Google Street View will Vorabwiderspruch bei Panoramabildern kippen.

Mehr Street View in Deutschland? Google hat seinen Straßen-Panorama-Dienst Street View für Deutschland offenbar doch nicht komplett zu den Akten gelegt. Die Hamburger Datenschutzbehörde prüft derzeit eine Anfrage von Google, ob die Veröffentlichung von neuen Straßenbildern auch ohne "die Vorgabe eines Vorabwiderspruchs" möglich ist, schreibt die "Welt am Sonntag". Googles Street-View-Bilder aus Deutschland sind mindestens zehn Jahre alt.

Als der Dienst startete, hatte es in Deutschland Widerstand gegeben, zahlreiche Hausbesitzer nahmen die Möglichkeit wahr, ihre Häuserfront vor Veröffentlichung pixeln zu lassen. Die Hamburger Datenschützer befinden sich derzeit in Abstimmung mit anderen Behörden. Die deutsche Sonderregel könnte ohnehin obsolet sein. Mit dem Inkrafttreten der DSGVO könnte die Datenschutzbehörde am europäischen Google-Hauptquartier in Irland für den US-Konzern zuständig sein.
welt.de

Zahl des Tages: Google-Mitarbeiter haben Elizabeth Warren bisher 127.000 Dollar gespendet.

Zahl des Tages: Unzerschlagene 127.000 Dollar hat die US-Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bisher als Spenden von Google-Mitarbeitern erhalten, errechnet das Center for Responsive Politics. Apple-Angestellte spendeten ihr 45.000 Dollar. Damit erhalten sie und ihr Mitstreiter Bernie Sanders im Silicon Valley große Unterstützung, obwohl sie die Zerschlagung von Tech-Konzernen fordern.
welt.de

Waymo will in Kürze Taxifahrten ohne Sicherheitsfahrer anbieten.

Waymo, Google-Tochter für autonomes Fahren, teilt in einer E-Mail an seine Kunden mit, dass es bald Fahrdienste ohne Sicherheitsfahrer anbieten will. Bisher war stets ein Mitarbeiter mit im Wagen, der im Fall einer Fehlfunktion die Steuerung übernehmen konnte. Waymo will Nutzer des Fahrdienstes vorab eine Benachrichtigung senden, wenn ihr gebuchtes Fahrzeug keinen Fahrer hat.
businessinsider.de, reddit.com (E-Mail von Waymo)

Meinung: Kartellrecht könnte Dateneigentum besser regeln.

Dateneigentum: Die Zeit der defensiven Digitalpolitik muss enden, kommentiert Hendrik Wieduwilt. Das Kartellrecht könnte Tech-Konzerne wie Facebook besser bändigen als das Datenschutzrecht. Dass Nutzer ihre Daten nicht zu anderen Anbietern transportierten, liege nicht an fehlenden Alternativen, sondern an der Trägheit der Menschen, die ihre Daten liebten.
faz.net (Paid)

“Zeit”-Chef Rainer Esser will kein Geld von Google.


Keine Zeit für Klagelieder: Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeitverlags, will im Klagechor der Verlage über die bösen Googles und Facebooks nicht mitsingen. "Alle schauen, dass sie möglichst gut von Google gefunden werden. Im Gegenzug von Google Geld dafür zu verlangen, halte ich für eine komische Idee", sagt Esser im Interview mit der österreichischen Zeitung "Standard". Das Leistungsschutzrecht sei wichtig für längere Texte, nicht aber für Snippets.

Auch den Groll, dass Google und Facebook den Online-Werbemarkt dominieren, will Esser nicht teilen: "Wir sind in einem freien Wettbewerb. Wenn Google und Facebook gute Geschäfte machen, dann: Hut ab! Kooperation und Innovation statt Neid ist unser Weg." Einen Missbrauch der Marktmacht sieht Esser nicht: "Marktmissbrauch wäre, wenn sie uns nicht auf ihre Plattform lassen würden, weil wir Konkurrenten wären." (Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition1)
derstandard.at

YouTube-Nutzer können ihren Verlauf künftig automatisch löschen lassen.

YouTube ermöglicht seinen Nutzern, den Such-Verlauf und die Liste der angesehenen Videos künftig nach einer gewissen Zeit automatisch zu löschen. User können wählen, ob Google die Daten nach drei oder 18 Monaten löschen soll. Zudem gibt es die Optionen, dass der Verlauf gar nicht gespeichert wird oder solange, bis der Nutzer ihn manuell löscht.
mashable.com

Meinung: Verleger sollten europäische Alternative zu Google schaffen.

Google News: Verlage sollten eine europäische Plattform als Gegenpol zu Google schaffen, kommentiert "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld (Foto). Die Digitalkonzerne seien der Überzeugung, sie stünden über dem Gesetz. In Frankreich verzichtet Google auf Presse-Snippets, um Abgaben aufgrund des Leistungsschutzrechts zu umgehen.
faz.net

Analyse: Deutsche Medienkonzerne sind im internationalen Vergleich Zwerge.

Medienzwerge: Die zehn größten deutschen Medienkonzerne setzen zusammen weniger um als Facebook, sagt eine Auswertung von "Horizont". 2018 machte Facebook rund 47 Mrd Dollar Umsatz und rangiert auf Platz 5 der weltweit größten Medienkonzerne. An der Spitze überholt AT&T Google-Mutter Alphabet, dahinter Comcast und Disney. Bertelsmann rangiert als mit Abstand größter deutscher Medienkonzern auf Platz 16.
horizont.net (Paid)

EuGH: Google muss heikle Links nicht weltweit löschen.


Nur lokal vergesslich: Suchmaschinen müssen Links zu Informationen nicht weltweit entfernen, die unter das europäische Recht auf Vergessenwerden fallen, urteilt der Europäische Gerichtshof. Allerdings müssen sie Maßnahmen ergreifen, damit europäische Internetnutzer nicht auf solche Links zugreifen können. Damit setzt sich Google in einem Rechtsstreit gegen Frankreich durch – die Datenschutzbehörde CNIL hatte 2016 ein Bußgeld von 100.000 Euro gegen Google verhängt, da das Unternehmen Links nicht weltweit gelöscht hatte.

Das Recht auf Vergessenwerden geht auf eine Entscheidung des EuGH von 2014 zurück, wonach Bürger Suchmaschinenbetreiber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten können, personenbezogene Suchergebnisse zu löschen, u.a., wenn die Informationen veraltet sind.
spiegel.de, tagesschau.de

Auch Google macht Mitschnitt-Auswertung zur Opt-In-Einstellung.

Google stellt, nach Apple und Amazon, nun auch neue Regeln für die Lauschsprecher-Qualitätskontrolle vor. Nutzer des Google Assistant sollen nun über einen klar betexteten Opt-In-Knopf bestimmen, ob sie mit Transkriptionen ihrer Sprachbefehle einverstanden sind. Die "große Mehrzahl" der gespeicherten Daten der freiwilligen Teilnehmer soll nach wenigen Monaten gelöscht werden. Noch ist unklar, wann die neuen Regeln in Kraft treten - derzeit ist das Mitschnitt-Programm pausiert.
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Meinung: Personalisierte Werbung und Privatsphäre ist kein Widerspruch.

Privatsphäre und Personalisierung ist kein Widerspruch, sagt Google-Europachef Matt Brittin im "Horizont"-Interview. Das Einverständnis des Nutzers sei "die Basis für alles". Google wolle Technologien entwickeln, die aggregierte Daten auswerten, ohne Rückschlüsse auf einzelne Nutzer zu ziehen. Ein einzelnes Unternehmen, "auch wenn es Google heißt", könne Veränderungen nicht allein umsetzen.
"Horizont" 38/2019, S. 4 (Paid)

Tech-Konzerne wie Netflix oder Facebook greifen Nutzerdaten vom Smart-TV ab.

Smart-TV: Tech-Konzerne wie Netflix, Facebook oder Google greifen auf Nutzerdaten vom Smart-TV zu, zitiert die "Financial Times" Studien der Northeastern University und des Imperial College London. Die Datenübertragung geschehe auch, wenn die Geräte nicht in Betrieb sind. Die Tech-Konzerne nutzen die Daten u.a. für personalisierte Werbung.
ft.com

USA: 50 Generalbundesanwälte nehmen Kartellermittlungen gegen Google auf.

Google steht im Visier von 50 Generalbundesanwälten. 48 US-Bundesstaaten, Washington D.C. sowie Puerto Rico haben sich dem Texaner Ken Paxton angeschlossen, dessen Initiative Googles Marktmacht bei Werbung im Internet untersuchen will. Die Ermittlungen sollen entsprechend der Ermittlungsergebnisse erweitert werden.
theverge.com, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google wegen Wahlwerbung.

Russisch Roulette für Meinungsfreiheit: Die russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google, die am Sonntag bei lokalen Wahlen u.a. in Moskau entgegen der Verbote politische Werbung zugelassen haben. Die Behörde sieht darin einen Eingriff in die "souveränen Rechte Russlands", was als "Behinderung demokratischer Wahlen" gesehen werde.

Eine Kommission im Parlament wolle prüfen, ob ausländische Kräfte versuchten, die Wahl zu beeinflussen. In der russischen Hauptstadt hat es in der Vergangenheit regierungskritische Demonstrationen gegeben, die sich gegen den Ausschluss oppositioneller Kandidaten richteten.
handelsblatt.com, onvista.de

“Focus”: WhatsApp und Google verstoßen womöglich gegen die DSGVO.

Datenkrake statt Datenschutz: Tech-Konzerne wie WhatsApp und Google haben Nutzerdaten möglicherweise rechtswidrig erhoben, schreibt "Focus". Weder die von der EU-Datenschutzgrundverordnung geforderte Freiwilligkeit noch die Informiertheit der Nutzer sei bei der Einwilligung der Geschäftsbedingungen gegeben. 67 % der 14- bis 29-Jährigen halten WhatsApp für unverzichtbar, bei Google stimmen dem 61 % zu, sagt eine von "Focus" beauftragte Allensbach-Umfrage.

77 % der befragten Nutzer hielten es für zwecklos, die Bedingungen zu lesen, die für die Nutzung der Dienste erforderlich sind. Boris Paal, Rechtsprofessor an der Universität Freiburg, hält die Datenverarbeitung für rechtswidrig - auch rückwirkend: "Wenn ein so starkes Machtungleichgewicht vorliegt, muss man an der Freiwilligkeit einer solchen Einwilligung zweifeln," schlussfolgert er im "Focus".
"Focus", S. 54-60 (Paid)

Apple dementiert Massenangriff auf iPhones.

Apple dementiert einen massenhaften Hackerangriff auf iPhones, vor dem Google-Sicherheitsexperte Ian Beer in seinem Blog warnte. Weniger als ein Dutzend Webseiten hätten die Malware eingeschleust, die sich gegen die Minderheit der chinesischen Uiguren konzentriere. Apple habe bereits vor den Google-Vorwürfen an einer Lösung gearbeitet.
tagesschau.de, mashable.com, turi2.de (Background)

Kartellrecht: Mehrere US-Staaten ermitteln gegen Google und Facebook.


Anti-trust me: Google und Facebook stehen im Fokus von zwei geplanten kartellrechtlichen Untersuchungen einer Reihe von US-Bundesstaaten, berichtet das "Wall Street Journal". Eine Gruppe von vermutlich 36 Bundesstaaten unter Führung des texanischen Generalbundesanwalts, Ken Paxton, werde voraussichtlich am Montag eine Untersuchung gegen Google offiziell ankündigen. Parallel planen offenbar die Staaten Colorado, Florida, Iowa, Nebraska, North Carolina, Ohio, Tennessee und der District of Columbia unter Führung des New Yorker Generalbundesanwalts eine Untersuchung gegen Facebook. Laut dem "Wall Street Journal" könnten die Staaten die Untersuchungen auch auf andere Techfirmen ausweiten.

Die Staaten werfen Google und Facebook vor, ihre Marktmacht zu missbrauchen, insbesondere auf dem Werbemarkt. So sollen die Konzerne zum Nachteil der Nutzer und Kunden gehandelt haben und zum Beispiel deren Entscheidungsfreiheit eingeschränkt haben, heißt es wenig konkret. Vor kurzem hatte bereits das US-Justizministerium allgemeine Untersuchungen gegen Tech-Großkonzerne angekündigt.
wsj.com (Paid), businessinsider.de, theverge.com

YouTube zahlt 170 Mio Dollar Strafe wegen Sammeln von Kinderdaten.

Google einigt sich mit der US-Kartellbehörde FTC auf die Zahlung von 170 Mio Dollar Strafe für das illegale Sammeln von Nutzerdaten bei YouTube-Kinderkanälen. YouTube hat der Behörde zufolge Nutzerdaten von Kindern unter 13 Jahren ohne Einwilligung der Eltern gesammelt. Es ist die höchste Strafe die bisher mit Bezug auf das US-Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet verhängt wurde.
spiegel.de

Verwerter planen Lobby- und Medienkampagne gegen Digitalkonzerne.

VG Media startet die Kampagne gerechtes-netz.eu, u.a. mit Anzeigen in "Bild am Sonntag", um für mehr Regulierung der Digitalkonzerne wie Google oder Facebook zu werben, berichtet Markus Beckedahl. Der Netzaktivist wirft den Initiatoren im Gespräch mit Medienjournalist Daniel Bouhs eine "Doppelmoral" vor: Viele Verlage trugen selbst zur Datensammlung bei, indem sie die Tracking-Tools der US-Konzerne einsetzen. Die Initiatoren, u.a. die GEMA, BDZV und VAUNET, kämpften um wirtschaftliche Interessen statt um demokratische Werte.
netzpolitik.org (Kampagne), daniel-bouhs.de (Einordnung)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Markus Beckedahl fürchtet, dass Facebook und Co. noch mächtiger werden (Archiv 05/2017).

Hacker hatten mehr als zwei Jahre Zugriff auf Apple-Geräte.

Apple: Hacker konnten mehr als zwei Jahre auf Smartphones und Tablets zugreifen, schreibt Google-Sicherheitsexperte und Blogger Ian Beer. Betroffen waren Besitzer von iPhones und iPads, die eine präparierte Website aufriefen. Die Schadsoftware konnte den Standort, Fotos und private Chats auslesen. Das Apple-Update vom Februar habe die Sicherheitslücke geschlossen.
sueddeutsche.de, googleprojectzero.blogspot.com

Volkswagen fährt im Marketing mit Vollgas zu Google und Facebook.

Gas für Google, Vollbremsung für Vermarkter: Volkswagen will im Marketing verstärkt auf Digitalisierung und Personalisierung setzen, erklärt VW-Marketingchef Jochen Sengpiehl (Foto) im "Horizont"-Interview. Vom weltweiten rund 1,6 Mrd Euro großen Media-Budget des Autokonzerns fließe künftig rund 50 % in digitale Werbung - mehrheitlich direkt zu Google und Facebook. Print spiele "eine untergeordnete Rolle", Fernsehen bleibe ein "wichtiges Massenmedium" für die Emotionalisierung der Marke und "Trafficbringer" für die eigene Webseite.

Das VW-Marketing verändere sich aktuell "schneller und konsequenter" als die Agenturen, sagt Sengpiehl. Volkswagen wolle die Menschen künftig auf allen Plattformen personalisiert ansprechen: Jeder Kunde erhalte zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Inhalte. Dazu nutze Volkswagen Big Data und eine Webseite, bei der jeder Kunde eine eigene ID-Nummer erhält, ähnlich wie bei Google und Facebook.
"Horizont", 35/2019, 10-11 (Paid)

Google klärt Streit mit Tegernseer Bräustüberl außergerichtlich.

Google und das Bräustüberl Tegernsee einigen sich im Streit um den Stoßzeiten-Chart außergerichtlich: Google habe formal Unterlassung erklärt, nachdem das Unternehmen die Funktion für das Restaurant bereits abgeschaltet hatte. Damit fällt der für heute geplante Gerichtstermin in München weg. Googles Algorithmus schätzt auf Basis von Smartphone-Standortdaten, wie stark der Andrang zu einer bestimmten Zeit u.a. in Restaurants ist.
spiegel.de

Zahl des Tages: Smartspeaker-Markt wächst im 2. Quartal weltweit um 55,4 %.

Zahl des Tages: Um künstlich intelligente 55,4 % wächst der Smartspeaker-Markt im 2. Quartal weltweit auf 26,1 Mio Stück, errechnet Canalys. Amazon bleibt Marktführer mit 6,6 Mio versendeten Lauschsprechern. Google fällt mit 4,3 Mio Stück auf Platz drei zurück. Der chinesische Marktführer Baidu schnappt sich mit 4,5 Mio verkauften Lautsprechern und einem Wachstum um 3.700 % Platz zwei.
techcrunch.com

Google plant neuen smarten Lautsprecher namens Nest Mini.


Next Lauschangriff: Google will im Herbst ein zweites Modell seines smarten Lautsprechers auf den Markt bringen, den Nest Mini. Er soll mit besserem Sound und einer Wandhalterung kommen. Integrierte Bewegungssensoren sollen reagieren, wenn sich der Nutzer dem Lautsprecher nähert. In Deutschland kooperiert Google beim Vertrieb der Smart-Home-Produkte nicht mehr mit Amazon, dafür Händlern wie Media Markt, Saturn, Cyberport und Conrad.
9to5google.com