Lobbycontrol legt Beschwerde gegen Facebook und Co bei EU-Lobbyregister ein.

Undurchsichtig: Die US-Tech-Riesen Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft kennzeichnen ihre inhaltliche und finanzielle Lobbyarbeit in Europa teils nicht transparent, das Mitwirken an sogenannten Think Tanks bleibt etwa bei Facebook unerwähnt, findet Lobbycontrol heraus. Die Organisation hat deshalb Beschwerde beim zuständigen EU-Lobbyregister eingereicht.
lobbycontrol.de via spiegel.de

Google-Chef Sundar Pichai rechnet in Zukunft mit hybriden Arbeitsformen.

Home Office wird in Zukunft stärker Teil des Arbeitens, aber nicht der Dauerzustand, glaubt Google-Chef Sundar Pichai. Das persönliche Zusammenkommen sei noch immer sehr wichtig, wenn es um die Lösung von Problemen gehe oder wenn etwas Neues entstehen soll. Pichai erwartet für die Zukunft daher stärker hybride Arbeitsmodelle. Google galt lange mit seinen teils ausgefallenen Büros als Vorreiter für eine vermeintlich moderne Büro-Atmosphäre.
businessinsider.com

Streit um Nötigungsvorwürfe: Alphabet akzeptiert Vergleich.

Alphabet lässt sich in der Anleger-Klage um Nötigungsvorwürfe und sexuelle Belästigung früherer Führungskräfte auf einen Vergleich ein. Die Google-Mutter zahlt 310 Mio Dollar für Fairness- und Gleichberechtigungs-Initiativen im Konzern und verspricht, sein Management künftig besser zu beaufsichtigen. Anleger*innen hatten Alphabet u.a. vorgeworfen dem früheren Android-Chef Andy Rubin trotz schwerer Vorwürfe sexueller Nötigung rund 90 Mio Dollar Abfindung gezahlt zu haben.
handelsblatt.com (Paid), cnbc.com

App-Entwickler verbünden sich gegen Apple.

App-okalypse: Eine Gruppe bekannter App-Entwickler verbündet sich gegen Apple, um für neue Regeln im App-Store des Unternehmens zu kämpfen - vor allem für niedrigere Provisionen. Mitglieder der "Coalition for App Fairness" sind u.a. Spotify, Tinder-Betreiber Match Group, Fortnite-Entwickler Epic Games sowie der Verlegerverband European Publishers Council. Die Organisation hat neben Apple aber auch andere App-Store-Betreiber wie Google im Visier.
manager-magazin.de via wsj.com

EU plant strengere Regeln für marktberrschende Tech-Riesen.

EU-Kommission plant verschärfte Regeln für US-Tech-Riesen zur Wahrung des fairen Wettbewerbs, schreibt die "Financial Times". Sie will Branchengrößen notfalls zerschlagen oder zwingen, europäische Ableger zu verkaufen, wenn sie den Markt zu stark dominieren. EU-Kommissar Thierry Breton plädiert im Extremfall auch für die Möglichkeit, große Tech-Konzerne komplett vom europäischen Markt auszuschließen. Das Regelwerk zum Digital Services Act soll bis Ende 2020 vorliegen.
ft.com (Paid), faz.net

Google stellt die Pläne für neuen Großstandort in München vor.


Maschinenraum in Deutschland: Google präsentiert die Pläne für seinen neuen Münchner Standort im ehemaligen Paketzustellamt an der Arnulfstraße nahe Hauptbahnhof. Der Konzern will den Betrieb dort Ende 2023 aufnahmen und 1.500 zusätzliche Beschäftigte einquartieren. Google verdoppelt damit seine Präsenz und nennt das Projekt das "Entwicklungszentrum der Zukunft". Standort-Leiter Wieland Holfelder sagt in der Video-Pressekonferenz, Google wolle "einen positiven Beitrag für die Nachbarschaft leisten", etwa Kooperationen mit Bildungseinrichtungen und die Unterstützung sozialer Projekte. Bezahlbaren Wohnraum zu bewahren, dürfte kein Nebeneffekt sein.

Das Grundstück soll teilweise öffentlich zugänglich sein. Der neue Standort liegt in direkter Nachbarschaft zu Googles bisheriger Münchner Dependance, die bestehen bleibt. Die meisten Mitarbeiter*innen kümmern sich im "Maschinenraum in Deutschland" laut Holfelder um den Datenschutz. Hinzu kommen Teams für vernetzte Automobilität, Cloud-Services und YouTube.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Google droht Milliardenklage in Großbritannien wegen Datenschutzverstößen.

Datenschutz: Britische Eltern verklagen Google, weil Tochter-Unternehmen Youtube ungefragt Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt haben soll. Damit verstoße der Tech-Riese gegen Großbritanniens und Europas Datenschutzgesetze. Die Kläger*innen rechnen bei Erfolg mit einer Entschädigung von bis zu 2,5 Mrd Pfund. Youtube wollte die Klage zunächst nicht kommentieren.
wuv.de

Zitat: Google und Facebook sind Sklaven ihrer Geschäftsmodelle, sagt Tech-Kritiker Tristan Harris.

"Sie sind wie Geiseln in einem Video von Geiselnehmern, reden sinnloses Zeug. Denn außerhalb der Kamera steht jemand mit einer Waffe und zielt auf ihren Kopf. Die Waffe ist das Geschäftsmodell."

Tristan Harris, Ex-Designethiker bei Google, dann Mitbegründer des Center for Humane Technology, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", Google- und Facebook-Manager*innen sähen Plattformen "ausschließlich unter Effizienz-Gesichtspunkten".
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Unser Vertrauen in Informationen kollabiert. Das ist viel wichtiger als die Frage nach Farben und Benachrichtigungen auf unseren Handys."

"Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. 'Gratis' ist das teuerste Geschäftsmodell."

"Facebook ist eine Maschine, die die Demokratie tötet. Und dagegen tut der Konzern nichts, es ist ja sein Geschäftsmodell. Er müsste den Nachrichten-Feed oder die Werbung für längere Zeit abschalten, zumindest während Wahlkämpfen."

Google-Mutter Alphabet wollte ein Stück vom TikTok-Kuchen ab.

Google-Mutter Alphabet wollte ein Stück vom TikTok-Kuchen ab und war Teil einer Bieter-Gruppe, die an einem Anteil der chinesischen App interessiert war. Zuständig war eine von Alphabets Investment-Abteilungen: GV oder CapitalG. Die Gespräche seien aber in den letzten Tagen im Sand verlaufen, welche Konzerne der Bieter-Gruppe noch angehörten, ist unbekannt.
businessinsider.com, news.bloomberglaw.com (Paid)

Google wehrt sich gegen Umsatzbeteiligung von Verlagen in Australien.

Australien: Google reagiert mit einem offenen Brief auf Pläne, Verlage am durch Suchmaschinen generierten Werbe-Umsatz zu beteiligen. Das Angebot von Google und YouTube würde dadurch "dramatisch schlechter" werden. Die Wettbewerbsbehörde ACCC hatte am 31. Juli einen Regulierungs-Entwurf veröffentlicht, nach dem ein externer Schlichter ein bindendes Urteil fällen soll, wenn sich Medien und Suchmaschine nicht binnen drei Monaten auf eine Beteiligung am Werbe-Umsatz oder eine Vergütung in Form von Nutzerdaten einigen.
taz.de

Deutsche Reise-Startups werfen Google Inhalte- und Datenklau vor.


Haltet den Dieb: "Google stiehlt Inhalte und Daten von seinen Partnern im Reisemarkt, um mit ihnen in Konkurrenz zu treten", klagen die Chefs der deutschen Reise-Startups Trivago, Flix Mobility, HomeToGo, Omio und GetYourGuide in einem Positions­papier, aus dem das "Handelsblatt" zitiert. Ihr Vorwurf: Google wolle sie mittelfristig aus dem Markt drängen. Der Such-Konzern missbrauche seine Marktmacht, "um praktisch ohne Eigen­investitionen Konkurrenzprodukte aufzubauen", sagt HomeToGo-Chef Patrick Andrä (Foto). Der Vermittler von Ferien­wohnungen hat bei der EU-Kommission eine Wettbewerbs­beschwerde gegen Google eingereicht, weitere Startups prüften ähnliche Schritte.

Flixbus hat aus Protest die Werbeausgaben bei Google in den vergangenen Monaten um 80 bis 90 % gekürzt, schreibt das "Handelsblatt". 2019 hätten die fünf Unterzeichner rund 500 Mio Euro für bezahlte Suchtreffer bei Google investiert. Die Suchmaschine erreicht in Deutschland einen Marktanteil von über 90 % - mit entsprechend viel Traffic für die Reiseportale.
handelsblatt.com

Video-Tipp: Comedian Sarah Cooper hatte verordneten Spaß bei Google und parodiert Trump.

Video-Tipp: US-Comedian Sarah Cooper erzählt als Gast-Moderatorin der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, u.a. wie viel Spaß sie bei ihrem früheren Job bei Google hatte - schließlich habe Google ihr vorgegeben, wie viel Spaß sie jedes Quartal zu haben hat. Zudem präsentiert sie einige ihrer lippensynchronen Parodien zu O-Tönen von Donald Trump, mit denen sie bei TikTok bekannt wurde.
twitter.com/sarahcpr (8-Min-Video), tiktok.com (Trump-Parodien)

Google lässt persönliche Audio-Dateien wieder von Menschen abhören.

Google lässt Audio-Daten wieder von Menschen auswerten – aber nur, wenn die Nutzer*innen von Google Assistant und Co zustimmen. In der Standardeinstellung bleibe der menschliche Zugriff ausgeschlossen, sagt das Unternehmen. Die fragwürdige Abhör-Praxis persönlicher Audio-Daten durch Google und andere Tech-Firmen löste 2019 einen Skandal aus.
theverge.com, businessinsider.com, turi2.de (Background)

Google kennzeichnet “Black-owned Businesses” mit eigenem Label.

Google führt ein Label für "Black-owned Businesses" in der Suche und Google Maps ein, um Inhaber*innen der Black Community zu unterstützen. Es zeigt ein schwarzes Herz vor orangefarbenem Hintergrund. Wie Google prüfen will, ob die Unternehmer*innen tatsächlich Schwarze sind, sagt der Konzern nicht. Um das Label zu bekommen, müssen sich Unternehmen "per Mail, Telefon oder Post verifizieren".
theverge.com

US-Tech-Konzerne schlagen sich in der Corona-Krise besser als erwartet.


Krisenimmunität: Die Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon scheinen weitgehend immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise und schneiden im 2. Quartal besser ab als erwartet. Vor allem Amazon profitiert vom Boom beim Online-Shopping während der Krise und steigert seinen Umsatz um 40 % auf knapp 89 Mrd Dollar. Der Versandriese vermeldet mit 5,2 Mrd Dollar zudem den höchsten Nettogewinn der Konzerngeschichte, der sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Für Apple ging es im 2. Quartal seit Langem auch bei den iPhones wieder bergauf – der Smartphone-Umsatz des Konzerns stieg um 2 % auf 26,4 Mrd Dollar. Insgesamt kommt Apple beim Umsatz auf 59,7 Mrd Dollar, ein Plus von 11 %. Der Konzern hat außerdem einen Aktien-Split im Verhältnis eins zu vier angekündigt. So soll die Aktie laut Konzern für eine "breitere Basis von Investor*innen" zugänglich sein.

Facebooks Wachstum ist im 2. Quartal zwar abgeflacht, der Umsatz wächst aber dennoch um 11 % auf 18,7 Mrd Dollar. Der weltweite Werbeboykott kann dem sozialen Netzwerk offenbar nicht viel anhaben – laut Konzernangaben sind die Werbeumsätze in den ersten drei Juli-Wochen um 10 % gestiegen.

Nur Google-Mutter Alphabet schwächelt – der Konzern muss erstmals in seiner börsennotierten Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dieser schrumpft um 2 % auf 38,3 Mrd Dollar, Analyst*innen waren von 4 % ausgegangen. Alphabet leidet unter den Rückgängen im traditionellen Kerngeschäft der Suchmaschinen-Werbung, da viele Werbungtreibende ihre Ausgaben in der Krise zurückgefahren haben. YouTube entwickelt sich hingegen positiv und auch das Cloud-Geschäft kann beim Umsatz um 43 % auf 3 Mrd Dollar zulegen.
faz.net, golem.de (Google), turi2.de (deutsche Wirtschaft)

Google, Apple, Facebook und Amazon reden sich vor dem US-Kongress klein.


Strategische Bescheidenheit: Die Chefs von Google, Apple, Facebook und Amazon haben sich bei einer Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwochabend große Mühe gegeben, ihre Marktdominanz kleinzureden. Der Vorsitzende des Kongress-Ausschusses, der Demokrat David Cicilline, wirft den Konzernen vor, "zu viel Macht" zu haben. Die vier Tech-Bosse, die alle per Video zugeschaltet sind, nennt er die "Kaiser der Online-Wirtschaft". Die sehen sich schon in ihren Eingangs-Statements gar nicht in kaiserlicher Rolle: Google-Chef Sundar Pichai etwa argumentiert, "Googles fortgesetzter Erfolg ist nicht garantiert". Apple-Chef Tim Cook spricht von einem "Straßenkampf um Marktanteile", in dem sich sein Konzern befinde. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lässt die Abgeordneten wissen, dass Facebook in vielen Bereichen hinter seinen Konkurrenten liege: "Die größte Messaging-App ist iMessage, die am schnellsten wachsende Plattform ist TikTok", sagte Zuckerberg. Und auch Amazon-Boss Jeff Bezos sieht sich als Winzling – gemessen am globalen Einzelhandelsmarkt, an dem Amazon weniger als 1 % ausmache.

Zuckerberg appelliert, seinen Konzern nicht allein aufgrund seiner Größe zu beurteilen: "So wie ich unsere Gesetze verstehe, sind Unternehmen nicht schlecht, nur weil sie groß sind." Alle vier verbreiten Patriotismus: "Die Tech-Industrie ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte", sagt Zuckerberg. Bezos lässt wissen, es sei kein Zufall, dass Amazon hier entstanden sei, "diese großartige Nation" unterstütze risikofreudige Unternehmer. Gleich zu Beginn der Anhörung meldet sich per Twitter US-Präsident Donald Trump zu Wort: Wenn der Kongress die Tech-Konzerne nicht zur "Gerechtigkeit" zwinge, werde er dies mit Regierungsdekreten tun, so Trump. (Foto: Mandel Ngan/Pool AP / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Paid), edition.cnn.com, theguardian.com

Bloomberg: Google will seine Dienste auf Samsung Smartphones prominenter platzieren.

Samsung soll Google auf seinen Smartphones mehr Platz verschaffen und Dienste wie den Google-Assistenten und den Play Store über die eigene Alternativen stellen. Beide Konzerne befänden sich in entsprechenden Gesprächen, berichtet Bloomberg. Samsungs Galaxy App-Store und Sprachassistent Bixby würden dann in den Hintergrund rücken.
bloomberg.com, theverge.com

Google zeigt auf seiner ersten Ergebnisseite über 40 % eigene Produkte an.

Google hält die Nutzer*innen zunehmend auf der eigenen Seite, zeigt eine Analyse von The Markup. Bei 15.000 populären, englischsprachigen Suchanfragen entfallen von der ersten Ergebnisseite auf Mobilgeräten im Schnitt 41 % auf von Google sogenannte "Direkte Antworten", also zum Beispiel Infokästen. Bei vielen Anfragen müssen die User weit nach unten scrollen, ehe sie auf organische Suchergebnisse stoßen. Google argumentiert, so seinen Nutzer*innen mittlerweile besser helfen zu können, als mit reinen Website-Links. Kritiker*innen bemängeln, Google bevorzuge so eigene Produkte wie seine Flugsuche und baue seine Marktmacht auf weitere Felder aus.
themarkup.org

Google schickt 200.000 Angestellte bis Mitte 2021 ins Home Office.

Heimsuchung: Google schickt seine rund 200.000 Mitarbeiter*innen bis mindestens Juli 2021 ins Home Office. Alphabet-Chef Sundar Pichai ist mit dieser Entscheidung relativ spät dran: Apple, Facebook und Twitter sind nur drei von vielen Tech-Unternehmen, die wegen Corona in den letzten Wochen dauerhaftes Home Office angeordnet haben oder zumindest erlauben.
wsj.com (Paid), theverge.com

BGH entscheidet beim Recht auf Vergessenwerden zugunsten von Google.


Für die Nachwelt: Das Recht auf Vergessenwerden gilt gegenüber Such­maschinen nicht automatisch, sondern hängt vom Einzelfall ab, urteilt der Bundesgerichtshof. Wenn sie stimmen und öffentlich relevant sind, muss Google die Informationen nicht entfernen, auch wenn einzelne Personen darin kritisiert werden. Geklagt hatte der frühere Geschäftsführer eines Wohlfahrts­verbandes. Er wollte verhindern, dass sein Name in Google-Suchergebnissen seit dem Jahr 2011 auftaucht, in denen kritisch über ihn berichtet wird. Sein Wohlfahrtsverband hatte in dieser Zeit hohe Defizite eingefahren, er war krankgeschrieben. Nach Ansicht der Richter hat der einstige Geschäftsführer aber keinen Anspruch darauf, dass Links zu älteren Presse­berichten über ihn und den Verband gelöscht werden müssen, weil die darin enthaltenen Informationen richtig und auch nach sieben Jahren noch von öffentlichem Interesse seien. Der BGH lehnte die Klage ab. Einen zweiten Fall, in dem es um vermeintliche Falschinformationen über ein Ehepaar geht, will das Gericht in zentralen Fragen erst vom EuGH klären lassen.

Das Recht auf Vergessenwerden geht auf eine Entscheidung des EuGH von 2014 zurück. Unter bestimmten Voraussetzungen können Bürger*innen Suchmaschinen-Anbieter dazu verpflichten, personenbezogene Suchergebnisse zu löschen. Dies gilt zum Beispiel, wenn die Informationen veraltet sind.
sueddeutsche.de, taz.de, meedia.de, wuv.de

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

“manager magazin”: SAP-Deutschlandchef Daniel Holz geht zu Google.

SAP-schied: Daniel Holz (Foto), bisher Deutschlandchef von SAP, wechselt zu Google, meldet Eva Müller. In Frankfurt starte er im Oktober, um dort den Vertrieb der Cloud-Produkte des Tech-Konzerns in Europa zu übernehmen. Bei SAP soll sich interimistisch Mitteleuropa-Chef Hartmut Thomsen auf den Posten setzen, den Holz verlässt.
manager-magazin.de (Paid)

Google darf Hotels nicht ohne Dehoga-Bewertung als Sterne-Hotels ausweisen.

Google unterliegt vor dem Landgericht Berlin der Wettbewerbszentrale und darf künftig weder selbst oder durch Dritte Hotels als Sterne-Hotels anzeigen, ohne dass es eine passende Zertifizierung durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband gibt. Die Wettbewerbszentrale argumentiert, entsprechende Kennzeichnungen, die auf Bewertungen basieren, seien für die Kunden irreführend.
wuv.de

Google lehnt künftig Anzeigen für Corona-Verschwörungstheorien ab.

Verschwörung gegen Desinformation: Google will Anzeigen verbieten, in denen Coronavirus-Verschwörungstheorien verbreitet werden, meldet CNBC. Die neue Richtlinie betrifft alle Webseiten, die einem "maßgeblichen wissenschaftlichen Konsens" über die Pandemie widersprechen. Webseiten, die nur über das Vorhandensein dieser Theorien berichten oder sie sogar entlarven, sind nicht betroffen - dies gilt auch für Verschwörungstheorien abseits von Corona.

Google will die Richtlinien aktualisieren, um Behauptungen wie "Der Covid-19-Impfstoff ist ein Versuch, die Bevölkerung genetisch zu verändern" auf der Plattform verbieten zu können. Der Konzern ist zuvor bereits gegen Impfgegner-Desinformationen vorgegangen: YouTube erlaubt es Impfgegnern nicht, Videos auf der Plattform mit Werbe-Schaltungen zu monetarisieren.
cnbc.com, theverge.com, turi2.de (Background)

Meinung: Google und Apple werden bei der Corona-Warn-App zu wenig kontrolliert.

Datenschutz: Die Corona-Warn-App zeigt erneut die Macht von Google und Apple, beklagt Douglas Leith, Professor für Computersysteme am Trinity College in Dublin. Beim Programmteil, den Apple und Google beisteuern, fehle es an Kontrolle: "Diese Firmen können Änderungen vornehmen, die die öffentliche Gesundheit angehen. Da gibt es keine Aufsicht", warnt Leith.
mdr.de

Google steckt 4,5 Mrd Dollar in indischen Telekom-Riesen Jio.

Griff nach Indien: Google investiert 4,5 Mrd Dollar in den indischen Telko-Anbieter Jio und kündigt an, mit dem neuen Partner ein kostengünstiges Smartphone auf den Markt bringen zu wollen. Der Deal ist Teil von Googles Vorhaben, seine Präsenz in dem Land mit insgesamt 10 Mrd Dollar auszubauen. Eine behördliche Prüfung der Beteiligung steht allerdings noch aus. Facebook war bereits im Frühjahr mit einem Mrd-Betrag bei Jio eingestiegen.
theverge.com, techcrunch.com, blog.google

Deutsche Bank will stärker mit Googles Cloud-Technologie kooperieren.

Cloud-Technologie ist die Zukunft in der Finanzbranche, sagt Karl von Rohr, Vize-Chef der Deutschen Bank, im "FAZ"-Interview. Banken könnten mit Google die benötigte Rechenkapazität flexibel anpassen, um beispielsweise die profitabelsten Anlageprodukte mittels KI zu ermitteln. Google investiert in Sicherheitssysteme mehr "als eine einzelne Bank das je könnte", sagt von Rohr.
"FAZ", S. 22 (Paid)

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit.

AGF und Google beenden ihre Zusammenarbeit nach fünf Jahren. Ziel der Kooperation war, YouTube mit einem gemeinsamen Bewegtbildstandard in die Reichweitenmessung zu integrieren. Die Tür für eine Zusammenarbeit stehe Google weiter jederzeit offen, sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. Google schiebt per Pressemitteilung der AGF den schwarzen Peter zu "bedauert den Abbruch der Gespräche". Google habe "seine Verpflichtungen erfüllt".
agf.de, dwdl.de (Google-Statement)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich bin schon eher ein ganz klassischer TV-Nutzer", sagt AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf. (10/2019)

Deutsche Bank und Google entwickeln gemeinsame Finanzdienstleistungen.


Gut angelegt: Die Deutsche Bank und Google kooperieren künftig beim Anbieten von Finanzdienstleistungen. Beide Parteien haben laut t3n.de einen zehnjährigen Vertrag über die Nutzung von Googles Cloud geschlossen. Google soll nicht nur die marode IT der Deutschen Bank sanieren, sondern mit dem Unternehmen auch technologiebasierte Finanzprodukte entwickeln. Die Deutsche Bank hatte dazu auch mit Microsoft und Amazon verhandelt. Aus der Partnerschaft mit Google erwartet das Unternehmen auf zehn Jahre gerechnet einen kumulierten Gewinn von einer Mrd Euro.

Die Deutsche Bank hat schon länger mit ihrer IT zu kämpfen: Hochrangige Mitarbeiter bezeichneten die Technik als "lausig" und den gesamten Konzern als "dysfunktional". 2012 scheiterte SAP daran, die Bank-IT auf Vordermann zu bringen.
manager-magazin.de, t3n.de

Hör-Tipp: Googles erstes Rechenzentrum war wie ein Schrank, sagt Urs Hölzle.

Hör-Tipp: "Google war nicht größer als ein Schrank", erinnert sich Chefingenieur Urs Hölzle im "FAZ"-Podcast an das erste Rechenzentrum der Suchmaschine, ein Nachbar von Ebay. Das war "Studentenqualität", sagt der dienstälteste Angestellte von Google. Dennoch glaubte er früh an das Konzept, da die Suchmaschine im Vergleich zu Mitbewerbern präzisere Ergebnisse lieferte.
faz.net (37-Min-Audio)

“SZ” und NDR: Alexa, Siri & Co zeichnen häufig ohne Aufforderung auf.


Große Ohren: Sprachassistenten in Smart Speakern oder Handys zeichnen Gespräche von Nutzer*innen oft auf, ohne absichtlich aktiviert zu werden, recherchieren das NDR-Format "STRG_F" und die "Süddeutsche Zeitung". Drei Ex-Mitarbeiter*innen von Firmen, die für Apple und Amazon Aufnahmen überprüft haben, berichten, sie hätten Gespräche von medizinischem Personal, Geschäftsbesprechungen und intime Privatsituationen mitgehört. Eine Forschergruppe der Uni Bochum und des Max-Planck-Instituts hat elf Smart Speaker untersucht: Modelle von Apple, Google, Amazon, Microsoft, der Telekom und den chinesischen Firmen Xiaomi, Tencent und Baidu. Sie haben die Lauschsprecher tagelang dauerbeschallt, etwa mit Nachrichtensendungen, Fernsehsendungen und Störgeräusche.

Sie schalteten sich in dieser Zeit Hunderte Male fälschlicherweise ein – und verarbeiteten Aufnahmen, die gar nicht existieren dürften. Besonders Geräte von Amazon starteten bei deutschsprachigen Systemen häufig ungewollte Aufnahmen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagt gegenüber "STRG_F" und "Süddeutscher Zeitung", man müsse vom Hersteller erwarten, "dass er die Verbraucher im datenschutzrechtlichen Sinne aufklärt und darauf hinweist, dass es eben ein entsprechendes Risiko der Privatsphäre ist". Caspar glaubt aber auch, dass die Speaker besser werden und aus Fehlern lernen.
tagesschau.de, projekte.sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: “Zeit”-Autor Philipp Daum bereist Alaska – virtuell.

Lese-Tipp: Philipp Daum will trotz Corona endlich Alaska bereisen und begibt sich virtuell auf einen Trip quer durch den US-Bundesstaat. Auf Google Street View "fährt" er die Straßen entlang. Einen Abschnitt bestreitet Daum im Flugsimulator, ein Museum besucht er digital. Für die passende Atmosphäre sorgen örtliche Radiosender via Stream und das Zelt im Wohnzimmer.
zeit.de

Lese-Tipp: Wie GAFAM in der Krise neue Märkte erobern wollen.

Lese-Tipp: Die US-Tech-Riesen sind die großen Profiteure der Corona-Krise, analysiert das "manager magazin". Autor Jonas Rest beschreibt, wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft "investieren, wenn andere kürzen" – eine Strategie, mit der GAFAM schon in der Finanzkrise 2008 zu Gewinnlern wurden. Amazon-Boss Jeff Bezos etwa steigt in den Markt für autonomes Fahren ein und lässt sich das Startup Zoox wohl mehr als 1 Mrd Dollar kosten. Zuvor war dem Unternehmen die Finanzierung weggebrochen. Die Konzentration des Online-Händlers auf Produkte des täglichen Bedarfs habe Bezos geschickt als Krisenhilfe verkauft, tatsächlich sei es ein "Schlag gegen Walmart" gewesen.

Google, Facebook und Microsoft profitieren vom Digitalisierungs-Schub durch Corona. Für ihre Cloud-Dienste konnten sie neue Kund*innen gewinnen – allen voran bei den Videokonferenz-Tools. Beliebte Features des neuen Konkurrenten Zoom wurden "in Windeseile kopiert", schreibt Rest. Wo die Werbeumsätze von Google und Facebook durch den Lockdown zeitweise eingebrochen sind, werden sie "auch am schnellsten wieder anziehen", zitiert Rest den Marketingprofessor Scott Galloway.
"manager magazin" 7/2020, S. 68-73 (Paid)

Renner: Funke verlässt die VG Media.


Funke nicht übergesprungen: Die Funke Mediengruppe verlässt die Verwertungsgesellschaft VG Media, schreibt Kai-Hinrich Renner. Streitigkeiten über das Leistungsschutzrecht habe es nicht gegeben, Funke will das Ziel "künftig aber auf anderem Weg verfolgen", sagt eine Unternehmenssprecherin. Mit Springer und Madsack bleiben so nur noch zwei Großverlage übrig und das Leistungsschutzrecht für Presseverlage rückt weiter in die Ferne.

Auch Burda hat die Gesellschaft schon verlassen. Die VG Media will sich auf ein "neues europaweites Recht" konzentrieren, musste aber zuletzt die Klagen gegen Google zurückziehen. Sie kosteten bisher einen Betrag in zweistelliger Mio-Höhe.
berliner-zeitung.de

Google zahlt für Inhalte von “FAZ”, “Spiegel”, “Zeit” und weiteren Medien.


Lizenz zum Verbreiten: Google geht auf die Verlage zu und zahlt erstmals für Inhalte – in Deutschland an die "FAZ", den "Spiegel", die "Zeit", die "Rheinische Post" und den "Tagesspiegel". Weitere Partner sollen folgen. Der Konzern will mit der Initiative zunächst bei Google News und Discover hochwertige journalistische Inhalte anbieten. Zum Teil sollen auch Texte und Videos, die auf den Verlagsseiten hinter der Paywall stehen, über Google kostenfrei abrufbar sein. "Google will mit dem Programm einen Beitrag leisten, damit das Verlagswesen den Sprung in die digitale Zukunft schafft", sagt Sprecher Ralf Bremer zu turi2. Das Angebot soll im Laufe des Jahres starten und auch für Radio- und TV-Sender offen sein. Der Umgang mit Inhalten von ARD und ZDF ist noch unklar.

Das Programm läuft zunächst als Test in Deutschland, Australien und Brasilien. Google und insbesondere die Presseverlage streiten seit Jahren um Nutzungs-Gebühren für die Verwendung von Text-Schnipseln bei Google News. Das vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitere deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverleger zielte auf eine politische Regelung des Konflikts.
googleblog.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Google will – etwas – weniger Nutzungsdaten sammeln.

Google kündigt an, Standortverläufe sowie Web- und App-Aktvitäten von neuen Nutzer*innen nach 18 Monaten automatisch zu löschen. Bisher musste man die Option in den Einstellungen explizit auswählen. Bei bestehenden Nutzer*innen bleibe die bisher gewählte Einstellung bestehen. Als neuer Standard will Google die Viewing-Historie von YouTube-Accounts nach drei Jahren vergessen.
t3n.de, nytimes.com, germany.googleblog.com

US-Verleger wehren sich mit Bericht gegen Googles Marktdominanz.

US-Verlegerverband News Media Alliance stellt einen 33-seitigen Bericht vor, demzufolge Google Medien zu ungünstigen Inhalte-Deals zwingt. Schuld sei Googles Marktmonopol; der Bericht soll auch bei aktuellen Ermittlungen des Justizministeriums gegen Google helfen. Außerdem erhofft sich die NMA von dem Bericht Einfluss in Washington, wo darüber entschieden wird, ob Nachrichtenproduzenten bessere Bedingungen mit Tech-Plattformen aushandeln können.
pressgazette.co.uk, newsmediaalliance.org (Bericht)