Niggemeier: “Hörzu” schiebt NDR-Ernährungs-Docs Produktnennung unter.

Hörzu garniert Tipps der NDR-Ernährungs-Docs mit einer konkreten Produkt­empfehlung für ein Nahrungs­ergänzungs­mittel, berichtet Stefan Niggemeier. Der Hinweis stamme weder von den Ärztinnen selbst noch von Verlag ihres Buchs. Von Schleich­werbung will Funke nichts wissen und bezeichnet die "beispielhafte Nennung" eines Produkts als "schnellen, leicht zugänglichen Lösungsansatz". Das Präparat findet in "Hörzu" regelmäßig namentliche Erwähnung.
uebermedien.de

DDR-Vergleich und Kolleginnen-Schelte: Die Kritik an Springer-Chef Döpfner wächst.


Gegenwind: Die Kritik an Springer-Chef Mathias Döpfner in Folge seines DDR-Vergleichs und der Bezeichnung von Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" wächst – auch im Zeitungs-Verband BDZV, dem Döpfner seit 2016 als Präsident vorsteht. Madsack-CEO Thomas Düffert, selbst BDZV-Vize, sieht in Döpfners Äußerungen "für alle Journalistinnen und Journalisten" eine "unangemessene und verfehlte Herabsetzung". Düffert findet, dass "auch in privaten Diskussionen kein Zweifel an der Integrität und Unabhängigkeit der Redaktionen" aufkommen sollten. Funke-Chef Christoph Rüth schlägt bei Übermedien in die gleiche Kerbe: "Die – wenn auch angeblich überspitzte – Formulierung 'Propaganda-Assistenten'" hält er "für völlig unpassend" und "dem Amt eines BDZV-Präsidenten nicht angemessen".

Von Carsten Lohmann, Geschäftsführer des ebenfalls im BDZV organisierten "Mindener Tageblatt", kommt die erste Rücktrittsforderung: "Ich finde, dass jemand, der oberster Repräsentant der Tageszeitungen in Deutschland ist, mit so einer Aussage nicht mehr haltbar ist", sagt er im Deutschlandfunk. Das fordert auch "stern"-Chefredakteur Florian Gless. Er schreibt in einem langen Meinungsbeitrag, Döpfner solle "von allen Posten und Ämtern" zurücktreten. In seiner privaten Nachricht verfalle "der CEO eines der größten deutschen Medienkonzerne der Querdenker-Lyrik". Gless findet: "Das alles wiegt umso schwerer, als Döpfner sich stets als feingliedriger Intellektueller gibt."

Übermedien fragt neben Funke auch bei zahlreichen anderen Verlagen an, wie sie zu Döpfners Äußerungen stehen, kassiert aber Absagen oder erhält keine Antworten. Der BDZV teilt mit, dass er "grundsätzlich keine einzelnen Vorgänge unternehmerischer Tätigkeiten von Mitgliedsverlagen" kommentiere.

Der Springer-Verlag hatte die in einem Beitrag der "New York Times" geleakte SMS zuvor in einem Pressestatement relativert. In einer Video-Botschaft hatte Döpfner auch noch mal im O-Ton Schadensbegrenzung versucht.
newsroom.de (Düffert), uebermedien.de (Rüth), deutschlandfunk.de (Lohmann), stern.de (Gless)

Funke baut Digital-Hub in Erfurt.

Funke erweitert sein Digital-Team in Erfurt und lässt von dort aus ab 2022 seine Reichweiten-Portale betreuen, darunter das NRW-Portal DerWesten.de, Moin.de in Hamburg und Thueringen24.de. Auch Themen-Portale wie BildDerFrau.de, und futurezone.de sollen in Thüringen angesiedelt werden. Auf wie viele Beschäftigte das Team wächst, sagt Funke bisher nicht. Unklar ist auch, ob der neue Digital-Hub nur technisch oder auch journalistisch arbeitet. Zuletzt hatte Funke in Erfurt das Aus seiner Druckerei angekündigt.
kress.de

Druckerei-Aus in Erfurt: Sozialplan für Funke-Versandhelferinnen steht.

Funke: Arbeitgeber und Betriebsrat der vor dem Aus stehenden Druckerei in Erfurt haben sich auf einen Sozialplan für etwa 140 Versandhelferinnen geeinigt, berichtet der MDR. Demnach erhalten Vollzeit­
beschäftigte eine Abfindung in Höhe von 80 % ihres durchschnittlichen Monatsbruttoverdienstes und eine Treueprämie von bis zu 9.000 Euro, wenn sie ihre Klagen zurückziehen. Außerdem will Funke für die Mitarbeiterinnen eine Stellenbörse einrichten. Der Betriebsratsvorsitzende sagt, man habe für den Sozialplan "hart ringen" müssen. Die Stimmung bei den Mitarbeiterinnen habe einen Tiefpunkt erreicht. Funke will ab Dezember den Druck von Tageszeitungen in Erfurt einstellen. Wo die "Thüringer Allgemeine", "Thüringische Landeszeitung" und "Ostthüringer Zeitung" dann gedruckt werden, ist noch unbekannt.
mdr.de , turi2.de (Background)

Funke: Julia Becker übt Selbstkritik und verkündet Abo-Ziele.


Große Erwartungen: Funke-Verlegerin Julia Becker tritt zum Interview mit der "Zeit" an. Im Gespräch mit Götz Ha­mann und Han­nah Knuth gibt sie sich selbstkritisch, was vergangene Verlagsentscheidungen angeht – und ehrgeizig mit Blick in die Zukunft. So verkündet sie das Ziel, bis 2025 die Zahl der Abos auf 1 Mio zu erhöhen, davon die Hälfte digital. Aktuell zählt der Verlag ca. 850.000 Abonnentinnen. Schaffen will sie das u.a. durch mehr Diversität in den Redaktionen: "Wir müs­sen noch viel stär­ker die heu­ti­ge Ge­sell­schaft ab­bil­den, al­so di­ver­ser wer­den, weib­li­cher, jün­ger – in un­se­ren Re­dak­tio­nen und In­hal­ten." Dazu gehören auch "mehr Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund".

Angesprochen auf die harten Sparrunden der Vergangenheit ist Becker selbstkritisch: "Wir muss­ten die Re­gio­nal­me­di­en re­struk­tu­rie­ren, das war un­um­gäng­lich, um sie zu­kunfts­fä­hig auf­zu­stel­len. Auch wenn da­bei stark an den Re­dak­teu­ren ge­spart wur­de und zu we­nig an den Pro­zes­sen." Zudem erkennt sie Nachholbedarf im Digitalen. Becker betont, dass die Komplett-Übernahme des Verlags durch den Grotkamp-Teil der Familie "kei­ne emo­tio­na­le Über­sprungs­hand­lung", sondern gut durchdacht und vorbereitet war.

Becker will mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen etwa im Content Marketing angreifen und Kooperationen mit anderen Verlagen forcieren: "Schau­en Sie mal auf die fa­mi­li­en­ge­führ­ten Ver­la­ge in Nord­rhein-West­fa­len: Muss da wirk­lich je­der al­le Ver­lags­funk­tio­nen selbst vor­hal­ten? Kön­nen wir da nicht zum Bei­spiel im Druck oder bei der IT eng zu­sam­men­ar­bei­ten, um im Re­dak­tio­nel­len un­ab­hän­gig zu blei­ben?"
"Zeit" 40/2021, S. 30 (Paid)

Kartellamt: Funke darf “Ostthüringer Zeitung” nicht übernehmen.

Erloschen: Funke scheitert mit der angestrebten Komplett-Akquise der "Ostthüringer Zeitung" am Kartell­amt. Dessen Präsident Andreas Mundt (Foto) sagt, die Übernahme "hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet". Trotz schon bestehender Kooperation müsse die redaktionelle Vielfalt geschützt werden. Funke hält schon 60 % an der "Ostthüringer Zeitung". Minderheits­gesellschafterin Rheinisch-West­fälische Verlags­gesellschaft hat allerdings ein vertragliches Recht auf Mitkontrolle.
new-business.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: Funke will 50 Stellen in der Anzeigenabwicklung streichen.

Funke will die Vermarktungsabteilung ihrer Regionalzeitungen umbauen, schreibt "Horizont". Demnach soll der Verlag bis Ende 2021 rund 50 Stellen streichen. Betroffen seien u.a. das "Hamburger Abendblatt" und die "Berliner Morgenpost". Grund für die Streichungen seien Auftrags- und Umsatzrückgänge, die 2021 ein Minus von gut 40 % im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 einfahren.
horizont.net (Paid)

“Welt am Sonntag”: Funke-Geschwister haben mit Verlagsübernahme die Familien-Mission erfüllt.


Mission erfüllt: Funke-Verlegerin Julia Becker (links im Bild) und ihre Geschwister Nora Marx (rechts) und Niklas Wilcke (Mitte) geben in ihrem ersten gemeinsamen Interview in der "Welt am Sonntag" Einblick in die Komplett-Übernahme des Verlags und ihre Pläne. Der Kauf des letzten Drittels war "die Finalisierung eines klaren Plans, einer Mission, die in unserer Familie, seitdem wir denken können, vorgelebt wird", sagt Becker. Dabei hätten die Geschwister viel diskutiert, "wie wir mit Verantwortung, Erwartungen, aber auch unseren Ängsten umgehen wollen". Zu ihren Plänen für die Mediengruppe sagt Marx: "Wir wollen Funke in den kommenden zwei Jahren wirklich transformieren", wobei sich die Transformation nicht allein auf Digitalisierung beschränken soll. Sie erwartet eine "Herausforderung, die Aufbruchstimmung entfachen wird".

Wilcke sieht neue Geschäftsmodelle vor allem bei Data, Content Marketing und Events. "Wir sind hier heute schon in vielen Bereichen gut aufgestellt", sagt er. Auch die Unternehmens­kultur soll eine Neuausrichtung erfahren, "die von absoluter Transparenz, Respekt und vertrauens­vollem Miteinander geprägt ist", so Marx. Becker sieht "viele Eitelkeiten, Machtansprüche und Begehrlichkeiten", die allein der Titel CEO wecke und kündigt an: "Ich glaube, man ist auch hier gut beraten, von diesem traditionellen Management-Modell der 80er-Jahre mit Berichtslinien, Vorzimmerdamen und Fensterachsen wegzugehen".
"Welt am Sonntag" (Paid), turi2.de (Background)

Tobias Korenke ist wieder Pressesprecher bei Funke.

Funke holt Tobias Korenke als Pressesprecher zurück ins Essener Büro, berichtet "Clap". Er ersetzt mit sofortiger Wirkung Jasmin Fischer, die erst im Juni 2020 Korenkes Nachfolge angetreten hatte. Korenke war bereits von 2013 bis 2019 als Unternehmenssprecher tätig. Seitdem widmete er sich von Berlin aus der Politik-Kommunikation des Verlags.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Debatte: Stephan Holthoff-Pförtner könnte bei Funke fehlen.

Kontaktabbruch: Stephan Holthoff-Pförtner, Europaminister von NRW und bis vor kurzem Funke-Minderheitseigner, könnte dem Verlag unter Führung der Grotkamps in Zukunft fehlen, schreibt Roland Pimpl. Holthoff-Pförtner, "Intimus von Armin Laschet", habe wichtige Kontakte vermittelt – die noch wichtiger werden könnten, sollte Laschet die Wahl zum Kanzler gewinnen. Die Minderheitseigner hätten die Grotkamps außerdem laut Insidern durch Vetos "vor so manchen Flops bewahrt".
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Familie Grotkamp schafft bei Funke “klare Verhältnisse”.

Funke: Die Familie Grotkamp schafft mit ihrer Übernahme "klare Verhältnisse" im Verlag, schreibt Gregory Lipinski. Der Familienstamm "beende den Zoff unter den Gesellschaftern", Unternehmens- und Führungsstruktur können sich über eine Verjüngung freuen – ein "längst überfälliger Schritt". Die einzelnen Unternehmenszweige dürften nach der Neuausrichtung nur nicht den Fehler machen, "zu sehr auf ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schielen".
meedia.de, turi2.de (Background)

Funke baut Mediengruppe nach Grotkamp-Übernahme um – Schoo und Wüller gehen.

Frische Funken: Das Medienhaus verkündet nach der Erlaubnis der österreichischen Kartellbehörden zur Komplett-Übernahme durch Verlegerin Julia Becker und die Grotkamp-Familie große Umbaupläne. Die bisherigen Geschäftsführer Andreas Schoo und Michael Wüller sowie Zeitschriftenchef Michael Geringer verlassen Funke erwartungsgemäß. Das neue Führungsteam bilden Christoph Rüth als Konzernchef mit Verantwortung für Regionalmedien und Digitales, Andrea Glock und Simone Kasik werden Konzern-Geschäftsführerinnen; Glock für "Unternehmensentwicklung und Services", Kasik für Finanzen. Bianca Pohlmann und Jochen Beckmann starten als Verantwortliche für Zeitschriften (Foto von links). Insgesamt wird die Führungsetage also deutlich weiblicher.

Die neuen Eigentümer wollen Funke zudem in den nächsten zwei Jahren eine "Spartenstruktur mit schlanker Holding" verpassen. Als Sparten geplant sind Regionalmedien, Zeitschriften und Digitales. In einem "Center of Excellence" sollen u.a. IT oder Recht angesiedelt sein. "Die Sparten und das Center of Excellence sollen jeweils unternehmerisch weitgehend unabhängig und für Partnerschaften mit anderen Medienhäusern anschlussfähig sein", teilt Funke mit. Mit "Unabhängigkeit" ist auch gemeint: Sind die Sparten erst einmal aufgebaut, sollen diese nur noch die dortigen Geschäftsführerinnen lenken – und nicht mehr jene auf Konzernebene.

Es dauert noch eine Weile, bis an Julia Becker, ihre Mutter Petra Grotkamp und die Geschwister Nora Marx und Niklas Wilcke alle Funke-Anteile übergehen, nämlich bis 2024. Die Führung übernehmen die künftigen Komplett-Eigentümer durch die Neuaufstellung an der Funke-Spitze aber schon jetzt: Die Grotkamps können jetzt "durchregieren", schreibt etwa Roland Pimpl bei "Horizont". Auch Gregory Lipinski sieht in der umgestellten Führungsstruktur für die Familie einen "Befreiungsschlag". Er spricht in "Meedia" vom Anbruch einer "neuen Ära".
presseportal.de, meedia.de (Paid), horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Österreichisches Kartellamt erlaubt Komplett-Übernahme von Funke.

Machtübernahme: Verlegerin Julia Becker bekommt vom Kartellamt in Österreich grünes Licht für eine Komplett-Übernahme der Funke Mediengruppe. Die jeweils auf ein Sechstel bezifferten Anteile ihrer Tante Renate Schubries sowie deren Cousin Stephan Holthoff-Pförtner sollen Anfang 2024 auf Becker und ihre Geschwister übergehen. Die Führung des Unternehmens liegt ab sofort komplett in ihren Händen.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Funke-Verbrauchermagazin “Im Test” bekommt einen Online-Ableger.

Funke dockt an das Verbraucher-Magazin Im Test eine Online-Plattform an, bisher war imtest.de nur eine Webpräsenz ohne Test-Ergebnisse. Zum Start liefert die Seite mehr als 600 Produkttests, vom Fön bis zum Elektro-SUV. Die Print-Ausgabe erscheint 2021 viermal als Kaufmagazin und monatlich als Beilage der Funke-Tageszeitungen.
per Mail, turi2.de (Background)

Funke: Druckerei-Aus in Erfurt geht vor Landesarbeitsgericht.

Keine Funkstille: Der Betriebsrat der vor dem Aus stehenden Funke-Druckerei in Erfurt wehrt sich vor Gericht gegen das Vorgehen des Verlags, meldet MDR Thüringen. Die Vertretung wirft Funke widersprüchliche Informationen in den Gesprächen mit den Arbeitnehmerinnen vor. Funke weist das zurück. Konkret geht es um 150 Versandhelferinnen, für die es im Gegensatz zu den Druckerinnen bisher keinen Sozialplan mit Abfindungen gibt. Daneben klagen laut MDR "mehr als ein Dutzend" von ihnen einzeln vor dem Arbeitsgericht Erfurt gegen Funke. Es geht um entgangene Löhne. Die Mediengruppe sieht sich nicht in der Verantwortung.
mdr.de, turi2.de (Background)

Grotkamps halten künftig 100 % der Anteile, bestätigt Funke.


Familiensache: Die Familie Grotkamp hat bald die alleinige Macht im Medienkonzern Funke. Die bisherigen Mitbesitzer, die Familien Schubries und Holthoff-Pförtner, verkaufen ihre Anteile an die Grotkamps um Funke-Verlegerin Julia Becker (Foto links). Im Januar 2024 soll die Übernahme komplett sein. Damit endet auch ein jahrzehntelanges Tauziehen um die Macht im Medienkonzern zwischen den Familienstämmen. "Wir sind glücklich, dankbar und auch stolz, nun ein neues Kapitel in der Geschichte der Funke Mediengruppe aufschlagen zu können", schreiben Petra Grotkamp und ihre Kinder Julia Becker, Niklas Jakob Wilcke (Foto Mitte) und Nora Marx (Foto rechts) heute Mittag in einer Mail an die Funke-Belegschaft, die turi2 vorliegt. Die Transaktion werde in zwei Schritten vollzogen und die unternehmerische Führung an die Grotkamps übergehen, "wenn die österreichischen Kartellbehörden ihre Genehmigung erteilt haben". Damit rechnet die Familie "in wenigen Wochen".

Die neuen Allein-Eigentümer erhoffen sich "größtmögliche unternehmerische Handlungsfreiheit", die in Zeiten, in denen sich die Lage auf dem Medienmarkt zuspitze, immer wichtiger werde. Die Funke-Erben betonen, dass der Kauf "auch mit Belastungen für uns verbunden ist", die die Familie in Kauf nehme, "weil wir an Funke und Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, glauben". Es lohne sich für "guten Journalismus in diesem Land" zu kämpfen.

Über den Kaufpreis für die jeweils etwa 16,6 % von Schubries und Holthoff-Pförtner sagen die offiziellen Quellen nichts. Das "Manager Magazin" hatte zuletzt von ca. 250 Mio Euro, die "Welt" von 280 Mio Euro berichtet.
turi2 – eigene Infos, presseportal.de, kress.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

“Manager Magazin”: Julia Becker kauft restliche Funke-Anteile auf.


Geht all-in: Verlegerin Julia Becker steht kurz vor einer Komplett-Übernahme der Funke Mediengruppe, berichtet das "Manager Magazin". Aus Familienkreisen heißt es, dass sie mit ihren Geschwistern für etwa 250 Mio Euro die jeweils auf ein Sechstel bezifferten Anteile von ihrer Tante Renate Schubries sowie deren Cousin Stephan Holthoff-Pförtner kauft. Das Geschäft sei fast ausgehandelt, aktuell gehe es lediglich noch um Steuerfragen. Funke will die Berichte nicht kommentieren.

Gründer-Enkelin Becker will nach der Übernahme auch das Management des Verlags umbauen: Geschäftsführer Michael Wüller und Zeitschriftenchef Andreas Schoo sollen gehen, so das "Manager Magazin". Becker setze auf Christoph Rüth, der seit Oktober 2020 Geschäftsführer der Zeitungen im Verlag ist.

Die Minderheitsgesellschafter haben Blockade-Möglichkeiten, die sie häufig ausspielen, berichtet das "Manager Magazin". Der Medienkonzern knabbere noch immer an der Übernahme etlicher Printtitel von Springer im Jahr 2014 für 920 Mio Euro, weshalb die Ausschüttungen gering ausfallen. Während Becker sich Gestaltungsfreiheit erkaufen wolle, gehe es Schubries und Holthoff-Pförtner vor allem darum, ihr Geld gewinnbringender anzulegen. Holthoff-Pförtner, derzeit Europa-Minister der CDU in NRW, müsse zudem darauf achten, seine Schulden für die Übernahme der Anteile seines Ex-Mitgesellschafters Frank Holthoff bedienen zu können.
manager-magazin.de (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” nimmt die Pharma-Deals verschiedener Zeitschriften auseinander.


Sorgt für Kopfweh: Die "Süddeutsche Zeitung" nimmt die Pharma-Deals verschiedener Zeitschriften auseinander und zitiert u.a. einen Insider, der angibt, dass die Leserschaft "seit vielen Jahren kontinuierlich verarscht werde". Direkt neben redaktionellen Ratschlägen, wie man sein Herz stärken oder abnehmen könne, finden sich Anzeigen für passende Pillen und Präparate. Als Negativbeispiele dienen "SZ"-Autor Uwe Ritzer u.a. "tina" und "Woche Heute" von Bauer sowie "Womens Health" der Motor Presse Stuttgart. Auch Funke-Publikationen wie "Hörzu" kassieren teils Rügen des Presserats, weil sie Werbung und Redaktionelles nicht klar genug trennen. Der zitierte Insider berichtet allerdings, redaktionelle Schleichwerbung sei nur die Spitze des Eisbergs.

Pharmaunternehmen würden mittlerweile sechs- bis siebenstellige Beträge für "Kooperationen" an Verlage zahlen, damit Magazine ein bestimmtes Thema wie beispielsweise Diabetes aufgreifen. Die Texte würden nicht mehr von Zeitschriften-Redakteurinnen geschrieben, sondern von PR-Dienstleistern der Pharmakonzerne zugeliefert. Mit den Unternehmen verbundene Apothekerinnen und Ärztinnen würden als "neutrale Expertinnen" präsentiert. Zudem gebe es in den Magazinen immer häufiger Querverweise auf Websites, die Leserinnen in die "Communities" der Arzneimittel-Hersteller lotsen.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Die “Zeit” porträtiert Ex-VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner.

Lese-Tipp: Stefan Willeke porträtiert für die "Zeit" Stephan Holthoff-Pförtner, Ex-VDZ-Präsident, Fan von extravaganten Autos und "Mann in Armin Laschets Windschatten". Holthoff-Pförtner, heute im Kabinett Laschets u.a. für internationale Angelegenheiten zuständig, hält per Adoption auch Anteile am Funke-Konzern. Trotzdem steht er mit circa 85 Mio Euro in der Kreide und ist deshalb der "höchstverschuldete deutsche Minister".
zeit.de (Paid), turi2.de (Background)

Funke wirbt mit Zuversichtskampagne um Werbungtreibende.

Anzeigen-Akquise: Funke wirbt mit einer "Zuversichtskampagne" um regionale Werbungtreibende, berichtet Roland Pimpl bei "Horizont". Die Essener bieten in den kommenden drei Monaten "stark rabattierte Anzeigenkontingente" an, die vor allem Lockdown-geschädigten Unternehmen zugute kommen sollen. Zusätzlich plant der Verlag eigene Imageanzeigen, die von Sponsoren finanziert werden.
horizont.net (Paid)

“Krone”-Verfahren zwischen Funke und Dichand wird vorerst ausgesetzt.

Teilpause: Das Wiener Verfahren zwischen Funke und Investor René Benko auf der einen und der "Kronen"-Eigentümerfamilie Dichand auf der anderen Seite wird ausgesetzt. Grund ist, dass zunächst das Ergebnis eines parallel in Berlin geführten Prozesses feststehen soll, berichtet der "Standard". Das dortige Kammergericht befasst sich damit, ob Schweizer Schiedsgerichte im Streit der "Kronen"-Gesellschafter zuständig sind. Funke will die Dichand-Familie in Wien per Ausschlussklage aus dem gemeinsamen Unternehmen drängen.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Anne Krum wird Chefredakteurin Digital & Entwicklung der Funke-Zeitungen in NRW.

Funke macht Anne Krum, 41, zur Chefredakteurin Digital & Entwicklung der Zeitungen in NRW, darunter "WAZ" und "Westfalenpost". Sie soll die Bezahl-Modelle weiter ausbauen und die Digitalumsätze steigern. Michael Krechting rückt zum Vize-Chefredakteur auf. Funke hat vor anderthalb Jahren eine neue Paywall-Strategie für lokale und regionale Inhalte eingeführt und will in NRW 150 Digitalabos pro Tag generieren.
funkemedien.de

Funke stellt “Deine Apotheke” ein und startet “Apotheke für mich”.

Funke stampft die Frauenzeitschrift "Deine Apotheke" und die dazugehörige Kooperation mit dem Pharma-Großhändler Phoenix ein. Stattdessen erscheint Ende Mai "Apotheke für mich", ein neues Format mit Vertriebspartner Wepa Apothekenbedarf. Das Team von Frauenzeitschriften-Chefredakteurin Viola Wallmüller verantwortet das kostenfreie Magazin, das ab 29. Mai in rund 5.000 Apotheken mit einer Startauflage von 500.000 ausliegt. Zudem ist ein digitales Angebot vorgesehen.
apotheke-adhoc.de, turi2.de (Background)

Funke kooperiert mit GLK und verkauft jetzt auch Lotterielose.

Geht über's Los: Funke wird Vertriebspartner für alle Angebote der "GKL – Die gemeinsame Klassenlotterie der Länder". Kundinnen können ab sofort Verlagsgeschäftsstellen und Shops sämtliche GKL-Lose kaufen. Das Angebot ist vorerst auf Niedersachsen begrenzt, weitere Standorte sollen folgen. Funke soll dabei dabei als Vermittler und nicht als Anbieter der Lotterie auftreten, der Medienkonzern erhält für die verkauften Lose eine Provision der GKL.
wuv.de

Doreen Brodersen soll für Funke neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Funke holt Doreen Brodersen als Leiterin des neu geschaffenen Bereichs New Business Development an Bord. In dieser Rolle soll sie neue Geschäftsmodelle entwickeln sowie Kooperationen und den Aufbau eigenständiger Startups verantworten. Brodersen kommt vom Startup Angel Last Mile des Logistik­dienst­leisters Fiege, das sie als Co-Gründerin und COO mit aufgebaut hat.
meedia.de

Jan Böhmermann nimmt Klatschblätter auseinander.


Regenbogen-Schelte: Jan Böhmermann knöpft sich im "ZDF Magazin Royale" das Geschäft der Klatschzeitschriften und deren Verlage vor. Kern des Geschäftsmodells sei es, "ein Fitzelchen Wahrheit zur größtmöglichen Skandalschlagzeile aufblasen, sodass es gerade eben noch juristisch erlaubt ist". Besonders Burda, Bauer, Funke und Klambt bekommen ihr Fett weg. Nebenbei schießt Böhmermann aber auch gegen Gruner + Jahr und Springer, die bei der Verlags-Initiative Best4 miteinander kooperieren.

Namentlich genannt und zum Teil zitiert werden vor allem Burda-Vorstand Philipp Welte und sein Verleger Hubert Burda, Klambt-Verleger Lars Rose und Bauer-Verlegerin Yvonne Bauer. Daneben werden Stephan Schäfer von Gruner + Jahr und Jan Bayer von Springer erwähnt, sowie der bei Bauer bereits ausgeschiedene Jörg Hausendorf.

Die Vorwürfe gegen die Regenbogenblätter und die Fälle, die Böhmermann bespricht, sind zum größten Teil bekannt. Neu ist, dass Böhmermann den Spieß umdreht und am Samstag ein Klatschblatt über die Verlegerinnen an den Kiosk legt. Das "Freizeit Magazin Royale" kommt mit 32 Seiten und 500.000 Auflage und enthält "Qualitätstragödien, Schocknachrichten und Horror-Diagnosen" über die Zeitschriften-Macherinnen von Bauer, Burda, Funke, Klambt und Co. Die Titel-Zeile "Wie er mit Intrigen, Inzucht und Inkontinenz Millionen machte" über "Verleger-König" Hubert Burda gibt den Ton vor. In der Online-Ausgabe sind alle Fotos und Geschichten über die Verlegerinnen vorsorglich geschwärzt. Das Print-Heft lässt sich auch im Online-Shop bestellen.
youtube.com (18-Min-Video), uebermedien.de, br.de, shop.freizeitmagazinroyale.de, turi2.de (Background)

Funke veröffentlicht das Ratgeberbuch “Pflegekompass”.

Funke verkauft ab sofort das 320 Seiten umfassende Ratgeberbuch "Pflegekompass". In dem gemeinsam mit dem Hamburger Verlag Umsorgt Wohnen produzierten Buch geben u.a. Ärztinnen, Pflegerinnen und Heimbewohnerinnen Einblicke. Den "Pflegekompass" gibt es im Buchhandel, bei Amazon und in den Online-Shops der Funke-Zeitungen. Neben einer nationalen Ausgabe gibt es im jeweiligen Einzugsgebiet der Regionalzeitungen eine Ausgabe mit jeweiligem Branding.
funkemedien.de

Funke gibt Carsten Groß mehr Verantwortung, Vertriebschef Marcel Pfeifer geht.

Funke betraut Carsten Groß, 42 (Foto), zusätzlich zu seiner Position Head of Audiences and Subscription auch mit der Zusammenführung von Produktentwicklung und Sales des Bereichs. Marcel Pfeifer, bisheriger Vertriebschef, verlässt Funke – laut Pressemitteilung "auf eigenen Wunsch und im besten gegenseitigen Einvernehmen".
funkemedien.de, turi2.de (Background)

Funke Medien Thüringen bringt die “Thüringer Grillzeit” heraus.

Funke Medien Thüringen bringt am 1. Juni 2021 die "Thüringer Grillzeit" heraus. Das Magazin hofft auf die kulinarische Unterstützung von Leser*innen, die vom 6. bis 31. März ihre besten Barbecue-Rezepte einsenden können. Das Konzept orientiert sich an der Thüringer Backzeit, die bereits drei Mal erschienen ist und für je 4,90 Euro verkauft wird.
funkemedien.de, tlz.de

Facebook News startet im Mai in Deutschland.


Blaue Neuigkeiten: Facebook News startet im Mai mit rund 30 Medien-Partnern in Deutschland, dem zweiten europäischen Markt nach Großbritannien (Screenshot). Mit dabei sind Dickschiffe wie "Spiegel", "FAZ", "Zeit" und "Handelsblatt". Aus dem Zeitschiften-Segment nehmen Gruner + Jahr, die Motor Presse und Condé Nast teil, aus dem Regionalen u.a. Ippen, Funke und die "Rheinische Post". Facebook zahlt den beteiligten Verlagen Geld dafür, damit sie ihre Beiträge "um zusätzliche Inhalte ergänzen". Das können auch Inhalte sein, die ansonsten hinter der Paywall stehen, die Entscheidung liegt bei den Verlagen. Auffällig: Springer, Burda, Bauer und die "Süddeutsche Zeitung" sind zum Start nicht dabei.

Facebook hofft offensichtlich, in Zukunft noch mehr deutsche Verlage zur Kooperation bewegen zu können – im Laufe des Jahres sollen weitere Partner bekannt gegeben werden. Schmackhaft macht Zuckerbergs Konzern den Deal u.a. mit internationalen Zahlen: So habe Facebooks News Feed weltweit 188 Mrd Klicks für Verlage generiert. Die Verlagshäuser erhoffen sich laut verschiedener Statements vor allem die Erschließung neuer Zielgruppen. So interessiert sich etwa Stefan Ottlitz vom "Spiegel" dafür, "wie wir gerade angesichts des Erfolgs unserer Abomodelle neue Interessierte für unsere Marken begeistern können."
about.fb.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Tatjana Kerschbaumer

Österreich: OGH lehnt Funke-Beherrschung bei der “Kronen-Zeitung” ab.

Funke darf die "Kronen-Zeitung" nicht allein führen, entscheidet der Oberste Gerichtshof von Österreich. Die vier Dichand-Erben hatten ihre 50 % gleichmäßig aufgeteilt. Da nur ganze Prozentpunkte Stimmrechte haben, wollte Funke die Verlegerfamilie auf 48 % drücken. Das Gericht stuft den Vorgang mangels Klarheit über die Wirksamkeit als "hypothetisch" ein.
derstandard.at

Freie Funke-Mitarbeiter*innen warten auf Honorar-Zahlungen.

Kein Funke Hoffnung? Zahlreiche freie Mitarbeiter*innen bei Funke warten auf ihre Honorare, beklagt der DJV-NRW. Die Zahlungen für Dezember und Januar seien bei vielen Kräften der Zeitungen, aber auch der Lokalfunksender "nicht, verspätet oder nur anteilig" eingegangen. DJV-Landesvorsitzender Frank Stach beklagt zudem die fehlende Kommunikation zum Thema: "Es gab von den Verantwortlichen wohl nicht ein Wort der Warnung oder Erklärung". Funke widerspricht dem in einer Stellungnahme und schreibt, man habe die Mitarbeitenden "mehrfach und auf diversen internen Kommunikations­kanälen" informiert. Der Zahlungsverzug sei eine Folge der Cyber-Attacke.
djv-nrw.de, turi2.de (Background)

Funke kooperiert mit TikTok, startet Kanal mit Infos für Erstwähler*innen.

Funke startet auf TikTok den Kanal "Du hast die Wahl" mit Inhalten zum Wahljahr. Das Angebot ist eine Kooperation der Berliner Zentralredaktion und des Social Networks, das im Rahmen seiner Kampagne "Lernen mit TikTok" mit insgesamt acht Medienhäusern zusammenarbeitet. Funke liefert Erklärvideos für Erstwähler*innen unter anderem zu den Fragen, was Erst- und Zweitstimmen sind oder was die Fünf-Prozent-Hürde bedeutet.
presseportal.de

Funke macht Ruth Betz zur Digital-Geschäftsleiterin beim “Hamburger Abendblatt”.

Funke verstärkt seine Digital-Aktivitäten beim "Hamburger Abendblatt" mit Ruth Betz. Sie wechselt verlagsintern und wirkt künftig von der neu geschaffenen Position als Geschäftsleiterin Digital News bei Funke Medien Hamburg. Bisher war Betz Leiterin Digitale Transformation bei Funke, wo sie unter anderem den Aufbau des Newsletter-Geschäfts verantwortet hat.
funkemedien.de, turi2.de/koepfe (Profil Betz)

Funke übernimmt das Gesundheitsportal Onmeda.de von gofeminin.de.

Gesunder Neuerwerb: Funke erweitert seine Digital Brands Networks und kauft gofeminin.de dafür das Gesundheitsportal Onmeda.de ab. Das Portal mit monatlich rund 1,2 Mio Nutzer*innen soll das Funke-eigene Angebot gesundheit.de ergänzen. Geschäftsführer Andreas Schoo sagt, das Unternehmen könne "Werbekunden jetzt ein noch reichweitenstärkeres Portfolio anbieten."
presseportal.de