Gruner + Jahr steht kurz vor Verkauf seines Frankreich-Geschäfts.

Gruner + Jahr steht kurz vor dem Verkauf seiner französischen Magazin-Tochter Prisma Media an Vivendi, berichtet Gregory Lipinski. Die beiden Seiten haben sich auf einen Kaufpreis geeinigt, der bei 300 Mio Euro oder darunter liegen dürfte. Eine Verkaufsoption ist bereits unterzeichnet, die Arbeitnehmervertreter müssen noch zustimmen. Mit dem Verkauf würde Gruner + Jahr zu einem rein deutschen Zeitschriftenhaus werden: Prisma ist die letzte Auslandsbeteiligung des Verlags.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Paris muss 90.000 Euro Bußgeld zahlen, weil zu viele Chefposten mit Frauen besetzt sind.

Paris Eiffelturm 150Paris soll 90.000 Euro Bußgeld zahlen, weil die Stadt elf Frauen und fünf Männer in Führungspositionen beschäftigt und damit Männer diskriminiert, legt das Ministerium für Öffentliche Verwaltung fest. Es bezieht sich auf ein inzwischen geändertes Gesetz, nach dem große Städte bei der Vergabe von Führungsposten mindestens 40 % jedes Geschlechts berücksichtigen müssen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte den Beschluss "ungerecht, unverantwortlich und gefährlich".
saechsische.de

Pariser Gericht verurteilt Helfer des “Charlie Hebdo”-Attentats zu 30 Jahren Haft.

"Charlie Hebdo"-Prozess: Ein Pariser Gericht spricht den Hauptangeklagten schuldig und verurteilt ihn zu 30 Jahren Haft. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann den Islamisten half, die 2015 die Satirezeitschrift und einen jüdischen Supermarkt überfielen und insgesamt 17 Menschen ermordeten. Er habe ausreichend Kenntnis über die geplante Tat gehabt. Die Staats­anwalt­schaft hatte lebenslange Haft gefordert und argumentiert, der Franzose habe eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung der Anschläge gespielt. Der Verurteilte leugnet, von den Plänen gewusst zu haben. Die drei Haupttäter waren von Sicherheitskräften erschossen worden.
spiegel.de, tagesschau.de

Springer will Mehrheit an der Groupe La Centrale and Providence Equity verkaufen.

Wechsel auf die Rückbank: Springer verhandelt mit dem Investor Providence Equity Partners über einen Verkauf der Mehrheit an der französischen Groupe La Centrale, die in Frankreich Portale für Auto-Kleinanzeigen betreibt. Springer will als Minderheitsgesellschafter an Bord bleiben, sich bei Rubrikengeschäften aber stärker auf die Sektoren Jobs und Immobilien fokussieren.
axelspringer.de

Gruner + Jahr verhandelt über Verkauf der französischen Magazin-Tochter Prisma.


Renationalisiert: Gruner + Jahr, einst extrem international aufgestellt, plant den Rückzug aus seiner letzten großen Auslandsbastion Frankreich. Der Verlag führt mit dem größten französischen Medienunternehmen Vivendi Gespräche über einem möglichen Verkauf von Prisma Media. Prisma verlegt in Frankreich verschiedene Magazine, darunter "Femme Actuelle" "Télé-Loisirs" und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Vivendi ist aktuell in TV, Buch und Kommunikation aktiv, besitzt bislang aber keine Magazin-Sparte. Mit dem Frankreich-Geschäft trennt sich Gruner + Jahr von einem großen Teil des Konzerns, der zuletzt rund 300 Mio zum Gesamtumsatz von rund 1,4 Mrd Euro beigesteuert hat. Von Aktivitäten in Spanien, Italien und auch Österreich hat sich die Bertelsmann-Tochter bereits getrennt.

Die Zukunft des einstigen Weltkonzerns sieht Chefin Julia Jäkel offenbar eher in der engen Anbindung an RTL und die Content- und Ad Alliance von Bertelsmann. Im Intranet schreibt sie mit Bezug auf beide Allianzen: "Im Medienmarkt der Zukunft, das zeigt sich sehr klar, verfügt derjenige über grundlegende Wettbewerbsvorteile, der innerhalb eines Sprach- und Kulturkreises stark aufgestellt ist und eine führende Position möglichst über alle Mediengattungen hinweg einnehmen kann."
presseportal.de, horizont.net (Paid), meedia.de

Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing ist tot.

Valéry Giscard d'Estaing ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Der ehemalige französische Staatspräsident hatte in den vergangenen Monaten immer wieder mit Herzproblemen zu kämpfen. D'Estaing galt als großer Fürsprecher der europäischen Idee. In seiner Amtszeit als Staatspräsident von 1974 bis 1981 pflegte der in Koblenz geborene Politiker eine besonders starke Verbindung zum damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.
bild.de

Zahl des Tages: Große Menschenmassen protestieren in ganz Frankreich gegen neues Polizeigesetz.

Paris Eiffelturm 150Zahl des Tages: Lautstarke 133.000 Menschen haben laut Angaben des französischen Innenministeriums gestern gegen Polizeigewalt und für Pressefreieheit demonstriert. Veranstalter sprechen gar von 500.000 Teilnehmer*innen. Ihre Wut richtet sich gegen ein neues Gesetz, welches das Filmen von Polizeieinsätzen unter bestimmten Umständen strafbar macht.
stern.de

Meinung: Emmanuel Macron hat ein gespaltenes Verhältnis zur Pressefreiheit.

Heuchlerisch: Im Ausland inszeniert sich Emmanuel Macron als Kämpfer für Pressefreiheit, während er sie im eigenen Land einschränkt, moniert Michaela Wiegel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das gerade verabschiedete Sicherheitsgesetz stellt das Filmen von Polizeieinsätzen unter Strafe, wenn Filmende beabsichtigen, den Beamt*innen zu schaden. Pressearbeit werde so kriminalisiert. Gegen das Gesetz gibt es große Proteste im Land.
faz.net

Umstrittenes Gesetz: Frankreich verbietet Filmaufnahmen von Polizist*innen.

Frankreich stellt mit einem neuen Gesetz das Filmen von Polizist*innen unter Strafe. Wer Beamt*innen mit der "klaren Absicht" filme, ihnen "physisch oder psychisch zu schaden", muss mit einem Jahr Gefängnis und bis zu 45.000 Euro Strafe rechnen. Der Passus zielt auf diejenigen, die mit ihren Aufnahmen Polizeigewalt bei Demos dokumentieren. Mehr als 20.000 Menschen haben am Wochenende dagegen demonstriert.
taz.de, sueddeutsche.de

Basta: Französischer Sender stellt Nachrufe auf noch lebende Promis versehentlich online.

Totenmontag: Der französische Sender Radio France internationale meldet auf seiner Website zeitgleich den Tod von Queen Elizabeth II. (Foto), Fußball-Ikone Pelé, Filmlegende Brigitte Bardot und weiteren Promis. Dabei sind alle noch am Leben. Schuld ist ein technischer Fehler, durch den die vorbereiteten Nachrufe online gestellt wurden. Erste Korrekturwünsche der vermeintlich Toten sind wahrscheinlich schon auf dem Weg nach Paris.
stern.de, de.nachrichten.yahoo.com

“New Business”: Springer will Car&Boat Media verkaufen.

Springer will seine französische Tochter Car&Boat Media verkaufen, schreibt "New Business". Zu dem Online-Auto-Kleinanzeigenanbieter gehören die Marken La Centrale, Promoneuve, Caradisiac und MaVoitureCash. Er soll rund 400 Mio Euro wert sein. Drei Unternehmen haben Interesse: die Finanzinvestoren ICG und Providence Equity Partners sowie das deutsche Portal AutoScout24.
new-business.de

Ranking: Börsenkonzerne im internationalen Social-Media-Vergleich.

Social-Media-Ranking: US-Konzerne aus dem Dow Jones vereinen bei Linked-In, Twitter, Facebook und Instagram im Durchschnitt rund 25 Mio Follower, ermittelt die Marketing-Plattform Sendinblue. Die Unternehmen aus dem deutschen Leitindex belegt Platz 2 mit 6,7 Mio Followern. Frankreich und Großbritannien folgen mit 5 bzw. 2,4 Mio. Bei der Schlagzahl können die Briten mit durchschnittlich 87.000 Beiträgen den 1. Platz für sich verbuchen. Danach folgen die USA (70.000), Frankreich (13.000) und Deutschland (10.000).
de.sendinblue.com

Frankreich verhängt nächtliche Ausgangssperren in Paris und weiteren Städten.

Frankreich: Staatspräsident Emmanuel Macron kündigt per TV-Interview neue Restriktionen im Kampf gegen das Corona-Virus an. Ab Samstag gelten für mindestens vier Wochen in Paris und acht weiteren Metropolen Ausgangssperren von 21 bis 6 Uhr. In dieser Zeit sind Besuche in Restaurants, Kinos und ähnlichen Orten untersagt. Auch Freunde dürfen nicht besucht werden. Zudem erklärte die Regierung wie schon in Frühjahr den Gesundheitsnotstand.
tagesschau.de

Paris schränkt wegen der Corona-Pandemie erneut das öffentliche Leben ein.

Paris Eiffelturm 150Paris verhängt die höchste Corona-Warnstufe und schränkt das öffentliche Leben ab morgen ein. Bars und Cafés müssen für mindestens 14 Tage schließen. Nur Schulklassen können noch Schwimmbäder und Sporthallen nutzen. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zehn Personen versammeln. Der Großraum Paris verzeichnet aktuell durchschnittlich 3.500 Neuinfektionen täglich.
faz.net

Angriff nahe früherem “Charlie Hebdo”-Büro in Paris: Angreifer verletzten mindestens zwei Menschen.

Attacke in Frankreich: In Paris sind nahe des früheren Büros der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo bei einem Angriff am Freitag Mittag mindestens zwei Menschen verletzt worden. Laut "Spiegel" soll es sich um Mitarbeiter der Presseagentur Premières Lignes handeln, die im selben Gebäude wie einst "Charlie Hebdo" sitzt. Sie wurden offenbar mit einer Machete attackiert, während sie eine Zigarettenpause machten. Zwei Verdächtige wurden inzwischen festgenommen.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Zusammenhang mit einer terroristischen Tat. Zuständige französische Minister treffen sich im Innenministerium zu einem Krisenstab. Seit Anfang September läuft in Paris der Prozess um den Anschlag auf "Charlie Hebdo" und andere Ziele im Januar 2015.
spiegel.de, tagesschau.de, stern.de

Allianz will französische Aviva-Tochter übernehmen.

Allianz liebäugelt mit Teilen der britischen Versicherungsgesellschaft Aviva, schreibt das "Manager Magazin". Die Konzerne verhandelten über das Unfall- und Schadensgeschäft in Frankreich. Der Kaufpreis läge bei zwei bis drei Mrd Euro. US-Finanzinvestor Apollo würde das Lebensversicherungsgeschäft übernehmen. Aviva will sich künftig auf die Kernmärkte Großbritannien, Irland und Kanada fokussieren.
manager-magazin.de

Französische Medien stellen sich mit Appell hinter “Charlie Hebdo”.

Frankreich: Mehr als hundert Medien wenden sich in einem "feierlichen Appell" an die Bevölkerung, nachdem "Charlie Hebdo" Drohungen von Al-Quaida bekommen hat. Verschiedene Tageszeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehsender schreiben darin: "Wir brauchen Sie. Das Bollwerk Ihres Gewissens." Marika Bret, Personalchefin der Satirezeitschrift, hat konkrete Morddrohungen erhalten und musste untertauchen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe will im Recycling-Geschäft expandieren.

Schwarz-Gruppe, Mutter von Lidl und Kaufland, will über ihre Tochter PreZero für 1,1 Mrd Euro einen Teil der Recycling-Sparte des französischen Entsorgungs-Konzerns Suez übernehmen. Es geht um die Standorte in Deutschland und Polen sowie den BeNeLux-Staaten. Suez will mit dem Verkauf an Schwarz einen Einstieg des Konkurrenten Veolia verhindern.
manager-magazin.de, wiwo.de

Übersetzerin Gudrun Penndorf hat “Asterix” Goethe-Zitate untergejubelt.

Interpretarine: Romanistin Gudrun Penndorf hat die ersten 29 Asterix-Bände ins Deutsche übersetzt, dafür bekommt sie heute das Bundes­verdienst­kreuz. Von ihr stammen Namen wie Denkdirnix, Grautvornix oder Verleihnix. Im Interview mit der "Süddeutschen" erzählt Penndorf, wie sie Asterix manches Goethe-Zitat unterjubeln konnte und mit der Schreibmaschine die Sprechblasen mit deutschem Text befüllt hat, der immer länger war als das französische Original.
"Süddeutsche Zeitung", S. 8 (Paid)

Pharmakonzern Sanofi will den Corona-Impfstoff 2021 für unter zehn Euro anbieten.

Sanofi will den Corona-Impfstoff in Frankreich für unter zehn Euro verkaufen, sagt der Pharmakonzern-Chef Olivier Bogillot dem Radiosender France Inter. Der genaue Preis stehe noch nicht fest. AstraZeneca, das einen Teil der Produktion auslagert, will den Impfstoff in Europa für 2,50 Euro anbieten. Sanofi rechnet im ersten Halbjahr 2021 mit der Zulassung des Impfstoffs.
bild.de

Proteste in islamischen Ländern: “Charlie Hebdo” erhöht die Auflage.

Gott sieht alles: In zahlreichen islamischen Ländern, u.a. in der Türkei, Ägypten und im Iran, kommt es am Freitagabend zu Protesten gegen die erneute Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo". Die Regierung in Teheran bezeichnet die Zeichnungen als eine "Provokation". "Charlie Hebdo" bringt heute 200.000 weitere Exemplare in den Handel. Die ersten 200.000 Stück - die dreifache Menge der üblichen Auflage - sind bereits vergriffen. Die Satire-Zeitschrift veröffentlichte zum Prozessbeginn am vergangenen Mittwoch eine Sonderausgabe.

Die umstrittene Mohammed-Karikatur erschien erstmals 2005 in einer dänischen Zeitung. Respektlose Darstellungen von Mohammed oder anderen Propheten seien "absolut inakzeptabel", beklagt das iranische Außenministerium. Bei einem Anschlag auf die Pariser Redaktion von "Charlie Hebdo" sowie einen jüdischen Supermarkt starben im Januar 2015 zwölf Menschen. Die Islamisten begründeten das Attentat mit der Veröffentlichung der Karikaturen.
tagesschau.de

“Charlie Hebdo” veröffentlicht erneut eine Mohammed-Karikatur.

Je suis Charlie 150Charlie Hebdo druckt erneut eine Mohammed-Karikatur. Aufhänger ist der beginnende Strafprozess zum islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitung vor fünf Jahren. Das Sonderheft trägt die Titelzeile "Tout ça pour ça", übersetzt "Viel Lärm um nichts".
twitter.com via faz.net

Pandemie erschwert die Berichterstattung über die Tour de France.

Tour de France: In der Pandemie ist die Bewegungsfreiheit der Journalist*innen "massiv" eingeschränkt, berichtet Daniel Bouhs im Deutschlandfunk. Die Fahrer lebten in einer "Blase" von 30 Leuten pro Team: Autogramme und Selfies sind verboten, Interviews finden nur am Start und am Ziel in zugewiesenen Boxen mit zwei Metern Sicherheitsabstand statt.
deutschlandfunk.de

Paris und Côte d’Azur werden zu Risikogebieten.

Paris Eiffelturm 150Corona: Die Bundesregierung erklärt am Montagabend auch die französische Region Île de France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur zu Risikogebieten. In beiden Gebieten herrsche eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus. Beide Regionen werden bereits auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes geführt.
bild.de, rki.de

Basta: Im Eis konservierte News.

Papier ist geduldig beständig: Ein Gastronom hat am Mont Blanc im Gletschereis Zeitungen gefunden, die vermutlich vom Absturz eines Air-India-Flugzeugs am 24.1.1966 stammen. Die Blätter verkünden den Aufstieg von Indira Gandhi zur ersten indischen Minister­präsidentin und seien in einem sehr guten Zustand. Vom Medienkonsum heutiger Fluggäste bleibt bei einem Absturz wohl nur Elektroschrott.
spiegel.de

Nach Digitalsteuer: USA beschließen Zölle gegen Frankreich.

Digitalsteuer: Die USA wollen zusätzliche Zölle von 25 % auf französische Waren wie Kosmetik oder Handtaschen erheben. Zuvor hatte Frankreichs Regierung eine Digitalsteuer von 3 % beschlossen, die Internetkonzerne wie Facebook trifft. Die US-Maßnahme wird zunächst 180 Tage ausgesetzt, um eine Einigung auszuhandeln.
tagesschau.de

Bertelsmann plant Audio-Allianzen in Frankreich und Großbritannien.

Hör' mal, wer da hämmert: Bertelsmann will in Frankreich die Podcast-Plattform Audio Now sowie eine gemeinsame Audio Alliance starten, zitiert New Business aus einer Bertelsmann-Videokonferenz mit Julia Jäkel. Auch in Großbritannien planen die Bertelsmann-Unternehmen eine Produktions-Allianz für Audio-Content.

Nachtrag, 13. Juli 2020: Bertelsmann bestätigt den Start von "Storyglass", dem ersten Projekt der Bertelsmann Content Alliance in Großbritannien. Das neue Unternehmen soll Podcasts aller Genres produzieren.
new-business.de, presseportal.de (Nachtrag)

Aus dem turi2.tv-Archiv (10/2018): Julia Jäkel über Frauen, Print und die Zukunft von Gruner + Jahr.

Frankreichs Regierung tritt für Neubildung zurück.

Frankreich: Premierminister Édouard Philippe (Foto) und seine Regierung treten zurück. Beobachter hatten den Rücktritt bereits erwartet. Präsident Emmanuel Macron hatte nach der Niederlage bei den Kommunalwahlen bereits eine Regierungsumbildung angedeutet. Mit mehr ökologischen Themen will er vor allem auf den Wahlerfolg der Grünen reagieren. Neuer Premierminister wird Jean Castex.
spiegel.de

Bundestag verschärft Gesetz gegen Online-Hass.

Hass im Netz: Der Bundestag hat mit den Stimmen der Großen Koalition ein Gesetzespaket beschlossen, das härtere Strafen für digitale Hetze vorsieht. Bereits die Androhung von Körper­verletzungen und sexuellen Übergriffen gilt künftig als Straftat, bisher war das nur bei Mord­drohungen der Fall. Soziale Netzwerke müssen bestimmte Posts künftig nicht nur löschen, sondern sofort dem BKA melden und auch die IP-Adressen der Verfasser*innen weitergeben. Derweil ordnet in Frankreich der Verfassungsrat Nachbesserungen beim französischen Gesetz gegen Online-Hass an. Die Lösch-Frist von 24 Stunden ermutige Plattformen, gemeldet Inhalte voreilig zu löschen, egal, ob sie rechtswidrig sind oder nicht.
zeit.de, tagesschau.de (Bundestag), rfi.fr (Frankreich)

Burda expandiert in Frankreich.

Burda expandiert in Frankreich und will dort sowohl neue Magazine an den Kiosk bringen als auch ins Digitalgeschäft investieren. Noch im Juni sollen drei neue Zeitschriften zu den Themenfeldern Crime und Kochen auf den französischen Markt kommen. Burda bezeichnet Frankreich als "wichtigen Wachstumsmarkt", im Vergleich zu anderen Ländern ist der Medienkonzern dort bisher eher bescheiden aufgestellt.
handelsblatt.com

Telekom-Fonds investiert beim Cloud-Telefonie-Startup Aircall.

Deutsche Telekom steigt beim französischen Cloud-Telefonie-Anbieter Aircall ein. Der Fonds Deutsche Telekom Capital Partners ist Haupt­investor einer 65 Mio Dollar schweren Finanzierungs­runde. Kund*innen des Pariser Startups telefonieren übers Netz ohne zusätzliche Hardware, per App am Smartphone oder mit einem Headset am Computer, und sind überall unter einer Festnetz­nummer erreichbar.
gruender.wiwo.de, handelsblatt.com, techcrunch.com

Frankreich stützt seine Autobranche mit 8 Mrd Euro.

Frankreich plant ein 8 Mrd schweres Hilfsprogramm für seine Autobranche. 5 Mrd fließen an Renault, im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, Arbeitsplätze im Land zu erhalten und sich stärker für Elektromobilität zu engagieren. Der Staat erhöht die Kaufprämie für E-Autos von 6.000 Euro auf 7.000 Euro. Für Hybridfahrzeuge gibt es 2.000 Euro Zuschuss, jeweils 3.000 Euro stehen temporär zudem für 200.000 Autos mit Verbrennungsmotor Verfügung.
spiegel.de, faz.net

Frankreich will Hasskommentare im Netz mit bis zu 1,2 Mio Euro Strafe ahnden.

Frankreich verpflichtet Online-Plattformen, Hassbotschaften mit strafbarem Inhalt binnen 24 Stunden zu entfernen - ansonsten drohen den Betreibern Strafen von bis zu 1,2 Mio Euro. Unter das neu verabschiedete Gesetz fallen u.a. Nachrichten und Posts, die User aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft oder ihrer Religion beleidigen. Kritiker befürchten, das Gesetz führe zu einer "automatischen Zensur". Zudem werde die Strafbarkeit der Kommentare nicht von der Justiz festgestellt, sondern der Bewertung der Plattformen überlassen.
faz.net

Französische Behörden ermitteln nach Belästigungsvorwürfen einer WDR-Journalistin gegen Ex-Präsidenten.

Frankreich: Wegen sexueller Belästigung ermitteln die Behörden gegen den ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing (Foto). Ann-Kathrin Stracke, Journalistin beim WDR, wirft Giscard d'Estaing vor, ihr 2018 nach einem Interview in Paris mehrmals ans Gesäß gefasst zu haben. Stracke hatte daraufhin gegen den 94-Jährigen Strafanzeige gestellt. Laut seinem Anwalt erinnert sich Giscard d'Estaing nicht an den Vorfall.
zeit.de, wdr.de (Anzeige wegen sexueller Belästigung)

Französische Medien wehren sich gegen Qualitätsprüfung der Regierung.

frankreichFrankreich: 32 Redaktionen bekannter Medienhäuser fordern die Regierung in einem offenen Brief dazu auf, die Auswertung und öffentliche "Zertifizierung" von Medienberichten über Corona zu stoppen, berichtet Michaela Wiegel. Die Journalist*innen stellen in dem Schreiben klar, dass die Presse unabhängig ist. Die Regierung empfiehlt auf ihrer Homepage ausgewählte Medienbeiträge – offiziell, um vor Fake News zu schützen.
faz.net (Paid)

Amazon macht seine Lager in Frankreich vorübergehend dicht.

amazon 150Amazon schließt seine sechs Vertriebszentren in Frankreich bis mindestens Montag. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das dem Versandhändler verbietet, in der Corona-Krise etwas anderes als Lebensmittel und Hygiene- bzw. Gesundheits­produkte zu verschicken. Demnach hat Amazon zu wenig für den Infektions­schutz seines Personals getan. Der Konzern will das Urteil anfechten.
futurezone.at, uk.reuters.com, turi2.de (Background)

Französisches Gericht verbietet Amazon nicht-lebensnotwendige Bestellungen.

Amazon darf in Frankreich wegen der Corona-Pandemie nur noch Bestellungen für Lebensmittel, Hygiene- und Gesundheitsprodukte annehmen, ordnet ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre an. Bei Verstoß drohen 1 Mio Euro Strafe pro Tag. In einem geleakten Meeting hatten Amazon-Manager eingeräumt, zu wenig zum Schutz des Lagerpersonals zu tun.
techcrunch.com