geht mit etlichen Partnern gegen Fake News vor.

Kriegt sie alle: Im Vorfeld der Bundestags­wahl kündigt Facebook Kooperationen mit diversen Partnern an, um gegen Falsch­infos vorzugehen und Medienkompetenz zu fördern. So arbeitet das Unternehmen in der Kampagne "Du hast die Wahl" mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen, unterstützt AFP und Correctiv bei ihren Faktencheck-Kanälen auf WhatsApp und fördert eine speziell auf Seniorinnen abzielende Videoserie der dpa. Zudem erhalten weitere Medienkompetenz-Kampagnen von Correctiv und T-Online Unterstützung.
per Mail

Zahl des Tages: Jeder sechste Hass-Post bleibt trotz Meldung auf Facebook online, schreibt die “Süddeutsche”.

Zahl des Tages: Circa jeder 6. Hass­kommentar bleibt trotz Meldung auf Facebook online, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Für einen Versuch hat das Blatt auf der Plattform gegen 69 Kommentare im Rahmen des NetzDG Beschwerde eingereicht. Eine Juristin hatte die Posts zuvor als rechtswidrig eingestuft. Beiträge sind dabei deutlich häufiger wegen Verstoß gegen die firmen­eigenen Gemeinschafts­standards, als wegen NetzDG-Verstößen gelöscht worden.
sueddeutsche.de (Paid)

“New York Times”: Accenture-Mitarbeiterinnen beklagen Arbeit für Facebook.

Miese Inhalte: Accenture-Mitarbeiterinnen erklären der "New York Times", dass ihre Arbeit als Content Moderator für Facebook ihre mentale Gesundheit angreift. Auch Ex-CEO Pierre Nanterme soll ethische Bedenken gehabt haben, seine Nachfolgerin Julie Sweet habe sich zudem um den Ruf von Accenture gesorgt. Doch die 500 Mio Dollar schwere Partnerschaft sei laut Insidern zu wertvoll, um beendet zu werden.
nytimes.com, businessinsider.com

Studie: Alternative Fakten werden geteilt, um Gruppen-Zugehörigkeit zu zeigen.

Facebook funktioniert nicht als "Marktplatz der Ideen", sondern vielmehr als "Arena für Identitätsbehauptung und -bestätigung", sagt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung, aus die der "Spiegel" zitiert. Userinnen teilen alternative Fakten auf AfD-Seiten vor allem deswegen, weil sie dadurch ihre Gruppen-Zugehörigkeit ausdrücken wollen. Faktenchecks würden daher z.B. nicht viel bewirken.
spiegel.de, otto-brenner-stiftung.de (Studie)

Facebook denkt über Wahlkommission nach.

Facebook erwägt die Berufung einer Kommission, die sich auf globaler Ebene mit Fragen zu Wahlen befasst, berichtet die "New York Times". Das Unternehmen habe bereits Gespräche mit Expertinnen aus Wissenschaft und Politik geführt, die Ankündigung werde voraussichtlich im Herbst erfolgen. Mit dem Oversight Board hat Facebook schon eine externe Kontroll­instanz zur Content-Moderation ins Leben gerufen.
nytimes.com (Paid) via theverge.com

AFP und Facebook starten WhatsApp-Faktencheck.

Gegen Fake News: Die Nachrichten­agentur AFP und Facebook starten ein deutschsprachiges Faktencheck-Angebot auf WhatsApp. Nutzerinnen können ihre Anfragen an die Nummer 0172/2524054 richten, dort macht ein Chat-Bot Fake News ausfindig und antwortet mit AFP-Faktenchecks. Für den Service hat AFP einen neuen Redakteur angestellt. Das im September gegründete DACH-Team des AFP-Fakten­check­netzwerks ist als erstes in Europa auch auf WhatsApp aktiv. In Brasilien und Indien ist das Angebot schon etabliert.

"Gerade im Wahljahr ist es wichtig, dass Falschinformationen aus privaten Gruppen auf Whatsapp sichtbarer werden", sagt Global News Director Phil Chetwynd. Der deutsche Ressortleiter des Faktencheck-Teams Max Biederbeck erklärt, der KI-getriebene Chat-Bot lerne mit jeder Anfrage dazu. Nutzerinnen sei nun "ein ideales Instrument gegen Falschinformationen an die Hand" gegeben.
per Mail, rp-online.de

“NYT”: Facebook hat früheren Bericht über meistgesehenen Inhalt zurückgehalten.

Facebook hat einen Bericht über die meistgesehenen Inhalte im 1. Quartal nicht veröffentlicht, berichtet die "New York Times", die aus dem Bericht zitiert. Demnach wäre ein Artikel über einen Arzt, der zwei Wochen nach einer Corona-Impfung gestorben ist, der meistgesehene Inhalt gewesen. Facebook-Verantwortliche waren der Meinung, der Bericht könnte zum PR-Problem werden.
nytimes.com, theverge.com

Facebook will Büros in die virtuelle Realität outsourcen.

Blick in die Zukunft: Facebook will mit der VR-App Horizon Workrooms Büros in die virtuelle Realität outsourcen. Mit App und 3D-Brille können Nutzer*innen einen Avatar von sich erstellen und im virtuellen Büro treffen und per Sprache, Chat, Mimik und Gestik miteinander kommunizieren, Dateien teilen und auf einem virtuellen Whiteboard präsentieren. Die App funktioniert in Kombination mit der VR-Brille Oculus Quest 2 und ist aktuell noch in einer Beta-Version und nur per Einladung verfügbar.
cbsnews.com, t3n.de

US-Kartellamt klagt noch mal gegen Facebook.

Facebook bekommt erneut Gegenwind von der FTC. Die US-Kartellbehörde hat erneut Klage gegen den Social-Media-Giganten eingereicht – mit dem Vorwurf, Konkurrenten aufzukaufen, um die eigene Macht zu sichern. Die Behörde will erreichen, dass Facebook WhatsApp und Instagram wieder verkaufen muss und bei künftigen Übernahmen gezwungen ist, eine Kartell-Genehmigung einzuholen. Eine ähnliche Klage war im Juni von einem US-Gericht abgewiesen worden.
handelsblatt.com (Paid), cnet.com

Facebook will positive Wasserbilanz bis 2030.

Facebook will bis 2030 eine positive Wasserbilanz vorweisen. Um der Umwelt mehr Wasser zurückzugeben als das Unternehmen verbraucht, will es die eigene Wasser­effizienz steigern. Zudem kündigt der Konzern an, weitere Projekte zur Wiederaufbereitung von Wasser zu unterstützen. 2020 habe man bereits "rund 2,25 Mrd Liter Wasser in Regionen mit hoher Wasserknappheit wiederaufbereitet", teilt das Unternehmen mit.
per Mail

Taliban bringen westliche Techkonzerne in die Bredouille.

Harām Media: Die Taliban leben in Sachen Kommunikation nicht mehr hinterm Halbmond. Sie nutzen westliche Plattformen wie WhatsApp, Telegram oder Twitter und bringen Techkonzerne damit in die Bredouille. Während umstrittene Politiker wie Donald Trump auf Twitter gesperrt sind, haben Taliban-Sprecher hunderttausende Follower. Facebook sperrt die Taliban zwar aus, doch über WhatsApp können die Gotteskrieger ungehindert kommunizieren. Experten halten Sperrungen der Kommunikationswege aber für wenig zielführend.
faz.net

Facebook drängt auf Einführung seiner Kryptowährung.

Facebook steht mit seiner digitalen Geldbörse Novi in den Startlöchern, meldet Top-Manager David Marcus. Über die Wallet können Nutzer schnell und in vielen Fällen kostenlos weltweit Geld versenden. Ursprünglich sollte die Geldbörse mit der Kryptowährung Libra gekoppelt werden. Nach massivem (behördlichem) Widerstand wurde das Projekt aber auf Eis gelegt. Nun soll die Light-Version namens Diem kurz davor stehen, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten.
nytimes.com, medium.com

Basta: Facebook wehrt sich mit Zucker-Spaghetti gegen rechte Hetze.

Gesüßte Leichtigkeit: Um zu zeigen, dass die meistgeklickten Inhalte nichts mit rechter Hetze zu tun haben, widmet Facebook den erfolgreichsten Posts des vergangenen Quartals einen eigenen Report. Einer der Top-Beiträge ist zwar frei von rechtem Populismus, thematisiert aber eine nicht weniger spalterische Frage: Sollen Spaghetti mit Zucker bestrichen werden oder nicht?
theverge.com, facebook.com (Post)

Lese-Tipp: Der “Spiegel” untersucht die Werbeausgaben der Parteien bei Facebook.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" analysiert mithilfe von Facebooks Werbebibliothek-Tool, wie viel Geld die Parteien bisher für Werbung bei Facebook und Instagram ausgegeben haben. Spitzenreiter ist demnach die FDP mit Kosten von 86.000 Euro in der ersten Augusthälfte. Die CDU kommt auf 33.000 Euro, die AfD auf 22.000 Euro und die Grünen auf 13.000 Euro. Das Tool zeigt jedoch keine genauen Targeting-Kriterien an, Parteien lassen sich auf Anfrage nur bedingt in die Karten schauen.
spiegel.de (Paid)

Facebook löscht Inhalte der Taliban von seinen Plattformen.


Terrorverbot: Facebook löscht Posts und Profile der Taliban, auch auf seinen Plattformen WhatsApp und Instagram. Das Unternehmen verweist dabei auf US-Recht, welches die Taliban als Terrororganisation sanktioniere. Das Verbot gelte schon seit vielen Jahren. Dennoch nutzte die Taliban WhatsApp bei der Einnahme von Kabul, wie die "Washington Post" berichtet. Das Unternehmen analysiert nach eigenen Angaben Nutzerprofile, aber keine Chats.

Twitter verbietet zwar offiziell Hassbotschaften und gewalttätige Organisationen, Taliban-Sprecher verbreiten dort aber dennoch ihre Propaganda. Google-Mutter Alphabet teilte lediglich mit, man werde aktiv, wenn die USA eine Gruppe als Terrororganisation einstufe.
futurezone.at, bbc.com, washingtonpost.com

Britische Kartellbehörde äußert Bedenken zur Giphy-Übernahme durch Facebook.

No-Go für Gifs: Die britische Kartellbehörde äußert in einem vorläufigen Bericht Bedenken gegen die Übernahme der Gif-Plattform Giphy durch Facebook. Konkurrenten wie Twitter könnten künftig für das Einbinden der Bilder mehr Daten teilen müssen, außerdem sei Giphy ein Konkurrent Facebooks im Werbemarkt. Facebook will weiter mit den Kartellis arbeiten, um deren "falscher Auffassung" entgegenzutreten.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook führt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Messenger-Anrufen ein.

Facebook: Sprach- und Videoanrufe im Messenger erhalten in Kürze eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Bisher waren seit 2016 nur die Textnachrichten verschlüsselt. In den kommenden Wochen sollen erste Testläufe starten, auch bei Instagram-Direktnachrichten. Zudem erweitert Facebook die Zeitspanne für ablaufende Chats, sie liegt künftig zwischen fünf Sekunden und 24 Stunden.
techchrunch.com

Algorithm Watch stoppt nach Drohungen von Facebook Forschung zum Instagram-Algorithmus.


Unter Verschluss: Die Organisation Algorithm Watch hat ein Forschungs­projekt zum Instagram-Algorithmus beendet, nachdem Instagram-Mutter Facebook "kaum verhohlen juristische Schritte angedroht" hat, berichtet der "Spiegel". Die Organisation wollte heraus­finden, nach welchen Kriterien der Algorithmus Beiträge anzeigt und bevorzugt. Rund 1.500 Nutzerinnen haben ihre Nutzungsdaten per Browser-Plugin gespendet. Konfrontiert mit dem Ergebnis bittet Facebook zum Gespräch und wirft dem Projekt vor, gegen die eigenen Nutzungs­bedingungen und die Datenschutz-Grundverordnung der EU zu verstoßen.

Algorithm Watch sagt, man habe das Add-on "mit großer Sorgfalt entwickelt", damit Facebook die Datenspenderinnen nicht identifizieren und verfolgen kann. Die Reaktion von Facebook zeige jedoch, dass "jede Organisation, die versucht, Facebooks Algorithmen genauer zu beleuchten, Gefahr läuft, verklagt zu werden", schreibt Algorithm Watch aufs einer Website. Um einem Rechtsstreit zu entgehen, habe man die Forschung eingestellt und alle Daten gelöscht.
spiegel.de, algorithmwatch.org

“Welt”: Berliner Polizei kämpft mit Zehntausenden Hasskommentaren.

Polizei-Hass: Seit den Querdenken-Protesten vom vergangenen Wochenende bekommt die Berliner Polizei unzählige Internet-Hasskommentare, meldet die "Welt". Demnach seien allein letzten Sonntag rund 20.000 Kommentare aufgelaufen und von der Behörde abgearbeitet worden. Auch an den darauffolgenden Tagen sei das Aufkommen "ungewöhnlich hoch" geblieben. Eine Behördensprecherin sagt auf "Welt"-Anfrage, der Hass sei plattformunabhängig, "er erreicht uns massiv auf Twitter, aber ebenso auf Facebook und Instagram". Es gebe aber auch Menschen, "die versuchen, Falschinfos zu entlarven und die den Querdenkern nicht gänzlich die Kommentarspalten überlassen". Dafür sei man dankbar, so die Sprecherin weiter.

Unterdessen kritisiert UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer die Härte, mit der die Berliner Polizei gegen Demonstrantinnen vorgegangen sein soll. "Es sind einige Videos verbreitet worden, die besorgniserregend sind", sagte Melzer der dpa. Es gebe Hinweise auf mögliche Menschenrechtsverletzungen. Kommende Woche will Melzer die Bundesregierung um eine Stellungnahme bitten. Nach spätestens 60 Tagen muss die Regierung darauf antworten.
welt.de, faz.net (Background), Foto: dpa/Fabian Sommer

Video-Tipp: Tech-Konzerne sind oft verschwiegen und nur bedingt gesprächsbereit.

Facebook und GoogleVideo-Tipp: Tech-Konzerne wie Google und Facebook hüllen sich oft in Schweigen, lassen Medienanfragen unbeantwortet und öffnen sich nur auf öffentlichen Druck, berichtet Daniel Bouhs bei "Zapp". Zwar böten die Konzerne zu neuen Produkten und Initiativen inzwischen von sich aus Gespräche an, blieben bei kritischen Themen aber vage, ebenso zu Einzelfällen. Facebook-Sprecher Klaus Gorny und Google-PR-Mann Kay Overbeck versuchen sich in Erklärungen. Bouhs beobachtet derweil, dass auch neuere Plattform wie TikTok oder Telegram nur schwer ansprechbar sind.
youtube.com (16-Min-Video)

EU-Kommission prüft Facebooks Übernahme des CRM-Startups Kustomer.


Veto aus Brüssel: Die EU-Kommission meldet Bedenken gegen die geplante Übernahme des Startups Kustomer durch Facebook an. Die Firma bietet Software fürs Kunden­beziehungs­management an, u.a Chatbots über den Facebook Messenger und Instagram. Die EU-Wettbewerbs­hüter fürchten, dass eine Übernahme den Wettbewerb auf dem Markt für CRM-Software einschränken könnte. Zudem bestehe das Risiko, das Facebook seine Position auf dem Markt für Online-Anzeigen weiter stärken könnte, weil dem Konzern durch die Übernahme noch mehr Daten zur Personalisierung zur Verfügung stünden.

Digital- und Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager sagt, die Untersuchung solle sicherstellen, "dass die Daten, zu denen Facebook Zugang erhält, keine Wettbewerbs­verzerrungen verursachen." Die Prüfung soll bis zum 22. Dezember abgeschlossen sein. Facebook hatte die Übernahme von Kustomer bereits im November angekündigt, ohne einen Kaufpreis zu nennen. Laut "Wall Street Journal" kam die Firma damals auf eine Bewertung von rund 1 Mrd Dollar.
rnd.de, handelsblatt.com

AfD dominiert Facebook und Telegram.

Rechtsaußen-Posten: Die AfD dominiert laut einer Auswertung der Organisation Hope not Hate die sozialen Netzwerke Facebook und Telegram. Auf Facebook werden Beiträge der AfD im Schnitt 15-mal häufiger als die der CDU geteilt und fünfmal häufiger als Grünen-Posts. Auf Telegram werde die Partei "in größerem Umfang unterstützt als jede andere Partei des Bundestags".
hopenothate.org.uk via spiegel.de

Urteil: Facebook muss Nutzerinnen nach dem Löschen ihrer Beiträge informieren.

Facebook darf laut Urteil des Bundesgerichtshofs unangebrachte Postings künftig nicht mehr kommentarlos löschen, sondern muss die Verfasserinnen anschließend darüber informieren. Zusätzlich müssen Nutzerinnen die Möglichkeit erhalten, eine Rechtfertigung für den Beitrag abgeben zu können. Geklagt hatten ein Mann und eine Frau, die sich rassistisch über Muslime und Zugewanderte geäußert haben. Der BGH begründet die Beiträge mit Meinungsfreiheit, Facebook muss die Beiträge jetzt wieder freischalten.
faz.net, handelsblatt.com

Facebook verdoppelt seinen Gewinn auf 10,4 Mrd Dollar.

Facebook verdoppelt seinen Gewinn im jüngsten Quartal auf 10,4 Mrd Dollar, was vor allem an den steigenden Preisen für Anzeigen liegt. Der Umsatz wächst im Vergleich zum Vorjahr um 56 % auf 29 Mrd Dollar – das stärkste Umsatzwachstum seit 2016. Die Zahl der täglich aktiven Nutzerinnen klettert in den vergangenen drei Monaten um 30 Mio auf 1,91 Mrd.
theguardian.com, zeit.de

Facebook will Accounts von Bundestagswahl-Kandidatinnen vor Hackern schützen.


Kontrolle ist besser: Facebook hat offenbar keine Lust auf Hacker-Skandale im deutschen Superwahljahr. Der Konzern verspricht mit seinem Programm "Facebook Protect" einen besseren Schutz für die Accounts von Politikerinnen. Damit soll für Kandidatinnen und ihre Wahlkampfteams die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Facebook und Instagram leichter werden. "Im Rahmen eines Monitorings" sucht das Netzwerk zudem nach potentiellen Bedrohungen wie Hacker-Angriffe und prüft dafür ungewöhnliche Anmeldestandorte oder nicht verifizierter Geräte.

Sich selbst für "Facebook Protect" anzumelden, ist nicht möglich. Facebook kontaktiert Accounts, die für das Programm in Frage kommen, von sich aus. Facebook hat das Programm erstmals bei der US-Präsidentschaftswahl 2019 eingesetzt.
zeit.de, heise.de

“Spiegel”: Grüne sind im Netz am meisten Hass ausgesetzt.

Brauner Hass gegen Grüne: Die Grünen und ihre Kanzler­kandidatin Annalena Baerbock ernten im Parteien-Vergleich am meisten Hass und Desinformations­attacken im Netz, ermittelt der "Spiegel". Aus 341 extrem rechten und verschwörungs­ideologischen Facebook-Gruppen hat das Magazin knapp 1 Mio Kommentare ausgewertet, von denen 50.000 potenziell strafbaren Hass beinhalten. Davon beziehen sich 174 auf die SPD, 265 auf die CDU und 1.535 auf die Grünen.
"Spiegel" 30/2021, Seite 30 (Paid)

“Handelsblatt”: EU plant eine Botschaft im Silicon Valley.

Digital-Diplomatie: Die Europäische Union will eine Botschaft im Silicon Valley gründen, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf ein internes Papier des Auswärtigen Dienstes. Mit der Vertretung in San Francisco wolle die EU der wachsenden Macht von Google, Facebook und Co Rechnung tragen – und ein Gegengewicht zum autoritären China setzen. Die EU-Beamten fordern eine "menschenzentrierte Digitalisierung mit robusten Standards und Normen".
handelsblatt.com (Paid)

Zahl des Tages: Britischer Rechtsradikaler muss 100.000 Pfund Schadensersatz zahlen.

Zahl des Tages: Rund 100.000 Pfund Schadensersatz muss der britische Rechtsextremist Tommy Robinson an einen syrischen Flüchtling zahlen. Robinson hatte in Facebook-Videoclips ohne Belege behauptet, der minderjährige Schuljunge habe seine Mitschülerinnen geschlagen und bedroht. Daraufhin bekam der Junge Morddrohungen, musste seine Adresse ändern und die Ausbildung abbrechen.
bbc.com via spiegel.de, tagesspiegel.de

Joe Biden nimmt Kritik an Facebook zurück.

Kein Mörder: US-Präsident Joe Biden widerruft seine Aussage von vergangener Woche, dass Facebook Menschen töte. Nicht die Plattform selbst, sondern einige Dutzend Nutzerinnen würden Falsch­informationen über Corona verbreiten und damit anderen schaden, sagt Biden. Er hofft, dass Facebook dagegen vorgeht, "anstatt es persönlich zu nehmen, dass ich irgendwie sage, dass Facebook Menschen tötet".
heise.de, zeit.de (1-Min-Video)

Amazon übernimmt das Satelliten-Internet-Team von Facebook.

Amazon hat bereits im April das Satelliten-Internet-Team von Facebook übernommen, berichtet "The Information". Mehr als ein Dutzend Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen sind zu Amazons 500 Mitarbeitende zählendes Team gestoßen. Damit beendet Facebook seine Bemühungen, schnelles Internet aus dem All zu liefern. Amazon hat bereits seit einem Jahr die Erlaubnis, mehr als 3.000 Internet-Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu bringen.
theinformation.com (Paid), businessinsider.com

Sheera Frenkel und Cecilia Kang veröffentlichen Enthüllungsbuch über Facebook.

Gesichtsbuch: Sheera Frenkel (Foto) und Cecilia Kang veröffentlichen das Buch Inside Facebook, um über die Schattenseiten des Konzerns aufzuklären. Dafür haben die Autorinnen, die auch Reporterinnen für die "New York Times" sind, Gespräche mit mehr als 400 Facebook-Angestellten geführt. Frenkel und Kang würden trotzdem nicht erwarten, dass Userinnen aufgrund der Vorkommnisse wie Datenskandalen ihr Profil löschen, sagen sie im T-Online-Interview mit Jan Mölleken.
t-online.de

Facebook leitet deutsche Holocaust-Suchanfragen auf Info-Website.

Facebook zeigt Nutzerinnen, die auf Deutsch nach Begriffen rund um den Holocaust suchen, künftig die Website AboutHolocaust.org an. Die Unesco und der Jüdische Weltkongress haben die Seite gemeinsam entwickelt, schon seit Ende Januar leitet Facebook englischsprachige Suchanfragen dorthin um. Zwölf weitere Sprachen sollen folgen, u.a. Arabisch und Russisch.
faz.net

Zitat: Constantin Schreiber fordert von sozialen Netzwerken mehr Verantwortung.

"Es wäre vollkommen verkürzt zu denken, dass Facebook nur eine Plattform sei. Facebook wird längst ganz anders wahrgenommen."

"Tagesschau"-Sprecher und Autor Constantin Schreiber fordert im "NOZ"-Interview, dass soziale Netzwerke Verantwortung für ihre Inhalte über­nehmen. Dafür bräuchte es etwa einen Chefredakteur.
noz.de (Paid) via rnd.de

Donald Trump verklagt Twitter, Facebook und Google.

Blockiert: Ex-US-Präsident Donald Trump hat eine Sammelklage gegen Twitter, Facebook und Google angekündigt. Er will gegen die Sperrungen seiner Nutzerprofile vorgehen und wirft den Firmenchefs Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und Sundar Pichai eine Verletzung der Redefreiheit vor. Trump will eine Sammelklage einreichen, bei der sich alle Menschen beteiligen können, die nach dem 1. Juni 2018 von den Plattformen "zensiert" worden seien. Facebook, Twitter und YouTube hatten Trumps Profile Ende Januar nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt.
spiegel.de, zeit.de, turi2.de (Background)