Die Linke fordert gegen die Macht der Digitalkonzerne ein schärferes Kartellrecht.

Digitalpolitik: Die Linke fordert in einem Strategiepapier, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert, die Demokratisierung des Internets. "Digitale Monopole" wie Facebook, Amazon oder Google "bedrohen" die Demokratie. Die Linke fordert u.a. ein schärferes Kartellrecht und eine Vergesellschaftung nicht personenbezogener Datenschätze wie etwa für den Übersetzer-Algorithmus von Google.
sueddeutsche.de

Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin geben ihre Chefposten bei Alphabet ab.

Suche beendet: Die Google-Gründer Larry Page (Foto rechts) und Sergey Brin ziehen sich aus dem operativen Geschäft beim Mutterkonzern Alphabet zurück, verkünden sie in einem Blogeintrag. Page war bisher Hauptgeschäftsführer und Brin der Präsident des Konzerns. Google-Chef Sundar Pichai wird künftig auch CEO von Alphabet. Page und Brin bleiben im Board der Google-Mutter, einer Art Aufsichtsrat.

"Wir waren nie Leute, die an Rollen im Management festhalten, wenn wir denken, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu führen", begründen Page und Brin ihren Rückzug aus der ersten Reihe. "Alphabet und Google brauchen nicht länger zwei CEOs und einen Präsidenten." Es sei an der Zeit, die Strukturen im Management zu vereinfachen. 1998 hatten Page und Brin Google gegründet, 2015 wurde Alphabet als Holding für alle Geschäftsfelder von Google geschaffen.
blog.google, spiegel.de

Urheberrecht: Französische Verlage reichen Beschwerde gegen Google ein.

Französische Verleger haben im Streit um das EU-Urheberrecht Beschwerde gegen Google eingereicht. Laut EU-Recht müssten Suchmaschinen für Verlags-Snipptes bezahlen. Google denkt nicht daran und will in Frankreich damit starten, auf Textauszüge ganz zu verzichten. Die Verleger argumentieren, Google nutze seine marktbeherrschende Stellung aus.
horizont.net

Google will künftig Girokonten anbieten.

Google sucht Geld: Google will ab 2020 eigene Girokonten anbieten, schreibt das "Wall Street Journal". Da der Tech-Konzern keine Bankenlizenz besitzt, kooperiert Google mit der Citigroup Bank, eine der größten US-Banken, sowie mit einer lokalen Kreditgenossenschaft aus Stanford. Kunden könnten künftig über die Google-Pay-App auf das Girokonto zugreifen. Der Tech-Konzern überlasse das eigentliche Geschäft den Banken, Google wolle Daten zum Zahlungsverhalten der Nutzer sammeln.

Google plane eine "intensive Partnerschaft" und wolle mit den Logos der Finanzinstitute statt dem eigenen Logo für das Girokonto werben. Google-Mutter Alphabet und die Citigroup kommentierten die Pläne auf Anfrage des "Wall Street Journal" bisher nicht. Auch Tech-Konzerne wie Apple oder Facebook planen den Einstieg in Bankdienstleistungen, beispielsweise mit einer eigenen Kreditkarte oder einer Kryptowährung.
sueddeutsche.de, wsj.com (Paid)

Nachtrag 14.11.2019, 13.45 Uhr: Wir hatten geschrieben, dass Google und Citigroup die Pläne gegenüber "WSJ" nicht kommentieren. Dies ist nicht richtig. Es gibt zudem ein offizielles Statement seitens Google. Darin heißt es:
"Wir prüfen, wie wir mit Banken und Kreditgenossenschaften in den USA Partnerschaften eingehen können, um intelligente Girokonten über Google Pay anzubieten. Wir möchten ihre Kunden dabei unterstützen, von hilfreichen Erkenntnissen und Budgetierungstools zu profitieren, während sie gleichzeitig ihr Geld auf einem FDIC- oder NCUA-versicherten Konto wissen. Unsere derzeitigen Hauptpartner sind Citi und Stanford Federal Credit Union, und wir freuen uns darauf, in den kommenden Monaten weitere Details bekanntgeben zu können."

“WSJ”: Google hat Millionen Gesundheitsdaten von Patienten in 21 US-Staaten gesammelt.

Google hat in 21 US-Bundesstaaten heimlich Gesundheitsakten von Millionen Patienten gesammelt, berichtet das "Wall Street Journal". Der Suchgigant arbeite für das "Project Nightingale" mit dem katholischen Gesundheitsvorsorge Ascension zusammenarbeiten. Die gespeicherten Datensätze sollen u.a. Laborergebnisse, Diagnosen sowie eine vollständige Anamnese mit Namen und Geburtsdaten der Patienten enthalten.
wsj.com

Google startet Accelerator für nachhaltige Gründer.

Google will mit einem neuen Accelerator-Programm Startups helfen, die sich den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung verpflichten und sich z.B. der Armutsbekämpfung widmen. Der Konzern sucht dafür zum Start acht bis zehn Startups aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Google investiert nicht selbst, sondern will Kontakte zu Investoren herstellen und gewährt Zugang zu seinen Ingenieuren.
t3n.de

Lese-Tipp: Google-Technikchef Urs Hölzle über Montage.

Lese-Tipp: Googles Technikchef Urs Hölzle war einer der ersten zehn Mitarbeiter des heutigen Tech-Giganten. Im "Süddeutsche"-Interview erklärt er die oberste Prämisse aus den Anfangszeiten: "Irgendwie den nächsten Montag überleben." Da die meisten Menschen zu Hause noch keinen Internetanschluss hatten, war der Andrang bei Google an Montagen immer besonders groß. Dabei habe jeder Montag den vorherigen um 5 bis 10 % übertroffen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 22

Google-Mutter Alphabet will künftig auch mit Mobilität Geld verdienen.

Alphabet: Die Google-Mutter wirkt wie ein "Gemischtwarenladen", der in vielen Branchen investiert, beobachtet der Google Watch Blog. Künftig wolle der Konzern neben der lukrativen Suchmaschine auch in der Gesundheit sowie mit Mobilitätsdiensten Geld verdienen. Alphabet besitzt Anteile am E-Scooter-Anbieter Lime und betreibt mit Waymo eine autonome Taxiflotte.
googlewatchblog.de

Zahl des Tages: Google kauft Münchner Postpalast und will dort 1.500 Jobs schaffen.

Zahl des Tages: Rund 1.500 neue Jobs will Google an seinem Standort in München schaffen, derzeit sind in der bayerischen Landeshauptstadt 1.000 Mitarbeiter tätig. Dafür kauft Google den Postpalast nahe des Münchener Hauptbahnhofs, dem Vernehmen nach für einen niedrigen dreistelligen Mio-Betrag, und will dort 41.000 m² Bürofläche schaffen. Die bisherigen Pläne eines Luxus-Hotels auf dem Areal werden ad acta gelegt.
sueddeutsche.de, abendzeitung-muenchen.de

Google-Chef Pichai räumt vor Mitarbeitern Fehler ein.

Google: Chef Sundar Pichai gesteht vor seinen Mitarbeitern Fehler ein und spricht von einem "Vertrauensbruch", zitiert die "Washington Post" aus einem internen Mitschnitt des Google-Chefs. Das Vertrauen der Mitarbeiter sei "eines der grundlegendsten Dinge für das Unternehmen". Die Konzernführung stieß u.a. mit der Einstellung eines Ex-Regierungsbeamten Trumps auf Kritik.
washingtonpost.com

Google kündigt die größte Veränderung an seiner Suche seit Jahren an.


Sucht seinesgleichen: Google gibt SEO-Experten neue Arbeit und kündigt ein umfangreiches Update seines Such-Algorithmus an. Künftig will Google stärker den Kontext von Suchanfragen berücksichtigen. Ermöglichen soll das die Software Bert - kurz für "Bidirectional Encoder Representations from Transformers". Google will so künftig nicht nur die wichtigsten Begriffe einer Anfrage identifizieren, sondern auch erkennen, ob Nutzer beispielsweise eine juristische Frage stellen. Auch zusammengesetzte Wörter soll der Algorithmus künftig besser verstehen. Laut Google wird jede zehnte Suche vom Update betroffen sein.

Google hat Bert bereits 2018 unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Nun wird die Software zunächst in der englischsprachigen Suche in den USA zum Einsatz kommen. Google will die Änderungen im Anschluss aber auch in weiteren Regionen uns Sprachen ausrollen.
faz.net, t3n.de, buzzfeednews.com

Adidas zweifelt am Ausbau der digitalen Mediastrategie.

Adidas hat beim Ausbau der digitalen Mediastrategie zu sehr auf Effizienz statt auf Effektivität geachtet, schreibt "Horizont". Digitale Werbemaßnahmen sind nicht immer effektiv, sagt Simon Peel, globaler Mediadirektor von Adidas. In Lateinamerika fielen zeitweise die Google Adwords aus, dennoch seien Traffic und Umsatz über die Google-Suche stabil geblieben.
"Horizont" 43/2019, S. 1 (Paid)

Google Street View will Vorabwiderspruch bei Panoramabildern kippen.

Mehr Street View in Deutschland? Google hat seinen Straßen-Panorama-Dienst Street View für Deutschland offenbar doch nicht komplett zu den Akten gelegt. Die Hamburger Datenschutzbehörde prüft derzeit eine Anfrage von Google, ob die Veröffentlichung von neuen Straßenbildern auch ohne "die Vorgabe eines Vorabwiderspruchs" möglich ist, schreibt die "Welt am Sonntag". Googles Street-View-Bilder aus Deutschland sind mindestens zehn Jahre alt.

Als der Dienst startete, hatte es in Deutschland Widerstand gegeben, zahlreiche Hausbesitzer nahmen die Möglichkeit wahr, ihre Häuserfront vor Veröffentlichung pixeln zu lassen. Die Hamburger Datenschützer befinden sich derzeit in Abstimmung mit anderen Behörden. Die deutsche Sonderregel könnte ohnehin obsolet sein. Mit dem Inkrafttreten der DSGVO könnte die Datenschutzbehörde am europäischen Google-Hauptquartier in Irland für den US-Konzern zuständig sein.
welt.de

Zahl des Tages: Google-Mitarbeiter haben Elizabeth Warren bisher 127.000 Dollar gespendet.

Zahl des Tages: Unzerschlagene 127.000 Dollar hat die US-Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bisher als Spenden von Google-Mitarbeitern erhalten, errechnet das Center for Responsive Politics. Apple-Angestellte spendeten ihr 45.000 Dollar. Damit erhalten sie und ihr Mitstreiter Bernie Sanders im Silicon Valley große Unterstützung, obwohl sie die Zerschlagung von Tech-Konzernen fordern.
welt.de

Waymo will in Kürze Taxifahrten ohne Sicherheitsfahrer anbieten.

Waymo, Google-Tochter für autonomes Fahren, teilt in einer E-Mail an seine Kunden mit, dass es bald Fahrdienste ohne Sicherheitsfahrer anbieten will. Bisher war stets ein Mitarbeiter mit im Wagen, der im Fall einer Fehlfunktion die Steuerung übernehmen konnte. Waymo will Nutzer des Fahrdienstes vorab eine Benachrichtigung senden, wenn ihr gebuchtes Fahrzeug keinen Fahrer hat.
businessinsider.de, reddit.com (E-Mail von Waymo)

Meinung: Kartellrecht könnte Dateneigentum besser regeln.

Dateneigentum: Die Zeit der defensiven Digitalpolitik muss enden, kommentiert Hendrik Wieduwilt. Das Kartellrecht könnte Tech-Konzerne wie Facebook besser bändigen als das Datenschutzrecht. Dass Nutzer ihre Daten nicht zu anderen Anbietern transportierten, liege nicht an fehlenden Alternativen, sondern an der Trägheit der Menschen, die ihre Daten liebten.
faz.net (Paid)

“Zeit”-Chef Rainer Esser will kein Geld von Google.


Keine Zeit für Klagelieder: Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeitverlags, will im Klagechor der Verlage über die bösen Googles und Facebooks nicht mitsingen. "Alle schauen, dass sie möglichst gut von Google gefunden werden. Im Gegenzug von Google Geld dafür zu verlangen, halte ich für eine komische Idee", sagt Esser im Interview mit der österreichischen Zeitung "Standard". Das Leistungsschutzrecht sei wichtig für längere Texte, nicht aber für Snippets.

Auch den Groll, dass Google und Facebook den Online-Werbemarkt dominieren, will Esser nicht teilen: "Wir sind in einem freien Wettbewerb. Wenn Google und Facebook gute Geschäfte machen, dann: Hut ab! Kooperation und Innovation statt Neid ist unser Weg." Einen Missbrauch der Marktmacht sieht Esser nicht: "Marktmissbrauch wäre, wenn sie uns nicht auf ihre Plattform lassen würden, weil wir Konkurrenten wären." (Foto: Johannes Arlt für die turi2 edition1)
derstandard.at

YouTube-Nutzer können ihren Verlauf künftig automatisch löschen lassen.

YouTube ermöglicht seinen Nutzern, den Such-Verlauf und die Liste der angesehenen Videos künftig nach einer gewissen Zeit automatisch zu löschen. User können wählen, ob Google die Daten nach drei oder 18 Monaten löschen soll. Zudem gibt es die Optionen, dass der Verlauf gar nicht gespeichert wird oder solange, bis der Nutzer ihn manuell löscht.
mashable.com

Meinung: Verleger sollten europäische Alternative zu Google schaffen.

Google News: Verlage sollten eine europäische Plattform als Gegenpol zu Google schaffen, kommentiert "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld (Foto). Die Digitalkonzerne seien der Überzeugung, sie stünden über dem Gesetz. In Frankreich verzichtet Google auf Presse-Snippets, um Abgaben aufgrund des Leistungsschutzrechts zu umgehen.
faz.net

Analyse: Deutsche Medienkonzerne sind im internationalen Vergleich Zwerge.

Medienzwerge: Die zehn größten deutschen Medienkonzerne setzen zusammen weniger um als Facebook, sagt eine Auswertung von "Horizont". 2018 machte Facebook rund 47 Mrd Dollar Umsatz und rangiert auf Platz 5 der weltweit größten Medienkonzerne. An der Spitze überholt AT&T Google-Mutter Alphabet, dahinter Comcast und Disney. Bertelsmann rangiert als mit Abstand größter deutscher Medienkonzern auf Platz 16.
horizont.net (Paid)

EuGH: Google muss heikle Links nicht weltweit löschen.


Nur lokal vergesslich: Suchmaschinen müssen Links zu Informationen nicht weltweit entfernen, die unter das europäische Recht auf Vergessenwerden fallen, urteilt der Europäische Gerichtshof. Allerdings müssen sie Maßnahmen ergreifen, damit europäische Internetnutzer nicht auf solche Links zugreifen können. Damit setzt sich Google in einem Rechtsstreit gegen Frankreich durch – die Datenschutzbehörde CNIL hatte 2016 ein Bußgeld von 100.000 Euro gegen Google verhängt, da das Unternehmen Links nicht weltweit gelöscht hatte.

Das Recht auf Vergessenwerden geht auf eine Entscheidung des EuGH von 2014 zurück, wonach Bürger Suchmaschinenbetreiber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten können, personenbezogene Suchergebnisse zu löschen, u.a., wenn die Informationen veraltet sind.
spiegel.de, tagesschau.de

Auch Google macht Mitschnitt-Auswertung zur Opt-In-Einstellung.

Google stellt, nach Apple und Amazon, nun auch neue Regeln für die Lauschsprecher-Qualitätskontrolle vor. Nutzer des Google Assistant sollen nun über einen klar betexteten Opt-In-Knopf bestimmen, ob sie mit Transkriptionen ihrer Sprachbefehle einverstanden sind. Die "große Mehrzahl" der gespeicherten Daten der freiwilligen Teilnehmer soll nach wenigen Monaten gelöscht werden. Noch ist unklar, wann die neuen Regeln in Kraft treten - derzeit ist das Mitschnitt-Programm pausiert.
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)