Debatte: Bilder vom Ukraine-Krieg tragen zur Eskalation bei, sagt Katharina Körting.

Aggressives Teilen: Bilder von zerbombten Straßen in der Ukraine oder getöteten Zivilisten sind "gefährliche Kriegstreiber", deren "Zweischneidigkeit" man sich bewusst sein sollte, schreibt Katharina Körting im "Freitag". Sie ruft zur Zurückhaltung beim Teilen solcher Bilder in den sozialen Medien auf, denn der Algorithmus "trägt zur Eskalation in den Köpfen bei".
freitag.de

Lese-Tipp: Warum das Metaverse nicht die Lösung für Facebooks Probleme sein wird.

Lese-Tipp: Die heutigen Probleme von Facebook könnten sich beim Metaverse wiederholen, schreibt Jakob von Lindern (Foto) bei "Zeit Online". Fake-News, Radikalisierung und intransparente Algorithmen würden nicht einfach verschwinden. Kritiker wie der New Yorker Wirtschaftsprofessor Scott Galloway glauben, dass das "Zuckerverse" scheitern wird. Die Oculus, das VR-Headset von Meta, werde der "Hardware-Fehlschlag des Jahrzehnts". Whistleblowerin Frances Haugen plädiert dafür, zu limitieren, wer Postings teilen kann – dadurch würde die Desinformation um "10 bis 15 Prozent" verringert.
zeit.de (Paid)

Australische Aufsichtsbehörde verklagt Meta wegen Anzeigen für Krypto-Währung.

Betrugsverdacht: Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC eröffnet ein Verfahren gegen den Facebook-Betreiber Meta, weil dieser betrügerische Anzeigen für Krypto-Währung geschaltet hatte. Die Anzeigen hatten prominente australische Persönlichkeiten gezeigt, die angeblich für Investitionen in Kryptowährungen warben. Darüber landeten Nutzerinnen auf einer Seite, auf der sie sich anmelden und Geld in gefälschte Systeme einzahlen sollten. Die ACCC wirft Meta vor, davon gewusst und keine ausreichenden Schritte dagegen unternommen zu haben.
handelsblatt.com

Meta löscht Deepfake-Video über Selenskyj.

Gefährliche Fälschung: Facebook-Mutter Meta löscht nach eigenen Angaben ein Deepfake-Video von Wolodymyr Selenskyj. In dem technisch manipulierten Video wurde dem ukrainischen Präsidenten eine Erklärung in den Mund gelegt, in der er die Ukrainer zur Kapitulation aufruft. Das unscharfe Video sei zwar kein sonderlich gut gemachter Fake, habe sich aber in Foren und Netzwerken verbreitet. Selenskyj hatte das Video bei Instagram als "kindische Provokation" bezeichnet.
spiegel.de, twitter.com (Video), twitter.com (Erklärung Meta)

Google und Meta gehen im Streit um das NetzDG in die nächste Runde.

Facebook und GoogleEinspruch: Google und Meta legen beim Ober­verwaltungs­gericht Münster Beschwerde gegen eine Eil-Entscheidung des Verwaltungs­gerichts Köln vor. Anfang März hatte das Gericht den Konzernen im Streit über das neue NetzDG teilweise recht gegeben. Offen ist noch, ob die Betreiber sozialer Netzwerke dazu verpflichtet sind, auf Antrag betroffener Nutzerinnen ihre Lösch­entscheidungen zu überdenken.
horizont.net, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie Trolle auf den Philippinen Facebook austricksen.

Lese-Tipp: David Pfeifer (Foto) beschreibt in der "Süddeutschen", wie der Präsidentschaftswahlkampf auf den Philippinen von einer "riesigen Troll-Armee" im Internet bestimmt wird. Selbst Fakten-Checks von Facebook könnten nicht mehr viel dagegen ausrichten – teilweise würden schon suggestive Überschriften reichen, damit ein Gerücht bei den Userinnen hängen bleibt. Inzwischen sei eine "internationale Schattenindustrie" entstanden, vermutet Daten-Analyst Cleve Arguelles aus Manila.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Magazin Upload erklärt das Metaverse.

Lese-Tipp: Im Magazin "Upload" erklärt Jan Tißler Contentschaffenden, wie das Metaverse funktoniert: Die virtuelle, dreidimensionale Umgebung soll laut Marc Zuckerberg wichtiger werden als das Mobile Web. "Sehr mutig", findet das Tißler – und erklärt trotzdem, warum es sinnvoll ist, bei den zu erwartenden Entwicklungen in den nächsten Jahren auf dem Laufenden zu bleiben: Wer seine Inhalte von vorneherein "modular und fließend" denke, habe es leichter, auf Metaverse-Anwendungen zu reagieren.
upload-magazin.de

Debatte: Im Informationszeitalter sind IT-Konzerne zu Kriegsparteien geworden.

Informationsmacht: Die großen Tech-Konzerne können sich im Krieg nicht neutral verhalten, findet der Digital-Experte Richard Gutjahr – sie sind "im Informations­zeitalter selbst zu Kriegsparteien geworden". Apple, Google, Twitter und Co. seien keine Unternehmen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr supranationale Organisationen, "deren Produkte zu strategischen Waffen geworden sind und deren Entscheidungen weltpolitisches Gewicht haben." Es sei scheinheilig, wenn zum Beispiel Apple-CEO Tim Cook Ukraine-Farben trage, die Karten-App aber die Krim immer noch zu Russland zähle.
rp-online.de

EU-Kommission leitet Kartell­verfahren gegen Meta und Google ein.

Unter einer Decke: Die EU-Kommission leitet gegen Meta und Google ein Kartell­verfahren ein. Die Unternehmen sollen sich bei der Online-Werbung abgesprochen haben. Facebook nimmt seit 2018 an Anzeigen-Auktionen auf einer Google-Plattform teil. Die EU-Kommission vermutet, das solle andere Anzeigen-Plattformen schwächen "oder gar vom Markt zu verdrängen".
faz.net, meedia.de

Facebook lässt keine russischen Werbeanzeigen mehr zu.

Facebook: Nach der Sperre durch Russland schließt das soziale Netzwerk das Land von seinem weltweiten Werbesystem aus. Sowohl im eigenen Land als auch international können russische Werbekunden somit keine Anzeigen mehr auf der Plattform schalten. Am Freitag hatte die Medienbehörde Roskomnadsor Facebook gesperrt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Russland blockiert Facebook und Twitter.


Daumen runter: Russland geht weiter rigoros gegen die wenigen noch verbliebenen freien Medien vor. Nun geht es auch den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter an den Kragen, beide Plattformen sind ab sofort für russische Nutzerinnen gesperrt. Der Facebook-Bann sei eine Reaktion auf die Sperre russischer Medienseiten, teilt die Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor mit. Seit Oktober 2020 habe man 26 Fälle von "Diskriminierung russischer Medien und Informationsangebote durch Facebook" registriert. Vor einer Woche hatte die Behörde schon den Zugang zu Facebook erschwert und die Geschwindigkeit gedrosselt.

Millionen Menschen würden durch die Facebook-Blockade von verlässlichen Informationen abgeschnitten, kritisiert Facebook-Manager Nick Clegg den Vorgang. Man werde "alles dafür tun", um die Dienste wiederherzustellen, damit Menschen sich darüber sicher austauschen können.
t-online.de, buzzfeednews.com, twitter.com, turi2.de (Background)
(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com, Avishek Das)

Debatte: Regierungen nutzen Tech-Giganten als Kriegswerkzeuge, schreibt Jannis Brühl.

"Splinternets": Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass Google "am anderen Ende der Welt in Kämpfe eingreifen kann", schreibt Jannis Brühl in der "Süddeutschen Zeitung". Auf Bitten der Regierung habe der Konzern das Feature "Live-Verkehr" in der Ukraine abgestellt. Dieses "zensieren, drosseln, abschalten" von Tech-Giganten könne letztendlich zum "Zersplittern" des Internets und einer Art "Social-Media-Kriegswirtschaft" führen.
sueddeutsche.de (Paid)

NetzDG verstößt teils gegen EU-Vorschriften.

Keine Preisgabe: Das Kölner Verwaltungsgericht gibt den Eilanträgen von Google und Meta gegen das NetzDG Recht. Paragraph 3a des Gesetzes, der soziale Netzwerke verpflichtet, Hass-Beiträge ans BKA weiterzuleiten, verstoße zum Teil gegen EU-Richtlinien. Die Netzwerke sind nur in ihrem Herkunftsland verpflichtet, Informationen weiterzugeben. Google und Meta haben die Anträge bereits im Juni 2021 eingereicht, TikTok folgte im Januar mit einer Klage.
spiegel.de, taz.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background)

Meta und TikTok schränken russische Staatsmedien ein.

Plattform-Blockade: Meta und TikTok schränken in der EU den Zugang zu Inhalten von RT und Sputnik ein. Facebooks Politik-Chef Nick Clegg hat in der Nacht zum Dienstag auf Twitter geschrieben, der Konzern habe "von einer Reihe von Regierungen und der EU" Anfragen erhalten, Schritte gegen russische Staatsmedien zu unternehmen. Auch ein TikTok-Sprecher bestätigt das Vorhaben gegenüber dem "Wall Street Journal".
horizont.net

Twitter kennzeichnet Tweets, die Links zu russischen Staatsmedien enthalten.

Twitter will Tweets, die Links zu russischen Staatsmedien enthalten, mit einem entsprechenden Hinweis labeln. Zudem will der Kurznachrichten-Dienst die Sichtbarkeit dieser Posts reduzieren. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine registriere Twitter täglich mehr als 45.000 Tweets, in denen Userinnen Links von kremlnahen Medien teilen. Derweil schränken Facebook und Instagram den Zugang zu Seiten von RT und Sputnik ein.
reuters.com, techcrunch.com, rnd.de

Facebook und Twitter schränken russische Staatsmedien ein.

Facebook will russische Staatsmedien daran hindern, weltweit Werbeanzeigen zu schalten, schreibt Facebook-Sicherheitschef Nathaniel Gleicher auf Twitter. Derweil blockiert Twitter Werbeanzeigen in Russland und in der Ukraine. Zuvor hatte Russland den Zugang zu Facebook teilweise einschränken und die Geschwindigkeit drosseln wollen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Russland will den Zugang zu Facebook einschränken.

Russland will den Zugang zu Facebook teilweise einschränken und die Geschwindigkeit drosseln. Die Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor wirft Meta vor, mit der Sperrung russischer Facebook-Auftritte "grundlegende Menschenrechte und Freiheiten sowie Rechte und Freiheiten russischer Bürger" verletzt zu haben. Facebook habe die Seiten der Staatsagentur Ria Nowosti und des Senders Swesta gesperrt.
t-online.de

Zitat: Richard Gutjahr kritisiert Facebooks Daten-Hunger.

"Über all die Jahre hat der Konzern digitale Kopien von uns erschaffen, die wie Legehennen in gigantischen Serverfarmen in den USA gehalten werden."

Tech-Experte und Journalist Richard Gutjahr schreibt im "Focus", er könne heute nicht mehr über die "Spionage-Maschine" Facebook lachen: Der Konzern erschleiche sich schließlich sogar Menstruations-Daten von Frauen und Mädchen.
"Focus" 08/2022, S. 27 (Paid)

Whistleblower reichen Beschwerde gegen Facebook wegen Täuschung von Investoren ein.

Fake-News-Fiasko: Zwei Whistleblower reichen in den USA Beschwerde gegen die Facebook-Mutter Meta ein. Laut "Washington Post" habe das Unternehmen Investoren gegenüber falsche Angaben über die Bekämpfung von Falschinformationen zu Klimawandel und Covid-19 auf der Plattform gemacht. Die Fake News seien nicht so strikt bekämpft worden, wie Facebook versprochen hatte. Die Whistleblower werden von der Organisation der ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen vertreten.
washingtonpost.com, cnet.com

Meta fällt aus Top 10 der wertvollsten Unternehmen.

Bye bye Billion: Facebook-Mutter Meta zählt laut Bloomberg nicht mehr zu den zehn wertvollsten Unternehmen weltweit. Der Marktwert liegt aktuell nur noch bei 565 Mrd US-Dollar. Nach dem Börsensturz Anfang Februar landet das Unternehmen damit nur noch auf Platz 11. Meta galt noch im September 2021 als das sechstgrößte Unternehmen mit einer Bewertung von über 1 Billion Dollar.
bloomberg.com via onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Meta: Ex-Vizepremier Nick Clegg wird zum President of Global Affairs befördert.

Meta befördert Nick Clegg, Leiter der Unternehmens-Kommunikation, zum President of Global Affairs. Mark Zuckerberg will sich im Gegenzug stärker auf die "Entwicklung neuer Produkte für die Zukunft" fokussieren. Weiterhin soll Clegg sich vor allem um politische Angelegenheiten bei Meta kümmern. Clegg war von 2010 bis 2015 UK-Vize-Premierminister.
reuters.com, theverge.com, spiegel.de

Texas verklagt Meta wegen der einstigen Gesichtserkennungs-Funktion.

Meta: Der US-Bundesstaat Texas reicht Klage gegen den Facebook-Konzern ein. Facebook habe bei seiner bis Ende 2021 angewandten Gesichtserkennungs-Technologie bei Fotos keine ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen eingeholt und damit gegen ein texanisches Gesetz zur Sammlung biometrischer Daten verstoßen. Rund 35.000 Dollar Strafe pro Nutzerin verlangt der Generalstaatsanwalt von Meta – bei schätzungsweise 20,5 Mio Userinnen. Meta weist die Vorwürfe zurück und will dagegen vorgehen.
t-online.de

Lese-Tipp: Blind gibt Einblicke in die Arbeitswelt der Tech-Konzerne.

Lese-Tipp: Über die App Blind tauschen sich Beschäftigte von Amazon, Meta, Google und Co. über ihre Arbeit aus. Michael Moorstedt klickt sich durch diese "Echokammer der Privilegierten und Besserverdienenden" und gibt Einblicke in die Gedanken, Sorgen und Selbstzweifel der Digitalmanagerinnen – die Blind wiederum auswertet und an deren Arbeitgeber verkauft.
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Virtuelle Belästigung fühlt sich echt an, berichtet Eva Wolfangel.

Hör-Tipp: Nach sexuellen Übergriffen richtet Meta einen Mindestabstand im Metaverse ein. Auch Tech-Journalistin Eva Wolfangel hat bereits Belästigung auf einer VR-Plattform erlebt. "Es fühlt sich nicht an wie ein Avatar, sondern wie der eigene Körper", sagt sie bei DLF Kultur. Man spüre es nicht körperlich, aber die Empfindungen seien ähnlich wie bei einem Angriff in der echten Welt.
ardaudiothek.de (17-Min-Audio), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Das Metaversum wird “das nächste große Ding”.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" nimmt die Verheißungen des Metaversums genauer unter die Lupe und kommt zu dem Schluss: Es wird "das nächste große Ding". Bis dahin werde aber noch viel Zeit vergehen und "zwangsläufig auch Erwartungen enttäuscht". Schätzungen zufolge bräuchte es für die virtuelle Welt eine 1.000 Mal höhere Rechenleistung als derzeit weltweit verfügbar. Bei den Kosten für den Aufbau stoße auch der Meta-Konzern an seine Grenzen. Noch ist das Metaversum daher ein "Reich der Prototypen". Um die menschlichen Sinne zu täuschen, "darf sich der Rechner keine Verzögerungen leisten".
handelsblatt.com (Paid)

Update: Facebook widerspricht Rückzugsplänen aus Europa.

Will bleiben: Facebook-Mutter Meta widerspricht Berichten, der Konzern drohe mit einer Abschaltung seiner Plattformen in Europa. Es handele sich vielmehr um eine "Warnung" über Risiken rund um das Thema Data Transfers. Meta habe "weder den Wunsch noch die Absicht", sich aus Europa zurückzuziehen, sagt eine Pressesprecherin. Allerdings seien viele Unternehmen auf den Datentransfer zwischen der EU und den USA angewiesen, "um globale Dienste anbieten zu können". Der Konzern habe sich an die europäischen Vorschriften gehalten, beobachte die "Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere europäischen Entwicklungen" aber genau.
per Mail, turi2.de (Background)

US-Investor Peter Thiel kehrt Facebook-Konzern Meta den Rücken.

Rückzug: Tech-Unternehmer und Milliardär Peter Thiel verlässt den Aufsichtsrat von Facebook im Mai, teilt der Meta-Konzern mit. Thiel war einer der ersten Facebook-Investoren, 2005 investierte er 500.000 Dollar in das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg. Laut der "NYT" zieht sich Thiel zurück, weil er im kommenden Jahr die politische Agenda von Donald Trump unterstützen wolle.
deraktionaer.de, nytimes.com

Debatte: Eine Facebook-Abschaltung in der EU ist sehr unwahrscheinlich, meint Holger Schellkopf.

Leere Drohung? Die Drohung von Meta, seine Plattformen Facebook und Instagram in Europa abzuschalten, ist "Theaterdonner", schreibt t3n-Chefredakteur Holger Schellkopf. Bereits Ende 2020 habe der Facebook-Konzern laut darüber nachgedacht, sich aus der EU zurückzuziehen – passiert sei aber nichts, "obwohl sich die Grundlagen für die Datenverarbeitung eher verschlechtert als verbessert haben". Zudem habe Meta "sicher nur wenig Lust darauf, der rasant wachsenden chinesischen Konkurrenz quasi per Freiticket den europäischen Markt zu überlassen".
t3n.de, turi2.de (Background)

Meta droht mit Abschaltung von Instagram und Facebook in Europa.

Meta-Aus: Der Facebook-Konzern Meta droht, seine Plattformen in Europa abzuschalten, berichtet die Nachrichten-Website Mashable. Die Datenschutz-Regeln der EU mache es dem Unternehmen schwer, "sein Geschäft auf dem Kontinent auszuüben", schreibt Meta demnach in einem Bericht an die US-Börsen­aufsichts­behörde SEC. Dabei geht es um den Austausch von Nutzerdaten zwischen Servern in der EU und den USA. Der Europäische Gerichtshof hatte den EU-US Privacy Shield, auf dem die Regelung basiert, im Juli 2020 für ungültig erklärt. Demnach dürfen personenbezogene Daten nicht mehr ohne Prüfung in die USA übermittelt werden.
mashable.com via meedia.de, t-online.de, turi2.de (Background)

Update, 8.2.: Facebook widerspricht den Absichten und sagt, das Unternehmen habe "weder den Wunsch noch die Absicht", sich aus Europa zurückzuziehen. Die "Realität" allerdings sehe so aus, dass Meta und andere Konzerne und Organisationen auf den Datentransfer zwischen der EU und den USA angewiesen seien. Meta habe sich an die europäischen Vorschriften gehalten, beobachte aber "wie mehr als 70 andere Unternehmen" auch, die "möglichen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere europäischen Aktivitäten genau".

Nach Belästigungs-Beschwerden: Meta führt im Metaverse einen Mindestabstand ein.

Sicherheitsabstand: Facebook-Mutter Meta zieht Konsequenzen nach sexuellen Übergriffen in seinem Metaverse einen Mindestabstand von rund 1,2 Metern zwischen den Nutzerinnen ein. Sobald jemand versuche, die persönliche Grenze zu überschreiten, stoppe das System die Vorwärtsbewegung der Avatare, teilt der Konzern mit. Zuvor hatte es Berichte über Belästigungen in Metas VR-Netzwerk Horizon gegeben.
golem.de, techcrunch.com, turi2.de (Background)

Maue Quartalszahlen lassen die Meta-Aktie um mehr als 20 % fallen.

Meta enttäuscht die Anlegerinnen mit den Zahlen des Schlussquartals 2021, die Aktie fällt nachbörslich zeitweise um mehr als 20 %. Bei Facebook geht die Zahl der täglichen aktiven Nutzerinnen demnach von 1,93 Mrd auf 1,929 Mrd leicht zurück, im Vorjahres-Quartal lag das Plus noch bei 25 Mio. Analystinnen waren von 1,95 Mrd Userinnen ausgegangen. Der Konzern-Umsatz klettert im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 33,7 Mrd Dollar, der Gewinn sinkt um 8 % auf 10,3 Mrd Dollar.
focus.de

Debatte: Das Metaverse hat schon jetzt eine Rape Culture, schreibt Philipp Bovermann.

Virtuelle Schattenseiten: Das Metaverse vom Facebook-Konzern Meta ist noch nicht einmal da und hat trotzdem schon eine Rape Culture, schreibt Philipp Bovermann in der "Süddeutschen Zeitung". In virtuellen Online-Welten herrsche schon jetzt eine Kultur virtueller sexueller Übergriffe gegen Frauen, wie Berichte und Studien zeigen. "Man sagt sich: Das ist nicht echt, das ist nicht echt. Aber so fühlt es sich nicht an", beschreibt die Soziologin Katherine Cross derartige Vorfälle.
sueddeutsche.de (Paid)

EU nimmt WhatsApp-AGBs ins Visier.

Klärungsbedarf: Die EU und Verbraucherschützer haben WhatsApp zu verständlichen Datenschutzregeln und AGBs aufgefordert. Bis Februar soll der Nachrichtendienst erklären, wie er seine Nutzungsbedingungen mit geltendem EU-Verbraucherschutzrecht in Einklang zu bringen gedenkt. Datenschützer kritisieren vor allem den undurchsichtigen Austausch personenbezogener Daten und die Art, wie WhatsApp die Zustimmung der umstrittenen AGBs von Nutzerinnen einfordert.
sueddeutsche.de, derstandard.deturi2.de (Background)

Zahl des Tages: ARD gewinnt im Social Web an Bedeutung.

Zahl des Tages: ARD-Videos wurden vergangenes Jahr über 8,3 Mrd Mal auf YouTube und Facebook gestreamt. Die Zahl der Social-Media-Interaktionen von ARD-Angeboten ist laut eigenen Angaben 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 563 Mio auf 753 Mio gestiegen. Likes, Kommentare und geteilte Inhalte auf Instagram nehmen besonders stark zu.
ard.de

Meta darf CRM-Startup Kustomer unter Auflagen übernehmen.

Genehmigt: Die EU-Wettbewerbshüter erlauben Meta die Übernahme des Chatbot-Anbieters Kustomer. Meta muss aber konkurrierenden und neuen Anbietern "bestimmte Zugänge gewährleisten". Damit gäbe es "keinen Anlass mehr zu wett­bewerbs­rechtlichen Bedenken". Die EU-Kommission hatte Einsprüche gegen den Kauf, weil er den Wettbewerb einschränken könnte.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Facebook verliert im Streit um Klarnamenpflicht.

Alt gegen Neu: Facebook-Nutzerinnen, die seit langem bei der Plattform angemeldet sind, dürfen weiterhin Pseudonyme nutzen, entscheidet der Bundes­gerichts­hof. Facebook hatte zwei Accounts gesperrt, weil die Fantasienamen gegen Richtlinien verstießen. Das EU-Datenschutzrecht von 2018 würde zwar nicht zu Realnamen verpflichten, die Richter haben die Fälle aber nach "alter Rechtslage" entschieden.
handelsblatt.com

Facebook-Digitalwährung Diem ist wohl gescheitert.

Facebook: Die Digital-Währung Diem steht offenbar vor dem Aus, berichtet Bloomberg. Demnach erwägt das Prestige-Projekt von Mark Zuckerberg, das 2019 unter dem Namen Libra gestartet war, den Verkauf seines Inventars an die Investoren. Facebooks Pläne für die eigene Währung hatten weltweit zu Widerstand in Politik und Wirtschaft geführt. Krypto-Chef David Marcus ist Ende 2021 gegangen.
bloomberg.com, t-online.de

“SZ”: Facebook bewirbt weiterhin politische Gruppen.

Broken promise: Facebook schlägt Nutzerinnen weiterhin politische Gruppen vor, obwohl Mark Zuckerberg diese Praxis vor einem Jahr abschaffen wollte, ergeben Recherchen von "Süddeutscher Zeitung" und "The Markup". Das Netzwerk empfiehlt demnach weiterhin "radikale und verschwörungs­ideologische Gruppen", beispielsweise von "Flat Earthern". Facebook begründete diese Fälle mit "technischen Hindernissen".
sueddeutsche.de

Facebook-Mutter Meta stellt einen KI-Supercomputer für sein Metaverse vor.

Superschlau und superschnell: Facebook-Konzern Meta nimmt einen neuen Supercomputer in Betrieb, der bei der Forschung zur Künstlichen Intelligenz dienlich sein soll. Voraussichtlich im Sommer soll der "AI Research SuperCluster" voll ausgebaut und dann der schnellste KI-Rechner der Welt sein. Mit dem "RSC" will Meta vor allem sein Prestige-Projekt Metaverse voranbringen. Künftig könnten damit z.B. Simultanübersetzungen in Videokonferenzen oder Spielen möglich sein.
faz.net, t-online.de, ai.facebook.com

“Spiegel”: Viele Facebook-Kommentatoren unter AfD-Beiträgen sind Fakes.


Digitaler Scheinriese: Rund ein Drittel der Top-Kommentatoren auf Facebook-Seiten der AfD sind höchst­wahrscheinlich Fakes oder "unauthentische Nutzer", ergibt eine Analyse des "Spiegels". Die Profile sind demnach "Teil einer Phantomtruppe", die der Partei "einen unfairen Vorteil" im sozialen Netzwerk verschafft, schreiben Maik Baumgärtner, Roman Höfner, Ariane Fries und Ann-Katrin Müller. Das Magazin hat gemeinsam mit der Initiative Reset Daten von über 700 Facebook-Seiten der AfD gesammelt und daraus stichprobenartig 150 Profile untersucht. Viele von ihnen posten und kommentieren "zu viel und zu schnell", was auf eine Software oder eine Firma im Hintergrund hinweist. Auch seien die Namen der Accounts oftmals nicht auf reale Personen zurückzuführen, oder sie sitzen im Ausland.

Der Facebook-Algorithmus belohnt Beiträge mit vielen Kommentaren mit mehr Sichtbarkeit. Die Fake-Profile beeinflussen demnach den "politischen Diskurs der Plattform". Eine Facebook-Sprecherin sagt, das Unternehmen lösche Fake Accounts, wenn die Mitarbeiterinnen "darauf aufmerksam werden". Ob die AfD gesondert vom Netzwerk geprüft werde, beantwortet sie nicht. Die AfD selbst entgegnet, die Recherche entbehre "jeglicher Grundlage", gibt aber gleichzeitig zu, dass auf ihren Kanälen auch Menschen "mit einem Phantasienamen" kommunizieren. (Foto: Thomas Trutschel / Photothek / Picture Alliance)
"Spiegel", S. 36 (Paid)

dpa übernimmt die Kuratierung von Facebook News.

Facebook-Updayte: Die Deutsche Presse-Agentur kuratiert ab 1. April die Inhalte für Facebook News. Wie Meta mitteilt, ist dies das Ergebnis eines Auswahlverfahrens, nachdem der bisherige Kurator, Springers Upday, seinen Rückzug angekündigt hatte. Die Nachrichtenagentur sei durch ihre Unabhängigkeit “prädestiniert” für Facebook News, sagt Geschäftsführer Peter Kropsch. Die Leitung des neuen dpa-Teams übernimmt Christian Röwekamp (Foto), der bisher noch Leiter der Themendienst-Redaktion ist. Er und seine Kolleginnen werden Inhalte von deutschen Medienhäusern veröffentlichen, die nach journalistischen Kriterien ausgewählt werden. Da sie gleichzeitig den Facebook-Richtlinien entsprechen müssen, stellt Meta ihnen ein Team zur Seite.

Seit dem Deutschland-Start im Mai 2021 lag die Themen-Auswahl bei Upday. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hatte seinen Präsidenten und Springer-Chef Mathias Döpfner dafür kritisiert. Der Verband befürchtete, dass Upday hauseigene Titel wie "Bild" und "Welt" bevorzugen würde. Im September 2021 zog Döpfner das Mandat von Upday zurück und erklärte, er wolle mit dem Schritt "weitere Irritationen" vermeiden.

Facebook News bietet persönlich zugeschnittene Inhalte aus aktuellen Nachrichten und Vorschlägen, die auf dem Verhalten der Nutzerinnen basieren. Bereits seit Ende März 2019 arbeitet die dpa mit Facebook zusammen, um gegen Fake News auf der Plattform vorzugehen. (Foto: dpa / Dominic Lipinski / PA Wire / Picture Alliance, Montage: turi2)
presseportal.de, about.fb.com, turi2.de (Background)