Französische Kartellbehörde zwingt Google zu Verhandlungen mit Medienhäusern.

Frankreich: Google muss mit Medienhäusern innerhalb von drei Monaten eine Vergütung für das Anzeigen von Nachrichten, Fotos und Videos aushandeln, ordnet die Kartellbehörde an. Die Gebühren gelten rückwirkend ab dem 24.10.2019, an dem das neue EU-Urheberrecht in Frankreich in Kraft getreten ist. Seitdem weigert sich Google, für Medien-Inhalte zu bezahlen.
faz.net

Google zahlt in der Corona-Krise 6,5 Mio Dollar an Fact-Checker.


Fakten, Fakten, Fakten – und immer an das Virus denken: Google will den Kampf gegen Falschinformationen und Propaganda rund um das Corona-Virus unterstützen und fördern weltweit Faktenchecker mit 6,5 Mio Dollar. In Deutschland erhält Correctiv Geld und plant, sein Programm auszubauen, bei dem die Rechercheplattform von Nutzern eingereichte Meldungen zu Corona prüft. Wer in Europa sonst noch Förderung erhält, entscheiden die Plattformen Full Fact und Maldita.es.

Google fördert zudem unter anderem ein Projekt in Stanford, bei dem eine weltweite Datensammlung über Covid19 für Reporter entstehen soll. Auch die Organisation First Draft erhält Geld. Sie trainiert Journalisten online für die Berichterstattung zum Virus.
blog.google, correctiv.org

Berichte: Google arbeitet an einem eigenen TikTok-Konkurrenten.


Kurzer Konter: Google plant offenbar einen eigenen Konkurrenten zur chinesischen Kurzvideo-App TikTok, berichtet The Information. Das Projekt mit dem Arbeitstitel "Shorts" soll innerhalb der YouTube-App Googles Plattform für virale Kurzvideos werden und dem Vernehmen nach Ende 2020 starten. "The Informationen" nennt Googles Plan die "bisher ernstzunehmendste Anstrengung" eines Silicon-Valley-Unternehmens, es mit Aufsteiger TikTok aufzunehmen.

Mit der Einbindung in die YouTube-Apps garantiere Google der neuen Kurzvideo-Plattform automatisch ein Publikum. Spekuliert wird, dass Google bestehenden Videoproduzent*innen Anreize geben könnte, auch Inhalte für "Shorts" zu produzieren. Für die Kurzvideos soll u.a. YouTubes Katalog an lizenzierten Songs und Hintergrundmusiken zur Verfügung stehen. (Logo-Montage: turi2)
theinformation.com (Paid), 9to5google.com, cnet.com

Wie geht’s dem Silicon Valley, Marcus Schuler?


Wenig Hoffnung: Die Mitarbeiter*innen der Tech-Firmen im Silicon Valley arbeiten schon seit drei Wochen aus dem Home Office, sagt Marcus Schuler, Silicon Valley-Korrespondent der ARD, im "Wie geht's"-Interview von turi2.tv. Damit waren Google, Facebook und Co schneller und wohl auch weitsichtiger als die Politik in den USA, die erst später "eine Art Ausgangs-Beschränkung" ausgerufen hat. Ob die Konzerne am Ende zu den Gewinnern der Krise gehören, will er noch nicht abschätzen. Wo das Geschäft ungebrochen gut laufe, sei bei Streaming-Diensten wie Netflix und Disney+. Anders als in Europa, gibt es in den USA auch keine Bandbreiten-Beschränkungen. Wenig Hoffnungen hat Schuler, dass das US-Gesundheitssystem der Krise standhält.

Sich selbst schützt der ARD-Journalist dadurch, dass er ganz regulär im Home Office arbeitet und – wenn er zu Terminen geht – den Sicherheitsabstand einhält und das Mikrofon mit Plastik umwickelt, wie man es jetzt häufig im Fernsehen sieht. Schuler lobt die deutschen Medien, die anders als viele US-Medien, verlässliche Informationen liefern. Ein Lichtblick ist für ihn der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo. Im Gegensatz zu Präsident Trump, habe er seine Zahlen und Fakten parat und wisse, wo es zu Engpässen in der Versorgung kommen kann.
turi2.tv (7-Min-Video auf YouTube)

Zahl des Tages: Google und Facebook entgehen dieses Jahr 44 Mrd Dollar Werbegelder.

Zahl des Tages: Corona-bedingte 44 Mrd Dollar an Werbegeldern könnten Google und Facebook in diesem Jahr durch die Lappen gehen, errechnet die Investmentbank Cowen. Google würde dann bei Werbeerlösen in Höhe von 127,5 Mrd Dollar (-28,6 Mrd Dollar zu 2019) landen, Facebook bei 67,8 Mrd Dollar (-15,7 Mrd Dollar zu 2019).
meedia.de

Corona-Virus: YouTube automatisiert die Prüfung von Videoinhalten künftig stärker.

Algorithmus geht viral: YouTube überprüft Videoinhalte wegen des Corona-Ausbruchs stärker automatisiert, weil immer mehr Personal im Home Office arbeitet. Googles Video-Tochter stellt Nutzer*innen im Unternehmensblog darauf ein, dass auch harmlose Videos automatisch gesperrt werden könnten und eine Überprüfung durch Menschen länger dauert als bisher. Auch Googles Play Store ist betroffen: App-Entwickler müssten bis zu sieben Tage auf die Freigabe warten.

Google hat weltweit über 120.000 Beschäftigte ins Home Office geschickt - betroffen sind auch Drittunternehmen, die im Auftrag des Konzerns Inhalte prüfen. Google bittet seine Nutzer*innen um Geduld.
mashable.com, googlewatchblog.de

Google schickt zehntausende Mitarbeiter ins Home Office.


Don’t be viral: Nach Apple fordert auch Google seine Mitarbeiter auf, soweit möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Alle Angestellten in den USA und Kanada sollen bis mindestens zum 10. April im Home Office tätig sein. Auch Mitarbeiter in Europa sind angehalten, abhängig von der lokalen Situation, zu Hause zu bleiben. Googles Büros bleiben jedoch geöffnet, auch da nicht alle Arbeiten ohne physische Präsenz erledigt werden können.

Google-Chef Sundar Pichai sagt, die Maßnahmen dienten nicht nur dem Schutz der Mitarbeiter selbst, sondern würden der gesamten Gesellschaft helfen. Distanz trage dazu bei, die Spitzenlasten für das Gesundheitssystem abzufedern und für Personen in Not zurückzuhalten. Auch andere Großkonzerne, zum Beispiel Apple, haben vergleichbare Maßnahmen angekündigt.
mashable.com, turi2.de (Background)

EuGH gibt Google im Streit gegen Ungarn recht, erlaubt aber Sondersteuern.

Google: Die Strafzahlung der ungarischen Behörde gegen die irische Tochtergesellschaft ist rechtswidrig, urteilt der Europäische Gerichtshof. Die Strafe gegen Google darf demnach nicht höher als für inländische Unternehmen ausfallen. Google hatte zuvor Umsätze, worauf in Ungarn eine Werbesteuer fällig wird, verspätet gemeldet. Die steuerliche Meldepflicht und Sondersteuern sind, anders als von Google dargestellt, rechtlich zulässig.
lto.de

Googles Selbstfahr-Tochter Waymo sammelt erstmals externes Geld ein.


Selbst Geld eingefahren: Waymo sammelt in einer Finanzierungsrunde rund 2,25 Mrd Dollar von verschiedenen Investoren ein. Es ist das erste Mal, dass das Startup für selbstfahrende Autos Geld von externen Investoren annimmt. Die Investorenrunde wird angeführt von der US-Beteiligungsgesellschaft Silver Lake. Auch der kanadische Pensionsfond und Mubadala, Investmentgesellschaft des Emirats Abu Dhabi, beteiligen sich. Ferner gehören der Autozulieferer Magna und Autonation zu den Investoren.

Waymo war 2009 als Projekt von Google gestartet und ist mittlerweile wie Google Tochter des Mutterkonzerns Alphabet. Das Unternehmen entwickelt selbstfahrende PKW und die dazu nötige Software. Vor allem als Fahrdienstleister will Waymo Geld verdienen.
techcrunch.com

EU-Datenschutzgesetz begünstigt Google und Facebook.

DSGVO begünstigt große Tech-Konzerne, zitiert die "Welt am Sonntag" aus einer Untersuchung des Massachusetts Institute of Technology. Demnach falle es Google und Facebook leichter als anderen Konzernen, "ihr Ökosystem für gezielte Werbung zu nutzen". Google wolle mit anderen Unternehmen ein gemeinsames Modell für die Verwaltung von Nutzerdaten für Werbung entwickeln, was kartellrechtlich bedenklich sei.
"Welt am Sonntag", S. 27 (Paid)

Basta: Bei Googles Kalender scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Wer hat (nicht) an der Uhr gedreht? Die mobile Version von Googles Kalender wurde seit zehn Jahren nicht mehr aktualisiert, beobachtet Googlewatchblog. Während die Zeit ungebremst voranschreitet, verharrt die Web-App im Jahr 2010. Zumindest bei Googles Kalender scheint damit die Zeit in der sonst so schnelllebigen Digitalwelt stehengeblieben zu sein.
googlewatchblog.de

Zitat: YouTube-Manager Andreas Briese sieht eine neue Wahrnehmung dank Rezo.

"Mit Rezo hat plötzlich auch die breite Öffentlichkeit registriert, dass auf Youtube wichtige politische und gesellschaftliche Debatten angestoßen werden."

Andreas Briese, bei YouTube für Kooperationen in Mitteleuropa zuständig, sagt im Interview mit "Horizont", dass Schminktipps und Prank-Videos zunehmend mehr Politik- und Bildungsinhalte gegenüberstehen.
horizont.net

Social Media: Medienanstalten finden die Selbstregulierung der Plattformen uneffektiv.

Social Media: Facebook, Twitter und Google halten ihre eigenen Selbstverpflichtungen, u.a. im Kampf gegen Fake-Accounts, nicht ein, zitieren der NDR und WDR aus einem von der EU beauftragten Gutachten. Die Selbstregulierung der Plattformen sei "weder effektiv noch verhältnismäßig". Das Gutachten stammt von den Medienanstalten Bayern, Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
tagesschau.de

Chinas Smartphone-Hersteller arbeiten an eigener App-Plattform.

Gegen Google: Die chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi, Vivo und Oppo wollen eine eigene Plattform für App-Entwickler gründen. Programmierer könnten ihre Apps, anders als bisher, in den Stores aller drei Hersteller verkaufen. Ob auch Huawei mit dabei ist, steht nicht fest. Profitieren würde Huawei am meisten – der Konzern darf u.a. Googles Play Store auf seinen Smartphones nicht anbieten.
heise.de

YouTube macht 2019 rund 15 Mrd Dollar Werbe-Umsatz.


Geheimnis gelüftet: Google-Mutter Alphabet sagt 14 Jahre nach der Übernahme von YouTube erstmals, was das Video-Portal zum Konzernumsatz beiträgt. 2019 waren es rund 15 Mrd Dollar an Werbeeinnahmen, gut 9 % des Gesamtumsatzes von 162 Mrd Dollar. Damit hat YouTube seinen Werbeumsatz innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt, 2017 standen noch 8,1 Mrd Dollar in der Bilanz, wie Alphabet nun veröffentlicht. Noch nicht eingerechnet sind YouTubes Bezahl-Angebote. Nach Angaben von Google-Chef Sundar Pichai kommen YouTube Music und Premium auf zusammen 20 Mio zahlende Abonnenten, das Live-TV-Angebot YouTube TV zählt in den USA 2 Mio Abonnenten.

Auch die Zahlen seines Cloud-Geschäfts legt Google erstmals offen: 2019 ist der Cloud-Umsatz auf 8,9 Mrd Dollar gewachsen, 50 % mehr als 2018 und mehr als doppelt so viel wie 2017. Die neue Transparenz dürfte Investoren erfreuen, die Quartalzahlen fürs 4. Quartal 2019 enttäuschen die Analysten jedoch: Die Erlöse legten zwar um gut 17 % auf 46 Mrd Dollar zu, gleichzeitig war es das schwächste Wachstum in einem 4. Quartal seit fünf Jahren.
handelsblatt.com, mashable.com, theverge.com, businessinsider.de

Basta: Berliner Künstler verursacht Stau bei Google Maps.

Fake-Stau: Der Berliner Künstler Simon Weckert trickst Google Maps aus, indem er in einem Handkarren 99 Android-Smartphones langsam durch Berliner Straßen zieht. Google Maps zeigt daraufhin angeblich Stop-and-Go und Stau an, wo gar keiner ist. Mit einer ähnlichen Methode hält er auch die Illusion aufrecht, der Berliner Flughafen sei noch nicht fertig.
spiegel.de, faz.net, simonweckert.com (2-Min-Video)

Google wälzt neue Digitalsteuer in Österreich auf Werbekunden ab.

Durchlaufender Suchposten: Google gibt die Kosten für die in Österreich seit Anfang 2020 geltende Digitalsteuer von 5 % auf Einnahmen aus Onlinewerbung künftig an die Kunden weiter, schreibt der "Standard". Googles Gebühr von 5 % fällt auf Anzeigen an, die von Nutzern in Österreich gesehen werden. Der Preisaufschlag soll im Laufe dieses Jahres, frühestens in der zweiten Jahreshälfte erhoben werden.

Eine rückwirkende Berechnung plane Google nicht, schreibt der "Standard". Die Steuerbehörde in Österreich verlangt 5 % auf Einnahmen aus Onlinewerbung bei Konzernen mit einem Umsatz von mehr als 750 Mio Euro. Auch Werbekunden außerhalb Österreichs müssen Googles Preisaufschlag zahlen, sofern die Anzeige in Österreich sichtbar ist.
derstandard.at

Europa wird Kontinent des Tech-Widerstands, schreibt Christian Meier.

Europa, "Kontinent der Bedenkenträger" entwickelt sich zum "gelobten Land des Widerstands gegen die Allmacht der Digitalkonzerne", schreibt Christian Meier. Bewunderung habe sich innerhalb einer Dekade in Regulierungsforderungen gewandelt. Google, Amazon, Facebook und Co hätten noch nie mehr unter Druck gestanden, dennoch könne scheinbar kein Skandal ihnen schaden. Deshalb brauche es für echten Wandel "die Politik, die von Technologie eigentlich nie allzu viel verstanden hat".
welt.de

Hör-Tipp: Ecosia-Gründer Christian Kroll spricht im “t3n”-Podcast.

Hör-Tipp: Der Gründer der grünen Suchmaschine Ecosia, Christian Kroll (Foto), spricht im Podcast von "t3n" mit Chefredakteur Luca Caracciolo. Kroll erzählt, was ihn antreibt und wie die Suchmaschine hilft, Bäume zu pflanzen. Außerdem sagt er, warum Google nicht mit Ecosia kooperieren will und was das Angebot von der im Hintergrund laufenden Suchengine Bing von Microsoft unterscheidet. So soll Ecosia künftig den Nutzern auch helfen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Die Debatte um den Klimawandel habe Ecosia im letzten Jahr viele neue Nutzer eingebracht.
t3n.de (36-Min-Audio)

Huawei kooperiert künftig mit dem Kartendienst von Tomtom.


Ziel erreicht: Huawei nutzt in Apps künftig Kartenmaterial des niederländischen Navigationssystemanbieters Tomtom als Alternative zu Google Maps. Damit umgeht Huawei Trumps schwarze Liste, wonach US-Konzerne nicht direkt mit chinesischen Firmen zusammenarbeiten dürfen. Zu Details wie Preis, Umfang oder Laufzeit des Deals schweigt Tomtom.

Die Kooperation sei bereits "vor einiger Zeit" geschlossen worden, wurde jedoch "im Interesse beider Partner" geheim gehalten, meldet Reuters. Huawei könnte mit den Karten, Verkehrsinformationen und der Navigationssoftware von Tomtom künftig Apps für die eigenen Smartphones entwickeln.
faz.net, reuters.com

Leistungsschutzrecht: Google könnte die Suche künftig drastisch einschränken.

Leistungsschutzrecht: Google wird künftig womöglich bei Suchanfragen nur noch die Überschrift und ein briefmarkengroßes Foto anzeigen, schreibt die "Zeit". Damit vermeidet die Suchmaschine anfallende Lizenzgebühren für Verleger. Laut Entwurf des Leistungsschutzrecht für Presseverleger dürfen Onlinedienste nur Bilder in einer Größe von 128x128 Pixel darstellen, Videos dürfen nicht länger als drei Sekunden sein.
zeit.de

Wir graturilieren: Isabelle Sonnenfeld wird 35.


Wir graturilieren: Isabelle Sonnenfeld, Leiterin der Google News Lab im deutschsprachigem Raum, wird heute 35. Ihren Geburtstag feiert sie mit ihrer Familie in Berlin bei einem ausgiebigen Frühstück. Abends lädt sie Freunde zum Dinner ein. Da wird es dann "gemütlich und entspannt", verrät sie. Das Beste am abgelaufenen Jahr waren für sie unter anderem "spannende Gespräche mit kreativen Medienschaffenden". Neben den großen Augen, mit denen ihre zweijährige Tochter ihr nun die Welt erklärt freut, sie sich zudem darüber, dass viele Menschen verstanden haben "dass es nur einen Planeten gibt auf dem wir leben und den es zu retten gilt" und richtet einen Dank an "Fridays for future".

Für das kommende Jahr wünscht sie sich "mehr Respekt im Diskurs", "Handeln und Laut-Sein Aller gegen die Klimakrise" und dass sie ihren Anfänger-Status beim Kite-Surfen ablegt. Gratulationen sind via Linked-In, Twitter und E-Mail willkommen.

Microsoft will eine positive Klimabilanz erreichen.

Microsoft will bis 2030 "CO2-negativ" werden. Der Ausstoß soll um mehr als die Hälfte gesenkt werden, zusätzliche Ausgleichsprogramme sollen eine noch größere Menge aus der Atmosphäre entfernen. Auch Tech-Konzerne wie Facebook, Apple oder Amazon wollen klimanegativ werden, sind es bisher aber nicht. Google ist nach eigenen Angaben seit 2007 klimaneutral. Mit ihren Rechenzentren verursacht die Digitalbranche rund 4 % der weltweiten CO2-Emissionen.
handelsblatt.com

Hass im Netz: Bisher wurden rund 1.300 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Hass, Du bist umzingelt: Wegen Mängeln bei der Umsetzung des Gesetzes gegen Hasskommentare im Internet hat das Bundesamt für Justiz bisher rund 1.300 Bußgeldverfahren gegen Anbieter sozialer Netzwerke eingeleitet, zitiert das "Handelsblatt" aus der Antwort der Bundesregierung an die FDP-Bundestagsfraktion. Ausgesprochen wurde bisher nur ein Bußgeld: Facebook muss wegen mangelnder Transparenz im Umgang mit Hasskommentaren 2 Mio Euro zahlen. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig.

Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google müssen gemäß NetzDG ein einfaches und ständig verfügbares Verfahren zur Übermittlung von Nutzerbeschwerden über rechtswidrige Inhalte zur Verfügung stellen. Allein in diesem Bereich sind seit Januar 2018 insgesamt 1.167 Bußgeldverfahren eingeleitet worden – mehr als die Bundesregierung erwartet hatte. Die Regierung war zunächst nur von 500 Verfahren pro Jahr ausgegangen.
handelsblatt.com

Qwant sucht mit Ex-Microsoft-Manager und Geld von Springer den Neuanfang.


Qwant googelt Neuanfang: Die europäische Suchmaschine Qwant ordnet das Management neu und erhält frisches Kapital, u.a. von Springer, schreibt die "FAZ". Éric Léandri, Mitgründer und Vorstandsvorsitzende von Qwant, tritt von seinem Amt zurück und leitet künftig ein Komitee "für strategische und wissenschaftliche Fragen". Neuer Vorstandsvorsitzender wird der frühere Microsoft-Manager Jean-Claude Ghinozzi. Künftig will die staatliche französische Beteiligungsgesellschaft CDC mehr Kontrolle übernehmen, die sich gemeinsam mit Großaktionär Springer an einer Kapitalerhöhung beteiligt. Die angesammelte Kapitalsumme ist nicht bekannt.

Springer hatte sich 2014 zunächst mit 20 % beteiligt, sank nach verschiedenen Beteiligungsrunden aber unter dieses Niveau. "Wir glauben nach wie vor an Qwant und unterstützen zusammen mit allen anderen Beteiligten die Veränderungen", wird ein Springer-Sprecher in der "FAZ" zitiert. Qwant gehe "in eine neue Wachstums- und Monetarisierungsphase." Qwant wirbt damit, die Suchergebnisse nicht nach kommerziellen Kriterien zu präsentieren. 2019 verfehlte die Suchmaschine das Umsatzziel von 10 Mio Euro.
"FAZ", S. 19 (Paid), capital.fr (französisch)

YouTube sammelt bei Kinder-Videos keine Daten mehr.


Kinderkanal: YouTube setzt seit Montag seine im September angekündigten Maßnahmen zum besseren Schutz der Privatsphäre von Kindern um. Alle Videomacher müssen künftig definieren, ob ihre Videos speziell für Kinder produziert sind oder nicht. Ein Algorithmus macht den Nutzern Vorschläge, die sie jedoch ändern können. Bei Videos, die für Kinder gemacht sind, verzichtet YouTube künftig aufs Datensammeln und spielt keine personalisierte Werbung mehr aus - egal, ob Kinder oder Erwachsene die Videos anschauen. Stattdessen zeigt YouTube Werbung, die thematisch zum Video passt.

Zusätzlich deaktiviert YouTube bei Kinder-Videos u.a. die Kommentar- und Live-Chat-Funktion, die Benachrichtigungsglocke, Stories und das Speichern von Videos in Playlisten. Die kinder­freundliche Daten­sparsamkeit kommt nicht von ungefähr, sondern auf Druck der US-Aufsichtsbehörde FTC. Für das illegale Sammeln der Nutzerdaten bei Kindervideos musste YouTube bereits 170 Mio Dollar Strafe zahlen. Für die Produktion von kindgerechten Inhalten will YouTube über drei Jahre insgesamt 100 Mio Dollar zur Verfügung stellen.
theverge.com, youtube.googleblog.com, youtube.com (3-Min-Video), turi2.de (Background)