Facebook: Aufsichtsgremium sammelt Meinungen zur Trump-Sperre.

Viel Spaß beim Sortieren: Facebooks Aufsichtsgremium sammelt Feedback von Nutzer*innen zur Sperrung von Donald Trump. So wolle das Board "unterschiedliche Perspektiven" einbeziehen. Die Sammelstelle ist zehn Tage geöffnet, eine Entscheidung soll binnen 90 Tagen (ab 21. Januar) getroffen werden.
techcrunch.com, oversightboard.secure.force.com (Aufruf), turi2.de (Background)

Video-Tipp: Springer-Chef Döpfner kritisiert “Überwachungskapitalismus” der Plattformen.

Video-Tipp: Springer-Chef Mathias Döpfner sorgt sich im ZDF-Interview über die immer größer werdende Marktmacht von Tech-Konzernen wie Google oder Facebook – und kritisiert das Daten-Tracking der "übermächtigen Plattformen". Anders als die Verlage würden diese zu sehr in die Privatsphäre der Nutzer*innen eindringen: "Diese Form des Überwachungskapitalismus wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem".
zdf.de (5-Min-Video)

Facebook arbeitet an neuem Werbe-Tool.

Facebook-LogoFacebook testet ein neues Tool, mit dem Werbende bestimmte Themen im Umfeld ihrer Werbeanzeige ausblenden können. Kinder-Spielzeughersteller könnten etwa die Kategorie "Verbrechen und Tragödien" ausschließen. Damit reagiert Facebook auf Boykott-Aufrufe vom Sommer. Marken wie Coca-Cola oder Starbucks hatten Facebook vorgeworfen, zu wenig gegen Hass-Inhalte zu tun und zogen ihre Anzeigen zwischenzeitlich zurück.
wuv.de, wsj.com

Facebook sieht Apple als einen seiner größten Wettbewerber.

Tech-Knatsch: Apple ist inzwischen einer der größten Wettbewerber von Facebook, sagt Mark Zuckerberg. Änderungen im Apple-Betriebssystem iOS 14 könnten dem Werbe-Geschäftsmodell von Facebook schaden. Apple zwingt App-Anbieter ab Frühjahr, Nutzer*innen zu fragen, welche Daten sie preisgeben wollen. Facebook wettert daher z.B. in Zeitungsanzeigen oder Internet-Blogs gegen Apple und gibt sich als "Verteidiger der kleinen Unternehmen", denen eine effiziente Form der Werbung genommen werde.
welt.de, faz.net (Paid)

Facebook-Gremium widerruft vier von fünf Beitrags-Sperrungen.

Facebook-LogoGekippt: Facebook muss vier von fünf Sperrungen rückgängig machen, entscheidet das eigene, unabhängige Aufsichtsgremium. Betroffen sind u.a. ein Instagram-Posting mit Brustwarzen-Bildern, das auf Brustkrebs aufmerksam gemacht hatte sowie ein Beitrag mit einem Satz, den Facebook irrtümlich Joseph Goebbels zugeordnet hatte. Die Entscheidungen sind für das Unternehmen bindend, selbst Mark Zuckerberg hat kein Veto-Recht. Demnächst entscheidet das Gremium auch über die Rechtmäßigkeit der Konto-Sperre von Donald Trump.
spiegel.de, oversightboard.com (Details zu den Entscheidungen), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Facebook ist ein Umschlagplatz für illegale antike Kunst.

Facebook-LogoLese-Tipp: Facebook fungiert als Umschlagplatz für illegal erworbene oder geraubte antike Kunst, schreibt Marcus Woeller. Das Athar Project hat 120 entsprechende Gruppen identifiziert, die insgesamt 2,2 Mio Nutzer*innen haben - auch wenn der Handel mit gestohlenen Kulturgütern auf Facebook offiziell verboten ist. Weiteres Problem: Facebook könnte künftig etwa Fotos von Ausgrabungsstätten oder Objekten löschen, die oft die einzigen Beweise für Straftaten sind.
edition.welt.de (Paid)

Facebook News startet in Großbritannien.

Facebook-LogoFacebook rollt seinen News-Bereich in Großbritannien aus. Zu den Partnern zählen unter anderem Channel 4, die "Daily Mail", der "Telegraph" und die "Financial Times". Vor einiger Zeit hatte Facebook bereits "Economist", "Guardian" und weitere Medien, darunter auch "GQ" und "Vogue" als Partner vorgestellt. Facebook teilt mit, dass Deutschland und Frankreich zu den nächsten Ländern gehören, in denen Facebook News startet.
fb.com, turi2.de (Background)

Telefonnummern von Facebook-Nutzer*innen stehen bei Telegram zum Verkauf.

Facebook-LogoFacebook: Beim Messenger-Dienst Telegram bietet ein Nutzer die Telefonnummern von angeblich 500 Mio Facebook-Nutzer*innen zum Kauf an, berichtet Motherboard. Pro Anfrage verlangt das Tool bis zu 20 Dollar. Die Daten stammen aus einer Sicherheitslücke, die Facebook 2019 geschlossen hat. Unklar ist, wie Telegram auf den Datenhandel reagiert.
vice.com, theverge.com

Facebook sperrt Israels Impfwerbung.


Gestoppter Überzeugungstäter: Facebook sperrt den Chat-Bot von Israels Premier Benjamin Netanyahu, mit dem er für Corona-Impfungen wirbt, sowie ein Video, in dem er dazu aufruft, ihm Telefonnummern von zweifelnden Bekannten zu schicken, damit er überzeugende "Überraschungsanrufe" machen kann. Die Art und Weise entspreche nicht den Facebook-Richtlinien, sagt eine Sprecherin, deshalb habe man die Aktion gestoppt.

Das Teilen oder Erfragen von Gesundheitsinformationen ist bei Facebook verboten. Israel verfolgt eine rigorose Impfpolitik und kommt deshalb mit seinem Impfplan konkurrenzlos schnell voran. Je 1.000 Einwohner*innen sind bereits 442 Menschen geimpft – in Deutschland 21, in den USA 66.
spiegel.de

Google und Facebook drohen Australien mit Rückzug.

Australien: Google droht der Regierung, seine Suchfunktion im Land nicht mehr anzubieten, sollte das geplante Leistungsschutzrecht wirklich angewandt werden. Zuletzt hat das Unternehmen bereits einige Medien aus seinen Suchergebnissen entfernt. Auch Facebook kündigt Konsequenzen an. Es sei denkbar, dass der Konzern in Australien das Teilen von Links zu Nachrichtenartikeln künftig ausschließt. Die Regierung gibt sich von den Drohungen unbeeindruckt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Facebook lässt Trump-Sperre prüfen.

Facebook-LogoFacebook lässt die Konto-Sperre von Donald Trump von seinem 2020 selbst eingerichteten Aufsichtsgremium prüfen – und verspricht, das Urteil bindend anzunehmen. Das Gremium, bestehend aus Poltiker*innen, Akademiker*innen und Menschenrechtler*innen, prüft u.a., ob die Sperrung gegen das Recht auf Meinungsfreiheit verstößt und ob Trump gegen Nutzerregeln verstoßen hat. Bis zur Klärung bleibt der Ex-Präsident vom sozialen Netzwerk ausgesperrt.
faz.net

EU sollte auf Tech-Lizenzen setzen, meint Stefan Winners.

Digitale EU: Ex-Burda-Vorstand Stefan Winners überlegt im Interview mit dem "Aktionär", wie die EU den Tech-Markt regulieren kann: Denkbar wäre laut Winners, das "chinesische Modell" zu etablieren. Firmen müssten dann Lizenzen kaufen, um in bestimmten Sektoren in Europa tätig werden zu dürfen. US-Firmen müssten ihr Europageschäft abspalten, um einen EU-Sitz zu haben. Er plädiert außerdem für "Liberalisierung", bei der etwa Google seine Such-Schnittstelle auch anderen Anbietern zugänglich machen muss.
deraktionaer.de

Facebook sperrt bis zur Amtseinführung Veranstaltungsfunktion in der Nähe des Weißen Hauses.

Facebook lässt bis zur Amtseinführung von Joe Biden keine Veranstaltungen mehr anlegen, die in der Nähe des Weißen Hauses und des Kapitols stattfinden sollen. Der Konzern will verhindern, dass die Plattform genutzt wird, um gewalttätige Veranstaltungen zu organisieren und führt auch eine "sekundäre Überprüfung" aller Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Einweihung durch.
theverge.com

Meinung: Politik muss stärker gegen Daten-Sammelwut von Plattformen vorgehen.

Datenkraken: Die Politik sollte entschiedener gegen das Datensammeln von Google, Facebook und Co. vorgehen, schreibt Helmut Martin-Jung. Nationale Regelungen wie im jüngst angepassten GWB seien zwar gut, "aber wenn es um international agierende Konzerne geht, oft nur bedingt wirksam." Es brauche daher europaweite Gesetze.
sueddeutsche.de

Meinung: Großen Tech-Konzernen fehlen Führungskräfte mit Haltung.

Meinung: Im Silicon Valley "mangelt es bereits seit Jahren an Führungskräften mit Rückgrat und intaktem Moralempfinden", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Er glaubt Facebook, Twitter & Co. hätten auch mit konsequenterem Vorgehen gegen gefährliche Inhalte in der Vergangenheit profitabel sein können. Ihr zaghafter Kurs gefährde nun ihr Geschäftsmodell.
manager-magazin.de

WhatsApp führt Datenaustausch mit Facebook ein – jedoch nicht für EU-Nutzer*innen.

WhatsApp führt per Aktualisierung der Datenschutzrichtlinie den Datenaustausch mit Mutter-Konzern Facebook ein. Auch das Weiterreichen der Daten an dessen Werbekunden wird möglich. Die Europäische Union sei allerdings davon ausgenommen, ließ Facebook nachträglich wissen. Die Ankündigung hatte zuvor Diskussionen ausgelöst, auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar zeigte sich überrascht.
welt.de

Facebook sperrt Accounts von Donald Trump für mindestens zwei Wochen.

Facebook-LogoFacebook verlängert die Sperrung der Accounts von Donald Trump bei Facebook und Instagram um mindestens zwei Wochen bis zur Amtsübergabe an Joe Biden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schreibt in einem Post, Trump nutze die Plattform, "um gewaltsame Aufstände gegen eine demokratisch gewählte Regierung anzuregen". Das Risiko, Trump die Nutzung weiterhin zu erlauben, sei "einfach zu groß". Twitter bestätigt derweil, dass Trump drei blockierte Tweets selbst gelöscht hat. Dadurch wird sein Account nach zwölf Stunden reaktiviert - bisher hat Trump noch nichts Neues getwittert.
bild.de, techcrunch.com (Facebook), techcrunch.com (Twitter)

Twitter und Facebook blockieren Trumps Accounts – zunächst nur temporär.

Genug gewarnt: Twitter sperrt den Account von Donald Trump wegen dreier Tweets, die gegen die Nutzungsregeln verstoßen. Sobald er diese Nachrichten gelöscht hat, bleibt sein Account für weitere 12 Stunden gesperrt. Künftige Regelverstöße werde der Dienst mit der dauerhaften Suspendierung des Accounts ahnden. Facebook hält Schritt und sperrt Trump ebenfalls - zunächst für 24 Stunden. Zu den drei von Twitter monierten Tweets gehört auch die Videobotschaft des Präsidenten zu den Protesten in Washington, die Facebook und YouTube zuvor ebenfalls von ihren Plattformen gelöscht haben.
twitter.com, theverge.com

Lese-Tipp: Das Browsergame Farmville prägt das Internet bis heute.

Lese-Tipp: Das am Donnerstag abgeschaltete Browsergame Farmville hat das Internet nachhaltig verändert und Facebook zu einem Ort des zeitintensiven Verweilens gemacht, schreibt Daniel Victor in der "New York Times". Farmvilles Spielen mit der Aufmerksamkeit und Interaktionsschleifen findet sich heute von Instagram bis Qanon wieder, sagt Gamedesigner Ian Bogost. Das Spiel hatte zu seinen Höhepunkt vor etwa zehn Jahren 85 Mio aktive Nutzer*innen.
nytimes.com

turi2 edition #13: Philipp Welte beklagt eine “Infodemie”.


Social-Schelte: Burda-Vorstand Philipp Welte ärgert sich in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 über die Marktmacht der großen Tech-Konzerne und über eine Flut an falschen Informationen in sozialen Netzwerken. Facebook & Co seien die Profiteure von Fake News: “Je abstruser die Geschichte, desto höher die Interaktion, desto besser das Geschäft”. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Lese-Tipp: Der Streit um Werbe-Tracking zwischen Apple und Facebook ist komplex.

Lese-Tipp: Apple will künftig Nutzer*innen fragen, ob Apps für Werbezwecke ihre Daten sammeln dürfen. Facebook reagiert empört und sieht sich als Verteidiger des freien Internets. Simon Hurtz rekonstruiert in der "Süddeutschen" den seit Juni schwelenden Streit und die schwierige Beziehung zwischen den Tech-Riesen, deren Chefs einander nicht besonders leiden können.
sueddeutsche.de

Unilever wirbt wieder auf Facebook.

Unilever beendet im Januar seinen Werbeboykott bei Facebook nach rund einem halben Jahr. Der Konsumgüter-Riese sagt, er sei durch die Selbstverpflichtungen und Fortschritte Facebooks dazu ermutigt. Unilever hatte im Sommer wie viele andere Unternehmen auch seine Werbeaktivitäten auf Facebook eingestellt und bemängelt, das Netzwerk tue zu wenig gegen Hassrede.
wuv.de, turi2.de (Background)

Zitat: EU-Vorschläge zur Bändigung der Techkonzerne überzeugen nicht, sagt Klaus Müller.

"Bis wir einen der großen Internetkonzerne entflochten haben, würden Jahre vergehen. Das hilft den Verbrauchern nicht."

Verbraucherschutz-Chef Klaus Müller sagt im "Spiegel", die neuen Regeln, mit denen die EU-Kommission die Techkonzerne bändigen will, bringen wenig. Konzerne zu zerschlagen sei aber auch keine Lösung.
spiegel.de

Facebook lehnte während der US-Wahl 3,3 Mio Werbeanzeigen ab.

Facebook spricht in einem Bericht an die US-Politik davon, während der Präsidentschaftswahl 3,3 Mio Anzeigen abgelehnt zu haben, um Desinformation und Einmischung vorzubeugen. Außerdem habe das Netzwerk 265.000 Posts blockiert oder entfernt. Am Schluss des 22-seitigen Dokuments fordert Facebook - nicht zum ersten Mal - mehr verbindliche Vorgaben von Staatsseite für das Internet, um die Verantwortung zur Regulierung von Inhalten nicht Unternehmen zu überlassen.
bloomberg.com

Bericht: QAnon ist trotz eines Verbotes weiter auf Facebook aktiv.

QAnon wird immer internationaler: Drei der zehn aktivsten QAnon-Communities sind mittlerweile deutsch, sagt ein Bericht in der "New York Times". Auf Facebook sind auch nach dem Verbot vor zwei Monaten weiterhin so genannten Superspreader-Profile aktiv, die QAnon-Inhalte teilen. Zwei Monate nach dem Verbot des Verschwörungskultes sind manche der von Facebook entfernten Individuen zudem nach wie vor auf Instagram unterwegs und verbreiten Desinformation.
nytimes.com

Kampf gegen Desinformation darf Freiheit nicht beschneiden, meint Tobias Schmid.

Desinformation im Netz zu regulieren, ist schwierig, "weil sie ja gerade das Kernstück der Demokratie, nämlich die Meinungsfreiheit, für sich verwendet", sagt Tobias Schmid (Foto), Europabeauftragter der Medienanstalten, im Interview mit Medienpolitik.net. Deshalb müsse man bei jeder politischen Gegenmaßnahme extrem aufpassen, nicht die Freiheit einzuschränken. Bei Digital-Regeln kommt außerdem laut Schmid dazu, dass Facebook, Google und Co im Netz nicht nur Wirtschaftsunternehmen und Wettbewerber sind, sondern auch zentraler Bestandteil der Medienlandschaft – und "Medienregulierung funktioniert nicht nach den gleichen Logiken wie Wettbewerbspolitik".
medienpolitik.net

Lese-Tipp: Konsequenzen der neuen EU-Regeln für Online-Plattformen für Apple und Co.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" erklärt, welche konkreten Konsequenzen der Digital Services Act und der Digital Markets Act der EU-Komission für Google, Amazon, Facebook und Apple hat. Google und Amazon etwa dürften ihre Angebote nicht mehr bevorzugt in den Suchergebnissen zeigen und Informationen ihrer Firmenkunden nicht mehr nutzen, um ihnen Konkurrenz zu machen.
handelsblatt.com

Sheryl Sandberg gibt Resilienz-Tipps.

Resilienz-Tipps gibt Facebook-Managerin Sheryl Sandberg – für Menschen, denen die Pandemie psychisch zusetzt. Sie setzte nach dem Tod ihres Mannes auf die Trauer-Strategie des Psychologen Martin Seligman: Personalisierung – Vorwürfe an sich selbst verwerfen; Durchdringung – erkennen, wofür im eigenen Leben man dankbar sein kann; und Dauerhaftigkeit – sich erinnern, dass es besser werden wird. Sandberg gründete 2017 die Non-Profit-Organisation "Option B" für Trauer und psychische Gesundheit.
businessinsider.com

USA klagen gegen Facebook und fordern Abspaltung von WhatsApp und Instagram.

Facebook-LogoZerschlagung: Die US-Handelskommission FTC und die Generalstaatsanwälte von 48 Bundesstaaten haben - wie erwartet - eine Klage gegen Facebook eingereicht. Sie werfen dem Konzern vor, mit einer Quasi-Monopol-Stellung den Wettbewerb zu verhindern. Die Klage zielt darauf ab, dass Facebook sich von seinen einst zugekauften Töchtern Instagram und WhatsApp trennt. Denkbar wäre auch, dass ein Gericht Facebook dazu verpflichtet, Übernahmepläne künftig vorab mit den Behörden abzuklären.
spiegel.de, suedeutsche.de, techcrunch.com, turi2.de (Background)

“Washington Post”: US-Kartellis wollen gegen Facebook klagen.


Tag der Wahrheit: US-Behörden gehen in einer großangelegten Klage gegen mögliche Wettbewerbs-Verstöße von Facebook vor, berichtet die "Washington Post". Die Zeitung zitiert Insider, wonach die Generalstaatsanwälte von mehr als 40 Bundesstaaten und die US-Regierung am Mittwoch Klage gegen den Social-Media-Konzern einreichen wollen. Dabei koordinieren sie sich mit den Wettbewerbshütern der FTC. Im Kern geht es um den alten Vorwurf, dass Facebook Wettbewerber aufkauft oder aus dem Markt drängt. Die Behörden haben etwa die Übernahme von Instagram und WhatsApp untersucht und stören sich u.a. am umstrittenen Datenabgleich zwischen den Diensten, den Facebook bei deren Übernahme noch ausgeschlossen hatte.

Facebook sieht das naturgemäß anders. Der Konzern lobbyiert massiv gegen das Vorhaben und argumentiert etwa, dass WhatsApp und Instagram von der Übernahme profitiert hätten und angesichts des Aufstiegs von TikTok der Wettbewerb in Social Media weiter funktioniert. Keiner der Beteiligten äußert sich auf Anfragen der "WaPo" zu dem Klage-Vorhaben.
washingtonpost.com

Libra Association benennt sich in Diem um.

Libra, von Facebook mitinitiierte Kryptowährung, nennt sich um. Die Gesellschaft trägt künftig den Namen Diem Association. Die Gruppe begründet, sie wolle so mehr Distanz zu Facebook und den Kontroversen der Anfangszeit erzeugen. Einige prominente Firmen, darunter Visa, haben dem Projekt der Rücken gekehrt, das nun einen Start in 2021 anvisiert.
techcrunch.com, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook führt in Großbritannien den News-Tab ein.

Facebook-LogoFacebook rollt seinen Newstab ab 2021 auch in Großbritannien aus und bezahlt britische Verleger für Inhalte. Die meisten britischen Zeitungen, darunter der "Guardian", der "Daily Mirror" und "Independent" haben sich für den Tab angemeldet. Facebook äußert sich nicht zur Summe, die für die Lizenzen nötig wird, der "Guardian" hört in der Branche, es sei jährlich ein zweistelliger Mio-Betrag.
guardian.com

Facebook startet im Januar seine News-Plattform in Großbritannien.

Facebook bringt im Januar sein Nachrichtenportal in Großbritannien an den Start. Facebook News will einen Mix aus kuratierten und persönlich auf die Nutzer*innen zugeschnittenen Nachrichten bieten. Verlage wie The Economist oder die Guardian Media Group sind mit an Bord. Facebook steht derzeit in Verhandlungen, um den Dienst auch nach Deutschland und Frankreich zu bringen.
per Mail

Zitat: Jakob Augstein verabschiedet sich von Twitter und Facebook.

"Man kann bei Twitter ein großes Rad drehen, aber es ist eben eines, das sich dauernd durch die Scheiße dreht."

Verleger Jakob Augstein erklärt im Medieninsider-Interview von Marvin Schade, warum er sich aus den sozialen Netzwerken verabschiedet hat. Die "Die Mischung aus Dummheit, Aggression und Mangel an Fantasie" in der Corona-Krise habe ihm den Rest gegeben.
medieninsider.de (Paid), news.gaborsteingart.com (Auszüge)

Facebook sperrt Steve Bannon nicht, der “Enthauptung” von Anthony Fauci fordert.

Facebook löscht die Podcastfolge, in der Ex-Trump-Berater Steve Bannon (Foto) die "Enthauptung" von US-Immunologe Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher Wray fordert, Bannons Konto allerdings bleibt. Laut Facebooks Richtlinien dürfte es das nicht. In einer virtuellen Senatsanhörung sagt Mark Zuckerberg dazu, das Löschen des Kontos entspräche nicht "dem üblichen Vorgehen". Twitter hingegen sperrte Bannons Account.
businessinsider.com

Zitat: Plattformen müssen strenger reguliert werden, sagt Thierry Breton.

"Die großen Plattformen sind inzwischen 'too big to care', zu groß, um ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen."

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industriepolitik, sagt im Interview mit der "Welt am Sonntag", die EU brauche strengere Regeln für Plattformen, weil sie inzwischen systemrelevant sind, aber nicht genug auf gesellschaftliche Konsequenzen achten.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Facebook lässt gemeldete Beiträge nun von der KI vorsortieren.

Facebook-LogoFacebook setzt bei der Moderation von Inhalten ab sofort noch stärker auf künstliche Intelligenz. Künftig sortiert die KI alle automatisch gefilterten und alle gemeldeten Beiträge in eine Reihenfolge, bevor sie den Moderationsteams angezeigt werden. Dadurch soll zum Beispiel Terror-Propaganda schneller gefiltert werden. Bisher lief die Moderation weitestgehend chronologisch ab. Welche Kriterien genau für die Sortierung herangezogen werden, verrät Facebook nicht.
theverge.com

Facebook führt bei Messenger und Instagram einen Verschwinde-Modus ein.

Selbstzerstörend: Facebook führt bei seinem Messenger sowie bei Instagram einen Vanish-Mode ein, bei dem Nachrichten nach einmaligem Lesen aus dem Chat-Verlauf verschwinden. Macht jemand einen Screenshot der Mitteilung, bekommt der andere einen Hinweis. Das neue Feature ist - wie schon häufiger bei Facebook - der Klon einer der Kernfunktionen von Snapchat.
mashable.com, techcrunch.com, messengernews.fb.com