Facebook identifiziert über 400 Malware-Apps, die mehr als 1 Mio Login-Daten geklaut haben.

Datensauger: Facebook hat über 400 Malware-Apps identifiziert, die mehr als 1 Mio Login-Daten von Nutzerinnen geklaut haben. Die Anwendungen seien in den App-Stores von Google und Apple verfügbar, u.a. handelt es sich dabei um vermeintliche Fitness-Tracker oder Spiele. Betroffene erhalten von Facebook derzeit Sicherheitshinweise. Die Meta-Tochter hat außerdem Google und Apple informiert, um die Apps aus den Stores entfernen zu lassen.
about.fb.com, basicthinking.de

Lese-Tipp: Google zahlt “ein paar hunderttausende Euro pro Jahr” an Verlage.

Lese-Tipp: Google zahlt Verlagen in Deutschland vergleichs­weise wenig Geld nach dem Leistungs­schutz­recht, zeigt eine Recherche von Netzpolitik. Während beispielsweise die Le-Monde-Gruppe in Frankreich dieses Jahr 1,5 Mio Euro für Vorschau­texte von Nachrichten in Google-Such­ergebnissen bekommt, erhalten große deutsche Verlage nur "ein paar hundert­tausende Euro pro Jahr". Google lasse es bei der Höhe der Abgeltung "auf Rechts­streitigkeiten ankommen".
netzpolitik.org

Netzpolitik.org: Google News zeigt auch Staatspropaganda an.

Google News listet auch "chinesische Staatspropaganda und für Falschmeldungen bekannte rechte Blogs", ergibt eine Analyse von rund 5.200 Suchergebnissen und 900 Quellen durch Netzpolitik.org. Damit halte sich der Suchmaschinen-Riese nicht an sein eigenes Versprechen, Nachrichten aus "vertrauenswürdigen und verlässlichen" Quellen zu liefern, schreibt Sebastian Meineck.
netzpolitik.org

Google besteht auf Ende der Werbe-Cookies.

Alle Kekse gegessen: Google hält am Aus der Werbe-Cookies bis zur zweiten Jahres­hälfte 2024 fest, teilt Google-Top-Manager Matt Brittin auf der Werbemesse DMEXCO in Köln mit. Es müssten neue Lösungen her, bei denen der Daten­schutz im Vorder­grund stehe. Google hatte bereits Anfang 2020 das Ende der Cookies angekündigt und die Frist nach Protesten der Werbe­branche mehrfach verlängert.
tagesschau.de

Diskussionsbericht: Kartellamt sieht “wettbewerbliche Fragen” zu Googles Stärke bei Online-Werbung.

Zu groß? Die starke Markt­position von Google im Werbe­markt muss kartell­rechtlich untersucht werden, urteilt das Kartell­amt in einem Diskussions­bericht. Chef Andreas Mundt sieht "wettbewerbliche Fragen" wegen Googles "starker Markt­position auf nahe­zu allen Stufen der Wert­schöpfungs­kette". Schon letztes Jahr hat seine Behörde eine Untersuchung gegen Google auf dem Kern­gebiet Such­maschine bemüht. Google sagt, die Untersuchung des Kartell­amtes decke nur einen Bruch­teil des Ad-Tech-Marktes ab. Bis zum 28. Oktober können Markt­teilnehmer und Interessierte zum Bericht Stellung beziehen.
sueddeutsche.de

Debatte: Deutschland diskutiert Risiken von Technologie “geradezu mit Begeisterung”.

KI-Kick: "Das Klima­problem lässt sich nur mit einem großen Innovations­schub lösen", schreibt Googles Zentral­europa-Chef Philipp Justus in einem Gast­beitrag in der "FAZ". Deutschland habe ein "ambivalentes Verhältnis" zu Technologie, obwohl das Land an vielen Stellen Spitzen­reiter sei. Hier­zulande diskutiere man Tech-Risiken und Gefahren "geradezu mit Begeisterung", trotz großer potentiale von KI, Cloud & Co im Kampf gegen den Klima­wandel.
faz.net (€)

Google will gegen Clickbaiting vorgehen.

Nummer 11 haut euch um: Die Google-Suche soll künftig weniger Clickbait-Ergebnisse anzeigen, schreibt das Unternehmen in einem Blogbeitrag. Webseiten, die keinen neuen Content liefern, sondern lediglich Klicks generieren wollen, sollen weiter unten im Ranking stehen als qualitativ besser bewertete Webseiten. Als Beispiel nennt Google Film­kritiken, die lediglich andere Kritiken zusammenfassen. Das Update funktioniert zunächst nur in der englisch­sprachigen Google-Suche.
blog.google via golem.de

Debatte: Google will die Zeitungsbranche spalten, sagt Valdo Lehari.

Dunkle Machen­schaften: Indem Google mit großen Verlagen Sonder­vereinbarungen für das Showcase-Format aushandelt, versucht der Internet-Riese, die Zeitungs­branche "auseinander zu dividieren", sagt Verleger Valdo Lehari, möglicher Nachfolger von Mathias Döpfner im BDZV. Google versuche, beim Leistungs­schutzrecht "im Dunkel der Brüsseler Nacht" Einfluss auf die Gesetz­gebung zu nehmen. Er selbst habe nie Geld für Online-Texte des "Reutlinger General­anzeigers" bekommen: "Ich stehe wahrscheinlich auf einer schwarzen Liste."
horizont.net (Paid)

Google verbietet Apps im Play Store zu nervige Werbung.

Weg-Klick-Garantie: Google legt Apps im Play Store ab Ende September strengere Regeln für In-App-Werbung auf. Diese dürfen dann beispielsweise keine plötzlich aufploppende Video­werbung mehr einbauen, etwa zu Beginn eines Levels in einem Handy-Spiel. Außerdem müssen Spots nach spätestens 15 Sekunden geschlossen werden können, außer die App kündigt eine längere Werbung vorher an.
spiegel.de

Quartalsbericht: Google macht weniger Gewinn, Microsoft bleibt hinter Erwartungen zurück.

Alphabet: Der Google-Mutterkonzern verzeichnet im 2. Quartal einen Gewinnrückgang von 18,5 auf 16 Mrd Dollar – weniger als von Analystinnen erwartet. Das Werbegeschäft als wichtigster Bereich des Konzerns wächst um 11,6 % auf 56,3 Mrd Dollar. Schlechter als erwartet schneidet dagegen Microsoft ab: Der Gewinn wächst nur um 2 % auf 16,7 Mrd Dollar. Dem Konzern setzen u.a. ein starker US-Dollar und eine geringe Nachfrage nach Computern zu.
spiegel.de, handelsblatt.com (Google)

Apple bietet Straßenfotos nun für fast ganz Deutschland an.

Apple baut seinen Panorama-Dienst Look around in Deutschland deutlich aus, berichtet zuerst heise.de. Der Google-Streetview-Konkurrent sei nun fast flächen­deckend verfügbar, sogar in kleinen Dörfern. Ende April hatte Apple den Dienst zunächst in München gestartet, weitere Großstädte folgten. Ein Teil der Aufnahmen stamme offenbar von 2020, zuletzt war Apple nach eigenen Angaben zwischen April und Juni vielerorts unterwegs. Google hat sein Bild­material in Deutschland nach Zoff um verpixelte Häuser seit 2011 nicht mehr aktualisiert.
heise.de, stadt-bremerhaven.de

“WSJ”: Elon Musk hatte angeblich Affäre mit Frau von Google-Gründer Sergey Brin.

Tech-Liebelei? Rüpel-Unternehmer Elon Musk hatte vergangenen Herbst angeblich eine Affäre mit Nicole Shanahan, der Frau von Google-Mitbegründer Sergey Brin, berichtet das "Wall Street Journal". Die Affäre habe zur Scheidung und zum Bruch der Freundschaft der beiden Tech-Milliardäre geführt. Musk bezeichnet den Bericht bei Twitter als "total bs", also totalen Blödsinn.
wsj.com (Paid), businessinsider.com, twitter.com

Debatte: Das EU-Digitalgesetz “vernichtet die Pressefreiheit im Internet”.

Zensur-Angst: Der beschlossene Digital Services Act der EU "vernichtet die Pressefreiheit im Internet", befürchtet Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik des MVFP, in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Plattformen dürften legale Presse dann mit Blick auf AGB-Verstöße "nach ihren eigenen Maßstäben verbieten"; die Internet-Giganten würden somit "endgültig die Kontrolle über die freie Meinungsbildung" übernehmen.
zeitung.faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Leistungsschutzrecht: Auch Corint Media ruft Schlichtungs­stelle an.

Einig uneinig: Auch Corint Media schaltet im Leistungsschutzrecht-Streit mit Google die Schieds­stelle ein. Die neutrale Feststellung einer angemessenen Vergütung für Presseverleger sei von "überragender Bedeutung", sagen die Geschäftsführer Christoph Schwennicke und Markus Runde. Google versuche, "jede transparente einheitliche Preisbildung" zu verhindern. Dass Google sich, wie angegeben, intensiv um Verhandlungen bemüht habe, könne Corint "nicht bestätigen".
meedia.de, kress.de, turi2.de (Background)

Meedia: Google schaltet Schiedsstelle im Streit mit Corint Media ein.


Abkürzungs­versuch: Google zieht im Streit mit der Verwertungs­gesellschaft Corint Media um die Vergabe von Lizenzen für das Presse­­leistungs­­schutzrecht eine Schieds­stelle zur Hilfe, berichtet Meedia. Laut Google-Sprecher Ralf Bremer (Foto links) habe der Konzern sich "intensiv" um Verhandlungen mit Corint bemüht, bisher ohne Erfolg. Die Schiedsstelle, die beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingebunden ist, soll einen Einigungs­vorschlag unterbreiten, "den beide Parteien annehmen können oder nicht", so Bremer. Klappt das nicht, sehen sich die Parteien wohl vor Zivil­gerichten wieder, so der Konzern.

Corint Media um die Geschäftsführer Christoph Schwennicke (Foto rechts) und Markus Runde wirft Google vor, die Vergütung für Extended News Previews sei "erkennbar missbräuchlich". Die Bezahlung von Verlagen für Nachrichten-Snippets sei eine "massenhafte und schnelle Einholung von Lizenzen zu Dumping-Preisen". Laut Bremer hat Google bisher mit 400 "lokalen und nationalen Publikationen in Deutschland" Lizenzverträge abgeschlossen und wollen auch mit Corint "einen entsprechenden Vertrag" aushandeln.

Corint Media hatte bereits im Februar 2021 Beschwerde gegen Google eingereicht, weil der Konzern mit seinem Angebot Google News Showcase Konkurrenz-Angebote behindere und die "wirtschaftlichen Grundlagen der freien Presse" gefährde. Das Bundeskartellamt leitete im Juni 2021 daraufhin ein Kartellverwaltungsverfahren gegen Google ein. Die Verwertungs­gesellschaft fordert Google auf, dieses Jahr insgesamt 420 Mio Euro an Medienhäuser für die Nutzung von Presseinhalten zu zahlen. (Foto: Google / Eventpress Stauffenberg / Picture Alliance, Montage: turi2)
meedia.de, turi2.de (Background Extended News Previews), turi2.de (Background Verhandlung)

“Republik”: Zensur richtet russischen Google-Konkurrenten Yandex zugrunde.


Aufstieg und Fall: Der russische Tech-Riese Yandex ist Uber, Google, Microsoft, Amazon, YouTube, Spotify in einem einzigen Unter­nehmen vereint und marktführend im russischsprachigen Internet. Doch obwohl das Unternehmen von der Sperre der amerikanischen Konkurrenz profitiert, steckt es in einer Krise. Wie eine Recherche des Schweizer Magazins "Republik" zeigt, hängt das mit der immer engeren Kontrolle durch den Kreml zusammen, die ein weltoffenes und politisch neutrales Tech-Unternehmen mit gemütlicher Startup-Atmosphäre in eine Propagandamaschine verwandelt hat.

Als Arkadi Wolosch, Jelena Kolmanowskaja und Ilja Segalowitsch das Unternehmen 1997 gründen, wollen die Mitarbeitenden vor allem programmieren und mit Politik nichts zu tun haben. Damit haben sie Erfolg: Yandex News wird zum wichtigsten Generator von Traffic und "yandexisiert" die russischen Medien. Aber bereits 2008 beginnen die Besuche aus dem Kreml. 2016 treten in Russland erste repressive Mediengesetze in Kraft, 2017 lässt der der damalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko alle Yandex-Dienste im Land sperren. Heute segnet der Kreml alle angezeigten Medien­links bei Yandex News ab.

Seit der Sperrung der amerikanischen Konkurrenz hat Yandex mehr Nutzende als je zuvor, ist aber wirtschaftlich in Schieflage geraten. Die EU hat die Führungs­kader des Unter­nehmens mit Sanktionen belegt, inzwischen sind viele zurückgetreten, unzählige Mitarbeitende ins Ausland gezogen. "Ein IT-Riese wie Yandex lebt von frei verfügbarem Wissen und Austausch, von freien Märkten und verfügbaren Software­komponenten. Und an allem mangelt es mehr und mehr", beschreibt "Republik" die Situation.

Das Unternehmen versucht nun den Befreiungsschlag: Es will die "vergifteten Propaganda-Assets" Yandex News und die Blogging-Plattform Yandex Zen an das russische soziale Netzwerk VK verkaufen. (Illustration: Jakub Porzycki / Picture Alliance)
republik.ch

Lese-Tipp: Ein SAP-Berater ist heimlicher Influencer bei Google Maps.

Lese-Tipp: Das "Manager Magazin" porträtiert den SAP-Berater Torben Mauch, den wohl "unbekanntesten Influencer-Star Deutschlands". Bereits über 73.000 Bilder von Cafés, Restaurants oder Hotels stellt er ohne Bezahlung bei Google Maps ein, was ihn "zu einem der besten Local Guides der Welt macht" – und Google in die Karten spielt. Der Suchmaschinen-Riese will den Dienst zur "Zehn-Billionen-Dollar-App" ausbauen.
manager-magazin.de (Paid)

Lese-Tipp: Welchen Einfluss TikTok auf die Social-Media-Welt hat.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" beschreibt, wie es durch TikTok zu einem "großen Umbruch in der Social-Media-Welt" kommt. Die Kurzvideo-App zwinge Google und Meta zu Veränderungen, u.a. weil sich das Nutzerverhalten ändert. Social-Media-Berater Matt Navarra prognostiziert eine "Tiktok-ifizierung der sozialen Medien und von Apps im Allgemeinen": Kurze Videos und vertikales Scrollen würden zum Standard werden.
handelsblatt.com

“Bei Google hilft oft nur Vitamin B weiter” – Marcus Schuler über Tech-Giganten und Trump.


Tech-Talker: Seit dem Amtseintritt von Präsident Joe Biden hat sich in den USA nicht viel verändert, resümiert Marcus Schuler im turi2 Clubraum. Er habe die Bevölkerung "eher enttäuscht, die Leute sind ernüchtert". Schuler berichtet seit 2017 als ARD-Korrespondent für TV, Radio und Online aus dem Sillicon Valley. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow sagt er, dass sich die "Feindseligkeiten im Parlament zwischen Republikanern und Demokraten" auch in der Medien­landschaft widerspiegeln. Vor allem große TV-Sender und Zeitungen wie die "Washington Post" und "New York Times" hätten versucht, während der Trump-Regierung "eine hohe Neutralität zu wahren". Doch ebenso wie in der politischen Landschaft seien die "Gräben" geblieben. Seine Tätigkeit als Korrespondent sieht Schuler nach wie vor als "Traumjob", denn "es wird nie langweilig".

Dennoch beunruhigen den gebürtigen Esslinger aktuelle Entwicklungen in seiner Wahl-Heimat – etwa der Umgang mit der LGBTQ-Community in manchen Staaten oder das Abtreibungs­verbot. Es gehe die Angst um, dass Straf­verfolgungs­behörden nun Frauen ausfindig machen können, die abgetrieben haben oder abtreiben wollen. Das gehe zum Beispiel, indem sie "zu den Googles und Facebooks hinmarschieren" und nach dem Reiseverlauf einer Frau fragen. Treibe diese nämlich in einem Staat ab, wo es legal ist, könne sie in einem anderen Staat, wo es illegal ist, verklagt werden, erklärt Schuler. Er und viele andere Menschen in den USA wundern sich jedoch, dass Google und Meta in den vergangenen Tagen verschwiegen haben, was sie mit den gesammelten Daten machen, "wenn ein Staatsanwalt aus Texas kommt und danach verlangt".

Als Journalist ist der Zugang zu Informationen nicht bei allen Tech-Unternehmen einfach, erzählt Schuler. Während Apple "relativ offen" sei und er regelmäßig zu Presse-Veranstaltungen eingeladen werden, "kommt man bei Google oft nur durch Vitamin B weiter". Das Unternehmen sei in den vergangenen Jahren verschlossener geworden. Grundsätzlich beobachtet Schuler in den USA jedoch eine "Coolheit, Lockerheit und Offenheit" im Umgang mit der Presse. Auch sei das Land sehr schnell, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen, Startups und Technologien geht: "Wir können nach wie vor davon lernen."

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist Stephan Bayer zu Gast. Er ist der CEO der Online-Lernhilfe Sofatutor.
turi2.tv (40-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Bundeskartellamt lädt Corint Media zur Verhandlung gegen Google.


Rückenstärkung: Das Bundeskartellamt lädt Corint Media im Verfahren gegen Google und deren Mutter­konzern Alphabet bei. Grund sei, dass die Interessen der Verwertungs­gesellschaft "durch das Verfahren erheblich berührt" seien und sich Corint Media und Google als Anbieter und Nachfrager nach Lizenzen für das Presse­leistungs­schutzrecht gegenüberstünden. Christoph Schwennicke (Foto) und Markus Runde, Geschäftsführer von Corint Media, begrüßen die Entscheidung und hoffen, dass so der Rechtsweg für die Nutzung des Presse­leistungsschutz­rechtes offen bleibt und "nicht Google den dysfunktionalen intransparenten Markt weiter gestaltet". Google-Sprecher Kay Oberbeck sagt, die Beiladung ist "ein prozessual üblicher Vorgang und hat mit der inhaltlichen Bewertung der Beschwerde nichts zu tun".

Die Corint Media hatte im Februar 2021 Beschwerde gegen Google eingereicht, weil der Konzern mit seinem Angebot Google News Showcase Konkurrenz-Angebote behindere und die "wirtschaftlichen Grundlagen der freien Presse" gefährde.
per Mail (Zitat Schwennicke, Runde), meedia.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Warum Menschen immer wieder nach Seelen in Maschinen suchen.

Lese-Tipp: "Süddeutsche"-Autor Philipp Bovermann (Foto) geht der Frage nach, warum Menschen immer wieder Seelen in Maschinen suchen. Anlass dafür ist der Fall von Ex-Google-Softwareingenieur Blake Lemoine, der glaubt, die Google-KI Lamda habe ein Bewusstsein entwickelt. Empathie und die Fähigkeit im Gespräch Intentionen zu unterstellen, lasse Menschen wie Lemoine übersehen, dass KIs "lediglich die Muster in bestehendem Textmaterial analysieren und wiederholen", sagen KI-Ethik-Forscherinnen.
sueddeutsche.de (Paid)

“Manager Magazin”: Maps könnte Google zum wertvollsten Konzern der Welt machen.


In 500 Metern reich: CEO Sundar Pichai arbeitet "still und beharrlich" daran, Google Maps zur Super-App auszubauen und Google damit zum wertvollsten Unternehmen der Welt zu machen, schreibt Jonas Rest im "Manager Magazin". Maps soll demnach "ein Betriebs­system für das alltägliche Leben" werden, das andere Apps wie PayPal und Lieferando überflüssig macht. Die Navigations-App wolle künftig Geldströme kontrollieren, indem Nutzerinnen beispiels­weise Bahn- und Parktickets, Restaurants und Kinos direkt über Google Maps bezahlen. Google hätte damit "nicht nur Informationen darüber, was wir suchen und wohin wir uns bewegen, sondern auch, was wir dort machen, wofür wir bezahlen", sagt der Marketing-Spezialist Mario Gavira.

"Zu einer globalen Gelddruckmaschine" könnte ein kleiner grüner Haken werden, ein Verifizierungszeichen für Geschäfte, das derzeit noch kostenlos ist, aber das Potenzial zum "Schutzgeldkonzept" hat: Geschäfte ohne Haken wirken dann unseriös und büßen Kundschaft ein. Außerdem überlassen immer mehr Autohersteller Google die Navigation für ihre neuesten Fahrzeuge und bezahlen "dafür kräftig". Und auch kostenlose Infos füttern Googles Imperium, nämlich die "Armada von über 100 Millionen sogenannten Local Guides", die täglich Fotos von ihren besuchten Orten in die App laden. Diese Strategie könne Google künftig zur ersten "ten trillion dollar company" machen, einem Unternehmen mit 10 Bio Dollar Börsenwert. Das "Unheimliche" sei, schreibt Rest, dass der Konzern mit besagten Plänen schon viel weiter sei, "als die meisten glauben", obwohl Pichai öffentlich nie von der "Super-App-Strategie" spreche. (Foto: Caroline Brehmann / EPA / Picture Alliance)
manager-magazin.de (Paid)

Basta: Ex-Google-Ingenieur besorgt einer KI einen Anwalt.

Robo-Recht: Google hat seinen Angestellten Blake Lemoine beurlaubt, weil der Ingenieur davon überzeugt ist, eine Google-KI namens LaMDA sei ein fühlendes Wesen. Nun hat Lemoine einen Anwalt engagiert – auf Wunsch der KI, wie er sagt. Für Presse­anfragen ist der Anwalt allerdings nicht zu erreichen, er sei abgeschreckt. Damit ist er wohl empfindsamer als sein künstlicher Klient.
businessinsider.com

Wir graturilieren: Google News wird 20.


Wir graturilieren: Google News wird 20 Jahre alt und erscheint zum Jahrestag in einem neuen Look mit individuell gestaltbarer Oberfläche auf dem Desktop. Der Nachrichten-Aggregator ist in über 125 Ländern und mehr als 40 Sprachen verfügbar – ab heute dank des neuen europäischen Urheber­rechts­gesetzes auch wieder in Spanien. Das war aufgrund der Gesetzes­lage in den vergangenen acht Jahren nicht möglich. Zum Jubiläum veröffentlicht Google interessante News-Momente der vergangenen 20 Jahren in einer Timeline und einem Video.

Auch in den kommenden 20 Jahren will Google News "den Zugang zu lokalen Nachrichten verbessern und eine Vielzahl verschiedener Quellen und Perspektiven verfügbar machen", sagt Google-Sprecher Ralf Bremer und betont: "Schließlich steht der Kampf gegen Desinformation hoch auf unserer Agenda." Dazu setzt der Tech-Riese auch den Global News Equity Fund auf. Das Förder­programm in Höhe von mehreren Mio Dollar soll dazu beitragen, "mehr Vielfalt in die Nachrichten­branche zu bringen". Unabhängige Journalistinnen sowie kleine und mittlere Nachrichten­organisationen, die journalistische Inhalte für unter­repräsentierte Gruppen produzieren, können bis zum 21. Juli Förder­mittel beantragen.
googlenews20.withgoogle.com

EU geht mit strengerem Verhaltenskodex gegen Desinformation vor.

Lizenz zum Löschen: Die EU-Kommission hat einen von Tech-Konzernen wie Google und Twitter unterzeichneten verschärften Verhaltenskodex gegen Desinformation im Netz vorgestellt. Die EU hat die 2018 auf freiwilliger Basis eingeführten Regeln noch einmal verschärft und nimmt die Plattformen in die Pflicht, verstärkt gegen Deepfakes, falsche oder irreführende Inhalte vorzugehen. Bei Verstößen drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 6 % des globalen Umsatzes. Plattformen soll es Nutzerinnen zudem einfacher machen, sich vor Fälschungen zu schützen und diese früher als solche zu erkennen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Meistgeklickter Wirtschafts-Kopf gestern war Isabelle Sonnenfeld.

Meistgeklickter Kopf gestern aus der Wirtschaft war Isabelle Sonnenfeld. Die Google-Managerin startet im September mit Holm Münstermann und Robert Richter den Interview-Podcast "MediaStories". Meistgeklickte Frau aus der PR war Gabriele Kaminski, die Kirsten Altenhoff als Managing Partnerin in ihre Firma GK Personalberatung holt.
turi2.de/koepfe (meistklickte Köpfe Wirtschaft am 9.6.2022), turi2.de/koepfe (meistklickte Frauen PR am 9.6.2022)

Google-Managerinnen machen ab September einen Medien-Podcast.

Hin-goo-hört: Die drei deutschen Google-Managerinnen Isabelle Sonnenfeld, Holm Münster­mann und Robert Richter starten im September den Interview-Podcast "MediaStories", kündigt Google bei der Re:publica an. Darin sprechen sie alle zwei Wochen mit prominenten Köpfen aus Medien­häusern und Verlagen über digitale Transformation und Innovation. Zudem soll es "genügend Raum für persönliche Anekdoten" und Karriere-Tipps geben. Die Produktion übernimmt die OMR-Tochter Podstars.
per Mail

Google muss australischem Politiker rund eine halbe Mio Euro Schadenersatz zahlen.

Google muss einen australischen Politiker mit umgerechnet 466.000 Euro entschädigen, urteilt ein australisches Bundesgericht. YouTube-Videos eines Komikers hätten John Barilaro, Ex-Vize-Regierungschef von New South Wales, so stark traumatisiert, dass dieser sich vorzeitig aus der Politik zurückgezog. Der US-Konzern hatte die Clips zunächst nicht offline genommen.
stern.de, faz.net

Lese-Tipp: Wie Tech-Firmen ihre Mitarbeitende ins Büro zurückholen wollen.

Lese-Tipp: Weil Tech-Angestellte im Silicon Valley "reihenweise" gegen die Rückkehr vom Home-Office ins Büro rebellieren, werden die Firmen kreativ, berichtet Marie-Astrid Langer im "Handelsblatt". Google will seine Arbeitnehmerinnen mit einem Konzert von Pop-Sängerin Lizzo besänftigen, der Chiphersteller Qualcomm verschenkt u.a. T-Shirts und macht "Wellness-Wednesdays". Flexibilität werde nach dem Gehalt zum "wichtigsten Faktor", glaubt Airbnb-Chef Brian Chesky.
handelsblatt.com (Paid)

Google stellt neueste Innovationen in Ads & Commerce vor.

Google stellt beim diesjährigen "Google Marketing Live" die neuesten Innovationen in den Bereichen Ads und Commerce vor. Eine Neuerung betrifft die Produkte in der Suche, die künftig mithilfe von AR im 3D-Format angezeigt werden sollen. Zudem sollen Video-Aktionskampagnen und App-Kampagnen auf der Plattform automatisch auf 60-sekündige Kurzvideos skaliert werden.
horizont.net (Paid)

turi2.de/Termine: Employer Branding, Fake Facts.

Termine: Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung diskutiert heute um 13 Uhr die Rolle von Google für Employer Branding und Recruiting. Um den Umgang mit Fake Facts geht es ab 18 Uhr bei der Atlantischen Akademie, Referentin ist die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun. Beide Events finden online statt und sind kostenlos.
Alle Termine, frei durchsuchbar unter turi2.de/termine

Lese-Tipp: Das Handelsblatt stellt Googles neuen Campus vor.

Lese-Tipp: Das Handelsblatt hat sich in Googles neuem Mega-Campus umgeschaut und präsentiert fünf Highlights: Bewegliche Tische machen hybrides Arbeiten möglich. Markante Dächer mit Solarpaneelen lassen die Gebäude wie riesige Zelte wirken. Offene Büroflächen ersetzen die beliebten Eckbüros. Diverse Services wie Wellnessbereich, Sportstudio und Restaurants sind ebenso vorhanden wie ein eigenes Hotel.
handelsblatt.com (Paid)

Google erweitert Angebot für Bezahlung von Verlagen.


Geld für Klicks: Google bietet Verlagen eine neue Möglichkeit, eine Vergütung für Newsinhalte nach dem Leistungs­schutz­recht zu erhalten. Mit Extended News Previews soll Google gegen eine Lizenz­gebühr Text­ausschnitte und Vorschau­bilder von Nachrichten zeigen dürfen. Laut einem Blogpost von Sulina Connal, Google-Direktorin für Nachrichten- und Verlags­partnerschaften, basiere das Angebot auf einheitlichen Kriterien, die die gesetzlichen Vorgaben und das Urheberrecht berücksichtigten. Dazu gehöre, wie häufig Nachrichten angezeigt werden und wie viele Werbeeinnahmen auf Ergebnisseiten, die auch Vorschauen auf Pressetexte enthalten, erzielt werden.

Google habe bereits Einzelverträge mit mehr als 300 Verlegern in Europa geschlossen, zwei Drittel davon aus Deutschland, wie "Spiegel", "Zeit" und "FAZ". Das neue Angebot soll weitere deutsche Presseverleger in Kooperationen locken. Die Verwertungsgesellschaft Corint Media will hingegen mit Google eine jährliche Lizenzgebühr in Millionenhöhe vereinbaren, um diese dann an die Presseverlage auszuschütten. Das Bundeskartellamt beobachtet derzeit noch die Verhandlungen zur Vergütung des Leistungsschutzrechts.
blog.google, handelsblatt.com, newsroom.de

Apple, Google und Microsoft arbeiten an Alternativen zum Passwort.

Generalschlüssel: Die Tech-Riesen Apple, Google und Microsoft wollen plattformübergreifend daran arbeiten, das Passwort als Login-Methode zu ersetzen. Zum Einsatz kommen soll stattdessen eine Technologie des Industriezusammenschlusses Fido-Allianz, die Konten mithilfe eines Passkeys auf dem Smartphone entsperrt. Diese Methode soll sicherer sein als der Zugang mittels Passwort. Microsoft-Vizepräsident Alex Simos spricht von einer "vollständigen Umstellung auf eine passwortlose Welt".
faz.net

“The Economist”: Die finanzielle Lage der Tech-Giganten ist fragil.


Big Tech, big money: Die finanzielle Lage von Alphabet, Amazon, Apple und Meta ist verwundbarer, "als es ihre vermeintliche Allmacht vermuten lässt", ergeben Recherchen von "The Economist". Das Nachrichten­magazin hat einen Blick auf Gerichts­dokumente, interne E-Mails, Analysen und durchgesickerte Dateien der Tech-Titanen geworfen und mehrere Schwächen in ihrem Geldfluss ausgemacht: hohe Gewinn­konzentration, schwindende Kunden­loyalität und schiere Summen, die durch Kartell­verfahren auf dem Spiel stehen.

Apples größter Profitmotor ist und bleibt laut Analyse das iPhone. Bei Amazon ist es das Cloud Computing, bei Alphabet und Meta ist es Online-Werbung – bei der Facebook-Mutter machen Werbegelder ganze 97 % der Einnahmen aus. Hier sorgen die oberen 5 bis 10 % der Werbetreibenden für mehr als 90 % der Einnahmen – eine "starke Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gewinn­generatoren". Die größten Gewinnquellen von Apple und Alphabet sind ihre App-Stores, da die Firmen eine Provision auf alle In-App-Käufe bekommen.

Die Konzerne erzielen in Europa zusammen einen Umsatz von 267 Mrd US-Dollar, etwa ein Fünftel ihrer Gesamtsumme. Der Digital Markets Act, das EU-Regelwerk zur Eindämmung der Macht der Tech-Konzerne, könnte 40 % der europäischen Verkäufe der vier Unternehmen gefährden, berechnet "The Economist". Alphabet, die Google-Mutter, sei am stärksten durch das neue Gesetz gefährdet: "Fast 90 % der europäischen Einnahmen sind in Gefahr."

Da auch in den USA "Tech-Bashing-Bemühungen" anlaufen, stünden somit rund 330 Mrd Dollar an Einnahmen auf dem Spiel, etwa ein Viertel der Gesamtsumme von Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Allerdings: "Es ist unwahrscheinlich, dass dieser katastrophale Fall für Big Tech eintritt", bilanziert das Magazin. Realistisch betrachtet werde nur "die Ernte verwässert".
economist.com (Paid), manager-magazin.de (Paid)