Google versucht sich wieder an einem sozialen Netzwerk.


Alles auf Anfang: Google will es noch mal wissen und startet ein neues, soziales Netzwerk. Sein Name: Shoelace, sein Zweck: Menschen in Städten hyperlokal miteinander verbinden, die Gleichgesinnte für gemeinsame Aktivitäten suchen. Shoelace will den Nutzern auch zu ihren Interessen passende Events empfehlen.

Zum Start bindet Google seine neuen Schnürsenkel in New York. Genau genommen ist es ein wiederholter Versuch: 2012 versuchte sich der Suchriese schon einmal an einer Plattform namens Schemer mit der gleichen Idee – sie floppte. Erst im Frühjahr hatte der Konzern das erfolglose Netzwerk Google Plus beerdigt.
t3n.de, techcrunch.com

Auch Google lässt Audiomitschnitte seines Sprachassistenten von Menschen auswerten.

Google lässt Audio-Mitschnitte seines Sprachassistenten von Vertragsarbeitern verschriftlichen, um den Dienst zu verbessern, berichtet der belgische TV-Sender VRT. Dabei seien auch Gespräche, in denen das System unbeabsichtigt aktiviert worden sei. Die Mitarbeiter hätten unter anderem Bettgespräche, medizinische Informationen und Situationen, die auf häusliche Gewalt hindeuten, mitgehört. Vor kurzem geriet bereits Amazon in die Kritik, weil es Audiomitschnitte transkribieren ließ.
vrt.be via spiegel.de, turi2.de (Background)

Ex-Frau von Android-Erfinder will Ehevertrag anfechten.

Google: Die Ehefrau von Andy Rubin (Foto), Erfinder von Android, will den Ehevertrag anfechten, um mehr Unterhalt zu bekommen, zitiert "Bild am Sonntag" aus der Klage. Rubin habe seine fünf Affären "an andere Männer ausgeliehen" und sei bei Google nach einer Vergewaltigung einer Kollegin entlassen worden. Rubin weist die Vorwürfe zurück.
bild.de (Paid), thenextweb.com (Archiv), turi2.de (Background)

Digitalisierung führt zu mehr wirtschaftlicher Ungleichheit.

Digitalisierung führt bei Tech-Konzernen wie Google, Facebook und Amazon zu wachsender Marktmacht, schreibt Ökonom Gunther Schnabl in einem "FAS"-Gastbeitrag. Daraus entstünden Monopolstellungen, die insgesamt zu wirtschaftlicher Ungleichheit führten. Die Zentralbanken hätten die Konzentrationsprozesse durch niedrige Zinsen begünstigt.
"FAS", S. 22 (Paid)

Wo sind Marken sicher? Oliver Hülse und Daniel Gerold über Werbe-Betrug und saubere Umfelder.


Orientierung im Wörter-Wald: Die digitale Werbeindustrie liebt Buzzwords – "Horizont" und turi2.tv wollen sie verstehen. Beim Innovation Day Health von Gruner + Jahr erläutern deshalb die Reklame-Recken Oliver Hülse (links) und Daniel Gerold, wo Betrug lauert, wo Marken sicher fahren und weshalb Google und Facebook nicht zwangsläufig böse Buben sind. Oliver Hülse checkt bei Integral Ad Science die Werbeumfelder – und hat viel Lob für Verlage im Gepäck. Daniel Gerold von Gruner + Jahr EMS lobt auch – überraschenderweise die großen Tech-Konzerne.

Oliver Hülse ist von Berufs wegen vorsichtig-kritisch und sagt: "Auf allen digital ausspielbaren Werbeflächen kann betrogen werden." Bot-Netzwerke, Ad Stacking und Domain Spoofing lauten die Fallen, vor denen Hülse Werbekunden und Agenturen als Dienstleister bewahren will. Auch Daniel Gerold will beim G+J-Digitalvermarkter Kunden glücklich machen und sieht sie im Verlagsumfeld in besten Händen: "Hier sitzen Menschen, die Tag und Nacht hochwertige Inhalte produzieren." Das bestätigt Hülse, will aber im Gegenzug nicht andere Werbeumfelder schlecht machen: Er hält auch YouTube und Facebook für gute Umfelder und zeigt Verständnis, wenn in den Massen von Videos und Postings mal ein schlechter Inhalt "durchrutscht".
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Analyse: Redaktionelle Angebote sind für Google nicht kriegsentscheidend.

Google verdient nur wenig an journalistischen Angeboten, analysiert der SEO-Software-Anbieter Sistrix. Nur bei 0,25 % der journalistisch geprägten Suchbegriffe wird Werbung eingeblendet. Von den Such-Treffern führen überschaubare 7,89 % auf journalistische Domains – und sind damit hinsichtlich des EU-Leistungsschutzrechtes relevant. Sistrix wertete 53 Mio Suchbegriffe und 1.278 redaktionelle Domains aus.
sistrix.de, horizont.net

"stern" startet die YouTube-Show "Diskuthek".


Die Zerstörer aus Hamburg: Der "stern" startet das politische Video-Format Diskuthek auf YouTube. Melanie Stein und Aimen Abdulaziz-Said, beide mit NDR-Hintergrund, sprechen zunächst mit Talkgästen, anschließend in einem YouTube-Livevideo mit Experten und der Community. Geld für das Projekt kommt über die News Initiative von YouTube-Eigner Google.

Für die "Diskuthek" hat sich Gruner + Jahr eigens ein Studio aufs Verlagsdach gebaut. Zum Start am Donnerstag diskutieren im "Rooftop-Studio mit Industriecharme" die CDU-Hoffnung Philipp Amthor und Jung-Sozialist Kevin Kühnert. "stern"-Videochefin Isa von Heyl verantwortet das Projekt mit einem eigens gegründeten Redaktionsteam.
presseportal.de, stern.de, youtube.com (40-Sek-Trailer)

Meinung: Stadia von Google wird Gamingbranche umwälzen.

Gamingbranche steht vor Epochenwechsel durch Streamingdienste von Google, Microsoft und Co, schreibt Hedviga Nyarsik. Die Spiele-Anbieter planen bisher aber nicht mit exklusiven Streaming-Spielen, weil die Massentauglichkeit noch nicht bewiesen sei. Beim Zocken sei schnelles Internet noch wichtiger als beim Filme streamen, deshalb komme es auch auf den 5G-Ausbau an.
n-tv.de

Google zieht sich aus Tablet-Markt zurück.


Abserviert: Google entwickelt keine Tablets mehr und überlässt Apples iPads das Feld. Künftig will sich Google auf die Entwicklung von Laptops konzentrieren. Die beiden Modelle, an denen zwei Teams bisher gearbeitet haben, beerdigt Google auch. Sie hatten kleinere Displays und anschließbare Keyboards, kommen nun aber gar nicht erst auf den Markt. Zuletzt hat der Konzern 2018 das Tablet Pixel Slate auf den Markt gebracht. Googles Laptops sind bisher nicht in Europa erhältlich.
googlewatchblog.de, theverge.com

Google stellt 1 Mrd Dollar für neue Wohnungen im Silicon Valley bereit.

Google zieht sich den Wohltäter-Mantel an, um die Wohnungsnot im Silicon Valley zu lindern, die der Konzern mit verursacht hat. Wo bisher Büros geplant waren, stellt Google Bauland für 750 Mio Dollar zur Verfügung, weitere 250 Mio Dollar fließen in einen Bau-Investment-Fonds. Insgesamt sollen 20.000 Wohnungen entstehen. 50 Mio Dollar gehen an Obdachlosen-Initiativen.
cnet.com, blog.google

Meinung: Rund die Hälfte aller Google-Anfragen führt nicht zu Klicks.

Google hält immer mehr Nutzer auf der eigenen Seite, will Rand Fishkin mit Daten von Jumpshot herausgefunden haben. Demnach seien im ersten Quartal 2019 49 % der US-Suchanfragen beantwortet worden, ohne das die Nutzer die Suchseite verlassen hätten. Organische Klicks auf Seiten, die nicht zu Google selbst gehören, kämen auf 41,5 %. Google-eigene Seiten seien bei rund 6 % der Anfragen das Ziel. Vor allem mobil sei der Anteil an Suchen, die nicht zu Klicks führen, seit 2016 kontinuierlich gestiegen.
onlinemarketing.de

Basta: Google macht Nestlé einen Strich durch die Rechnung.

Kreuzweise: Während Nestlé die meisten Beobachter mit seiner Ankündigung, etwas Zucker zu streichen, nicht überzeugen kann, muss sich der Lebensmittelkonzern zwischenzeitlich damit abfinden, dass Google etwas anderes streicht – und zwar durch. Bei einer Suche nach Nestlé zeigt die Suchmaschine statt des Firmenlogos zwischenzeitlich eine durchgestrichene Version des Emblems.
onlinemarketing.de

Meinung: Google gefährdet mit Werbe-Bann Handy-Reparaturdienste.

Google bereitet weltweit Handy-Reparaturdiensten Schwierigkeiten, berichtet Marcel Rosenbach im "Spiegel" am Beispiel des Berliners Mohammad Hassan. Seit Mai erlaube der Konzern keine Anzeigen an Privatkunden für Reparaturen durch Drittanbieter. Seitdem habe Hassan einen Großteil seiner Kunden verloren. Proteste bei Google und der Politik seien bislang erfolglos geblieben.
"Spiegel", S. 73 (Paid)

EuGH: Googles Gmail ist kein elektronischer Telekommunikationsdienst.


Gewinner Google: Die Bundesnetzagenur verliert vor dem Europäischen Gerichtshof den Streit mit Google darüber, ob Gmail ein Telekommunikationsdienst ist. Die Netzagentur wollte Google wie Telefonnetzbetreiber und Internetprovider einstufen und forderte Schnittstellen für mögliche Strafverfolgungen. Der Konzern argumentierte, er biete seinen Nutzern keinen Internetzugang, betreibe keine Netze und könne deshalb die Datenübertragung nicht kontrollieren. Der EuGH folgt dieser Argumentation. Der Streit lief seit 2012 und über mehrere Instanzen.
haz.de

Klick-Tipp: Animation visualisiert Entwicklung populärster sozialer Netzwerke.

Klick-Tipp: The Next Web zeigt in einer anderthalbminütigen Animation Aufstieg, Fall und Entwicklung der populärsten sozialen Netzwerke in den letzten 15 Jahren – LinkedIn etwa war von Anfang an dabei, MySpace steigt erst auf und fällt dann ins Bodenlose, Facebook und WeChat wachsen immer weiter. Die zugrundeliegenden Daten stammen aus Geschäftsberichten und teilweise aus Schätzungen der Redakteure.
thenextweb.com

Bundesfinanzminister Scholz will die Steuertricks der Tech-Konzerne beenden.

Digitalsteuer: Bundesfinanzminister Scholz plant mit den G20-Finanzministern eine internationale Mindestbesteuerung für Unternehmen, die auch Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon treffen würde. Die OECD will Details bis Ende 2020 ausarbeiten. Über Tochtergesellschaften in Steueroasen minimieren die Konzerne bisher legal ihre Steuerlast.
stern.de, zdf.de, "FAS", S. 1 (Paid)

Klick-Tipp: "New York Times" zeigt Ausmaß der Tech-Übernahmen.

Facebook-LogoKlick-Tipp: Mit zahlreichen Übernahmen erhöhen Tech-Unternehmen wie Google oder Facebook ihre Macht, analysiert die "New York Times". Die Mehrheit der Übernahmen sei abseits der Öffentlichkeit und mit wenig behördlicher Kontrolle geschehen. Auf einer interaktiven Grafik zeigt nytimes.com die Verstrickungen der Tech-Unternehmen.
nytimes.com