Bundestag verschärft Gesetz gegen Online-Hass.

Hass im Netz: Der Bundestag hat mit den Stimmen der Großen Koalition ein Gesetzespaket beschlossen, das härtere Strafen für digitale Hetze vorsieht. Bereits die Androhung von Körper­verletzungen und sexuellen Übergriffen gilt künftig als Straftat, bisher war das nur bei Mord­drohungen der Fall. Soziale Netzwerke müssen bestimmte Posts künftig nicht nur löschen, sondern sofort dem BKA melden und auch die IP-Adressen der Verfasser*innen weitergeben. Derweil ordnet in Frankreich der Verfassungsrat Nachbesserungen beim französischen Gesetz gegen Online-Hass an. Die Lösch-Frist von 24 Stunden ermutige Plattformen, gemeldet Inhalte voreilig zu löschen, egal, ob sie rechtswidrig sind oder nicht.
zeit.de, tagesschau.de (Bundestag), rfi.fr (Frankreich)

Burda expandiert in Frankreich.

Burda expandiert in Frankreich und will dort sowohl neue Magazine an den Kiosk bringen als auch ins Digitalgeschäft investieren. Noch im Juni sollen drei neue Zeitschriften zu den Themenfeldern Crime und Kochen auf den französischen Markt kommen. Burda bezeichnet Frankreich als "wichtigen Wachstumsmarkt", im Vergleich zu anderen Ländern ist der Medienkonzern dort bisher eher bescheiden aufgestellt.
handelsblatt.com

Telekom-Fonds investiert beim Cloud-Telefonie-Startup Aircall.

Deutsche Telekom steigt beim französischen Cloud-Telefonie-Anbieter Aircall ein. Der Fonds Deutsche Telekom Capital Partners ist Haupt­investor einer 65 Mio Dollar schweren Finanzierungs­runde. Kund*innen des Pariser Startups telefonieren übers Netz ohne zusätzliche Hardware, per App am Smartphone oder mit einem Headset am Computer, und sind überall unter einer Festnetz­nummer erreichbar.
gruender.wiwo.de, handelsblatt.com, techcrunch.com

Frankreich stützt seine Autobranche mit 8 Mrd Euro.

Frankreich plant ein 8 Mrd schweres Hilfsprogramm für seine Autobranche. 5 Mrd fließen an Renault, im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, Arbeitsplätze im Land zu erhalten und sich stärker für Elektromobilität zu engagieren. Der Staat erhöht die Kaufprämie für E-Autos von 6.000 Euro auf 7.000 Euro. Für Hybridfahrzeuge gibt es 2.000 Euro Zuschuss, jeweils 3.000 Euro stehen temporär zudem für 200.000 Autos mit Verbrennungsmotor Verfügung.
spiegel.de, faz.net

Frankreich will Hasskommentare im Netz mit bis zu 1,2 Mio Euro Strafe ahnden.

Frankreich verpflichtet Online-Plattformen, Hassbotschaften mit strafbarem Inhalt binnen 24 Stunden zu entfernen - ansonsten drohen den Betreibern Strafen von bis zu 1,2 Mio Euro. Unter das neu verabschiedete Gesetz fallen u.a. Nachrichten und Posts, die User aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft oder ihrer Religion beleidigen. Kritiker befürchten, das Gesetz führe zu einer "automatischen Zensur". Zudem werde die Strafbarkeit der Kommentare nicht von der Justiz festgestellt, sondern der Bewertung der Plattformen überlassen.
faz.net

Französische Behörden ermitteln nach Belästigungsvorwürfen einer WDR-Journalistin gegen Ex-Präsidenten.

Frankreich: Wegen sexueller Belästigung ermitteln die Behörden gegen den ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing (Foto). Ann-Kathrin Stracke, Journalistin beim WDR, wirft Giscard d'Estaing vor, ihr 2018 nach einem Interview in Paris mehrmals ans Gesäß gefasst zu haben. Stracke hatte daraufhin gegen den 94-Jährigen Strafanzeige gestellt. Laut seinem Anwalt erinnert sich Giscard d'Estaing nicht an den Vorfall.
zeit.de, wdr.de (Anzeige wegen sexueller Belästigung)

Französische Medien wehren sich gegen Qualitätsprüfung der Regierung.

frankreichFrankreich: 32 Redaktionen bekannter Medienhäuser fordern die Regierung in einem offenen Brief dazu auf, die Auswertung und öffentliche "Zertifizierung" von Medienberichten über Corona zu stoppen, berichtet Michaela Wiegel. Die Journalist*innen stellen in dem Schreiben klar, dass die Presse unabhängig ist. Die Regierung empfiehlt auf ihrer Homepage ausgewählte Medienbeiträge – offiziell, um vor Fake News zu schützen.
faz.net (Paid)

Amazon macht seine Lager in Frankreich vorübergehend dicht.

amazon 150Amazon schließt seine sechs Vertriebszentren in Frankreich bis mindestens Montag. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das dem Versandhändler verbietet, in der Corona-Krise etwas anderes als Lebensmittel und Hygiene- bzw. Gesundheits­produkte zu verschicken. Demnach hat Amazon zu wenig für den Infektions­schutz seines Personals getan. Der Konzern will das Urteil anfechten.
futurezone.at, uk.reuters.com, turi2.de (Background)

Französisches Gericht verbietet Amazon nicht-lebensnotwendige Bestellungen.

Amazon darf in Frankreich wegen der Corona-Pandemie nur noch Bestellungen für Lebensmittel, Hygiene- und Gesundheitsprodukte annehmen, ordnet ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre an. Bei Verstoß drohen 1 Mio Euro Strafe pro Tag. In einem geleakten Meeting hatten Amazon-Manager eingeräumt, zu wenig zum Schutz des Lagerpersonals zu tun.
techcrunch.com

Lese-Tipp: Die Rekonstruktion der Notre-Dame gerät in der Krise in Verzug.

Lese-Tipp: Über dem Pariser Wahrzeichen der Notre-Dame lagen vor einem Jahr zu Ostern noch Rauchwolken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" und blickt auf den Stand des Wiederaufbaus. Die Arbeit am gotischen Monument gerät u.a. durch die Corona-Krise stark in Verzug. 200 Tonnen Trümmer sind bereits weggeräumt. Die Wiedereröffnung ist spätestens am 16. April 2024 geplant - fünf Jahre nach dem Brand.
sueddeutsche.de

Französische Kartellbehörde zwingt Google zu Verhandlungen mit Medienhäusern.

Frankreich: Google muss mit Medienhäusern innerhalb von drei Monaten eine Vergütung für das Anzeigen von Nachrichten, Fotos und Videos aushandeln, ordnet die Kartellbehörde an. Die Gebühren gelten rückwirkend ab dem 24.10.2019, an dem das neue EU-Urheberrecht in Frankreich in Kraft getreten ist. Seitdem weigert sich Google, für Medien-Inhalte zu bezahlen.
faz.net

Basta: Burger King bewirbt Quarantäne-Whopper zum Selbstbau.

Burger Basteln: Burger King bewirbt in Frankreich einen Quarantäne-Whopper, den es in keinem Restaurant gibt, weil alle geschlossen haben. Stattdessen zeigt die Werbung alle Zutaten für den Selbstbau-Whopper, wie man sie im Supermarkt kaufen kann. Manche Burger-Fans dürften überrascht sein, welche sie davon bisher alle nicht herausgeschmeckt haben.
twitter.com/BurgerKingFR via adweek.com (Paid)

Lese-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” über Pressefreiheit in Ungarn, Frankreich und Co.

Lese-Tipp: Autor*innen der "Süddeutschen Zeitung" schreiben über das schwierige Verhältnis von Politik und Presse. Ungarn etwa sei ein Extremfall, Russland bedrohlich. In Großbritannien eifere Johnson Trump nach, in Frankreich schwanke Macron zwischen "überheblichem Wegschauen und versuchter Anbiederung".
sueddeutsche.de

Qwant sucht mit Ex-Microsoft-Manager und Geld von Springer den Neuanfang.


Qwant googelt Neuanfang: Die europäische Suchmaschine Qwant ordnet das Management neu und erhält frisches Kapital, u.a. von Springer, schreibt die "FAZ". Éric Léandri, Mitgründer und Vorstandsvorsitzende von Qwant, tritt von seinem Amt zurück und leitet künftig ein Komitee "für strategische und wissenschaftliche Fragen". Neuer Vorstandsvorsitzender wird der frühere Microsoft-Manager Jean-Claude Ghinozzi. Künftig will die staatliche französische Beteiligungsgesellschaft CDC mehr Kontrolle übernehmen, die sich gemeinsam mit Großaktionär Springer an einer Kapitalerhöhung beteiligt. Die angesammelte Kapitalsumme ist nicht bekannt.

Springer hatte sich 2014 zunächst mit 20 % beteiligt, sank nach verschiedenen Beteiligungsrunden aber unter dieses Niveau. "Wir glauben nach wie vor an Qwant und unterstützen zusammen mit allen anderen Beteiligten die Veränderungen", wird ein Springer-Sprecher in der "FAZ" zitiert. Qwant gehe "in eine neue Wachstums- und Monetarisierungsphase." Qwant wirbt damit, die Suchergebnisse nicht nach kommerziellen Kriterien zu präsentieren. 2019 verfehlte die Suchmaschine das Umsatzziel von 10 Mio Euro.
"FAZ", S. 19 (Paid), capital.fr (französisch)

Zitat: “Charlie Hebdo”-Herausgeber Riss will weiter provozieren.

"Viele Menschen haben 'Charlie' erst durch das Attentat kennengelernt. Sie haben uns spontan unterstützt, und manche haben vielleicht erst später bemerkt, dass wir eine Satirezeitschrift sind. Missverständnisse waren deshalb unvermeidlich."

Karikaturist Laurent Sourisseau alias "Riss", Überlebender des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo vor fünf Jahren, sagt im "Welt"-Interview, dass die Satire-Zeitung schwarzem Humor und Provokation treu blieben will. Trotz 30.000 Abos und Spenden nach dem Anschlag ist "Charlie Hebdo" heute verschuldet, u.a. wegen der hohen Sicherheitskosten.
"Welt", S. 8 (Paid)

Französische Finanzaufsicht verurteilt Bloomberg zu Mio-Strafe.

Bloomberg kassiert von der französischen Finanzaufsicht eine Strafe von 5 Mio Euro wegen der Verbreitung von Falschnachrichten. Die Agentur hatte 2016 eine gefälschte Presse­mitteilung übernommen, die "sehr schwere" Unregelmäßigkeiten beim französischen Bauriesen Vinci vorgab. Die Aktien von Vinci stürzten darauf um ein Fünftel ab. Bloomberg hätte die Informationen "als falsch erkennen müssen", sagt die Behörde.
derstandard.at

Europas Sozialdemokraten fordern eine Mindeststeuer für Tech-Konzerne.

Digitalsteuer: Tech-Konzerne wie Facebook oder Google sollen in der EU ab 2021 eine Steuer von mindestens 18 % zahlen, zitiert der "Spiegel" aus einem Positionspapier mit Forderungen der Sozialdemokraten im Europaparlament. Zuletzt hatte Frankreich eine nationale Digitalsteuer in Höhe von 3 % auf den im Land erwirtschafteten Umsatz eingeführt.
"Spiegel" 51/2019, S. 70 (Paid), finanznachrichten.de

USA wollen mit Strafzöllen auf französische Digitalsteuer reagieren.

USA drohen Frankreich mit Strafzöllen als Reaktion auf Frankreichs Digitalsteuer. Der US-Handelsbeauftragte sieht gezielt amerikanische Tech-Konzerne diskriminiert und will Strafzölle von bis zu 100 % auf französische Importe wie Champagner, Käse oder Kosmetik vorschlagen. Frankreich hatte im Frühjahr im Alleingang eine Digitalsteuer von 3 % für internationale Tech-Firmen mit mehr als 25 Mio Euro Umsatz im Land eingeführt.
sueddeutsche.de, welt.de, turi2.de (Background)

“Handelsblatt”: Telekom prüft Zusammenschluss mit Netzbetreiber Orange.

Telekom: Konzernchef Timotheus Höttges lotet eine mögliche Fusion mit dem französischen Netzbetreiber Orange aus, schreibt das "Handelsblatt". Die beiden Unternehmen verbindet eine achtjährige Einkaufsgemeinschaft, zusammen haben sie einen vernetzten Lautsprecher entwickelt. Die Unternehmen haben vor Jahren schon einmal einen Zusammenschluss geprüft, die staatlichen Eigner waren aber dagegen.
handelsblatt.com

Spitzenkoch verklagt Michelin-Verlag wegen Irreführung des Publikums.

Gestirns-Streit: Der Michelin-Verlag hat Streit mit einem französischen Koch, der in der neuen Auflage des Hotelführers nur noch zwei statt drei Sterne bekommt. Der Koch verklagt den Verlag wegen intransparenter Bewertungskriterien und Irreführung des Publikums. Er hat einen Stern verloren, weil ein Testesser in seinem Soufflee Cheddar herausgeschmeckt haben will, der dort nicht hineingehöre. Der Koch hält das für Käse. Der Michelin-Verlag klagt zurück.
faz.net

ITV Studio Germany bringen französische Show “The Secret Song” nach Deutschland.

ITV Studios Germany sichern sich für den deutschen Markt die Rechte am französischen Format The Secret Song. Die Musik-Show überrascht Promis mit Songs, die ihnen viel bedeuten, dargeboten von anderen Künstlern, Familie oder Freunden. In Frankreich läuft "La chanson secrète" bei TF1, für welchen deutschen Sender ITV die Show produziert, ist noch unklar.
dwdl.de

Urheberrecht: Französische Verlage reichen Beschwerde gegen Google ein.

Französische Verleger haben im Streit um das EU-Urheberrecht Beschwerde gegen Google eingereicht. Laut EU-Recht müssten Suchmaschinen für Verlags-Snipptes bezahlen. Google denkt nicht daran und will in Frankreich damit starten, auf Textauszüge ganz zu verzichten. Die Verleger argumentieren, Google nutze seine marktbeherrschende Stellung aus.
horizont.net

Nach Anschlag: Redaktion von “Charlie Hebdo” tritt erstmals wieder öffentlich auf.

Charlie Hebdo: Erstmals seit dem Anschlag vor fast fünf Jahren ist die Redaktion der französischen Satirezeitung mit Applaus der Zuschauer wieder öffentlich in Straßburg aufgetreten. Chefredakteur Laurent 'Riss' Sourisseau sagte bei einer Veranstaltung des Weltforums für Demokratie, die Zeitung habe "ihre Vitalität und Dynamik wiedererlangt".
spiegel.de

Frankreichs Präsident Macron gibt rechtem Magazin ein umstrittenes Interview.

Frankreich: Präsident Macron gibt dem rechtsgerichteten Magazin "Valeurs actuelles" ein umstrittenes Interview. Darin spricht er über Migration und den Islam. Linke Politiker werfen ihm vor, er werbe um Wähler am rechten Rand. Der Senat stimmte für einen Gesetzentwurf, der Begleitpersonen bei Schulausflügen das Tragen des Kopftuchs verbietet.
zeit.de

Erdogan verklagt französisches Magazin “Le Point” wegen Präsidentenbeleidigung.

Pressefreiheit: Der türkische Präsident Erdogan (Foto) geht juristisch gegen das französische Wochenmagazin "Le Point" vor. In einer elfseitigen Anzeige wirft Erdogan dem Magazin Präsidentenbeleidigung vor. "Le Point" hatte in der aktuellen Titelgeschichte ein Foto Erdogans mit der Überschrift "Der Ausmerzer" versehen.
zeit.de, n-tv.de

ProSiebenSat.1 hofft auf Angebote von Vivendi oder Banijay für Red Arrow.

ProSiebenSat.1 könnte mit dem Verkauf ihrer US-Filmproduktionstochter Red Arrow rund 250 Mio Euro verdienen. Laut Reuters hofft der Konzern auf Angebote der französischen Konkurrenz, also Vivendi oder Banijay. ProSiebenSat.1-Chef Max Conze hat Teile von Red Arrow zum Verkauf gestellt, das Deutschland-Geschäft und die Digital-Tochter Studio 71 will der Konzern aber behalten.
derstandard.at

Analyse: Frankreichs Leitmedien gehören fast alle branchenfremden Milliardären.

Französische Leitmedien sind inzwischen fast ausnahmslos im Besitz branchenfremder Milliardäre, analysiert Stefan Brändle und macht eine Nähe zum Elysée-Palast aus. Die Partnerin von "Le Monde"-Großaktionär Xavier Niel ist eine Freundin von First Lady Brigitte Macron und nebenbei die Tochter des Luxusgüter-Magnaten und Macron-Sympathisanten Bernard Arnault, der die Zeitungen "Les Echos" und "Le Parisien" besitzt. Der Privatsender TF1 gehört dem Baukonzern Bouygues, die Zeitung "Le Figaro" der Flugzeugbauer-Familie Dassault.
fr.de

Meinung: Verleger sollten europäische Alternative zu Google schaffen.

Google News: Verlage sollten eine europäische Plattform als Gegenpol zu Google schaffen, kommentiert "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld (Foto). Die Digitalkonzerne seien der Überzeugung, sie stünden über dem Gesetz. In Frankreich verzichtet Google auf Presse-Snippets, um Abgaben aufgrund des Leistungsschutzrechts zu umgehen.
faz.net

“Le Monde”-Besitzer sagen Mitarbeitern Mitsprache bei neuen Mehrheitsaktionären zu.

Le Monde_150x150Le Monde: Die Mitarbeiter und Aktionär Matthieu Pigasse legen ihren Streit bei. Pigasse und Xavier Niel als weiterer Aktionär sichern den Mitarbeitern, wie von ihnen gefordert, ein Mitspracherecht ein, sollten sich die Mehrheitsverhältnisse an der Zeitung in Zukunft ändern. Der Streit hatte sich am tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky entzündet, der seit Oktober 2018 mit 49 % an der Holding von
Pigasse beteiligt ist, in der die "Le Monde"-Anteile liegen. Die Mitarbeiter fürchten um die Unabhängigkeit der Zeitung. Sie halten gemeinsam mit den Leser ein Viertel der Anteile.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Journalisten von “Le Monde” ringen um Mitsprache bei Eigentümer-Verhältnissen.

Le Monde_150x150Frankreich: Die Journalisten der Tageszeitung "Le Monde" streiten mit Privatinvestor Matthieu Pigasse um die Aufnahme des tschechischen Aktionärs Daniel Kretinsky. Pigasse will eine Vereinbarung nicht unterzeichnen, die einer Vertretung von Journalisten, Mitarbeitern, Lesern und Minderheitsaktionären ein Veto bei Eigentümer-Veränderungen einräumen würde. Pigasse erklärt, er wolle seine Mehrheitsanteile behalten, die Journalisten fürchten, er habe Kretinsky ein Vorkaufsrecht eingeräumt.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: Frankreich will mit einer Super-Mediathek Netflix und Co angreifen.

Frankreich: Der öffentlich-rechtliche TV-Sender France Télévisions schließt sich mit den beiden größten Privatsendern TF1 und M6 zusammen, um mit der senderübergreifende Mediathek "Salto" eine Antwort auf Netflix und Co zu finden, beobachtet Kathrin Müller-Lancé. Vor allem französische und europäische Produktionen sollen so eine neue Plattform erhalten. Die französische Kartellbehörde weist das neue Angebot aber bereits vorab in die Schranken, so dürfen die Sender u.a. nur beschränkt exklusives Material anbieten und im eigenen linearen Programm nicht kostenlos für das gemeinsame Angebot werben.
"Süddeutsche Zeitung", S. 31

Meinung: Karikaturisten verlieren an Macht.

Karikaturen können heute keine Machthaber mehr stürzen, sagt der französische Zeichner Renald Luzier im Interview mit der "Welt am Sonntag". Er überlebte den Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", da er verschlafen hatte. Karikaturen verbreiteten sich heute schnell über Social Media, doch es sei unmöglich, den Humor aller Nutzer zu treffen.
"Welt am Sonntag", S. 57 (Paid)