Google verpasst seiner Bilder-Suche ein Diversity-Update.


Bunt, aber unauffällig: Google hat ohne vorherige Ankündigung seine Algorithmen aktualisiert, um diversere Ergebnisse bei der Bilder-Suche anzuzeigen, schreibt Nico Grant bei "Bloomberg". Laut einer Sprecherin fördert Google jetzt "eine größere Vielfalt an Hauttönen, damit mehr Menschen relevante und hilfreiche Ergebnisse finden". Bei Suchanfragen wie "schöne Haut", "professionelle Frisur" oder "glückliche Familie" sollen nicht mehr wie bisher hauptsächlich weiße Menschen angezeigt werden. Google befinde sich dabei noch in der "Anfangsphase dieser Bemühungen".

Der Technologie-Gigant versucht den Vorwurf abzumildern, sein Algorithmus fördere rassistische Vorurteile. Im Jahr 2015 musste sich das Unternehmen entschuldigen, nachdem seine Foto-App Schwarze fälschlicherweise als Gorillas identifiziert hatte. Der Datenjournalist Nicolas Kayser-Bril hatte später gezeigt, wie Googles Vision Cloud ein modernes Fieberthermometer in einer dunkelhäutigen Hand als Waffe identifiziert, in einer hellhäutigen als Fernrohr. Und Ende 2020 entließ Google die Tech-EthikerinTimnit Gebru, die sich mit rassistischen Vorurteilen in KIs beschäftigt hatte.
bloomberg.com, adage.com

Hör-Tipp: Die Google-Suche soll in Zukunft Flüge buchen können, sagt Philipp Justus.

Hör-Tipp: Google soll in Zukunft Aufgaben für seine Nutzerinnen erledigen, zum Beispiel einen Tisch im Restaurant reservieren oder einen Flug buchen, sagt Deutschland-Chef Philipp Justus im "FAZ"-Podcast. Natürlich müssen die User bereits sein, dafür "mehr Daten" herzugeben. Er prognostiziert, dass immer mehr Menschen per Sprache googeln werden.
faz.net (44-Min-Audio)

Corint Media fordert 420 Mio Euro Lizenzgebühren von Google.

Zahlen, bitte: Die Verwertungsgesellschaft Corint Media fordert im Rahmen des Leistungschutzrechts 420 Mio Euro von Google für das Jahr 2022. Google würde demnach 11 % seiner geschätzt 9 Mrd Euro Einnahmen aus dem Betrieb der Suchmaschine in Deutschland als Nutzungsgebühr an die Verlage zahlen. Die Verhandlungen über den Lizenzvertrag mit Google gingen nun in die "entscheidende Phase", sagen die Geschäftsführer Markus Runde und Christoph Schwennicke (Foto). Google weist die Forderung zurück: "Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen." Der Konzern wirft Corint vor, zu ignorieren, "dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt".
kress.de, turi2.de (Background)

“Welt”: Ex-Google-Manager Stefan Tweraser wird Chef des Raketenbauers Rocket Factory.

Düst nach oben: Das Raketen-Startup Rocket Factory Augsburg macht Stefan Tweraser zum Geschäftsführer, schreibt die "Welt". Der Betriebswissenschaftler war von 2008 bis 2013 Verkaufschef bei Google Deutschland, später Chief Executive Officer bei SnapShot und zuletzt beim Musikstreamer Deezer. Rocket Factory ist der einzige Raketenbauer in Europa.
welt.de

136 Staaten stimmen für höhere Besteuerung von Apple, Google & Co.

Austrocknende Oasen: 136 Staaten einigen sich auf die globale Mindeststeuer von 15 %. Damit rückt die Steuerreform näher, die auch Unternehmen wie Microsoft, Apple, Google und Facebook treffen würde. Deren europä­ischen Hauptquartiere sitzen in Irland, wo derzeit deutlich weniger Steuern anfallen. Irland stimmt der Erhöhung mittlerweile zu.
faz.net, deutschlandfunk.de

Debatte: Richard Gutjahr sieht Facebook und Google als neue Krisen-Macher.

Abgründe: Richard Gutjahr vergleicht die Übermacht von Facebook und Google nach den neuesten Enthüllungen einer Ex-FB-Managerin mit den Zuständen in der Bankenkrise. Alles sei wie damals, "nur krasser". Die Konzerne strichen "über Jahre hinweg astronomische Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit" ein. "Die Langzeitschäden, die ihre Plattformen erzeugen, muss die Gesellschaft ausbaden." Gutjahr fordert mehr staatliche Regulierung.
rp-online.de, turi2.de (Background)

Amazon, Microsoft und Google fordern Cloud-Regeln.


Datenwolke mit Prinzipien: Die Tech-Konzerne Amazon, Microsoft, Google und ein halbes Dutzend weitere Tech-Firmen starten eine Datenschutz-Initiative für ihre Cloud-Angebote. Zu den Partnern gehören auch Slack, SAP und IBM. Die fünf Prinzipien zielen sowohl auf den Schutz von Kundendaten, wollen aber auch den Zugriff von Behörden regeln. So sollen Behörden Anfragen im ersten Schritt an die Unternehmenskunden der Cloud-Dienste richten. Läuft eine Anfrage über den Provider, sollen die Kundinnen im Idealfall im Voraus über den Zugriff informiert werden. Die Firmen fordern auch ein klares Procedere, um Datenanfragen von Behörden anzufechten. In "engen Grenzen" könne es Ausnahmen von diesen Regeln geben.

Die beiden letzten Regeln betreffen den Datenaustausch über Ländergrenzen hinweg. Die Firmen fordern von Regierungen Mechanismen zur Lösung von internationalen Daten-Konflikten. So dürfe die Einhaltung von Gesetzen in einem Land nicht zum Gesetzesbruch in einem anderen Land führen. Außerdem sollen Regierungen den grenzüberschreitenden Datenverkehr u.a. als Motor für Innovationen fördern.
cnet.com, trustedcloudprinciples.com (ausführliche Prinzipien)

Google streicht seine Pläne, zum Bankkonto-Anbieter zu werden.

Zahlt sich nicht aus: Google sammelt seine Pläne, zum Bankdienstleister zu werden, wieder ein. 2020 hatte der Such-Konzern geplant, gemeinsam mit Partnern wie der Citigroup gebührenfreie Giro- und Sparkonten anzubieten. Jetzt will Google sich darauf beschränken, Banken digital zu unterstützen. Zuvor hatten der Projektchef und zahlreiche Mitarbeiter Google verlassen.
cnbc.com, wsj.com (Paid)

Google will Milliarden-Strafe nicht zahlen.

Google wehrt sich gegen die Rekord-Kartellstrafe von 4,3 Mrd Euro, die die EU-Kommission dem Konzern 2018 aufgebrummt hat. Grund waren unzulässige Vorgaben beim Betriebssystem Android. Google-Anwalt Matthew Pickford verweist vor dem Gericht der Europäischen Union in Luxemburg auf die Konkurrenz mit Apple, der "wahren wettbewerbsrechtlichen Dynamik in dieser Industrie".
sueddeutsche.de, finanzen.net

Google kauft Bürogebäude in New York City für 2,1 Mrd Dollar.

Wir bezahlen mit unseren Daten: Der Tech-Riese Google kauft für schlappe 2,1 Mrd Dollar (1,8 Mrd Euro) ein Bürogebäude im New Yorker Stadtteil Manhattan. Google mietet den alten Güterbahnhof bereits und bekommt nun die Möglichkeit, ihn zu kaufen. New York ist neben der Zentrale im kalifornischen Mountain View die zweitgrößte Niederlassung des Konzerns.
wsj.com (Paid), manager-magazin.de

Google und Telekom arbeiten an neuem Cloud-System.

Google und die Telekom-Tochter T-Systems entwickeln gemeinsam eine "souveräne Cloud". Die Infrastruktur soll von Google kommen, Betrieb und Kontrolle dagegen beim deutschen Konzern liegen, um Datenschutz­bedenken auszuräumen. Zielgruppe für die Cloud sind die öffentliche Hand, der Finanzsektor und die Bundesregierung.
handelsblatt.com (Paid), absatzwirtschaft.de

Statista: Mehrheit vertraut großen Tech-Konzernen beim Datenschutz nicht.

Nicht sicher: Tech-Konzerne wie Google, Amazon und Facebook genießen nur wenig Vertrauen, wenn es um Datenschutz geht, sagt einen Studie von Statista. Das höchste Zutrauen sprechen die Befragten in Deutschland noch Amazon (42 %) zu, darauf folgen Google (30 %), Apple (26 %) und Microsoft (22 %). Schlusslicht ist Facebook mit 20 %.
de.statista.com

Wegen nicht blockierter Wahl-App: Russland droht Google und Apple mit Geldstrafen.

Russland wirft Google und Apple Wahlbeeinflussung vor. Grund dafür ist, dass die Tech-Konzerne die Smart-Voting-App von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nicht blockieren wollen. Das könne zu hohen Geldstrafen führen, teilt die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor mit. Russland stuft alle Organisationen, die mit Nawalny in Verbindung stehen, als extremistisch ein.
spiegel.de

Google verschiebt Büro-Rückkehr und gibt Verantwortung an nationales Management ab.

Google verschiebt die verpflichtende Bürorückkehr bis mindestens 10. Januar 2022, schreibt CEO Sundar Pichai in einer Nachricht an die Mitarbeiterinnen. Danach sollen Länder und Standorte abhängig von den lokalen Gegebenheiten eigenständig Entscheidungen treffen können. Im Mai hatte Google ein Hybrid-Konzept angekündigt, das drei Bürotage pro Woche vorsieht.
theverge.com

Basta: Google verlegt Paderborn nach Hamburg.

Big City Life: Google Maps hat den Hamburger Hauptbahnhof temporär in Paderborn umbenannt. Weshalb die beschauliche ostwestfälische Großstadt plötzlich zur Hansestadt gehören soll, kann der Konzern zunächst nicht erklären. Auch die Routenplanung ist betroffen: Die S-Bahn fährt vom Jungfernstieg nach Paderborn in läppischen drei Minuten, von Paderborn zum Hauptbahnhof Paderborn braucht die Bahn hingegen über drei Stunden.
spiegel.de

Video-Tipp: Datenspenden sollen YouTube-Algorithmus entschlüsseln.

Video-Tipp: Ein Team um AlgorithmWatch-Mitgründer Lorenz Matzat will erforschen, welche Videos YouTube zur Bundestagswahl empfiehlt. Da YouTube selbst seinen Algorithmus unter Verschluss hält, bittet das Team Nutzerinnen um Daten­spenden, eine Art "Notwehr", sagt Matzat. Medien und Wissenschaft analysieren die Daten und wollen Ergebnisse noch vor der Wahl veröffentlichen.
spiegel.de (3-Min-Video), algorithmwatch.org (Projekt)

Video-Tipp: Tech-Konzerne sind oft verschwiegen und nur bedingt gesprächsbereit.

Facebook und GoogleVideo-Tipp: Tech-Konzerne wie Google und Facebook hüllen sich oft in Schweigen, lassen Medienanfragen unbeantwortet und öffnen sich nur auf öffentlichen Druck, berichtet Daniel Bouhs bei "Zapp". Zwar böten die Konzerne zu neuen Produkten und Initiativen inzwischen von sich aus Gespräche an, blieben bei kritischen Themen aber vage, ebenso zu Einzelfällen. Facebook-Sprecher Klaus Gorny und Google-PR-Mann Kay Overbeck versuchen sich in Erklärungen. Bouhs beobachtet derweil, dass auch neuere Plattform wie TikTok oder Telegram nur schwer ansprechbar sind.
youtube.com (16-Min-Video)

Google will nur Geimpfte zurück in die Büros lassen.

Ohne kein Office: Google will nur Geimpfte wieder in seine Büros lassen, kündigt Chef Sundar Pichai an. Die Regelung soll in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten ausgerollt werden, weitere Standorte weltweit sollen in den kommenden Monaten folgen. Zusätzlich dürfen Angestellte bis mindestens 18. Oktober im Homeoffice bleiben. Facebook zieht nur wenige Stunden nach Googles Ankündigung nach – und verlangt ebenfalls Impfungen von Präsenz-Mitarbeiterinnen.
blog.google, theverge.com, mashable.com (Facebook)

Google kooperiert mit dem Media Lab Bayern.

Media Lab Bayern startet mit Google und dem European Journalism Centre das GNI Startups Lab Europe. Dort können sich News-Startups mit finanzieller und inhaltlicher Unterstützung neu aufstellen. Das Programm soll dazu beitragen, Medienmacherinnen von unterrepräsentierten Communities sichtbarer zu machen. Startups können sich ab sofort bewerben, um beim Programm ab November teilzunehmen.
t3n.de, gnistartupslab.com

Google-Mutter Alphabet macht im 2. Quartal 18,5 Mrd Dollar Gewinn.

Alphabet, Mutter des Tech-Riesen Google, macht im 2. Quartal einen Umsatz von 61,8 Mrd Dollar und fährt einen Gewinn von 18,5 Mrd Dollar ein. Größter Umsatzbringer mit 57 Mrd Dollar ist Google selbst, YouTube spült 7 Mrd Dollar in die Kasse. Die Google Cloud macht fast eine halbe Mrd Dollar Verlust, andere Alphabet-Unternehmen verbrennen noch einmal knapp 1,4 Mrd Dollar.
googlewatchblog.de, manager-magazin.de, theverge.com

Google klagt gegen das erweiterte NetzDG.


Hass vs. Privatspähre: Google reicht am Verwaltungsgericht Köln Klage gegen das Bundesjustizministerium ein. Streitpunkt ist das erweiterte Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das 2018 in Kraft getreten ist und u.a. vorsieht, dass soziale Medien strafbare Inhalte schnell und konsequent löschen müssen. Google will durch die Klage – auch mit Blick auf Tochter YouTube – vor allem verhindern, Nutzerdaten an die Behörden weitergeben zu müssen. Erst im Mai waren u.a. die Berichtspflicht sowie die Bußgelder im Rahmen des NetzDG erweitert worden.

Google argumentiert, das NetzDG verstoße gegen die Privatsphäre der Nutzerinnen. Zudem stehe es laut YouTube-Managerin Sabine Frank im Widerspruch zur deutschen Verfassung sowie europäischen Gesetzen.
zeit.de, zdf.de, faz.net

“Handelsblatt”: EU plant eine Botschaft im Silicon Valley.

Digital-Diplomatie: Die Europäische Union will eine Botschaft im Silicon Valley gründen, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf ein internes Papier des Auswärtigen Dienstes. Mit der Vertretung in San Francisco wolle die EU der wachsenden Macht von Google, Facebook und Co Rechnung tragen – und ein Gegengewicht zum autoritären China setzen. Die EU-Beamten fordern eine "menschenzentrierte Digitalisierung mit robusten Standards und Normen".
handelsblatt.com (Paid)

Startups ärgern sich über Fahrplandaten-Deal der Bahn mit Google.

Saure Startups: Weil die Deutsche Bahn künftig Livedaten ihrer verspäteten Züge an Tech-Gigant Google freigeben will, fühlen sich kleinere Unternehmen und Startups benachteiligt. Das Bundeskartellamt ist laut "Handelsblatt" bereits "alarmiert". Obwohl die Deutsche Bahn von einer "nicht exklusiven Partnerschaft" mit Google spricht, will sie Startups trotzdem nicht mit Daten versorgen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Google muss wegen Leistungsschutzrecht 500 Mio Euro Strafe in Frankreich zahlen.

Abgemahnt: Frankreichs Kartellbehörde verurteilt Google zur Zahlung von 500 Mio Euro Bußgeld. Hintergrund sind die schleppenden Verhandlungen zum Leistungsschutzrecht. Google sei der Aufforderung nicht nachgekommen, binnen drei Monaten mit allen Verlagen Gespräche aufzunehmen, wie deren Inhalte künftig vergütet werden sollen, heißt es von der Behörde.
spiegel.de, handelsblatt.com

YouTube muss für gesperrtes Video 100.000 Euro Ordnungsgeld zahlen.

YouTube: Das Oberlandesgericht Dresden verhängt gegen Googles Video-Plattform ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro, berichtet die "Welt am Sonntag". YouTube hatte ein Video über Corona-Proteste in der Schweiz gelöscht und mit "medizinischen Fehlinformationen" begründet. Das Gericht entschied am 20. April, dass YouTube das Video unmittelbar wieder online stellen muss, was aber erst am 14. Mai geschah.
welt.de

36 Bundesstaaten verklagen Google wegen App-Store-Gebahren.

Spielt ohne Regeln? 36 Bundesstaaten und Washington DC verklagen Google wegen vermeintlicher wettbewerbs­widriger Geschäfts­praktiken in seinem App-Store. Die Alphabet-Tochter zwinge Entwicklern ihren Google-Play-Store auf, wo sie eine "extravagante" Provision von bis zu 30 % einstreiche. Google sagt, die Klage ignoriere, dass es mit Apple konkurriere.
bloomberg.com via handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Donald Trump verklagt Twitter, Facebook und Google.

Blockiert: Ex-US-Präsident Donald Trump hat eine Sammelklage gegen Twitter, Facebook und Google angekündigt. Er will gegen die Sperrungen seiner Nutzerprofile vorgehen und wirft den Firmenchefs Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und Sundar Pichai eine Verletzung der Redefreiheit vor. Trump will eine Sammelklage einreichen, bei der sich alle Menschen beteiligen können, die nach dem 1. Juni 2018 von den Plattformen "zensiert" worden seien. Facebook, Twitter und YouTube hatten Trumps Profile Ende Januar nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt.
spiegel.de, zeit.de, turi2.de (Background)

Basta: Google macht einen Schweizer Ingenieur zum Serienmörder.

Verwechslung mit Folgen: Google hat den Schweizer Hristo Georgiev aus Versehen zum bulgarischen Serienmörder erklärt. Für einen Infokasten hatte die Suchmaschine kurzerhand auf ein Bild des Schweizers zurückgegriffen. Der trägt unglücklicherweise denselben Namen wie der Killer, killt in Wahrheit aber höchstens Rechen­fehler – als unschuldiger Ingenieur.
androidauthority.com via golem.de

Google stellt Werbe-Tracking erst 2023 ein.

Doch noch nicht unfollow: Google verschiebt die Einstellung seines Werbe-Trackings um ein Jahr auf Ende 2023, schreibt Google-Manager Vinay Goel in einem Blogpost. Bis dahin will das Unternehmen eine Alternative für Cookies entwickeln, welche die Privatsphäre schützt und zugleich Unternehmen zufriedenstellt. Die Testphase für das neue Programm soll Ende 2022 beginnen.
blog.google (Blogpost), handelsblatt.com

Google will im Cloud-Geschäft massiv wachsen.

Google will massiv in sein Cloud-Geschäft investieren, um den Rückstand zu Amazon und Microsoft aufzu­holen. "Wir sehen uns nicht als Nischenanbieter", sagt Google-Cloud-Chef Thomas Kurian dem "Handelsblatt". In Deutschland plant Google dafür ein zweites Rechen­zentrum. Die hohen Ausgaben verursachen allein im 1. Quartal fast 1 Mrd Dollar Verlust. Gewinne seien jedoch in Sichtweite, sagt Kurian.
handelsblatt.com (Paid, Zusammenfassung), handelsblatt.com (Paid, Interview)

Corint Media fordert bis zu 900 Mio Euro von Google.

Lizenz zum Leisten: Corint Media fordert im Rahmen des Leistungschutzrechts für Presseverlage bis zu 900 Mio Euro pro Jahr allein von Google, sagt Corint-Chef Christoph Schwennicke im Interview mit "Clap". Das entspreche 10 bis 11 % der Einnahmen, die Google in Deutschland erwirtschafte. Voraussetzung für diese Summe sei allerdings, dass Corint die Rechte aller Verlage vertritt. Zuletzt hatte sich Corint beim Kartellamt über Google News Showcase beschwert. Die Verwertungsgesellschaft befürchtet, dass Google die Nachrichten seiner Partner-Verlagen bevorzugt, Google widerspricht. Schwennicke sagt: "Die Gesprächsbereitschaft hat sich unmittelbar nach der Meldung des Bundeskartellamtes bei Google geändert."

Für Schwennicke spiele es keine Rolle, ob Google oder Facebook in Gesprächen das nettere Unternehmen sei. Wichtig ist für Corint Media aber, dass Google News Showcase und Facebook News "strukturell praktisch dasselbe" seien. Facebook führt an, sich von Google zu unterscheiden, da das Unternehmen "keine Suchmaschine" sei, was Corint "komplett anders" sieht und betont, "gute Argumente" dafür zu haben.
"Clap" 7/2021, S. 12 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

EuGH-Urteil: YouTube haftet nicht bei Urheberrechtsverstößen.


Aus dem Schneider: YouTube haftet nicht automatisch für Urheberrechtsverstöße auf seiner Plattform, urteilt der Europäische Gerichtshof. Solange die Betreiber von Internetportalen keine Kenntnis von den hochgeladenen Inhalten haben und sie nicht kontrollieren, sind sie von der Haftung befreit – mittels sogenanntem Providerprivileg. Das Urteil erstreckt sich dementsprechend nicht nur auf die Google-Tochter, sondern ist für die gesamte Kreativbranche relevant.

Zwei noch aktuelle Klagen bei deutschen Gerichten sind damit aber nicht vom Tisch: Produzent Frank Peterson klagt gegen YouTube, weil dort im Jahr 2008 Musik hochgeladen wurde, an der er Verwertungsrechte hält. Der Fachverlag Elsevier klagt gegen die Plattform Uploaded, bei der verschiedene Medizinbücher veröffentlicht wurden. Der EuGH gibt mit seinem Urteil nur vor, nach welchen Kriterien Gerichte YouTube und Co. künftig beurteilen müssen.
wiwo.de, spiegel.de

Reuters: Google droht Untersuchung des Werbegeschäfts durch die EU.

Im Visier: Die EU plant noch in diesem Jahr eine Untersuchung des Werbegeschäfts von Google, berichtet Reuters. Demnach wollen die Wettbewerbshüter Googles Positionierung gegenüber Werbekunden, Verlagen, Zwischenhändlern und Konkurrenten unter die Lupe nehmen. Mehr als 8 Mrd Euro hat der Tech-Riese bisher wegen Wettbewerbsverstößen in der EU zahlen müssen.
reuters.com, handelsblatt.com

Zahl des Tages: Google unterstützt historisch schwarze Unis mit 50 Mio Dollar.

Zahl des Tages: Insgesamt 50 Mio Dollar spendet Google an zehn Historisch afroamerikanische Colleges und Hochschulen. Die Fördergelder sollen u.a. bei Investitionen in die Infrastruktur helfen. Google will mit dem Geld dazu beitragen, die Tech-Branche diverser zu machen. Die HBCUs dienten bis 1964 in den USA der Ausbildung afroamerikanischer Menschen.
cnet.com

YouTube verbannt Werbung für Alkohol, Medikamente, Glücksspiel und Politik von seinem prominentesten Anzeigenplatz.


Wirb woanders: YouTube verbannt Werbung für Alkohol, Glücksspiel und verschreibungspflichtige Medikamente von seinem prominentesten Anzeigenplatz, dem sogenannten Masthead Ad Slot. Auch politische Kampagnen und Wahlwerbung sind dort künftig nicht mehr erlaubt. Die Masthead Ads sind mit das erste, was Userinnen sehen, wenn sie die Website besuchen. Sie sind dementsprechend teuer und hart umkämpft: Donald Trump hatte den Anzeigenplatz etwa im Wahlkampf 2020 für drei Tage gebucht.

YouTubes Mutterkonzern Google begründet den Schritt u.a. damit, Nutzerinnen eine bessere User-Experience verschaffen zu wollen. Insbesondere die Verbannung von Wahlwerbe-Spots könnte der Plattform aber auch unliebsame politische Debatten ersparen.
axios.com, theverge.com

Zitat: Thomas Koch warnt vor der Gefahr der Werbemacht von Google, Facebook und Amazon.

"Es gleicht einer Revolution, bei der die Fallbeile von Google & Co diejenigen köpfen, an deren Erhalt wir alle in unserer Gesellschaft ein existenzielles Interesse haben."

Werber und Mediaberater Thomas Koch warnt deutsche Medien in einem "FAZ"-Gastbeitrag vor Mrd-Einbußen, sollten Google, Facebook und Amazon in wenigen Jahren die 50 %-Schwelle des deutschen Werbemarktes knacken.
"FAZ", S. 13 (Paid)