Lese-Tipp: Das Handelsblatt stellt Googles neuen Campus vor.

Lese-Tipp: Das Handelsblatt hat sich in Googles neuem Mega-Campus umgeschaut und präsentiert fünf Highlights: Bewegliche Tische machen hybrides Arbeiten möglich. Markante Dächer mit Solarpaneelen lassen die Gebäude wie riesige Zelte wirken. Offene Büroflächen ersetzen die beliebten Eckbüros. Diverse Services wie Wellnessbereich, Sportstudio und Restaurants sind ebenso vorhanden wie ein eigenes Hotel.
handelsblatt.com (Paid)

Google erweitert Angebot für Bezahlung von Verlagen.


Geld für Klicks: Google bietet Verlagen eine neue Möglichkeit, eine Vergütung für Newsinhalte nach dem Leistungs­schutz­recht zu erhalten. Mit Extended News Previews soll Google gegen eine Lizenz­gebühr Text­ausschnitte und Vorschau­bilder von Nachrichten zeigen dürfen. Laut einem Blogpost von Sulina Connal, Google-Direktorin für Nachrichten- und Verlags­partnerschaften, basiere das Angebot auf einheitlichen Kriterien, die die gesetzlichen Vorgaben und das Urheberrecht berücksichtigten. Dazu gehöre, wie häufig Nachrichten angezeigt werden und wie viele Werbeeinnahmen auf Ergebnisseiten, die auch Vorschauen auf Pressetexte enthalten, erzielt werden.

Google habe bereits Einzelverträge mit mehr als 300 Verlegern in Europa geschlossen, zwei Drittel davon aus Deutschland, wie "Spiegel", "Zeit" und "FAZ". Das neue Angebot soll weitere deutsche Presseverleger in Kooperationen locken. Die Verwertungsgesellschaft Corint Media will hingegen mit Google eine jährliche Lizenzgebühr in Millionenhöhe vereinbaren, um diese dann an die Presseverlage auszuschütten. Das Bundeskartellamt beobachtet derzeit noch die Verhandlungen zur Vergütung des Leistungsschutzrechts.
blog.google, handelsblatt.com, newsroom.de

Apple, Google und Microsoft arbeiten an Alternativen zum Passwort.

Generalschlüssel: Die Tech-Riesen Apple, Google und Microsoft wollen plattformübergreifend daran arbeiten, das Passwort als Login-Methode zu ersetzen. Zum Einsatz kommen soll stattdessen eine Technologie des Industriezusammenschlusses Fido-Allianz, die Konten mithilfe eines Passkeys auf dem Smartphone entsperrt. Diese Methode soll sicherer sein als der Zugang mittels Passwort. Microsoft-Vizepräsident Alex Simos spricht von einer "vollständigen Umstellung auf eine passwortlose Welt".
faz.net

“The Economist”: Die finanzielle Lage der Tech-Giganten ist fragil.


Big Tech, big money: Die finanzielle Lage von Alphabet, Amazon, Apple und Meta ist verwundbarer, "als es ihre vermeintliche Allmacht vermuten lässt", ergeben Recherchen von "The Economist". Das Nachrichten­magazin hat einen Blick auf Gerichts­dokumente, interne E-Mails, Analysen und durchgesickerte Dateien der Tech-Titanen geworfen und mehrere Schwächen in ihrem Geldfluss ausgemacht: hohe Gewinn­konzentration, schwindende Kunden­loyalität und schiere Summen, die durch Kartell­verfahren auf dem Spiel stehen.

Apples größter Profitmotor ist und bleibt laut Analyse das iPhone. Bei Amazon ist es das Cloud Computing, bei Alphabet und Meta ist es Online-Werbung – bei der Facebook-Mutter machen Werbegelder ganze 97 % der Einnahmen aus. Hier sorgen die oberen 5 bis 10 % der Werbetreibenden für mehr als 90 % der Einnahmen – eine "starke Abhängigkeit von einigen wenigen großen Gewinn­generatoren". Die größten Gewinnquellen von Apple und Alphabet sind ihre App-Stores, da die Firmen eine Provision auf alle In-App-Käufe bekommen.

Die Konzerne erzielen in Europa zusammen einen Umsatz von 267 Mrd US-Dollar, etwa ein Fünftel ihrer Gesamtsumme. Der Digital Markets Act, das EU-Regelwerk zur Eindämmung der Macht der Tech-Konzerne, könnte 40 % der europäischen Verkäufe der vier Unternehmen gefährden, berechnet "The Economist". Alphabet, die Google-Mutter, sei am stärksten durch das neue Gesetz gefährdet: "Fast 90 % der europäischen Einnahmen sind in Gefahr."

Da auch in den USA "Tech-Bashing-Bemühungen" anlaufen, stünden somit rund 330 Mrd Dollar an Einnahmen auf dem Spiel, etwa ein Viertel der Gesamtsumme von Alphabet, Amazon, Apple und Meta. Allerdings: "Es ist unwahrscheinlich, dass dieser katastrophale Fall für Big Tech eintritt", bilanziert das Magazin. Realistisch betrachtet werde nur "die Ernte verwässert".
economist.com (Paid), manager-magazin.de (Paid)

turi2 edition #17: Wo im Digitalen ist noch Raum für das nächste große Ding, Philipp Justus?


Just google it: Philipp Justus kennt viele der großen Internet-Player von innen. Heute ist er Google-Chef für Zentraleuropa. “Den Startup-Spirit wollen wir uns bewahren”, sagt er im Interview in der turi2 edition #17. Für den Nachwuchs wünscht er sich schnellere Netze und weniger Bürokratie. Weiterlesen >>>

Corint geht gerichtlich wegen Presse-Inhalten gegen Microsoft vor.

Makro-Ärger: Die Verwertungsgesellschaft Corint Media geht gerichtlich gegen Microsoft vor. Sie fordert für die Nutzung von Presseinhalten circa 20 Mio Euro, der Tech-Gigant biete wohl nur 700.000 Euro an. Nach fast zwei Jahren Verhandlungen "ohne ein akzeptables Ergebnis" hat Corint jetzt die Schiedsstelle des deutschen Patent- und Markenamtes eingeschaltet. Microsofts Ausnutzung journalistischer Inhalte unterscheide sich jenseits aller Worte kaum von der Googles und Facebooks, sagt Geschäftsführer Christoph Schwennicke. "Das verwundert uns etwas, weil Microsoft als Softwarehersteller der Wert geistigen Eigentums doch eigentlich vertraut sein müsste."

Gegen Google und Facebook hatte Corint 2020 beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht. Google soll 420 Mio Euro zahlen, Facebook weitere 190 Mio Euro. Google bietet jedoch nur 3,2 Mio Euro und der Facebook-Konzern Meta bestreitet gar, überhaupt Lizenzen erwerben zu müssen. Corint hofft auf eine Entscheidung vor der Sommerpause. Nach eigenen Angaben vertritt die Gesellschaft über 300 Presseangebote, meist regionale Zeitungsverlage, aber auch Axel Springer. Andere Medienhäuser, darunter "Spiegel", "Zeit", "FAZ" und t-online, haben sich mit Google bilateral auf LSR-Lizenzen geeinigt. (Foto: Corint Media)
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Neues Digital-Gesetz der EU geht Google, Facebook und Co an den Kragen.

Gamechanger: Das Europaparlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben sich am Donnerstagabend auf neue Regeln für Tech-Konzerne geeinigt. Das neuen EU-Gesetz über digitale Märkte (DMA) sieht die Einhegung der Marktmacht von Internetriesen wie Google, Facebook oder Amazon vor und soll für faireren Wettbewerb im Netz sorgen. Sogenannten Gatekeepern ist es künftig verboten, eigene Produkte und Angebote bevorzugt gegenüber der Konkurrenz zu behandeln. Nutzerinnen erhalten mehr Verbraucherrechte z.B. soll das Löschen vorinstallierter Apps auf Smartphones erleichtert werden, Datenschutz verbessert und personalisierte Werbung eingeschränkt werden. Bei Verstößen drohen Tech-Konzerne harte Sanktionen bis zur Zerschlagung.
faz.net, spiegel.de

Google steigt als Sponsor beim Formel-1-Team McLaren ein.

Schaltet einen Gang höher: Suchmaschinenkonzern Alphabet steigt als Sponsor des Rennstalls McLaren in die Formel 1 ein. Ab der neuen Saison sind auf den Rennwagen sowie Anzügen und Helmen der beiden Fahrer Logo und Schriftzug des Smartphone-Betriebssystems Android zu sehen. 5G-fähige Android-Geräte sollen für reibungslose Abläufe abseits der Rennstrecke sorgen.
faz.net, mclaren.com

Google und Meta gehen im Streit um das NetzDG in die nächste Runde.

Facebook und GoogleEinspruch: Google und Meta legen beim Ober­verwaltungs­gericht Münster Beschwerde gegen eine Eil-Entscheidung des Verwaltungs­gerichts Köln vor. Anfang März hatte das Gericht den Konzernen im Streit über das neue NetzDG teilweise recht gegeben. Offen ist noch, ob die Betreiber sozialer Netzwerke dazu verpflichtet sind, auf Antrag betroffener Nutzerinnen ihre Lösch­entscheidungen zu überdenken.
horizont.net, turi2.de (Background)

Debatte: Im Informationszeitalter sind IT-Konzerne zu Kriegsparteien geworden.

Informationsmacht: Die großen Tech-Konzerne können sich im Krieg nicht neutral verhalten, findet der Digital-Experte Richard Gutjahr – sie sind "im Informations­zeitalter selbst zu Kriegsparteien geworden". Apple, Google, Twitter und Co. seien keine Unternehmen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr supranationale Organisationen, "deren Produkte zu strategischen Waffen geworden sind und deren Entscheidungen weltpolitisches Gewicht haben." Es sei scheinheilig, wenn zum Beispiel Apple-CEO Tim Cook Ukraine-Farben trage, die Karten-App aber die Krim immer noch zu Russland zähle.
rp-online.de

EU-Kommission leitet Kartell­verfahren gegen Meta und Google ein.

Unter einer Decke: Die EU-Kommission leitet gegen Meta und Google ein Kartell­verfahren ein. Die Unternehmen sollen sich bei der Online-Werbung abgesprochen haben. Facebook nimmt seit 2018 an Anzeigen-Auktionen auf einer Google-Plattform teil. Die EU-Kommission vermutet, das solle andere Anzeigen-Plattformen schwächen "oder gar vom Markt zu verdrängen".
faz.net, meedia.de

Hör-Tipp: SEO-Experte Philipp Klöckner erzählt davon, dass er zwei Flüchtlings-Familien aufgenommen hat.

Hör-Tipp: SEO-Experte Philipp Klöckner erzählt in den ersten Minuten des "Doppelgänger Tech Talk" hörbar berührt davon, dass er zwei Flüchtlings-Familien aus der Ukraine aufgenommen hat. Die fünf Kinder hätten 14 Stunden am Stück geschlafen. Generell sei nun eine gute Zeit, um seinen Kindern vorzuleben, was "gutes Menschsein" bedeute. Darüber hinaus kritisiert Klöckner das Verhalten von Google: "Unter dem Vorwand, das ukrainische Volk zu schützen" habe der Suchmaschinen-Dienst Russland-kritische Reviews ab Kriegsbeginn entfernt, um Putin "milde zu stimmen".
open.spotify.com (56-Min-Audio)

Corint Media lehnt Google-Angebot von 3,2 Mio Euro ab.


Kein Geldregen: Google hat Corint Media eine Zahlung von 3,2 Mio Euro für die vertretenen Leistungs­schutz­rechte von 300 Presse-Veröffentlichungen geboten. Bei einem geschätzten Google-Umsatz von knapp 11 Mrd Euro entspräche das gerade einmal einem Lizenzsatz von 0,1 %, berechnet Corint. Umgerechnet auf die gesamten Presserechte würde Google rund 10 Mio Euro für die deutschen Presse­leistungsschutz­rechte anbieten. Die Verwertungsgesellschaft lehnt das Angebot daher ab und fordert weiterhin eine Zahlung von 420 Mio Euro. Den Betrag hatte Corint Media auf Basis des für 2022 geschätzten Google-Umsatzes von 12,4 Mrd Euro ausgerechnet. Die vorgeschlagene Summe entspreche demnach 10 bis 11 % der Einnahmen in Deutschland. Der US-Konzern will die Höhe und Bemessung der Zahlung jedoch allein entscheiden, berichtet Corint Media. Damit lehne Google die "übliche Regelung" ab, wonach "den Rechteinhabern von den Nutzern ein Prozentsatz auf die im Jahresabschluss testierten Umsätze als angemessene Vergütung zu zahlen ist".

"Das Gegenangebot von Google ist ein Schlag ins Gesicht für die Presse in Deutschland", sagen die Geschäftsführer Christoph Schwennicke (Foto) und Markus Runde. Nachdem Google bereits rund 40 % der Werbeeinnahmen deutscher Verleger "übernommen hat", biete es nun "eine Zahlung im Promillebereich". Weil der Konzern an einer Einigung mit Corint Media "nicht interessiert zu sein scheint", seien jetzt die zuständigen Behörden und Gerichte gefragt, "diesen durch Dominanz zerütteten Markt vom Kopf auf die Füße zu stellen".

Corint wirft Google vor, seit des Inkrafttretens des Presse­leistungs­schutzrechtes im Juni 2021 rechtswidrig in den Leistungsschutz einzugreifen. Die Suchmaschine biete Inhalte von Presseverlagen an, ohne diese Nutzung zu vergüten. Auch das Bundeskartellamt untersucht zurzeit u.a. das Produkt Google News Showcase.
meedia.de, turi2.de (Background)

Debatte: Regierungen nutzen Tech-Giganten als Kriegswerkzeuge, schreibt Jannis Brühl.

"Splinternets": Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass Google "am anderen Ende der Welt in Kämpfe eingreifen kann", schreibt Jannis Brühl in der "Süddeutschen Zeitung". Auf Bitten der Regierung habe der Konzern das Feature "Live-Verkehr" in der Ukraine abgestellt. Dieses "zensieren, drosseln, abschalten" von Tech-Giganten könne letztendlich zum "Zersplittern" des Internets und einer Art "Social-Media-Kriegswirtschaft" führen.
sueddeutsche.de (Paid)

Google will das Werbe-Tracking auf Android-Smartphones einschränken.

Privatsphäre first? Google will künftig mit der Funktion Privacy Sandbox das Werbe-Tracking auf Android-Smartphones einschränken. Unternehmen können gesammelte Nutzer-Daten dann nicht mehr ohne Weiteres mit Dritten teilen. Erst in frühestens zwei Jahren sollen die neuen Regeln greifen, damit die Werbe-Branche sich darauf vorbereiten könne. Erst 2021 hatte Apple die Bestimmungen für gezielte Werbung auf seinen iOS-Geräten geändert – seitdem ist die ausdrückliche Zustimmung der Userinnen erforderlich, was insbesondere Facebook zu schaffen macht.
handelsblatt.com, blog.google

Lese-Tipp: Blind gibt Einblicke in die Arbeitswelt der Tech-Konzerne.

Lese-Tipp: Über die App Blind tauschen sich Beschäftigte von Amazon, Meta, Google und Co. über ihre Arbeit aus. Michael Moorstedt klickt sich durch diese "Echokammer der Privilegierten und Besserverdienenden" und gibt Einblicke in die Gedanken, Sorgen und Selbstzweifel der Digitalmanagerinnen – die Blind wiederum auswertet und an deren Arbeitgeber verkauft.
sueddeutsche.de

T-Online: Google nennt Christine Lambrecht irrtümlich “preußische Kriegsministerin”.

Nicht auf dem neusten Stand: Google hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht durch ein technisches Versehen zur "preußischen Kriegsministerin seit 2021" gemacht, berichtet T-Online. Im sogenannten "Knowledge Panel", einer Art Infobox, ist die SPD-Politikerin zwischenzeitlich so betitelt worden. Google generiert die Info-Kacheln automatisch, laut den Hilfsseiten würden sie "durch unterschiedliche Quellen im Netz gespeist".
t-online.de

Hör-Tipp: Datenbasiertes Marketing ist die Zukunft, glaubt Google-Manager Joel Berger.

Hör-Tipp: Ex-MTV-Chef und heutiger "Industry Leader Media & Entertainment" bei Google, Joel Berger, glaubt nicht an den Erfolg von datenbasierter Content-Erstellung, wie sie großen Streaming-Diensten nachgesagt wird. Dafür sei der menschliche Geschmack "doch zu komplex". In datenbasiertem Marketing sieht Berger dagegen größeres Potenzial – etwa, wenn es darum geht, "aufblühende Pflänzchen" bekannter zu machen. Durch Tools wie Google Trends könnten Netflix und Co herausfinden, welche Serien in welchen Märkten besonders gut laufen – und dann das entsprechende Marketing-Geld darauf umleiten und einzelne Formate "sehr groß" machen.
open.spotify.com (31-Min-Audio)

Wir graturilieren: Ralf Bremer wird 57.

Wir graturilieren: Der Pressesprecher von Google Deutschland, Ralf Bremer, wird heute 57. Die Feier findet in "sehr kleinem Kreis zu Hause" statt. Beeindruckt hat Bremerim vergangenen Jahr das Gründungs-Duo von Biontech, Özlem Türeci und Uğur Şahin. Vor allem die Mischung aus gesellschaftlichem Einsatz und unternehmerischen Erfolg bewundert er. Privat lernt Bremer durch Hund Ella, dass "es nicht viel braucht, um glücklich zu sein". Was ihn richtig nervt, ist das "Dauersitzen", das bei ihm zu einem Bandscheibenvorfall geführt hat.

Durch Akupunktur konnte Bremer die Erkrankung überwinden und freut sich nun auf seinen ersten Skiurlaub seit zwei Jahren. Seine Devise lautet, sich "nur über Dinge aufzuregen, die er auch beeinflussen kann". Gratulationen sind auf allen Wegen willkommen, z.B. über Linked-In.

Kartellamts-Chef Andreas Mundt plädiert für eine Umkehr der Beweispflicht bei Tech-Konzernen.

Verschärftes Wettbewerbsrecht: Kartellamts-Chef Andreas Mundt spricht sich "Handelsblatt"-Interview für die Umkehr der Beweispflicht bei Internet-Giganten wie Google und Co aus. Die Konzerne müssten dann darlegen, "dass ihre Übernahmepläne dem Wettbewerb nicht schaden". Zudem gebe es Überlegungen, einen "Algorithmus-Tüv" einzuführen. Selbst kleinste Algorithmus-Änderungen könnten schließlich "große Auswirkungen auf Konkurrenten und Marktpartner" haben.
"Handelsblatt", S. 12 (Paid)

Google-Mutter Alphabet macht im 4. Quartal mehr als 21 Mrd Dollar Gewinn.

Alphabet, Mutter von Google, macht im 4. Quartal 21,89 Mrd Dollar Gewinn. Der Umsatz wächst auf 75,32 Mrd Dollar – ein Plus von mehr als 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Stärkster Umsatzbringer ist Google selbst mit 69,4 Mrd Dollar. Die Cloud kommt auf einen Umsatz von 5,54 Mrd, macht unterm Strich aber 890 Mio Verlust.
googlewatchblog.de

Debatte: Google versucht “politische Imagepolitur”, sagt Journalismus-Forscherin Annika Sehl.

Google News Showcase reiht sich in eine Reihe "anderer PR-Maßnahmen ein", sagt Journalismus-Professorin Annika Sehl im Gespräch mit der "taz". Der Konzern wolle eine "politische Imagepolitur" schaffen, ganz nach dem Motto "Wir sind doch auch die Guten". Sehl sieht in dem Nachrichtenangebot Vorteile für kleinere und mittlere Titel, "die ihre Angebote im Netz selbst nicht so promoten können". Große Verlage wie Spinger jedoch "wollen ihre Macht selbst ausspielen".
taz.de, turi2.de (Background)

Google will für Werbung weiterhin Nutzerinnen tracken.


I'm tracking you: Google will für Werbeanzeigen weiterhin Nutzerinnen tracken, berichtet die "FAZ". Das ursprüngliche Konzept von Google sah vor, nur Kohorten von Userinnen mit ähnlichen Interessen ansprechbar zu machen. Stattdessen will Google nun "eine Handvoll an Themen" identifizieren, für die sich Personen besonders interessieren – aufgrund von Websites, die aufgerufen wurden. So soll in Zukunft passgenaue Werbung ausgespielt werden.

Die Änderung wird u.a. deshalb nötig, weil Google Drittanbieter-Cookies ab Ende 2023 blockieren will – ein Schritt, den Medien- und Werbeverbände kritisieren. Laut eigenen Plänen will Google in Zukunft "Themen der vergangenen drei Wochen" auswählen und auf Geräten von Nutzerinnen "kuratieren": Diese haben aber die Möglichkeit, sie zu entfernen. Kategorien wie Hautfarbe, Religion und Geschlecht schließt Google aus.
faz.net, turi2.de (Background)

Verbände beklagen bei der EU-Kommission Google-Pläne für Drittanbieter-Cookies.

Werbekuchen: Ein Bündnis aus Verbänden der Medien- und Werbe­wirtschaft wirft Google Wettbewerbs­verzerrungen vor. In einem Schreiben an die EU-Kommission kritisieren die Verbände, u.a. VDZ, BDZV und ZAW sowie IVW und Agof, Googles Pläne, im Browser Chrome ab Ende 2023 Drittanbieter-Cookies zu blockieren. Damit schwinge sich Google "gewisser­maßen zum Ersatz­gesetz­geber auf, jedoch ohne hierfür legitimiert zu sein".
absatzwirtschaft.de, zaw.de

Google zieht gegen 2,4 Mrd Euro Geldbuße vor den EuGH.

Google hat beim Europäischen Gerichtshof Einspruch gegen eine 2,4 Mrd Euro Geldbuße der EU-Kommission eingelegt. Der Tech-Konzern nutze seine markt­beherrschende Stellung aus und platziere eigene Produkt­vergleiche in den Such­ergebnissen besser als andere Angebote, lautet der Vorwurf. Ein EU-Gericht hatte die Strafzahlung im November bestätigt.
t-online.de, turi2.de (Background)

Debatte: Ein generelles Verbot personalisierter Werbung wäre falsch, findet Philipp Justus.

Targeted: Ein generelles Verbot personalisierter Werbung schadet Händlerinnen, Inhalte-Anbieterinnen und Nutzerinnen, schreibt Philipp Justus, Google-Chef für Zentraleuropa. Eine "signifikante Beschränkung", wie es der Digital Services Act erwäge, sei "im Interesse des digitalen Marktes in Europa unbedingt zu vermeiden". Auch deshalb, weil es eine "wichtige Einnahmequelle" der europäischen Nachrichten-Branche sei.
wuv.de (Paid)

Debatte: Google & Co wollen mit Werbekampagnen ihr Image retten.

Facebook und GoogleRettungsversuch: Tech-Unternehmen wollen mit Werbekampagnen in den USA ihr Image verbessern, schreiben die "Handelsblatt"-Autorinnen Katharina Kort und Annett Meiritz. Die Video-Plattform YouTube wolle zeigen, "wie nützlich sie für die Gesellschaft ist" und Google werbe in Videos damit, wie Menschen etwa nach "Wie kann man den Planeten retten?" suchen. All diese Spots sollen zeigen: "Wir sind die Guten". Der Zeitpunkt sei in dem Wissen gewählt, dass die nächsten Wochen und Monate in der "stärkeren Regulierung von Big Tech" entscheidend seien.
handelsblatt.com

US-Staaten werfen Google und Meta Marktmanipulation vor.


Allianz der Riesen: Mehrere US-Bundesstaaten werfen Google und dem Facebook-Mutterkonzern Meta vor, an illegalen Absprachen für eine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung beteiligt gewesen zu sein. Google-CEO Sundar Pichai (Foto links) und Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Foto rechts) sollen von dem Deal gewusst haben, auch Pichais Stellvertreter Philipp Schindler sowie Meta-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sein beteiligt gewesen. Ein Google-Sprecher wider­spricht: Pichai habe die Vereinbarung weder freigegeben, noch hätte er sie freigeben müssen. Die Beschwerde sei "voller Ungenauigkeiten" und habe "keine rechtliche Grundlage". Meta spricht gegenüber AFP von einer "nicht exklusiven Bieter-Vereinbarung mit Google". Ähnliche Vereinbarungen habe es mit anderen Plattformen gegeben.

Google soll die Versteigerung von Online-Werbung manipuliert haben, indem es die Preise für Anzeigen für Marken überhöht und damit den Wettbewerb durch andere Werbebörsen unterdrückt hat. Die beiden Internet-Konzerne haben offenbar im September 2018 eine Vereinbarung getroffen, damit Facebook auf einen bestimmten Prozentsatz der Anzeigen bietet und gewinnt. Bei den Versteigerungen entscheidet sich, welche Werbeanzeigen auf Grundlage anonymer User-Profile auf Webseiten erscheinen. (Foto: Jose Luis Magana / AP / Picture Alliance)
n-tv.de, wsj.com (Paid), theguardian.com

Korrektur: In einer früheren Fassung hieß es, Google hätte sich nicht geäußert.

Schweiz will ab 2024 Mindeststeuer für Großkonzerne erheben.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Steueroase trocknet aus: Die Schweiz will 2024 die von 136 Staaten beschlossene Mindeststeuer für Großunternehmen einführen. Internationale Konzerne mit einem Jahresumsatz über 750 Mio Euro sollen dann mindestens 15 Prozent abführen. Die Schweiz gilt selbst als Steueroase. Ursprünglich wollte die internationale Staatengemeinschaft die Pläne schon 2023 umsetzen.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Google Analytics verstößt gegen die europäische DSGVO.


Illegale Analyse: Die Einbindung von Google Analytics auf Webseiten verstößt gegen die europäische Datenschutz­grund­verordnung (DSGVO), entscheidet die öster­reichische Datenschutz­behörde. Die mit Google abgeschlossenen "Standard­schutz­klauseln" würden kein "angemessenes Schutzniveau" bieten, etwa um die "Überwachungs- und Zugriffs­möglichkeiten durch US-Nachrichten­dienste" zu beseitigen, so die Behörde. Der Verein Noyb rund um Datenschützer Max Schrems hatte 101 Muster­beschwerden in ganz Europa eingereicht, die Entscheidung in Österreich ist dadurch wegweisend für andere Länder.

Laut Schrems bringt die Entscheidung zunächst keine direkte Strafe mit sich. Es seien zwar alle Unternehmen in Österreich betroffen, die Google Analytics implementiert haben – es sei aber unwahrscheinlich, dass die österreichische Behörde alle diese Firmen abstraft. Vielmehr erhöhe die Entscheidung den Druck auf europäischer Ebene, sodass in "absehbarer Zukunft neue Verordnungen und Maßnahmen beschlossen werden", schreibt Martin Stepanek im "Standard". Schrems sagt, es braucht entweder einen angemessenen Datenschutz in den USA, "oder wir werden am Ende getrennte Produkte für die USA und die EU haben".

Google schiebt indes die Verantwortung auf die Unternehmen ab, die Analytics einsetzen. "Diese Organisationen, nicht Google, kontrollieren, welche Daten mit unseren Tools gesammelt und wie diese ausgewertet werden", sagt ein Google-Sprecher dem "Standard". Der Internet-Konzern stelle eine "Reihe von Sicherheits­maßnahmen, Kontroll­funktionen und andere Mittel zur Verfügung", damit rechtliche Vorgaben erfüllt werden. (Foto: Rafael Henrique / Zumapress / Picture Alliance)
noyb.eu, derstandard.at, futurezone.at


Google macht beim Angebot News Showcase Zugeständnisse ans Kartell­amt.

Vorauseilender Gehorsam: Google verändert sein neues Nach­richten­angebot, um Bedenken des Kartell­amts auszuräumen. Dazu gehört, dass Inhalte des Google News Showcase nicht wie ursprünglich geplant in die klassische Suche integriert werden. Zudem soll sicher­gestellt werden, dass die Teilnahme an Google News Showcase nicht die Geltend­machung des Leistungs­schutz­rechtes verhindert. Das Kartell­amt will nun "angesichts der teils sehr unterschiedlichen Interessenlage der Verlage" in der Branche erfragen, wie diese die Änderungen bewertet. Christoph Schwennicke und Markus Runde vom Beschwerde­führer Corint Media "begrüßen die Entschiedenheit" des Kartellamts und glauben, dass Google News Showcase nun "weder für Google noch für Verleger attraktiv" sei.
bundeskartellamt.de, wiwo.de

“Spiegel”: YouTube sperrt #allesaufdentisch für eine Woche.

Mal wieder Fake News: YouTube sperrt übergangs­weise den Kanal der Aktion #allesaufdentisch von Initiator Volker Bruch, berichtet der "Spiegel". Grund dafür ist ein Video, indem Covid-19 mit einer Erkältung gleichgesetzt und die Impfung als tödlich dargestellt wird. Der Kanal darf sieben Tage lang keine Videos hochladen. Die Plattform hatte schon einmal Videos der Initiative gesperrt, dagegen zogen die Macher vor Gericht.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Fact Checker kritisieren Fake News auf YouTube und bieten Hilfe an.

Sie haben Post: 80 Faktenprüf-Organisationen aus mehr als 40 Ländern kritisieren in einem Brief an YouTube-Chefin Susan Wojcicki die Video-Plattform für die Verbreitung von Fake News und bieten ihre Hilfe an. Die Organisationen, darunter das deutsche Correctiv, stellen fest, dass YouTubes eigene Bemühungen, Fake News einzugrenzen, nicht genügen. "Die Veröffentlichung von faktengeprüften Informationen" sei "effektiver als die Löschung von Inhalten". Ein YouTube-Sprecher stellt Fact-Checking als "wichtiges Werkzeug" heraus, das jedoch "Teil eines weit größeren Puzzles" im Kampf gegen Fehlinformationen sei und verweist auf die Fortschritte der eigenen Bemühungen.
correctiv.org, poynter.org

Madsack steigt bei Google News Showcase ein.


Late to the party: Über ein Jahr nach dem Start von Google News Showcase in Deutschland tritt Madsack dem Nachrichtenangebot bei. Gleichzeitig schließt der Regionalzeitungs-Konzern eine Vereinbarung mit Google über eine Vergütung im Rahmen des Leistungsschutzrechts. Darüber, wie viel Google an Madsack überweist, haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Google News Showcase, das vor Kurzem von der ZAK als Medien­plattform und Benutzer­oberfläche eingestuft wurde, ist im Oktober 2020 mit rund 20 Medienhäusern als Partner gestartet, darunter u.a. Burda, Funke und Spiegel-Verlag. Madsack hatte bisher gezögert, dem News-Aggregator beizutreten. Nun erkenne man die strategische Bedeutung der "digitalen Nachrichten-Kioske", sagt Bernhard Bahners, Chief Digital Officer von Madsack.

Unabhängig von Google News Showcase hat Google mit fast 60 Publikationen in Deutschland bereits Lizenzverträge auf Basis des Leistungs­schutz­rechts abgeschlossen, schreibt Gerrit Rabenstein, bei Google verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Medien, in einen Blog-Beitrag. Dazu gehören neben Madsack u.a. "FAZ", "Hamburger Morgenpost", "taz" und Correctiv. Mit weiteren Verlagen sei Google im Gespräch.

Bisher lässt Madsack seine LSR-Ansprüche von Corint Media vertreten. An dem Geschäftsverhältnis ändere sich nichts, sagt der Verlag und hofft weiter auf LSR-Einnahmen aus Social Media, vor allem von Facebook. Gegenüber Google tritt Madsack nun aber wohl selbst auf. Corint hatte sich beim Kartellamt über Google News Showcase beschwert. Die Verwertungsgesellschaft befürchtet, dass Google die Nachrichten seiner Partner-Verlage bevorzugt. Die Verwertungsgesellschaft fordert von Google 420 Mio Euro für das Jahr 2022 Jahr. Corint ignoriere "wirtschaftliche und rechtliche Fakten" und beharre "auf haltlosen Forderungen", sagt Google-Mann Rabenstein.
madsack.de, blog.google.de, turi2.de (Background Google News Showcase), turi2.de (Background Corint Media)

Debatte: Forderung über 610 Mio Euro von Google und Facebook ist nicht überheblich, findet Oliver Schmidt.

Meister der Maßlosigkeit? Corint Media fordert von Google und Facebook 610 Mio Euro in 2022 für die Nutzung von Presseinhalten. Oliver Schmidt, Head of Content Strategy der Verwertungsgesellschaft, findet das ist "vielleicht sogar zu niedrig bemessen". Er beklagt eine Manipulation der Nutzer durch ein scheinbar "vertrauenswürdiges Angebot". Ein "essentieller Teil" dessen seien Presseinhalte in den Suchergebnissen.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Sonos gewinnt Rechtsstreit mit Google in den USA.

Klingt nicht gut: Der Lautsprecher-Spezialist Sonos hat im Patentstreit mit Google einen Etappensieg errungen. Die US-Handelsbehörde ITC urteilt, dass Google bei verschiedenen seiner Geräte fünf Patente von Sonos verletzt. Google droht nun ein Importverbot in den USA, da die meisten Geräte in Asien gefertigt werden. Google hat die betroffenen Funktionen deaktiviert und will das Importverbot durch veränderte Produktdesigns umgehen.
t-online.de, theverge.com, turi2.de (Background)