Business Insider: Google knickt im Streit um das Bundes-Gesundheitsportal ein.


Rückzug: Google zieht im Rechtsstreit um das Gesundheitsportal gesund.bund.de seinen Einspruch zurück, berichtet "Business Insider". Gerichtsurteile hatten im Februar bestätigt, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Bundesregierung einem Kartellverstoß entspreche und gaben somit einer Klage des Burda-Verlags statt. Google wollte das ursprünglich nicht auf sich sitzen lassen.

Jetzt knickt Google laut Business Insider doch ein und macht einen "überraschenden" juristischen Rückzieher. Der Tech-Konzern wird auch die Kosten des Verfahrens tragen. Bei der Kooperation ging es darum, dass Google Gesundheitsinformationen des staatlichen Portals bei Suchanfragen bevorzugt anzeigt. Sowohl Burdas Portal Netdoktor.de als auch der Wort & Bild Verlag sehen sich dadurch benachteiligt.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Datenschützer Max Schrems verklagt Google in Frankreich.

Verfolgungsfeind: Der österreichische Datenschützer Max Schrems verklagt mit seiner Organisation Noyb Google wegen seines Android-Betriebssystems. Dessen Werbe-IDs ermöglichen es dem Online-Riesen und Drittanbietern, das Surfverhalten von Nutzerinnen zu beobachten und gezielt Werbung zu schalten. Schrems argumentiert, dass diese Praxis illegal sei, weil sie der Zustimmung der Userinnen bedürfe. Eine ähnliche Klage läuft bereits gegen Apple.
noyb.eu via zeit.de

Google gewinnt vor dem Obersten US-Gerichtshof gegen Oracle.

Google gewinnt nach elf Jahren vor dem Obersten US-Gerichtshof den sogenannten Android-Streit gegen seinen Konkurrenten Oracle. Der Supreme Court entscheidet, Google habe keinen Rechtsverstoß begangen, als der Konzern unerlaubt 11.000 Zeilen Open-Source-Code für sein Android-Betriebssystem übernommen hat. Oracle forderte eine Entschädigung von 9 Mrd Dollar, das Gericht erachtet Googles Anwendung des Codes aber als "fair".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

YouTube experimentiert mit ausgeblendeten Dislikes.

Unsichtbare Abneigung: YouTube testet in den kommenden Wochen eine neue Variation seines Dislike-Buttons, bei der die Zahl der runtergegebenen Daumen nicht mehr öffentlich zu sehen ist. Nur noch die Kanal-Betreiberinnen sollen dann intern bei YouTube Studio die exakte Zahl einsehen können.

Damit will YouTube vor allem seinen YouTuberinnen entgegenkommen: Man habe gehört, dass sich eine öffentliche Dislike-Zählung negativ auf deren Wohlbefinden auswirkt. Zudem würde man so gezielte Dislike-Kampagnen umgehen. YouTube ist selbst schon einmal Opfer einer regelrechten Dislike-Flut geworden: Der Jahresrückblick YouTube Rewind 2018 hält mit über 19 Mio Daumen runter den bisherigen Negativ-Rekord.
twitter.com, techchrunch.com, variety.com

Zahl des Tages: Suchanfragen enden häufig schon bei Google.

Zahl des Tages: Etwa 2 von 3 Google-Suchanfragen führen nicht dazu, dass Nutzerinnen eine der aufgeführten Webseiten besuchen, stellt der Online-Marketer Rand Fishkin fest. Bei mobilen Anfragen liegt der Anteil bei über 77 %, Desktop-Nutzerinnen klicken nur in etwa 46 % der Fälle keinen Folgelink. Die Klicks auf bezahlte Suchanzeigen sind im letzten Jahr laut Fishkin gestiegen. Er rechnet künftig mit noch mehr "Null-Klick-Suchen", da mobile Anfragen zunehmen.
sparktoro.com via t3n.de

YouTube bringt TikTok-Gegner Shorts in die USA.

Google versucht nun auch auf seinem Heimatmarkt gegen TikTok zu bestehen und startet in den USA sein Konkurrenzprodukt Youtube Shorts. Mit dem Feature können Nutzerinnen bis zu 60 Sekunden lange Videos mit Musik hinterlegen und dafür auf Lizenzstücke der großen Labels zurückgreifen. Google hat YouTube Shorts zunächst in Indien getestet und kommt dort mittlerweile auf rund 6,5 Mrd Aufrufe pro Tag.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Wikimedia startet bezahlten Service für Unternehmen.

Wikimedia startet noch in diesem Jahr Wikimedia Enterprise, einen Service, der kommerzielle Nutzerinnen zum Zahlen bewegen soll. Das neue Produkt umfasst u.a. Entwicklertools, mit denen Unternehmen und Organisationen Inhalte besser nutzen und einbinden können. In der Vergangenheit hat etwa Google Infos von Wikipedia genutzt, ohne dafür zu bezahlen.
wired.com via t3n.de

Google erhebt Einspruch gegen das Verbot des Bundes-Gesundheitsportals.


Grumpy Google: Google erhebt Einspruch gegen das vorläufige Verbot seiner Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung – konkret geht es um das Gesundheitsportal gesund.bund.de. Der Konzern hat gegen ein entsprechendes Urteil Berufung eingelegt. Gerichtsentscheidungen bestätigten im Februar, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Regierung einem Kartellverstoß entspreche und gab somit u.a. einer Klage von Burda statt. Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärt dazu: "Wir befinden uns noch in der Prüfung, ob und welche rechtlichen Maßnahmen im Zuge des Verfügungsverfahrens ergreifen wollen. Aus diesem Grund haben wir vorsorglich Schritte eingeleitet, die uns einen größeren zeitlichen Spielraum für eine solche Entscheidung geben."

Seit Mitte Dezember beschäftigt sich auch die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein mit der Causa. Sie prüft, ob durch die "prominente Darstellung andere journalistisch-redaktionelle Angebote aus dem Themenbereich Gesundheit diskriminiert" werden. Der Bund ist nicht Verfahrensgegner.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Update 17. März, 12 Uhr: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir berichtet, dass Google gegen das vorläufige Verbot "klagt". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Google muss Verfahren wegen Datensammlung im Inkognito-Modus stellen.

Google muss sich in Kalifornien einer Sammelklage von Nutzerinnen stellen. Sie beklagen, dass der Such-Gigant auch dann Daten sammeln, wenn Nutzerinnen im Chrome-Browser ein Inkognito-Tab nutzen. Google entgegnet, der Konzern mache klar, dass der Modus nicht bedeute, dass das Surfverhalten von Nutzerinnen unsichtbar sei. Der Rechtsstreit beläuft sich auf rund 5 Mrd Dollar.
theverge.com, bloomberg.com

Vier Zeitungsverlage beschweren sich über Google.

Google News Showcase sorgt für Ärger. Die "Ostfriesen Zeitung", das "Bielefelder Westfalen-Blatt", die Aschendorff Gruppe und das Medienhaus Aachen beschweren sich bei der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein wegen Diskriminierung über Google, schreibt Kai-Hinrich Renner. Pikant: Alle Verlage haben sich offenbar zuvor gar nicht erst bemüht, bei Googles Bezahlangebot teilzunehmen. Renner vermutet daher, dass es bei der Beschwerde eigentlich um das Leistungsschutzrecht gehe: "Das Verfahren könnte dazu dienen, die Reihen der Verlage zu schließen."
berliner-zeitung.de (Paid) via kress.de, turi2.de (Background)

Google stellt Werbe-Tracking ab 2022 ein.

Unfollow: Google stellt das Tracking seiner Nutzerschaft ab 2022 ein, schreibt Produktmanager David Temkin in einem Blogpost. Somit bietet der Suchmaschinen-Riese keine personalisierte Werbung mehr an. Stattdessen teilt er seine User in Kategorien mit ähnlichen Interessen ein und bietet diese seinen Kunden an. Google ist mit einem Marktanteil von 52 % das größte digitale Werbeunternehmen der Welt.
blog.google (Blogpost), tagesschau.de, handelsblatt.com (Paid)

Google meldet millionenfach Inhalte mit Kindesmissbrauch.

Google meldet 2020 4,5 Mio Inhalte, die mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang stehen, an die zuständige US-Stelle. Dabei geht es um Bild- und Ton-Aufnahmen, URLs oder Textnachrichten, die entsprechende Inhalte anfordern. 186.000 Konten hat Google deswegen gelöscht. Der Konzern will nicht offenlegen, wie er bei der Suche vorgeht. In der EU wird aktuell über eine Lösung für das Auffinden von Missbrauchsinhalten verhandelt.
spiegel.de

Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen.

Microsoft 150Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen gegen Google und Facebook und will gemeinsam mit ihnen ein System für kostenpflichtige Netz-Inhalte entwickeln. Ziel sei es, marktbeherrschende "Gatekeeper" zum Zahlen für die Nutzung von Inhalten zu verpflichten. Der Vorstoß orientiert sich an den Plänen Australiens: Dort sollen Plattformbetreiber bilaterale Verhandlungen mit Medienunternehmen führen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Google schaltet “Titanic”-App im Play-Store wieder frei.


Wieder aufgetaucht: Google erlaubt die App der Satirezeitschrift "Titanic" wieder im Play-Store. "Alle Titelbilder und Inhalte werden wie von uns verlangt wieder unzensiert angezeigt ‐ wir vermuten, dass sich Google eine längere Sperre für 'Titanic' schlicht nicht mehr leisten konnte", sagt Chefredakteur Moritz Hürtgen. Google lässt mitteilen: "Wir möchten uns sowohl bei der 'Titanic' als auch bei ihren Leser*innen aufrichtig dafür entschuldigen, dass die App zwischenzeitlich nicht verfügbar war. Auch wir finden: Humor und Satire dürfen nicht untergehen – schon gar nicht in Deutschland."

Der US-Konzern hat zudem Karikaturist Bulo beauftragt, eine "Sorrykatur" anzufertigen und schickt diese mit seinem Statement mit. Die Grafik (im Bild links) zeigt einen Mann mit einer "Titanic" auf der steht: "Google zieht blank und sagt 'sorry'." Google hatte die Anwendung Mitte Februar entfernt, weil das Dezember-Cover (im Bild rechts) den Papst und Jesus zum Teil nackt zeigt.
titanic-magazin.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Hajo Schumacher sieht journalistische Relevanzkriterien durch Google in Gefahr.

Lese-Tipp: Journalismus zum Wohl der Gesellschaft hat gegen die Macht von Google und Facebook keine Chance, schreibt Hajo Schumacher in einem Essay. "Google ist ein globaler Oberchefredakteur", bilanziert er und zeigt einige Beispiele. Die eigentlichen Relevanzkriterien seien an vielen Stellen dem ökonomischen Druck gewichen, Medienhäuser hätten den Kampf zu spät aufgenommen. Hinzu komme der Vorschub Extremistischen durch Twitter und Youtube, der Redaktionen vor sich hertreibe. Schumachers trauriges Fazit: "Am Ende gewinnt die Software."
journalist.de

Gutachten nennt Kooperation von gesund.bund.de mit Google unzulässig.

Ungesunde Gemeinschaft: Ein neues Gutachten vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags nennt die Kooperation vom Medizinportal gesund.bund.de mit Google unzulässig, meldet "Bild". Die Zusammenarbeit führe zu einer "Monopolstellung eines solchen Portals". Erst kürzlich hatte das Landgericht München die Kooperation untersagt, weil sie gegen das Kartellrecht verstößt.
bild.de, turi2.de (Background)

News Corp schließt dreijährige Partnerschaft mit Google.


Exclusive News: Rupert Murdochs Verlagssparte News Corp schließt eine auf drei Jahre angelegte Partnerschaft mit Google, um Nachrichten über Google News Showcase auszuspielen. Beteiligte US-Publikationen sind u.a. das "Wall Street Journal" und die "New York Post", aus Großbritannien liefern "The Times" und "The Sun" Inhalte. Auch australische Murdoch-Medien wie Sky News sind mit von der Partie.

Die Kooperation umfasst den Aufbau einer gemeinsamen Abo-Plattform, die Konzerne wollen sich sich das Werbeeinkommen teilen. Zudem wollen die Partner verstärkt in Audio- und Videojournalismus investieren – letzteres über Googles Plattform YouTube.
reuters.com, marketwatch.com

Google löscht “Titanic”-App wegen nacktem Papst-Po.

Titanic fliegt aus dem Google-Play-Store, berichtet der "Spiegel". Google hat die App des Satire-Magazins entfernt, weil das Dezember-Cover Papst Franziskus mit entblößtem Hintern und Jesus mit nacktem Penis zeigt. Auch weitere Ausgaben wurden beanstandet. Chefredakteur Moritz Hürtgen will sich gegen die Löschung wehren und "nicht dem Geschmack eines Zwischenhändlers anpassen". Eine neue, bereinigte Version der App kommt für ihn nicht infrage.
"Spiegel" 7/2021, Seite 69 (Paid)

Datenschutzbehörden nehmen den Einsatz von US-Clouddiensten bei deutschen Firmen ins Visier.

Aufsichtsbehörden nehmen deutsche Konzerne, die Daten bei US-Clouddiensten lagern, ins Visier, schreibt das "Handelsblatt": Datenschützer*innen in Hamburg und Baden-Württemberg haben Verfahren eingeleitet um zu prüfen, ob die Daten in den Clouds von Amazon, Microsoft und Co EU-konform geschützt sind. Datenschützer Johannes Caspar (Foto) fordert politische Lösungen: Einzelverträge zwischen deutschen Firmen und US-Dienstleistern böten keinen ausreichenden Schutz. Den Firmen drohten deshalb Mio-Bußgelder.
handelsblatt.com

Google-Urteil: Presse klatscht Beifall, Tech-Riese prüft Rechtsmittel.

Applaus fürs Verbot: Andrian Kreye bezeichnet einstweilige Verfügung gegen Google und das Gesundheitsministerium in der "Süddeutschen" als "historisch". Sie sei die "rechtsgültige Bestätigung einer Macht, die Digitalkonzerne gerne abstreiten". "FAZ"-Autor Michael Hanfeld hofft, dass der Gerichtentscheid den Konzern vielleicht zu mehr Transparenz zwingt. Google selbst ist von der Entscheidung laut einem Statement "enttäuscht" und prüft "die uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel".
sueddeutsche.de, faz.net, Statement per Mail, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Ein Google-Projekt macht Farben hörbar.

Klick-Tipp: Das Projekt Play a Kandinsky macht ein Gemälde des Künstlers Wassily Kandinsky akustisch erfahrbar. Als Synästhetiker empfand der Russe Farben als akustische Reize. Mit Experimentalmusikern und Aufzeichnungen des Künstlers hat Google durch maschinelles Lernen ein interaktives Tool geschaffen, das Kandinskys mögliche Wahrnehmung imitiert.
artsandculture.google.com, cnet.com

Landgericht München untersagt Kooperation von Google und Gesundheitsministerium.


Kein gesunder Boden: Das Landgericht München I verbietet Google und dem Bundesgesundheitsministerium die Kooperation. Nutzer*innen, die nach Krankheiten googeln, sollten zuerst Infoboxen sehen, die vom Gesundheitsportal des Ministeriums kommen. Dagegen hat Burda per Eilantrag geklagt, weil so das Verlagsangebot Netdoktor.de benachteiligt werde. Das Gericht gibt dem Verlag recht und bewertet die Kooperation als Kartellverstoß.

Das Ministerium hat das Portal gesund.bund.de im September 2020 gestartet. Auch der Wort & Bild Verlag mit Zeitschriften wie der "Apotheken Umschau" geht gerichtlich gegen die Kooperation vor, allerdings vor dem Landgericht Berlin. Dort steht die Entscheidung noch aus.
welt.de, faz.net, turi2.de (Background)

Burda und der Wort & Bild Verlag klagen gegen Jens Spahns Google-Kooperation.

Genug gegoogelt: Burda und der Wort & Bild Verlag klagen gegen Jens Spahns Gesundheitskooperation mit Google. Das Bundesportal gesund.bund.de liefert mittels prominent hervorgehobener Kästen Infos zu im Netz recherchierten Krankheiten. Netdoktor.de von Burda geht dagegen vor dem Landgericht München vor, berichtet Hans-Jürgen Jakobs: Man sei darauf angewiesen, dass eigene Artikel leicht via Google zu finden seien. Zudem stelle die Zusammenarbeit von Google und dem Bund "Marktmissbrauch" dar und verletze die Pressefreiheit. Ein erstes Urteil wird diesen Mittwoch erwartet.

Auch der Wort & Bild Verlag, zu dem schlagkräftige Gesundheits-Publikationen wie die "Apotheken Umschau" gehören, geht gerichtlich gegen den Bund vor. Die Baierbrunner klagen vor dem Landgericht Berlin wegen "gezielter Behinderung des freien Wettbewerbs" sowie eines Verstoßes gegen die gebotene Staatsfreiheit der Presse. Verlagschef Andreas Arntzen hält Spahns gesundheitliches Geklüngel mit Google für "inakzeptabel".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitat: Googles Chef-Innovator Frederik Pferdt glaubt, Kreativität will geübt sein.

"Man muss eine Innovationsfähigkeit als Denkhaltung, als Einstellung, trainieren und lernen und ausprobieren."

Googles Innovations-Guru Frederik Pferdt sagt der "Augsburger Allgemeinen", die Pandemie sei "unsere Chance als Menschheit etwas anders zu machen". Sich in nautischen Metaphern ergehend merkt er an, dass sich jetzt zeige "welche Boote überhaupt seetauglich sind".
augsburger-allgemeine.de

Zitat: Philipp Welte kritisiert die Kooperation zwischen Gesundheitsministerium und Google.

"Der Staat setzt sich mithilfe des größten Monopolisten, den es jemals auf diesem Planeten gegeben hat, an die Nummer eins und damit vor die journalistischen Angebote."

Burda-Chef Philipp Welte kritisiert im Morning Briefing Podcast von Gabor Steingart die geplante Zusammenarbeit von Google und Gesundheits­ministerium als "Pakt gegen die freie Presse". Der Staat schwinge sich "unter dem Banner des Corona-Bekämpfers zum Medienanbieter" auf.
thepioneer.com (43-Min-Audio, Paid)

Uwe Vorkötter hält den Brandbrief von Mathias Döpfner für überzogen.

Mit gespaltener Zunge: Mathias Döpfner schießt in seinen Brief an Ursula von der Leyen über das Ziel hinaus, kommentiert Uwe Vorkötter in seiner ersten Ausgabe der Kolumne "Bold" bei Horizont Online. Döpfner wolle "die Werbung des 21. Jahrhunderts verbieten", obwohl auch Springer mit Targeting und Datenspeicherung arbeite. Sinnvolle wäre es, "den Plattformen wettbewerbsrechtlich Grenzen" aufzuerlegen und sie zu angemessenen Steuerzahlungen zu zwingen.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Google stimmt Vergleichszahlung 3,8 Mio Dollar wegen Diskriminierung zu.

Google einigt sich mit dem US-Arbeitsministerium auf die Zahlung von 3,8 Mio Dollar an Menschen, die bisher diskriminiert wurden. 1,35 Mio Dollar kommen Ingenieurinnen zugute, denen Google weniger als ihren männlichen Kollegen gezahlt hat. Weitere 1,23 Mio Dollar sind für bisher benachteiligte weibliche und asiatische Bewerber*innen vorgesehen.
mashable.com, reuters.com, watson.ch

Australischer Premierminister glaubt an Bing als Google-Alternative.

Vor-Bing-reitet: Australiens Premier Scott Morrison setzt auf die Suchmaschine Bing, falls Google wie angedroht in Down Under den Dienst quittiert. Dafür habe er eigens mit Microsoft-Chef Satya Nadella gesprochen. Bings Marktanteil beläuft sich in Australien aktuell auf 3,6 %, Google meldet dagegen 95 %. Hintergrund des Streits ist ein Ansinnen der Regierung, Lizenzgebühren für Medieninhalte auf Google und Facebook zu erheben.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Springer-Chef Döpfner kritisiert “Überwachungskapitalismus” der Plattformen.

Video-Tipp: Springer-Chef Mathias Döpfner sorgt sich im ZDF-Interview über die immer größer werdende Marktmacht von Tech-Konzernen wie Google oder Facebook – und kritisiert das Daten-Tracking der "übermächtigen Plattformen". Anders als die Verlage würden diese zu sehr in die Privatsphäre der Nutzer*innen eindringen: "Diese Form des Überwachungskapitalismus wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem".
zdf.de (5-Min-Video)

Hör-Tipp: Sundar Pichai im Ada-Interview über Demokratie im Netz, Big Tech und KI.

Hör-Tipp: Google-Chef Sundar Pichai spricht im Ada-Interview mit Miriam Meckel über über die Regulierung von Big Tech und die Chancen von Quantencomputing und KI. Er sagt, die Netzgemeinde befinde sich mittendrin im Prozess, herauszufinden, wie Demokratie online gewahrt werden kann. Es sei wichtig, diese Verantwortung nicht nur den großen Firmen zu übergeben, denn das Ausmaß an Desinformation erfordere das Engagement aller.
join-ada.com (33-Min-Audio, englisch)

Google und Facebook drohen Australien mit Rückzug.

Australien: Google droht der Regierung, seine Suchfunktion im Land nicht mehr anzubieten, sollte das geplante Leistungsschutzrecht wirklich angewandt werden. Zuletzt hat das Unternehmen bereits einige Medien aus seinen Suchergebnissen entfernt. Auch Facebook kündigt Konsequenzen an. Es sei denkbar, dass der Konzern in Australien das Teilen von Links zu Nachrichtenartikeln künftig ausschließt. Die Regierung gibt sich von den Drohungen unbeeindruckt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Autonomes Fahren: Waymo-Chef sieht in Tesla keine Konkurrenz.

Waymo, Googles Ausgründung für autonomes Fahren, sieht Tesla nicht als Konkurrenten, sagt Waymo-Chef John Krafcik im Interview mit dem "manager magazin". Tesla warne bei seinem Fahr-Assistenzsystem, die Hände am Lenkrad zu halten, "auf unseren Lenkrädern steht: Anfassen verboten". Die Kosten für autonomes Fahren würden überschätzt, ein Waymo-Auto inklusive Computer und Sensoren sei "nicht teurer als eine moderat ausgestattete S-Klasse". Den Sprung nach Deutschland erwartet Krafcik schon "recht bald".
manager-magazin.de (Paid, Interview), manager-magazin.de (Zusammenfassung)

Metro und Google starten den Lieferando-Konkurrent Dish Order.

Metro startet die Bestellplattform "Dish Order", ein eigenes Lieferangebot in Konkurrenz zu Lieferando. Der Großhändler kooperiert mit Google und will so die nötige Reichweite sicherstellen: Nutzer*innen können direkt über die Google Suche oder Google Maps bestellen. Metro verlangt anders als Lieferando keine Provision von den Gastronom*innen, sondern monatlich 49 Euro und eine einmalige "Anschlussgebühr".
handelsblatt.com, internetworld.de

EU sollte auf Tech-Lizenzen setzen, meint Stefan Winners.

Digitale EU: Ex-Burda-Vorstand Stefan Winners überlegt im Interview mit dem "Aktionär", wie die EU den Tech-Markt regulieren kann: Denkbar wäre laut Winners, das "chinesische Modell" zu etablieren. Firmen müssten dann Lizenzen kaufen, um in bestimmten Sektoren in Europa tätig werden zu dürfen. US-Firmen müssten ihr Europageschäft abspalten, um einen EU-Sitz zu haben. Er plädiert außerdem für "Liberalisierung", bei der etwa Google seine Such-Schnittstelle auch anderen Anbietern zugänglich machen muss.
deraktionaer.de

Meinung: Politik muss stärker gegen Daten-Sammelwut von Plattformen vorgehen.

Datenkraken: Die Politik sollte entschiedener gegen das Datensammeln von Google, Facebook und Co. vorgehen, schreibt Helmut Martin-Jung. Nationale Regelungen wie im jüngst angepassten GWB seien zwar gut, "aber wenn es um international agierende Konzerne geht, oft nur bedingt wirksam." Es brauche daher europaweite Gesetze.
sueddeutsche.de

Meinung: Großen Tech-Konzernen fehlen Führungskräfte mit Haltung.

Meinung: Im Silicon Valley "mangelt es bereits seit Jahren an Führungskräften mit Rückgrat und intaktem Moralempfinden", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Er glaubt Facebook, Twitter & Co. hätten auch mit konsequenterem Vorgehen gegen gefährliche Inhalte in der Vergangenheit profitabel sein können. Ihr zaghafter Kurs gefährde nun ihr Geschäftsmodell.
manager-magazin.de

Alphabet und Boehringer Ingelheim kooperieren bei Quanten-Computer-Forschung.

Quanten-Allianz: Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim kooperiert mit der Google-Mutter Alphabet beim Einsatz von Quanten­computern in der Pharma-Forschung. Im Fokus steht die Modellierung von Molekülen und ihre Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, was hohe Rechen­leistung erfordert. Die Zusammenarbeit ist auf zunächst drei Jahre angelegt.
handelsblatt.com, boehringer-ingelheim.de

Angestellte gründen eine Google-Gewerkschaft.

Google hat nun eine Gewerkschaft. 226 Beschäftigte des Mutterkonzerns in den USA haben die Alphabet Workers Union gegründet. Die Arbeitnehmervertretung will sich für gerechte Löhne und gute Arbeits­bedingungen einsetzen und gegen Ausbeutung und Diskriminierung kämpfen. Insgesamt beschäftigt Google jedoch über 100.000 Personen und noch einmal genauso viele Zeitarbeiter*innen.
spiegel.de

turi2 edition #13: Sandra Fründt über Heimat.


Vergangenheit und Zukunft: Sandra Fründt, Marketingchefin bei Google Deutschland, hat im Pandemie-Jahr zu ihren Wurzeln in Ostdeutschland zurückgefunden. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 freut sie sich über produktives Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Willkommen im Club: Sandra Fründt.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Sandra Fründt ist Marketing Director bei Google und verkuppelt ihren Arbeitgeber in dieser Position mit Firmenkunden im deutschsprachigen Raum. Fründt ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Clarissa Haller, Robin Alexander und Veit Dengler.
turi2.de/koepfe (Profil Fründt)

Zitat: EU-Vorschläge zur Bändigung der Techkonzerne überzeugen nicht, sagt Klaus Müller.

"Bis wir einen der großen Internetkonzerne entflochten haben, würden Jahre vergehen. Das hilft den Verbrauchern nicht."

Verbraucherschutz-Chef Klaus Müller sagt im "Spiegel", die neuen Regeln, mit denen die EU-Kommission die Techkonzerne bändigen will, bringen wenig. Konzerne zu zerschlagen sei aber auch keine Lösung.
spiegel.de

Gesundheitsportal des Bundes: Medienanstalt leitet Verfahren gegen Google ein.

Risiken und Nebenwirkungen: Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein leitet ein Verfahren gegen Google ein. Es geht um die Frage, ob der Tech-Konzern durch die prominente Platzierung des Gesundheits­portals gesund.bund.de der Bundesregierung bei Suchanfragen journalistisch-redaktionelle Angebote diskriminiert. Je nach Ausgang könnte Google dazu angehalten werden, das Portal in den Suchergebnissen nicht mehr bevorzugt anzuzeigen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Kampf gegen Desinformation darf Freiheit nicht beschneiden, meint Tobias Schmid.

Desinformation im Netz zu regulieren, ist schwierig, "weil sie ja gerade das Kernstück der Demokratie, nämlich die Meinungsfreiheit, für sich verwendet", sagt Tobias Schmid (Foto), Europabeauftragter der Medienanstalten, im Interview mit Medienpolitik.net. Deshalb müsse man bei jeder politischen Gegenmaßnahme extrem aufpassen, nicht die Freiheit einzuschränken. Bei Digital-Regeln kommt außerdem laut Schmid dazu, dass Facebook, Google und Co im Netz nicht nur Wirtschaftsunternehmen und Wettbewerber sind, sondern auch zentraler Bestandteil der Medienlandschaft – und "Medienregulierung funktioniert nicht nach den gleichen Logiken wie Wettbewerbspolitik".
medienpolitik.net