“FAZ” startet Kampagne mit dem Motto “Freiheit hat ihren Preis”.

Freiheitskampf: Die "FAZ" dreht ihren Werbeslogan "Freiheit beginnt im Kopf" weiter. Unter dem Motto "Freiheit hat ihren Preis" wirbt die Zeitung ab sofort mit verschiedenen Motiven, die den Wert von Qualitätsjournalismus verdeutlichen sollen. Auf den Motiven heißt es z.B. zum Porträt von Mark Zuckerberg: "Weil kein Algorithmus Ihre Meinung programmieren sollte" oder zu einem Bild des Corona-Virus: "Weil nur gesicherte Informationen verhindern, dass auch die Demokratie erkrankt". Entwickelt wurde die Kampagne von Ogilvy.
horizont.net, dwdl.de

“FAZ”: Lob für Arte, Kritik für “Kulturzeit” von 3sat.

Licht und Schatten: Die "FAZ" übt sich in der Mittwochs­ausgabe gleich doppelt in öffentlich-rechtlicher Medien­kritik. Arte, die "Stimme Deutschlands in Frank­reich", besteche mit "gutem, vielseitigem, hoch­stechendem Programm", lobt Jürg Altwegg. Dagegen wirft Oliver Jungen den "Kulturzeit"-Moderator*innen von 3sat u.a. vor, selten kritische Interviews zu führen. Er wünsche sich wieder "mehr diskursive Härte, Experi­mentier­freude und Widerspruch".
faz.net (Arte, Paid), faz.net ("Kulturzeit")

“FAZ”: Roland Tichy gibt Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab.

Roland auf Rückzug: Roland Tichy gibt den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab, meldet die "FAZ". Tichy bekleidet das Amt seit 2014, geriet aber jüngst in die Kritik, als sein Monatsmagazin "Tichys Einblick" einen sexistischen Text über die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli veröffentlichte. Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, gab daraufhin ihren Rückzug aus der Stiftung bekannt. Weitere Stimmen forderten Tichys Rücktritt, u.a. auf Twitter. Ein prominenter Kritiker Tichys innerhalb der Stiftung ist Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank.

Weidmann betont etwa, Tichys Rolle als Herausgeber vertrage sich nicht mit seiner Rolle als Vorsitzender der Stiftung. Durch "Tichys Einblick", in dem "ein zuspitzender, oft polemischer Debattenstil" herrsche und in dem es "wiederholt zu beleidigenden und verletzenden Äußerungen gekommen sei", sei eine negative Berichterstattung über die Stiftung ausgelöst worden. Zudem habe die Stiftung Mitglieder verloren; vorgeschlagene Preisträger*innen hätten die Annahme einer Auszeichnung durch die Stiftung abgelehnt - etwa Friedrich Merz, der 2018 den Ludwig-Erhard-Preis erhalten sollte. Tichys Nachfolger*in soll noch diesen Herbst gewählt werden.
faz.net, spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background Bär)

Arzt bedrängt “FAZ”-Fotografen auf Querdenken-Demo.

Pressefreiheit: Ein Hamburger Arzt hat Pressefotografen auf einer Querdenken-Demo in Frankfurt beleidigt und bedrängt, darunter einen freien Fotografen der "FAZ", schreibt Herausgeber Carsten Knop und veröffentlicht ein Video des Vorfalls. Die Fotografen werden darin dazu aufgefordert, ihre Masken abzulegen und keine Fotos mehr zu machen. Ordner*innen vor Ort hätten kaum eingegriffen, sagt Knop.
faz.net (4-Min-Video)

Art Director Peter Breul hört endgültig bei der “FAZ” auf.

FAZ Magazin: Art Director Peter Breul verabschiedet sich endgültig von seiner Tätigkeit für den Verlag – offiziell ist er bereits seit vergangenem Herbst im Ruhestand. Breul arbeitete seit 1986 für den Verlag, war u.a. Art Director des wöchentlichen "FAZ Magazins", das bis 1999 erschien. Das aktuelle Heft ist sein letztes Werk für die "FAZ".
"FAZ Magazin" Nr. 102, S. 7

Jan Böhmermann greift “FAZ”-Herausgeber Jürgen Kaube wegen geplatztem Interview an.


From Janni with love: Jan Böhmermann, gerade auf großer PR-Tour für sein Buch mit gesammelten Twitter-Werken, ärgert sich über ein "FAS"-Interview, das auf den letzten Metern vor der Veröffentlichung geplatzt ist – durch den Widerstand von "FAZ"-Feuilleton-Herausgeber Jürgen Kaube. Böhmermann reagiert mit einem offenen Brief bei Twitter – auf eine nicht öffentliche Kontaktaufnahme habe Kaube nicht geantwortet. In dem Schreiben fragt Böhmermann, warum Kaube "in die redaktionelle Gestaltungshoheit der 'FAS'" eingegriffen habe. Mögliche Antworten liefert er in weiteren Tweets mit Auszügen aus dem Interview. "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bietet derweil an, das Interview in seinem Medium zu veröffentlichen.

Böhmermann wirft in dem Gespräch etwa dem WDR "lausige Krisenkommunikation" in der Causa Umweltsau vor. Tom Buhrow habe kein argumentatives Problem gehabt, "sondern bloß Angst". Er kritisiert außerdem das "schlecht geschauspielerte Gejammer über das Phantom Cancel Culture". In anderen Tweets ärgert er sich über die Zeit, die er für das Interview und den Foto-Termin investiert hat.
twitter.com (Offener Brief), twitter.com (weitere Tweets), twitter.com (Interview-Auszug)

Mitarbeit: Markus Trantow

Julia Encke ist Nachfolgerin von Claudius Seidel als Feuilleton-Chefin der “FAS”.


Frankfurts frische Feuilleton-Frau: Die "FAS" ernennt Julia Encke zur neuen Feuilleton-Chefin, beobachtet Ulrike Simon von "Horizont" im Impressum der Zeitung. Encke tritt die Nachfolge des langjährigen Ressortleiters Claudius Seidl an, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Die Journalistin schreibt seit 2015 im Literatur-Ressort der "FAS". Ihr Vorgänger Seidl wird künftig Filmkritiken schreiben und mit Rainer Schmidt - Enckes Ehemann - für das Magazin "Frankfurter Allgemeine Quarterly" arbeiten.

Encke, geboren 1971, schreibt zunächst für die "FAZ" und die "Süddeutsche Zeitung". 2015 wechselt sie zur "FAS". Seidl war 19 Jahre Feuilleton-Chef bei der "FAS" und hatte sich vor dem Arbeitsgericht in Berlin gegen seinen auslaufenden Vertrag gewehrt. Die "FAS"-Journalist*innen in Berlin stammen meist aus der "FAZ"-Zentrale in Frankfurt am Main - die Entsendeverträge laufen nach fünf Jahren aus.
(Foto: Heinrich-Böll-Stiftung)
horizont.net

Claudius Seidl ist nicht mehr Feuilletonchef der “FAS”.

Frankfurt statt Berlin? "FAS" zieht Claudius Seidl von der Spitze des Feuilleton-Ressorts ab, schreibt Ulrike Simon bei "Horizont". Seidl bleibt festangestellter "FAZ"-Redakteur in Berlin, wo er insbesondere Filmkritiken verfassen soll. Er kümmert sich zudem um das Magazin "Frankfurter Allgemeine Quarterly". Wer Seidl als Feuilletonchef bei der "FAS" nach 19 Jahren folgt, ist unklar.

Seidl hatte sich vor dem Arbeitsgericht in Berlin gegen seinen auslaufenden Vertrag gewehrt - mit Rechtsbeistand von Anwalt Ulrich Fischer, früherer GDL-Rechtsbeistand bei den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn. Die "FAS"-Journalist*innen in Berlin stammen meist aus der "FAZ"-Zentrale in Frankfurt am Main - die Entsendeverträge laufen nach fünf Jahren aus. Seidl schrieb zuvor u.a. für den "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung".
horizont.net (Paid)

Hanfeld: Corona-Untersuchung von Gräf und Hennig “hat jede Menge Löcher”.

ARD und ZDF bekommen in der Diskussion um die Corona-Sondersendungen während des Lockdowns ungewohnte Unterstützung: "FAZ"-Mann Michael Hanfeld bescheinigt der Untersuchung von Dennis Gräf und Martin Hennig "jede Menge Löcher". "Stark" findet Hanfeld die "Einzelbeobachtung" der Studie, ihre "Generalthesen stehen dagegen auf schwachen Füßen". Die Forscher hatten ARD und ZDF vorgeworfen, Corona-Angst zu schüren.
faz.net, turi2.de (Background)

turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Thomas Lindner schreibt über Dieter Lindner.


Familiäres Vorbild: Dieter Lindner (Foto: Rainer Wohlfahrt) ist erfolgreicher Profifußballer, bescheidener Kaufmann, verlässlicher Familienmensch – und Vater und Vorbild von Thomas Lindner (Foto: Krinninger). Der FAZ-Verlagsmanager hat beim Schreiben für die turi2 edition #12 die Stimme seines Vaters im Ohr. Lesen Sie jetzt den ganzen Text kostenlos hier als Online-Text oder im E-Paper der turi2 edition #12.

Das Gehalt von WDR-Chef Tom Buhrow ist gar nicht gesunken, schreibt Jakob Buhre.

Äpfel und Birnen: Journalist Jakob Buhre schreibt, dass die Nachricht, das Gehalt von WDR-Chef Tom Buhrow sei gesunken, eine Falschmeldung ist, die es u.a. in "Tagesspiegel" und "FAZ" geschafft hat. Er rechnet vor, dass Buhrows Grundgehalt sogar um 23.300 Euro gestiegen ist. Grund: 2016 veröffentlichte der Sender noch die Intendanten-Bezüge inkl. Sachleistungen, ab 2017 ohne. Zudem dokumentiert Buhre, dass es ihm nicht gelungen ist, auch nur eine Redaktion zu einer Korrektur zu bewegen.
planet-interview.de

Die “FAZ” will ihren aktuellen Standort zu einem Wohnviertel umbauen.

Frankfurter Allgemeine Wohngegend: Die "FAZ" gründet mit der Bietergemeinschaft aus der Unternehmensgruppe Bauwens und Daniel Hopp, einem von zwei Söhnen des SAP-Gründers Dietmar Hopp, ein Joint Venture, um den aktuellen Redaktions- und Verlagsstandort nach dem Umzug ins Europaviertel in ein Wohnquartier umzubauen. Beide Partner halten am neuen Unternehmen jeweils 50 %. Die neuen Immobilien, darunter voraussichtlich eine Grundschule, Kitas und Wohngebäude, sollen für sie als Kapitalanlage dienen.
presseportal.de

Kartellamt genehmigt Anzeigen-Joint-Venture von “FAZ” und “SZ”.

Frankfurter Allgemeine Zeitung und "Süddeutsche Zeitung" bekommen den Segen des Bundeskartellamts für die Gründung ihres Joint Ventures in Sachen Anzeigenvermarktung. Grund für den positiven Bescheid ist u.a., dass beide Häuser auch in Zukunft "keine überragende Marktstellung erlangen werden und es bei den Rubrikenanzeigen – wie Stellen- und Immobilienanzeigen – starken Wettbewerbsdruck durch entsprechende Onlineangebote gibt". Mit der Vermarktung starten dürfen "FAZ" und "SZ" aber noch nicht - hier dauert die kartellrechtliche Prüfung noch an.
horizont.net

“FAZ” und “Süddeutsche” wollen bei der Vermarktung im Print zusammengehen.

"FAZ" und "Süddeutsche" planen, ihre Anzeigen-Vermarktungssparten im Print zusammenzulegen, meldet Gregory Lipinski. Die Verlage hätten das "bereits in der Vergangenheit gemeinsam wiederholt diskutiert und die Gespräche erneut aufgenommen", zitiert Lipinski eine "FAZ"-Sprecherin. Gespräche mit dem Kartellamt liefen schon.
meedia.de

Hör-Tipp: Googles erstes Rechenzentrum war wie ein Schrank, sagt Urs Hölzle.

Hör-Tipp: "Google war nicht größer als ein Schrank", erinnert sich Chefingenieur Urs Hölzle im "FAZ"-Podcast an das erste Rechenzentrum der Suchmaschine, ein Nachbar von Ebay. Das war "Studentenqualität", sagt der dienstälteste Angestellte von Google. Dennoch glaubte er früh an das Konzept, da die Suchmaschine im Vergleich zu Mitbewerbern präzisere Ergebnisse lieferte.
faz.net (37-Min-Audio)

Basta: Die “FAZ Woche” remixt zum Abschluss ihr erstes Cover.

Kein Happy-End: Die "Frankfurter Allgemeine Woche" erscheint heute zum letzten Mal und verabschiedet sich mit einer Neuauflage ihres ersten Covers vor rund vier Jahren. Wieder zeigt es Angela Merkel als Wonderwoman neben dem amtierenden US-Präsidenten. Doch statt Superman Obama ist nun Donald Trump mit der Finger-Geste von Dr. Evil zu sehen. Offenbar glaubt die Redaktion, dass nicht nur für sie die beste Zeit in der Vergangenheit liegt.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Google zahlt für Inhalte von “FAZ”, “Spiegel”, “Zeit” und weiteren Medien.


Lizenz zum Verbreiten: Google geht auf die Verlage zu und zahlt erstmals für Inhalte – in Deutschland an die "FAZ", den "Spiegel", die "Zeit", die "Rheinische Post" und den "Tagesspiegel". Weitere Partner sollen folgen. Der Konzern will mit der Initiative zunächst bei Google News und Discover hochwertige journalistische Inhalte anbieten. Zum Teil sollen auch Texte und Videos, die auf den Verlagsseiten hinter der Paywall stehen, über Google kostenfrei abrufbar sein. "Google will mit dem Programm einen Beitrag leisten, damit das Verlagswesen den Sprung in die digitale Zukunft schafft", sagt Sprecher Ralf Bremer zu turi2. Das Angebot soll im Laufe des Jahres starten und auch für Radio- und TV-Sender offen sein. Der Umgang mit Inhalten von ARD und ZDF ist noch unklar.

Das Programm läuft zunächst als Test in Deutschland, Australien und Brasilien. Google und insbesondere die Presseverlage streiten seit Jahren um Nutzungs-Gebühren für die Verwendung von Text-Schnipseln bei Google News. Das vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitere deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverleger zielte auf eine politische Regelung des Konflikts.
googleblog.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Wir graturilieren: Bettina Weiguny wird 50.

Wir graturilieren: Bettina Weiguny, "FAZ"-Kolumnistin und Buchautorin (u.a. "Die geheimnisvollen Herren von C&A" und "Bionade – Eine Limo verändert die Welt") feiert heute ihren 50. Geburtstag, diesmal zuhause im kleinen Kreis, mit der Familie und einer Schulfreundin, die zu Besuch ist. Die Corona-Zwangspause berühre sie kaum, schreibt sie. So könne sie ungestört an ihrem Buch über junge Rebellinnen wie Greta Thunberg arbeiten, das Anfang 2021 erscheinen soll. Wir erlauben uns, diesen Umstand mit einer beliebten Floskel zu kommentieren: "Keine Krise ohne Chance". Auf ihrer Wunschliste stehe nicht viel, außer, dass ihre Kolumne "Ein Balance Akt" im "FAS"-Wirtschaftsressort verfilmt werden könnte, so Weiguny. Bis dahin erreichen sie Gratulationen zu ihrem Geburtstag auf allen Wegen, z.B. per Twitter oder Linked-in.

“Assi-Zeitungen”: YouTuber Rezo kritisiert “Bild”, “Welt” und “FAZ”.

Die Zerstörung der Presse: Seriöse Medien sollten sich von "Assi-Zeitungen" stärker distanzieren, sonst spielen sie "Hetzern in die Hände", sagt Influencer Rezo in einem einstündigen Video bei YouTube. Darin warnt er u.a. vor Verschwörungstheorien und kritisiert die Arbeit vor allem von "Bild", "Welt" und "FAZ". Diese hätten häufig falsch über ihn berichtet. Es gebe zudem Gründe, warum etablierte Zeitungen von einigen Menschen verachtet würden: "Unethisches Verhalten ist leider keine Seltenheit", sagt Rezo. Insbesondere "Bild" und "Welt" fehle es an "moralischer Integrität". Aus Sicht von Rezo hielten sich die Redaktionen häufig nicht an den Opferschutz sowie an Persönlichkeitsrechte. Dass die "Bild" dem Virologen Drosten für die Beantwortung einer Presseanfrage nur eine Stunde Zeit ließ, sei ein "Kack-Move".

Julian Reichelt kontert bei Twitter, dass die Frist "leider" zu kurz gewesen sei, "aber wir fragen". Der "Bild"-Chef lädt Rezo zu einem Redaktionsbesuch ein, "ich komme aber auch jederzeit zu Dir" - und betont: "Dies ist keine Aufforderung zum Duell, lieber 'Spiegel'". Rezo sagt, dass er die Presse nicht zerstören wolle - anders als der Titel seines gleichnamigen Videos vermuten lassen könnte. Reichelt spricht bei Twitter von "Zerstörungsquatsch" sowie von "billigen, schnellen Likes". Rezo wisse nicht, "was 'Zerstörung' ist".
(Foto: Screenshot YouTube)
youtube.com (60-Min-Video), twitter.com (Reaktion Reichelt), t-online.de, tagesspiegel.de

“FAZ”-Podcast: Kekulé relativiert Drosten-Kritik, “FAZ” lehnt Gesprächsangebot der “Bild” ab.

Mediale Antikörper: Alexander Kekulé sagt im "FAZ"-Podcast, dass auch er von der "Bild" im Streit mit Christian Drosten benutzt worden sei. Dabei stellt der Forscher klar, dass der "Tagesspiegel" ihn mit der Forderung, Drosten solle seine Studie zurückziehen, falsch zitiert habe: "Ich habe das zu keinem Zeitpunkt gefordert." Die Zeitung selbst gesteht ein, aus der Vergangenheitsform "Warum der im Umgang mit den Medien versierte, erfahrene Forscher und Politikberater die Vorveröffentlichung nicht einfach zurückgezogen und stattdessen der 'Bild' eine unnötige Angriffsfläche gegeben hat, ist schwer nachvollziehbar" die Präsens-Formulierung "Warum Drosten die Studie nicht einfach zurückzieht, ist schwer nachvollziehbar" gemacht zu haben. An seiner grundsätzlichen Kritik an der Studie hält Kekulé jedoch fest.

Andreas Krobok, Moderator des "FAZ"-Podcast erteilt zu Beginn der neuen Folge zudem Julian Reichelt eine Absage für ein gemeinsames Gespräch mit ihm und Christian Drosten. "Sorry, lieber Julian Reichelt: Uns, die 'FAZ' braucht es da nicht", sagt Krobok. Auch "FAZ"-Medienreporter Michael Hanfeld bezeichnet das Gesprächsangebot im Podcast als "wertlos". Die "Bild" verfolge eine "primitive Taktik", um Christian Drosten zu diskreditieren. Reichelt wolle ein Gespräch erst, nachdem er genug Munition gegen den Virologen gefeuert habe.
faz.net (27-Min-Audio), tagesspiegel.de (Kekulé-Text mit Korrektur), turi2.de (Gesprächs-Angebot), turi2.de ("Bild" vs. Drosten)

“Bild”-Chef Julian Reichelt bestreitet Anti-Drosten-Kampagne.

"Quatsch und frei erfunden": So wertet "Bild"-Chef Julian Reichelt den Vorwurf, sein Blatt fahre eine Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten. Die Berichterstattung der "Bild" sei "vollkommen legitim"; seine Zeitung sei deshalb nun selbst Opfer einer üblen Kampagne - u.a. durch "FAZ" und "Spiegel". Mit Blick auf Drosten befindet Reichelt, er habe nicht gedacht, "dass wir beim Thema Heiligenverehrung in den Medien so weit gekommen sind".
"Spiegel" 23/2020, S. 18 (Paid), turi2.de (Background)

Virologe Christian Drosten ist für Gespräch mit “Bild” bereit, Julian Reichelt sagt zu.

Gesprächsbereit: Virologe Christian Drosten macht "Bild" im Streit um die Interpretation seiner Studie ein Gesprächsangebot. Im "FAZ"-Podcast sagt Drosten: "Ich würde durchaus soweit gehen, auch der 'Bild'-Zeiitung anzubieten, mal drüber zu reden." "Bild"-Chef Julian Reichelt reagiert bei Twitter, er sei "zu jeder Zeit und an jedem Ort bereit". Dabei sieht Reichelt die "FAZ" als Vermittler und regt ein Dreier-Gespräch an mit ihm, Drosten und Andreas Krobok, Moderator des "FAZ"-Podcasts. Das Gespräch könnte dann bei Bild.de und Faz.net laufen.
kress.de, faz.net (Paid), faz.net (Podcast, ab 18.00 Min), twitter.com (Reaktion Reichelt)

Die “FAZ” begräbt ihr Print-Magazin “Frankfurter Allgemeine Woche”.


Wochen-Ende: Die "FAZ" stellt ihr wöchentliches Nachrichtenmagazin Frankfurter Allgemeine Woche Ende Juni komplett ein. Als Gründe nennt der Verlag fehlende Einnahmen aus Anzeigenverkäufen durch die Corona-Krise und zu wenige Abonnent*innen. Die Jobs der zehn Redakteur*innen des Heftes seien nicht betroffen, sie kehrten in ihre jeweiligen Ressorts innerhalb der "FAZ" zurück, schreibt der Verlag in einer Mitteilung. "Das Konzept der 'FAZ Woche' war ein sehr gutes, das schlicht ein paar Jahre zu spät in den Markt kam", kommentiert "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner (Foto) die Entscheidung. Der Titel habe "viele Fans" gehabt, "aber am Ende nicht genug".

Das Aus des Blattes kommt gut vier Jahre nach dessen Start: Die "Frankfurter Allgemeine Woche" war im Frühjahr 2016 mit einer Druckauflage von 200.000 Exemplaren und Marketing-Budget in Mio-Höhe erstmals erschienen. Ziel war es, mit dem Magazin vor allem jüngere Leser*innen zu erreichen. Im ersten Quartal 2020 belief sich die verkaufte Auflage auf rund 48.000 Stück. Im selben Zeitraum zählte das Heft knapp 34.000 Abonnent*innen. "FAZ"-Chef Lindner hatte sich im Interview mit "Horizont" 2016 noch rund 100.000 Stück vorgestellt und als "realistisches Ziel" einen Wert zwischen 50.000 und 60.000 verkauften Heften ausgegeben.
verlag.faz.net, horizont.net, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Digitec-Podcast bespricht erste 100 Folgen und “Digitalisierung live” durch Corona.

Hör-Tipp: "FAZ"-Herausgeber Carsten Knop und Redakteur Alexander Armbruster sprechen in der 101. Folge des Digitec-Podcasts über die Zwangsdigitalisierung durch Corona. Dass sie Krise zu einem enormen Anstieg an Zoom-Downloads geführt habe, sei "Digitalisierung live", so Knop. Die beiden blicken außerdem auf die ersten 100 Folgen des Podcasts zurück.
faz.net (36-Min-Audio)

Burda-Justiziar Simon Haug kehrt als Personalchef zur “FAZ” zurück.

FAZ und zurück: Rechtsanwalt Simon Haug beendet seinen rund zweijährigen Burda-Exkurs und wechselt zurück zur FAZ. Dort war er von 2012 bis 2018 Chef-Justiziar, ab Juni übernimmt er dort die Leitung der Personabteilung. Haugs Vorgänger, Torsten Schmees, verlässt die "FAZ" laut Mitteilung, um künftig als Rechtsanwalt und Coach in Norddeutschland zu arbeiten.
presseportal.de, turi2.de (Wechsel zu Burda)

Meinung: Corona beeinflusst die deutsche Sprache.

Durchseuchtes Deutsch: Corona hat auch die Sprache infiziert, findet Frank Pergande in der "FAS". Als Beispiele nennt er u.a. den "Masken­flicken­teppich" und Merkels "Öffnungs­diskussions­orgien". Pergande erinnert daran, dass weite Teile der englischsprachigen Welt bei "Home Office" nicht etwa an die Arbeit am heimischen Schreibtisch denken, sondern an das Innenministerium.
"FAS", S. 4 (Paid)

Video-Tipp: “FAZ” geht es “nicht so schlecht” und plant keine Kurzarbeit.

Video-Tipp: Die "FAZ" plant vorerst keine Kurzarbeit - im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen. "Es geht uns nicht so schlecht", sagt "FAZ"-Chef Thomas Lindner (Foto) im Videochat mit Volker Schütz. Nur 25 % des Umsatzes kämen bei der "FAZ" aus dem Anzeigengeschäft, Abo und Einzelverkauf seien dagegen stabil. Rabatte beim Bezahlangebot F+ will Lindner nicht als Verramschen verstehen, sondern als "hochinteressantes Experiment", die Preissensitivität der Nutzer*innen auszutesten. Der sonst seriöse Schütz zeigt seinen Fußball-Entzug und trumpft im Eintracht-Trikot auf – wenn das Schule macht, moderieren demnächst Peter Turi im Hoffenheim- und Maria Gramsch im RB-Trikot.
youtube.com (11-Min-Video), horizont.net

“FAZ” strebt Ausbau ihrer Fachmediensparte an.

Übernahmeabsichten: Die "FAZ" will offenbar in ihre Fachmedien investieren. Ihre Tochter "Business Media" plant, "we­sent­li­che Ver­mö­gens­wer­te" der Wol­ters Klu­wer Deutschland mit Sitz in Köln zu erwerben. Das geht aus einem Eintrag beim Bundeskartellamt hervor, den New Business entdeckt hat. Wolters Kluwer, das seinen Hauptsitz in den Niederlanden hat, vertreibt Fachliteratur, etwa zu Steuern oder Buchhaltung.
new-business.de, bundeskartellamt.de

Zahl des Tages: “FAZ” steigert dank Corona-News Digitalzugriffe und Bezahl-Abos.

Zahl des Tages: Um 80 % auf 120 Mio Visits hat die "FAZ" im März dank Corona-verstärkter Newsnachfrage ihre Digital-Zugriffe gesteigert, schreibt das Blatt in einem Jubel-Beitrag in eigener Sache. Das Bezahlangebot F+ habe mit einer Preissenkung von 2,95 auf 1 Euro im Monat innerhalb einer Woche über 10.000 neue Abonnenten gewonnen.
"FAZ", S. 22 (Paid)

“Frankfurter Allgemeine Zeitung” startet Wissenschafts-Podcast.

Frankfurter Allgemeine Zeitung startet einen wöchentlichen Wissenschafts-Podcast. Joachim Müller-Jung, Ressortleiter von "Natur und Wissenschaft", und Astrophysikerin Sibylle Anderl besprechen darin jeden Donnerstag Methoden und Forschungsergebnisse. Der 20-min-Podcast erscheint zu Beginn mit höherer Frequenz, um die Corona-Pandemie zu thematisieren.
faz.net, presseportal.de

Fazit-Stiftung meldet für 2018 knapp 20 Mio Euro Verlust.

Fazit-Stiftung, u.a. Eigentümerin der "FAZ", schreibt 2018 rote Zahlen und macht 19,96 Mio Euro Miese, u.a. wegen des Verkaufs der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neuen Presse" an die Zeitungsholding Hessen, und sinkender Werbeeinnahmen, schreibt Gregory Lipinski. Der Umsatz sinkt von 395 Mio Euro auf rund 326 Mio Euro. Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet die Fazit-Stiftung mit einem Verlust in mittlerer einstelliger Mio-Höhe.
meedia.de

“FAS” will offenbar Zustellkosten sparen, schreibt “Horizont”.

FAS: Bei der testweisen Umstellung des Erscheinungstages auf den Samstag geht es dem Verlag mehr um die teurere Sonntagszustellung als um den am Samstag stärkeren Einzelverkauf, hört Roland Pimpl aus dem Verlag. Springer, der mit “Bild am Sonntag” und “Welt am Sonntag” den Markt der Sonntagszeitungen dominiert, und “FAZ” hätten sich bisher offensichtlich nicht darauf einigen können “kostenaufteilend zusammenzuarbeiten”. In einem Testlauf sollen 1.000 Abonnenten auf die neue Ausgabe umgestellt werden.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” will den Samstag als Erscheinungstag testen.


Frankfurter Allgemeine Samstagszeitung: "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner erwägt, die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" künftig bereits samstags in den Handel zu bringen, berichtet Gregory Lipinski. Noch im ersten Halbjahr 2020 soll ein mehrstufiger Markttest starten. Darin will Lindner die Akzeptanz des Samstags als Erscheinungstag testen. In einem oder mehreren noch nicht genannten Testgebieten will der Verlag dafür den am Test teilnehmenden Leser*innen die Zeitung bereits einen Tag früher als bisher zukommen lassen. Parallel soll die "FAS" im Testgebiet samstags auch schon am Kiosk erhältlich sein.

Der Verlag hofft, dass die Leser*innen so das gesamte Wochenende zur "FAS"-Lektüre nutzen. Außerdem will die Zeitung mit dem Schritt darauf reagieren, dass es insbesondere sonntags gerade im ländlichen Raum immer weniger potentielle Verkaufsstellen gibt.
meedia.de

Wegen Orkantief Sabine: “FAZ” und der SHZ stellen ihre E-Paper kostenlos ins Netz.

FAZ stellt das E-Paper sowie die multimediale Version der Montagsausgabe online kostenlos zur Verfügung. Der Verlag erwartet in einzelnen Gebieten aufgrund des Orkantiefs Sabine Probleme bei der Zustellung der Printausgabe. Auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag hebt die Bezahlschranke für Online-Inhalte sowie für das E-Paper zeitweise auf.
faz.net ("FAZ"), shz.de (SHZ)

“FAZ”: Carsten Knop ersetzt ab April Werner D’Inka als Herausgeber.

FAZ: Herausgeber Werner D'Inka (Foto) geht Ende März in den Ruhestand. Als sein Nachfolger rückt Digitalchef Carsten Knop in das vierköpfige Gremium, das weiter reine Männerdomäne bleibt. D'Inka ist seit 2005 zuständiger Herausgeber für die Rhein-Main-Zeitung. Carsten Knop galt bereits bei der Nachfolge von Holger Steltzner als aussichtsreicher Kandidat für einen Posten im Herausgeber-Gremium. Statt ihn erhielt jedoch Gerald Braunberger einen Platz im Gremium, dem ferner Jürgen Kaube und Berthold Kohler angehören.
faz.net, turi2.de (Background)

Die “FAZ” startet einen neuen, täglichen Podcast.

FAZ startet "Podcast für Deutschland". Das Format erscheint montags bis freitags jeweils um 17 Uhr und behandelt in zwanzig Minuten ein aktuelles Hauptthema und zwei bis drei Nebenthemen. Verantwortlich für den Podcast sind Audio-Chef Andreas Krobok und die Redakteurinnen Tami Holderried und Sandra Klüber. Die "FAZ" bietet den Podcast kostenfrei an und will ihn mit Werbung finanzieren.
presseportal.de

Springer-Zeitungen verlieren im 4. Quartal rund 10 % Auflage, “Zeit” wächst.

Kiosk-Auslage, Zeitungen, Zeitschriften, AuflageZeitungen: "Bild", "Welt" und "Bild am Sonntag" verlieren im 4. Quartal mehr als 10 % Auflage, schreibt Zahlen-Zar Jens Schröder. Die "Süddeutsche" mit -4,4 %, die "FAZ" mit -3,5 %, das "Handelsblatt" mit -1,1 % und die "taz" mit -1 % kommen glimpflich davon. Die "Zeit" liegt 0,4% über dem Vorjahreszeitraum, weil sie die E-Paper-Abos deutlich steigert.
meedia.de

“FAZ” und Holger Steltzner scheiden sich einvernehmlich.

Holger, der Kampf ist vorbei: Die "Frankfurter Allgemeine" und Holger Steltzner einigen sich auf eine einvernehmliche Trennung - nach dem faktischen Abgang des Ex-Herausgebers für Wirtschaft im März. Damals fehlte die "Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern". Nun dankt ihm Aufsichtsrats-Chef Andreas Barner "für 27 Jahre Einsatz" und "wünscht ihm für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute".
faz.net, turi2.de (Background)