Was nichts kostet, ist auch nichts: Carsten Knop über Bezahl­schranken für sinn­stiftenden Journalismus.


Geldwerte Werte: Mit der zunehmenden Bereit­schaft der Leserinnen, für Qualitäts­­journalismus Geld zu zahlen, holt sich der Journalismus die Hoheit über seine Vertriebs­kanäle von Plattformen wie Facebook & Co zurück, schreibt Carsten Knop. Der “FAZ”-Herausgeber beobachtet, “dass es ein Wert auch für die Orientierung im eigenen Leben sein kann”, wenn Medien die Vielfalt der Informationen ordnen, Inhalte sortieren und über “Bedeutung und Publikations­­würdigkeit” entscheiden. turi2 veröffentlicht seinen Beitrag in Kooperation mit Republic, dem gemeinsamen Vermarkter der “FAZ” und der “Süddeutschen Zeitung”. Weiterlesen >>>

Hör-Tipp: Zeitungen müssen auf TikTok vertreten sein, ist die “FAZ” überzeugt.

Hör-Tipp: Jedes Zeitungs-Thema hat das Potenzial, "auf TikTok viral zu gehen", ist die Social-Media-Redakteurin der "FAZ", Aylin Güler, überzeugt. Die Redaktion könne zum Beispiel fünf Fakten über den Ukraine-Krieg in einem Video aufbereiten. Die Zeitung hat seit Kurzem einen TikTok-Kanal, für den die "FAZ" mehrere neue junge Mitarbeitende eingestellt hat, erzählt Herausgeber Carsten Knop im hauseigenen "Digitec"-Podcast.
faz.net (41-Min-Audio), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Christian Drosten vermisst den Lerneffekt aus der Corona-Krise.

Hör-Tipp: Virologe Christian Drosten konstatiert im "FAZ"-Podcast, dass Deutschland in der Forschungspolitik nicht die richtigen Rückschlüsse aus der Corona-Krise gezogen hat, auch weil der Ukraine-Krieg die Prioritäten ändert. Er befürchtet Einsparungen in der Forschung und einen langen Corona-Winter "mit vielen Arbeitsausfällen".
faz.net (31-min-Audio)

Infoquelle Influencer: Johanna Christner über die neue manipulative Marktmacht.


Politfluencer: Der Einsatz von Influencer-Marketing gehört dieser Tage zu jeder breit­gefächerten Kommunikations­strategie. Auch die Politik profitiert von dem Geschäft mit jungen, vertrauensstiftenden Gesichtern. Doch jene Macht kann missbraucht werden – wenn sie in die falschen Hände fällt, schreibt Johanna Christner, Redakteurin im “FAZ”-Ressort “Deutschland und die Welt”. turi2 veröffentlicht ihren Beitrag in Kooperation mit Republic, dem gemeinsamen Vermarkter der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” und der “Süddeutschen Zeitung”. Das komplette Magazin Republic Media zum Thema “Sinn” können Sie gratis herunterladen oder kostenfrei gedruckt bestellen. Weiterlesen >>>

“FAZ”-Tochter Fazit kümmert sich um Multimedia-Inhalte des Goethe-Instituts.

Goethe 2.0: Die "FAZ"-Tochter Fazit baut für das Goethe-Institut eine Multimedia-Redaktion auf. In den kommenden Jahren seien journalistische Inhalte für alle digitale Ausspielkanäle geplant, z.B. Multimedia-Reportagen, Live-Formate für soziale Medien und 360-Grad-Videos. Bereits umgesetzt seien eine Video-Serie zum Thema Postkolonialismus sowie ein Video-Projekt zum Thema Grundeinkommen.
fazit.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 18: FAZ Frühdenker.


1. April 2021: "FAZ Frühdenker" positioniert sich als Teaser fürs Bezahlen.

Die "FAZ" überarbeitet ihren "Newsletter für Deutschland" und benennt ihn um in FAZ Frühdenker. Neue Abonnentinnen erhalten ihn nur noch drei Monate lang kostenlos, danach werden sie aufgefordert, ein Abo abzuschließen. Die "FAZ" will so "das Paradigma durchbrechen, dass Nachrichten-Newsletter grundsätzlich kostenlos sind".

Das dürfte ein Trend werden im Rahmen der Paid-Strategien: Jahrelang wollten die Verlage mit ihren Newslettern hauptsächlich Appetit auf Bezahl­produkte wie die Zeitung oder ein Digital-Abo zu machen, jetzt sehen sie ihre Newsletter selbst als Produkt und versehen sie mit einem Preisschild.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 10: SZ/FAZ.


Ab März 2015: "Süddeutsche" und "FAZ" wachen etwas später auf

Acht Jahre nach turi2 und Politico beginnen auch die saturierten Nicht-Frühaufsteher von "Süddeutscher Zeitung", "FAZ" und "Spiegel" aufzuwachen: Im März 2015 startet Digitalchef Stefan Plöchinger bei der "Süddeutschen Zeitung" den Morgen-Newsletter "SZ Espresso", im Juni folgt die "FAZ" mit der "Hauptwache".
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Newsletter-Promi-Tipp von Ingo Müller.

Newsletter-Promi-Tipp: Ingo Müller, Geschäftsführer des Vermarkters Republic von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", lässt sich mit Rezepten vom "SZ-Magazin" inspirieren und schätzt die internationale Perspektive des "Economist". Als Geheimtipp empfiehlt er den Newsletter von Marketing-Guru Scott Galloway.

Mein Lieblings-Morgen-Newsletter?
Der Tag startet bei mir, wie sollte es anders sein, mit einem Produkt aus dem Portfolio der REPUBLIC: Dem FAZ Frühdenker – wahlweise und je nach Nutzungssituation wahlweise als Newsletter oder gerne auch als Podcast.

Was schätze ich daran?
Die immer kompakte und prägnante Einordung zu den wichtigsten Themen des Tages.

Die wichtigsten Newsletter für mich?
Für mich gibt es nicht DEN wichtigsten Newsletter – ich nutze in der Tat auch beruflich bedingt sehr viele aus dem Segment der Qualitäts­medien um den Markt­überblick zu behalten. Ergänzt natürlich durch die für unser Geschäft wichtigen Newsletter, wie auch turi2. Immer spannend finde ich die internationale Perspektive des Economist und für meine Inspiration und Leidenschaft Das Rezept vom "SZ-Magazin".

Mein Newsletter-Geheimtipp?
No Mercy / No Malice von Scott Galloway.

Das wünsche ich turi2 zum 15. Geburtstag:
Weiter so! Mit dem erfolgreichen Mix aus Print und Digital.

Die Promi-Tipps erscheinen im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: RT-Verbot steht einer Demokratie trotz aller Kritik gut an, findet Michael Hanfeld.

Mediale Schlechtwetterfront: Die Kritik am Verbot von RT mit Verweis auf Staatsferne und Rechtsstaatlichkeit einer Demokratie, sei zwar recht und billig. Allerdings stehe es einer Demokratie auch gut an, Medien, die Gehirnwäsche betreiben, Krieg verherrlichen und nonstop Lügen verbreiten zu unterbinden, findet Michael Hanfeld mit Blick auf die Kritik des Hamburgs Mediensenator Carsten Brosda zum Verbot von RT.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Medienhäuser starten Initiative für ukrainische und russische Journalistinnen.


Exil-Hilfe: "Zeit", "FAZ", "Handelsblatt", "Süddeutsche" und "Tagesspiegel" starten eine gemeinsame Initiative, um ukrainische und russische Journalistinnen zu unterstützen. Die Medienhäuser spenden an Reporter ohne Grenzen, vernetzen geflüchtete Journalistinnen und stellen ihnen Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung. "Die Hilfe soll den Menschen ermöglichen, ihre Arbeit im Exil oder vor Ort fortzusetzen", heißt es in der Mitteilung.

Die Leitungen der Medienhäuser stimmen überein, dass ohne freie Presse "Journalismus zur Propaganda" wird. Man wolle deshalb "denjenigen eine Stimme geben, die aufgrund äußerer Aggression ihrer publizistischen Kraft beraubt wurden".

Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagt im Bundestag ebenfalls zu, sich für Arbeits- und Aufnahmemöglichkeiten für bedrohte Journalistinnen beider Länder zu engagieren. Sie arbeite hierfür mit dem Auswärtigen Amt, mit Stiftungen, mit Reporter ohne Grenzen und anderen Organisationen zusammen.
swmh.de, tagesschau.de

Lese-Tipp: Die “FAZ” beleuchtet den “Tiktok-Schreck” Charles Bahr.

Lese-Tipp: Das offensive Social-Media-Verhalten des früheren TikTok-Mitarbeiters Charles Bahr passt "nicht zu der zurück­haltenden Person, die man auf Konferenzen" trifft, zitiert Gustav Theile Branchen­kenner in der "FAZ". Im Artikel Der junge Tiktok-Schreck zeichnet Theile ein wider­sprüchliches Bild des 20-Jährigen, der sich mit seinem früheren Arbeitgeber anlegt.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Um die “öffentliche Meinung” in Russland zu ändern, braucht es mehr Mut, schreibt Berthold Kohler.

Mehr Mut: Um die "öffentliche Meinung" in Russland zu ändern, "müssten viele so mutig sein wie Marina Owsjannikowa", schreibt "FAZ"-Herausgeber Berthold Kohler. Er sagt, die Menschen in Russland werden mit "Kreml-Propaganda bombardiert" und erfahren nicht "die Wahrheit über den Krieg". Sie spüren die Folgen der Sanktionen, scheinen aber "dem Regime zu glauben", der Westen wolle Russland "niederhalten".
faz.net

Die “Rhein Main Zeitung” bekommt eine Übersichtsseite für die Region.

Total regional: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verpasst ihrem Regionalblatt "Rhein Main Zeitung" eine zentrale Startseite für die Berichterstattung aus allen Städten und Gemeinden außerhalb Frankfurts. Die "Seite Drei" soll die Integration von Stadt und Land in der Region in der Zeitung abbilden. Außerdem sei die Internetredaktion für das Rhein-Main-Gebiet erheblich gewachsen.
faz.net

Auch die “FAZ” zieht ihre Korrespondentinnen aus Russland ab.


Rückzug wider Willen: Auch die "FAZ" zieht sich aufgrund des neuen "Fake-News"-Gesetzes aus Russland zurück. Die Korrespondentinnen sollen Moskau "fürs Erste" verlassen, teilt Herausgeber Berthold Kohler mit. Die "FAZ"-Journalistinnen würden nun von einem sicheren Ort aus weiter "nach bestem Wissen und Gewissen" über Russland berichten.

Mit seinen Zensurgesetzen schaffe das Putin-Regime "die letzten Reste der Pressefreiheit in Russland" ab, kommentiert Kohler. Dem Kreml werde es aber nicht gelingen, die Wahrheit zu unterdrücken. Die Zensur-Maßnahmen würden vielmehr offenbaren, wie groß die Angst im Kreml vor der Wahrheit sei.

Seit 1956 hat die "FAZ" eigene Reporterinnen in Moskau. Kohler verweist darauf, dass die Kommunisten im Kreml ausländischen Journalistinnen selbst im Kalten Krieg keine Vorgaben gemacht hätten. Am Wochenende hatten bereits u.a. die BBC, ARD und ZDF sowie CNN ihre Reporterinnen aus Sicherheitsgründen aus dem Land abgezogen. Bis zu 15 Jahren Haft droht Russland denjenigen an, die vermeintliche Falschnachrichten verbreiten. Im Zusammenhang mit der Ukraine sind z.B. Begriffe wie "Angriff", "Invasion" oder "Kriegserklärung" verboten.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: picture alliance / Silas Stein/dpa, Silas Stein)

Porträt: “FAZ”-Herausgeber Carsten Knop.

Hat ein Auge aufs Digitale: Carsten Knop sieht mit nur einem Auge. Er ist "funktionell einäugig", sein räumliches Sehen also eingeschränkt. Nach einem langen Arbeitstag strengt das an. Der Liebe zum Job tut es aber keinen Abbruch.

Schon als Kind druckt Knop "Familienzeitungen" im Büro seiner Mutter. Zum Ende der Schulzeit betreut er die Abizeitung, die "beinahe in einem Skandal endete". Nach dem Studium ist die Freude über ein Volontariat bei der "FAZ" groß. Noch größer die Enttäuschung, als die ihn danach nicht übernimmt. Die nächste Flaute kommt, als er seine Stelle als Wirtschaftskorrespondent in den USA aufgeben muss. Heute weiß er: "Alles ist für etwas gut." So ist der gebürtige Dortmunder zumindest seiner Lieblingsmannschaft näher – dem BVB.

Beruflich findet Knop seinen Platz im Online-Journalismus. Als Digitalchef der "FAZ" hat er sich als Moderator zwischen Online und Print gesehen. Nun, als Herausgeber, moderiert er zwischen Redaktion und Verlag. Das Beste an seinem Job, sagt Knop, sind neben den Kolleginnen und Kollegen die Menschen, die er durch die Arbeit an Geschichten kennenlernen darf. "Zuhören": Das ist sein Rat an alle, ob Anfängerin oder Profi.

Das Leben, glaubt Knop, läuft weder fair noch gradlinig. "Man hat aber immer wieder die Chance, etwas Neues daraus zu machen." Nur die Sehkraft auf dem rechten Auge – die würde er gern verbessern.

Carsten Knop
Geb. 1969 in Dortmund
1993: Volontariat bei der "FAZ"
1996: US-Korrespondent "FAZ"
2007: Leiter Unternehmensberichterstattung
2014: Leiter Wirtschaftsberichterstattung
2018: Chefredakteur Digital
2020: Herausgeber der "FAZ"


Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Debatte: RT inszeniert den Ukraine-Einmarsch so, wie es der Kreml wünscht.

Im Propaganda-Rausch: Der Staatssender Russia Today inszeniert den Ukraine-Einmarsch Russlands exakt so, dass es zu Putins Legende passt, analysiert Michael Hanfeld. Der Angreifer werde zum Opfer und das Opfer zum vermeintlichen Aggressor dämonisiert. RT-Reporter berichten in Helm und Schutzweste aus dem Kriegsgebiet über angebliche ukrainische Angriffe auf zivile Objekte und Zivilisten und behaupten, die Bevölkerung sei "in einem Zustand der Euphorie" dank der Mission zur "Befreiung" des Donbass durch die russische Armee.
faz.net

Diverser als ihr Ruf – Herausgeber Carsten Knop über die Arbeit der “FAZ”.


Frankfurter Allgemeine Zeitungsjobs: "Für mich war Journalismus immer ein Traumberuf", sagt Carsten Knop. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" verrät der Herausgeber der "FAZ", dass er schon im Alter von 17 Jahren Journalist werden wollte und das auch heute dem Nachwuchs nur empfehlen kann. Für ihn ist das der "abwechslungsreichste Beruf", ein tägliches "Studium generale". Im Gespräch mit Peter Turi sagt Knop auch, dass die "FAZ" längst diverser ist, als viele glauben. So sind 95 % der aktuellen Neueinstellungen der Zeitung Frauen, ein Teil mit Migrationsgeschichte. Schon heute hätten in vielen Ressorts Frauen das Sagen – die Frage, wann erstmals eine Frau einen der vier Herausgeber-Posten der "FAZ" übernimmt, werde sich daher mit der Zeit von allein beantworten.

Auf die Job-Situation von Journalistinnen schaut Knop positiv: Die "Dienstleistung" der Medienschaffenden, die Welt zu erklären und zu ordnen, werde weiter gebraucht. Die Jobs in den Redaktionen würden zudem vielfältiger. So brauche es heute u.a. auch Programmiererinnen und Audio-Spezialisten. An der Voraussetzung, nur Menschen mit abgeschlossenem Studium zu beschäftigen, will Knop allerdings nicht rütteln. "Die 'FAZ' gibt den Leserinnen und Lesern ein Qualitätsversprechen", sagt Knop. Das müsse die Redaktion bedienen, dafür brauche sie einen hohen Bildungsgrad in Breite und Tiefe.

Knop und Turi sprechen außerdem über die Konkurrenz-Situation mit ARD und ZDF: "Die Angebote tagesschau.de und hessenschau.de der Öffentlich-Rechtlichen sind eine Zumutung für privat finanzierten Journalismus", sagt der "FAZ"-Herausgeber. Er vergleicht die Zeitung mit einer Fabrik, die ein Produkt herstellt – und vor dem Fabrik-Tor steht ein Konkurrent, der dieses Produkt kostenlos anbietet. Dennoch gelinge es der Zeitung immer besser, Verluste im Print-Geschäft digital auszugleichen. So zähle die "FAZ" aktuell mehr als 200.000 Digital-Abonnentinnen, 80.000 von ihnen nutzten das Basis-Angebot F+. "Wir wachsen", freut sich Knop.

Carsten Knop ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs. In der ersten Folge des Podcasts spricht Agentur-Inhaber Florian Haller über den Kultur-Wandel in der Agentur-Branche.
turi2.tv (48-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de


Debatte: Michael Hanfeld fordert “radikalen Neubeginn” bei Deutscher Welle.

Eindeutig erschütternd: "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld fragt sich, warum die Sendeleitung der Deutschen Welle und Intendant Peter Limbourg erst durch Medienberichte auf die Antisemitismus-Fälle aufmerksam geworden sind. Die Beispiele im Untersuchungs­bericht seien so deutlich, "dass man nicht lange fragen muss, welcher Definition von Antisemitismus sie entsprechen". Hanfeld sieht einen "radikalen Neuanfang" bei der arabischen Redaktion als unerlässlich.
faz.net, turi2.de (Background)

Marie von den Benken zieht mit ihrer “GNTM”-Kolumne von der “Welt” zur “FAZ”.

Ein Foto für die "FAZ": Autorin, Model und Influencerin Marie von den Benken zieht mit ihrer Kult-Kolumne über "Germany's Next Topmodel" zur "FAZ". Die Reihe erschien seit 2019 bei Springers "Welt". In ihrer Kolumne kommentiert von den Benken jeweils die "GNTM"-Ausgabe des Vorabends mit spitzer Feder. Der erste Text zur neuen Staffel ist soeben erschienen.
turi2 – eigene Infos, faz.net, welt.de (bisherige Kolumnen)

SAP-Chef Christian Klein gehört zur Kluge-Köpfe-Kampagne der “FAZ”.

Kluges Köpfchen: Die "FAZ" macht den SAP-Chef Christian Klein zum neuen Protagonisten der Kluge-Köpfe-Kampagne. Das Motiv zeigt Klein auf einem Bürostuhl sitzend, vor sich eine Printausgabe der "FAZ". Das Foto ist überzogen von der Programmier­sprache, die SAP groß gemacht hat. Die Karriere Kleins, der mit 39 Jahren jüngster Chef eines Dax-Unternehmens geworden ist, sei "außergewöhnlich", begründet die "FAZ" ihre Wahl.
presseportal.de

Debatte: Netflix muss sich gegen “aggressivere” Konkurrenten durchsetzen, schreibt Jürgen Schmieder.

Rivalen: Gegenüber Netflix hat Disney nicht nur stärkere Wachstumsmöglichkeiten und einen "ordentlich gefüllten Tresor an Inhalten" sondern für diese auch mehr Vertriebswege, schreibt Jürgen Schmieder in der "Süddeutschen Zeitung". Obwohl Netflix mit 222 Mio Abonnenten Branchenführer sei, müsse sich der Streamingdienst gegen immer mehr und "aggressivere" Konkurrenten durchsetzen.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Netz-Detektive erklären Unschuldigen zum Täter von Heidelberg.

Lese-Tipp: Nach dem Amoklauf in Heidelberg wird der 25-jährige Tobias L. im Internet fälschlicherweise für den Täter gehalten. "FAZ"-Redakteurin Johanna Christner spricht mit Expertinnen darüber, was sich sogenannte Netz-Detektive von ihren Anschuldigungen erhoffen. Es sei nicht nur der "Glaube an eine gerechte Welt", der sie antreibt, sondern auch die Hoffnung auf Likes und Anerkennung.
faz.net

Lese-Tipp: Nina Rehfeld beleuchtet die Entwicklung von Netflix & Co.

Lese-Tipp: Die Netflix-Aktie ist in der vergangenen Woche um mehr als 20 % eingebrochen. Nina Rehfeld beschreibt in der "FAZ", wie der bisherige Platzhirsch zum "Topspieler" unter den Streaming-Diensten geworden ist und nun mit Konkurrenten wie Disney oder Apple TV+ kämpft. In Zukunft wird demnach keines der Unternehmen mehr ein Monopol für große Inhalte haben.
faz.net

Debatte: Anja Steinbeck beobachtet “bedenklichen Umgang der Medien mit Wissenschaftlern”.

Mediales Kreuzfeuer: Die "Bild"-Schlagzeile Die Lockdown-Macher ist der "vorläufige traurige Höhepunkt" eines problematischen Verständnis des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik, schreibt die Juristin und Rektorin Anja Steinbeck in der "FAZ". Eine "verquere Rollen­zuschreibung" führe nicht selten zu einem "bedenklichen Umgang der Medien mit Wissen­schaftlern", indem sie etwa Aussagen verkürzen oder aus dem Zusammenhang reißen.
"FAZ", S. 32 (Paid), turi2.de (Background)

“FAS” lehnt Interview mit Schweinsteiger und Suter wegen Autorisierung ab.

Danke, nein danke: Das Feuilleton der "FAS" hat ein Interview mit Bastian Schweinsteiger und Autor Martin Suter abgelehnt, berichtet Leiterin Julia Encke. Das Management des Ex-Fußballers wollte "über die übliche Autorisierung des Wortlauts hinaus" auch Titel, Vorspann und Bild­unterschriften vor der Veröffentlichung gegenlesen. "Wir haben abgesagt", schreibt Encke.
"FAS", S. 39 (Paid)

“FAZ” sichert sich alle Anteile der Zeitungs­logistik und gründet Zeitschriften­logistik aus.

Zustell-Zirkulation: Die "FAZ" trennt Zeitungs- und Zeitschriften­logistik und übernimmt in diesem Zuge die restlichen 49 % der Anteile seines Zeitungs­lieferanten Medienservice vom Miteigentümer Fiege. Dieser wird 51-prozentiger Teil­haber des ausgegründeten Zeitschriften-Ventures Boxit, den Restanteil hält wiederum die "FAZ".
faz.net

Hör-Tipp: Die Justiz stößt beim “Drachenlord” an ihre Grenzen.

Hör-Tipp: YouTuber Rainer Winkler alias "Drachenlord" wird seit Jahren von einem Internetmob bedrängt. Gerichts­reporterin Ulrike Löw verfolgt den Prozess. Sie berichtet im "Einspruch"-Podcast der "FAZ" von "Hatern", die im Zeugen­stand keine Reue zeigen und einem unreflektierten Mann, der eigentlich gar nicht will, "dass dieses Spiel endet".
faz.net (84-Min-Audio)

Debatte: Impf-Empörung von Frankfurter OB war inszeniert, schreibt Carsten Knop.

Geplanter Skandal: "FAZ"-Herausgeber Carsten Knop wirft dem Frankfurter Ober­bürger­meister Peter Feldmann "unverantwortliche Inszenierung" in Sachen Impf-Empörung vor. Am Montag hatte Feldmann noch zum Foto-Termin im Impf-Express geladen, der alsbald mangels Impfstoff wieder schließen musste, worauf der OB sich empört gab. Dabei hätte der Stadt klar sein dürfen, dass die Lieferungen nicht lange reichen, schreibt Knop.
faz.net, turi2.de (Background)

Julia Encke wirft Precht und Flaßpöhler vor, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben.

Quer gedacht? "FAS"-Feuilletonchefin Julia Encke widerspricht der These von Richard David Precht und Svenja Flaßpöhler, eine Sensibilisierung der Gesellschaft würde Debatten über #MeToo, Rassismus, Gender-Fragen oder Corona ersticken. Sie wirft ihnen vor, mit "raffinierter Beiläufigkeit über berechtigte Kritik hinaus" Zweifel an staatlichen Institutionen zu sähen und so selbst die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Luca-Chef Patrick Hennig verteidigt die Sicherheit der Luca-App.

Hör-Tipp: "Keine Software ist perfekt", sagt Patrick Hennig, CEO des Luca-Entwicklers Culture4life, und verteidigt die Datensicherheit der App. Im Gespräch mit "FAZ"-Herausgeber Carsten Knop beschreibt er detailliert, wo und wann Daten für Externe einsehbar sind. Die Konflikte mit einigen Datenschutzbeauftragten führt er eher auf politischen Streit als auf tatsächliche Datenschutzprobleme zurück.
faz.net (mit 49-Min-Audio), digitec.podigee.io

Zitat: Im Fußball wird undifferenziert diskutiert, sagt Thomas Hitzlsperger.

"Profi­fußball ist Emotion. Permanent. Es geht oft nicht darum, Argumente auszutauschen oder differenziert Dinge abzuwägen."

Thomas Hitzlsperger beklagt im "FAZ"-Interview die Debatten­kultur im Fußball, die durch die "Polarisierung" von vielen Seiten "verloren gegangen" ist. Seinen Vertrag als Vorstands­vorsitzender des VfB Stuttgart verlängert er nach einigen "extrem heftigen" Anfeindungen nicht mehr.
faz.net (Paid)

“FAZ” pflanzt sich einen Wald, um Zeitungsproduktion zu kompensieren.


Holz vor der Verlagshütte: Die "FAZ" steigt in die Forstwirtschaft ein und pflanzt bis 2023 mindestens 16.000 Bäume, kündigt die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe an, die sich schwerpunktmäßig Frankfurt und der Rhein-Main-Region widmet. Damit will der Verlag ein Stück weit den Ressourcen­verbrauch ausgleichen, den der Zeitungs­druck verschlingt. Zwar steige der Anteil von Recycling-Papier 2021 nach eigener Aussage von 63 auf 68 %, für den Rest brauche es aber weiterhin Holz-Frischfasern. Insgesamt 6.000 Bäume werden benötigt, die die "FAZ" nun "symbolisch der Natur zurück­geben" will. Wie viel sich der Verlag die Aufforstung kosten lässt, bleibt das Schweigen im Walde.

In Kooperation mit dem Landesbetrieb HessenForst sollen die ersten 6.000 Bäume noch im November auf einer dreieinhalb Hektar großen, bisher kahlen Fläche nordwestlich von Frankfurt am Main gepflanzt werden. Dem Verdacht des Greenwashings erteilt ARD-Wettermann Sven Plöger eine Absage: "Greenwashing bedeutet ja, man behauptet, dass man sich nachhaltiger verhält und sich um die Umwelt kümmert – und dann ist es gar nicht so." Allenfalls könnte man daran zweifeln, "ob es ausreichend ist, was getan wird", sagt Plöger. Darüber hinaus will der Verlag, wo es möglich ist, auf 100 % Recyclingpapier drucken, etwa die Inhaltsseiten des regionalen Wirtschaftsmagazins FAZ Metropol. Ab 2022 sollen die Druckereien mit Ökostrom produzieren.
(Symbolbilder: Boris Roessler / dpa, Serghei Platonov/ Zoonar / Picture Alliance; Montage: turi2)
"FAZ", S. 7 (Paid), "FAZ", S. 41 (Plöger, Paid), faz.net

Video-Tipp: Lorenz Engell spricht bei der Buchmesse über die Philosophie des Fernsehens.

Video-Tipp: Das Fernsehen ist durchaus philosophisch, auch, wenn man es ihm nicht zutraut, sagt Lorenz Engell. Der Medienphilosoph hat ein Buch über dieses Thema geschrieben und bei der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. TV könne beispielsweise "neue Zeit-Ebenen" schaffen, die wir sonst so nicht kennen. Er glaubt: "Das Fernsehen wird es noch lange geben" – dank vieler Couch-Potatoes.
youtube.com (23-Min-Video), faz.net

Vermarktungs-Allianz von “FAZ” und “Süddeutscher” wächst durch “Nachfrage nach Qualitäts­medien”.

Republic, gemeinsamer Vermarkter von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", liegt im ersten halben Jahr seines Schaffens "zweistellig" über den addierten Einzel­umsätzen beider Titel des Vorjahreszeitraums, sagt FAZ-Vermarktungs­chef Ingo Müller bei "Horizont". Als Grund nennt er u.a. eine "gestiegene Nachfrage nach Qualitäts­medien". Corona-Effekte hätten "FAZ" und "Süddeutsche" 2020 "national nicht so hart getroffen".
horizont.net (Paid)

Zitat: Jochen Schmidt erinnert sich an die unprätentiöse Wettervorhersage von früher.

"Die heutigen Wetteransager treten eher wie Seelsorger auf, sie fühlen sich immer verpflichtet, uns für angeblich schlechtes Wetter zu trösten, sie trauen uns nur Sonne zu, alles andere halten sie für eine bittere Pille."

"FAS"-Kolumnist Jochen Schmidt vermisst den "Wetteransager im Westfernsehen, der wirklich noch wie ein menschenscheuer Wissenschaftler aussah" und dem "jede Selbstdarstellung fremd war".
"FAS", S. 50 (Paid)

“FAZ” startet Podcast-Reihe “Junge Köpfe”.

Jung ist relativ: Die "FAZ" startet die Podcast-Serie "Junge Köpfe", in der Helene Bubrowski, Jahrgang 1981, und Simon Strauß, Jahrgang 1988, monatlich mit einer "prominenten Persönlichkeit aus Politik oder Kultur" zu einer "gesellschaftlich relevanten Frage­stellung" sprechen. Das Format läuft im "Podcast für Deutschland" der "FAZ". In Folge eins ist FDP-Politiker Konstantin Kuhle, Jahrgang 1989, zur Frage "Was ist Terror?" zu Gast.
presseportal.de, podcasts.apple.com (29-Min-Audio)

Lese-Tipp: Die “FAZ” besucht eine TikTok-Villa auf Ibiza.

Lese-Tipp: Acht Influencerinnen leben in einer Villa auf Ibiza den "Traum einer ganzen Generation", schreibt die "FAZ" nach einem Besuch. Doch die Momente "routiniert gespielter guter Laune" mit Tänzen, Akrobatik und Modenschau für die App TikTok sind nur die virtuelle Wirklichkeit. Es herrscht "ein strenges Regiment" bis bis zu 14 Stunden Arbeit am Tag.
faz.net (Paid)

Video-Tipp: “FAZ”-Herausgeber Jürgen Kaube interviewt Luisa Neubauer.

Video-Tipp: In der Reihe "Was ist deutsch" interviewt "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer. "Kein Politiker traut sich zu sagen, wie sehr wir am Arsch sind", sagt Neubauer, beobachtet in Gesprächen aber, dass die Bereitschaft der Menschen, etwas für den Klimaschutz zu tun, noch nie so groß war wie heute. Zwischen Klima-Leugnern und Aktivistinnen beobachtet sie eine Kategorie von Menschen, die händeringend nach Argumenten suchen, Klimaschutzmaßnahmen nicht zu überstürzen.
youtube.com (44-Min-Video)

Klick-Tipp: “FAZ”-Tochter Fazit mit neuer Website, Claim und Selbstdarstellung.

Klick-Tipp: Die klugen Content-Köpfe hinter der "FAZ"-Tochter Fazit haben Website, Auftritt und Claim ("Kluge Kommunikation") des Content-Marketing-Spezialisten erneuern lassen - von der 2020 erworbene Design- und Digital-Agentur 3st (sprich: dreist) aus Mainz. Zudem ist Maren Beck als Leiterin Konzeption von der "Zeit"-Tochter Tempus Corporate gekommen. Die mittlerweile 120 Mitarbeiterinnen von Fazit und 3st betreuen Kunden aus Bundesministerien, Verbänden und Stiftungen, aber auch Firmen wie Biontech und Puma. Geschäftsführer sind Hannes Ludwig und Jonas Grashey, der im Frühjahr 2021 von Burda kam.
fazit.de, turi2.de (Background Grashey)