Wir graturilieren: Karl Hans Arnold wird 60.

Wir graturilieren: Mitglied im Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat der Funke Mediengruppe, Karl Hans Arnold, macht heute die 60 voll. Er startet sein neues Lebensjahrzehnt mit Tatendrang, Optimismus, aber auch mit Demut. Beruflich setzt Arnold sich zum Ziel, einen Beitrag zum unab­hängigen Journalismus zu leisten: "Eine notwendige und erfüllende Aufgabe." Wenn er sich etwas wünschen dürfte, wäre das die erhebliche finanzielle Ausstattung der Redaktionen. Aber "bitte nicht durch Subventionen", sagt Arnold.

Doch bevor die Verantwortung ruft, ist erstmal Entspannen angesagt: Seinen Ehrentag verbringt er mit seiner Familie an der ihm so vertrauten Côte d'Azur. Glückwünsche erreichen Arnold heute per E-Mail.

Christine Ritzenhoff wird Chefredakteurin der neuen Funke-Medienmarke “kronendach”.

Neues Produkt: Journalistin Christine Ritzenhoff wird Chefredakteurin der neuen Funke-Mulitchannel-Marke "kronendach". Die Marke setzt sich mit bewussten und nachhaltigen Lifestyle auseinander. Bisher ist "kronendach" als Social-Media-Marke auf Instagram und Facebook aktiv gewesen. Jetzt launcht Funke die dazugehörige Webseite kronendach.com. Ab September soll ein Printmagazin erscheinen, gefolgt von weiteren Produkten z.B. Büchern.
funkemedien.de

Funke entwickelt ein einheitliches Design für alle Tageszeitungen.

Neuer Mantel: Die Funke Mediengruppe verpasst ihren Tageszeitungen ein neues, einheitliches Design. Heute sind bereits u.a. die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die "Westfalenpost" und die "Westfälische Rundschau" im neuen Layout erschienen. Weitere Tageszeitungen wie das "Hamburger Abendblatt" und die "Thüringer Allgemeine" "folgen demnächst". Die digitalen Auftritte der Tageszeitungen bekommen auch einen neuen Anstrich. Das Layout hat die Agentur Einhorn Solutions zusammen mit den Designerinnen Anja Horn und Yvonne Acksel entworfen.
funkemedien.de

Tanja Fox wird stellvertretende Chefredakteurin von “Myself”.

Funke macht Tanja Fox, 36, zur stellvertretenden Chefredakteurin vom Lifestylemagazin "Myself". Fox war zuletzt im Bereich Corporate Publishing der Kosmetikmarke Weleda tätig, zuvor war sie u.a. Head of Editorial des Frauenmagazins "Glamour" bei Condé Nast. Alexandra Pasi, bisher Deputy Director Beauty bei "Myself", leitet künftig das Ressort "Leben".
funkemedien.de

“Myself” als Zeitungsbeilage geht in Serie.

Zeitungsschrift: Die Funke-Mediengruppe legt die Zeitungsversion von "Myself" nun drei Mal im Jahr den hauseigenen Regionalblättern bei. Die erste "Myself"-Zeitung in diesem Jahr befindet sich am Samstag u.a. in der "WAZ" und dem "Hamburger Abendblatt". Im September produzierte Funke die Beilage zum ersten Mal, um sie als Pilotprojekt zu testen.
funkemedien.de, turi2.de (Background)

Die Berliner Morgenpost zieht in die Funke Zentralredaktion ein.


Der Funke springt über: Der Print-Desk der Funke-Zentralredaktion produziert künftig auch alle Seiten der "Berliner Morgenpost". Damit steht auch das Portal morgenpost.de unter der Leitung von Laura Himmelreich, die seit kurzem Digitalchefin und stellvertretende Chefredakteurin der Zentralredaktion ist. Die "Morgenpost" will die Website ausbauen und investiert weiter in ihre Paid-Content-Strategie mit dem Ziel, mehr Digital-Abonnenten zu entwickeln. Unter anderem wird das Blatt dazu im Laufe des Jahres den Posten des Digital Lead Berliner Morgenpost neu schaffen, der direkt an Chefredakteurin Christine Richter berichtet. Andere Funke-Medien haben das bereits erfolgreich umgesetzt.

Der Schritt ist auch ein Umzug im wörtlichen Sinne: Die Morgenpost zieht in das Funke-Büro in der Friedrichstraße ein, wo auch die Zentralredaktion arbeitet. Die anderen Funke-Abteilungen am Kurfürstendamm, darunter das Anzeigenblatt "Berliner Woche", ziehen an den Standort in der Wilhelmstraße. Die Umsetzung soll bis zum 1. Juli erfolgen.
funkemedien.de, turi2.de (Background)

Sandra Schönbein wird Chefredakteurin von “LandIdee” und “LandApotheke”.

Funke stellt seine Land-Magazine neu auf und macht Sandra Schönbein zur Chefredakteurin von "LandIdee" und "LandApotheke". Schönbein hat die Titel vor etwa zehn Jahren selbst entwickelt. Beide Magazine hat zuletzt das Münchener Redaktionsbüro Blattgold produziert. Schönbein fungiert zusätzlich als Editor-at-Large für alle Landtitel und digitale Ableger. Katharina Seifert tritt Schönbeins Nachfolge als Verlagsbereichsleiterin für "TV für mich", "Zeit für mich" und "Frau von Heute" an.
funkemedien.de

Tatjana Biallas wird neue Geschäftsführerin der Funke Medien Niedersachsen.

Goes on: Gofeminin.de-Chefin, Tatjana Biallas (Foto), wird Geschäfts­führerin der Funke Medien Nieder­sachsen mit Schwer­punkt auf die Digital­strategie. Sie übernimmt von Claas Schmedtje, der sich nach einer Übergangs­phase auf den Hamburger Standort konzentriert, den er derzeit parallel leitet. Verlags­leiterin Nancy Klatt wird zudem Mitglied der Geschäfts­führung in Braunschweig und verantwortet vor allem Vertrieb und Logistik. Außerdem übernimmt Klatt die Geschäftsführung des "Harz Kuriers".
funkemedien.de

Julia Becker geht nicht in den BDZV-Vorstand, Funke tritt aus.


Schüssikowski: Die Funke Mediengruppe um Verlegerin Julia Becker macht ihre Drohung wahr und tritt Ende 2022 aus dem BDZV aus, berichtet u.a. die "FAZ". Damit schlägt Becker auch das Angebot aus, als Vizepräsidentin in den Verbands-Vorstand zu gehen. In einem Brief an die Vize-Präsidenten des Verbands von Funke-Geschäftsführer Christoph Rüth ist von einem Vertrauensverlust der Mediengruppe "in die Veränderungsbereitschaft des geschäftsführenden Präsidiums" die Rede.

Mit dem Austritt wolle Funke den "Spekulationen um das Machtgerangel im BDZV ein klares Signal entgegensetzen und das Augenmerk auf den Kern unserer Diskussion lenken", schreibt Rüth weiter. Funke hatte zuvor mehrmals öffentlich den Rücktritt von Mathias Döpfner als Vorsitzenden gefordert. Der BDZV bot Becker an, den frei gewordenen Vize-Posten von Madsack-Chef Thomas Düffert zu übernehmen. Dieses Angebot lehnt Becker "dankend ab", heißt es in dem Schreiben.

Funke strebt eine umfassende Modernisierung des Verbands an und spricht sich u.a. für ein Mitspracherecht für Lokalmedien und eine Konsolidierung der Landesverbände aus. Zuletzt hatte der BDZV eine Reformkommission mit zehn Verlags- und Verbands-Vertretern gebildet. Die Reformvorschläge sind jedoch insgesamt auf wenig Gegenliebe gestoßen.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: Selina Pfrüner für turi2)

René Benkos Signa-Gruppe steigt bei Funkes “Ostthüringer Zeitung” ein.

Griaß di: Die Funke-Mitgesellschafterin Rheinisch-Westfälische Verlagsgesellschaft tritt ihre Anteile in Höhe von 40 % an der "Ost­thüringer Zeitung" an die öster­reichische Signa-Gruppe von René Benko ab. Signa und Funke übernehmen damit gemeinsam die Kontrolle über die Verlags­gesellschaften. Eine entsprechende Anfrage liege dem Bundeskartellamt vor. Signa-Medien-Geschäfts­führer ist demnach Christoph Keese (Foto), aktuell noch Geschäfts­führer von Springers Beratungs­tochter Hy. Die Signa Holding des Karstadt-Eigentümers Benko hält seit 2018 49 % des Österreich-Geschäfts von Funke.
derstandard.at, turi2.de (Background)

BDZV bietet Julia Becker Vize-Posten und setzt Reform-Kommission ein.


Vize fürs Verweilen: Der BDZV will im Streit um seinen Präsidenten Mathias Döpfner die Reihen schließen und macht Funke-Verlegerin Julia Becker ein Angebot, das sie vermutlich ablehnen wird: Geht es nach dem Verband, soll Becker den frei gewordenen Vize-Posten von Madsack-Chef Thomas Düffert übernehmen, um die Verbands-Arbeit aktiv mitgestalten zu können, berichtet Medieninsider. Unterschrieben ist der Brief von Christian DuMont Schütte, Aufsichtsrat von DuMont, Jan Dirk Elstermann, Verleger "NOZ" und Valdo Lehari, Verleger "Reutlinger General-Anzeiger", die gleichzeitig klarstellen, dass sie hinter Döpfner stehen. Die Unterschrift Döpfners fehlt. Auch deswegen ist es unwahrscheinlich, dass Becker sich nach ihrem Vorstoß gegen den Springer-CEO Ende Februar mit einem Posten beschwichtigen lässt. Funke schweigt bisher zu dem Vorschlag.

Derweil zeitigen die Reformvorschläge Beckers, die Ende Januar bekannt und Mitte Februar im Rahmen der Delegierten-Versammlung diskutiert wurden, Konsequenzen: Es gibt nun eine mit zehn Verlags- und Verbands-Vertretern besetzte Reformkommission, bestehend aus acht Männern und zwei Frauen. Für Springer sitzt der frühere Springer-Manager und Funke-Kenner Christian Nienhaus am Tisch, für Funke verhandelt Verlags-Sprecher Tobias Korenke. Außerdem reden u.a. Verleger Lambert Lensing-Wolff, Inken Boyens, Verlegerin der "Dithmarscher Landeszeitung", Lutz Schumacher von Schwäbisch Media und Matthias Ditzen-Blanke, Verleger der "Nordsee-Zeitung" mit. Für den BDZV ist Katrin Tischer, Geschäftsführerin Märkte, dabei.

Zur Delegierten-Versammlung im September soll es erste Ergebnisse geben. Funke fordert eine Reform des BDZV u.a. mit mehr Mitspracherecht für Lokalmedien, einer Konsolidierung der Landesverbände und einer Kooperation oder Verschmelzung des Zeitungsvermarkters ZMG mit dem Marktforscher GIK. (Fotos: Springer, Selina Pfrüner für turi2)
turi2 – eigene Infos, medieninsider.com (Vize-Angebot, Paid). turi2.de (Background)

Ippen und Funke melden Cyberangriffe auf Websites und in Social Media.


Digitalkrieg: Sowohl Ippen Media als auch die Funke Mediengruppe haben aufgrund ihrer Ukraine-Berichterstattung mit Cyberangriffen auf ihre Angebote zu kämpfen. Thomas Kaspar (Foto), Chefredakteur der zu Ippen gehörenden "Frankfurter Rundschau", spricht von einem "Informationskrieg". Seit Putins Kriegserklärung sei das Aufkommen von russischen Propaganda-Facebook-Kommentaren im Ippen-Netzwerk von durchschnittlich 22.000 auf über 35.000 pro Tag gestiegen.

Das Community-Team von Ippen beobachte dabei "das stets gleiche Muster": Meist männliche Kommentatoren würden u.a. wiederholen, dass die Ukraine "eigenes Territorium" Russlands sei. Verfasst würden die Kommentare zumeist von neu registrierten Accounts, die täglich 50 bis 100 Beiträge posten. Kurzfristig sei es zu einer Überlastung der Löschfunktion gekommen: "Der digitale Krieg hatte sein Ziel erreicht", schreibt Kaspar, der zugleich klarstellt, dass sich die "FR" deshalb nicht aus dem digitalen Raum zurückziehen werde.

Derweil würden die Websites der Tageszeitungen, Magazine und Reichweitenportale der Funke Mediengruppe seit Freitagmorgen "in mehreren Wellen" von Bots angegriffen, ist im "WAZ"-Liveblog zum Ukraine-Konflikt zu lesen. Auch auf den Social-Media-Seiten der Marken registriere man eine "erhöhte Bot-Aktivität". "Durch die Angriffe kann die Aktualisierung unserer Seiten teilweise verzögert werden." Man habe Maßnahmen zur Abwehr weiterer Angriffe eingeleitet.
fr.de, waz.de via faz.net
(Foto: picture alliance/dpa, Marcus Schlaf)

“Süddeutsche Zeitung”: Funke droht nun auch öffentlich mit dem Austritt aus dem BDZV.


Ton verschärft sich: Die Funke Mediengruppe um Verlegerin Julia Becker kokettiert nun erstmals auch öffentlich mit dem Austritt aus dem BDZV und fordert, dass Präsident Mathias Döpfner zurücktritt. "Wir halten die hier geforderte Trennung von Präsidentenamt und Person für nicht haltbar. Deshalb erwarten wir eine personelle Neuaufstellung an der Spitze des BDZV", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Statement. Demnach treibt Funke vor allem die Sorge um, "dass die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche gefährdet ist". Zudem sehe man "die Werte, die wohl jedes dem Journalismus verpflichtete Verlagshaus auszeichnen" nicht mehr ausreichend repräsentiert. Mit der Androhung eines Austritts wolle man "ein deutliches Zeichen setzen, dass sich etwas ändern muss".

Zuvor hatte Funke einen möglichen Austritt nur intern bei der BDZV-Tagung vom 14. Februar angedeutet. Bei der besagten Versammlung soll die Personalie Döpfner nur eine "Randnotiz" gewesen sein. BDZV-Vize Thomas Düffert, Madsack-Geschäftsführer, ist vor einer Woche dann überraschend zurückgetreten – offenbar als Reaktion darauf. Beim Verband herrsche "eine gewisse Ratlosigkeit" nach Düfferts Rücktritt, hört die "Süddeutsche Zeitung". "Die Entscheidung, ob eine Nachfolge benannt wird, liegt gemeinsam in den Händen aller großen Verlagsgruppen, die direkt im Präsidium vertreten sind", lässt der BDZV wissen. Wann damit zu rechnen sei, wisse man aber nicht.

Auslöser der Uneinigkeiten im BDZV sind die jüngsten Recherchen zu Döpfner. Laut "Financial Times" soll der Springer-Chef die internen Untersuchungen im Fall Julian Reichelt verschleppt haben und eigene "Gegenermittlungen" gegen Satiriker eingeleitet haben. Zuvor hatte zudem die "NYT" eine SMS geleakt, in der Döpfner Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" bezeichnet hatte.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background Funke)
(Foto: Selina Pfrüner für turi2)

“Horizont”: Funke gerät durch Kritik an Döpfner beim BDZV selbst ins Abseits.

Funke vs. Döpfner: Funke-Geschäftsführer Christoph Rüth gerät für sein "Rütteln" am Amt von Mathias Döpfner als BDZV-Präsident selbst in die Kritik, berichtet Roland Pimpl bei "Horizont". Funke vermische Springer-Angelegenheiten mit dem Verbandsgeschehen, so der Vorwurf. Gescheitert sei die "Palastrevolution" daran, dass die überwiegenden kleinen Zeitungen in Döpfner einen starken, gut vernetzen Branchen-Lobbyisten sehen. Zudem sei eine Alternative nicht in Sicht – auch Funke-Verlegerin Julia Becker habe "keinerlei Ambitionen", so Pimpl.
horizont.net (Paid)

“FAZ”: Funke denkt über den Verbleib im BDZV nach.


Ein Funken Groll: Die Funke-Gruppe um Verlegerin Julia Becker stellt offenbar den Verbleib des Verlags im BDZV in Frage, hört "FAZ"-Medienjournalist Michael Hanfeld aus der Tagung des Präsidiums vom Montag. Funke habe aufscheinen lassen, "dass man über den Verbleib im BDZV durchaus nachdenke". Demnach sei es bei Funke "denkbar schlecht" angekommen, dass es im Fall Mathias Döpfner keine Aussprache gegeben hat. Funke hatte sich zuvor als erster großer Verlag gegen den BDZV-Chef gestellt und in einem "Spiegel"-Statement von einer "unerlässlichen" Neuaufstellung gesprochen, um die Zeitungsbranche zu schützen.

Um die von Funke in einem Diskussionspapier angeregte Strukturreform des BDZV solle sich in den kommenden Monaten eine "Taskforce aus den Reihen der Mitglieder" kümmern. Es werde dann "konkret an einer Modernisierung gearbeitet", teilt der BDZV mit, ohne weitere Details zu nennen. Funke hatte zuvor durchscheinen lassen, mit einer Fusion aller Verlagsverbände zu liebäugeln.

In der Sitzung hatte sich der BDZV zudem besorgt über den "erneut starken Ausbau von presseähnlichen Angeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" geäußert. Klare Grenzen für Textangebote seien "wichtiger als jemals zuvor". Außerdem appellierte Döpfner erneut an die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag stehende Förderung der Zeitungszustellung umzusetzen, mit Blick auf das "chronisch unterfinanzierte Zustellnetz der Presse" sei dies "zwingend notwendig". Es gehe "um den Informationszugang für alle, also um Grundlagen der Demokratie". (Foto: Selina Pfrüner für turi2)
faz.net, presseportal.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: Funke will Fusion aller Verlagsverbände und “personellen Neuanfang” beim BDZV.

Funke strebt eine Fusion aller Verlagsverbände und einen "personellen Neuanfang" beim BDZV an, schreibt Roland Pimpl bei "Horizont". Er zitiert aus einem internen Schreiben mit Vorschlägen, die Funke bei der Delegiertenversammlung am 14. Februar vorstellen will. Darin fordert die Mediengruppe, bei der Aufsichts­rats­chefin Julia Becker die Fäden zieht, weiter mehr Mitspracherecht für Lokalmedien, eine Konsolidierung der Landesverbände und eine Kooperation oder Verschmelzung des Zeitungsvermarkters ZMG mit dem Marktforscher GIK. Den BDZV-Präsidenten Mathias Döpfner erwähnt das Schreiben nicht namentlich, jedoch heißt es, am Ende des Reformprozesses stehe die Frage, "ob die aktuelle Präsidentenstruktur zeitgemäß ist".
horizont.net (Paid)

IVW: Die größten 110 Regionalzeitungen verlieren alle.

IVW: Die größten 110 deutschen Regionalzeitungen verlieren im 4. Quartal allesamt an Auflage. Der "Tagesspiegel" schreibt das geringste Minus, da er schwindende Print-Käufe mit Digitalabos kompensiert. In Hamburg verliert die "Morgenpost" satte 9,7 %, in Bayern schwächelt vor allem die zu Ippen gehörende "tz". Die Funke-Zeitungen aus Thüringen melden sogar ein Minus von fast 10 %, die Daten sind aber aufgrund eines Hacker-Angriffs aus dem vergangenen Jahr nur bedingt belastbar.
meedia.de

turi2 edition #16: Julia Becker über Verlag und Verantwortung.


Selbst ist die Frau: Julia Becker ist es wichtig, sich zu erinnern, wo sie herkommt. Als Chefin der Funke Mediengruppe sieht sie sich in den Fußstapfen ihres Großvaters und “WAZ”-Mitgründers Jakob Funke. Zum Interview für die turi2 edition #16 trifft sie Peter Turi denn auch im Gründerzimmer des Verlags, wo heute der Schreibtisch ihres Großvaters steht. Becker erklärt, wie der Verlag durch Investitionen, Kooperationen und Zukäufe wachsen soll – und bekennt sich klar zu Diversität: “Die Hälfte unserer Gesellschaft ist weiblich und die Hälfte der Führungspositionen muss mit Frauen besetzt sein.” Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

Die “aktuelle” erhält für Fake-Cover eine Rüge vom Presserat.

Gephotoshopt: Die "aktuelle" hat für ein Fake-Cover eine Rüge vom Presserat erhalten. Wenige Wochen nach dem Tod von Prinz Philip hat die Funke-Zeitschrift mit einem Titelbild aufgemacht, das sich als Foto-Montage herausstellte, berichtet Stefan Niggemeier. Anders als auf dem Cover steht die Queen auf dem Originalbild gar nicht an Philips Grabstein, sondern in ihrem Garten – und inspiziert ihre Pferde.
uebermedien.de

Hör-Tipp: Funke-Verlegerin Julia Becker über die Gefahr von Google und Facebook.

Hör-Tipp: Funke-Verlegerin Julia Becker fordert im "BrostCast"-Podcast mit Hajo Schumacher ein stärkeres Vorgehen der Politik gegen Google und Facebook. Durch die Tech-Giganten würde der Gesellschaft die Möglichkeit, sich eine "freie und anspruchsvolle Presse" leisten zu können, "mit dem Schaufelradbagger abgegraben". Sollte sich Kanzler Olaf Scholz der Problematik nicht annehmen, sei sie sehr besorgt "im Hinblick auf Freiheit und Pluralismus unserer Gesellschaft". Weiter spricht Becker darüber, wie ihre Kindheit auf dem Bauernhof sie geprägt hat und wie sie und ihre Geschwister das Verlagshaus künftig aufstellen wollen.
audionow.de (52-Min-Audio)

Wir graturilieren: Malte Peters wird 44.


Wir graturilieren: Der Geschäftsleiter des Digital Brands Network von Funke, Malte Peters, feiert heute seinen 44. Geburtstag. Er verbringt den Tag mit Frau, Hund und Freunden in Hamburg, wo er während seiner Zeit beim Bauer-Verlag mehrere Jahre lang gelebt hat. Noch nordischer wird es hoffentlich im Sommer, dann steht ein Campingurlaub mit dem VW-Bulli in Skandinavien auf dem Plan.

Beruflich will er sich 2022 darauf konzentrieren, das App-Geschäft bei Funke in München weiter auszubauen. Sein ambitioniertes Ziel: "20.000 zahlende Abonnenten gewinnen, ein bis zwei neue Food-Apps starten und die Umsatzrendite auf 60 % steigern". Im vergangenen Jahr hat ihn dagegen das neue Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz das Leben schwer gemacht, weil sowohl IVW als auch Google "keine brauchbaren Daten" zur Nutzung der Funke-Websites mehr lieferten. Glückwünsche erreichen Peters heute per Telefon oder bei Linked-in.

turi2 edition #16: “Hörzu” wird es auch 2042 noch geben, sagt Jochen Beckmann.


Quicklebendig? Deutschlands älteste Programmzeitschrift “Hörzu” hat gerade ihren 75. Geburtstag gefeiert. Verlagsmanager Jochen Beckmann, 63 und seit 1994 dabei, ist happy – auch wenn die Auflage innerhalb von zehn Jahren von 1,4 Mio auf 800.000 gesunken ist. Dass sein Blatt demnächst Geschichte und die “Hörzu”-Leserinnen bald ausgestorben sein könnten, davor hat Beckmann keine Angst. Fragen dazu findet er “völlig irre und ziemlich doof”, sagt er im Interview in der turi2 edition #16. Weiterlesen >>>

Das Interview mit Jochen Beckmann ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit, die am 12. Januar 2022 erscheint. Hier kostenloses E-Paper bestellen!

Funke übernimmt gofeminin.de.

Funke legt sich das Online-Frauenmagazin Gofeminin.de unter den Weihnachtsbaum. Die Essener verkünden an Heiligabend die Übernahme der Plattform mit 34 Beschäftigten. Bis 2018 gehörte die Website zum Springer-Konzern, der sie an die französische Sendergruppe TF1 verkaufte. Das Team arbeitet auch künftig vom Standort Köln aus und erreicht pro Monat 4,4 Mio Unique User. Funke hatte im Februar bereits Onmeda.de von der TF1-Tochter auFeminin gekauft.
funkemedien.de

“Es gibt keinen ‘Ich tanz auf dem Tisch’-Scholz” – Lars Haider erklärt im turi2 Clubraum den neuen Kanzler.


Die Ruhe in Person: "Aus meiner Sicht war das Wildeste und Verrückteste, das Olaf Scholz in den vergangenen Tagen gemacht hat, Karl Lauterbach zum Gesundheitsminister zu ernennen", sagt Lars Haider im turi2 Clubraum. Das sei bei dem sonst nüchternen, sachlichen und ruhigen Politiker überraschend. Der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts" und Autor der Olaf-Scholz-Biografie "Der Weg zur Macht" schaut mit Moderatorin Tess Kadiri und turi2-Chefredakteur Markus Trantow hinter die Fassade des neuen Kanzlers.

Trantow meint, Lauterbach sei auch deshalb Gesundheitsminister geworden, weil "seine Twitter-Fans unglaublich laut dafür gekämpft haben". Deshalb sollte die Regierung klar machen, dass sie Ministerposten "nicht nach Shares und Likes in Social Media“ besetzt. Für Haider ist das einer der wenigen Fälle, in denen Scholz das macht, "was alle wollen", obwohl er sich damit "einen Paradiesvogel" in die Regierung hole.

Haider hat Scholz in den vergangenen zehn Jahren zwischen 150 bis 200 Mal getroffen. Manchmal nur ganz kurz, manchmal sprachen sie "bis spät in die Nacht". Dabei hat er gelernt, dass es keinen "Ich tanz auf dem Tisch-Scholz" gibt. Witzig sei er trotzdem, vor allem könne er "über sich selbst lachen". Ansonsten zeige der Kanzler Emotionen nur dann, wenn man ihn auf seine Frau und "Frauen generell" anspricht. Auch deshalb glaubt Haider, dass Scholz viel für Frauen tun wird. Moderatorin Kadiri freut sich, dass der Kanzler für ein paritätisches Kabinett gesorgt hat, befürchtet jedoch, dass die Diversität damit endet.

Im turi2 Clubraum diskutiert Tess Kadiri jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast und einem Mitglied der turi2-Redaktion die Themen der Woche und spricht über Leben und Werk des Gastes. Warum er vorherige Bücher unter Pseudonym veröffentlichte, was das Erfolgsrezept des neuen Bundeskanzlers ist und warum Politiker heutzutage viel zu schnell zurücktreten, erzählt Lars Haider im aktuellen Clubraum-Podcast. In der kommenden Woche wird Yasmin Polat zu Gast sein, die den Spotify-News-Podcast Fomo moderiert.
turi2.tv (46-Min-Podcast bei YouTube), apple.com, spotify.com, deezer.com, turi2clubraum.podigee.io


Termin des Tages: Gerhard Schröder und Jörg Quoos stellen Olaf-Scholz-Buch vor.

termine2-logoTermin des Tages: Heute erscheint das Buch "Der Weg zur Macht", in dem Lars Haider, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", beschreibt, wie Olaf Scholz Bundeskanzler wurde. Ab 11 Uhr stellt der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder das Buch im Gespräch mit Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke-Zentralredaktion, vor. Der Talk ist live auf dem YouTube-Kanal der "Berliner Morgenpost" zu sehen.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Am Freitag im turi2 Clubraum: Lars Haider erklärt den Aufstieg von Olaf Scholz.


Lese- und Rede-Stoff: Lars Haider ist der Gottschalk unter den Chefredakteuren – nie um einen Witz verlegen und im Herzen ein Entertainer. Nun hat sich der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", dem ein Rhetorik-Trainer einst riet "Versuchen Sie nicht, intellektuell zu wirken" auf das Feld der politischen Literatur gewagt und ein Buch über Olaf Scholz und dessen Weg zur Macht geschrieben. Im turi2 Clubraum am Freitag wollen Tess Kadiri und Markus Trantow gemeinsam mit ihrem Gast neue Seiten am künftigen Kanzler entdecken. Außerdem verhandelt das Trio die wichtigsten Themen der Woche. Die Sendung läuft live bei Clubhouse und am Abend auch als Podcast.

Im neuen turi2 Clubraum spricht Moderatorin Tess Kadiri jeden Freitagmittag mit einem prominenten Gast und einem Kopf aus der turi2-Redaktion. Bisher zu Gast waren der Sport- und Politik-Werber Raphael Brinkert, der Journalist und Gründer Gabor Steingart sowie die Medien-Kritikerin Samira El Ouassil. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (Kalender-Link)

3sat zeigt Doku über Hacker-Angriffe auf Medien und Marken.

3sat zeigt am 14. Dezember um 22.45 Uhr die Cyber­crime-Doku "Geld her oder Daten weg!", in der auch die Cyber-Attacke auf die Funke-Medien­gruppe eine wichtige Rolle spielt. Neben dem Chef­redakteur der WAZ Andreas Tyrock kommen auch Ermittler zu Wort, ebenso das Mode­unter­nehmen Marc O’ Polo, das auch Opfer eines Hacking-Angriffs wurde.
turi2 – eigene Infos, 3sat.de

Funke bringt “Myself”-Sonderheft “Astrologie” heraus.

Funke stellt seiner Frauenzeitschrift "Myself" eine Sonderausgabe "Astrologie" an die Seite. Das Heft soll "weniger esoterisch" sein und auf 132 Seiten viele Lifestyle-Themen enthalten. Außerdem kommen die Astro-Influencer Chani Nichols und Lori Haberkorn zu Wort. Das Heft erscheint am 17. November und kostet 5,90 Euro. Die Auflage liegt bei 100.000 Exemplaren.
funkemedien.de

Cordula Schmitz verantwortet digitales Abo-Geschäft beim “Hamburger Abendblatt”.

Hamburger Abendblatt macht Cordula Schmitz zur Vize-Chefredakteurin mit Verantwortung für das digitale Abo-Geschäft. Sie kommt von G+J, wo sie zuletzt in gleicher Funktion bei stern.de tätig war. Beim "Abendblatt" arbeitet Schmitz mit Frank Mares zusammen, zuletzt Leiter des Online-Ressorts, der ebenfalls in die Chef­redaktion aufrückt. Ruth Betz, Geschäftsleiterin Digital News bei Funke in Hamburg, verlässt den Verlag und arbeitet künftig als Coach.
funkemedien.de

Debatte: Helene Fischer ärgert sich über Boulevard-Berichte.

Helene-Hype: Jährlich mehr als 1.000 Geschichten in Klatschblättern muss Helene Fischer über sich ergehen lassen, rechnet Übermedien aus. "Die Aktuelle" von Funke habe jüngst ein "selbst für ihre Verhältnisse ausgesprochen perfides Cover" gehabt, das suggeriert, die Schlager-Sängerin hätte ihr Kind verloren. In dem Text geht es aber nur um ihren neuen Song. Fischer stört sich an dem Eingriff in ihre Privatsphäre und könne nachvollziehen, wenn Leute "von diesem permanenten Helene-Fischer-Hype" genervt sind. Sie selbst wolle gar nicht täglich stattfinden.
uebermedien.de

Niggemeier: “Hörzu” schiebt NDR-Ernährungs-Docs Produktnennung unter.

Hörzu garniert Tipps der NDR-Ernährungs-Docs mit einer konkreten Produkt­empfehlung für ein Nahrungs­ergänzungs­mittel, berichtet Stefan Niggemeier. Der Hinweis stamme weder von den Ärztinnen selbst noch von Verlag ihres Buchs. Von Schleich­werbung will Funke nichts wissen und bezeichnet die "beispielhafte Nennung" eines Produkts als "schnellen, leicht zugänglichen Lösungsansatz". Das Präparat findet in "Hörzu" regelmäßig namentliche Erwähnung.
uebermedien.de

DDR-Vergleich und Kolleginnen-Schelte: Die Kritik an Springer-Chef Döpfner wächst.


Gegenwind: Die Kritik an Springer-Chef Mathias Döpfner in Folge seines DDR-Vergleichs und der Bezeichnung von Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" wächst – auch im Zeitungs-Verband BDZV, dem Döpfner seit 2016 als Präsident vorsteht. Madsack-CEO Thomas Düffert, selbst BDZV-Vize, sieht in Döpfners Äußerungen "für alle Journalistinnen und Journalisten" eine "unangemessene und verfehlte Herabsetzung". Düffert findet, dass "auch in privaten Diskussionen kein Zweifel an der Integrität und Unabhängigkeit der Redaktionen" aufkommen sollten. Funke-Chef Christoph Rüth schlägt bei Übermedien in die gleiche Kerbe: "Die – wenn auch angeblich überspitzte – Formulierung 'Propaganda-Assistenten'" hält er "für völlig unpassend" und "dem Amt eines BDZV-Präsidenten nicht angemessen".

Von Carsten Lohmann, Geschäftsführer des ebenfalls im BDZV organisierten "Mindener Tageblatt", kommt die erste Rücktrittsforderung: "Ich finde, dass jemand, der oberster Repräsentant der Tageszeitungen in Deutschland ist, mit so einer Aussage nicht mehr haltbar ist", sagt er im Deutschlandfunk. Das fordert auch "stern"-Chefredakteur Florian Gless. Er schreibt in einem langen Meinungsbeitrag, Döpfner solle "von allen Posten und Ämtern" zurücktreten. In seiner privaten Nachricht verfalle "der CEO eines der größten deutschen Medienkonzerne der Querdenker-Lyrik". Gless findet: "Das alles wiegt umso schwerer, als Döpfner sich stets als feingliedriger Intellektueller gibt."

Übermedien fragt neben Funke auch bei zahlreichen anderen Verlagen an, wie sie zu Döpfners Äußerungen stehen, kassiert aber Absagen oder erhält keine Antworten. Der BDZV teilt mit, dass er "grundsätzlich keine einzelnen Vorgänge unternehmerischer Tätigkeiten von Mitgliedsverlagen" kommentiere.

Der Springer-Verlag hatte die in einem Beitrag der "New York Times" geleakte SMS zuvor in einem Pressestatement relativert. In einer Video-Botschaft hatte Döpfner auch noch mal im O-Ton Schadensbegrenzung versucht.
newsroom.de (Düffert), uebermedien.de (Rüth), deutschlandfunk.de (Lohmann), stern.de (Gless)

Funke baut Digital-Hub in Erfurt.

Funke erweitert sein Digital-Team in Erfurt und lässt von dort aus ab 2022 seine Reichweiten-Portale betreuen, darunter das NRW-Portal DerWesten.de, Moin.de in Hamburg und Thueringen24.de. Auch Themen-Portale wie BildDerFrau.de, und futurezone.de sollen in Thüringen angesiedelt werden. Auf wie viele Beschäftigte das Team wächst, sagt Funke bisher nicht. Unklar ist auch, ob der neue Digital-Hub nur technisch oder auch journalistisch arbeitet. Zuletzt hatte Funke in Erfurt das Aus seiner Druckerei angekündigt.
kress.de

Druckerei-Aus in Erfurt: Sozialplan für Funke-Versandhelferinnen steht.

Funke: Arbeitgeber und Betriebsrat der vor dem Aus stehenden Druckerei in Erfurt haben sich auf einen Sozialplan für etwa 140 Versandhelferinnen geeinigt, berichtet der MDR. Demnach erhalten Vollzeit­
beschäftigte eine Abfindung in Höhe von 80 % ihres durchschnittlichen Monatsbruttoverdienstes und eine Treueprämie von bis zu 9.000 Euro, wenn sie ihre Klagen zurückziehen. Außerdem will Funke für die Mitarbeiterinnen eine Stellenbörse einrichten. Der Betriebsratsvorsitzende sagt, man habe für den Sozialplan "hart ringen" müssen. Die Stimmung bei den Mitarbeiterinnen habe einen Tiefpunkt erreicht. Funke will ab Dezember den Druck von Tageszeitungen in Erfurt einstellen. Wo die "Thüringer Allgemeine", "Thüringische Landeszeitung" und "Ostthüringer Zeitung" dann gedruckt werden, ist noch unbekannt.
mdr.de , turi2.de (Background)

Funke: Julia Becker übt Selbstkritik und verkündet Abo-Ziele.


Große Erwartungen: Funke-Verlegerin Julia Becker tritt zum Interview mit der "Zeit" an. Im Gespräch mit Götz Ha­mann und Han­nah Knuth gibt sie sich selbstkritisch, was vergangene Verlagsentscheidungen angeht – und ehrgeizig mit Blick in die Zukunft. So verkündet sie das Ziel, bis 2025 die Zahl der Abos auf 1 Mio zu erhöhen, davon die Hälfte digital. Aktuell zählt der Verlag ca. 850.000 Abonnentinnen. Schaffen will sie das u.a. durch mehr Diversität in den Redaktionen: "Wir müs­sen noch viel stär­ker die heu­ti­ge Ge­sell­schaft ab­bil­den, al­so di­ver­ser wer­den, weib­li­cher, jün­ger – in un­se­ren Re­dak­tio­nen und In­hal­ten." Dazu gehören auch "mehr Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund".

Angesprochen auf die harten Sparrunden der Vergangenheit ist Becker selbstkritisch: "Wir muss­ten die Re­gio­nal­me­di­en re­struk­tu­rie­ren, das war un­um­gäng­lich, um sie zu­kunfts­fä­hig auf­zu­stel­len. Auch wenn da­bei stark an den Re­dak­teu­ren ge­spart wur­de und zu we­nig an den Pro­zes­sen." Zudem erkennt sie Nachholbedarf im Digitalen. Becker betont, dass die Komplett-Übernahme des Verlags durch den Grotkamp-Teil der Familie "kei­ne emo­tio­na­le Über­sprungs­hand­lung", sondern gut durchdacht und vorbereitet war.

Becker will mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen etwa im Content Marketing angreifen und Kooperationen mit anderen Verlagen forcieren: "Schau­en Sie mal auf die fa­mi­li­en­ge­führ­ten Ver­la­ge in Nord­rhein-West­fa­len: Muss da wirk­lich je­der al­le Ver­lags­funk­tio­nen selbst vor­hal­ten? Kön­nen wir da nicht zum Bei­spiel im Druck oder bei der IT eng zu­sam­men­ar­bei­ten, um im Re­dak­tio­nel­len un­ab­hän­gig zu blei­ben?"
"Zeit" 40/2021, S. 30 (Paid)

Kartellamt: Funke darf “Ostthüringer Zeitung” nicht übernehmen.

Erloschen: Funke scheitert mit der angestrebten Komplett-Akquise der "Ostthüringer Zeitung" am Kartell­amt. Dessen Präsident Andreas Mundt (Foto) sagt, die Übernahme "hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet". Trotz schon bestehender Kooperation müsse die redaktionelle Vielfalt geschützt werden. Funke hält schon 60 % an der "Ostthüringer Zeitung". Minderheits­gesellschafterin Rheinisch-West­fälische Verlags­gesellschaft hat allerdings ein vertragliches Recht auf Mitkontrolle.
new-business.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: Funke will 50 Stellen in der Anzeigenabwicklung streichen.

Funke will die Vermarktungsabteilung ihrer Regionalzeitungen umbauen, schreibt "Horizont". Demnach soll der Verlag bis Ende 2021 rund 50 Stellen streichen. Betroffen seien u.a. das "Hamburger Abendblatt" und die "Berliner Morgenpost". Grund für die Streichungen seien Auftrags- und Umsatzrückgänge, die 2021 ein Minus von gut 40 % im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 einfahren.
horizont.net (Paid)

“Welt am Sonntag”: Funke-Geschwister haben mit Verlagsübernahme die Familien-Mission erfüllt.


Mission erfüllt: Funke-Verlegerin Julia Becker (links im Bild) und ihre Geschwister Nora Marx (rechts) und Niklas Wilcke (Mitte) geben in ihrem ersten gemeinsamen Interview in der "Welt am Sonntag" Einblick in die Komplett-Übernahme des Verlags und ihre Pläne. Der Kauf des letzten Drittels war "die Finalisierung eines klaren Plans, einer Mission, die in unserer Familie, seitdem wir denken können, vorgelebt wird", sagt Becker. Dabei hätten die Geschwister viel diskutiert, "wie wir mit Verantwortung, Erwartungen, aber auch unseren Ängsten umgehen wollen". Zu ihren Plänen für die Mediengruppe sagt Marx: "Wir wollen Funke in den kommenden zwei Jahren wirklich transformieren", wobei sich die Transformation nicht allein auf Digitalisierung beschränken soll. Sie erwartet eine "Herausforderung, die Aufbruchstimmung entfachen wird".

Wilcke sieht neue Geschäftsmodelle vor allem bei Data, Content Marketing und Events. "Wir sind hier heute schon in vielen Bereichen gut aufgestellt", sagt er. Auch die Unternehmens­kultur soll eine Neuausrichtung erfahren, "die von absoluter Transparenz, Respekt und vertrauens­vollem Miteinander geprägt ist", so Marx. Becker sieht "viele Eitelkeiten, Machtansprüche und Begehrlichkeiten", die allein der Titel CEO wecke und kündigt an: "Ich glaube, man ist auch hier gut beraten, von diesem traditionellen Management-Modell der 80er-Jahre mit Berichtslinien, Vorzimmerdamen und Fensterachsen wegzugehen".
"Welt am Sonntag" (Paid), turi2.de (Background)