Bloomberg: Facebook denkt über Stopp für Polit-Werbung vor der Wahl nach.

Facebook erwägt, in den Tagen vor der US-Wahl im November keine politischen Anzeigen zu erlauben, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen. Facebook ist in Bezug auf politische Werbung bereits mehrfach in die Kritik geraten, etwa weil der Konzern auch Lügen in den Anzeigen zulässt.
bloomberg.com

Hör-Tipp: Facebook-Deutschlandchef hat kein Interesse an Hassrede.

Hör-Tipp: Tino Krause, Deutschlandchef von Facebook, berichtet im Tech-Briefing-Podcast von ThePioneer, wie der Social-Media-Gigant auf den Werbeboykott großer Marken reagiert. Für ein Umdenken in Sachen Hate-Speech sei "nicht der Druck der Werbeindustrie ausschlaggebend" gewesen, sagt Krause, sondern "unsere Prinzipien". Er betont: "Wir verdienen mit Hasssrede kein Geld und haben überhaupt kein Interesse daran". Jedoch sei es jeden Tag eine Gratwanderung, die Grenze zwischen Regel-Verstößen und freier Meinungsäußerung zu ziehen - auch weil es in vielen Ländern sonst keine Meinungsfreiheit gibt.
podcasts.apple.com, open.spotify.com (40-Min-Audio)

Lese-Tipp: Der Werbeboykott wird Facebook nicht ändern, analysiert Lisa Hegemann.

Lese-Tipp: Weder Nutzer-Petitionen noch der aktuelle Werbeboykott werden die Methoden von Facebook im Umgang mit Hass nachhaltig verändern, schreibt Lisa Hegemann in ihrer Analyse. Die einzige Möglichkeit sei eine härtere Regulierung, auch wenn Lösungen für einzelne Länder naiv wirken. Die Erfahrung mit der Datenschutz-Grundverordnung habe jedoch gezeigt, dass wirksame Instrumente von anderen Staaten kopiert werden.
zeit.de

Organisatoren des Facebook-Boykotts sind enttäuscht vom Gespräch mit Mark Zuckerberg.

Facebook-Werbeboykott: Das Gespräch von Mark Zuckerberg und weiteren Facebook-Verantwortliche mit den Organisatoren der Kampagne #StopHateForProfit sorgt nicht für Annäherung. Nach dem etwa einstündigem Zoom-Call sprechen die Aktivisten von einer "Enttäuschung". Facebook habe statt klarer Ansagen lediglich mitgeteilt, das Unternehmen befinde sich auf dem Weg und würde sich weiter verbessern.
theverge.com, turi2.de (Background)

Facebooks Europa-Chefin will Werbekunden mit Gesprächen zurückgewinnen.

Facebook: Europa-Chefin Angelika Gifford führt jeden Tag drei bis vier Gespräche mit Agenturen oder großen Werbekunden, um einzuschätzen, wie sie Facebook wahrnehmen, sagt die Managerin im "Handelsblatt"-Interview. Der Konzern nehme den aktuellen Boykott sehr ernst, Gifford sieht ihn aber vor allem als amerikanisches Thema, da in den USA die Stimmung sehr aufgeheizt sei.
"Handelsblatt", S. 18 (Paid)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Twitter, Facebook und Google geben vorerst keine Daten an die Justiz in Hongkong weiter.


Chinesisches Mauern: Facebook, Google und Twitter wollen bis auf weiteres nicht mehr auf Anfragen von Justizbehörden in Hongkong reagieren, wie beide Unternehmen mitteilen. Im Fall von Facebook betrifft das auch die zum Konzern gehörigen Angebote WhatsApp und Instagram. Hintergrund ist das Anfang Juli in Kraft getretene, sogenannte „Sicherheitsgesetz“, das massive Einschnitte in die Autonomie Hongkongs mit sich bringt und der chinesischen Regierung weitreichende Kompetenzen zugesteht, gegen Kritiker vorzugehen.

Ob Facebook und Twitter dauerhaft auf eine Zusammenarbeit mit den Behörden verzichten, ist nicht gesagt. Facebook kündigt an, es wolle zunächst die Auswirkungen des neuen Gesetzes prüfen und sich mit Menschenrechtsexperten beraten. Ähnlich äußert sich auch Twitter.
mashable.com, theverge.comspiegel.de

Facebook will die Wahlbeteiligung in den USA steigern.


Wahlfänger: Facebook will sich als neutraler Demokratie-Botschafter positionieren und ruft ab morgen alle US-Nutzer*innen im Wahlalter auf, sich zur Stimmabgabe für die Präsidentschaftswahl zu registrieren. Dafür blendet das Netzwerk am Kopf seiner App und Website eine Box mit Informationen ein, wie man sich im jeweiligen Bundesstaat registrieren kann. Wo verfügbar, verlinkt Facebook direkt die entsprechende Website des Bundesstaates. Ein Counter zählt zudem die Nutzer*innen, die sich laut eigener Angebe bereits eingetragen haben. Sie können das zudem ihren Kontakten mitteilen und sie so animieren, es ihnen gleich zu tun. Insgesamt will Facebook 4 Mio US-Bürger*innen zusätzlich zur Wahlurne bringen. Wer keine Wahlwerbung erhalten will, kann diese im "Voting Information Center" deaktivieren.

Mit seiner Positionierung als Demokratie-Botschafter versucht Facebook auch sein zuletzt erneut angekratztes Image aufzubessern. Zahlreiche Werbekunden verzichten derzeit auf Anzeigen bei Facebook, um gegen dessen Umgang mit Hassrede zu protestieren. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigt sich vom Protest bisher unbeeindruckt und sagt, dass er davon ausgeht, dass die Werbekunden schon bald wieder zurückkehren werden.
theverge.com, businessinsider.de, turi2.de (Background)

Facebook zieht bei seinem TikTok-Klon Lasso den Stecker.

Facebook-LogoFacebook stampft seinen TikTok-Konkurrenten Lasso ein. Die Karaoke-App ging Ende 2018 ans Netz, muss nun aber für Instagram Reels Platz machen. Mit dem in der Instagram-App integrierten Reels will Facebook endlich an den Erfolg von TikTok anknüpfen.
techcrunch.com, turi2.de (Lasso), turi2.de (Reels)

Zitat: Facebooks Chef-Lobbyist sieht keinen Anreiz, Hass-Posts nicht zu löschen.

"Facebook profitiert nicht von Hassrede. Es gibt für uns keinen Anreiz, etwas anderes zu tun, als solche Inhalte zu entfernen."

Facebooks Chef-Lobbyist Nick Clegg versucht in einem Gastbeitrag in der "FAZ", das Image seines Arbeitgebers zu retten. Immer mehr Konzerne streichen Facebook aus Protest gegen Hass-Posts die Anzeigen.
"FAZ", S. 26 (Paid)

Facebook macht Hunderte rechtsextreme Accounts dicht.

Facebook verbannt Seiten des rechtsextremen US-Netzwerks Boogaloo von seinen Plattformen. Der Konzern macht 320 Konten, über 100 Gruppen und 28 Seiten auf Facebook und Instagram dicht. In den vergangenen Tagen hatten viele Marken einen Werbe-Boykott auf Facebook verkündet – das Netzwerk wird für seinen laxen Umgang mit Hass und Hetze kritisiert und hatte zuletzt Besserung gelobt.
spiegel.de

“Handelsblatt”: Digitalverbände sind uneins in Bewertung des Facebook-Werbeboykotts.

Facebook-Werbeboykott: Der IT-Verband Bitkom, der Internetverband Eco und der BVDW sind uneins, wie sie sich positionieren sollen, zeigt eine Nachfrage des "Handelsblatts" – offenbar ist Zuckerberg nicht umsonst in allen drei Verbänden Mitglied. Eco äußert Verständnis für Unternehmen, die vorerst nicht mehr auf Facebook werben, Bitkom sieht den Staat in der Verantwortung, der BVDW windet sich um ein klares Statement herum.
handelsblatt.com (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

“11 Freunde” startet Videoformat bei Facebook Watch.

11Freunde-Logo-150Das Runde im Eckigen: "11 Freunde" startet bei Facebook Watch das Videoformat "Der Fußball, mein Leben und ich". Jeden Dienstag kommt eine neue Folge, vorerst sind 15 geplant. Die Moderatoren Philipp Köster, Ilja Behnisch und Christoph Tiegel reisen quer durch Deutschland und sprechen mit spannenden Personen aus dem Fußball, zum Start mit Trainer Ewald Lienen.
facebook.com

Auch Volkswagen schließt sich Facebook-Boykott an.

Volkswagen will zumindest im Juli seine Werbeaktivitäten auf Facebook aussetzen. Damit schließt sich der Autokonzern einer ganzen Reihe an Firmen an, die mit ihrem Boykott gegen Missstände bei Facebook im Hinblick auf Hasspostings protestieren. Aus Deutschland beteiligen sich u.a. bereits Henkel, Puma und SAP an der Aktion.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie GAFAM in der Krise neue Märkte erobern wollen.

Lese-Tipp: Die US-Tech-Riesen sind die großen Profiteure der Corona-Krise, analysiert das "manager magazin". Autor Jonas Rest beschreibt, wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft "investieren, wenn andere kürzen" – eine Strategie, mit der GAFAM schon in der Finanzkrise 2008 zu Gewinnlern wurden. Amazon-Boss Jeff Bezos etwa steigt in den Markt für autonomes Fahren ein und lässt sich das Startup Zoox wohl mehr als 1 Mrd Dollar kosten. Zuvor war dem Unternehmen die Finanzierung weggebrochen. Die Konzentration des Online-Händlers auf Produkte des täglichen Bedarfs habe Bezos geschickt als Krisenhilfe verkauft, tatsächlich sei es ein "Schlag gegen Walmart" gewesen.

Google, Facebook und Microsoft profitieren vom Digitalisierungs-Schub durch Corona. Für ihre Cloud-Dienste konnten sie neue Kund*innen gewinnen – allen voran bei den Videokonferenz-Tools. Beliebte Features des neuen Konkurrenten Zoom wurden "in Windeseile kopiert", schreibt Rest. Wo die Werbeumsätze von Google und Facebook durch den Lockdown zeitweise eingebrochen sind, werden sie "auch am schnellsten wieder anziehen", zitiert Rest den Marketingprofessor Scott Galloway.
"manager magazin" 7/2020, S. 68-73 (Paid)

Winfried Kretschmanns Facebook-Seite geht zeitweise offline.

Facebook: Die Pressestelle des Staatsministeriums in Baden-Württemberg hat die Facebook-Seite von Winfried Kretschmann "schweren Herzens" vorübergehend geschlossen. Innerhalb von 20 Stunden seien über 4.000 Kommentare mit Verschwörungstheorien zu Corona sowie Beleidigungen und Drohungen eingegangen. Ein Betrieb der Seite sei damit nicht mehr möglich.
faz.net

Facebook will regelwidrige Polit-Posts mit Label abstrafen – aber nicht löschen.


Ein bisschen Frieden? Facebook will etwas entschiedener gegen Hate Speech vorgehen und Beiträge von Politiker*innen, die gegen die Regeln des Netzwerks verstoßen, aber von gesellschaftlichem Interesse sind, entsprechend kennzeichnen, statt sie zu löschen. Andere Nutzer*innen sollen sie trotz des Hinweises weiter teilen können. Posts, die zu Gewalt anstiften oder Wahlen beeinträchtigen, sind von der Regel aber ausgenommen, sagt Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Kritiker werfen Facebook vor, nicht ausreichend gegen Falschinformationen, verbreitet auch von US-Präsident Trump, vorzugehen. Twitter hatte einen Trump-Tweet mit nachweislich falschen Informationen zu Briefwahlen bereits Ende Mai per Faktencheck als Falschaussage markiert. Facebook ist mit seiner Ankündigung also vergleichsweise spät dran. Da sie außerdem relativ vage ausfällt und die Bedingungen für eine Kennzeichnung nur schwammig formuliert sind, ist fraglich, ob sie wirklich den Erfolg bringt, den Facebook verspricht. Auch weil solche Fälle – regelwidrig, aber mit "Nachrichtenwert" – laut Zuckerberg "nur eine Handvoll Mal pro Jahr" vorkommen.

Für die anstehende US-Präsidentschaftswahl kündigt Facebook ebenfalls Neuerungen an. Beiträge, in denen es um politische Wahlen geht, will der Konzern mit einem Link zum hauseigenen "Elections Information Center" versehen, einer Plattform, auf der verbindliche Informationen etwa zu Wahlterminen, Registrierung und Briefwahlen abrufbar sein sollen. Dieselben Info-Verweise soll es auch bei Instagram geben. Erst 72 Stunden vor der Wahl im November will das Netzwerk dazu übergehen, fehlerhafte Inhalte komplett zu löschen. Und: Werbeanzeigen, in denen etwa bestimmte Ethnien, Religionen oder Geschlechter als Bedrohung dargestellt werden, will Facebook künftig verbieten.

Mit den neuen Richtlinien reagieren Marc Zuckerberg und sein Team auf die steigende Zahl an Werbepartnern, die Facebook wegen seines laschen Umgangs mit Hassbotschaften als Werbeumfeld boykottieren. Ihre Anzeigen zurückgezogen haben bisher u.a. Unilever, Verizon und The North Face.
theverge.com, faz.net, mashable.com (Kritik), nytimes.com (Liste der Werbe-Protestler) facebook.com (Ankündigung Zuckerberg), turi2.de (Background)

Unilever stoppt seine Werbung auf Facebook und Twitter.

Unilever schließt sich dem Werbe-Boykott gegen Facebook an und schaltet in den USA mindestens bis Ende 2020 keine Werbung mehr auf der Plattform. Dieselbe Abfuhr erteilt der Konzern Twitter. Als Begründung gibt Unilever an, dass beide Unternehmen nicht ausreichend gegen Hate Speech vorgehen. An dem Werbe-Protest nehmen u.a. auch Verizon und The North Face teil.
businessinsider.com, cnbc.com, turi2.de (Background)

BGH: Facebook muss Datensammeln einschränken.

BGH entscheidet im Eilverfahren, dass Facebook ab sofort das Datensammeln via Drittquellen einschränken muss. Damit entspricht das Gericht der Forderung des Bundeskartellamts, das strengere Regeln für das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten und deren Zusammenführung mit Facebook-eigenen Konten fordert. Der Streit ist trotzdem noch nicht vorbei: Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss im Hauptverfahren entscheiden, ob es bei den Beschränkungen bleibt.
faz.net, turi2.de (Background)

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

Facebook löscht Trump-Anzeige mit Nazi-Symbol.

Facebook löscht eine Anzeige des Wahlkampf-Teams von Donald Trump, die ein Nazi-Symbol enthält. In der Anzeige war ein mit der Spitze nach unten gedrehtes, rotes Dreieck zu sehen. Mit diesem Symbol wurden in Konzentrationslagern politische Häftlinge markiert. Der Text zur Anzeige macht Stimmung gegen die Antifa und "gefährliche Mobs der radikalen Linken".
sueddeutsche.de, spiegel.de, washingtonpost.com, buzzfeednews.com

Facebook startet die Option, politische Werbung auszublenden.

Facebook bietet Nutzer*innen künftig die Möglichkeit, politische Anzeigen bei Facebook und Instagram abzuschalten. Die Funktion startet im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen zunächst in den USA und soll später auch in andere Länder kommen. Damit kommt Facebook Kritikern entgegen, die Facebooks Praxis bemängeln, politische Werbung auch dann anzuzeigen, wenn sie Falschaussagen enthält.
faz.net, techcrunch.com

Basta: Instagrams nackte Tatsachen.

Social Softporno: Instagram zeigt User*innen bevorzugt Influencer-Bildchen mit viel nackter Haut, ermittelt eine Studie von AlgorithmWatch und dem European Data Journalism Network. Mama Facebook verteidigt ihren Sex-Sells-Sprößling: Die gezeigten Posts seien den Präferenzen der Nutzer*innen zuzuschreiben. Wirkliches Intim-Instagram ist ohnehin schwierig: Schon bei nackten Frauennippeln läuft der Algorithmus heiß - und zensiert.
persoenlich.com

Facebook: US-Nutzer*innen können demnächst politische Anzeigen verbergen.

Facebook ermöglicht es in den USA, politische Anzeigen in der Timeline zu verbergen. Das Feature ist bereits für einige Nutzer*innen verfügbar und soll in den kommenden Wochen flächendeckend in den USA ausgerollt werden. Facebook steht seit einiger Zeit in der Kritik für seinen Umgang mit politischer Werbung, über die zum Teil Fake News verbreitet werden.
cnbc.com

Gericht: Facebook darf “Hass-Organisationen” sperren.

Soziale Netzwerke dürfen Vereine von der Nutzung ausschließen, die sie als "Hass-Organisationen" einstufen, urteilt das OLG Dresden. Der als rechtsradikal geltende Verein "Ein Prozent" hatte gegen Facebook geklagt, weil der Konzern die Facebook- und Instagram-Konten des Vereins gesperrt hatte. Das Urteil ist rechtskräftig und kann nicht angefochten werden.
zeit.de, justiz.sachsen.de

Brasilien: WhatsApp führt erstmals Zahlungen per Chat ein.

WhatsApp rollt erstmals offiziell die Bezahlfunktion innerhalb der App aus. Zunächst sollen Nutzer*innen in Brasilien auf das Feature zugreifen und damit Geld empfangen und versenden können. Der Dienst, der zunächst in Indien getestet worden war, basiert auf dem technischen Grundgerüst des Online-Bezahlsystems der WhatsApp-Mutter Facebook, Facebook Pay.
techcrunch.com, blog.whatsapp.com

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg ruiniert mit Trumps Fake News sein eigenes Lebenswerk.

Lese-Tipp: Mark Zuckerberg schließt mit US-Präsident Trump einen "Pakt mit dem Teufel", schreibt Corinna Baier im "Focus". Zuckerberg hätte nach dem Datenskandal 2018 in der Corona-Krise das Image der Plattform aufpolieren können. Doch Trump nutze "den einflussreichsten Tech-Konzern des neuen Jahrtausends" für Fake News, was Zuckerberg - anders als Twitter-Chef Jack Dorsey - zulässt. "Der einstige Rockstar ruiniert sein Lebenswerk", schreibt Baier.
"Focus" 25/2020, S. 22-25 (Paid)

EU will monatliche Berichte von Facebook und Co zu Corona-Fake-News.

EU-Kommission fordert von Facebook, Google, Twitter und weiteren Plattformen, die den freiwilligen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Fake News unterzeichnet haben, monatliche Berichte. Darin sollen sie darlegen, wie sie die Achtsamkeit der Nutzer*innen gegenüber Falschinformationen verbessern und Corona-Desinformation einschränken. Die Kommission drängt die Plattformen, die Zusammenarbeit mit Faktenprüfer*innen auszubauen.
cnet.com

Facebook rollt Facebook News in den USA aus.


Newsworthy: Facebook rollt sein Ende 2019 angekündigtes Feature Facebook News ab sofort in den USA aus. Die Nutzer*innen bekommen eine neue Spalte angezeigt, in der ausschließlich Beiträge von journalistischen Medien enthalten sind. Sie können Reaktionen auf die Beiträge hinterlassen und sie teilen, nicht jedoch innerhalb der News-Rubrik kommentieren. Facebook bestückt den Feed sowohl mithilfe von Algorithmen als auch durch Redakteur*innen. Anders als beim Test mit einer kleinen Gruppe 2019 kommt die nun gestartete Version von Facebook News auch mit einer Rubrik für Lokalnachrichten und einer für nachrichtliche Videos.

Mit der neuen Funktion reagiert Facebook auf die Kritik von Medien, dass ihre Inhalte zugunsten von persönlichen Beiträgen an Reichweite eingebüßt haben. Außerdem will Facebook sein Image aufpolieren, das unter den Debatten zu Fake News und Filterblasen gelitten hat. Ob Facebook News auch nach Deutschland kommt, ist bislang unbekannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

EU-Kommission: Soziale Medien sollen Auskunft über Corona-Falschinformationen geben.

EU-Kommission fordert Soziale Medien auf, einen monatlichen Bericht über kursierende Falsch-Meldungen zur Corona-Krise abzugeben. Facebook, Twitter und Co. sollen detailliert darlegen, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie identifiziert haben und wie groß deren Reichweite war. Die Kommission erhofft sich so u.a. ein besseres Bild über die versuchte Einflussnahme anderer Staaten: China und Russland etwa hätten die Corona-Krise für Kampagnen genutzt, die "die demokratische Debatte untergraben".
handelsblatt.com

Facebook überprüft eigene Richtlinien.

Facebook-LogoFacebook überprüft seine eigenen Richtlinien in drei Bereichen: Die Plattform nimmt ihren Umgang mit staatlichen Institutionen und mit Desinformationen unter die Lupe; außerdem sollen die Regeln bezüglich politischer Großereignisse gecheckt werden. Zu Änderungen verpflichten will sich Facebook aber nicht. Das Unternehmen war in die Kritik geraten, nachdem Gründer Mark Zuckerberg entschieden hatte, nicht gegen umstrittene Äußerungen von US-Präsident Trump vorzugehen.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Facebook ändert Umgang mit Gewaltandrohungen und kennzeichnet Medien wie Russia Today.

Facebook-LogoFacebook: Mark Zuckerberg ändert nach heftiger Kritik den Kurs beim Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und Inhalten, die Wahlen beeinflussen könnten. Wie Twitter will Facebook sie nun auch kennzeichnen sowie Alternativen zum bisherigen Vorgehen finden, Posts entweder komplett zu löschen oder stehenzulassen. Außerdem will das Netzwerk Posts von Medien wie Russia Today, die unter Einfluss ihrer jeweiligen Regierung stehen, kennzeichnen und Anzeigen dieser Medien in den USA blockieren.
theverge.com, sueddeutsche.de, adweek.com (staatlich kontrollierte Medien), turi2.de (Background)

Trump verschlimmert die Lage in den USA mit einer bizarren Medienshow.

Eskalation: US-Präsident Donald Trump verschärft die Spannungen in den USA mit einer bizarren Medienshow vor dem Weißen Haus. Nachdem Trump am Freitag eine zeitweise in einen Bunker geflüchtet war, hat der 45. Präsident der USA am Montagabend eine weitgehend friedliche Demonstration vor dem Weißen Haus mit Schlagstöcken, Tränengas und Blendgranaten zerstreuen lassen, um sich im Fernsehen und auf Twitter mit einer (falsch herum gehaltenen) Bibel vor der St. John's Church als Mann von "Law and Order" zu präsentieren. Zuvor attackierte die Polizei auch einen Kameramann des australischen TV-Senders 7News.

Auf einer Pressekonferenz im Rosengarten hat Trump damit gedroht nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis "Randale, Plünderungen, Vandalismus, Angriffe und die mutwillige Zerstörung von Besitz" mit dem Einsatz von "tausenden schwer bewaffneten" Soldaten und Polizisten in der Hauptstadt Washington zu stoppen.
sueddeutsche.de, twitter.com (6-Minuten-Rede Trumps)
twitter.com (CNN-Bericht), twitter.com (7News)

Meinung: Streit zwischen Trump und Twitter schadet Facebooks Image-Kampagne.

Facebook: Mark Zuckerberg hat das Image von Facebook zu Beginn der Corona-Krise deutlich verbessert, schreibt Gustav Theile. Facebook kündigte Maßnahmen gegen Falschinformationen an und versuchte, Menschen zu verbinden. Der Streit zwischen Donald Trump und Twitter komme Zuckerberg nun in die Quere und zerstöre die Hoffnung auf mehr Zusammenhalt. Zudem werde immer deutlicher, dass sehr wohl viele Verschwörungstheorien verbreitet wurden.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Meinung: Trumps Social-Media-Dekret ist vor allem Show.

Mehr Schein als Sein: Donald Trumps jüngst erlassenes Social-Media-Dekret glänzt mehr durch Inszenierung als Inhalt, urteilt Autor und Philosoph Jan Skudlarek. Der US-Präsident wolle zeigen, dass er sich nicht "von Faktencheckern auf der Nase herumtanzen lässt" - selbst wenn die Öffentlichkeit sehe, dass "die Nase eine Pinocchio-Nase ist". Trump wüte wie ein Vierjähriger, ein Verhalten, das Skudlarek als "würdelos" bezeichnet. Soziale Medien sollten öfter Informationen zu irreführenden Aussagen Trumps ergänzen.
volksverpetzer.de, turi2.de (Background)

Social-Media-Dekret: Trump droht Twitter & Co mit Klagen.

Persönliche Fehde: US-Präsident Donald Trump sagt seinem Lieblings-Sprachrohr Twitter den Kampf an. Am Abend hat Trump ein Dekret unterzeichnet, mit dem er soziale Netzwerke stärker regulieren will. Die US-Telekommunikations­aufsicht FCC soll die bisherige Regelung prüfen und überarbeiten, dass Online-Dienste nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte wie Kommentare und Videos haftbar gemacht werden können. Die als "Section 230" bekannte Regelung erlaubt den Plattformen zudem, gegen bestimmte Inhalte oder Nutzer*innen vorzugehen, etwa sie zu löschen. Diese Privilegien könnten durch Trumps Vorstoß kippen. Auch eine mögliche Zerschlagung der Konzerne bringt Trump ins Gespräch.

Offiziell begründet Trump seinen Schritt mit dem Schutz der Meinungsfreiheit: Die Plattformen seien nicht länger neutral, sondern betrieben politischen Aktivismus. Konkreter Auslöser dürfte sein, dass Twitter zwei Tweets von ihm als irreführend markiert hat. Rechtsexpert*innen bezweifeln, dass Trumps Vorgehen juristisch stichfest ist. (Foto: Evan Vucci / AP Photo / Picture Alliance)
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, spiegel.de, cnn.com, turi2.de (Background)

Roland Tichy siegt vor dem Oberlandesgericht im Streit gegen Correctiv.

Correctiv durfte im Auftrag von Facebook einen Beitrag von "Tichys Einblick" aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mit dem Stempel "teils falsch" versehen, urteilt das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die Darstellung einer Faktenprüfung auf Facebook dürfe nicht "missverständlich" sein. Über die Rechtmäßigkeit von Faktenprüfungen auf Facebook im Allgemeinen habe das Gericht aber nicht geurteilt.
faz.net, turi2.de (Background)

“WSJ”: Facebook hat interne Warnungen ignoriert, sein Algorithmus sorge für Spaltung.


Teile und herrsche: Facebook hat sich seit 2016 offenbar bewusst entschieden, nicht gegen die Spaltungen vorzugehen, die sein Algorithmus begünstigt, berichtet das "Wall Street Journal". Damals habe ein interner Report herausgestellt, dass 64 % der Nutzer*innen, die einer extremistischen Gruppe auf Facebook beigetreten sind, dies aufgrund des Empfehlungssystems getan haben. 2018 gab es einen weiteren internen Bericht für die Facebook-Führungskräfte, der u.a. herausstellte, dass der Algorithmus "die Anziehungskraft des menschlichen Gehirns auf Spaltung" nutze. Dennoch stoppten Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Policy-Chef Joel Kaplan verschiedene Projekte, die einer Spaltung der Nutzerschaft entgegen wirken sollten.

Ihr Motiv war offenbar Angst, die Zahl der Interaktionen könnte dadurch sinken. Entwickler*innen sollen u.a. vorgeschlagen haben, den Einfluss von Accounts, die besonders häufig Inhalte teilen, zu reduzieren. Kaplan befürchtete jedoch, dies würde vor allem rechte Nachrichtenseiten und deren Fans treffen. Auch das Projekt "Common Ground", in dem Nutzer unterschiedlicher Strömungen zusammengeführt werden sollten, stoppten Kaplan und Zuckerberg. Guy Rosen, Vice President Integrity bei Facebook, verteidigt die Entscheidungen in einem Tweet.
wsj.com (Paid), theverge.com, businessinsider.com, twitter.com/guyro (Reaktion Facebook), turi2.de (Background)