Google und Facebook drohen Australien mit Rückzug.

Australien: Google droht der Regierung, seine Suchfunktion im Land nicht mehr anzubieten, sollte das geplante Leistungsschutzrecht wirklich angewandt werden. Zuletzt hat das Unternehmen bereits einige Medien aus seinen Suchergebnissen entfernt. Auch Facebook kündigt Konsequenzen an. Es sei denkbar, dass der Konzern in Australien das Teilen von Links zu Nachrichtenartikeln künftig ausschließt. Die Regierung gibt sich von den Drohungen unbeeindruckt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Autonomes Fahren: Waymo-Chef sieht in Tesla keine Konkurrenz.

Waymo, Googles Ausgründung für autonomes Fahren, sieht Tesla nicht als Konkurrenten, sagt Waymo-Chef John Krafcik im Interview mit dem "manager magazin". Tesla warne bei seinem Fahr-Assistenzsystem, die Hände am Lenkrad zu halten, "auf unseren Lenkrädern steht: Anfassen verboten". Die Kosten für autonomes Fahren würden überschätzt, ein Waymo-Auto inklusive Computer und Sensoren sei "nicht teurer als eine moderat ausgestattete S-Klasse". Den Sprung nach Deutschland erwartet Krafcik schon "recht bald".
manager-magazin.de (Paid, Interview), manager-magazin.de (Zusammenfassung)

Metro und Google starten den Lieferando-Konkurrent Dish Order.

Metro startet die Bestellplattform "Dish Order", ein eigenes Lieferangebot in Konkurrenz zu Lieferando. Der Großhändler kooperiert mit Google und will so die nötige Reichweite sicherstellen: Nutzer*innen können direkt über die Google Suche oder Google Maps bestellen. Metro verlangt anders als Lieferando keine Provision von den Gastronom*innen, sondern monatlich 49 Euro und eine einmalige "Anschlussgebühr".
handelsblatt.com, internetworld.de

EU sollte auf Tech-Lizenzen setzen, meint Stefan Winners.

Digitale EU: Ex-Burda-Vorstand Stefan Winners überlegt im Interview mit dem "Aktionär", wie die EU den Tech-Markt regulieren kann: Denkbar wäre laut Winners, das "chinesische Modell" zu etablieren. Firmen müssten dann Lizenzen kaufen, um in bestimmten Sektoren in Europa tätig werden zu dürfen. US-Firmen müssten ihr Europageschäft abspalten, um einen EU-Sitz zu haben. Er plädiert außerdem für "Liberalisierung", bei der etwa Google seine Such-Schnittstelle auch anderen Anbietern zugänglich machen muss.
deraktionaer.de

Meinung: Politik muss stärker gegen Daten-Sammelwut von Plattformen vorgehen.

Datenkraken: Die Politik sollte entschiedener gegen das Datensammeln von Google, Facebook und Co. vorgehen, schreibt Helmut Martin-Jung. Nationale Regelungen wie im jüngst angepassten GWB seien zwar gut, "aber wenn es um international agierende Konzerne geht, oft nur bedingt wirksam." Es brauche daher europaweite Gesetze.
sueddeutsche.de

Meinung: Großen Tech-Konzernen fehlen Führungskräfte mit Haltung.

Meinung: Im Silicon Valley "mangelt es bereits seit Jahren an Führungskräften mit Rückgrat und intaktem Moralempfinden", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Er glaubt Facebook, Twitter & Co. hätten auch mit konsequenterem Vorgehen gegen gefährliche Inhalte in der Vergangenheit profitabel sein können. Ihr zaghafter Kurs gefährde nun ihr Geschäftsmodell.
manager-magazin.de

Alphabet und Boehringer Ingelheim kooperieren bei Quanten-Computer-Forschung.

Quanten-Allianz: Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim kooperiert mit der Google-Mutter Alphabet beim Einsatz von Quanten­computern in der Pharma-Forschung. Im Fokus steht die Modellierung von Molekülen und ihre Wechselwirkungen mit anderen Substanzen, was hohe Rechen­leistung erfordert. Die Zusammenarbeit ist auf zunächst drei Jahre angelegt.
handelsblatt.com, boehringer-ingelheim.de

Angestellte gründen eine Google-Gewerkschaft.

Google hat nun eine Gewerkschaft. 226 Beschäftigte des Mutterkonzerns in den USA haben die Alphabet Workers Union gegründet. Die Arbeitnehmervertretung will sich für gerechte Löhne und gute Arbeits­bedingungen einsetzen und gegen Ausbeutung und Diskriminierung kämpfen. Insgesamt beschäftigt Google jedoch über 100.000 Personen und noch einmal genauso viele Zeitarbeiter*innen.
spiegel.de

turi2 edition #13: Sandra Fründt über Heimat.


Vergangenheit und Zukunft: Sandra Fründt, Marketingchefin bei Google Deutschland, hat im Pandemie-Jahr zu ihren Wurzeln in Ostdeutschland zurückgefunden. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 freut sie sich über produktives Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Willkommen im Club: Sandra Fründt.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Sandra Fründt ist Marketing Director bei Google und verkuppelt ihren Arbeitgeber in dieser Position mit Firmenkunden im deutschsprachigen Raum. Fründt ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Clarissa Haller, Robin Alexander und Veit Dengler.
turi2.de/koepfe (Profil Fründt)

Zitat: EU-Vorschläge zur Bändigung der Techkonzerne überzeugen nicht, sagt Klaus Müller.

"Bis wir einen der großen Internetkonzerne entflochten haben, würden Jahre vergehen. Das hilft den Verbrauchern nicht."

Verbraucherschutz-Chef Klaus Müller sagt im "Spiegel", die neuen Regeln, mit denen die EU-Kommission die Techkonzerne bändigen will, bringen wenig. Konzerne zu zerschlagen sei aber auch keine Lösung.
spiegel.de

Gesundheitsportal des Bundes: Medienanstalt leitet Verfahren gegen Google ein.

Risiken und Nebenwirkungen: Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein leitet ein Verfahren gegen Google ein. Es geht um die Frage, ob der Tech-Konzern durch die prominente Platzierung des Gesundheits­portals gesund.bund.de der Bundesregierung bei Suchanfragen journalistisch-redaktionelle Angebote diskriminiert. Je nach Ausgang könnte Google dazu angehalten werden, das Portal in den Suchergebnissen nicht mehr bevorzugt anzuzeigen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Kampf gegen Desinformation darf Freiheit nicht beschneiden, meint Tobias Schmid.

Desinformation im Netz zu regulieren, ist schwierig, "weil sie ja gerade das Kernstück der Demokratie, nämlich die Meinungsfreiheit, für sich verwendet", sagt Tobias Schmid (Foto), Europabeauftragter der Medienanstalten, im Interview mit Medienpolitik.net. Deshalb müsse man bei jeder politischen Gegenmaßnahme extrem aufpassen, nicht die Freiheit einzuschränken. Bei Digital-Regeln kommt außerdem laut Schmid dazu, dass Facebook, Google und Co im Netz nicht nur Wirtschaftsunternehmen und Wettbewerber sind, sondern auch zentraler Bestandteil der Medienlandschaft – und "Medienregulierung funktioniert nicht nach den gleichen Logiken wie Wettbewerbspolitik".
medienpolitik.net

Lese-Tipp: Konsequenzen der neuen EU-Regeln für Online-Plattformen für Apple und Co.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" erklärt, welche konkreten Konsequenzen der Digital Services Act und der Digital Markets Act der EU-Komission für Google, Amazon, Facebook und Apple hat. Google und Amazon etwa dürften ihre Angebote nicht mehr bevorzugt in den Suchergebnissen zeigen und Informationen ihrer Firmenkunden nicht mehr nutzen, um ihnen Konkurrenz zu machen.
handelsblatt.com

“Focus”: Portal gesund.bund.de will weiter mit Google kooperieren.

Gesundheitsportal: Die Bundesregierung will an der Kooperation ihres Portals gesund.bund.de mit Google festhalten, berichtet der "Focus". Es bestehe "weder ein Eingriff in die Pressefreiheit" noch gebe es Verstöße gegen nationales oder europäisches Wettbewerbsrecht, schreibt Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staats­sekretär im Gesundheits­ministerium, in einer Antwort an den FDP-Abgeordneten Michael Theurer. Mit Google existiere "keine vertragliche Vereinbarung", die Rechte und Pflichten des Ministerium begründe. VDZ-Präsident Rudolf Thiemann kritisiert die Kooperation als "unannehmbaren Eingriff" in den freien Pressemarkt.
focus.de, turi2.de (Background)

Mathias Döpfner kritisiert im “FAZ”-Interview die deutschen Pläne zum Urheberrecht.

Mathias Döpfner
Will Google ein Snippet schlagen: Springer-Vorstand Mathias Döpfner kritisiert im "FAZ"-Interview mit Michael Hanfeld die Regierungspläne zur nationalen Umsetzung des EU-Leistungsschutzrechtes scharf und sieht sie sogar als europarechtswidrig an. Döpfner sagt: "Der Vorschlag des Justizministeriums ist absurd. Bis zu tausend Zeichen, kurze Bild- und Tonsequenzen sollen erlaubnisfrei genutzt werden dürfen." Damit werde die Intention der EU-Richtlinie ins Gegenteil verkehrt: "Daraus wird ein Plattform-Schutzgesetz und nicht eines, das faire Wettbewerbsbedingungen etabliert und die Vielfalt der Verlagswelt erhält." Die Presse sieht er aktuell an einer "Weggabelung". Döpfner sagt: "Glanz und Elend liegen dicht beieinander." Die Verlage seien durch die Dominanz der Plattformen aus den USA und neuerdings auch China in der Existenz gefährdet: "Ihr analoges Geschäft bricht in beschleunigtem Tempo weg, das digitale wird ihnen von vornherein weggenommen."

Googles Vorstoß, gegen Lizenzen Verlagsinhalte uneingeschränkt zu nutzen, bezeichnet Döpfner als aus Sicht der Plattformen "extrem clever": "Sie erhöhen die Abhängigkeit der Verlage. Und sie entwerten mit ihrem vergleichsweise geringen finanziellen Angebot das Leistungsschutzrecht der Presseverlage und zerstören damit den Markt für privatwirtschaftlich finanzierten unabhängigen Journalismus, bevor das neue EU-Urheberrecht in Kraft tritt."
"FAZ", S. 16 (Paid), turi2.de (Background)

US-Behörde: Google hat Mitarbeiter*innen unrechtmäßig entlassen.

Google hat zwei Mitarbeiter*innen unrechtmäßig überwacht und entlassen, die sich gewerkschaftlich organisieren wollten, sagt die Nationale Behörde für Arbeitsbeziehungen. Googles Zugriff auf Mitarbeiterkalender und andere interne Dokumente sei unzulässig. Der Konzern bestreitet, etwas Illegales getan zu haben. Google muss innerhalb von zwei Wochen auf die Beschwerde reagieren.
bbc.com, netzpolitik.org

Google-Europachef Matt Brittin kritisiert geplante neue EU-Regeln.

Google befürchtet, dass die neuen EU-Regeln fürs Digitale das Unternehmen daran hindern könnten, Technologien zu kombinieren, sagt Europachef Matt Brittin der "FAZ". Er meint: "Es geht um die Frage, ob wir weiterhin ein interaktives Bild wie eine Google-Karte in den Suchergebnissen anzeigen können, wenn jemand nach geografischen Informationen sucht." Der EU-Kommission habe das Unternehmen eine 135 Seiten dicke Stellungnahme geschickt. Auf die Vorwürfe, Google versuche die Politiker gegeneinander auszuspielen, entgegnet Brittin, dass Google zahlreiche europäische Mitarbeiter*innen habe, die an Erfolgen europäischer Firmen interessiert seien.
"FAZ", S. 28 (Paid), oldenburger-onlinezeitung.de, turi2.de (Background)

Zitat: Plattformen müssen strenger reguliert werden, sagt Thierry Breton.

"Die großen Plattformen sind inzwischen 'too big to care', zu groß, um ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen."

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industriepolitik, sagt im Interview mit der "Welt am Sonntag", die EU brauche strengere Regeln für Plattformen, weil sie inzwischen systemrelevant sind, aber nicht genug auf gesellschaftliche Konsequenzen achten.
"Welt am Sonntag" (Paid)

YouTube streicht Video-Jahresrückblick für 2020.

YouTube spart sich 2020 seinen Jahresrückblick "Rewind", in dem die Video-Plattform normalerweise Trends und Phänomene des Jahres Revue passieren lässt. "2020 war anders", schreibt YouTube zur Begründung. "Es fühlt nicht nicht richtig an, so weiterzumachen, als wäre nichts gewesen". Der Rückblick 2018 wurde für YouTube zu Desaster - und Video mit den meisten Dislikes aller Zeiten.
theverge.com, mashable.com

Basta: YouTube geht in den Lockdown.

Sendeausfall: YouTube geht unfreiwillig in den Lockdown. In der Nacht meldet Googles Video-Portal weltweit Probleme beim Laden von Videos. Für YouTube könnte es der Lagerfeuer-Moment des Jahres werden - bei dem alle das gleiche nicht sehen.
theverge.com, businessinsider.com

VDZ kritisiert die Kooperation zwischen Google und dem Gesundheitsministerium.


Verlagskritik: Der VDZ kritisiert mit scharfen Worten die gestern vorgestellte Kooperation zwischen Google und dem Bundesgesundheitsministerium beim Portal gesund.bund.de. VDZ-Präsident Rudolf Thiemann (Foto) sagt dazu: "Eine solche Verdrängung der privaten Presse durch ein staatliches Medienangebot auf einer digitalen Megaplattform ist ein einmaliger und neuartiger Angriff auf die Pressefreiheit." Burda-Vorstand Philipp Welte sagt: "Das Ministerium deklassiert die freien marktwirtschaftlich organisierten Gesundheitsportale und setzt alle Mechanismen der freien Information und damit der freien Meinungsbildung in unserer Demokratie außer Kraft."

Das Bundesgesundheitsministerium und Google haben gestern bekannt gegeben, dass im Rahmen einer Zusammenarbeit Google ab sofort Antworten des staatlichen Portals in einem prominent hervorgehobenen Info-Kasten bei Suchanfragen darstellt. Schon zum Start des Angebots gab es Kritik von Verlagen, die im Angebot des Ministeriums eine Gefahr für ihre kommerziellen Angebote sehen. (Foto Monika Skolimowska / dpa / Picture Alliance)
vdz.de, bundesgesundheitsministerium.de (PM zur Kooperation), turi2.de (Background)

Ex-Google-Chef Eric Schmidt kauft sich zyprische Staatsangehörigkeit.

Gekaufte Heimat: Ex-Google-Chef Eric Schmidt wird Staatsbürger Zyperns. Er profitiert vom umstrittenen "Passport for Sale"-Programm des Inselstaates. Dessen Regierung kündigte im Oktober an, das Programm zu beenden. Schmidt kann damit leichter in die Europäische Union reisen und von Steuervorteilen profitieren. Durch die Corona-Pandemie interessieren sich aktuell mehr Amerikaner*innen für ausländische Staatsbürgerschaften.
futurezone.at, vox.com

“WamS”: Google will Teile der EU-Komission gegeneinander ausspielen.

Teile und herrsche: Google will sich in der EU stärkerer Kontrolle entziehen. Die "Welt am Sonntag" zitiert aus internen Dokumenten, die zeigen, dass Google dafür EU-Dienstleistungskommissar Thierry Breton und Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gegeneinander ausspielen will. Außerdem will Google suggerieren, dass die Regulierungsvorhaben der EU Verbrauchern schaden und das Verhältnis zu den USA belasten würden. Deshalb soll auch die US-Regierung Druck ausüben. Der Versuch, europäische Verbündete wie Zalando oder Rewe für den Plan zu gewinnen, sei gescheitert.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Google, Amazon und Facebook wachsen in der Krise, nur Apple enttäuscht.

Tech-Konzerne kommen gut durch die Krise: Google-Mutter Alphabet steigert ihren Umsatz im 3. Quartal um 14 % auf 46,2 Mrd Dollar. Wachstumstreiber ist vor allem Werbung bei YouTube. Der Gewinn wächst um mehr als ein Fünftel auf 11,2 Mrd Dollar. Bei Amazon steigt der Umsatz um 37 % auf 96,1 Mrd Dollar, der Gewinn verdreifacht sich auf 6,3 Mrd Dollar. Facebook profitiert von den US-Wahlen: Der Umsatz klettert um 22 % auf fast 21,5 Mrd Dollar, der Gewinn wächst um 29 % auf rund 7,85 Mrd Dollar. Nur Apple enttäuscht: Der Umsatz des iPhone-Konzerns sackt um 20,7 % auf 26,4 Mrd Dollar ein, der Gewinn geht um 7,4 % auf knapp 12,7 Mrd Dollar zurück.
handelsblatt.com, spiegel.de

Freibrief für Digital-Plattformen wird in den USA zum Politikum.

Netz-Zensur: Die Chefs von Facebook, Google und Twitter verteidigen vor dem US-Senat die als Section 230 bekannte Regelung, die ihre Plattformen von der Verantwortung für Inhalte ihrer Nutzer*innen freispricht. Facebook-Boss Mark Zuckerberg argumentiert, ohne diesen Freibrief würden sie wohl mehr zensieren, gibt sich aber offen für eine Reform. Die US-Demokraten fordern härteres Vorgehen gegen Hass und Lügen, die Republikaner wünschen sich eine Verpflichtung zur "Neutralität".
sueddeutsche.de, stern.de, futurezone.at, handelsblatt.com

Für Robo-Lkw: Daimler und Alphabet-Tochter Waymo schließen Partnerschaft.

Daimler tut sich mit Alphabet-Tochter und Robotaxi-Entwickler Waymo zusammen, um selbstfahrende Trucks auf die Straßen zu bringen. Umgerüstet werden soll der Daimler-Lkw Freightliner Cascadia. Gemeinsame Zeit in der Zukunftswerkstatt sieht der Deal aber nicht vor: Daimler verkauft die Fahrzeuge nur an Waymo, das sie dann mit Software ausstattet. Daimler arbeitet über seine US-Tochter Torc selbst an autonomer Fahrtechnik.
wiwo.de, tagesschau.de

Video-Tipp: Daniel Bouhs ordnet die OBS-Studie zu Google ein.

Video-Tipp: Google wirkt zwar nicht direkt auf die Berichterstattung geförderter Medien ein, die Sorge vor Selbstzensur ist bei vielen Medien dennoch gegeben, berichtet Daniel Bouhs in einen "Zapp"-Beitrag über die Studie Medienmäzen Google der Otto-Brenner-Stiftung. Die Studienmacher betonen, dass das Problem bereits damit beginne, dass Unternehmen mit den Einnahmen durch Google planen.
ndr.de (mit 6-Min-Video), turi2.de (Background)

OBS-Studie: Googles Medienförderung ist intransparent und ungleich verteilt.

Google hat seit 2013 mehr als 200 Mio Euro an europäische Medien verschenkt, problematisch ist dabei die intransparente Förderung und die ungleiche Verteilung, schreiben Ingo Dachwitz und Alexander Fanta in ihrer Studie Medienmäzen Google für die Otto-Brenner-Stiftung und den DGB. Das meiste Geld bekommen große Medienhäuser, u.a. "Wirtschafts­woche" und "Handels­blatt", die Deutsche Welle und der "Spiegel". Non-Profit-Medien, Startups und Regional­verlage erhalten deutlich seltener und weniger Geld. Googles Medien­finanzierung sei "weit davon entfernt, philanthropisch zu sein - sie ähnelt einem Trost­preis für einen unterlegenen Rivalen", sagen die Autoren.
per Mail, otto-brenner-stiftung.de (Studie abrufbar ab 8.00 Uhr)

US-Justizministerium reicht Kartellklage gegen Google ein.

USA: Die US-Regierung verklagt Google. Das Justizministerium wirft dem Tech-Riesen vor, den Such- und Anzeigenmarkt illegal monopolisiert und die eigene Marktmacht missbraucht zu haben. Die Konkurrenz sei zulasten des Wettbewerbs systematisch aus dem Markt gedrängt worden – etwa durch Verträge mit Firmenpartnern, die Google weitreichende Vorteile verschaffen.
techcrunch.com, wsj.com (Paid), nytimes.comhandelsblatt.com, spiegel.de

Google und “Süddeutsche Zeitung” kündigen Digital-Award an.

Google und "Süddeutsche Zeitung" tun sich zusammen und loben den "Aufbruch Award" für "inspirierende Persönlichkeiten" aus, die sich für die digitale Transformation in Deutschland einsetzen. Verleihen wollen die Partner den Preis erstmals am 15. November. Google ist bereits seit einigen Jahren Kunde der Süddeutschen Agentur-Tochter SZ Scala.
per Mail, turi2.de (Background)

Meinung: Amerikas Tech-Konzerne fürchten sich vor einem Wahlsieg Bidens.

Silicon Valley drückt Donald Trump insgeheim die Daumen, schreibt Thomas Jahn im "Handelsblatt". Trumps Attacken auf die Unternehmen seien oft rein verbal und wenig systematisch. Bei einem Biden-Wahlsieg "müssen Amazon, Facebook & Co mit einem fundamentaleren Angriff aus Washington rechnen", sagt Jahn. Der demokratisch geprägte Rechtsausschuss im US-Repräsentantenhaus wirft den Tech-Konzernen u.a. vor, Monopole zu bilden und die amerikanische Wirtschaft und Demokratie zu gefährden.
handelsblatt.com

US-Politiker*innen wollen Macht von Google, Facebook & Co einschränken.

Mehr Regeln: Der Wettbewerbs-Unterausschuss im US-Repräsentantenhaus findet, dass Amazon, Apple, Facebook und Google zu mächtig geworden sind und ihre Marktmacht missbrauchen. Das sagt ein in der Nacht veröffentlichter Untersuchungsbericht. Die Parlamentarier*innen empfehlen u.a. ein Verbot, eigene Produkte zu bevorzugen und bei künftigen Übernahmen kartellrechtlich früher einzuschreiten.
spiegel.de

Google News Showcase will keine Löcher in Paywalls erzwingen.


Kein Paywall-Specht: Google will beim neuen Nachrichten-Angebot "Google News Showcase" keine Verlage zwingen, Bezahl-Inhalte via Google kostenlos zu veröffentlichen. Damit stellt der Konzern gegenüber turi2 Fragen klar, die Christian Meier in der "Welt" von Montag aufgeworfen hat. Meier hatte berichtet, dass sich mindestens einer der teilnehmenden Verlage dagegen wehre, Bezahl-Inhalte via Google kostenlos anzubieten. Unklar sei gewesen, ob die Verlage verpflichtet seien, Paid-Inhalte anzubieten. Ein Google-Sprecher teilt nun mit, dass es "keine Verpflichtung zur Bereitstellung von 'Paywall-Artikeln' gibt". Welche Artikel in dem neuen News-Angebot veröffentlicht würden, liege allein bei den teilnehmenden Verlagen.

Darüber hinaus teilt Google mit, dass es sich bei dem neuen News-Angebot – ähnlich wie in der Suche und bei Google News – um eine reine Verlinkung auf Verlagsseiten, nicht um eine Re-Publikation der Verlagsinhalte handelt. So könnten die Verlage "ihre Inhalte auf ihren eigenen Webseiten monetarisieren" – zusätzlich zu der Gebühr, die Google zahlt.
turi2 – eigene Infos, turi2.de (Background "Welt")

Google News Showcase: Zugriff auf Bezahl-Inhalte stößt auf Kritik.

Zu dieser Meldung gibt es hier ein Update vom 6. Oktober 2020


Loch in der Paywall: Googles Plan, im neuen Nachrichten-Angebot Google News Showcase auch Artikel zu veröffentlichen, die hinter Bezahlschranken liegen, stößt auf Kritik. In der "Welt" berichtet Christian Meier, dass sich "mindestens ein teilnehmender Verlag" dagegen wehrt, Paywall-Artikel bei Google kostenlos zu veröffentlichen. Unklar sei, ob es eine Verpflichtung gebe, Bezahlinhalte bereitzustellen. Unterschiedliche Angaben gibt es auch über die Form der Veröffentlichung bei Google News Showcase. Ein Vertrags-Entwurf, aus dem Meier zitiert, legt es nahe, dass bei Google ganze Artikel republiziert werden sollen. Der ungenannte Verlag, den Meier zitiert, spricht von einer "reinen Verlinkung von Artikeln".

Bei Google News Showcase zahlt Google erstmals für die Verbreitung von Medieninhalten, die Rede ist von weltweit 1 Mrd Dollar in den kommenden drei Jahren. In Deutschland sind 50 Publikationen von 20 Verlagen dabei. Springer, zu dem die "Welt" gehört, ist nicht dabei. Der Verlag hält am Leistungsschutzrecht fest, dass er selbst mit vorangetrieben hat. Eine Teilnahme an Google News Showcase und gleichzeitig LSR-Forderungen schließt Google vertraglich aus. Hierzulande sind u.a. der "Spiegel", die "FAZ" und die "WAZ" beim neuen Angebot dabei.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Google News Showcase startet mit 20 Medien-Partnern in Deutschland.

Google startet mit Google News Showcase in Deutschland und Brasilien. Das Angebot präsentiert "qualitativ hochwertige, journalistische Artikel", für die Google Lizenzgebühren zahlt. Zum Start in Deutschland sind 20 Medien­unternehmen dabei, u.a. G+J, Funke und "Handelsblatt", Ippen, Focus Online und T-Online - zusätzlich zu den bereits bekannten Partnern "Spiegel", "FAZ", "Tagesspiegel" und "Zeit". In den ersten drei Jahren stellt Google weltweit 1 Mrd Dollar für Inhalte bereit. Die Auswahl der Artikel kuratieren die Redaktionen selbst.
germany.googleblog.com, wuv.de, heise.de, turi2.de

Lobbycontrol legt Beschwerde gegen Facebook und Co bei EU-Lobbyregister ein.

Undurchsichtig: Die US-Tech-Riesen Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft kennzeichnen ihre inhaltliche und finanzielle Lobbyarbeit in Europa teils nicht transparent, das Mitwirken an sogenannten Think Tanks bleibt etwa bei Facebook unerwähnt, findet Lobbycontrol heraus. Die Organisation hat deshalb Beschwerde beim zuständigen EU-Lobbyregister eingereicht.
lobbycontrol.de via spiegel.de

Google-Chef Sundar Pichai rechnet in Zukunft mit hybriden Arbeitsformen.

Home Office wird in Zukunft stärker Teil des Arbeitens, aber nicht der Dauerzustand, glaubt Google-Chef Sundar Pichai. Das persönliche Zusammenkommen sei noch immer sehr wichtig, wenn es um die Lösung von Problemen gehe oder wenn etwas Neues entstehen soll. Pichai erwartet für die Zukunft daher stärker hybride Arbeitsmodelle. Google galt lange mit seinen teils ausgefallenen Büros als Vorreiter für eine vermeintlich moderne Büro-Atmosphäre.
businessinsider.com

Streit um Nötigungsvorwürfe: Alphabet akzeptiert Vergleich.

Alphabet lässt sich in der Anleger-Klage um Nötigungsvorwürfe und sexuelle Belästigung früherer Führungskräfte auf einen Vergleich ein. Die Google-Mutter zahlt 310 Mio Dollar für Fairness- und Gleichberechtigungs-Initiativen im Konzern und verspricht, sein Management künftig besser zu beaufsichtigen. Anleger*innen hatten Alphabet u.a. vorgeworfen dem früheren Android-Chef Andy Rubin trotz schwerer Vorwürfe sexueller Nötigung rund 90 Mio Dollar Abfindung gezahlt zu haben.
handelsblatt.com (Paid), cnbc.com

App-Entwickler verbünden sich gegen Apple.

App-okalypse: Eine Gruppe bekannter App-Entwickler verbündet sich gegen Apple, um für neue Regeln im App-Store des Unternehmens zu kämpfen - vor allem für niedrigere Provisionen. Mitglieder der "Coalition for App Fairness" sind u.a. Spotify, Tinder-Betreiber Match Group, Fortnite-Entwickler Epic Games sowie der Verlegerverband European Publishers Council. Die Organisation hat neben Apple aber auch andere App-Store-Betreiber wie Google im Visier.
manager-magazin.de via wsj.com