RTL Group wächst 2017 ordentlich, verdient 739 Mio Euro.

RTL Group setzt 2017 knapp 6,4 Mrd Euro um, das sind 2,2 % mehr als 2016. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) steigt um 3,8 % auf knapp 1,5 Mrd Euro. Der Nettogewinn für die Aktionäre steigt um 2,6 % auf 739 Euro. CEO Bert Habets sieht weiter Wachstumschancen im Streaming-Markt und will in den nächsten Monaten neue Angebote in Belgien, Ungarn und Kroatien starten.

51,5 % der Umsätze kommen aus dem Geschäft mit Fernseh- und Radiowerbung, 20,1 % aus Inhalteproduktion und 13 % aus dem Digitalgeschäft. Das Digitalgeschäft soll bis 2022 auf 15 % Umsatzanteil anwachsen. Die Mediengruppe RTL Deutschland trägt 743 Mio Euro zum Ebitda bei, die französische Groupe M6 bringt 389 Mio Euro ein. FremantleMedia trägt 140 Mio Euro bei, RTL Nederland 87 Mio Euro. Hauptaktionär der RTL Group ist Bertelsmann mit 75,1 %.
per Mail, turi2.de (Background)

Öffentlich-Rechtliche stehen in ganz Europa in der Kritik.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk steht aktuell nicht nur in Deutschland in der Kritik: In der Schweiz sammelt die Volks-Initiative "No Billag" Stimmen, in Polen haben viele Menschen mit der Abschaffung der Medienfreiheit auch ihren Fernseher verbannt. In Frankreich soll eine Reform alle öffentlichen Sender bündeln und die Budgets eindampfen, in Österreich streiten FPÖ und ORF.
sueddeutsche.de

Emmanuel Macron verlegt Pressesaal aus dem Elysée-Palast.

Korrespondenten im Elysée-Palast müssen den Pressesaal im Ehrenhof nach 40 Jahren räumen, da dieser als Konferenzraum für die Berater des Präsidenten benötigt wird. Der Pressesaal müsse aus Platzgründen in ein Nebengebäude verlegt werden. Journalisten sehen darin den "politischen Willen, die Presse auf Abstand zu bringen".
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Deutsche Journalisten schießen sich auf Macron als Erlöser-Figur ein, schreibt Benedict Neff.

Journalismus: Deutsche Journalisten schwärmen für den französischen Präsidenten als Retter der EU, beobachtet Benedict Neff. Die "Zeit" betitelt ihn als "Heiland", die "Süddeutsche Zeitung" als "Held", die "Welt" als "Visionär". Die "beklemmende Regierungsbildung in Berlin" sei Ursache der Verknallerei, das journalistische Mitgefühl für Merkel hingegen fast aufgebraucht.
nzz.ch

Französischer Familienclan verkauft Anzeigen in Zeitschriften, die es nicht gibt.

Anzeigenbetrug: Ein französisches Familien-Unternehmen hat Firmen und Konzernen, auch deutschen, Anzeigen in Fachmagazinen verkauft, die es gar nicht gibt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Masche lief offenbar seit den 1960ern. Statt zehntausenden Heften wurden immer nur 300 Belegexemplare mit kopierten Texten aus dem Internet gedruckt. Gewerkschafter dienten gegen Bezahlung als vermeintliche Herausgeber der Blätter. Nun steht der Familienclan in Paris vor Gericht und beschuldigt sich gegenseitig.
sueddeutsche.de

Vorsitzender der TV-Entertainment-Sparte und Finanz-Chefin verlassen G+J-Tochter Prisma Media .

Prisma Media, französische Tochter von Gruner + Jahr, startet ohne seinen bisherigen Chef der TV-Entertainment-Sparte, Daniel Daum, ins neue Jahr, berichtet "New Business". Die Nachfolge übernimmt Rolf Heinz zusätzlich zu seiner Funktion als Präsident von Prisma Media. Auch Delphine Messner, Finanz-Chefin des Unternehmens, hat die Firma zum Jahreswechsel verlassen. Ihre Aufgaben übernehmen übergangsweise Rolf Heinz und David Berrebi, ansonsten fürs Kundenmarketing zuständig.
dnv-online.net, "New Business" 1-2/2018, S. 29 (Paid)

"Charlie Hebdo": Meinungsfreiheit wird ein Luxusprodukt.

Meinungsfreiheit wird in Zeiten des Terrors zum "Luxusprodukt", beklagt die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor dem 3. Jahrestag des Anschlags auf die Redaktion mit zwölf Toten. Pro Jahr müsse das Magazin 800.000 Exemplare verkaufen, um die Kosten zum Schutz der Mitarbeiter zu decken. Redakteur Fabrice Nicolino schreibt, der Alltag der Redaktion seit dem Anschlag bestehe aus "bewaffneten Polizisten, gepanzerten Türen, Angst und Tod".
derstandard.at, turi2.de (Background)

Frankreich stellt Whatsapp ein Datenschutz-Ultimatum.

Frankreich: Whatsapp bekommt einen Monat Gnadenfrist, um seine Methoden in Sachen Datenweitergabe an französisches Recht anzupassen. Die Pariser Datenschutzaufsicht CNIL droht andernfalls mit Sanktionen. Whatsapp leitet bisher gesetzeswidrig Telefonnummern und andere Daten an Facebook weiter, um das Verhalten der Nutzer zu analysieren. Der Messenger-Dienst muss dafür künftig die explizite Einwilligung der Nutzer abfragen.
horizont.net, derstandard.de

Aufeminin-Verkauf bringt Springer 286 Mio Euro.

Springer kann mit dem Verkauf von Aufeminin 286,1 Mio Euro erlösen. So viel bietet der französische Sender TF1 für Springers Mehrheitsanteil, den das Unternehmen einst für 215 Mio Euro erwarb. Finanzvorstand Julian Deutz begründet den Verkauf mit dem veränderten Fokus von Aufeminin: Die Gruppe mit Marken wie dem Frauenportal Gofeminin, dem Gesundheitsportal Onmeda und dem Versand My Little Box habe sich stark in Richtung E-Commerce entwickelt. Springer legt den Fokus auf klassische Verlagsprodukte und das Rubrikengeschäft. Das Geschäft muss in Frankreich noch von Betriebsräten und Kartellbehörden abgesegnet werden.
turi2 vor Ort bei PK in Berlin, axelspringer.de, turi2.de (Background)

Springer will seine Aufeminin-Beteiligung an TF1 verkaufen.

Springer verhandelt exklusiv mit Télévision Française 1 über den Verkauf seiner Anteile an Aufeminin. Dazu gehören Marken wie das deutsche Gesundheitsportal Onmeda und die englische Elternplattform Netmums. Springer hält 78,43% an der Gruppe, die 2016 einen Umsatz von 107 Mio Euro erwirtschaftet hat und 470 Mitarbeiter beschäftigt.
boersennews.de, t-online.de

Zitat: "Charlie Hebdo"-Chef verteidigt Islam-Titelbilder.

"Für 'Charlie Hebdo' war der Islam nie eine Obsession, auch wenn das gern behauptet wird. Die allermeisten Titelbilder beziehen sich auf innenpolitische Themen. Aber durch seine politische Ideologie, den Islamismus, schafft es der Islam seit Jahrzehnten regelmäßig in die Nachrichten."

Gérard Biard, Chefredakteur der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo, sieht Islam-Karikaturen nur als Spiegelbild der politischen Lage.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview:

Zu Mordaufrufen bei Facebook:

"Beleidigungen sind der neue Status quo, Einschüchterungen und Bedrohungen gelten als legitime Argumente. Man sagt nicht mehr: 'Ich bin anderer Meinung', sondern: 'Du Hurensohn, ich werde dich umbringen.'

"Es braucht Gesetze, damit gewährleistet wird, dass die Eigentümer und Betreiber von sozialen Netzwerken juristisch verantwortlich sind für das, was in ihren Netzwerken passiert, so wie ein Verleger für den Inhalt seiner Zeitung juristisch verantwortlich ist. Diese Leute wissen genau, wie sie weniger Steuern zahlen, also sollten sie auch in der Lage sein, wirksame Filter einzubauen."

L’Oréal baut sich mit Influencern und Hautscans zum digitalen Kosmetiker um.

L’Oréal entwickelt sich trotz stolzen 108 Jahren auf dem Buckel mit großen Schritten zum Digitalkonzern, berichtet Thomas Hanke. Weil Schönheit sozial ist, sei das Kosmetik-Unternehmen quasi von Natur aus stark in den sozialen Netzwerken, betont Boss Jean-Paul Agon. Seine Digitalstrategie läuft seit 2010, bisher stammen 7 % der Umsätze von außerhalb des klassischen Handels. Immerhin liegt das Wachstum der Digitalsparte bei 30 %. Helfen soll u.a. eine Software, mit der Kunden ihre Haut detailliert untersuchen können - um hinterher die richtigen Produkte bei L’Oréal zu kaufen.
"Handelsblatt", S. 52 (Paid)

Zitat: Romane sollten auch gesellschaftlich relevante Argumente enthalten, fordert Michel Houellebecq.

"Die Verfechter einer puristischen, schönen, reinen Literatur sind Gaukler, die keine Wahrheit zu sagen haben."

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq verteidigt in seinem angeblich letzten Interview, dass er in seinen Romanen immer wieder soziologische und ökonomische Ausführungen einflechtet.
"Spiegel" 43/2017, S. 125

Gruner + Jahr: Prisma Media launcht französische Frauenzeitschrift.

Frankreich: G+J-Tochter Prisma Media legt die monatliche Frauenzeitschrift "Ohmymag" an den Kiosk. Sie richtet sich mit Frauen- und Digitalthemen an Frauen zwischen 18 und 35 Jahren. "Ohmymag" startet in Frankreich mit rund 120.000 Exemplaren und kostet 3 Euro. Die Zeitschrift ist aus dem gleichnamigen Internet-Portal hervorgegangen.
new-business.de, e-marketing.fr

"Le Monde": Emmanuel Macron ändert seine Kommunikationsstrategie.

Emmanuel Macron ändert seine Medienstrategie, schreibt die französische Zeitung "Le Monde". Auf seiner aktuellen Auslandsreise beantworte der französische Präsident auch Fragen zur Innenpolitik - und verstoße damit gegen seine eigene Regel. Macron wolle sich künftig außerdem ein- bis zweimal pro Monat direkt an die Franzosen wenden, das Medium dafür sei noch offen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Frankreich: SFR gefährdet Verlage, beobachtet Jürg Altwegg.

Frankreich: SFR, Nummer Zwei auf dem französischen Telekommunikationsmarkt, gefährdet die Verlage mit seinem Angebot SFR Presse, bei dem Kunden mit Handy- oder Internetvertrag sämtliche Medien digital zu Dumpingpreisen lesen, beobachtet Jürg Altwegg. SRF-Chef Patrick Drahi findet hingegen, er habe für die Zeitungen das Geschäftsmodell der Zukunft entwickelt. Die Verleger sagen, sie wollen Erfahrungen mit Drahis Digitalkiosk sammeln.
"FAZ", S. 13 (Paid)

IOC vergibt Olympische Sommerspiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles.

Olympische Sommerspiele finden 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles statt. Das IOC hat sich mit beiden Bewerbern auf diese Reihenfolge geeinigt, berichtet zuerst die "L.A. Times". Die Absegnung durch die IOC-Vollversammlung gilt als Formsache. Neben Paris hatten sich für 2024 ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben, ihre Bewerbung aber mangels Unterstützung in der Bevölkerung zurückgezogen. Für Paris und L.A. sind es jeweils die dritten Sommerspiele.
faz.net, latimes.com

Französische Medien starten gemeinsame Daten-Plattform.


Ensemble contre Google: Französische Medien wollen der Werbewirtschaft eine Alternative zu Google und Facebook bieten und starten die Datenplattform Gravity. Initiatoren sind der Medienkonzern Lagardère und die Finanzzeitung Les Échos. Mit dabei sind die RTL-Tochter M6, Prisma Media, der Frankreich-Ableger von Gruner + Jahr, und Condé Nast.

Mit Gravity sollen Werbekunden Kampagnen leichter planen und gezielt aussteuern können. Ab September laufen erste Tests, im November soll die Daten-Allianz offiziell starten. Bisher machen rund 100 Medienmarken mit, sie erreichen nach eigenen Angaben 44 % der französischen Internetnutzer. (Foto: AP Images)
new-business.de

Hör-Tipp: Französische Journalisten suchen in den Pariser Vorstädten Talente.

Hör-Tipp: Französische Journalisten gehen in den Pariser Vorstädten auf Nachwuchs-Suche und bieten Talenten journalistische Fortbildungen an, berichtet Suzanne Krause. Junge Bewohner der Banlieues sollen eine Stimme bekommen. U.a. entwickelt eine Gruppe Gehörloser Web-Videos mit Gebärdensprache, um Menschen mit Höreinschränkungen besser zu informieren.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio)

Basta: Franzosen finden Gefallen an deutscher Fußmode.

Das letzte Erkennungsmerkmal deutscher Touristen im Ausland fällt der Globalisierung zum Opfer. Angeregt durch ein Video des Pariser Vorstadt-Rappers Al Rima finden auch immer mehr Franzosen Gefallen daran, Sandalen, Flip-Flops und Badeschlappen mit Socken zu tragen. Sogar auf dem Laufsteg von Louis Vuitton ist dieser Trend inzwischen angekommen. Aber Haute Couture war ja noch nie ein Beweis für Geschmack.
zdf.de (2-Min-Video)

Mediaset reicht eine neue Klage gegen Vivendi ein.

Mediaset reicht eine neue Klage gegen Vivendi ein, sagt Verwaltungsratspräsident Fedele Confalonieri. Der Konzern wirft dem französischem Konkurrent Vertragsbruch, unloyale Konkurrenz und Verletzung des Medienpluralismus-Gesetzes vor. Das gescheiterte Abkommen mit Vivendi sei zu "einer starken Hürde in der Entwicklung" von Mediaset geworden.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Minenexplosition tötet drei Journalisten im Irak.

Irak: Bei einer Minenexplosion in der Stadt Mosul sind drei Journalisten ums Leben gekommen, ein weiterer wurde verletzt. Die französisch-schweizerische Journalistin Véronique Robert, 54, konnte in Bagdad noch operiert und in ein Krankenhaus in Paris gebracht werden, wo sie ihren Verletzungen erlegen ist. Ihr französischer Kameramann Stephan Villeneuve und der kurdische Reporter Bachtijar Addad starben infolge der Explosion. Die Journalisten hatten für eine TV-Reportage irakische Spezialkräfte begleitet.
tagesanzeiger.ch, augsburger-allgemeine.de, theguardian.com, francetvinfo.fr (51-Sek-Video auf Französisch)


Hommages aux trois journalistes tués en Irak

Mitarbeiter bestreiken Nachrichtensender France24.

France24: Mehr als 120 Journalisten und Techniker des internationalen französischen Newssenders haben für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Sie protestieren gegen unsoziale und ungesunde Arbeitszeiten. Es geht um eine Vereinbarung zwischen France24, Mitarbeitern und Gewerkschaften von 2015, die Nacht- und Frühschichten auf maximal sieben innerhalb von 14 Tagen reduzieren soll - umgesetzt wurde sie bisher nicht.
theguardian.com